Operiert von Dr. Robot

“Mit einem Operationsroboter lassen sich Maßnahmen innerhalb einer Operation oder gar eine ganze Operation durchführen. Er ist in der Lage, sehr kleine und sehr exakte Schnitte zu setzen und präzise zu fräsen und zu bohren. Er wird entweder – das ist die Regel – durch einen Arzt gesteuert, der vor Ort ist, oder er arbeitet – in einem engen zeitlichen und räumlichen Rahmen – mehr oder weniger autonom.“ So beginnt der Beitrag “Operationsroboter” von Oliver Bendel für das Gabler Wirtschaftslexikon, erschienen im November 2018. Es wird auf die bekannten Entwicklungen eingegangen, aber auch die unbekannten: “Der Smart Tissue Autonomous Robot (Star) des Sheikh Zayed Institute, ein autonomer Operationsroboter, kann Wunden mit großer Sorgfalt und Gleichmäßigkeit zunähen, ist aber noch zu langsam für den regulären Einsatz.” Am Ende wird nach der Verantwortung gefragt: “Diese wird bei manchen Modellen einfach zu beantworten sein, da sie lediglich Werkzeuge des Arztes sind. Allerdings gibt es zuweilen die Option, eine definierte (Teil-)Aufgabe autonom ausführen zu lassen, und es wird eben mit autonomen Systemen experimentiert. Bei ihrem Gebrauch wäre nicht nur der Mediziner (wenn überhaupt), sondern auch der Hersteller bzw. der Entwickler in die Verantwortung zu nehmen, mithin das Krankenhaus.” Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/operationsroboter-100561 abgerufen werden.

Abb.: Hier operieren noch Menschen ohne Roboter

Neuer Beitrag zu Therapierobotern

“Therapieroboter unterstützen therapeutische Maßnahmen oder wenden selbst, häufig als autonome Maschinen, solche an. Sie sind mit ihrem Aussehen und in ihrer Körperlichkeit wie traditionelle Therapiegeräte präsent, machen aber darüber hinaus selbst Übungen mit Gelähmten, unterhalten Betagte und fordern Demente und Autisten mit Fragen und Spielen heraus. Manche verfügen über mimische, gestische und sprachliche Fähigkeiten und sind in einem bestimmten Umfang denk- und lernfähig (wenn man diese Begriffe auf Computersysteme anwenden will).” Mit diesen Worten beginnt der Beitrag “Therapieroboter” von Oliver Bendel für das Wirtschaftslexikon von Springer Gabler, erschienen im November 2018. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen: “Der Frage der Verantwortung widmen sich Informationsethik und Medizinethik sowie Roboterethik. Der Hersteller (respektive der Entwickler) muss, zusammen mit dem Heim oder der Anstalt bzw. einer sonstigen Einrichtung, die Verantwortung tragen und die Haftung übernehmen. Allerdings kann er sich darauf berufen, dass die Effekte insgesamt positiv sein mögen, und darauf beharren, dass Einzelfälle mit negativen Implikationen in Kauf zu nehmen und zu verkraften seien.” Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/therapieroboter-100563 abgerufen werden.

Abb.: Akupunktur ist eine umstrittene Therapie

Künstliche Nachrichtensprecher

Wie verschiedene Medien melden, hat die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua ein System vorgestellt, das im Fernsehen Nachrichten verlesen kann. Die verfügbaren Avatare sind realen Sprechern nachgebildet, nämlich Qiu Hao und Zhang Zhao. Die digitale Kopie von Qiu spricht chinesisch, die von Zhang englisch. “Das System nutzt Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen, um die Stimme, Lippenbewegungen, Mimik und Gestik der Vorbilder möglichst realistisch zu imitieren. Dadurch solle ein möglichst lebensnahes Abbild entstehen und kein kalter Roboter, erklärte Xinhua. Das System ist zudem lernfähig. Das bedeutet, die Avatare lernen von Videos menschlicher Sprecher und werden dadurch mit der Zeit besser.” (Golem, 9. November 2018) Im Moment klingt die Stimme von Zhang erstaunlich künstlich. Die Stimmen üblicher Text-to-Speech-Engines erreichen eine bessere Qualität. Mit Hilfe von SSML kann man sie noch menschenähnlicher gestalten. Virtuelle Nachrichtensprecher sind insgesamt ein alter Hut. Ananova, eine virtuelle Nachrichtensprecherin, hatte vor 20 Jahren eine gewisse Popularität erlangt. Sie wechselte 2000 für eine Ablösesumme von 95 Millionen Pfund zum Telefonanbie­ter Orange.

Abb.: In Shanghai

Die Maschine als Gespielin

Unter der Überschrift “Die Maschine als Gespielin” berichtete die SonntagsZeitung am 21. Oktober 2018 über den zunehmenden Gebrauch von Liebespuppen und die Weiterentwicklung von Sexrobotern. Ein ähnlicher Artikel war bereits am 29. September des Jahres in der Süddeutschen Zeitung erschienen. Oliver Bendel und Christian Weber hatten sich im Münchner Excelsior am Hauptbahnhof getroffen und waren von dort in Gedanken nach Dortmund gereist, wo sich das Bordoll befindet, und nach Barcelona und Moskau. Auch in der Schweiz, erzählte der Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, legt sich das eine oder andere Etablissement eine Liebespuppe zu. Beispiele sind das Studio Elite in Luzern, die OltenGirls in Olten und der Lust-Tempel in Wohlen. Die Bereitstellung und Nutzung von Liebespuppen muss nach seiner Meinung erforscht werden, wie auch die Frage, ob man sie in Pflege und Therapie einsetzen kann. Der Beitrag in der SonntagsZeitung kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Eine Liebespuppe

Wer hilft uns, wenn wir hilflos sind?

“Pflegeroboter unterstützen oder ersetzen menschliche Pflegekräfte. Sie bringen und reichen Hilfsbedürftigen die benötigten Medikamente und Nahrungsmittel, helfen ihnen beim Hinlegen bzw. Aufrichten oder alarmieren bei Bedarf den Notdienst. Manche Patienten bevorzugen bei bestimmten Aufgaben Maschinen, etwa bei Waschungen im Intimbereich. Andere Tätigkeiten, vor allem in der sozialen Interaktion, scheinen heute noch ungeeignet für Pflegeroboter zu sein.” (Website Daimler und Benz Stiftung) Das 23. Berliner Kolloquium “Pflegeroboter – Wer hilft uns, wenn wir hilflos sind?” nähert sich dieser Thematik aus interdisziplinärer Perspektive. “Wissenschaftler der Fachbereiche Informatik, Robotik, Medizin, Philosophie und Hirnforschung stehen nach ihren Vorträgen für ein Gespräch zur Verfügung. Auch Patienten, die bereits Erfahrungen mit Pflegerobotern gemacht haben, sollen zu Wort kommen. Als wissenschaftlicher Leiter koordiniert Prof. Dr. Oliver Bendel sowohl die beteiligten internationalen Forscher als auch die teilnehmenden Experten aus der Praxis.” (Website Daimler und Benz Stiftung) Mehr über www.daimler-benz-stiftung.de.

Abb.: Wer hilft uns, wenn wir hilflos sind?

First Impression During Communication

The University of Potsdam dedicates its current research to voices. The scientists – among them Dr. Yuefang Zhou and Katharina Kühne – are studying the first impression during communication. The survey website says: “The current study will last approximately 20 minutes. You will be asked some questions about the voice you hear. Please answer them honestly and spontaneously. There are no right or wrong answers; we are interested in your subjective perception. Just choose one out of the suggested alternatives.” Oliver Bendel, School of Business FHNW, has produced three of the samples and participates in the project. “Your responses will be treated confidentially and your anonymity will be ensured. Your responses cannot be identified and related to you as an individual, if you choose to leave your e-mail address at the end of the study this cannot be linked back to your responses. All responses will be compiled together and analysed as a group.” The questionnaire can be accessed via www.soscisurvey.de/impress/.

Fig.: What is the first impression during communication?

Buch zu Demokratie und Digitalisierung

“Wissen – Macht – Meinung: Demokratie und Digitalisierung” ist ein neues Buch aus dem Verlag Velbrück Wissenschaft. Herausgeberin ist Franziska Martinsen, Philosophin und Politikwissenschaftlerin. Autorinnen und Autoren sind u.a. Jeanette Hofmann, Lars Klingbeil, Oliver Bendel, Matthias Spielkamp, Constanze Kurz und Yvonne Hofstetter. “Der Sammelband widmet sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Auseinandersetzung mit neuen Formen politischer Kommunikation und von Gestaltungsspielräumen im digitalen Zeitalter.” (Information Velbrück) Technologische und sozialwissenschaftliche sowie politiktheoretische Zugänge reflektieren laut Verlag die Potenziale der Digitalisierung für eine tragfähige Demokratie des World Wide Web, “ebenso wie mögliche demokratiegefährdende Dynamiken” (Information Velbrück). Auch die ethische Perspektive wird eingenommen. Die Autorinnen und Autoren waren bei den 20. Hannah-Arendt-Tagen, die 2017 und 2018 stattfanden, ihre Vorträge die Grundlage der Beiträge. Weitere Informationen und Bestellung über www.velbrueck.de/Programm/Vorschau/Wissen-Macht-Meinung.html.

Abb.: Das Parlament ist ein Bestandteil der Demokratie

Künstliches, aber lebensechtes Sprechen

Synthetische Stimmen kann man in vielfältiger Weise gestalten und anpassen. Man kann das Geschlecht vorgeben und das Alter, die Tonhöhe, die Klangfarbe und die Lautstärke variieren. Dafür steht zum Beispiel die Speech Synthesis Markup Language (SSML) zur Verfügung. Einige Befehle sind dafür geeignet, die Stimmen lebensechter zu machen. Selbst ein Flüstern kann man mit SSML inzwischen definieren, das ja nicht nur ein leises, sondern ein stimmloses Sprechen ist. Alexa wirkt damit noch menschlicher. Wie Google Duplex eindrucksvoll gezeigt hat, sind auch Pausen wichtig sowie Verzögerungslaute wie “Mmh” und “Ähh”, also spezifische Sprechweisen. Die Einbindung von Kopf- und Körpergeräuschen könnte den Echtheitsgrad und die Überzeugungskraft weiter steigern. Wenn sich der virtuelle Assistent räuspert, wenn er die Nase hochzieht, die gar nicht vorhanden ist, dürfte kaum noch jemand denken, dass es sich um kein menschliches Gegenüber handelt. Ferner ist es möglich, Neben- und Hintergrundgeräusche zu integrieren. Übertreiben darf man es freilich nicht, und alle Geräusche müssen letztlich zusammenpassen.

Abb.: Die Sprechpyramide

Pflegeroboter in der Apotheken Umschau

Die Apotheken Umschau widmet sich in ihrer aktuellen Ausgabe, erschienen am 1. November 2018, dem Einsatz von Robotern in der Pflege. In einem ganzseitigen Interview kommt Prof. Dr. Oliver Bendel zu Wort. Er befürwortet den Einsatz von Robotern in Pflege und Betreuung, wenn es der Pflegekraft und dem Patienten bzw. Pflegebedürftigen hilft. Das Hauptproblem sieht er im Eingriff in Privat- und Intimsphäre. Bestimmte Serviceroboter und bestimmte Pflegeroboter sind nach seiner Ansicht mobile Spione. Im Heft ebenfalls zu Wort kommt Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin von der TU München, der demnächst zweiarmige Roboter in der Praxis testen will. Solche Roboter kennt man von ABB (YuMi) und von F&P Robotics (P-Care). “Wer sich über gesundheitliche und medizinische Themen bestens informieren will, greift gerne zur Apotheken Umschau. Mit monatlich 9,2 Millionen verkauften Exemplaren und knapp 20 Millionen Lesern ist das Magazin eine Klasse für sich. 89 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung über 14 Jahre kennen es, knapp 29 Prozent lesen es.” (Website Apotheken Umschau)

Abb.: In einer alten Apotheke

Lecturers as Holograms

At the conference “Robophilosophy” in Vienna in February 2018, Hiroshi Ishiguro spoke about his geminoid, which he adjusts every few years according to his own statement. Looking at him one could assume he was adjusted too, considering how much younger he seems than on older photos showing him with his artificial twin. After his speech, the audience fired questions at him. One question was why did he build robots at all when there was virtual reality? He answered because of the presence in space. Only holograms could come close to such a presence in future. Some universities are now planning to have lecturers appear as holograms in front of the students. This would actually be an alternative to the use of teaching robots and video-conferencing. Even interactions would be possible if the holograms or projections were connected to speech systems. Dr. David Lefevre, director of Imperial’s Edtech Lab, told the BBC: “The alternative is to use video-conferencing software but we believe these holograms have a much greater sense of presence”. The Gatebox, which was recently launched on the market, and a publication by Oliver Bendel (“Hologram Girl”), which will be available at the beginning of 2019, show that love relationships with holograms or projections are also possible.

Fig.: The professor on her way to work

Ein bedingungsloses Grundeigentum

Prof. Dr. Oliver Bendel stellte in seinem abendfüllenden Vortrag “Das automatische Verschwinden der menschlichen Arbeit” im Stadthaus Ulm am 25. Oktober 2018 die Veränderungen in der Arbeitswelt durch Roboter und KI-Systeme vor und diskutierte sie aus den Perspektiven von Informationsethik und Maschinenethik. Am Ende ging er auf das bedingungslose Grundeinkommen ein, das er begrüßt, und auf die Robotersteuer, die er skeptisch sieht. Zudem stellte er ein eigenes Konzept vor, das des bedingungslosen Grundeigentums. Dieses weise in aller Schärfe auf die Ungerechtigkeit hin, dass die Erde bereits aufgeteilt sei und die Neuankömmlinge sich lebenslang abmühen müssten, um schließlich ein kleines Grundstück bzw. ein kleines Haus erwerben zu können, wenn dies überhaupt möglich sei. Zugleich werfe es die eine oder andere neue Ungerechtigkeit auf, der man begegnen müsse. Der Vortrag löste ein großes Echo aus und wurde auch in der Südwest Presse besprochen.

Abb.: Das Ulmer Stadthaus vom Ulmer Münster aus gesehen

CONVERSATIONS 2018

CONVERSATIONS 2018 was a cross-disciplinary workshop to advance chatbot research. It took place on 26 October in St. Petersburg, at the School of Journalism and Mass Communications. “Chatbots enable users to interact with digital services in natural language, through text or voice dialogue. Customer service and digital assistants are applications areas where chatbots already have substantial impact. Also in other application areas, such as health and fitness, education, and information services, a similar impact is foreseen.” (Website Workshop) The event was open to all scientists and practitioners with an interest in chatbot research and design. Among the organizers were experts such as Asbjørn Følstad, SINTEF (Norway), and Symeon Papadopoulos, Centre for Research and Technology Hellas (Greece). Members of the program committee were among others Adam Tsakalidis, University of Warwick (UK), Despoina Chatzakou, Aristotle University of Thessaloniki (Greece), Eleni Metheniti, Saarland University (Germany), Frank Dignum, Utrecht University (Netherlands), and Oliver Bendel, School of Business FHNW (Switzerland). Further information on conversations2018.wordpress.com/.

Fig.: A bridge in St. Petersburg

Bodyhacking aus ethischer Sicht

“Beim Bodyhacking greift man invasiv oder nichtinvasiv in den tierischen oder menschlichen Körper ein, oft im Sinne des Animal bzw. Human Enhancement und zuweilen mit der Ideologie des Transhumanismus. Es geht um die physische und psychische Umwandlung, und es kann daraus der tierische oder menschliche Cyborg resultieren.” Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler von Prof. Dr. Oliver Bendel. Am Ende heißt es: “Das Bodyhacking kann man aus der Perspektive von Bio-, Medizin-, Technik- und Informationsethik als Versuch sehen, das eigene oder fremde Leben und Erleben zu gestalten und zu verbessern. Problematisch wird es, sobald gesellschaftlicher, politischer oder wirtschaftlicher Druck entsteht, etwa wenn das Tragen eines Chips zur Speicherung von Daten und zur Identifizierung zur Norm wird, der sich kaum jemand entziehen kann (was von Informations-, Politik- und Wirtschaftsethik thematisiert werden kann). Auch gesundheitliche Folgen können auftreten. Insofern birgt Bodyhacking bei aller Faszination gewisse Risiken.” Der Beitrag ist Ende Oktober 2018 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/bodyhacking-100401 abgerufen werden.

Abb.: Schon der Beginn von Bodyhacking?

Hilf mir, Justin!

“Hilf mir, Justin!” lautet der Titel eines Beitrags von Sina Horsthemke im Magazin Focus-Gesundheit vom 23. Oktober 2018. Er beginnt mit folgenden Worten: “Obwohl Justin erst zehn Jahre alt ist, hat er die Kraft eines Erwachsenen. Seine blauen Arme sind so stark, dass er einen Kasten Bier tragen kann. Sie sind so lang, dass er Gegenstände aus 2,70 Meter Höhe greift. Trotz seiner 200 Kilo hält Justin auf seinen Rollen locker mit gehenden Menschen mit. Im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), wo Wissenschaftler den Roboter entwickelt haben, hat er alle Hände voll zu tun. Er übt für zukünftige Mars-Missionen. Und dafür, bald in einem Krankenhaus die Pflegekräfte zu unterstützen.” Um Pflegeroboter geht es in dem vierseitigen, bebilderten Artikel, und zu Wort kommen u.a. Dr.-Ing. Alexander Dietrich (Leiter des “Smile”-Projekts am DLR in Oberpfaffenhofen bei München), Dr. rer. medic. Patrick Jahn (Leiter Stabsstelle Pflegeforschung am Universitätsklinikum Halle) und Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel (Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Brugg-Windisch). Das Heft kann über www.focus-magazin.de/focus-gesundheit bezogen werden.

Abb.: Rollstühle

Was ist Biohacking?

“Biohacking ist der biologische, chemische oder technische Eingriff in Organismen mit dem Ziel der Veränderung und Verbesserung. Es ist von den Wurzeln her eine Do-it-yourself-Bewegung. Letztlich geht es darum, neuartige Systeme zu erzeugen, die sich in ihrer belebten und unbelebten Umwelt behaupten. Ein Teilbereich ist das Bodyhacking, bei dem man in den tierischen oder menschlichen Körper eindringt, oft im Sinne des Animal bzw. Human Enhancement und zuweilen mit der Ideologie des Transhumanismus. In vielen Fällen resultiert der pflanzliche, tierische oder menschliche Cyborg.” Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler. Am Ende wird mit Blick auf das Bodyhacking die ethische Perspektive eingenommen: “Das Bodyhacking kann man aus Sicht der Ethik als Versuch sehen, das eigene Leben und Erleben zu gestalten und zu verbessern. Problematisch wird es, sobald gesellschaftlicher, politischer oder wirtschaftlicher Druck entsteht, etwa wenn das Tragen eines Chips zur Norm wird, der sich kaum jemand entziehen kann, und Privatsphäre und informationelle Autonomie beeinträchtigt sind, was ein Thema der Informationsethik ist.” Der Beitrag vom 22. Oktober 2018 kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/biohacking-100400 abgerufen werden.

Abb.: Schneller, länger, besser?

Will Smart Machines be Kind to Animals?

“With a few decades, autonomous and semi-autonomous machines will be found throughout Earth’s environments, from homes and gardens to parks and farms and so-called working landscapes – everywhere, really, that humans are found, and perhaps even places we’re not. And while much attention is given to how those machines will interact with people, far less is paid to their impacts on animals.” (Anthropocene, Oct 10, 2018) “Machines can disturb, frighten, injure, and kill animals,” says Oliver Bendel, an information systems professor at the University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland, according to the magazine. “Animal-friendly machines are needed.” (Anthropocene, Oct 10, 2018) In the article “Will smart machines be kind to animals?” the magazine Anthropocene deals with animal-friendly machines and introduces the work of the scientist. It is based on his paper “Towards animal-friendly machines” (Paladyn) and an interview conducted by journalist Brandon Keim with Oliver Bendel. More via http://www.anthropocenemagazine.org/2018/10/animal-friendly-ai/.

Fig.: Geese in London

Bodyhacking als Trend

Ein aktueller Beitrag von Bloomberg widmet sich dem Biohacking und auch speziell dem Bodyhacking. Nach der Meinung von Oliver Bendel hat jeder hat das Recht, sich Chips zu implantieren oder Prothesen anzubringen und sich anderweitig zu optimieren. Manchmal dient dies auch gesundheitlichen Zwecken. Der Umbau des Körpers ist alt, wenn man an Piercings, Tattoos etc. und Schönheitsoperationen denkt. Wenn gesellschaftlicher, wirtschaftlicher oder politischer Druck besteht, wird es jedoch problematisch. Die Gesellschaft könnte die Entwicklung cool finden und sie dadurch fördern. Die Wirtschaft könnte sie wichtig für die Leistungssteigerung finden – und weil sie die Technologien verkaufen will. Die Politik könnte uns einreden, dass jeder Mensch eindeutig identifizierbar sein muss, um die Terrorgefahr abzuwenden – und nichts sicherer sei als ein Chip im Körper. Im Beitrag von Bloomberg vom 19. Oktober 2018 geht Oliver Bendel davon aus, dass man gerade erst am Anfang eines Trends steht. Interessant werden es viele Menschen finden, ihre Empfindungsmöglichkeiten zu erweitern. Der Beitrag kann über www.bloomberg.com/news/articles/2018-10-19/biohackers-are-implanting-everything-from-magnets-to-sex-toys abgerufen werden.

Abb.: Bodyhacking als Science-Fiction-Thema

KI im Google-Magazin

“Künstliche Intelligenz” ist der Titel der aktuellen Aufbruch-Ausgabe, die im Herbst 2018 erschienen ist. Das Google-Magazin ist seit wenigen Jahren auf dem Markt und wird von einer Agentur der Süddeutschen Zeitung produziert. Es liegt mehreren Zeitungen und Zeitschriften bei, etwa dem Spiegel (Ausgabe vom 14. Oktober 2018) und dem Focus (Ausgabe vom 13. Oktober 2018). In der Rubrik “Sorgen und Fragen” kommen Fernanda Viégas (Co-Leiterin der Google-Initiative “People + AI Research”), Prof. Dr. John-Dylan Haynes (Hirnforscher am Bernstein Center für Computational Neuroscience), Prof. Dr. Oliver Bendel (Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW) und Prof. Dr. Kathrin Möslein (Wirtschaftsinformatikerin an der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg) zu Wort. Das Interview mit Oliver Bendel kann mit freundlicher Genehmigung der Münchner Agentur hier heruntergeladen werden.

Abb.: Bei Google im Silicon Valley

Von Selfies bis zu Sprachassistenten

Im Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) in Rüschlikon fand am 2. Oktober 2018 der smama Mobile Day statt. Man traf sich auf dem ehemaligen Grundstück des Migros-Gründers, von wo aus man über den Zürichsee blickt, und führte an Stehtischen im Freien erste Gespräche. Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) zum Thema “In der Hand des Handys: Betrachtungen aus ethischer Sicht”. Er schilderte Chancen und Risiken, die bei Phänomenen wie Handyromanen, QR-Codes, Selfies, Sprachassistenten und Sprachsynthese auftreten. Dr. Jana Hofmann von der Universität Erfurt sprach am Nachmittag zum Thema “Medienstress durch Smartphones”. Walter Heutschi (Hotelier, Ex-CEO Swisscom Mobile) bekannte sich zu seinen “richtigen und falschen Prognosen”. Weitere Informationen und Fotos über www.smama.ch/event/smama-mobile-day-2-18/.

Abb.: Oliver Bendel am Stehtisch (Foto: SMAMA)

Patientenverfügung für Pflegeroboter

Am 10. Oktober 2018 widmete sich der Bonner General-Anzeiger Robotern in der Pflege und in der Therapie. Abgedruckt ist ein Interview mit Oliver Bendel, Roboterphilosoph, Informations- und Maschinenethiker. Er hält grundsätzlich viel von Robotern in der Pflege und nimmt auch die Perspektive des Pflegers ein: Dieser soll weder ersetzt noch verdrängt werden, sondern ergänzt, er soll Hilfe und Unterstützung erhalten. Ein interessanter Prototyp war nach seiner Meinung Robear, der zusammen mit der Pflegekraft einen Patienten hochheben und umbetten konnte. Aus ethischer Sicht sei wichtig, dass wir keinen Betrug an den zu Pflegenden begehen: Er persönlich möchte später als dementer Patient nicht mit Pepper alleingelassen oder von Paro betreut werden. Er will aus seiner heutigen Freiheit und Vernunft heraus per Patientenverfügung diese Entscheidung treffen, auch wenn sie dann letztlich vielleicht falsch ist. Einen Roboter, der die Pflegekraft und ihn selbst unterstützt, kann er sich aber gut vorstellen.

Abb.: Ein Roboter in der Pflege