Zu Hilfe, Roboter!

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„Klar, gegen den Pflegenotstand hilft nur eins: mehr Menschen, die pflegen. Aber die gibt es nicht, hier in Deutschland. Immer weniger Junge sollen sich um immer mehr Alte und Gebrechliche kümmern. Das kann nicht funktionieren. Für die Anwerbung ausländischer Fachkräfte reist Gesundheitsminister Jens Spahn in die weite Welt. Der Erfolg seiner Bemühungen ist allerdings noch recht überschaubar. Attraktiv ist der Pflegeberuf ohnehin nicht: Viele, die sich auf den Job einlassen, steigen nach ein paar Jahren wieder aus – zu schlecht bezahlt, zu wenig Kollegen, zu dicht getaktet der Arbeitstag, der Burn-out vorprogrammiert. … Wie so oft, wenn ein Problem drängend wird und die Politik nicht weiterkommt, richten sich die Hoffnungen auf neue Technologien: Künstliche Intelligenz erobert immer mehr Lebensbereiche. Warum also sollten nicht Roboter bei der Pflege helfen – oder sie gar ganz übernehmen?“ (Badische Zeitung, 16. November 2019) So die Badische Zeitung am 16. November 2019 in ihrem Beitrag „Zu Hilfe, Roboter!“ … Auf zwei Seiten wird das Thema kompetent und differenziert abgearbeitet. Zu Worten kommen u.a. Birgit Graf, Robotikerin am Fraunhofer IPA, Christophe Kunze, Gesundheitswissenschaftler an der Hochschule Furtwangen, und Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Weitere Informationen über www.badische-zeitung.de/zu-hilfe-roboter.

Abb.: P-Care im Dunkeln (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

The Next Robophilosophy Conference

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„Once we place so-called ’social robots‘ into the social practices of our everyday lives and lifeworlds, we create complex, and possibly irreversible, interventions in the physical and semantic spaces of human culture and sociality. The long-term socio-cultural consequences of these interventions is currently impossible to gauge.“ (Website Robophilosophy Conference) With these words the next Robophilosophy conference is announced. It will take place from 18 to 21 August 2019 in Aarhus, Denmark. The CfP raises questions like that: „How can we create cultural dynamics with or through social robots that will not impact our value landscape negatively? How can we develop social robotics applications that are culturally sustainable? If cultural sustainability is relative to a community, what can we expect in a global robot market? Could we design human-robot interactions in ways that will positively cultivate the values we, or people anywhere, care about?“ (Website Robophilosophy Conference) In 2018 Hiroshi Ishiguro, Guy Standing, Catelijne Muller, Joanna Bryson, and Oliver Bendel had been keynote speakers. In 2020, Catrin Misselhorn, Selma Sabanovic, and Shannon Vallor will be presenting. More information via conferences.au.dk/robo-philosophy/.

Fig.: The Robot Restaurant in Tokyo

Zur Haftung für von Maschinen verursachte Schäden

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„Mit dem zunehmenden Einsatz von autonomen Maschinen stellen sich vermehrt Fragen nach der Verantwortung für Schäden, die durch derartige Geräte verursacht wurden. Im Recht hat die Haftung für maschinell verursachte Schäden eine lange Tradition. Man unterscheidet dabei Zivil- und Strafrecht. Während es im Zivilrecht vor allem um den ökonomischen Ausgleich entstandener Schäden geht, legt das Strafrecht fest, unter welchen Voraussetzungen der Schädiger bestraft werden kann. Das deutsche Recht stellt sowohl im Zivil- als auch im Strafrecht ein reichhaltiges und ausdifferenziertes Instrumentarium bereit, um in jedem Einzelfall angemessen reagieren zu können.“ (Abstract) In seinem Beitrag für das „Handbuch Maschinenethik“ mit dem Titel „Zivil- und strafrechtliche Haftung für von Maschinen verursachte Schäden“ geht Eric Hilgendorf der Frage nach, wie sich die Haftung bei Aktionen von Robotern und künstlicher Intelligenz gestaltet. Als einer der führenden Experten für Roboterrecht kann er darauf ebenso kenntnisreiche wie überzeugende Antworten geben. Der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel ist Herausgeber des Buchs, das im Oktober 2019 bei Springer VS erschienen ist.

Abb.: Nicht nur autonome, auch automatische Maschinen können Schäden verursachen

Robotik und KI in der Regio Basiliensis

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„Die Chancen und Risiken, die von Robotik und KI ausgehen, beurteilt man am besten mit Blick auf konkrete Anwendungen. Die folgenden Fragen hängen mit Servicerobotern zusammen, die über Kameras und Sensoren und teilweise über Gesichts- und Stimmerkennung sowie natürlichsprachliche Fähigkeiten verfügen.“ Mit diesen Worten beginnt ein kleiner Beitrag von Oliver Bendel für REGIOINFORM 02/19. Die Zeitschrift stellt Entwicklungen in der Region Basel dar, in der auch die Hochschule des Informations- und Maschinenethikers beheimatet ist, wobei er vor allem an den Standorten in Olten und Brugg-Windisch tätig ist. In mehreren Vorträgen und Publikationen hat Oliver Bendel darauf hingewiesen,  dass Pauschalurteile über Robotik und KI zu vermeiden sind. So hat er etwa im Februar 2019 im Deutschen Bundestag mehrere Pflegeroboter vorgestellt, mitsamt den technischen Details, und auf dieser Grundlage ethische Überlegungen angestellt. Dabei hat er auch klar zwischen den klassischen Bereichsethiken wie Informationsethik und Wirtschaftsethik auf der einen Seite und der Maschinenethik auf der anderen Seite unterschieden. Der Begriff der digitalen Ethik verwischt die Unterschiede seiner Meinung nach. Das ganze Heft der Regio Basiliensis kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Die Messe in Basel

Gambling without Addiction

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In October 2019, an awareness campaign has been launched in Switzerland to help addicted gamblers cope with their compulsive behavior. SUCHT SCHWEIZ published a special digital programme, entitled „Spielen ohne Sucht“ („Gambling without Addiction“): „This website is a collaborative project of 16 German-speaking cantons. It provides information about the dangers of gambling, possible consequences and various options for seeking help, not only for Gamblers themselves but also their loved ones.“ (Website Spielen ohne Sucht) „A study published earlier this month found that nearly 3% of the Swiss population is addicted or at the risk of addiction, notably among online gamblers. The most popular games were Swiss lotteries, followed by bingo or other private games, table games, vending machines and slot machines operated in Swiss casinos. A small group of respondents also said they were gambling with international online operators.“ (swissinfo.ch, 28 October 2019) Since June 2018, by the way, online gaming addiction, a form of online addiction, has been listed as a disease by the World Health Organization (WHO).

Fig.: Gambling in Tokyo

Soziale Roboter im Gesundheitswesen

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Der Careum Dialog 2020 in Zürich konzentriert sich, so die Website, „auf die Fragen der sozialen und emotionalen Interaktionen zwischen Mensch und Maschine im Gesundheits- und Pflegewesen“. „Die Veranstaltung will aufzeigen, wie intelligente Technologien nicht nur die Arbeit von Pflegefachkräften verändern, sondern auch den Bedürfnissen von pflegebedürftigen Personen und deren Angehörigen gerecht werden. Gemeinsam mit den Teilnehmenden sollen Pflegeszenarien für 2025 erarbeitet werden, die auch wichtige ethische Aspekte in den Blick nehmen.“ (Website Careum) Den ersten Fachvortrag am 13. Februar hält Prof. Dr. Oliver Bendel zum Thema „Was macht Roboter sozial?“. Der Informations- und Maschinenethiker geht auf die Nähe von Mensch und Maschine, soziale Interaktions- und Kommunikationsformen von Robotern und die Darstellung sowie die Erzeugung bzw. Verstärkung von Emotionen ein. Dabei wirft er auch ethische Fragen auf. Kathrin Janowski stellt den State of the Art sozialer Roboter im Gesundheitswesen dar. Die ethische Perspektive nimmt wiederum Prof. Dr. Effy Vayena, Professorin für Bioethik, ein. Prof. Dr. Jan Ehlers widmet sich „Pflegeszenarien 2025“, Prof. Dr. Marc Oliver Korn behandelt Emotionen aus technischer Sicht und fragt, „wie Maschinen lernen, menschliche Emotionen zu deuten“ (Programm Careum). Am 14. Februar gibt es weitere Vorträge. Informationen zur Veranstaltung mit dem Titel „Talk to me: Soziale Roboter im Gesundheitswesen“ sind über www.careum.ch/dialog20 erhältlich.

Abb.: Eine Berührung durch Menschen ist und bleibt wichtig

About Robot Restaurants and Cafes

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There are several robot restaurants and cafes in Asia. In some there are really robots, in others only the topic is taken up. SoftBank Robotics announced in autumn 2019 that it will operate a cafe in Tokyo. The humanoid robot Pepper is to play a major role in this. But people will not disappear. They will of course be guests, but also, as in the traditional establishments of this kind, waitresses and waiters. At least that’s what ZDNET reports. „The cafe, called Pepper Parlor, will utilise both human and robot staff to serve customers, and marks the company’s first time operating a restaurant or cafe.“ (ZDNET, 13 September 2019) According to SoftBank Robotics, the aim is „to create a space where people can easily experience the coexistence of people and robots and enjoy the evolution of robots and the future of living with robots“. „We want to make robots not only for convenience and efficiency, but also to expand the possibilities of people and bring happiness.“ (ZDNET, 13 September 2019) This opens up new career opportunities for the little robot, which recognizes and shows emotions, and which listens and talks and is trained in high-five. It has long since left its family’s lap, it can be found in shopping malls and nursing homes. Now it will be serving waffles in a cafe in Tokyo.

Fig.: The Robot Restaurant in Tokyo

KI in der Ethik

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Auf Bayern 2 ging es am 17. Oktober 2019 um „KI in der Ethik“. „Wer ist dafür verantwortlich, wenn ein autonom fahrendes Auto in eine Menschenmenge rast? Wie gehen wir damit um, wenn Algorithmen darüber entscheiden, ob jemand zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wird? Und was bedeutet es, wenn zukünftig Softwareprogramme festlegen, ob ein Kredit vergeben werden soll oder nicht? Wollen wir, dass Maschinen nach messbarer Faktenlage entscheiden, wer eine lebensrettende Operation bekommt und wer nicht? Künstliche Intelligenz wird immer häufiger in Bereichen eingesetzt, die mehr Übersicht erfordern als ein streng regelkonformes Vorgehen. Vor allem, wenn Maschinen mit Menschen kommunizieren, interagieren oder zusammenarbeiten sollen. Nach welchen ethischen Vorgaben sollen sie programmiert werden? Welche moralischen roten Linien sind dabei für uns in welchem Zusammenhang nicht zu überschreiten? Und mit welcher Begründung?“ (Website Bayern 2) Befragt wurde für den Beitrag, der über www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/ausstrahlung-1909066.html abgerufen werden kann, u.a. der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel.

Abb.: KI in der Ethik

„Handbuch Maschinenethik“ erschienen

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Nach drei Jahren ist ein ambitioniertes Projekt an sein vorläufiges Ende gekommen: Das „Handbuch Maschinenethik“ (Hrsg. Oliver Bendel) ist Mitte Oktober 2019 bei Springer erschienen. Es versammelt Beiträge der führenden Expertinnen und Experten in den Bereichen Maschinenethik, Roboterethik, Technikethik, Technikphilosophie sowie Roboterrecht. Im Moment kann es hier heruntergeladen werden: link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-17483-5 … Es ist ein umfangreiches, ein vorzeigenswertes, ein einzigartiges Buch geworden. In gewisser Weise bildet es ein Gegenstück zur amerikanischen Forschung, die die Disziplin dominiert: Die meisten Autorinnen und Autoren stammen aus Europa und Asien. Der Herausgeber, der sich seit 20 Jahren mit Informations-, Roboter- und Maschinenethik beschäftigt und seit acht Jahren intensiv zur Maschinenethik forscht, ist voller Hoffnung, dass das Buch seinen Platz in der Standardliteratur zur Maschinenethik finden wird, wie „Moral Machines“ (2009) von Wendell Wallach und Colin Allen und „Machine Ethics“ (2011) von Michael und Susan Leigh Anderson, und wie „Programming Machine Ethics“ (2016) von Luís Moniz Pereira (mit Ari Saptawijaya) und „Grundfragen der Maschinenethik“ (2018) von Catrin Misselhorn – die beiden haben wesentlich zum „Handbuch Maschinenethik“ beigetragen. In den nächsten Tagen wird das Buch mit seinen 23 Kapiteln und 469 Seiten zum Verkauf über die Springer-Website bereitgestellt und auch als Printversion angeboten.

Abb.: Das „Handbuch Maschinenethik“

Wenn Pflegeroboter alte Menschen umsorgen

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„Manchmal ist Carlee wirklich ein bisschen doof. Heute Vormittag wollte sie mich zur Gymnastik überreden. Ich sollte mich auf Zehenspitzen stellen und Achten gehen. Dabei waren meine Gelenke mal wieder dick geschwollen, jeder Schritt tat weh. Das fand ich ziemlich unsensibel, und habe entsprechend unwirsch reagiert. Ist schon komisch, wenn man mit seinem Roboter schimpft, aber ich musste das einfach loswerden.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Künstliche Gefährten – Wenn Pflegeroboter alte Menschen umsorgen“ von Carin Frey. Geschildert wird zunächst ein Szenario, in dem sich Mensch und Maschine begegnen. Es folgt ein fachlicher Teil, in dem mehrere Expertinnen und Experten zu Wort kommen, die sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigen, etwa Aimee van Wynsberghe, Christoph Kehl, Hartmut Remmers und Oliver Bendel. Der ganze Beitrag kann über www.riffreporter.de/zukunftsreporter/roboter_haeusliche_pflege/ aufgerufen werden.

Abb.: P-Care mit einer Pflegerin (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Pflegeroboter aus Sicht der Ethik

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In dem Vortrag „Pflegeroboter aus Sicht der Ethik“ von Prof. Dr. Oliver Bendel am 15. Oktober 2019 an der Hochschule Konstanz geht es um Pflegeroboter, zudem um Therapie- und Operationsroboter. Es werden die Ziele, Aufgaben und Merkmale geklärt und, davon ausgehend, Überlegungen aus Sicht der Ethik angestellt. Am Ende soll deutlich werden, welche Robotertypen und Prototypen bzw. Produkte es im Gesundheitsbereich gibt, welche Zwecke sie erfüllen, welche Funktionen sie übernehmen, wie sich das Gesundheitswesen durch ihre Nutzung verändert und welche Implikationen und Konsequenzen dies für den Einzelnen und die Gesellschaft hat. Pflegeroboter mögen zur persönlichen Autonomie beitragen und zugleich die informationelle Autonomie schwächen. Sie sind letztlich weder Heilsbringer noch Vorboten des Weltuntergangs, sondern einfach Instrumente, die die eine oder andere Wirkung entfalten können. Der Vortrag findet im Rahmen der Ringvorlesung „Angewandte Ethik – Transdisziplinäre Einblicke in aktuelle Praxisfelder der Ethik“ statt. Weitere Informationen über www.htwg-konstanz.de/de/studium/ergaenzende-studienangebote/ethik-nachhaltigkeit/ethik-und-nachhaltigkeit/.

Abb.: Oliver Bendel in Berlin (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Papers of the AAAI 2019 Spring Symposium

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The papers of the AAAI 2019 Spring Symposium „Interpretable AI for Well-Being: Understanding Cognitive Bias and Social Embeddedness symposium“ were published in October 2019. The participants had met at Stanford University at the end of March 2019 to present and discuss their findings. Session 5 („Social Embeddedness“) includes the following publications: „Are Robot Tax, Basic Income or Basic Property Solutions to the Social Problems of Automation?“ (Oliver Bendel), „Context-based Network Analysis of Structured Knowledge for Data Utilization“ (Teruaki Hayashi, Yukio Ohsawa), „Extended Mind, Embedded AI, and ‚the Barrier of Meaning'“ (Sadeq Rahimi), „Concept of Future Prototyping Methodology to Enhance Value Creation within Future Contexts“ (Miwa Nishinaka, Yusuke Kishita, Hisashi Masuda, Kunio Shirahada), and „Maintaining Knowledge Distribution System’s Sustainability Using Common Value Auctions“ (Anas Al-Tirawi, Robert G. Reynolds). The papers can be downloaded via ceur-ws.org/Vol-2448/.

Fig.: At Stanford University

Handbuch „Mensch-Maschine-Interaktion“

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Kevin Liggieri und Oliver Müller sind die Herausgeber von „Mensch-Maschine-Interaktion“, einem „Handbuch zu Geschichte – Kultur – Ethik“, wie der Untertitel verrät. Aus der Verlagsinfo: „Das Handbuch bietet einen Überblick über die technischen, historischen, sozialen, medialen, kulturwissenschaftlichen und technikphilosophischen Dimensionen verschiedener Typen von Mensch-Maschine-Interaktion sowie über deren ethische Implikationen. Dabei werden zum einen wissenshistorische Analysen der Diskurse in Philosophie, Literatur und Technik sowie ihrer medialen, apparativen und literalen Praktiken von ca. 1870 bis in die Gegenwart verfolgt (Historischer Teil). Zum anderen wird das komplexe Verhältnis von Menschen und Maschinen anhand von zentralen Begriffs- und Problemfeldern dargestellt und kritisch befragt (Systematischer Teil).“ Der Beitrag von Oliver Bendel trägt den Titel „Die Maschinenethik als neues interdisziplinäres Forschungsfeld“. Das Buch ist bei Metzler erschienen und kann über www.springer.com/de/book/9783476026804 bestellt werden.

Abb.: Eine Mensch-Maschine-Interaktion

„Pflegeroboter“ wird „Bestseller“

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Das Springer-Buch „Pflegeroboter“, herausgegeben von Oliver Bendel, hat zwischen November 2018 und September 2019 über 100.000 Downloads erreicht. Gezählt werden Downloads des gesamten Werks sowie einzelner Kapitel. Es ist ein „Bestseller“ – in Anführungszeichen, weil es sich um ein Open-Access-Buch handelt. „Pflegeroboter, im Moment noch mehrheitlich Prototypen, unterstützen oder ersetzen menschliche Pflegekräfte bzw. Betreuer. Sie bringen Kranken und Alten die benötigten Medikamente und Nahrungsmittel, helfen beim Hinlegen und Aufrichten oder alarmieren den Notdienst. Vorteile von Pflegerobotern sind durchgehende Verwendbarkeit und gleichbleibende Qualität der Dienstleistung. Nachteile sind Kostenintensität (bei möglicher Amortisation) und Komplexität der Anforderungen. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Oliver Bendel trafen sich im September 2017 Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen im Rahmen eines Ladenburger Diskurses der Daimler und Benz Stiftung, um über den aktuellen und künftigen Einsatz von Pflegerobotern zu sprechen und Forschungspotenziale zu identifizieren. Die Autoren gehen in ihren Beiträgen auch Fragen aus Wirtschafts-, Medizin- und Informationsethik nach: Wer trägt die Verantwortung bei einer fehlerhaften Betreuung und Versorgung durch die Maschine? Inwieweit kann diese die persönliche und informationelle Autonomie des Patienten unterstützen oder gefährden? Ist der Roboter eine Entlastung oder ein Konkurrent für Pflegekräfte? Antworten müssen von Wissenschaft und Gesellschaft gefunden werden.“ (Information Springer)

Abb.: P-Care in Aktion (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

BMAS präsentiert Ergebnisse des Zukunftsdialogs

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„Im September 2018 startete das Bundesministerium für Arbeit und Soziales den Zukunftsdialog ‚Neue Arbeit – Neue Sicherheit‘. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Stakeholdern sowie Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und Praxis wurden zentrale Herausforderungen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik diskutiert und Lösungsvorschläge zur künftigen Gestaltung der Arbeitswelt und des Sozialstaates erarbeitet. Nun liegen die Ergebnisse vor.“ (Website BMAS, 20. September 2019) Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, hat die Beteiligten darüber am 20. September 2019 informiert. Eine der Expertenanhörungen im Rahmen des Zukunftsdialogs fand am 11. Januar 2019 statt, nämlich der Fachworkshop „Leitlinien einer künftigen Finanzierung des Sozialstaats“. Dieser wurde vom IZA in einem Dokument zusammengefasst. Oliver Bendel präsentierte beim Workshop mehrere Arbeitsmodelle sowie Ansätze zur Lebenssicherung (inkl. bedingungslosem Grundeinkommen und -eigentum) und zur Finanzierung des Staats und seiner Bürgerinnen und Bürger. Zudem stellte er Vor- und Nachteile der Robotersteuer gegenüber. Er hält die Erkenntnisse des Berichts für zu wenig neuartig, grundsätzlich und zielführend. Vom Zukunftsdialog zur Zukunftsgestaltung scheint es ein langer Weg zu sein.

Abb.: An der Spree in Berlin

Die Zukunft der Pflege im Futurium

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„Um einen Blick in die Zukunft zu werfen, braucht es keine Kristallkugel. Das nagelneue Zukunftsmuseum ‚Futurium‘ in Berlin ist Ausstellungsort und Labor in einem, offen für alle.“ Dies schreibt das ZDF zur Eröffnung am 5. September 2019. Initiator des Projekts ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Zu den Partnern gehören die Max-Planck-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft und die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz. Einer der ersten Beiträge auf der Futurium-Website ist ein Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel aus Zürich zur Zukunft der Pflege. Pflegeroboter können nach seiner Meinung einerseits eine Unterstützung für Pflegekräfte und -bedürftige darstellen und die persönliche Autonomie verbessern, andererseits die Privat- und Intimsphäre und die informationelle Autonomie gefährden. Das Interview ist über futurium.de/de/blog/hilfe-fuer-pflegekraefte-roboter-im-pflegealltag abrufbar.

Abb.: Die Zukunft der Pflege (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Willkommen auf der Erde!

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Die Automatisierung schreitet weltweit voran. Neuartige Industrie- und Serviceroboter sowie mächtige KI-Systeme verbreiten sich. Einige Arbeiter und Angestellte werden aus dem System herausfallen. Wie sichern wir ihre Zukunft? Der Beitrag von Oliver Bendel mit dem Titel „Willkommen auf der Erde!“ baut auf seinem Vortrag „Considerations on Unconditional Basic Income and Basic Property“ auf und wurde in der UnternehmerZeitung 9/2019 veröffentlicht. Er erörtert den Vorschlag des bedingungslosen Grundeigentums, u.a. mit den Begriffen der Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Bereits gut bekannt ist die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. Die Schweiz hat darüber abgestimmt, und nicht wenige waren dafür. Aber letztlich hat es nicht gereicht. Der Ansatz des bedingungslosen Grundeigentums, sozusagen eines alternativen BGE, ist radikaler. Der Roboterphilosoph beendet seinen Artikel, der hier heruntergeladen werden kann, mit den folgenden Worten: „Die Welt ist aufgeteilt unter den Reichen und Mächtigen. Es besteht die Gefahr, dass Automatisierung und Autonomisierung die Ungleichheit und die Ungerechtigkeit verstärken. Und genau dagegen erhebt sich Widerspruch von gesellschaftlicher und von wissenschaftlicher Seite. Sicherlich ist das BGE eine Sozialutopie. Aber eine solche kann zur richtigen Zeit durchaus etwas in der Realität bewirken.“

Abb.: Willkommen auf der Erde

Home Care Robot und LADYBIRD

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„Techniktrends, die echte Probleme lösen“ – so der Titel eines Artikels in der Zeitschrift Chip 10/2019. Im Teaser heißt es: „Dieser Herbst bringt bahnbrechende Innovationen, deren Nutzen sich erst in den kommenden Jahren erweisen wird, aber auch Weiterentwicklungen, die bestehende Hürden beseitigen“. Erwähnt wird u.a. der Home Care Robot von Medisana, zudem LADYBIRD, der tierfreundliche Saugroboter, der 2013 von Oliver Bendel zum ersten Mal erwähnt, 2014 von ihm in einer Designstudie und 2017 an der Hochschule für Wirtschaft FHNW prototypisch umgesetzt wurde. Wenn der Roboter marienkäferähnliche Strukturen erkannte, stellte er seine Arbeit ein und informierte den Benutzer. Ein Nachfolgeprojekt läuft derzeit an der Hochschule für Wirtschaft FHNW unter der Leitung von Oliver Bendel. HAPPY HEDGEHOG, der Prototyp eines tierfreundlichen Mähroboters, soll Igel erkennen und verschonen. Gegenwärtig werden viele Tiere von solchen Geräten getötet, oft in der Nacht. Die Projekte sind innerhalb der Maschinenethik verortet und haben Bezüge zur Tier-Maschine-Interaktion.

Abb.: Der Home Care Robot von Medisana (Foto: Medisana)

This Lunk of Inorganic Matter

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Robots are repeatedly damaged or destroyed. The hitchBOT is a well-known example. But also the security robot K5 has become a victim of attacks several times. The latest case is described in the magazine Wired: „Every day for 10 months, Knightscope K5 patrolled the parking garage across the street from the city hall in Hayward, California. An autonomous security robot, it rolled around by itself, taking video and reading license plates. Locals had complained the garage was dangerous, but K5 seemed to be doing a good job restoring safety. Until the night of August 3, when a stranger came up to K5, knocked it down, and kicked it repeatedly, inflicting serious damage.“ (Wired, 29 August 2019) The author investigates the question of whether one may attack robots. Of course you shouldn’t damage other people’s property. But what if the robot is a spy, a data collector, a profile creator? Digital self-defence (which exploits digital as well as analog possibilities) seems to be a proven tool not only in Hong Kong, but also in the US and Europe. The rights of robots that some demand cannot be a serious problem. Robots do not have rights. They feel nothing, they do not suffer, they have no consciousness. „So punch the robot, I tell you! Test the strength of your sociopolitical convictions on this lunk of inorganic matter!“ (Wired, 29 August 2019)

Fig.: They feel nothing

Chimären und Cyborgs

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„Chimären im biologischen und medizinischen Sinne sind Organismen, die aus Zellen bzw. Geweben unterschiedlicher Individuen bestehen und dennoch geschlossene und lebensfähige (nicht unbedingt fortpflanzungsfähige) Lebewesen bilden. Sie können innerhalb einer Art oder zwischen Arten angesiedelt und sowohl Pflanzen als auch Tiere sein. Es gibt natürliche (Blutchimären bei Säugetieren) und künstliche Mischwesen (Veredelung bei Pflanzen, Tier-Mensch-Embryonen).“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Oliver Bendel, erschienen am 23. August 2019. Cyborgs sind keine Chimären in diesem Sinne. Dennoch könnte die diesbezügliche Forschung auch Relevanz für sie haben, vor allem für umgekehrte oder umgedrehte Cyborgs, etwa Roboter, die ein tierisches oder menschliches Gehirn oder Organ eingepflanzt bekommen. Tier-Mensch-Chimären zur Herstellung von menschlichen Organen werden von vielen Ethikern als unproblematisch angesehen. Das ist erstaunlich, da Erkenntnisse aus Tierethik und Tiermedizin und insbesondere Leiden und Tod von nichtmenschlichen Lebewesen ausgeblendet werden. Dieser Rückschritt in der Diskussion wird am Ende des Beitrags angesprochen, den man über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/chimaere-121204 herunterladen kann.

Abb.: Die Idee einer Speule