Kategorie: Vorträge

Ethik im digitalen Umbruch

In Berlin lädt am 18. Januar 2018 die Friedrich-Ebert-Stiftung gemeinsam mit dem iRights.Lab zur Veranstaltung “Ethik im digitalen Umbruch” ein. “Wir diskutieren mit hochrangigen Expertinnen und Experten, wie ethische Überlegungen angesichts der Herausforderungen der Digitalisierung eine positive Wirkung entfalten können. Wie erlangen ethische Überlegungen Wirkungskraft in gesellschaftlichen und politischen Gestaltungsprozessen? Wie kann Ethik bei der Bewältigung der Herausforderungen helfen, die mit der Digitalisierung einhergehen? Brauchen wir einen festen Platz für Ethik in der Entwicklung neuer digitaler Bereiche, vom Produktdesign über Forschung bis hin zur Gestaltung von Diensten sowie politischer Regulierung? Brauchen wir strukturell eine interdisziplinäre Zusammenarbeit?” (Website iRights.Lab) Vorträge halten Lena-Sophie Müller (Initiative D21), Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) und Professor Dr. Tobias Keber (Hochschule der Medien Stuttgart). Weitere Informationen über irights-lab.de/veranstaltung-ethik-im-digitalen-umbruch-am-18-januar-2018/.

Abb.: Das Konzerthaus in Berlin

Machine Ethics in Florida

A special session “Formalising Robot Ethics” takes place within the ISAIM conference in Fort Lauderdale (3 to 5 January 2018). The program is now available and can be viewed on http://isaim2018.cs.virginia.edu/program.html. “Practical Challenges in Explicit Ethical Machine Reasoning” is a talk by Louise Dennis and Michael Fischer, “Contextual Deontic Cognitive Event Calculi for Ethically Correct Robots” a contribution of Selmer Bringsjord, Naveen Sundar G., Bertram Malle and Matthias Scheutz. Oliver Bendel will present “Selected Prototypes of Moral Machines”. A few words from the summary: “The GOODBOT is a chatbot that responds morally adequate to problems of the users. It’s based on the Verbot engine. The LIEBOT can lie systematically, using seven different strategies. It was written in Java, whereby AIML was used. LADYBIRD is an animal-friendly robot vacuum cleaner that spares ladybirds and other insects. In this case, an annotated decision tree was translated into Java. The BESTBOT should be even better than the GOODBOT.”

Fig.: Machine Ethics in Fort Lauderdale

LSR wegen Terrorgefahr im Untergrund

Der “Third International Congress on Love and Sex with Robots” fand am 19. und 20. Dezember 2017 im Norden von London statt, in einer großen, kalten Halle mit einer mäßigen technischen Infrastruktur. Die University of London hatte sich der Veranstaltung offiziell schon im Vorjahr verweigert. Wegen einer mutigen Wissenschaftlerin hatte man dann doch am Goldsmiths tagen können, an der berühmten Kunsthochschule, die zur University of London gehört. Dieses Mal war auch das nicht möglich. Angeblich hatte man Angst vor islamistischem Terror. Tatsächlich hatte die Polizei eine Warnung herausgegeben. Es fand sich durch das persönliche Engagement der Veranstalter die erwähnte Halle. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten leuchtend rote Armbänder tragen, um jederzeit vom Sicherheitsdienst erkannt zu werden. Dass eine internationale Konferenz wegen Terrorgefahr (oder Angst vor Sex) sozusagen in den Untergrund muss, war Zeitungen und Sendern kaum eine Meldung und Hochschulen keine Solidaritätsbekundung wert. Am ersten Tag hielt Dr. Kathleen Richardson einen Vortrag, am zweiten Dr. David Levy. Das ganze Programm kann hier eingesehen werden.

Abb.: Die LSR in London musste im Untergrund stattfinden

The Uncanny Return of Physiognomy

Face recognition is the automated recognition of a face or the automated identification, measuring and description of features of a face. In the 21st century, it is increasingly attempted to connect to the pseudoscience of physiognomy, which has its origins in ancient times. From the appearance of persons, a conclusion is drawn to their inner self, and attempts are made to identify character traits, personality traits and temperament, or political and sexual orientation. Biometrics plays a role in this concept. It was founded in the eighteenth century, when physiognomy under the lead of Johann Caspar Lavater had its dubious climax. In the paper “The Uncanny Return of Physiognomy”, the basic principles of this topic are elaborated; selected projects from research and practice are presented and, from an ethical perspective, the possibilities of face recognition are subjected to fundamental critique in this context, including the above examples. Oliver Bendel will present his paper in March 2018 at Stanford University (“AI and Society: Ethics, Safety and Trustworthiness in Intelligent Agents”, AAAI 2018 Spring Symposium Series).

Fig.: The uncanny return of physiognomy

Integration in Berlin

Die Deutschlandstiftung Integration war am 4. und 5. Dezember 2017 in Berlin der “Gastgeber für Menschen, die sich zur Offenheit und Vielfalt bekennen, die Integration fördern und für die Zuwanderung eine echte Bereicherung ist” (Website Deutschlandstiftung Integration). Bundespräsident a.D. Christian Wulff betonte am Abend des ersten Tages die Bedeutung des Themas für die ganze Gesellschaft: “Die Erkenntnis der letzten Jahrzehnte ist, dass Integration sich zu einer Aufgabe entwickelt, die alle betrifft. Weder ist sie eine ausschließliche Bringschuld derer, die heute zu uns kommen, noch eine alleinige Holschuld der aufnehmenden Gesellschaft. Es ist ein gemeinsamer Prozess, der beide Seiten fordert und beiden Seiten Einiges abverlangt.” (Website Deutschlandstiftung Integration) Für den nächsten Tag hatte er Expertinnen und Experten zur Podiumsdiskussion “Digitalisierung und Gesundheit” eingeladen, unter ihnen Prof. Dr. Peter Dabrock, Vorsitzender des deutschen Ethikrats, Prof. Dr. Martin Schell, Institutsleiter Heinrich-Hertz-Institut, Prof. Dr. Stefan Selke, Soziologe und Autor, und Prof. Dr. Oliver Bendel, Wirtschaftsinformatiker, Informations- und Maschinenethiker. Schirmherrin der Stiftung, die sich als gemeinnützige Organisation für junge Menschen mit Migrationshintergrund einsetzt, ist Dr. Angela Merkel. Weitere Informationen über www.deutschlandstiftung.net.

Abb.: Die Podiumsdiskussion (Foto: Deutschlandstiftung Integration)

Machine Ethics in Florida

Prof. Dr. Oliver Bendel was invited to give a lecture at the ISAIM special session “Formalising Robot Ethics”. “The International Symposium on Artificial Intelligence and Mathematics is a biennial meeting that fosters interactions between mathematics, theoretical computer science, and artificial intelligence.” (Website ISAIM) Oliver Bendel will present selected prototypes of moral and immoral machines and will discuss a project planned for 2018. The GOODBOT is a chatbot that responds morally adequate to problems of the users. It’s based on the Verbot engine. The LIEBOT can lie systematically, using seven different strategies. It was written in Java, whereby AIML was used. LADYBIRD is an animal-friendly robot vacuum cleaner that spares ladybirds and other insects. In this case, an annotated decision tree was translated into Java. The BESTBOT should be even better than the GOODBOT. Technically everything is still open. The ISAIM conference will take place from 3 to 5 January 2018 in Fort Lauderdale, Florida. Further information is available at isaim2018.cs.virginia.edu/.

Abb.: Die Hand von Nao

Panel in Bern zu automatisiertem Fahren

Auf dem Podium saßen am 30. November 2017 beim Movimento 2017 der PostAuto AG im Pathé Westside in Bern Prof. Dr. Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW), Tim Cole (Autor, Blogger und Redner) und Prof. Dr. Roland Siegwart (Professor für Autonome Systeme an der ETH Zürich). Die Moderation oblag Urs Bloch (Mediensprecher bei PostAuto Schweiz, vormals Redaktor bei der NZZ). Oliver Bendel stellte seine Arbeit als Maschinenethiker dar. Er pflanzt Systemen aller Art moralisch begründete Regeln ein. Bei autonomen Autos ist er skeptisch – sie sollten seiner Meinung nach in Unfallsituationen mit Blick auf Menschen nicht qualifizieren und quantifizieren. Bei Tieren hält er diese und andere Ansätze für sinnvoll, um letztlich Leben retten zu können, wenn die Luft rein ist und keine Person zu Schaden kommt. Er lehnt im Moment hoch- und vollautomatisiertes Fahren bei PKW in Städten ab, befürwortet es aber auf Autobahnen. Zugleich ist er ein Fan des SmartShuttle, das in Sion unterwegs ist, und zwar mit zwei “Tricks”, die sich kaum für PKW eignen: Es fährt mit sehr geringer Geschwindigkeit, auf einer virtuellen Schiene.

Abb.: Bei autonomen PKW muss man vorsichtig sein

Robear, Paro und Co.

Villach in Kärnten war am 28. November 2017 die Bühne für Pflege- und Therapieroboter unterschiedlicher Art. Einige wurden erwähnt, andere vorgeführt. Die 9. Landesenquete widmete sich dem Thema “Menschen mit Behinderung und Robotics 4.0: Chancen & Risiken”. Prof. Dr. Robert Riener von der ETH Zürich sprach über “Robotik für Therapie und Assistenz – Möglichkeiten und Chancen”, Univ.-Doz. DI Dr. Michael Hofbaur von der Joanneum Research Forschungsgesellschaft über “Sichere Roboter – Herausforderungen im Kontext mit Menschen mit Behinderung”. Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW ging auf “Assistenzsysteme und Pflegeroboter aus ethischer Sicht” ein. Veronika Schauer brachte zwei Therapieroboter mit, darunter Paro, und ging auf zwei Pilotprojekte mit Assistenzsystemen ein. Alle Vorträge, auch die später folgenden, wurden von Petra Plicka für das Publikum in Text und Bild zusammengefasst.

Abb.: Paro und Oliver Bendel

Behinderung und Robotics 4.0

Die 9. Landesenquete am 28. November 2017 in Kärnten widmet sich dem Thema “Menschen mit Behinderung und Robotics 4.0: Chancen & Risiken”. Prof. Dr. Robert Riener von der ETH Zürich spricht über “Robotik für Therapie und Assistenz – Möglichkeiten und Chancen”, Univ.-Doz. DI Dr. Michael Hofbaur von der Joanneum Research Forschungsgesellschaft über “Sichere Roboter – Herausforderungen im Kontext mit Menschen mit Behinderung”. Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW geht auf “Assistenzsysteme und Pflegeroboter aus ethischer Sicht” ein. Robert Riener hatte 2016 in Zürich den Cybathlon ausgerichtet, dessen Bilder um die ganze Welt gingen, Oliver Bendel als Ethiker den Wettkampf vor der Kamera kommentiert. Auf der Website der Stadt Villach heißt es: “Im Verlauf unserer Tagung wollen wir gemeinsam in die Zukunft blicken und uns mit der Frage beschäftigen, wie Roboter das Leben von Menschen mit Behinderung verändern können. Bringen diese modernen Technologien nur Vorteile oder gibt es auch ethische Aspekte zu berücksichtigen?” Wichtig ist die Bemerkung, dass auch aus ethischer Perspektive Vorteile ausgemacht werden können – diese wird Oliver Bendel in seinem Vortrag ebenso wie die Nachteile darstellen.

Abb.: Athlet bei Probe zum Cybathlon (Foto: ETH Zürich/Alessandro Della Bella)

Mobilität der Zukunft

ver.di (Fachbereich Verkehr) lädt ein zur “ÖPNV Betriebs- und Personalrätekonferenz” vom 23. – 24. November 2017 in Berlin. Am ersten Tag referieren u.a. Dr. Norbert Huchler, ISF München (“ÖPNV 4.0: Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen und Beispiele aus der Praxis”), Stefan Roebrocks, Betriebsratsvorsitzender ASEAG Aachen (“Praxisbeispiel automatisierter Busverkehr”) und Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft FHNW (“Sollten autonome Fahrzeuge moralische Maschinen sein? Wer entscheidet in der Zukunft?”). “Im Fachbereich Verkehr arbeiten die Spezialistinnen und Spezialisten des Transportsektors. Sie kümmern sich um alle anstehenden Fragen. Egal, ob es um die Interessen der Beschäftigten des öffentlichen Straßenpersonenverkehrs, der Binnenschifffahrt, der Seeschifffahrt, bei Taxiunternehmen, in privaten Busbetrieben, bei Eisenbahnunternehmen (außer DB AG), der Flughafen- und Verkehrsfluggesellschaften sowie der See- und Binnenhäfen geht.” (Website ver.di) Weitere Informationen über https://verkehr.verdi.de/.

Abb.: ÖPNV in Berlin

Das Gute und das Böse

Über moralische und unmoralische Maschinen diskutierte Christoph Kucklick, Chefredakteur von GEO, mit Oliver Bendel, Maschinenethiker und Informationsethiker am 14. November 2017 im KörberForum in Hamburg. “Selbstfahrende Autos, Pflegeroboter, smarte Helfer: In unserem Alltag treffen wir auf immer klügere Maschinen. Über ein Bewusstsein oder eigenen Willen verfügen sie zwar nicht, dennoch nehmen sie uns immer mehr Entscheidungen ab. Das wirft auch moralische Fragen auf. Soll das Auto in einem Unfall eher die Insassen schonen oder die Fußgänger am Straßenrand? Darf ein Roboter lebenserhaltende Maschinen abschalten, wenn der Patient das wünscht?” So die Ankündigung der Körber-Stiftung auf www.koerber-stiftung.de. Der Saal war voll besetzt, das Gespräch intensiv. Es dauerte zwei Stunden, und danach war Raum für zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Oliver Bendel stellte klar, dass er als Ethiker kein Interesse am Moralisieren hat (nur am “Moralisieren” von Maschinen), sondern an dem, was das Gute und das Böse ausmacht. Er entwickelt im Labor sowohl moralische als auch unmoralische Maschinen, sozusagen Artefakte der Maschinenethik, die er dann erforscht.

Abb.: Bendel und Kucklick im KörberForum (Bild: Körber-Stiftung/Claudia Höhne)

Robotics Conference at the European Parliament

The Digital Europe Working Group Conference Robotics will take place on 8 November 2017 at the European Parliament in Brussels. The keynote address will be given by Mariya Gabriel, European Commissioner for Digital Society and Economy. The speakers of the first panel are Oliver Bendel (Professor of Information Systems, Information Ethics and Machine Ethics at the School of Business FHNW, via video conference), Anna Byhovskaya (policy and communications advisor, Trade Union Advisory Council of the OECD) and Malcolm James (Senior Lecturer in Accounting & Taxation, Cardiff Metropolitan University). The third panel will be moderated by Mady Delvaux (Member of the European Parliament). Speaker is Giovanni Sartor (Professor of Legal Informatics and Legal Theory at the European University Institute). The poster can be downloaded here. Further information is available at www.socialistsanddemocrats.eu/events/sd-group-digital-europe-working-group-robotics.

Fig.: A detail of the poster

Robotik im Gesundheitswesen

Mit “Pflege der Zukunft” ist eine Abendveranstaltung am 8. November 2017 überschrieben, die von der Organisation der Arbeitswelt (OdA) Gesundheit Bern durchgeführt wird. Referent ist Prof. Dr. Oliver Bendel, der sich intensiv mit Operations-, Therapie- und Pflegerobotern befasst, wobei er sowohl die Perspektive der Informationsethik als auch der Maschinenethik einnimmt. Aus der Beschreibung der Veranstaltung: “Pflegeroboter im engeren Sinne sind im Moment noch mehrheitlich Prototypen. Cody aus dem Georgia Institute of Technology kann bettlägerige Personen wenden und waschen. Robear, der aussieht wie ein freundlicher Bär, arbeitet im Tandem mit der Pflegerin oder dem Pfleger und assistiert beim Tragen, Umbetten und Aufrichten von Patienten. TWENDY-ONE, ein humanoider Roboter mit zwei Händen mit jeweils vier Fingern von der WASEDA University unterstützt beim Sichaufrichten und bei Haushaltsarbeiten.” Oliver Bendel erklärt in seinem Vortrag “Robotik im Gesundheitswesen – Assistierende Technologien im Pflegebereich”, was Pflegeroboter sind, stellt Prototypen vor und geht auf Chancen und Risiken ein. Über einen Flyer sind weitere Informationen erhältlich.

Abb.: Pflege auf Knopfdruck?

Schweizer Kongress zu Gesundheitsfragen

Der 14. Schweizerische Kongress für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften findet am 3. November 2017 am Universitätsspital Bern statt. Im Vortrag von Prof. Dr. Oliver Bendel geht es um Pflegeroboter wie Robear und Care-O-bot, zudem um Therapie- und Operationsroboter, insgesamt also um Roboter im Gesundheitsbereich. Nicht zuletzt spielen KI-Systeme (etwa IBM Watson) eine Rolle. Es werden die Ziele, Aufgaben und Merkmale geklärt und teils gleichartige, teils unterschiedliche Fragen aus ethischer Sicht gestellt und ansatzweise beantwortet. Am Ende soll deutlich werden, welche Robotertypen und Prototypen bzw. Produkte es im Gesundheitsbereich gibt, welche Zwecke sie erfüllen und welche Funktionen sie übernehmen, wie sich das Gesundheitswesen durch ihre Nutzung verändert und welche Implikationen und Konsequenzen diese hat, für den Einzelnen und für die Gesellschaft. Nicht zuletzt interessiert, welche Möglichkeiten für den Betroffenen bestehen, sich für die eine oder andere Option zu entscheiden, und es wird auf eine ergänzende Patientenverfügung eingegangen, die den Einsatz von Operations-, Therapie- und Pflegerobotern regelt. Der Flyer zur Veranstaltung kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: In Bern

Moralische Maschinen bei der Körber-Stiftung

“Selbstfahrende Autos, Pflegeroboter, smarte Helfer: In unserem Alltag treffen wir auf immer klügere Maschinen. Über ein Bewusstsein oder eigenen Willen verfügen sie zwar nicht, dennoch nehmen sie uns immer mehr Entscheidungen ab. Das wirft auch moralische Fragen auf. Soll das Auto in einem Unfall eher die Insassen schonen oder die Fußgänger am Straßenrand? Darf ein Roboter lebenserhaltende Maschinen abschalten, wenn der Patient das wünscht? Welche Chancen sich bieten und wo wir Grenzen setzen sollten, bespricht Christoph Kucklick, GEO, mit dem Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker Oliver Bendel.” So die Ankündigung der Körber-Stiftung auf www.koerber-stiftung.de. “1959 vom Unternehmer und Anstifter Kurt A. Körber ins Leben gerufen, ist die Körber-Stiftung heute mit eigenen Projekten, Kooperationen und Veranstaltungen national und international aktiv.” (Website Körber-Stiftung) Das Gespräch im Rahmen der Reihe “Digital mündig” mit dem Titel “Moralische Maschinen” findet am Dienstag, 14. November 2017 um 19.00 Uhr im KörberForum in Hamburg statt. Weitere Informationen über www.koerber-stiftung.de/veranstaltungsuebersicht/digital-muendig-moralische-maschinen-2248.html.

Abb.: In Hamburg unterwegs

Congress on Love and Sex with Robots

Am 19. und 20. Dezember 2017 findet der “Third International Congress on Love and Sex with Robots” in London statt. Die akzeptierten Papers sind auf loveandsexwithrobots.org/program/ aufgelistet. Den Anfang macht Prof. Dr. Oliver Bendel (School of Business FHNW, Schweiz) mit “SSML for Sex Robots”. Er hatte im vergangenen Jahr am Goldsmiths über Sexroboter aus Sicht der Maschinenethik vorgetragen. Dieses Mal widmet er sich synthetischen Stimmen. Prof. Dr. Sophie Wennerscheid (Ghent University, Belgien) ist mit ihrem Thema “Posthuman desire in robotics and science fiction” vertreten, Dr. Rebekah Rousi (University of Jyväskylä, Finnland) mit “Lying cheating robots – robots and infidelity”, Prof. Dr. Deborah Blizzard (Rochester Institute of Technology, UK) mit “The Next Evolution: The Constitutive Human-Doll Relationship as Companion Species”. Aus der Schweiz kommt ein weiterer Beitrag, nämlich “Dolores and Robot Sex: Fragments of Non-Anthropocentric Ethics” von Prof. Dr. Thomas Beschorner (University of St. Gallen, Schweiz) und Florian Krause (ebd.). Das Buch mit den Beiträgen der letzten Konferenz ist Ende April 2017 bei Springer erschienen. Weitere Informationen über loveandsexwithrobots.org.

Abb.: In London wird wieder über Liebesmaschinen nachgedacht

Roboter im Gesundheitsbereich

“Entscheidfindung und Umsetzung: Shared Decision Making und verwandte Konzepte im Gesundheitssystem” – so der Titel des 14. Schweizerischen Kongresses für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften, der am 3. November 2017 in Bern stattfindet. “Der Kongress richtet sich an alle Fachleute aus dem Gesundheitswesen: Ärzteschaft, Spitalverantwortliche, Apothekerinnen/Apotheker, Pharmaindustrie, Sozial- und Privatversicherer, Behörden, Verbände sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen generell.” (Flyer Kongress) Eine Besonderheit ist das Young Forum. “Die Young Forum SKGG Initiative soll Nachwuchsleuten aus dem gesamten Gesundheitswesen ermöglichen, den 14. Schweizerischen Kongress für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften (SKGG) zum Nulltarif zu besuchen.” (Flyer Kongress) Beim Kongress referieren u.a. Prof. Dr. iur. Regina E. Aebi-Müller (“Patient knows best? Instrumente der Selbstbestimmung im geltenden Recht”), Prof. Dr. oec. publ. Stefan Boes (“Swiss Learning Health System – eine Einführung”) und Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel (“Künstliche Intelligenz und Roboter im Gesundheitsbereich: Hoffnung mit Grenzen?”). Der Flyer mit allen Informationen kann hier abgerufen werden.

Abb.: Der Gesundheitsbereich verändert sich

Linda Fäh und die Maschinenethik

Am 6. und 7. September 2017 treffen in der City-Garage in St. Gallen bei zwei VIP-Abenden ganz unterschiedliche Menschen aufeinander, nämlich Salomé Kora, Stephan Altrichter, Ly-Ling Vilaysane und Oliver Bendel. Salomé Kora, 23 Jahre alt, ist eine Sprinterin und Staffelläuferin. Mit der 4-mal-100-Meter-Staffel stellte sie 2016 einen neuen Schweizer Rekord auf. Stephan Altrichter wurde 2010 Chef von Porsche Schweiz. Zuvor leitete er u.a. die Mercedes-Benz-Niederlassung in New York. Ly-Ling Vilaysane ist Modedesignerin in St. Gallen. Sie pendelt zwischen Schweiz, Österreich, Ungarn und Frankreich. Oliver Bendel ist Technikphilosoph und forscht vor allem in der Informationsethik und in der Maschinenethik. Er denkt sich moralische Maschinen nicht nur aus, sondern baut sie auch. Befragt werden die vier Personen auf dem Podium von Linda Fäh, Miss Schweiz von 2009. Sie singt und moderiert seit mehreren Jahren. Ein Thema wird die Maschinenethik sein, konkret die Frage, ob autonome Autos moralische Regeln befolgen und ob sie qualifizieren oder quantifizieren sollten.

Abb.: Amerikanische Misswahl

VDI-Konferenz zu humanoiden Robotern

Auch die 2. VDI-Konferenz “Humanoide Roboter” beschäftigt sich mit “dem Menschen nachempfundenen Robotern” (Website VDI). Zwar seien Roboter insbesondere in Bezug auf Wahrnehmung und Intelligenz “noch weit vom Menschen entfernt”, aber die Entwicklung von humanoiden Robotern werde “mit enormem Tempo vorangetrieben”. “Das Themenspektrum der Konferenz reicht dabei von Design und Gestaltung über die kognitive Planung bis hin zu Anwendungsbeispielen der Roboter.” (Website VDI) Am 6. Dezember 2017 spricht Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) über die “Speech Synthesis Markup Language (SSML) für humanoide Serviceroboter”, Prof. Dr. Elisabeth André (Universität Augsburg) zur “Personalisierung der Mensch-Roboter-Interaktion durch sozialsensitives Lernen”, Prof. Dr. Sven Behnke (Universität Bonn) über “Humanoide Roboter für den Einsatz in menschenfeindlichen Umgebungen”. Die Konferenz findet vom 5. bis 6. Dezember 2017 in Aschheim bei München statt. Weitere Informationen über https://www.vdi-wissensforum.de/weiterbildung-automation/humanoide-roboter/.

Abb.: Humanoide Roboter in den Startlöchern

Zur digitalisierten Gesundheitsversorgung

Christiane Woopen hält am 1. Juni 2017 um 18.30 Uhr einen Vortrag mit dem Titel “Zukunftsvisionen einer digitalisierten Gesundheitsversorgung”. Die Daimler und Benz Stiftung meldet hierzu: “Die massenhafte Erhebung sowie die digitale Verfügbarkeit personenbezogener Daten eröffnet der medizinischen Forschung völlig neue Horizonte. Durch die systematische Aufbereitung von Daten zu Gesundheit, individueller Disposition und Lebensstil könnte schon bald eine sogenannte Präzisionsmedizin entstehen. Medikamente und Therapien werden auf das persönliche Gewebe- und Stoffwechselprofil abgestimmt und mehr noch: Präventive Verhaltensempfehlungen für Sport, Ernährung und Medikation sollen helfen, das Entstehen von Krankheiten überhaupt zu verhindern. Jeder Bürger hätte seine Gesundheitsdaten auf dem Smartphone verfügbar und könnte sich ein effektives Paket aus Gesundheitsdienstleistungen zusammenstellen. Mit den faszinierenden Chancen einer individualisierten Gesundheitsversorgung gehen aber auch große ethische Herausforderungen einher.” (Pressemitteilung Daimler und Benz Stiftung, 18. Mai 2017) Diesen widmet sich die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats im Forschungs- und Entwicklungszentrum der Heidelberger Druckmaschinen AG.

Abb.: Digitalisierung bei Diabetes