Roboter unter uns

Omer Kabir von der israelischen Tageszeitung Calcalist hat im Februar 2017 ein Interview mit Oliver Bendel geführt, das am 16. August 2017 erschienen ist. Es geht um Künstliche Intelligenz, Robotik und Maschinenethik. Zu einer Frage führte Oliver Bendel aus: “I would like to distinguish between simple and complex moral machines. While simple moral machines are useful and valuable in many contexts, e.g., in order to protect animals in the household, in the parkway or in the wilderness, complex moral machines can be dangerous, on the battle field as well as in road traffic. I am against autonomous weapons and autonomous cars which decide between life and death of human beings. I prefer simple machines which follow simple rules in our absence, simple machines that are our representatives, not least in a moral sense.” Auf eine andere gab er die Antwort: “Industrial and service robots as well as agents and chatbots will support and replace us, doing some things better than their human competitors. They may be more precise, faster and cheaper. The machines can used for automatic operation round the clock. We may experience initial discomfort and pressure. After some discussions and perhaps revolutions, we could head for adequate economic, political and legal conditions. Perhaps there will be an unconditional basic income for all citizens, and I must admit that I sympathise with this idea. Other experts also propose a machinery tax or a quota of robots, but I am rather sceptical about such restrictions. I like the discussions about them more than themselves.” Der Artikel mit dem Titel “Affäre mit einem Roboter” kann hier als PDF heruntergeladen oder über www.calcalist.co.il/internet/articles/0,7340,L-3719292,00.html aufgerufen werden.

Abb.: Pepper in Aktion

Interaktive Werbeflächen aus ethischer Sicht

Bei interaktivem Digital Signage stellen sich Plakate, Schilder, Tafeln, Terminals und Säulen in Läden oder an Straßen und auf Plätzen auf ihren digitalen Bildschirmen automatisch auf Anwesende ein und interagieren und kommunizieren mit diesen in visueller oder auditiver Weise. Es wird also nicht einfach etwas dargestellt, sondern das, was dargestellt wird, hängt vom Betrachter oder vom Umfeld ab. Der hauptsächliche Zweck ist neben der Informierung (auch im Sinne von Beratung) die Werbung, die hauptsächliche Umsetzungsart die interaktive Werbefläche. Der Beitrag “Neue Spione in den Straßen, auf den Plätzen und in den Läden: Interaktive Werbeflächen aus ethischer Sicht” von Oliver Bendel, erschienen bei Telepolis am 15. August 2017, untersucht das Phänomen digitaler Werbeflächen aus ethischer Sicht. Erstens wird der Begriff des Digital Signage erklärt, unter den der Begriff der interaktiven Werbeflächen subsumiert wird. Typisch für diese sind – abgesehen von den digitalen Bildschirmen – Kameras, Mikrofone, Lautsprecher, Muster-, Bild- und Gesichtserkennung. Zweitens werden Überlegungen aus Sicht von Informations-, Technik- und Wirtschaftsethik und darüber hinaus, etwa im Sinne des Verbraucherschutzes, angestellt. Auch die Maschinenethik wird berücksichtigt. Der Beitrag kann über www.heise.de/tp/features/Neue-Spione-in-den-Strassen-auf-den-Plaetzen-und-in-den-Laeden-3797118.html abgerufen werden.

Abb.: Digital Signage in New York

Über den Denialismus

Das KLEINE LEXIKON DER INFORMATIONSETHIK existiert seit 2012 und wird immer noch ausgebaut. Seit 13. August 2017 ist auf informationsethik.net ein weiterer Eintrag zu finden: “Denialism oder Denialismus (in der eingedeutschten Form) ist der Versuch, Fakten abzustreiten und sich ‘alternative Fakten’ auszudenken. Beispielsweise behauptet man, die Erde sei flach, der Klimawandel nicht vorhanden, selbst das höherentwickelte Tier nicht leidensfähig, und die Evolution habe nicht stattgefunden. Über das Internet schließen sich die Denialisten (Leugner im radikalen Sinne) zusammen und bestärken sich in ihren haltlosen Überzeugungen. Zudem zitieren und produzieren sie Fake News. Sie sind weder Skeptiker noch philosophische Zweifler, denn diese stellen etwas in Frage, das gesichert erscheint, um zu etwas zu gelangen, das als wirklich gesichert angesehen werden kann. Die Informationsethik untersucht die Nutzung des WWW und von Instant Messengers zur Verbreitung denialistischer Ansätze, mitsamt den moralischen Implikationen.” Wer die Begriffe des Lexikons in größerer Breite und Tiefe haben will, sei auf das umfangreiche Nachschlagewerk “300 Keywords Informationsethik” (Springer Gabler, 2016) von Oliver Bendel verwiesen. Dieses bietet Fachwissen nicht nur zur Informationsethik, sondern auch zur Maschinenethik. Zu letzterer Disziplin sei wiederum auch das KLEINE LEXIKON DER MASCHINENETHIK auf maschinenethik.net empfohlen.

Abb.: Die Erde flach, Hunde nicht leidensfähig

Electric Smell Machine

Adrian David Cheok is director of the Mixed Reality Lab which “aims to push the boundaries of research into interactive new media technologies through the combination of technology, art, and creativity” (Website Mixed Reality Lab). He is editor of several academic journals and of the book “Love and Sex with Robots” (together with Kate Devlin and David Levy) which was published in 2017. In a current press release, he presents an electric smell machine for internet and virtual smell. “Here we are excited to introduce the world’s first computer controlled digital device developed to stimulate olfactory receptor neurons with the aim of producing smell sensations purely using electrical pulses. Using this device, now we can easily stimulate the various areas of nasal cavity with different kinds of electric pulses. During the initial user experiments, some participants experienced smell sensations including floral, fruity, chemical, and woody. In addition, we have observed a difference in the ability of smelling odorants before and after the electrical stimulation. These results suggest that this technology could be enhanced to artificially create and modify smell sensations. By conducting more experiments with human subjects, we are expecting to uncover the patterns of electrical stimulations, that can effectively generate, modify, and recall smell sensations. This invention can lead to internet and virtual reality digital smell.” (Press Release, 10 August 2017) More via imagineeringinstitute.org/press-release-electric-smell-machine-for-internet-virtual-smell/.

Fig.: Towards the digital smell

Schweigen ist Gold

Im März 2009 bewarb sich der Schriftsteller und Wissenschaftler Oliver Bendel beim Blick am Abend als Kolumnenschreiber. Er bekam den Auftrag (der nicht vergütet wurde) und legte los. Über jeden Beitrag dieser Rubrik wurde von Leserinnen und Lesern abgestimmt, und der Autor wurde weiter- oder abgewählt. Die Idee von Oliver Bendel war, Kritik, Kunst und Kultur sowie Wissenschaft in den BAA zu bringen. Dies auf knappem Platz und für einen riesigen Adressatenkreis. Zu seinem Erstaunen wurde er über mehrere Tage weitergewählt. Die Themen wurden immer gewagter, Theorien und Kanons entwickelt. Auch ein Web-2.0-Knigge tauchte auf, mit seinen zehn Vorschlägen zum Verhalten in den sozialen Medien, später als “Netiquette 2.0″ in der Netzwoche veröffentlicht. Regel Nummer 3 lautete: “Du sollst nachdenken, bevor du einen Beitrag verfasst, und keine Fehlinformationen verbreiten.” Und 10: “Du sollst Handy und Computer so oft wie möglich ausschalten und dem Gesang der Vögel lauschen.” Ein Text über Inge Scholl war bereits geschrieben, als nach zehn Ausgaben das Aus kam. Die Kolumnen können jetzt, achteinhalb Jahre später, hier heruntergeladen werden.

Abb.: Im Web 2.0 ist Schweigen manchmal Gold

Das Wörterbuch bekommt Zuwachs

Der gedruckte Duden bekommt Zuwachs. Wörter wie “Tablet”, “Social Bot”, “Datenbrille” und “Fake News” finden sich ab dem 9. August 2017 darin. “Datenbrille” war bereits 2014 im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler. 2015 wurde das “Tablet” aufgenommen. Die “Social Bots” kamen Anfang 2017 hinzu, ebenso die “Fake News“. Allerdings ist das Wörterbuch in der Printversion und im Grundsatz aus verschiedenen Gründen schwerfällig. So kann man nicht innerhalb von Wochen oder Monaten auf eine Neuschöpfung bzw. ein Sozialphänomen reagieren, sondern erst nach längerer Zeit: “Alle drei bis fünf Jahre wird das Nachschlagewerk aktualisiert.” (Süddeutsche Zeitung, 7. August 2017) Auch stellen sich an ein Wörterbuch andere Anforderungen als an ein Lexikon. Online geht es freilich schneller, auch bei Duden, und dort finden sich die genannten Wörter bereits – seit wann, lässt sich nicht eruieren. Im Bereich der Ethik schläft der Duden übrigens noch. Während “Medizinethik” und “Wirtschaftsethik” gekannt werden, ist bei “Technikethik” oder “Informationsethik” leider Fehlanzeige, trotz der seit Jahren immensen Bedeutung.

Abb.: “Tablet” im Online-Duden

Vier Glossen aus der zfo

Vier Glossen von Oliver Bendel aus der zfo (2013 bis 2015) können nun, nach der freundlichen Genehmigung des Verlags Schäffer-Poeschel, von dieser Website heruntergeladen werden, nämlich “Sinnhafte Entcomputerisierung“, “Druck dir die Welt, wie sie dir gefällt!“, “Neun Thesen zur Ethik” und “In einem gesunden Körper …“. Zur Zeitschrift gibt die Website folgende Auskunft: “Organisations- und Führungsfragen begegnen uns im beruflichen Alltag überall und in den unterschiedlichsten Facetten und Ausprägungen. Als führende deutschsprachige Zeitschrift auf ihrem Gebiet bietet die zfo – Zeitschrift Führung + Organisation zu diesen Themenbereichen fundierte und aktuelle Fachinformationen sowie professionelle Lösungsansätze renommierter Autoren aus Wissenschaft und Praxis. Die zfo ist offizielles Organ der Gesellschaft für Organisation e.V. (gfo), der Schweizerischen Gesellschaft für Organisation und Management (SGO) sowie der Österreichischen Vereinigung für Organisation und Management (ÖVO).” (Website zfo) Weitere Informationen über www.zfo.de.

Abb.: In einem gesunden Körper

Sicher in Dubai

An mehreren Orten auf der Welt kennt man inzwischen Sicherheits- und Überwachungsroboter. Der K5 wird (wie der K3) seit Jahren im Silicon Valley hergestellt und dort auch eingesetzt. Zuletzt machte er Schlagzeilen, weil er in einen Brunnen fiel. Bei der Expo 2020 in Dubai soll laut der Süddeutschen Zeitung vom 6. August 2017 der humanoide REEM aus dem Hause PAL Robotics nach dem Rechten sehen. “Zur Begrüßung reicht er die dreifingrige Hand oder salutiert. Die Maschine, etwa 1,70 Meter hoch und 100 Kilogramm schwer, trägt die gleiche tannengrüne Uniformfarbe und Mütze wie die menschlichen Beamten.” (Süddeutsche Zeitung, 6. August 2017) Die Kameras können zusammen mit der Software “Gesichter und Gesichtsausdrücke sowie Körpersprache und Gesten erkennen”. Der Roboter bewegt sich autonom, kann aber auch ferngesteuert und bedient werden. Wie Pepper hat er auf Brusthöhe einen Touchscreen. Über diesen können “Bürger und Besucher elektronisch Anzeigen aufgeben oder Informationen abrufen”. “Per Videolink oder Sprechverbindung nehmen die Offiziere im Kontrollraum direkt Kontakt mit ihnen auf und bekommen Live-Bilder geliefert.” (Süddeutsche Zeitung, 6. August 2017) Damit wird der Roboter wie ein Beam eingesetzt, der ebenfalls im Silicon Valley beliebt ist. Ob REEM das subjektive Sicherheitsgefühl verstärkt, darf bezweifelt werden. Eine objektive Gefährdungslage gibt es zweifelsohne, hervorgerufen durch den Roboter selbst.

Abb.: So ist man in Dubai sicher vor REEM

Pro und Contra zur Robotersteuer

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat auf ihrem Portal “Die Netzdebatte” zwei neue Beiträge veröffentlicht, unter der Überschrift “Pro und Contra zur Robotersteuer“. Es handelt sich um keine Pole, sondern um Varianten. Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber sieht eher Vorteile in der Robotersteuer, die er sich unter gewissen Umständen und in einer bestimmten Ausgestaltung vorstellen kann. Prof. Dr. Oliver Bendel ist dafür, die Robotersteuer zu diskutieren, sieht aber insgesamt eher Nachteile, und benennt Herausforderungen, denen sich eine Umsetzung im Moment stellen müsste. Vor allem sei unklar, was genau man besteuern soll. Besonders deutlich zeige sich dies bei Kooperations- und Kollaborationsrobotern, die eng mit Menschen zusammenarbeiten. Wann fängt die Arbeit des Menschen und der Maschine an, wann hört sie auf? Auch muss man klären, ob man nur Hardwareroboter oder auch Softwareroboter besteuern soll. Wie verhält es sich mit einer Armee von Social Bots? Mit Crawlern von Suchmaschinen? Die Beiträge können direkt über www.bpb.de/dialog/netzdebatte/248706/meinung-auch-roboter-sollten-steuern-zahlen und www.bpb.de/dialog/netzdebatte/245350/meinung-roboter-haben-keine-verantwortung aufgerufen werden.

Abb.: Soll dieser Roboter besteuert werden?

Das SmartShuttle auf dem Waisenhausplatz

Die PostAuto AG kündigt für den Nationalfeiertag 2017 in der Schweiz ein Ereignis an, das Freundinnen und Freunde des teil-, hoch- und vollautomatisierten Fahrens freuen dürfte. “Am 1. August ist erstmals ein SmartShuttle von PostAuto auf einem öffentlichen Platz in Bern zu Gast. Die Besucher der Bundesfeier können auf dem Waisenhausplatz testen, wie sich autonomes Fahren anfühlt.” (Informationsschreiben PostAuto) Und weiter: “Ein SmartShuttle von PostAuto wird … von 9 bis 22 Uhr auf dem Waisenhausplatz seine Runden drehen. Die Besucherin und der Besucher können einsteigen und miterleben, wie das selbstfahrende Postauto den kleinen Parcours absolviert. Die Software steuert den elfplätzigen Bus selber. Die Techniker sind die Strecke auf dem Waisenhausplatz mit dem Shuttle manuell abgefahren, und die Sensoren haben daraus eine virtuelle Karte erstellt. So ist der Shuttle in der Lage, seine eigene Position zu bestimmen und dem vorgesehenen Weg selbstständig zu folgen.” (Informationsschreiben PostAuto) Der technische Leiter Ramon Mueller gewährte Prof. Dr. Oliver Bendel von der FHNW und einer kleinen Gruppe von Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und der Berner Fachhochschule bereits am 3. März 2017 in Bern einen tiefen Einblick in den Betrieb.

Abb.: Das SmartShuttle in einer Halle in Bern

Privacy by Design

Petra Grimm und Tobias Keber von der Hochschule der Medien haben internationale Experten zu einem Experten-Round-Table zum Thema “Privacy by Design im automatisierten Autofahren” an die Hochschule der Medien in Stuttgart eingeladen. Nach Angaben von Susanne Kuhnert entstand die Idee zu dem interdisziplinären Austausch zum Themenbereich “Datenschutz und Datensicherheit im automatisierten und autonomen Autofahren” im Rahmen der Mitarbeit im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt KoFFI. “KoFFI” stehe, so das Einladungsschreiben, “für eine kooperative Fahrer-Fahrzeug-Interaktion und erforscht und erarbeitet ein multimodales Interaktionstool, welches im automatisierten Fahrzeug der Zukunft zum Einsatz kommen soll”. Weitere Informationen dazu über www.digitale-ethik.de/forschung/forschungsprojekte/koffi/. Am 27. Juli 2017 diskutierten Expertinnen und Experten wie Rafael Capurro und Oliver Bendel zum Thema. Im Anschluss entstanden Videos mit zentralen Statements, produziert von Studierenden der Hochschule. Diese werden in einigen Tagen online gestellt.

Abb.: Wieviel Privatsphäre bietet das Auto der Zukunft?

Wir können in der Hängematte liegen

Der Beitrag zur Künstlichen Intelligenz in der Zeitschrift National Geographic (7/2017) ist nun als PDF verfügbar und kann hier heruntergeladen werden. Auf 14 Seiten widmet man sich der Arbeit von Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker stand dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort, die von Hamburg in die Schweiz gereist waren. Zudem gibt es eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundet den Beitrag ab. Die Fotos stammen von Elias Hassos, der u.a. Hans Magnus Enzensberger und Martin Walser porträtiert und auf dem FHNW-Campus Brugg-Windisch fotografiert hat. “Wir können in der Hängematte liegen” – so lautet die Überschrift des Beitrags. Oliver Bendel ist der Meinung, dass uns Roboter unterstützen und entlasten können. Dass Menschen die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, das ihnen womöglich nicht einmal sympathisch ist, hält er für eine Ideologie, die man hinterfragen kann. Vielleicht reichen vier Stunden am Tag für den Lebensunterhalt, wenn ein Grundeinkommen dazukommt. Denn die Gewinne werden weiter erzielt, mit Hilfe von Robotik und KI auch ohne die Arbeiter und Angestellten. Sie müssen nur gerecht verteilt werden. Weitere Informationen über www.nationalgeographic.de.

Abb.: Oliver Bendel auf dem Campus (Foto: NG/Elias Hassos)

The Synthetization of Human Voices

The synthetization of voices, or speech synthesis, has been an object of interest for centuries. It is mostly realized with a text-to-speech system (TTS), an automaton that interprets and reads aloud. This system refers to text available for instance on a website or in a book, or entered via popup menu on the website. Today, just a few minutes of samples are enough in order to be able to imitate a speaker convincingly in all kinds of statements. The article “The Synthetization of Human Voices” by Oliver Bendel (published on 26 July 2017) abstracts from actual products and actual technological realization. Rather, after a short historical outline of the synthetization of voices, exemplary applications of this kind of technology are gathered for promoting the development, and potential applications are discussed critically in order to be able to limit them if necessary. The ethical and legal challenges should not be underestimated, in particular with regard to informational and personal autonomy and the trustworthiness of media. The article can be viewed via rdcu.be/uvxm.

Fig.: What will we hear in the future?

Die Vermessung der Lernenden

“Zuschauen geht nicht! Das Thema Digitalisierung beschäftigt gesellschaftlich und persönlich. Der Weiterbildungskongress Adult and Professional Education (WBK A&PE) 2017 bietet zum Aufbau der nötigen Kompetenzen eine vertiefte sowie alltagsnahe Auseinandersetzung damit. Entwickelt mit Personen aus dem Berufsfeld ist das Programm praxisrelevant gestaltet und regt zur Umsetzung an.” Mit diesen Worten wirbt die PH Luzern für den 10. Weiterbildungskongress A&PE, der vom 17. bis 19. August 2017 in Luzern stattfindet. Ein Vortrag von Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) trägt den Titel “Die Vermessung der Lernenden”. In der Beschreibung heißt es: “Lernplattformen sind Standard an vielen (Hoch-)Schulen, Massive Open Online Courses (MOOCs) werden auch von Studierenden genutzt. Aus Sicht von Datenschutz und Informationsethik stellen sich viele Fragen. Wie sicher sind die persönlichen Daten? Wo landen sie und wer nutzt sie? Was kann man über das Verhalten, die Lern- und Denkfähigkeit der Benutzer herausfinden?” Es wird vor allem die Perspektive der Informationsethik eingenommen. Weitere Informationen über www.phlu.ch/weiterbildung/wbk/.

Abb.: Wer wird von wem warum und wie vermessen?

Ethik der Algorithmen

Die Bertelsmann Stiftung sucht einen Projektmanager für das Projekt “Ethik der Algorithmen”. Dieses Projekt soll “dazu beitragen, algorithmische Prozesse in den Dienst der Gesellschaft zu stellen und positiv zu gestalten” (Ausschreibung Bertelsmann Stiftung). „Dazu gilt es zum einen, Bürger, Politik und Stakeholder aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft für Chancen, Risiken und vor allem die Relevanz algorithmischer Prozesse zu sensibilisieren, ferner einen sektorübergreifenden Diskurs zu ermöglichen und auch mit Hilfe internationaler Expertise zu strukturieren sowie insbesondere konkrete Lösungsansätze für eine teilhabeförderliche Gestaltung von Prozessen algorithmischer Entscheidungsfindung zu entwickeln.“ (Ausschreibung Bertelsmann Stiftung) Zu den Anforderungen gehört eine fundierte Expertise in Bereichen wie “algorithmische Entscheidungsfindung”, “angewandte Ethik” und “unternehmerisch-gesellschaftliche Gestaltung der digitalen Sphäre” (Ausschreibung Bertelsmann Stiftung). Weitere Informationen über https://goodjobs.eu/jobs/2596.

Abb.: Sitz der Bertelsmann Stiftung (Foto: Bertelsmann Stiftung)

Maschinen sind und bleiben Maschinen

“Sex mit Maschinen” – so der Titel eines Beitrags auf SWR2 vom 19. Juli 2017 zu Sexrobotern und Robotersex. “Revolutionieren Roboter das Liebesleben?” – dies fragt der Untertitel. Im Beitrag geben u.a. Petra Grimm von der Hochschule der Medien in Stuttgart und Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW die Antworten. Petra Grimm erwähnt Galatea als frühe Liebesmaschine: “Wenn Sie an den Pygmalion-Mythos denken, weil er Verdruss über die Frauen hatte, die es dort gab, sich selbst so eine Elfenbeinfigur schuf, und die wurde dann lebendig und gebar ihm einen Sohn. Aus allen verschiedenen Kulturen haben wir dieses Phänomen, aus Materie sich einen Partner, meistens eine Partnerin zu schaffen.” Und auch Oliver Bendel verweist auf eine lange Tradition: “… dass Menschen Emotionen zu Maschinen entwickeln, das ist klar, das passiert auch schon lange, wir haben auch ein enges emotionales Verhältnis zu unserem Auto”. Wir können unser Auto lieben, wir können auch Sexroboter lieben, auf noch eindrücklichere Weise, aber wir bekommen, was die Gefühle anbetrifft, nichts von ihnen zurück. Maschinen sind und bleiben Maschinen.

Abb.: Maschinen sind und bleiben Maschinen

Sicherheitsroboter ertränkt sich

Ein Sicherheits- und Überwachungsroboter in Kalifornien hat sich offenbar ertränkt. Bilal Farooqui aus San Francisco twitterte am 17. Juli 2017: “Our D.C. office building got a security robot. It drowned itself.” Und schloss mit den Worten: “We were promised flying cars, instead we got suicidal robots.” Das mitgelieferte Foto zeigt den Roboter, wie er im Wasser eines Brunnens liegt. Offenbar hat er sich nicht so zielsicher fortbewegt wie Anita Ekberg in “La dolce vita”. Eine Treppe wurde ihm zum Verhängnis, und der Umstand, dass er Strom braucht, um sich fortzubewegen und seine Umgebung zu untersuchen (allerdings ist nicht klar, ob es einen Kurzschluss gab). Bei dem Roboter handelt es sich offenbar um den K5 von Knightscope. Er ist seit Jahren in San Francisco und im Silicon Valley unterwegs, etwa im Stanford Shopping Center. Vor einiger Zeit kam es zu einem Unfall, bei dem ein Junge leicht verletzt wurde. In Kalifornien genießen Roboter große Freiheit. Nicht immer gehen sie verantwortungsvoll damit um.

Abb.: Der K5 im Detail

Smart Cams im öffentlichen Raum

Ende Juni 2017 ist das Buch “Chancen und Risiken von Smart Cams im öffentlichen Raum” erschienen. Es versammelt Beiträge des gleichnamigen Workshops, der von der Universität Oldenburg und vom Datenschutz-Beirat der Deutschen Bahn am 23. und 24. Juni 2016 im Bahntower am Potsdamer Platz in Berlin ausgerichtet wurde. Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren u.a. Prof. Dr. Susanne Boll-Westermann (OFFIS Institut für Informatik), Dennis Rohde (MdB, SPD), Dr. Konstantin von Notz (MdB, Grüne), Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler (Universität Oldenburg) und Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW). Es waren positive und negative Einschätzungen gleichermaßen vertreten. Oliver Bendel fasste in seinem Vortrag zusammen: “Überwachungskameras und Smart Cams wie Action Cams können Nutzen stiften bzw. Spaß machen. Sie können auch Schaden anrichten, vor allem mit Blick auf die informationelle Autonomie und die Privatsphäre. Die enorme Verbreitung, die ständige Verkleinerung bei gleichbleibender Qualität der Bilder, die Verbindung mit Künstlicher Intelligenz und andere Entwicklungen stellen uns vor große Herausforderungen.” Herausgeber des Buchs ist Prof. Dr. Jürgen Taeger (Universität Oldenburg), der den Workshop auch moderiert hat.

Abb.: Wer wird wo wobei beobachtet?

Studie zu Sexrobotern und Robotersex

“Our sexual future with robots” ist der Titel einer neuen Studie zu Sexrobotern und Robotersex, erschienen im Sommer 2017. Zuletzt war im Frühjahr 2017 der Proceedingsband “Love and sex with robots” bei Springer erschienen, nach einer vielbeachteten Konferenz in London (LSR 2016) – nun widmen sich Noel Sharkey, Aimee van Wynsberghe, Scott Robbins und Eleanor Hancock dem Thema. Sie zitieren wissenschaftliche Artikel und Bücher und immer wieder auch die Medien, die in diesem Kontext eine sprudelnde, aber nicht immer verlässliche Quelle sind. Sieben Fragen stellen sich die Autorinnen und Autoren: “Q1. Would people have sex with a robot? Q2. What kind of relationship could we have with a sex robot? Q3. Will robot sex workers and bordellos be acceptable? Q4. Will sex robots change societal perceptions of gender? Q5. Could intimacy with robots lead to greater social isolation? Q6. Could robots help with sexual healing and therapy? Q7. Would sex robots help to reduce sex crimes?” (Studie 2017) Sie kommen zu differenzierten Antworten, sehen einige Chancen und etliche Risiken. Ein Aspekt geht in den meisten Beiträgen zum Thema unter: Das Denken und Bauen von Sexmaschinen, Sexrobotern und Liebespuppen ist ein Anwenden von Kunstformen und ein Besetzen von Spielwiesen. Nicht umsonst fand die erwähnte LSR-Konferenz am Goldsmiths in London statt, wo sie auch Ende 2017 ihren Platz finden wird.

Abb.: Sexroboter entstehen aus Phantasiegestalten und sind Kunstprodukte

The Future of Mobility

In einer Pressemitteilung informiert die TA-SWISS wie folgt: “EPTA ist das Netzwerk der parlamentarischen Technikfolgenabschätzungsinstitutionen in Europa; es umfasst zurzeit 20 Mitglieder. 2017 übernimmt TA-SWISS das EPTA-Präsidium, das im Turnus von allen Vollmitgliedern wahrgenommen wird. Zur Präsidentschaft gehört die Ausrichtung der jährlichen internationalen EPTA-Konferenz, die sich dieses Jahr unter dem Motto ‘Shaping the Future of Mobility’ mit verschiedenen Aspekten der zukünftigen Mobilität befasst. Sie findet am 8. November 2017 im zum Thema passenden Rahmen des Verkehrshauses Luzern statt.” Zu den Inhalten wird bekanntgegeben: “The question of how to enhance mobility while at the same time reducing pollution, congestion and accidents is a common challenge to all major cities in Europe. A profound transformation in the transport system will be required in the coming decades. New developments like autonomous and connected driving, sharing economy, mobility pricing or mobility as a service are expected to shape the future of our mobility and revolutionize our transport systems.” Weitere Informationen über www.ta-swiss.ch/projekte/internationale-projekte/epta-konferenz-2017/.

Abb.: Für die Planung spielt VR eine Rolle