Kategorie: Vorträge

Mobilität der Zukunft

ver.di (Fachbereich Verkehr) lädt ein zur “ÖPNV Betriebs- und Personalrätekonferenz” vom 23. – 24. November 2017 in Berlin. Am ersten Tag referieren u.a. Dr. Norbert Huchler, ISF München (“ÖPNV 4.0: Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen und Beispiele aus der Praxis”), Stefan Roebrocks, Betriebsratsvorsitzender ASEAG Aachen (“Praxisbeispiel automatisierter Busverkehr”) und Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft FHNW (“Sollten autonome Fahrzeuge moralische Maschinen sein? Wer entscheidet in der Zukunft?”). “Im Fachbereich Verkehr arbeiten die Spezialistinnen und Spezialisten des Transportsektors. Sie kümmern sich um alle anstehenden Fragen. Egal, ob es um die Interessen der Beschäftigten des öffentlichen Straßenpersonenverkehrs, der Binnenschifffahrt, der Seeschifffahrt, bei Taxiunternehmen, in privaten Busbetrieben, bei Eisenbahnunternehmen (außer DB AG), der Flughafen- und Verkehrsfluggesellschaften sowie der See- und Binnenhäfen geht.” (Website ver.di) Weitere Informationen über https://verkehr.verdi.de/.

Abb.: ÖPNV in Berlin

Das Gute und das Böse

Über moralische und unmoralische Maschinen diskutierte Christoph Kucklick, Chefredakteur von GEO, mit Oliver Bendel, Maschinenethiker und Informationsethiker am 14. November 2017 im KörberForum in Hamburg. “Selbstfahrende Autos, Pflegeroboter, smarte Helfer: In unserem Alltag treffen wir auf immer klügere Maschinen. Über ein Bewusstsein oder eigenen Willen verfügen sie zwar nicht, dennoch nehmen sie uns immer mehr Entscheidungen ab. Das wirft auch moralische Fragen auf. Soll das Auto in einem Unfall eher die Insassen schonen oder die Fußgänger am Straßenrand? Darf ein Roboter lebenserhaltende Maschinen abschalten, wenn der Patient das wünscht?” So die Ankündigung der Körber-Stiftung auf www.koerber-stiftung.de. Der Saal war voll besetzt, das Gespräch intensiv. Es dauerte zwei Stunden, und danach war Raum für zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Oliver Bendel stellte klar, dass er als Ethiker kein Interesse am Moralisieren hat (nur am “Moralisieren” von Maschinen), sondern an dem, was das Gute und das Böse ausmacht. Er entwickelt im Labor sowohl moralische als auch unmoralische Maschinen, sozusagen Artefakte der Maschinenethik, die er dann erforscht.

Abb.: Bendel und Kucklick im KörberForum (Bild: Körber-Stiftung/Claudia Höhne)

Robotics Conference at the European Parliament

The Digital Europe Working Group Conference Robotics will take place on 8 November 2017 at the European Parliament in Brussels. The keynote address will be given by Mariya Gabriel, European Commissioner for Digital Society and Economy. The speakers of the first panel are Oliver Bendel (Professor of Information Systems, Information Ethics and Machine Ethics at the School of Business FHNW, via video conference), Anna Byhovskaya (policy and communications advisor, Trade Union Advisory Council of the OECD) and Malcolm James (Senior Lecturer in Accounting & Taxation, Cardiff Metropolitan University). The third panel will be moderated by Mady Delvaux (Member of the European Parliament). Speaker is Giovanni Sartor (Professor of Legal Informatics and Legal Theory at the European University Institute). The poster can be downloaded here. Further information is available at www.socialistsanddemocrats.eu/events/sd-group-digital-europe-working-group-robotics.

Fig.: A detail of the poster

Robotik im Gesundheitswesen

Mit “Pflege der Zukunft” ist eine Abendveranstaltung am 8. November 2017 überschrieben, die von der Organisation der Arbeitswelt (OdA) Gesundheit Bern durchgeführt wird. Referent ist Prof. Dr. Oliver Bendel, der sich intensiv mit Operations-, Therapie- und Pflegerobotern befasst, wobei er sowohl die Perspektive der Informationsethik als auch der Maschinenethik einnimmt. Aus der Beschreibung der Veranstaltung: “Pflegeroboter im engeren Sinne sind im Moment noch mehrheitlich Prototypen. Cody aus dem Georgia Institute of Technology kann bettlägerige Personen wenden und waschen. Robear, der aussieht wie ein freundlicher Bär, arbeitet im Tandem mit der Pflegerin oder dem Pfleger und assistiert beim Tragen, Umbetten und Aufrichten von Patienten. TWENDY-ONE, ein humanoider Roboter mit zwei Händen mit jeweils vier Fingern von der WASEDA University unterstützt beim Sichaufrichten und bei Haushaltsarbeiten.” Oliver Bendel erklärt in seinem Vortrag “Robotik im Gesundheitswesen – Assistierende Technologien im Pflegebereich”, was Pflegeroboter sind, stellt Prototypen vor und geht auf Chancen und Risiken ein. Über einen Flyer sind weitere Informationen erhältlich.

Abb.: Pflege auf Knopfdruck?

Schweizer Kongress zu Gesundheitsfragen

Der 14. Schweizerische Kongress für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften findet am 3. November 2017 am Universitätsspital Bern statt. Im Vortrag von Prof. Dr. Oliver Bendel geht es um Pflegeroboter wie Robear und Care-O-bot, zudem um Therapie- und Operationsroboter, insgesamt also um Roboter im Gesundheitsbereich. Nicht zuletzt spielen KI-Systeme (etwa IBM Watson) eine Rolle. Es werden die Ziele, Aufgaben und Merkmale geklärt und teils gleichartige, teils unterschiedliche Fragen aus ethischer Sicht gestellt und ansatzweise beantwortet. Am Ende soll deutlich werden, welche Robotertypen und Prototypen bzw. Produkte es im Gesundheitsbereich gibt, welche Zwecke sie erfüllen und welche Funktionen sie übernehmen, wie sich das Gesundheitswesen durch ihre Nutzung verändert und welche Implikationen und Konsequenzen diese hat, für den Einzelnen und für die Gesellschaft. Nicht zuletzt interessiert, welche Möglichkeiten für den Betroffenen bestehen, sich für die eine oder andere Option zu entscheiden, und es wird auf eine ergänzende Patientenverfügung eingegangen, die den Einsatz von Operations-, Therapie- und Pflegerobotern regelt. Der Flyer zur Veranstaltung kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: In Bern

Moralische Maschinen bei der Körber-Stiftung

“Selbstfahrende Autos, Pflegeroboter, smarte Helfer: In unserem Alltag treffen wir auf immer klügere Maschinen. Über ein Bewusstsein oder eigenen Willen verfügen sie zwar nicht, dennoch nehmen sie uns immer mehr Entscheidungen ab. Das wirft auch moralische Fragen auf. Soll das Auto in einem Unfall eher die Insassen schonen oder die Fußgänger am Straßenrand? Darf ein Roboter lebenserhaltende Maschinen abschalten, wenn der Patient das wünscht? Welche Chancen sich bieten und wo wir Grenzen setzen sollten, bespricht Christoph Kucklick, GEO, mit dem Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker Oliver Bendel.” So die Ankündigung der Körber-Stiftung auf www.koerber-stiftung.de. “1959 vom Unternehmer und Anstifter Kurt A. Körber ins Leben gerufen, ist die Körber-Stiftung heute mit eigenen Projekten, Kooperationen und Veranstaltungen national und international aktiv.” (Website Körber-Stiftung) Das Gespräch im Rahmen der Reihe “Digital mündig” mit dem Titel “Moralische Maschinen” findet am Dienstag, 14. November 2017 um 19.00 Uhr im KörberForum in Hamburg statt. Weitere Informationen über www.koerber-stiftung.de/veranstaltungsuebersicht/digital-muendig-moralische-maschinen-2248.html.

Abb.: In Hamburg unterwegs

Congress on Love and Sex with Robots

Am 19. und 20. Dezember 2017 findet der “Third International Congress on Love and Sex with Robots” in London statt. Die akzeptierten Papers sind auf loveandsexwithrobots.org/program/ aufgelistet. Den Anfang macht Prof. Dr. Oliver Bendel (School of Business FHNW, Schweiz) mit “SSML for Sex Robots”. Er hatte im vergangenen Jahr am Goldsmiths über Sexroboter aus Sicht der Maschinenethik vorgetragen. Dieses Mal widmet er sich synthetischen Stimmen. Prof. Dr. Sophie Wennerscheid (Ghent University, Belgien) ist mit ihrem Thema “Posthuman desire in robotics and science fiction” vertreten, Dr. Rebekah Rousi (University of Jyväskylä, Finnland) mit “Lying cheating robots – robots and infidelity”, Prof. Dr. Deborah Blizzard (Rochester Institute of Technology, UK) mit “The Next Evolution: The Constitutive Human-Doll Relationship as Companion Species”. Aus der Schweiz kommt ein weiterer Beitrag, nämlich “Dolores and Robot Sex: Fragments of Non-Anthropocentric Ethics” von Prof. Dr. Thomas Beschorner (University of St. Gallen, Schweiz) und Florian Krause (ebd.). Das Buch mit den Beiträgen der letzten Konferenz ist Ende April 2017 bei Springer erschienen. Weitere Informationen über loveandsexwithrobots.org.

Abb.: In London wird wieder über Liebesmaschinen nachgedacht

Roboter im Gesundheitsbereich

“Entscheidfindung und Umsetzung: Shared Decision Making und verwandte Konzepte im Gesundheitssystem” – so der Titel des 14. Schweizerischen Kongresses für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften, der am 3. November 2017 in Bern stattfindet. “Der Kongress richtet sich an alle Fachleute aus dem Gesundheitswesen: Ärzteschaft, Spitalverantwortliche, Apothekerinnen/Apotheker, Pharmaindustrie, Sozial- und Privatversicherer, Behörden, Verbände sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen generell.” (Flyer Kongress) Eine Besonderheit ist das Young Forum. “Die Young Forum SKGG Initiative soll Nachwuchsleuten aus dem gesamten Gesundheitswesen ermöglichen, den 14. Schweizerischen Kongress für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften (SKGG) zum Nulltarif zu besuchen.” (Flyer Kongress) Beim Kongress referieren u.a. Prof. Dr. iur. Regina E. Aebi-Müller (“Patient knows best? Instrumente der Selbstbestimmung im geltenden Recht”), Prof. Dr. oec. publ. Stefan Boes (“Swiss Learning Health System – eine Einführung”) und Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel (“Künstliche Intelligenz und Roboter im Gesundheitsbereich: Hoffnung mit Grenzen?”). Der Flyer mit allen Informationen kann hier abgerufen werden.

Abb.: Der Gesundheitsbereich verändert sich

Linda Fäh und die Maschinenethik

Am 6. und 7. September 2017 treffen in der City-Garage in St. Gallen bei zwei VIP-Abenden ganz unterschiedliche Menschen aufeinander, nämlich Salomé Kora, Stephan Altrichter, Ly-Ling Vilaysane und Oliver Bendel. Salomé Kora, 23 Jahre alt, ist eine Sprinterin und Staffelläuferin. Mit der 4-mal-100-Meter-Staffel stellte sie 2016 einen neuen Schweizer Rekord auf. Stephan Altrichter wurde 2010 Chef von Porsche Schweiz. Zuvor leitete er u.a. die Mercedes-Benz-Niederlassung in New York. Ly-Ling Vilaysane ist Modedesignerin in St. Gallen. Sie pendelt zwischen Schweiz, Österreich, Ungarn und Frankreich. Oliver Bendel ist Technikphilosoph und forscht vor allem in der Informationsethik und in der Maschinenethik. Er denkt sich moralische Maschinen nicht nur aus, sondern baut sie auch. Befragt werden die vier Personen auf dem Podium von Linda Fäh, Miss Schweiz von 2009. Sie singt und moderiert seit mehreren Jahren. Ein Thema wird die Maschinenethik sein, konkret die Frage, ob autonome Autos moralische Regeln befolgen und ob sie qualifizieren oder quantifizieren sollten.

Abb.: Amerikanische Misswahl

VDI-Konferenz zu humanoiden Robotern

Auch die 2. VDI-Konferenz “Humanoide Roboter” beschäftigt sich mit “dem Menschen nachempfundenen Robotern” (Website VDI). Zwar seien Roboter insbesondere in Bezug auf Wahrnehmung und Intelligenz “noch weit vom Menschen entfernt”, aber die Entwicklung von humanoiden Robotern werde “mit enormem Tempo vorangetrieben”. “Das Themenspektrum der Konferenz reicht dabei von Design und Gestaltung über die kognitive Planung bis hin zu Anwendungsbeispielen der Roboter.” (Website VDI) Am 6. Dezember 2017 spricht Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) über die “Speech Synthesis Markup Language (SSML) für humanoide Serviceroboter”, Prof. Dr. Elisabeth André (Universität Augsburg) zur “Personalisierung der Mensch-Roboter-Interaktion durch sozialsensitives Lernen”, Prof. Dr. Sven Behnke (Universität Bonn) über “Humanoide Roboter für den Einsatz in menschenfeindlichen Umgebungen”. Die Konferenz findet vom 5. bis 6. Dezember 2017 in Aschheim bei München statt. Weitere Informationen über https://www.vdi-wissensforum.de/weiterbildung-automation/humanoide-roboter/.

Abb.: Humanoide Roboter in den Startlöchern

Zur digitalisierten Gesundheitsversorgung

Christiane Woopen hält am 1. Juni 2017 um 18.30 Uhr einen Vortrag mit dem Titel “Zukunftsvisionen einer digitalisierten Gesundheitsversorgung”. Die Daimler und Benz Stiftung meldet hierzu: “Die massenhafte Erhebung sowie die digitale Verfügbarkeit personenbezogener Daten eröffnet der medizinischen Forschung völlig neue Horizonte. Durch die systematische Aufbereitung von Daten zu Gesundheit, individueller Disposition und Lebensstil könnte schon bald eine sogenannte Präzisionsmedizin entstehen. Medikamente und Therapien werden auf das persönliche Gewebe- und Stoffwechselprofil abgestimmt und mehr noch: Präventive Verhaltensempfehlungen für Sport, Ernährung und Medikation sollen helfen, das Entstehen von Krankheiten überhaupt zu verhindern. Jeder Bürger hätte seine Gesundheitsdaten auf dem Smartphone verfügbar und könnte sich ein effektives Paket aus Gesundheitsdienstleistungen zusammenstellen. Mit den faszinierenden Chancen einer individualisierten Gesundheitsversorgung gehen aber auch große ethische Herausforderungen einher.” (Pressemitteilung Daimler und Benz Stiftung, 18. Mai 2017) Diesen widmet sich die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats im Forschungs- und Entwicklungszentrum der Heidelberger Druckmaschinen AG.

Abb.: Digitalisierung bei Diabetes

Wenn Systeme über Leben entscheiden

Prof. Dr. Oliver Bendel referiert am 15. Mai 2017 an der Universität Zürich zum Thema “Wenn Systeme über Menschenleben entscheiden”. Systeme wie Autos müssen immer mehr Entscheidungen treffen. Diese können moralischer Art sein und den Tod von Menschen zur Folge haben. Um Unfälle mit Fußgängern und Fahrradfahrern zu vermeiden, kann das automatisierte Fahren räumlich beschränkt werden, etwa auf Autobahnen. Für die Maschinenethik bleibt dennoch genügend zu tun. So kann man Autos beibringen, für bestimmte Tiere zu bremsen. Soweit der Ankündigungstext von Oliver Bendel auf der Website der Volkshochschule, die den Vortrag organisiert hat. Die Volkshochschule Zürich (VHSZH) engagiert sich nach eigenen Angaben seit 1920 für eine anspruchsvolle, interessenbasierte Weiterbildung. “Ihre Schwerpunkte sind humanistische Allgemeinbildung auf universitärem Niveau, Fremdsprachen, Gestaltung, Kommunikationstechnik sowie Bewegung. 
Die VHS legt Wert auf die Qualität ihrer Vorlesungen und Kurse. Sie nimmt auch Mandate im Weiterbildungsbereich wahr.” (Website VHSZH) Weitere Informationen über https://www.vhszh.ch.

Abb.: Flieger über der Universität Zürich

Machina Sapiens

“Machina Sapiens” lautet der Titel der diesjährigen Ausgabe des Festivals science+fiction in Basel. “Vom 5. bis 7. Mai beleuchtet es die Schnittstellen zwischen Menschen und Maschinen. Wo prägt uns die Künstliche Intelligenz schon heute? Wie gehen wir als Gesellschaft mit den vielen Chancen und Risiken um?” (Website science+fiction) “Wissenschaftlerinnen und Entwickler, Philosophen und Kunstschaffende diskutieren mit dem Publikum über diese brennenden Fragen.” (Website science+fiction) Prof. Dr. Oliver Bendel stellt zum einen seinen LÜGENBOT vor, ein Beispiel für eine Münchhausen-Maschine, und diskutiert zum anderen bei dem Panel “Maschinen und das Gesetz” mit. “Selbstfahrende Autos, Pflegeroboter und autonom agierende Drohnen” – die Errungenschaften der Forschung seien verheißungs- und verhängnisvoll zugleich. “Sie stellen uns auch vor neue juristische und ethische Fragen. Wer haftet, wenn eine Maschine eine Straftat begeht? Sind Roboter moralische Geschöpfe? Müssen neue Gesetze für Künstliche Intelligenzen geschaffen werden? Wer entscheidet, ob eine Maschine ein rechtliches Subjekt ist?” (Website science+fiction) Weitere Informationen über scienceandfiction.ch. Zudem steht ein Flyer zur Verfügung.

Abb.: Machina Sapiens

Von Menlo Park bis Mountain View

Am 10. April 2017 besuchte die Delegation aus Studierenden und Dozierenden der FHNW im Rahmen von connectUS die Swisscom in Menlo Park und Microsoft in Mountain View. Für den Zuständigen der Swisscom ist das Silicon Valley ein Erfolgsmodell. Zugleich wurden aber auch offen die Probleme angesprochen, die etwa durch den Zuzug der Fachkräfte nach San Francisco entstehen. Bei der Weiterreise wurde u.a. kontrovers diskutiert, ob die disruptiven Technologien mehr Chancen oder mehr Risiken beinhalten. Microsoft empfing die Delegation mit offenen Armen. Nach einer Verköstigung und einem Vortrag zur Künstlichen Intelligenz von Jarek Kazmierczak probierte man die Microsoft HoloLens aus, eine Datenbrille im Bereich der Augmented bzw. Mixed Reality. Die Studentinnen und Studenten erzeugten einen riesenhaften, muskelbepackten Mann, ließen eine Baletttänzerin auf dem Kopf eines Professors tanzen und einen Goldfisch um die Beine einer Studentin schwimmen. Neben diesem Schabernack gibt es interessante Möglichkeiten für berufliche Anwendungen, sowohl in Konstruktion und Produktion als auch in Kommunikation, Kooperation und Kollaboration. Es wurden noch weitere Anwendungen ausprobiert, von historischen Videospielen bis hin zu modernen Computerspielen. Ein Besuch des Campus der Stanford University schloss den ereignis- und angesichts der Kontakte und Diskurse auch folgenreichen Tag ab.

Abb.: Schabernack mit der HoloLens

Schöne neue Welt

Mehrere Veranstaltungen und Reihen werden im Rahmen der Digital-Society-Initiative an der Universität Zürich beworben. “History, Law, Media. Hybridwesen als mediales Phänomen und rechtliches Problem”, eine Ringvorlesung im Frühjahrssemester 2017 der Universitäten Basel und Zürich, ist bald abgeschlossen. Es locken aber noch Vorträge u.a. von Dr. Kate Darling zu “Wall-E” und von Prof. Dr. Mireille Hildebrand zu “Real Humans”. Am 2. Mai 2017 findet der Gastvortrag von Prof. Dr. Oliver Bendel mit dem Titel “Ethische Fragen an der Schnittstelle von physischem und virtuellem Raum” statt, im Rahmen der Vorlesung “Interaktion im virtuellen und physischen Raum” von Prof. Dr. Christa Dürscheid (Deutsches Seminar, UZH). Er nimmt die Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine Reise mit nach San Francisco und London und sowohl die Perspektive der Informationsethik als auch der Maschinenethik ein, bestehende und zukünftige Roboter diskutierend und skizzierend. Angekündigt ist zudem “ZuMUN 2017: Brave New World – The Political and Socio-Economic Implications of the Digital Revolution” vom 4. bis 7. Mai 2017. “ZuMUN 2017 is a Model United Nations Conference and simulation of the United Nations, its committees and sub-bodies.” (Website Universität Zürich) Weitere Informationen über www.dsi.uzh.ch/de/activities.html.

Abb.: Figuren aus dem 3D-Drucker

AI for Social Good

Vom 28. bis zum 30. März 2017 findet das AAAI 2017 Spring Symposium “AI for Social Good (AISOC)” an der Stanford University statt. Aus dem Call for Papers: “A rise in real-world applications of AI has stimulated significant interest from the public, media, and policy makers, including the White House Office of Science and Technology Policy (OSTP). Along with this increasing attention has come media-fueled concerns about purported negative consequences of AI, which often overlooks the societal benefits that AI is delivering and can deliver in the near future. This symposium will focus on the promise of AI across multiple sectors of society. We seek to bring together AI researchers and researchers/practitioners/experts/policy makers from a wide variety of domains.” (Website AISOC) Es tragen vor allem Forscherinnen und Forscher aus den USA vor, aber auch aus Holland und der Schweiz. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW ist mit zwei Beiträgen mit dabei, mit “Towards Kant Machines” (zusammen mit Kevin Schwegler und Bradley Richards, die nicht vor Ort sein können) und “LADYBIRD: the Animal-Friendly Robot Vacuum Cleaner”. Damit ist auch die Maschinenethik beim KI-Symposium vertreten. Weitere Informationen über scf.usc.edu/~amulyaya/AISOC17/index.html.

Abb.: Gedenktafel für Alan Turing in San Francisco

Leben in der Welt 4.0

“Leben in der Welt 4.0″ – so der Titel für eine Reihe von Vorlesungen, Experimenten und Talkrunden an der ETH Zürich. Am 6. November 2016 konnte man im Hauptgebäude den Quadrokopter Bluebird, den Fremdenführer Obelix und den Kooperationsroboter Yumi bestaunen. Zu Bluebird heißt es auf der Website, er sei kein Vogel aus Fleisch und Blut, sondern ein äußerst leistungsfähiger Flugroboter. “Ausgestattet mit mehreren Kameras und einem Computer, kann er sich orientieren und Hindernissen ausweichen. Dies ermöglicht es dem Benutzer zum Beispiel, sich am Boden voll und ganz auf die Aufnahme von guten Bildern und Videos zu konzentrieren. Den ganzen Rest erledigt der Roboter für ihn.” (Website ETHZ) Im Semper-Gebäude wird ihm die Aufgabe gestellt, zwei Dosen zu erkennen und abzutransportieren. Ganz ohne Hilfe macht er das und innerhalb weniger Minuten. Bei so viel hochkarätiger Wissenschaft verwundert, dass auch die ETHZ offensichtlich nicht auf Esoterik und Religion verzichten kann. Am 23. November wagt nicht nur der Cyborg Enno Park (der vor kurzem im Europäischen Parlament zu sehen war) einen “Blick in die Zukunft”, nicht nur der Volkskundler Thomas Hengartner, sondern auch eine Theologin, die  – so die Personenbeschreibung in der Broschüre – regelmäßig meditiere. Die Veranstaltungen finden bis 27. November statt, an der ETH Hönggerberg und am ETH-Zentrum. Weitere Informationen über www.ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/veranstaltungen/treffpunkt/onlineprogramm.html.

Abb.: Der Bluebird in Aktion

Privatsphäre und Demokratie

Der Workshop “Chancen und Risiken von Smart Cams im öffentlichen Raum” der Universität Oldenburg und des Datenschutz-Beirats der Deutschen Bahn fand am 23. und 24. Juni 2016 im Bahntower am Potsdamer Platz in Berlin statt. Moderiert wurde er von Prof. Dr. Jürgen Taeger (Universität Oldenburg). Die im Programm verzeichneten Referentinnen und Referenten glänzten – wenn nicht gerade durch Abwesenheit – mit ihren Vorträgen über klassische Überwachungskameras und Smart Cams aller Art. Am ersten Tag diskutierte Dr. Thomas Schwenke (Universität Oldenburg) die Chancen und Risiken von “Smart Glasses” und verwendete den Begriff “sousveillance”, im Sinne der Beobachtung von unten. Jan-Keno Janssen (Redakteur der c’t) berichtete über seinen persönlichen Test mit einer Datenbrille, bei dem er positive Reaktionen erlebte. Negative Reaktionen von Betroffenen schilderte Maja Smoltczyk (Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit). Es gebe viele Eingaben von Menschen, die mit Handys und Smart Cams gefilmt wurden und sich dagegen wehren möchten. Sie wies grundsätzlich darauf hin, dass Gesichtsvermessung schon in früheren Zeiten missbraucht wurde. Am nächsten Tag eröffnete Prof. Dr. Susanne Boll-Westermann (OFFIS Institut für Informatik) mit ihrem fundierten Überblick über Lifelogging. Dennis Rohde (MdB, SPD) und Dr. Konstantin von Notz (MdB, Grüne) lieferten eindrückliche Statements zur Informationsgesellschaft. Das große Ganze hatte auch Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler (Universität Oldenburg) im Blick. Er arbeitete heraus, welche Bedeutung die Privatsphäre für die Demokratie hat. Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) beschloss den Reigen der morgendlichen Statements mit Ausführungen zu Smart Cams aus der Perspektive der Informationsethik und mit konkreten Vorschlägen für Betreiber und Betroffene. Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Der Bahntower in Berlin

Überlegungen zur Tier-Maschine-Interaktion

“Überlegungen zur Disziplin der Tier-Maschine-Interaktion” hat Oliver Bendel beim Workshop “Berechnete Tiere” an der Universität Bochum angestellt. Man kann ihnen am 18. Juni 2016 ab 18.05 Uhr in DRadio Wissen folgen, in der Hörsaal-Reihe. In der Tier-Maschine-Interaktion geht es um Design, Evaluierung und Implementierung von (höherentwickelten bzw. komplexeren) Maschinen und Computersystemen, mit denen Tiere und die mit Tieren interagieren und kommunizieren. Die Tier-Maschine-Interaktion geht in der Tier-Computer-Interaktion (wenn man diesen Begriff eng fasst) nicht auf, da manche Maschinen (etwa Roboter) mehr als Computer sind. Sie sind häufig mobil und intelligent und bewegen sich durch eine natürliche und künstliche Umwelt und sammeln dabei Eindrücke, die ihre Entwickler nicht vollständig vorauszusehen vermögen, und sie können die physische Welt nicht nur mit virtuellen Mitteln auswerten, sondern auch im materiellen Sinne beeinflussen. In einigen Fällen sind die betroffenen Maschinen auch gar nicht verbunden mit Computertechnologien. In seinem Vortrag vom 22. April erläutert der Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker – sein Studium der Philosophie in den 80er-Jahren umfasste auch die Tierethik – den Begriff der Tier-Maschine-Interaktion und stellt Beispiele aus dem Anwendungsgebiet sowie für einfache moralische Maschinen vor, die sich durch Tierfreundlichkeit auszeichnen. Der Podcast ist nach dem 18. Juni über www.dradiowissen.de/hoersaal abrufbar.

Abb.: Ist das schon eine Interaktion?

AI and Ethics

In his speech at the University of Zurich, Kaspar Etter (Stiftung für Effektiven Altruismus) discusses the relation between artificial intelligence and ethics. Some information from the advertising text: “We humans steer the future not because we’re the strongest or the fastest but because we’re the smartest animal on this planet. However, there are no reasons to assume that blind evolutionary processes have reached the physical limit of intelligence with us. Quite to the contrary, we have already seen how intelligent machines outperform the best of our kind on an increasing number of tasks, ranging from Chess over the quiz show Jeopardy to Go. What will happen when artificial intelligence surpasses human intelligence in a broader range and controls our destiny? Are we ready to make our final invention? And what is to be done from an ethical perspective?” (Website EA) The text continues: “In his talk, Kaspar Etter will cover the current state and trends in artificial intelligence, its present implications on our society and what is to be expected for the coming decades. You will also learn about a phenomenon called intelligence explosion and strategic considerations for approaching the challenges ahead of us.” (Website EA) The event will take place in KOL-F-117, May 26, 2016, at 7 pm.