Kategorie: Tagungen

Congress on Love and Sex with Robots

Am 19. und 20. Dezember 2017 findet der “Third International Congress on Love and Sex with Robots” an der University of London (Goldsmiths) statt. Die akzeptierten Papers sind auf http://loveandsexwithrobots.org/program/ aufgelistet. Den Anfang macht Prof. Dr. Oliver Bendel (School of Business FHNW, Schweiz) mit “SSML for Sex Robots”. Er hatte im vergangenen Jahr über Sexroboter aus Sicht der Maschinenethik vorgetragen. Dieses Mal widmet er sich synthetischen Stimmen. Prof. Dr. Sophie Wennerscheid (Ghent University, Belgien) ist mit ihrem Thema “Posthuman desire in robotics and science fiction” vertreten, Dr. Rebekah Rousi (University of Jyväskylä, Finnland) mit “Lying cheating robots – robots and infidelity”, Prof. Dr. Deborah Blizzard (Rochester Institute of Technology, UK) mit “The Next Evolution: The Constitutive Human-Doll Relationship as Companion Species”. Aus der Schweiz kommt ein weiterer Beitrag, nämlich “Dolores and Robot Sex: Fragments of Non-Anthropocentric Ethics” von Prof. Dr. Thomas Beschorner (University of St. Gallen, Schweiz) und Florian Krause (ebd.). Das Buch mit den Beiträgen der letzten Konferenz ist Ende April 2017 bei Springer erschienen. Weitere Informationen über loveandsexwithrobots.org.

Abb.: In London wird wieder über Liebesmaschinen nachgedacht

Roboter am Uniklinikum Regensburg

Am 11. Oktober 2017 findet der 10. Regensburger Intensivpflegetag statt. Prof. Dr. Martina Müller-Schilling (Universitätsklinikum Regensburg) und Dr. Tomáš Kural (Karls-Universität, Zweigstelle Pilsen) schreiben in ihrem Grußwort: “Erstmals in der nun 10-jährigen Geschichte unseres Intensivpflegetages sind wir ein internationales Organisatoren- und Schirmherrenteam und freuen uns den diesjährigen Pflegetag gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Karls-Universität Pilsen zu gestalten. Die Partnerstädte Pilsen und Regensburg haben vieles gemeinsam: ein großes kulturelles Erbe, sie stellen das Oberzentrum der Region auf beiden Seiten der Grenze dar und beide haben eine medizinische Fakultät, mit der wir den gegenseitigen Austausch und die Partnerschaft weiter stärken wollen.” (Programm 10. Regensburger Intensivpflegetag) Es referieren u.a. Prof. Dr. Thomas Bein, Dr. Thomas Böttcher und Dr. Václav Liška. Prof. Dr. Oliver Bendel betrachtet Operations-, Therapie- und Pflegeroboter aus den Perspektiven von Maschinen- und Informationsethik. Weitere Informationen über http://www.uniklinikum-regensburg.de/service/Veranstaltungen/05031.php.

Abb.: Bei Regensburg

Talk with the Bots

Der Medientag 2017 der Universität Innsbruck trägt den Titel “Talk with the Bots. Die Maschine versteht dich”. Er findet am Dienstag, 21. November 2017 in der Aula statt. Aus dem Flyer: “Immer öfter kommuniziert Software mit und für uns. Bots übernehmen unbemerkt immer komplexere Aufgaben für Nutzer*innen. Virtuelle Assistent*innen wie Alexa, Siri, Cortana und Assistant empfangen und verarbeiten die gesprochene Sprache. Künstliche Intelligenzen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und versprechen eine Erleichterung bei alltäglichen Fragen und Tätigkeiten. Im Bereich der politischen Propaganda und Public Relations sind die Social Bots im vergangenen Jahr zu zweifelhafter Berühmtheit gelangt. … Wie können wir die Interaktion mit künstlichen Intelligenzen von jener mit Menschen unterscheiden? Inwieweit ist das wichtig? Was bedeutet diese Entwicklung für das Alltagsleben und für den Bereich der Kommunikation? Welche Bedeutung hat der verbreitete Einsatz von Bots als neue Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine?” Die Impulsvorträge stammen von Dr. Netaya Lotze (Linguistin an der Westfälischen Wilhelms-Universität), Bernhard Hauser (Mitgründer von Oratio, Organisator der ChatbotConf) und Prof. Dr. Oliver Bendel (Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW). Den Flyer zur Veranstaltung kann man hier herunterladen.

Abb.: Ein sprechender Kopf?

Internationale Tagung zu Pflegerobotern

Der Ladenburger Diskurs fand im Herbst 2017 unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Oliver Bendel zum Thema “Pflegeroboter” statt. Am Abend des 11. September 2017 trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen mit Mitgliedern der Daimler und Benz Stiftung und dem wissenschaftlichen Leiter in einem italienischen Restaurant in Ladenburg zum gegenseitigen Kennenlernen. Am Tag darauf begrüßte um 9 Uhr Dr. Jörg Klein, Geschäftsführer der Stiftung, die Gäste im Carl-Benz-Haus und ging auf dessen Geschichte ein. Prof. Dr. Oliver Bendel führte in die Veranstaltung ein. Die Vorträge waren so angeordnet, dass zunächst die technische Sicht dominierte, dann die medizinische, dann die ethische. Die wirtschaftliche Perspektive war kaum vertreten, da sich kaum Referenten hierzu finden ließen, wurde aber am Rande abgedeckt. Bis zum Mittag des 13. September trugen die Expertinnen und Experten aus UK, Österreich, Deutschland und der Schweiz vor und diskutierten in einer konstruktiven Atmosphäre. Mit von der Partie war Pepper, der zwar kein Pflegeroboter ist, sich aber durchaus für dieses Thema interessiert. Eine ausführliche Darstellung wird im Jahresbericht der Stiftung veröffentlicht.

Abb.: Schilberg, Pepper, Bendel (Foto: Daimler und Benz Stiftung/Dorn)

Roboter im Gesundheitsbereich

“Entscheidfindung und Umsetzung: Shared Decision Making und verwandte Konzepte im Gesundheitssystem” – so der Titel des 14. Schweizerischen Kongresses für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften, der am 3. November 2017 in Bern stattfindet. “Der Kongress richtet sich an alle Fachleute aus dem Gesundheitswesen: Ärzteschaft, Spitalverantwortliche, Apothekerinnen/Apotheker, Pharmaindustrie, Sozial- und Privatversicherer, Behörden, Verbände sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen generell.” (Flyer Kongress) Eine Besonderheit ist das Young Forum. “Die Young Forum SKGG Initiative soll Nachwuchsleuten aus dem gesamten Gesundheitswesen ermöglichen, den 14. Schweizerischen Kongress für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften (SKGG) zum Nulltarif zu besuchen.” (Flyer Kongress) Beim Kongress referieren u.a. Prof. Dr. iur. Regina E. Aebi-Müller (“Patient knows best? Instrumente der Selbstbestimmung im geltenden Recht”), Prof. Dr. oec. publ. Stefan Boes (“Swiss Learning Health System – eine Einführung”) und Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel (“Künstliche Intelligenz und Roboter im Gesundheitsbereich: Hoffnung mit Grenzen?”). Der Flyer mit allen Informationen kann hier abgerufen werden.

Abb.: Der Gesundheitsbereich verändert sich

VDI-Konferenz zu humanoiden Robotern

Auch die 2. VDI-Konferenz “Humanoide Roboter” beschäftigt sich mit “dem Menschen nachempfundenen Robotern” (Website VDI). Zwar seien Roboter insbesondere in Bezug auf Wahrnehmung und Intelligenz “noch weit vom Menschen entfernt”, aber die Entwicklung von humanoiden Robotern werde “mit enormem Tempo vorangetrieben”. “Das Themenspektrum der Konferenz reicht dabei von Design und Gestaltung über die kognitive Planung bis hin zu Anwendungsbeispielen der Roboter.” (Website VDI) Am 6. Dezember 2017 spricht Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) über die “Speech Synthesis Markup Language (SSML) für humanoide Serviceroboter”, Prof. Dr. Elisabeth André (Universität Augsburg) zur “Personalisierung der Mensch-Roboter-Interaktion durch sozialsensitives Lernen”, Prof. Dr. Sven Behnke (Universität Bonn) über “Humanoide Roboter für den Einsatz in menschenfeindlichen Umgebungen”. Die Konferenz findet vom 5. bis 6. Dezember 2017 in Aschheim bei München statt. Weitere Informationen über https://www.vdi-wissensforum.de/weiterbildung-automation/humanoide-roboter/.

Abb.: Humanoide Roboter in den Startlöchern

Die Vermessung der Lernenden

“Zuschauen geht nicht! Das Thema Digitalisierung beschäftigt gesellschaftlich und persönlich. Der Weiterbildungskongress Adult and Professional Education (WBK A&PE) 2017 bietet zum Aufbau der nötigen Kompetenzen eine vertiefte sowie alltagsnahe Auseinandersetzung damit. Entwickelt mit Personen aus dem Berufsfeld ist das Programm praxisrelevant gestaltet und regt zur Umsetzung an.” Mit diesen Worten wirbt die PH Luzern für den 10. Weiterbildungskongress A&PE, der vom 17. bis 19. August 2017 in Luzern stattfindet. Ein Vortrag von Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) trägt den Titel “Die Vermessung der Lernenden”. In der Beschreibung heißt es: “Lernplattformen sind Standard an vielen (Hoch-)Schulen, Massive Open Online Courses (MOOCs) werden auch von Studierenden genutzt. Aus Sicht von Datenschutz und Informationsethik stellen sich viele Fragen. Wie sicher sind die persönlichen Daten? Wo landen sie und wer nutzt sie? Was kann man über das Verhalten, die Lern- und Denkfähigkeit der Benutzer herausfinden?” Es wird vor allem die Perspektive der Informationsethik eingenommen. Weitere Informationen über www.phlu.ch/weiterbildung/wbk/.

Abb.: Wer wird von wem warum und wie vermessen?

The Future of Mobility

In einer Pressemitteilung informiert die TA-SWISS wie folgt: “EPTA ist das Netzwerk der parlamentarischen Technikfolgenabschätzungsinstitutionen in Europa; es umfasst zurzeit 20 Mitglieder. 2017 übernimmt TA-SWISS das EPTA-Präsidium, das im Turnus von allen Vollmitgliedern wahrgenommen wird. Zur Präsidentschaft gehört die Ausrichtung der jährlichen internationalen EPTA-Konferenz, die sich dieses Jahr unter dem Motto ‘Shaping the Future of Mobility’ mit verschiedenen Aspekten der zukünftigen Mobilität befasst. Sie findet am 8. November 2017 im zum Thema passenden Rahmen des Verkehrshauses Luzern statt.” Zu den Inhalten wird bekanntgegeben: “The question of how to enhance mobility while at the same time reducing pollution, congestion and accidents is a common challenge to all major cities in Europe. A profound transformation in the transport system will be required in the coming decades. New developments like autonomous and connected driving, sharing economy, mobility pricing or mobility as a service are expected to shape the future of our mobility and revolutionize our transport systems.” Weitere Informationen über www.ta-swiss.ch/projekte/internationale-projekte/epta-konferenz-2017/.

Abb.: Für die Planung spielt VR eine Rolle

Dritte Konferenz zu Sexrobotern

Der “Third International Congress on Love and Sex with Robots” findet am 19. und 20. Dezember 2017 in London (Goldsmiths, University of London) statt. Damit wurde der selbe Ort wie 2016 gewählt, ein ungewöhnlicher, anziehender Ort, wo Kunst und Wissenschaft zusammenkommen. In einer Information vom 8. Juni 2017 heißt es: “Within the fields of Human-Computer Interaction and Human-Robot Interaction, the past few years have witnessed a strong upsurge of interest in the more personal aspects of human relationships with these artificial partners. This upsurge has not only been apparent amongst the general public, as evidenced by an increase in coverage in the print media, TV documentaries and feature films, but also within the academic community. The International Congress on Love and Sex with Robots provides an excellent opportunity for academics and industry professionals to present and discuss their innovative work and ideas in an academic symposium.” (Information LSR 2017, 8. Juni 2017) Papers sollen mindestens sieben Seiten umfassen und sich Themen wie “Entertainment Robots”, “Robot Personalities”, “Teledildonics” und “Intelligent Electronic Sex Hardware” widmen. Auch Informations- und Roboterethik sind mögliche Perspektiven. Das Buch mit den Beiträgen der letzten Konferenz ist Ende April 2017 bei Springer erschienen. Weitere Informationen über loveandsexwithrobots.org.

Abb.: Setzen sich Sexroboter durch?

Bots, Hate, Fake

Vom 2. bis 4. Mai 2017 finden die “Medientage Mitteldeutschland” statt. “Bots, Hate, Fake: Werte und Grenzen in der Kommunikation” lautet der Titel einer Podiumsdiskussion am 3. Mai. Es moderiert Vera Linß, auf dem Podium sitzt Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen), live zugeschaltet ist Oliver Bendel (Fachhochschule Nordwestschweiz). Über Social Bots und Fake News soll der Wahlkampf in verschiedenen Ländern, so die Website, “vorsätzlich in eine bestimmte Richtung gelenkt worden sein” (Website Medientage Mitteldeutschland). “Und auch in Deutschland gibt es Sorge, dass der Wahlkampf so beeinflusst werden könnte. Die Landesregierungen von Hessen, Bayern und Sachsen-Anhalt werben für einen Gesetzentwurf, der ‘manipulativer Kommunikation im Internet’ auf strafrechtlicher Ebene begegnen soll. Kritiker des Entwurfs bemängeln, dass eine deutsche Gesetzesinitiative zwar hierzulande greifen könnte, bei Aktivitäten aus dem Ausland allerdings keine Handhabe biete.“ (Website Medientage Mitteldeutschland) Ein Ansatz der Grünen fordere, so die Website, kein Verbot von Bots, sondern eine Anzeigepflicht bei deren Verwendung. Auch Oliver Bendel kann sich eine Anzeigepflicht vorstellen. Zudem schlägt er vor, dass Social Bots und Chatbots ihre Ziele, Methoden und Quellen benennen müssen. Weitere Informationen über www.medientage-mitteldeutschland.de.

Abb.: Ist die Nachahmung einer Vogelscheuche eine Fake?

Love and Sex with Robots

Die Konferenz im Dezember 2016 an der University of London (Goldsmiths) mit dem Titel “Love and Sex with Robots” hat ein enormes internationales Echo ausgelöst. Insbesondere in den englischen und amerikanischen Boulevardmedien wurden Aussagen der Referenten verdreht und verfälscht. Was sie wirklich gesagt und gemeint haben, lässt sich nun schwarz auf weiß nachlesen. Ende April 2017 ist das Buch “Love and Sex with Robots” bei Springer herausgekommen, in der Reihe “Lecture Notes in Artificial Intelligence”. Aus dem Klappentext: “This book constitutes the refereed proceedings of the Second International Conference on Love and Sex with Robots 2016 in December 2016, in London, UK. The 12 revised papers presented together with 1 keynote were carefully reviewed and selected from a total of 38 submissions. … The topics of the conferences were as follows: robot emotions, humanoid robots, clone robots, entertainment robots, robot personalities, teledildonics, intelligent electronic sex hardware, gender approaches, affective approaches, psychological approaches, sociological approaches, roboethics, and philosophical approaches.” (Klappentext) Beiträge stammen u.a. von David Levy, Emma Yann Zhang und Oliver Bendel. Das Buch kann hier bestellt werden.

Abb.: Cover des Springer-Buchs

Technical Reports des Symposiums erschienen

Die Technical Reports des Symposiums “AI for Social Good” sind erschienen. Dieses fand innerhalb der AAAI Spring Symposia (27. bis 29. März 2017) an der Stanford University statt. Organisiert wurde es von Amulya Yadav (University of Southern California, CA, USA) und Fei Fang (Harvard University). Die veröffentlichten Papers zeigen das enorme Spektrum der Veranstaltung auf. Oliver Bendel ist mit “LADYBIRD: The Animal-Friendly Robot Vacuum Cleaner” sowie “Towards Kant Machines” (zusammen mit Kevin Schwegler und Bradley Richards) vertreten, Malay Bhattacharyya mit “In Search of Health Doubles”, Sujoy Chatterjee (mit Anirban Mukhopadhyay und Malay Bhattacharyya) mit “Smart City Planning with Constrained Crowd Judgment Analysis”, Arnaud Delaunay (zusammen mit Jean Guérin) mit “Wandering Detection Within an Embedded System for Alzheimer Suffering Patients” und Virginia Dignum (zusammen mit Frank Dignum) mit “Societal Challenges Need Social Agents”. Virginia Dignum konnte während des Symposiums die frohe Botschaft überbringen, dass die andere große Wissenschaftsvereinigung auf technischem Gebiet, das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), sich in seinen Leitlinien “Ethically Aligned Design” zu Robotik und KI zukünftig nicht nur den Menschen, sondern auch den Tieren widmen wird. Dies hatte Oliver Bendel in einer Stellungnahme gegenüber den Verantwortlichen vorgeschlagen. Die Technical Reports des Symposiums sind über www.aaai.org/Library/Symposia/Spring/ss17-01.php verfügbar.

Abb.: An der Stanford University

Maschinenethik an der Stanford University

Am 27. März 2017 begann um 9.00 Uhr das AAAI Spring Symposium “AI for Social Good”. Eingeführt wurde von Amulya Yadav (University of Southern California, CA, USA) und Fei Fang (Harvard University). Die ersten beiden Keynotes hielten Carla Gomes (Cornell University) und Henry Kautz (University of Rochester) zum Thema “AI for Sustainability and Public Health”. Ihre gemeinsame These lautete: “Two real, immediate existential threats facing humanity are, first, the exhaustion of the earth’s physical and biological resources, and second, global contagion. AI will play a major role fighting both threats.” (Website AISOC) Carla Gomes ging aus vom Begriff “computational sustainability” – es handele sich um ein neues interdisziplinäres Forschungsfeld, das darauf abziele, “computational methods for sustainable development” zu entwickeln. Ihr Anliegen ist es u.a., den Lebensraum von Bären und Vögeln zu schützen. Der Vortrag von Henry Kautz trug den Titel “Mining Social Media to Improve Public Health”. Die Benutzer sozialer Medien seien ein “organic sensor network”. Ein Projekt, das vorgestellt wurde, war Twitterflu. Ein anderes richtete sich gegen “foodborne illness” und trug den Namen nEmesis. Bei diesem werden ebenfalls Tweets ausgewertet, wie auch bei GeoDrink, wo das Trinkverhalten von Benutzern analysiert wird. Sechs weitere Zusammenfassungen der Vorträge des Symposiums, auch zur Maschinenethik, finden sich auf maschinenethik.net (beginnend mit einem Beitrag vom 27. März).

Abb.: Frühling in Stanford

AI for Social Good

Vom 28. bis zum 30. März 2017 findet das AAAI 2017 Spring Symposium “AI for Social Good (AISOC)” an der Stanford University statt. Aus dem Call for Papers: “A rise in real-world applications of AI has stimulated significant interest from the public, media, and policy makers, including the White House Office of Science and Technology Policy (OSTP). Along with this increasing attention has come media-fueled concerns about purported negative consequences of AI, which often overlooks the societal benefits that AI is delivering and can deliver in the near future. This symposium will focus on the promise of AI across multiple sectors of society. We seek to bring together AI researchers and researchers/practitioners/experts/policy makers from a wide variety of domains.” (Website AISOC) Es tragen vor allem Forscherinnen und Forscher aus den USA vor, aber auch aus Holland und der Schweiz. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW ist mit zwei Beiträgen mit dabei, mit “Towards Kant Machines” (zusammen mit Kevin Schwegler und Bradley Richards, die nicht vor Ort sein können) und “LADYBIRD: the Animal-Friendly Robot Vacuum Cleaner”. Damit ist auch die Maschinenethik beim KI-Symposium vertreten. Weitere Informationen über scf.usc.edu/~amulyaya/AISOC17/index.html.

Abb.: Gedenktafel für Alan Turing in San Francisco

Zur Zukunft der Arbeit

Der 63. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft in der Schweiz findet derzeit (15. bis 17. Februar 2017) an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Brugg-Windisch statt. Veranstalterinnen sind FHNW und ETH Zürich. Die Keynotes am 16. Februar 2017 stammten von Prof. Dr. Heinz Schüpbach, Direktor Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW, Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft FHNW, und Patrick Warnking, Country Director Google Switzerland. Schüpbach gab einen Einblick in aktuelle Themen von Psychologie und Arbeitswissenschaft, Bendel stellte Software- und Hardwareroboter wie Überwachungs- und Transportroboter und Pflegeroboter vor und fragte danach, welche Aufgaben dem Menschen bleiben, Warnking erläuterte Geschäftsmodelle und Denkweisen der digitalen Ökonomie – und betonte, man wolle bei Google noch mehr Frauen einstellen. Früher waren viele Programmierer weiblich, und manche Länder haben in der Informatik schon immer ein ausgewogenes Verhältnis gehabt. Leitthemen des Kongresses sind u.a. die Herausforderung des digitalen Wandels, Industrie 4.0 und menschliches Erfahrungswissen, Kreativität in Design- und Produktionsprozessen, Mensch-Maschine-Interaktion und Mensch-Roboter-Kooperation. Grußworte gab es u.a. von PD Dr. Marino Menozzi, ETH Zürich, Prof. Dr. Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident FHNW, und Dr. Eric Scheidegger, Co-Direktor beim Staatssekretariat für Wirtschaft SECO. Weitere Informationen über www.gfa2017.de.

Abb.: Oliver Bendel zur Zukunft der Pflege (Foto: Eleni Kougionis)

Industrieroboter in der Einstein-Stadt

In Ulm wurde nicht nur Albrecht Ludwig Berblinger geboren, der einen der ersten Flugapparate gebaut hat, sondern auch, über hundert Jahre später, Albert Einstein. Heute sind in der Großstadt am Fuße der Schwäbischen Alb mehrere renommierte Hochschulen und Forschungseinrichtungen angesiedelt. Am 22. Februar 2017 findet dort zum 10. Mal der Ulmer Robotertag statt. Veranstalter sind die Hochschule Ulm und Mitsubishi Electric Europe. “Auf der Jubiläumsveranstaltung präsentieren unsere Referenten nicht nur neueste Trends der Greifertechnik und der Servicerobotik, sondern setzen sich auch mit den ethischen Aspekten einer sich rasant verändernden Arbeitswelt auseinander.” (Flyer Ulmer Robotertag) “Industrie-Anwendungen und Vorstellung der Applikationen im Foyer” – damit beginnt Wolfram Zielke von Mitsubishi Electric Europe B.V. den Kongress. Daran schließt der Vortrag “Kollege und Kollegin Roboter – schöne neue Welt!” von Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) an. “Robotergestützte Rauheits- und Formmessung mit einem Streulichtsensor” ist der Titel des nächsten Beitrags (Rainer Brodmann, OptoSurf GmbH), gefolgt von “Entwicklung und Herstellung einer vollautomatischen Regen-/Lichtsensor-Montagelinie unter Anwendung von Mitsubishi-Robotern” (Dieter Süß, Schiller Automation). Nach dem Mittagessen werden weitere Vorträge, Vorführungen und Ausstellungen geboten. Detaillierte Informationen über www.hs-ulm.de.

Abb.: Das Stadthaus in Ulm

Zweite Sitzung der DII-Jury in Berlin

Im Mai 2017 tagt die Jury, die über das Deutsche Internet-Institut entscheidet, zum zweiten und letzten Mal. Sie hatte im Frühjahr 2016 die Bayerische Akademie der Wissenschaften, die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, das Karlsruher Institut für Technologie, die Ruhr-Universität Bochum und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung für das weitere Verfahren berücksichtigt. Die genannten Institutionen arbeiten seitdem detaillierte Konzepte aus, die die Jurymitglieder überzeugen sollen. Für den Aufbau des Instituts, das sich informationstechnischen Themen u.a. aus sozial- und rechtswissenschaftlicher sowie ethischer Sicht widmen soll, sind in den ersten fünf Jahren bis zu 50 Millionen Euro vorgesehen. In die Jury hat Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka u.a. Prof. Dr. Viktor Mayer-Schönberger (University of Oxford), Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW, Schweiz), Katharina Borchert (Mozilla Corporation, Chief Innovation Officer), Prof. Dr. Urs Gasser (Harvard University), Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf (Julius-Maximilians-Universität Würzburg), Prof. Dr. Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen), Dr. Constanze Kurz (Chaos Computer Club und Netzpolitik.org) und Dr. Catharina Maracke (Keio University) berufen.

Abb.: Der Netzbürger wird erforscht

Daimler und Benz Stiftung zu Pflegerobotik

Gegen 15 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treffen am 12. und 13. September 2017 in der Villa der gemeinnützigen Daimler und Benz Stiftung in Ladenburg zusammen, tragen vor und diskutieren zu Pflegerobotern. Die Stiftung engagiert sich immer wieder in Bezug auf Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) und mit Blick auf moralische und soziale Themen, wie 2015 mit einer Tagung zur Roboterethik. Der Workshop ermöglicht technische, wirtschaftliche, medizinische und ethische Reflexionen über Pflegeroboter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen im Rahmen der Ladenburger Diskurse kontrovers und konstruktiv diskutieren und zu neuen Erkenntnissen gelangen. Die wissenschaftliche Leitung obliegt Prof. Dr. Oliver Bendel. Er lud im Namen der Stiftung Wirtschaftswissenschaftler, Robotiker, Informatiker, Mediziner und Moralphilosophen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und UK ein. Bisher liegen elf Zusagen vor. Die Ergebnisse des Workshops werden in einem Herausgeberband zusammengefasst. Sie richten sich an ein breites Publikum. Letztlich müssen die Krankenhäuser, die Pflegeheime und die Patientinnen und Patienten bzw. Seniorinnen und Senioren entscheiden, wie die Pflege der Zukunft aussehen soll.

Abb.: Bei der Hochzeit denkt man noch nicht an die Pflege

Sexroboter am Goldsmiths in London

Der internationale Kongress “Love and Sex with Robots” startete am 19. Dezember 2016 mit einem Vortrag von Oliver Bendel. In der Professor Stuart Hall von Goldsmiths, University of London, versammelten sich zahlreiche interessierte Wissenschaftler und Journalisten. Die erste Keynote hielt Kate Devlin (Department of Computing at Goldsmiths, University of London). Der erste Kongress der Reihe fand 2014 auf Madeira statt, der zweite war für Malaysia geplant, wurde aber von den dortigen Behörden verboten. Oliver Bendel führte am 19. Dezember Interviews mit SWR2, SWR3, Deutschlandradio Kultur, WDR und ARD. Das Interview mit dem WDR liegt in schriftlicher Form vor, unter dem Titel “Können wir eines Tages Roboter lieben?” Im Teaser heißt es: “Liebespuppen gab es schon in der Antike. Mit moderner Technik können wir sie heutzutage zum Leben erwecken. Doch wie gehen wir mit Sex-Robotern um? Und was, wenn diese Maschinen eines Tages ein Bewusstsein entwickeln?” (Website WDR) Am 20. Dezember wurde die Konferenz zu Ende geführt. Weitere Informationen über loveandsexwithrobots.org.

Abb.: Keynote von Kate Devlin

Der Roboterkopf Flobi

Bei den VDI-Konferenzen “Humanoide Roboter” und “Assistenzroboter in der Produktion”, die zeitgleich am 13. und 14. Dezember 2016 in Aschheim bei München stattfanden, gab es zahlreiche hochkarätige Vorträge und mehrere Exponate. Zu letzteren gehörte Flobi, der “intelligente Roboterkopf”. Er gemahnt an den orakelnden Kopf des Vergil, der vor allem durch seinen doppeldeutigen Ratschlag berühmt geworden ist, an dem der Dichter der Legende nach verstarb, und an den sprechenden Kopf, der angeblich Gerbert von Aurillac (den Erzbischof von Reims und späteren Papst Silvester II.) beriet. Auf einer Informationskarte der Forscher des Exzellenzclusters Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) an der Universität Bielefeld steht geschrieben: “Er kann Emotionen ausdrücken und reagiert mimisch auf sein Gegenüber. Mithilfe von 16 Antriebselementen lächelt Flobi beispielsweise, schaut verschmitzt oder ernst. CITEC erforscht, wie und unter welchen Bedingungen Flobis Mimik Menschen motivieren kann – etwa zu längerem Durchhalten beim Ausdauertraining.” Am 14. Dezember wurden in Vorträgen der Konferenz “Humanoide Roboter” zwei weitere besondere Wesen vorgestellt. Der frischgebackene Doktor Daniel Kühn erläuterte die zwei- und vierbeinigen Posen des hominiden Roboters Charlie, Prof. Dr. Oliver Bendel die Lügenstrategien des Lügenbots, einer virtuellen Münchhausen-Maschine.

Abb.: Flobi macht Pause