Kategorie: Tagungen

KI und Robotik in Lugano

Im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) der Schweizerischen Eidgenossenschaft unterstützt regiosuisse seit dem Jahre 2008 die Umsetzung der Neuen Regionalpolitik (NRP). Das zweite “regiosuisse-Wissenschaftsforum” findet am 22. und 23. November 2018 in Lugano statt. Unter dem Titel “Digitalisierung in der Regionalentwicklung” richtet es sich an Forschende von Hochschulen oder privaten Forschungsinstituten, Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen, Regionen und RIS sowie regionale Projekt- und Innovationsträgerinnen und -träger. Die Keynotes stammen von Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW (“Künstliche Intelligenz und Robotik – Risiken und Chancen aus Sicht der Ethik”) und Stefan Kah von der University of Strathclyde (“Digitalisierung und Regionalentwicklung – die europäische Perspektive”). Prof. Dr. Emanuele Carpanzano von der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana spricht über “Industrie 4.0: Herausforderungen für Arbeit und Regionen”, Dr. Peter Moser von der HTW Chur zum Thema “Digitales Bergdorf Davos – Wie kann lokalen Akteuren der Zugang zum Wissen zur digitalen Transformation erleichtert werden?” Weitere Informationen über regiosuisse.ch.

Abb.: Am Lago di Lugano

Buch zu Pflegerobotern

Das Buch “Pflegeroboter”, herausgegeben von Oliver Bendel, bündelt technische, wirtschaftliche, medizinische und ethische Reflexionen über Pflegeroboter. “Pflegeroboter, im Moment noch mehrheitlich Prototypen, unterstützen oder ersetzen menschliche Pflegekräfte bzw. Betreuer. Sie bringen Kranken und Alten die benötigten Medikamente und Nahrungsmittel, helfen beim Hinlegen und Aufrichten oder alarmieren den Notdienst. Vorteile von Pflegerobotern sind durchgehende Verwendbarkeit und gleichbleibende Qualität der Dienstleistung. Nachteile sind Kostenintensität (bei möglicher Amortisation) und Komplexität der Anforderungen. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Oliver Bendel trafen sich im September 2017 Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen im Rahmen eines Ladenburger Diskurses der Daimler und Benz Stiftung, um über den aktuellen und künftigen Einsatz von Pflegerobotern zu sprechen und Forschungspotenziale zu identifizieren. Die Autoren gehen in ihren Beiträgen auch Fragen aus Wirtschafts-, Medizin- und Informationsethik nach: Wer trägt die Verantwortung bei einer fehlerhaften Betreuung und Versorgung durch die Maschine? Inwieweit kann diese die persönliche und informationelle Autonomie des Patienten unterstützen oder gefährden? Ist der Roboter eine Entlastung oder ein Konkurrent für Pflegekräfte? Antworten müssen von Wissenschaft und Gesellschaft gefunden werden.” (Information Springer) Das Buch kommt im November 2018 in gedruckter Form und als Open-Access-Ausgabe heraus. Weitere Informationen über www.springer.com/de/book/9783658226978. Zur Verfügung steht auch ein Flyer.

Abb.: Das Cover des neuen Buchs

Berliner Kolloquium zu Robotern in der Pflege

Prof. Dr. Oliver Bendel aus Zürich ist der wissenschaftliche Leiter des nächsten Berliner Kolloquiums. “Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik treffen sich einmal pro Jahr in der Hauptstadt für einen ganzen Tag zum etablierten Berliner Kolloquium der Daimler und Benz Stiftung. Die Themenkomplexe werden von der Stiftung vorgegeben. Sie reichen von aktuellen Fragestellungen der Mensch-Maschine-Schnittstelle, der Molekularmedizin, der Neuro- und Kulturwissenschaften über die Psychologie, Ökologie, Urbanistik und Informatik bis hin zu Kommunikations- und Managemententwicklungen.” (Website Daimler und Benz Stiftung) Im Mai 2019 geht es um “Roboter in der Pflege”. Oliver Bendel hat als Informations- und Maschinenethiker zu diesem Thema zahlreiche Vorträge gehalten und Artikel verfasst sowie den letztjährigen Ladenburger Diskurs mit diesem Fokus veranstaltet. Im Spätherbst 2018 kommt das von ihm herausgegebene Springer-Buch “Pflegeroboter” heraus, das Beiträge renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und UK enthält. Informationen zur Daimler und Benz Stiftung sind über www.daimler-benz-stiftung.de verfügbar.

Abb.: In der Kuppel des Reichstags

Understanding AI & Us

The international workshop “Understanding AI & Us” will take place in Berlin (Alexander von Humboldt Institute for Internet and Society) on 30 June 2018. It is hosted by Joanna Bryson (MIT), Janina Loh (University of Vienna), Stefan Ullrich (Weizenbaum Institute Berlin) and Christian Djeffal (IoT and Government, Berlin). Birgit Beck, Oliver Bendel and Pak-Hang Wong are invited to the panel on the ethical challenges of artificial intelligence. The aim of the workshop is to bring together experts from the field of research reflecting on AI. The event is funded by the Volkswagen Foundation (VolkswagenStiftung). The project “Understanding AI & Us” furthers and deepens the understanding of artificial intelligence (AI) in an interdisciplinary way. “This is done in order to improve the ways in which AI-systems are invented, designed, developed, and criticised.” (Invitation letter) “In order to achieve this, we form a group that merges different abilities, competences and methods. The aim is to provide space for innovative and out-of-the-box-thinking that would be difficult to pursue in ordinary academic discourse in our respective disciplines. We are seeking ways to merge different disciplinary epistemological standpoints in order to increase our understanding of the development of AI and its impact upon society.” (Invitation letter)

Fig.: The Humboldt Box in Berlin

Security and Privacy as Topics on Maui

Since the late 1960s, “the Hawaii International Conference on System Sciences (HICSS) has been known worldwide as the longest-standing working scientific conferences in Information Technology Management” (Website HICSS). In 2019, one of the tracks is dedicated to the health sector. “Addressing the complexities of today’s healthcare issues requires more than one perspective. The Information Technology in Healthcare Track serves as a forum at which healthcare, computer science, and information systems professionals can come together to discuss issues related to the application of information technology in healthcare. In bringing technical, behavioral, clinical, and managerial perspectives together, this track provides a unique opportunity to generate new insights into healthcare problems and solutions.” (Website HICSS) The track includes the minitrack “Security and Privacy Challenges for Healthcare”: “Digitizing healthcare services can provide many new benefits and opportunities. However, it can also introduce new research challenges in terms of protecting the security and privacy security of patient data and electronic health records.” (Website HICSS) In the year 2019, the conference will take place on the island of Maui. Paper submission deadline is 15 June 2018, 11:59 pm HST. Further information is available on the HICSS website.

Fig.: On the island of Maui

Co-Robots in der Moral

Die Konferenz “Smarte Maschinen im Einsatz – Künstliche Intelligenz in der Produktion” fand am 15. Mai 2018 am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart statt. Schirmherrin war Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL (Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg). Prof. Dr. Oliver Bendel bildete mit seinem Vortrag über “Co-Robots aus Sicht von Informations- und Maschinenethik” den Schlusspunkt der Veranstaltung. Der schweizerischen SonntagsZeitung, deren Wissenschaftsredakteur angereist war, stand er Rede und Antwort. Das Interview wurde am 20. Mai 2018 als zentraler Bestandteil eines Einseiters veröffentlicht, der hier heruntergeladen werden kann. Vor allem geht es um Co-Robots aus Sicht der Ethik. Am Ende wird auch Kapitalismuskritik geäußert. Oliver Bendel ist für eine Reichensteuer und für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Robotersteuer muss nach seiner Ansicht diskutiert werden, hat aber mehr Nach- als Vorteile.

Abb.: Beitrag in der SonntagsZeitung

Reading Faces

Face recognition is the automated recognition of a face or the automated identification, measuring and description of features of a face. In the 21st century, it is increasingly attempted to connect to the pseudoscience of physiognomy, which has its origins in ancient times. From the appearance of persons, a conclusion is drawn to their inner self, and attempts are made to identify character traits, personality traits and temperament, or political and sexual orientation. Biometrics plays a role in this concept. It was founded in the eighteenth century, when physiognomy under the lead of Johann Caspar Lavater had its dubious climax. In the paper “The Uncanny Return of Physiognomy”, the basic principles of this topic are elaborated; selected projects from research and practice are presented and, from an ethical perspective, the possibilities of face recognition are subjected to fundamental critique in this context, including the above examples. Oliver Bendel presented his paper on 27 March 2018 at Stanford University (“AI and Society: Ethics, Safety and Trustworthiness in Intelligent Agents”, AAAI 2018 Spring Symposium Series). The PDF is available here.

Fig.: Reading faces

Konferenz bei Heidelberg zu Pflegerobotern

“Pflegeroboter, so die Idee für die Zukunft, unterstützen oder ersetzen menschliche Pflegekräfte bzw. Betreuerinnen und Betreuer. Sie bringen und reichen Kranken und Alten benötigte Nahrungsmittel oder Medikamente, helfen ihnen beim Hinlegen und Aufrichten oder alarmieren den Notdienst. Beispiele für Prototypen mit solchen Fähigkeiten sind die Roboter Jaco, Cody, Robear, Twendy-One und Hobbit. Bei der Entwicklung maschineller Pflegesysteme sind derzeit vor allem Deutschland und Japan führend. Zu diesem aktuellen Thema fand der Ladenburger Diskurs ‘Pflegeroboter’ statt, den der Informations- und Maschinenethiker Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz leitete.” So beginnt der Beitrag auf den Seiten 26 und 27 im Jahresbericht 2017 der Daimler und Benz Stiftung, der im Frühjahr 2018 erschienen ist. Die Konferenz wurde vom 12. bis 13. September 2017 im Carl-Benz-Haus in Ladenburg bei Heidelberg durchgeführt. Bereits am 11. September traf man sich zum Abendessen. Der Jahresbericht kann über www.daimler-benz-stiftung.de/cms/images/dbs-bilder/publikationen/Jahresbericht-2017.pdf heruntergeladen werden. Der Herausgeberband erscheint im Spätsommer 2018 bei Springer (Open Access).

Abb.: Vor dem Carl-Benz-Haus (Foto: Daimler und Benz Stiftung/Dorn)

11. Ulmer Robotertag

Der “11. Ulmer Robotertag” beleuchtet “Roboter in der digitalen Transformation”. “Als digitale Transformation oder digitaler Wandel wird ein auf digitalen Technologien basierender Veränderungsprozess der Gesellschaft bezeichnet, welcher starken Einfluss auf die industrielle Produktion nimmt.” (Flyer 11. Ulmer Robotertag) Verbunden mit dem digitalen Wandel seien große Chancen wie zum Beispiel effizientere Produktionsprozesse und Abläufe, aber auch neue Herausforderungen, beispielsweise durch den notwendigen radikalen Strukturwandel. “Als eine Schlüsseltechnologie für die digitale Produktionstransformation werden hierbei Industrie- und Serviceroboter verstanden. Um das Verständnis wie auch den Transfer in der Region zu stärken, widmet sich der diesjährige 11. Ulmer Robotertag diesem Thema. Die Veranstaltung wird in bewährter Weise in Zusammenarbeit von Hochschule Ulm und Mitsubishi Electric Europe durchgeführt.” (Flyer 11. Ulmer Robotertag) Dr. Alexander Hildebrandt (Festo AG & Co. KG) widmet sich der “Druckluft als Antriebsmedium für die Robotik”, Prof. Dr. Christian Schlegel (Hochschule Ulm) der “Servicerobotik in der Intralogistik”, um nur zwei Vorträge herauszugreifen. Im vergangenen Jahr hatte Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) bei der Jubiläumsveranstaltung zum Thema “Kollege und Kollegin Roboter – schöne neue Welt!” vorgetragen. Weitere Informationen über de3a.mitsubishielectric.com/UlmerRobotertag.

Abb.: Der Münsterplatz

Ethik und KI in Kalifornien

Die Technical Reports des AAAI 2018 Spring Symposium “AI and Society: Ethics, Safety and Trustworthiness in Intelligent Agents” sind Ende April 2018 erschienen. Zum Download stehen u.a. bereit “From GOODBOT to BESTBOT” (Oliver Bendel), “The Uncanny Return of Physiognomy” (Oliver Bendel), “The Heart of the Matter: Patient Autonomy as a Model for the Wellbeing of Technology Users” (Emanuelle Burton et al.), “Trustworthiness and Safety for Intelligent Ethical Logical Agents via Interval Temporal Logic and Runtime Self-Checking” (Stefania Costantin et al.), “Ethical Considerations for AI Researchers” (Kyle Dent), “Interactive Agent that Understands the User” (Piotr Gmytrasiewicz et al.), “Toward Beneficial Human-Level AI … and Beyond” (Philip C. Jackson Jr.), “Towards Provably Moral AI Agents in Bottom-Up Learning Frameworks” (Nolan P. Shaw et al.), “An Architecture for a Military AI System with Ethical Rules” (Yetian Wang et al.) und “Architecting a Human-Like Emotion-Driven Conscious Moral Mind for Value Alignment and AGI Safety” (Mark R. Waser et al.). Das Symposium fand vom 26. bis zum 28. März 2018 an der Stanford University statt. Für die Maschinenethik wie auch für Informationsethik und Roboterethik ist die Konferenzreihe seit Jahren eine der wichtigsten Plattformen weltweit.

Abb.: Eine Skulptur in San Francisco

Der Blick der Schweiz auf die Maschinenethik

In seiner Keynote auf der “Minds Mastering Machines” in Köln am 25. April 2018 hat Oliver Bendel die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf eine Reise mitgenommen, u.a. nach Prag, Krakau, Stanford, Fort Lauderdale und Wien. Auf Konferenzen, die dort stattfanden, präsentierte er in den letzten Jahren Konzepte und Artefakte der Maschinenethik. In Prag waren es das Roboterauto-Problem und die dazugehörige quantifizierende und qualifizierende Formel, die 2012 entwickelt wurden, in Stanford ab 2016 ein tierfreundliches Auto, ein tierfreundlicher Staubsaugerroboter und gute und böse Chatbots. In Krakau diskutierte er mit Ron Arkin vom Georgia Tech auf dem Podium, ob man betrügerische Roboter bauen darf. Eine Teilnehmerin der Konferenz, Shirin Glander, protokollierte in Köln mit und twitterte das Ergebnis über @ShirinGlander … Sie hat in ihrer Zeichnung sozusagen den Blick der Schweiz auf die Maschinenethik eingefangen. “Die Minds Mastering Machines wendet sich mit ihrem technischen Fokus an Softwareentwickler und -architekten, Data Scientists, Projekt- und Teamleiter sowie Forscher.” (Website MMM)

Abb.: Die Zeichnung von Shirin Glander

Über die Schönheit weiblicher Roboter

Die Hersteller humanoider Roboter ahmen gerne Frauen nach. Es gibt mehrere Gründe dafür, und manche hat auch Hiroshi Ishiguro genannt, der in Wien bei der Konferenz “Robophilosophy” neben Joanna Bryson und Oliver Bendel eine Keynote gegeben hat. Frauen wirken, so eine Annahme, vertrauenswürdiger und anziehender auf uns als Männer. Gerade Kinder erschrecken nicht vor ihnen, selbst wenn es gar keine Menschen sind. Eine andere Annahme ist, dass Frauen und ihre künstlichen Ebenbilder vieles gemeinsam haben, weil Frauen selbst künstliche Elemente in sich und auf sich tragen. Die meisten Frauen schminken sich, überdecken Unreinheiten und Farbveränderungen, entfernen Haare, manche korrigieren scheinbare Mängel und Fehler mit Hilfe von Einspritzungen und Schönheitsoperationen. Tatsächlich sehen manche Frauen, die viel an sich gemacht haben und haben machen lassen, ein wenig aus wie Roboter, und genau das ist günstig für die Hersteller. Das Resultat sind Maschinen wie Sophia und Erica (die von Ishiguro geschaffen wurde). Sie sind künstliche Geschöpfe, gestaltet nach der künstlichen Schönheit der Frau. Dass es auch anders geht, zeigt ein männlicher humanoider Roboter, der Werbung für “Westworld” macht. Mit viel Akribie hat man ihm Haare verpasst, auf den Armen, im Gesicht, kleine Warzen und Male. Gerade dadurch sieht er besonders real (und interessant) aus. Es wäre an der Zeit, einen weiblichen Roboter zu schaffen, der sich an der natürlichen Schönheit der Frau orientiert. Nicht, um das eine oder das andere Verhalten zu kritisieren, sondern um Stereotype aufzubrechen. Künstlerisch und technisch möglich ist das allemal. Ishiguros Geminoid ist übrigens ein eigener Fall. Er orientiert sich an der künstlichen Schönheit des Mannes.

Abb.: Roboter können Stereotype festigen und aufbrechen

Netzkommunikation in Krisensituationen

Die Friedrich-Ebert-Stiftung lädt in der Reihe denkraum_medien wieder zu einer Diskussionsrunde ein, dieses Mal unter dem Titel “Ausfall im Störfall? Netzkommunikation in Krisensituationen”. Den Impulsvortrag hält die Autorin und IT-Compliance-Managerin Dr. Aleksandra Sowa. Aus der Medienmitteilung: “Das Internet ist global zum primären und alternativlosen Kommunikationsnetz geworden. Aber das Medium erweist sich als störanfällig und öffnet Tür und Tor für verschiedene Formen des Missbrauchs. Ob eine an alle Bewohner Hawaiis abgeschickte SMS, die vor einem Raketenangriff warnt, oder eine automatische Ansage in der Berliner U-Bahn, die dazu auffordert, geschlossene Räume nicht zu verlassen: Für die Menschen ist kaum zu unterscheiden, ob eine echte Gefahr droht oder ob es sich um einen Fehlalarm oder eine Notfallübung handelt. Sind Hacker in die Frühwarnsysteme eingedrungen und testen ihr Können? Sind ausländische Cyberkrieger im Netz unterwegs, um für Massenpanik zu sorgen? Was kann, muss oder darf der Staat tun, um seine Bürger angesichts einer – wahren oder fiktiven – Krise verlässlich zu informieren, aufzuklären und zu schützen? Wieweit steht die Privatwirtschaft, in deren Händen sich fast vollständig die kritischen Infrastrukturen befinden, in der Verantwortung?” Weitere Informationen über www.fes.de.

Abb.: Auch auf Kauai herrschte Entsetzen

Videos zur Handelsblatt-Jahrestagung

Am Rande der Handelsblatt-Jahrestagung “Strategisches IT-Management” (15. bis 17. Januar 2018 in München) wurden Interviews mit den Vortragenden geführt und aufgezeichnet. Am zweiten Tag hatte zuerst Prof. Dr.-Ing. habil. Alois C. Knoll (Lehrstuhlinhaber für Echtzeitsysteme und Robotik, Technische Universität München) zum Human-Brain-Projekt der EU referiert, danach Dr. Martin Hofmann, Group CIO, Volkswagen AG über “Augmented Intelligence: AI in enterprise context”. Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik, Hochschule für Wirtschaft FHNW) war auf “Die Ethik als Partnerin von Robotik und KI” eingegangen. Im Video erläutert er, was Maschinenethik ist. Auf dem Panel hatten er, Prof. Dr.-Ing. habil. Alois C. Knoll, Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf (Leiter der Forschungsstelle RobotRecht, Julius-Maximilians-Universität Würzburg) und Dr. Ole Wintermann (Senior-Projektleiter, Co-Founder, Blogger, Bertelsmann Stiftung) zum Thema “Sind intelligente Maschinen und Roboter die besseren Menschen?” diskutiert. Auch dazu steht ein Video zur Verfügung. Alle Videos finden sich über veranstaltungen.handelsblatt.com/it-jahrestagung/videos-2018/.

Abb.: Oliver Bendel bei seinem Vortrag (Foto: Handelsblatt)

AI and Society III

Das “AAAI 2018 Spring Symposium on AI and Society: Ethics, Safety and Trustworthiness in Intelligent Agents” an der Stanford University ging am 27. März 2018 um 9.15 Uhr in die zweite Runde (oder in die dritte, wenn man die Halbtage zählt). Den Invited Talk hielt Emma Brunskill, Stanford University, zum Thema “Beyond Expected Reward: Considerations for Reinforcement Learning in High Stakes Domains”. Sie stellte die Frage, wie ein Agent aus Erfahrung lernen kann, gute Entscheidungen zu treffen, wenn die Erfahrung kostspielig oder risikobehaftet ist. Die Session “Applications and Interactive Agents” startete mit “Interactive Agent that Understands the User”. Piotr Gmytrasiewicz präsentierte ein assistierendes KI-System namens MARTHA. Emanuelle Burton stieß in “The Heart of the Matter” vor und fragte nach der “Patient Autonomy as a Model for the Wellbeing of Technology Users” (so der Untertitel). Sie stellte eine Case Study mit dem Titel “Joe the heart patient” vor. In “The Uncanny Return of Physiognomy” kritisierte Oliver Bendel neuere Verfahren der Gesichtserkennung, mit denen z.B. sexuelle Orientierungen und kriminelle Tendenzen festgestellt werden sollen, und ordnete sie Physiognomik, der Pseudowissenschaft von Lavater und Co. sowie Biometrik in ihrer unseriösen Form (in der Tradition von Peter Camper) zu.

Abb.: Auch am zweiten Tag war bestes Wetter in Stanford

AI and Society II

Nach dem Lunch ging es beim Symposium “AI and Society” am 26. März 2017 um 14.00 Uhr weiter mit der Session “Ethics and Moral Agents”. Umang Bhatt trug vor zum Thema “Maintaining The Humanity of Our Models”. Er ging auf eine Krankheitsdiagnose durch ein KI-System und später auf Obdachlose in L.A. ein und setzte dies in Beziehung zur Bias-Problematik. In “Ethics as Aesthetic for Artificial General Intelligence” stellte Dan Ventura die Frage: “How can we ensure an AI agent behaves ethically?” Er schlug den Schönheitssinn als Bestandteil der Metaethik vor. Rafal Rzepka betonte in “Importance of Contextual Knowledge in Artificial Moral Agents Development”, dass Fühlen, Beobachten und Zählen wichtig für moralisches Verhalten seien, wobei das Fühlen nicht die Domäne von Computern sei. Er setzt auf Geschichten als Grundlage für die Entscheidungen der Systeme. Abschließend fand die Discussion Session statt, moderiert von Venerable Tenzin Priyadashi und Judy Wajcman.

Abb.: Unter den Blüten an der Stanford University

AI and Society I

Das Symposium “AAAI 2018 Spring Symposium on AI and Society: Ethics, Safety and Trustworthiness in Intelligent Agents” an der Stanford University begann am 26. März 2018 um 9 Uhr. Den Invited Talk hielt Vince Conitzer, Duke University, über “Moral Artificial Intelligence, Kidney Exchanges, and Societal Tradeoffs”. Er diskutierte ausführlich das Parking Game. Sodann stellte er die Moral Machine des MIT vor und ging auf einen “kidney exchange algorithm” und “underdemanded pairs” ein. Von 11.00 bis 12.30 Uhr fand die Session “Moral Decision Making” statt. In “Towards Provably Moral AI Agents in Bottom-up Learning Frameworks” forderten Nolan P. Shaw und Ryan W. Orr “robustness”, “simplicity”, “consistence” und “universality” von ihren moralischen Maschinen; diese sollen über neuronale Netzwerke von moralischen Agenten aller Art lernen. In “A Military AI System with Ethical Rules” brachte Yetian Wang Knowledge Representation und Machine Learning zusammen. Der letzte Vortrag vor dem Mittagessen – das man in den Cafés der Umgebung bei Bilderbuchwetter einnahm – war “Preferences and Ethical Principles in Decision Making”. Das Thema von Kristen Brent Venable waren CP-Nets.

Abb.: Das Wahrzeichen der Stanford University

Programme of AAAI Spring Symposium

The tentative schedule of AAAI 2018 Spring Symposium on AI and Society at Stanford University (26 – 28 March 2018) has been published. On Tuesday Emma Brunskill from Stanford University, Philip C. Jackson (“Toward Beneficial Human-Level AI … and Beyond”) and Andrew Williams (“The Potential Social Impact of the Artificial Intelligence Divide”) will give a lecture. Oliver Bendel will have two talks, one on “The Uncanny Return of Physiognomy” and one on “From GOODBOT to BESTBOT”. From the description on the website: “Artificial Intelligence has become a major player in today’s society and that has inevitably generated a proliferation of thoughts and sentiments on several of the  related issues. Many, for example, have felt the need to voice, in different ways and through different channels, their concerns on: possible undesirable outcomes caused by artificial agents, the morality of their use in specific sectors, such as the military, and the impact they will have on the labor market. The goal of this symposium is to gather a diverse group of researchers from many disciplines and to ignite a scientific discussion on this topic.” (AAAI website)

Fig.: On the campus of Stanford University

Artificial Voices of Sex Robots and Love Dolls

In love and sex, the voice is a decisive factor. It not only matters what is said, but also how it is said. Pitch, volume and personal expression are important to attract and retain potential partners. The same goes for sex robots and love dolls, and is true for chatbots and virtual assistants with sexual orientation as well. If you are not working with ordinary recordings, they all need artificial voices (if you decide to use voices at all). The synthetization of voices, or speech synthesis, has been an object of interest for centuries. Today, it is mostly realized with a text-to-speech system (TTS), an automaton that interprets and reads aloud. This system refers to text which is available for instance in a knowledge base or on a website. Different procedures have been established to adjust the artificial voice. A recently published article by Oliver Bendel examines how the Speech Synthesis Markup Language (SSML) can be used for sex robots and love servants. Existing tags, attributes and values are categorized in the present context and new ones are proposed to support the purpose of the special machines. In addition, a short ethical discussion takes place. The article “SSML for Sex Robots” is part of the new Springer book “Love and Sex with Robots“.

Fig.: The artificial voices of sex robots must be specially designed

Intimate Relationships with Robots

In a few days the book “Love and Sex with Robots”, edited by David Levy and Adrian D. Cheok, will be published. From the information on the Springer website: “This book constitutes the refereed proceedings of the Third International Conference on Love and Sex with Robots, LSR 2017, held in December 2017, in London, UK. The 12 revised papers presented together with 2 keynotes were carefully reviewed and selected from a total of 83 submissions. One of the biggest challenges of the Love and Sex with Robots conference is to engage a wider scientific community in the discussions of the multifaceted topic, which has only recently established itself as an academic research topic within, but not limited to, the disciplines of artificial intelligence, human-computer interaction, robotics, biomedical science and robot ethics etc.” Included are contributions by Oliver Bendel (“SSML for Sex Robots”), Sophie Wennerscheid (“Posthuman desire in robotics and science fiction”) and Dr. Rebekah Rousi (“Lying cheating robots – robots and infidelity”). The book can be pre-ordered via www.springer.com/de/book/9783319763682. Already on the market is the book with the same title, which contains the contributions of the LSR 2016 at Goldsmiths.

Fig.: The cover of the new book (photo: Springer)