Kategorie: Tagungen

Industrieroboter in der Einstein-Stadt

In Ulm wurde nicht nur Albrecht Ludwig Berblinger geboren, der einen der ersten Flugapparate gebaut hat, sondern auch, über hundert Jahre später, Albert Einstein. Heute sind in der Großstadt am Fuße der Schwäbischen Alb mehrere renommierte Hochschulen und Forschungseinrichtungen angesiedelt. Am 22. Februar 2017 findet dort zum 10. Mal der Ulmer Robotertag statt. Veranstalter sind die Hochschule Ulm und Mitsubishi Electric Europe. “Auf der Jubiläumsveranstaltung präsentieren unsere Referenten nicht nur neueste Trends der Greifertechnik und der Servicerobotik, sondern setzen sich auch mit den ethischen Aspekten einer sich rasant verändernden Arbeitswelt auseinander.” (Flyer Ulmer Robotertag) “Industrie-Anwendungen und Vorstellung der Applikationen im Foyer” – damit beginnt Wolfram Zielke von Mitsubishi Electric Europe B.V. den Kongress. Daran schließt der Vortrag “Kollege und Kollegin Roboter – schöne neue Welt!” von Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) an. “Robotergestützte Rauheits- und Formmessung mit einem Streulichtsensor” ist der Titel des nächsten Beitrags (Rainer Brodmann, OptoSurf GmbH), gefolgt von “Entwicklung und Herstellung einer vollautomatischen Regen-/Lichtsensor-Montagelinie unter Anwendung von Mitsubishi-Robotern” (Dieter Süß, Schiller Automation). Nach dem Mittagessen werden weitere Vorträge, Vorführungen und Ausstellungen geboten. Detaillierte Informationen über www.hs-ulm.de.

Abb.: Das Stadthaus in Ulm

Zweite Sitzung der DII-Jury in Berlin

Im Mai 2017 tagt die Jury, die über das Deutsche Internet-Institut entscheidet, zum zweiten und letzten Mal. Sie hatte im Frühjahr 2016 die Bayerische Akademie der Wissenschaften, die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, das Karlsruher Institut für Technologie, die Ruhr-Universität Bochum und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung für das weitere Verfahren berücksichtigt. Die genannten Institutionen arbeiten seitdem detaillierte Konzepte aus, die die Jurymitglieder überzeugen sollen. Für den Aufbau des Instituts, das sich informationstechnischen Themen u.a. aus sozial- und rechtswissenschaftlicher sowie ethischer Sicht widmen soll, sind in den ersten fünf Jahren bis zu 50 Millionen Euro vorgesehen. In die Jury hat Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka u.a. Prof. Dr. Viktor Mayer-Schönberger (University of Oxford), Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW, Schweiz), Katharina Borchert (Mozilla Corporation, Chief Innovation Officer), Prof. Dr. Urs Gasser (Harvard University), Prof. Dr. Eric Hilgendorf (Julius-Maximilians-Universität Würzburg), Prof. Dr. Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen), Dr. Constanze Kurz (Chaos Computer Club und Netzpolitik.org) und Dr. Catharina Maracke (Keio University) berufen.

Abb.: Der Netzbürger wird erforscht

Daimler und Benz Stiftung zu Pflegerobotik

Gegen 15 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treffen am 12. und 13. September 2017 in der Villa der gemeinnützigen Daimler und Benz Stiftung in Ladenburg zusammen, tragen vor und diskutieren zu Pflegerobotern. Die Stiftung engagiert sich immer wieder in Bezug auf Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) und mit Blick auf moralische und soziale Themen, wie 2015 mit einer Tagung zur Roboterethik. Der Workshop ermöglicht technische, wirtschaftliche, medizinische und ethische Reflexionen über Pflegeroboter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen im Rahmen der Ladenburger Diskurse kontrovers und konstruktiv diskutieren und zu neuen Erkenntnissen gelangen. Die wissenschaftliche Leitung obliegt Prof. Dr. Oliver Bendel. Er lud im Namen der Stiftung Wirtschaftswissenschaftler, Robotiker, Informatiker, Mediziner und Moralphilosophen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und UK ein. Bisher liegen elf Zusagen vor. Die Ergebnisse des Workshops werden in einem Herausgeberband zusammengefasst. Sie richten sich an ein breites Publikum. Letztlich müssen die Krankenhäuser, die Pflegeheime und die Patientinnen und Patienten bzw. Seniorinnen und Senioren entscheiden, wie die Pflege der Zukunft aussehen soll.

Abb.: Bei der Hochzeit denkt man noch nicht an die Pflege

Sexroboter am Goldsmiths in London

Der internationale Kongress “Love and Sex with Robots” startete am 19. Dezember 2016 mit einem Vortrag von Oliver Bendel. In der Professor Stuart Hall von Goldsmiths, University of London, versammelten sich zahlreiche interessierte Wissenschaftler und Journalisten. Die erste Keynote hielt Kate Devlin (Department of Computing at Goldsmiths, University of London). Der erste Kongress der Reihe fand 2014 auf Madeira statt, der zweite war für Malaysia geplant, wurde aber von den dortigen Behörden verboten. Oliver Bendel führte am 19. Dezember Interviews mit SWR2, SWR3, Deutschlandradio Kultur, WDR und ARD. Das Interview mit dem WDR liegt in schriftlicher Form vor, unter dem Titel “Können wir eines Tages Roboter lieben?” Im Teaser heißt es: “Liebespuppen gab es schon in der Antike. Mit moderner Technik können wir sie heutzutage zum Leben erwecken. Doch wie gehen wir mit Sex-Robotern um? Und was, wenn diese Maschinen eines Tages ein Bewusstsein entwickeln?” (Website WDR) Am 20. Dezember wurde die Konferenz zu Ende geführt. Weitere Informationen über loveandsexwithrobots.org.

Abb.: Keynote von Kate Devlin

Der Roboterkopf Flobi

Bei den VDI-Konferenzen “Humanoide Roboter” und “Assistenzroboter in der Produktion”, die zeitgleich am 13. und 14. Dezember 2016 in Aschheim bei München stattfanden, gab es zahlreiche hochkarätige Vorträge und mehrere Exponate. Zu letzteren gehörte Flobi, der “intelligente Roboterkopf”. Er gemahnt an den orakelnden Kopf des Vergil, der vor allem durch seinen doppeldeutigen Ratschlag berühmt geworden ist, an dem der Dichter der Legende nach verstarb, und an den sprechenden Kopf, der angeblich Gerbert von Aurillac (den Erzbischof von Reims und späteren Papst Silvester II.) beriet. Auf einer Informationskarte der Forscher des Exzellenzclusters Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) an der Universität Bielefeld steht geschrieben: “Er kann Emotionen ausdrücken und reagiert mimisch auf sein Gegenüber. Mithilfe von 16 Antriebselementen lächelt Flobi beispielsweise, schaut verschmitzt oder ernst. CITEC erforscht, wie und unter welchen Bedingungen Flobis Mimik Menschen motivieren kann – etwa zu längerem Durchhalten beim Ausdauertraining.” Am 14. Dezember wurden in Vorträgen der Konferenz “Humanoide Roboter” zwei weitere besondere Wesen vorgestellt. Der frischgebackene Doktor Daniel Kühn erläuterte die zwei- und vierbeinigen Posen des hominiden Roboters Charlie, Prof. Dr. Oliver Bendel die Lügenstrategien des Lügenbots, einer virtuellen Münchhausen-Maschine.

Abb.: Flobi macht Pause

Podiumsdiskussion über täuschende Maschinen

“Should we develop robots that deceive?” Diese Frage diskutierten Ron Arkin (Georgia Tech), Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW), Jaap Hage (Universiteit Maastricht) und Mojca Plesnicar (Inštitut za kriminologijo pri Pravni fakulteti v Ljubljani) auf dem Podium der Konferenz “Machine Ethics and Machine Law”. Ron Arkin forschte wiederholt für das Pentagon an Robotern, die Maschinen und Personen täuschen und Personen und Einrichtungen schützen. Er stellte Tiere vor, die andere Tiere täuschen, und skizzierte, wie dieses Verhalten auf Roboter übertragen werden kann. Oliver Bendel, der Vater des LIEBOT, formulierte sechs Thesen. Die fünfte lautete: “We should … develop deceptive and lying machines to be able to fight against deceptive and lying machines.” Und er kam zum Schluss: “After all, deceptive and lying machines are important for the improvement of artificial intelligence.” Nach den Statements von Jaap Haage und Mojca Plesnicar diskutierte man miteinander und mit dem Publikum, angeleitet und vermittelt von Amit Kumar Pandey (SoftBank Robotics). Die Konferenz am 18. und 19. November 2016 in Krakau dürfte nach dem Symposium “Ethical and Moral Considerations in Non-Human Agents” (21. – 23. März in Stanford) die wichtigste internationale Konferenz für Maschinenethik im Jahre 2016 gewesen sein. An den zwei Tagen trugen u.a. Ron Arkin, Oliver Bendel (zusammen mit Kevin Schwegler), Elizabeth Kinne, Lily Frank, Joanna Bryson und Kathleen Richardson vor. Es liegt ein Proceedingsband mit den Extended Abstracts vor.

Abb.: Nach der Podiumsdiskussion

Internationale Konferenz zur Medienethik

Eine internationale Konferenz zur Medienethik veranstaltet die Fakultät für Kommunikation der Universität von Sevilla. Sie findet statt vom 23. bis 24. März 2017. Organisiert wird sie von der Universität von Sevilla, der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko und der Pompeu-Fabra-Universität (Barcelona). “Active citizenship and media accountability” sind laut Call for Papers die Themen. Das Abstract mit maximal 1000 Wörtern muss bis zum 31. Januar 2017 an icmesevilla@gmail.com geschickt werden. Man wird innerhalb von zehn Tagen über Annahme oder Ablehnung benachrichtigt. Der fertige Beitrag muss bis 28. Februar 2017 eingereicht werden. Weitere Informationen über congreso.us.es/mediaethics.

Abb.: In Sevilla

Swiss Re Life & Health Forum 2016

Beim Swiss Re Life & Health Forum 2016 am 25. November in München wird es unter anderem um Künstliche Intelligenz (KI) gehen. Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW trägt vor zum Thema “Künstliche Intelligenz: Vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan” und beantwortet die Frage: “Was kommt auf die digitalisierte Gesellschaft zu?” Dr. Andrea Cornelius, Vice President, Global Insurance, IBM Cognitive Solutions, widmet sich im Anschluss daran einem ganzen Spektrum, “Von neuen Serviceangeboten über das Underwriting bis hin zur Leistungsprüfung“, und stellt die Frage “Werden kognitive Lösungen die Versicherungswirtschaft revolutionieren?” Auf dem Podium diskutieren dann der Wissenschaftler und die Unternehmensvertreterin mit Markus Unterkofler, Head Client Management Germany L&H, Swiss Re, und Marcus Nagel, Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe Deutschland. Es moderiert Dr. Ralf Krüger von Swiss Re. Weitere Informationen über www.swissre.com/events/swiss_re_LH_forum_think_tomorrow.html.

Abb.: Das Gebäude der Swiss Re in London

Machine Ethics and Machine Law

Die Konferenz “Machine Ethics and Machine Law” am 18. und 19. November in Krakau dürfte nach dem Symposium “Ethical and Moral Considerations in Non-Human Agents” (21. – 23. März in Stanford) die wichtigste internationale Konferenz für Maschinenethik im Jahre 2016 sein. Die Keynotes am 19. November stammen von Ron Arkin (“Lethal Autonomous Robots and the Plight of the Noncombatant”) und Amit Pandey (“Contemporary Issues on Ethical Intelligence of a Socially Intelligent Consumer Robot”). In der darauffolgenden Podiumsdiskussion geht es um die Frage: “Should we develop robots that deceive?” Es diskutieren Ron Arkin, Oliver Bendel, Jaap Hage und Mojca Plesnicar. In den Sessions am Nachmittag referieren u.a. Oliver Bendel, Lily Frank und Kathleen Richardson. Jaap Hage hält am 19. November seine Keynote zur Frage “Under which circumstances can we hold a machine responsible for its acts?”, Ewa Lukasik ihre Keynote über “Human Autonomy and the Hazards of Principle Agency in an Era of Expanding AI”. Es folgen eine weitere Podiumsdiskussion und Vorträge u.a. von Luís Moniz Pereira und Georgi Stojanov. Das gesamte Programm kann über die Website der Konferenz (machinelaw.philosophyinscience.com/technical-program/) eingesehen werden; dort findet sich auch der Proceedingsband mit den Abstracts.

Abb.: Ist Obelix so freundlich, wie er tut?

VDI-Zukunftskonferenz zu humanoiden Robotern

Die VDI-Zukunftskonferenz “Humanoide Roboter” beschäftigt sich, so die Website, “mit dem Menschen nachempfundenen Robotern”. “Das Themenspektrum reicht dabei von Design und Gestaltung über die kognitive Planung bis hin zu Anwendungsbeispielen.” Leiter der Konferenz ist Prof. Dr. Frank Kirchner vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Auf der Website heißt es weiter: “Was für viele wie Science Fiction klingt, könnte bald schon Realität sein. Menschenähnliche Roboter, die in Umgebungen agieren, die für den Menschen geschaffen sind und für den Menschen entworfene Werkzeuge benutzen. Damit würden sich die Einsatzmöglichkeiten für Roboter enorm erweitern. Zudem versprechen sich viele Experten durch humanoide Roboter auch eine verbesserte Interaktion zwischen Mensch und Roboter.” Prof. Dr. Karsten Berns von der TU Kaiserslautern trägt zusammen mit Steffen Schütz über dynamisches zweibeiniges Laufen nach menschlichem Vorbild vor, Dr. Robert Haschke von der Universität Bielefeld über Taktilsensorik für anthropomorphe Roboterhände, um nur zwei Beispiele zu nennen. “Der LÜGENBOT als Umsetzung einer Münchhausen-Maschine” lautet der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Er hat zusammen mit Kevin Schwegler im Kontext der Maschinenethik einen Chatbot entwickelt, der unter Verwendung interner Strategien und externer Dienste und Quellen lügt, dass sich die Balken biegen. Der LÜGENBOT aka LIEBOT hat eine eigene Website, nämlich www.luegenbot.ch bzw. www.liebot.org. Er ist als Vertreter der einfachen unmoralischen Maschinen nicht nur an sich interessant, sondern hilft auch dabei, einfache moralische Maschinen zu entwickeln, nämlich solche, die in ihren Aussagen verlässlich und vertrauenswürdig sind. Die Fachtagung findet vom 13. bis 14. Dezember 2016 in Aschheim bei München statt. Das Programm kann hier heruntergeladen werden.

Ladenburger Diskurs zu Pflegerobotern

Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW lädt in diesen Tagen renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Ladenburger Diskurs 2017 über Pflegeroboter ein. Am 12. und 13. September arbeitet man in der Villa der Daimler und Benz Stiftung in Ladenburg zusammen, trägt vor und diskutiert. Pflegeroboter unterstützen oder ersetzen – so die Idee – menschliche Pflegekräfte bzw. Betreuerinnen und Betreuer. Sie bringen und reichen Kranken und Alten die benötigten Medikamente und Nahrungsmittel, helfen ihnen beim Hinlegen und Aufrichten oder alarmieren den Notdienst. Die Daimler und Benz Stiftung engagiert sich immer wieder in Bezug auf Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) und mit Blick auf moralische und soziale Themen, wie 2015 mit einer Tagung zur Roboterethik. Der Workshop ermöglicht technische, wirtschaftliche, medizinische und ethische Reflexionen über Pflegeroboter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Wissenschaft – die Ethiker werden ausschließlich Vertreter der Moralphilosophie, nicht der Moraltheologie sein – sollen kontrovers und konstruktiv diskutieren und zu neuen Erkenntnissen gelangen. Die Anwesenheit von Entwicklern und Anwendern und mindestens eines Prototyps wird angestrebt. Nach der Veranstaltung erscheint eine gemeinsame Publikation in einem Fachverlag als Sammlung der verschriftlichten Vorträge. Über den Ladenburger Diskurs 2017 wird auf informationsethik.net und maschinenethik.net berichtet.

Abb.: Pflegeroboter und Oberärztin im Gespräch

Autonomisierung und Cyborgisierung

Automatisierte Maschinen und (teil-)autonome Systeme verbreiten sich immer mehr. Zugleich verschmelzen Menschen und Maschinen, Menschen vermessen sich bei Aktivitäten (Quantified Self), zeichnen ihr Leben auf (Lifelogging), ergänzen und verbessern Körper und Geist und werden zu Cyborgs. Das Europäische Parlament in Brüssel widmet sich diesen Entwicklungen am 8. September 2016 von 9.30 bis 13.00 Uhr. Titel der Veranstaltung, zu der Jan Philipp Albrecht einlädt, ist “Merging of man and machines: questions of ethics in dealing with emerging”. Der Newsletter DIGITAL AGENDA wartet mit folgenden Informationen auf: “The Working Group Green Robotics would like to invite you to a public hearing on ‘Merging of man and machines: questions of ethics in dealing with emerging technology’. With this and further discussions we would like to develop a position on how society should respond to questions like How will our lives and our society change with the increasing fusion with modern technology? What role have politics and law in this context? Is there a need for regulation and if so, how? How can human rights be addressed?” Im Track “Ethics & Society: Examples of how our lives, values and society will change” sprechen drei Expertinnen und Experten zu den genannten Themen, nämlich Yvonne Hofstetter (Direktorin der Teramark Technologies GmbH), Prof. Dr. Oliver Bendel (Professor an der Hochschule für Wirtschaft FHNW) und Constanze Kurz (Sprecherin des CCC). Der Track “Politics & Law: Examples of how we do/can debate and regulate this field” wird bestritten von Juho Heikkilä (Bereichsleiter bei DG Connect) und Dr. Hielke Hijmans (Special Advisor at the Offices of the European Data Protection Supervisor). Zwei weitere Vortragende sind Enno Park (Vorsitzender von Cyborgs e.V.) und Dana Lewis (Unternehmensgründerin). Weitere Informationen über www.janalbrecht.eu/termine/merging-of-man-and-machines-questions-of-ethics-in-dealing-with-emerging-technology.html.

Abb.: Organische und technische Strukturen finden zueinander

Roboterautos am Gendarmenmarkt

In der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt fand am 14. Juni 2016 das DVR-Forum “Automatisiertes Fahren und Ethik” statt. Der Untertitel “Welche Entscheidungen wollen wir Maschinen überlassen?” deutete den Schwerpunkt an. An der Podiumsdiskussion nahmen Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW), Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf (Universität Würzburg), Prof. Dr. Jürgen Leohold (Volkswagen AG), Prof. Dr. Volker Lüdemann (Hochschule Osnabrück) und Prof. Klaus Kompaß (BMW Group) teil. Es moderierte Monika Jones von der Deutschen Welle. Bendel sprach sich dafür aus, die Roboterautos auf der Autobahn fahren zu lassen. Innenstädte seien in den nächsten Jahren kaum beherrschbar. Als Maschinenethiker sieht er nur geringe Chancen, dass befriedigende Regeln und Formeln in Bezug auf Tod und Leben von menschlichen Verkehrsteilnehmern entwickelt werden. Seine Forschung konzentriert sich daher darauf, dass Haus- und Wildtieren mit Hilfe von Fahrerassistenzsystemen und Roboterautos geholfen wird. Hilgendorf wies darauf hin, dass ein utilitaristisches Durchzählen in manchen Fällen durchaus vom Recht gedeckt sei. Lüdemann problematisierte Roboterautos als Datenkraken. Kompaß und Leohold sprachen aus der Perspektive der deutschen Automobilindustrie, die – wie mehrere Diskutanten bemerkten – unter immer mehr Druck aus dem Silicon Valley gerät. Dieses geriet zum Sinnbild des Wandels in der Branche und war mit einem Mal in Berlins Mitte. Weitere Informationen über www.tag-der-verkehrssicherheit.de.

Abb.: Oliver Bendel auf dem Podium (Foto: DVR)

Überlegungen zur Tier-Maschine-Interaktion

“Überlegungen zur Disziplin der Tier-Maschine-Interaktion” hat Oliver Bendel beim Workshop “Berechnete Tiere” an der Universität Bochum angestellt. Man kann ihnen am 18. Juni 2016 ab 18.05 Uhr in DRadio Wissen folgen, in der Hörsaal-Reihe. In der Tier-Maschine-Interaktion geht es um Design, Evaluierung und Implementierung von (höherentwickelten bzw. komplexeren) Maschinen und Computersystemen, mit denen Tiere und die mit Tieren interagieren und kommunizieren. Die Tier-Maschine-Interaktion geht in der Tier-Computer-Interaktion (wenn man diesen Begriff eng fasst) nicht auf, da manche Maschinen (etwa Roboter) mehr als Computer sind. Sie sind häufig mobil und intelligent und bewegen sich durch eine natürliche und künstliche Umwelt und sammeln dabei Eindrücke, die ihre Entwickler nicht vollständig vorauszusehen vermögen, und sie können die physische Welt nicht nur mit virtuellen Mitteln auswerten, sondern auch im materiellen Sinne beeinflussen. In einigen Fällen sind die betroffenen Maschinen auch gar nicht verbunden mit Computertechnologien. In seinem Vortrag vom 22. April erläutert der Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker – sein Studium der Philosophie in den 80er-Jahren umfasste auch die Tierethik – den Begriff der Tier-Maschine-Interaktion und stellt Beispiele aus dem Anwendungsgebiet sowie für einfache moralische Maschinen vor, die sich durch Tierfreundlichkeit auszeichnen. Der Podcast ist nach dem 18. Juni über www.dradiowissen.de/hoersaal abrufbar.

Abb.: Ist das schon eine Interaktion?

Arbeiten 4.0

Eine Tagung zum “Arbeiten 4.0″ findet an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart am 15. Juni 2016 statt. In der Pressemitteilung heißt es: “Die Digitalisierung hat bereits in den letzten 20 Jahren sichtbar unseren Alltag verändert. Auch die Arbeitswelt wird gerade umgebaut. Von wem? Und wie werden wir in Zukunft arbeiten? Wer oder was wird uns dabei bestimmen? Wie und wohin wird sich unsere Gesellschaft weiterentwickeln?” (Website IDW) Und weiter: “Referenten aus der Arbeitsforschung, der Bildungsarbeit, aus Soziologie, Philosophie und Ethik stellen Fragen zur Zukunft der Arbeit in der digitalisierten Gesellschaft und laden das Publikum zur Diskussion ein.” (Website IDW) So thematisiert Prof. Dr. Simone Dietz (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) aus ethischer Perspektive die “Heimliche Arbeit im digitalen Raum”. Weitere Informationen zur Veranstaltung des Instituts für Digitale Ethik (IDE) über https://idw-online.de/de/news653713.

Abb.: Eine Bibliothek in Stuttgart

Ein Cyborg in St. Gallen

Im Rahmen der Veranstaltung “Mobile Connectivity im Unternehmen” fand am 1. Juni 2016 in St. Gallen eine Panel-Diskussion zu “Future Mobile Innovation: Visions, Business, Barriers” statt. Moderatorin war Barbara Josef, jahrelang Leiterin Kommunikation bei Microsoft Schweiz. Auf dem Podium saßen Dr. Pekko Vehviläinen, “The Most Quantified Man in Finland” und CEO von Digital Health Solutions Ltd., Christoph Gugl, Head of Integrated Care bei der Helbling Technik AG, Reto C. Zbinden, Rechtsanwalt und CEO der Swiss Infosec AG und Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft FHNW. Der charismatische Finne mit dem implantierten Chip eröffnete mit einem Vortrag. Der Cyborg trackt permanent seine Funktionen und Aktivitäten und speichert die Daten in seiner Hand, zwischen Daumen und Zeigefinger. Dann kamen die anderen Panel-Teilnehmer ins Spiel. Gugl argumentierte im Sinne der Wirtschaft, Zbinden aus der Rechtswissenschaft heraus, Bendel aus der Moralphilosophie heraus, genauer aus Sicht der Informationsethik. Die Diskussion spannte sich von der Datensparsamkeit bis hin zum Transhumanismus. Die Gastgeberin, Prof. Dr. Andrea Back von der Universität St. Gallen, beschenkte alle mit einem knappen Kilo Schokolade. Danach stellte noch Gonzalo Tudela, CEO von Vandrico Solutions Inc., dutzende Wearables und die dazugehörigen Anwendungsfälle vor.

Considerations in Non-Human Agents

The proceedings of the AAAI conference 2016 have been published in March 2016 (“The 2016 AAAI Spring Symposium Series: Technical Reports”). The symposium “Ethical and Moral Considerations in Non-Human Agents” was dedicated to the discipline of machine ethics. Ron Arkin (Georgia Institute of Technology), Luís Moniz Pereira (Universidade Nova de Lisboa), Peter Asaro (New School for Public Engagement, New York) and Oliver Bendel (School of Business FHNW) spoke about moral and immoral machines. The contribution “Annotated Decision Trees for Simple Moral Machines” (Oliver Bendel) can be found on the pages 195 – 201. In the abstract it is said: “Autonomization often follows after the automization on which it is based. More and more machines have to make decisions with moral implications. Machine ethics, which can be seen as an equivalent of human ethics, analyses the chances and limits of moral machines. So far, decision trees have not been commonly used for modelling moral machines. This article proposes an approach for creating annotated decision trees, and specifies their central components. The focus is on simple moral machines. The chances of such models are illustrated with the example of a self-driving car that is friendly to humans and animals. Finally the advantages and disadvantages are discussed and conclusions are drawn.” The proceedings can be ordered via www.aaai.org.

Fig.: Oliver Bendel, Cindy Mason, Luís Moniz Pereira and others in Stanford

Chancen und Risiken von Smart Cams

Am 23. und 24. Juni 2016 findet in Berlin der Workshop “Chancen und Risiken von Smart Cams im öffentlichen Raum” statt. Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung des vom BMBF geförderten Forschungsprojekts ChaRiSma an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und des Datenschutz-Beirats der Deutschen Bahn. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Jürgen Taeger (Universität Oldenburg) und Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a.D.) werden Referate aus technischer und rechtlicher Perspektive gehalten u.a. von Prof. Dr. Helmut Krcmar (TU München), Bernd H. Harder (Mitglied im Hauptvorstand des BITKOM e.V.), Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin und Prof. Dr. Susanne Boll-Westermann (OFFIS Institut für Informatik). Es folgen Statements zum Regulierungsbedarf zum Schutz der Persönlichkeitsrechte u.a. von Dr. Tim Ostermann (MdB, CDU-/CSU-Fraktion), Dennis Rohde (MdB, SPD) und Dr. Konstantin von Notz (MdB, Grüne) sowie Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler (Universität Oldenburg) und Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW). Dr. Edgar Rose (Universität Oldenburg) berichtet aus Projektsicht. Die Schlussworte stammen von Klaus-Dieter Hommel (stv. Vorsitzender Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft) und Prof. Dr. Jürgen Taeger. Auf der Website von ChaRiSma wird erklärt: “Zentrales Ziel des Vorhabens ist es, … rechtliche Regelungen zu entwickeln, die den vielfältigen Interessen gerecht werden und zugleich wirksam in die Praxis umzusetzen sind. Sie sollen insbesondere Persönlichkeitsrechte schützen, ohne die Freiheit der technischen Anwendung übermäßig zu beschränken.” Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Webcams gibt es schon seit langer Zeit

Roboter in der Pflege

Am 2. Mai 2016 fand in Wien eine öffentliche Sitzung der österreichischen Bioethikkommission zum Thema “Von Mensch und Maschine: Roboter in der Pflege” statt. Wegen des großen Andrangs war sie in den Kassensaal, wo früher Geldgeschäfte getätigt wurden, verlegt worden, einen prächtigen Saal der Bundesregierung. Zunächst trafen sich die Referenten zu einem Hintergrundgespräch mit Pressevertretern im Bundeskanzleramt am Minoritenplatz. Nach einem Mittagessen im Café Landtmann ging man in den Kassensaal hinüber. Die Vorsitzende der Bioethikkommission, Christiane Druml, eröffnete die Veranstaltung. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW referierte zu Maschinen- und Informationsethik und zu ethischen Fragen des Einsatzes von Pflegerobotern. Er ist der Meinung, dass diese die persönliche Autonomie von Patienten verbessern, aber auch deren informationelle Autonomie verletzen können. Mark Coeckelbergh, inzwischen an der Universität Wien tätig, fragte nach den Anforderungen in der Pflege und wie Pflegeroboter, auch aus Sicht der Maschinenethik, dazu passen, und Michael Decker vom KIT in Karlsruhe präsentierte ein aktuelles Projekt in diesem Bereich. Grundsätzliche Technologiekritik übte Jutta Weber von der Universität Paderborn. Markus Wohlmannstetter von der Krankenanstalt Rudolfstiftung nahm die Perspektive der Pflegerinnen und Pfleger ein. Ina Wagner, Mitglied der Bioethikkommission, fasste die Ergebnisse zusammen. Im Anschluss stellten Mitglieder der Kommission und der Öffentlichkeit eine Stunde lang ihre Fragen, wobei nicht nur teilautonome Pflege-, sondern auch autonome Kampfroboter thematisiert wurden, deren Einsatz ein älterer Österreicher forderte, während Oliver Bendel sich dagegen aussprach, obwohl sie, wie er erklärte, nicht plündern, brandschatzen oder vergewaltigen, also auch gewisse Vorteile hätten. Am Ende wurden die Referenten, die der Alpenrepublik ihre Erkenntnisse honorarfrei übermittelt hatten, mit einem kräftigen Applaus verabschiedet. Weitere Informationen und Fotos über www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160503_OTS0014/bioethikkommission-diskutiert-den-einsatz-von-robotern-im-pflegebereich

Abb.: Oliver Bendel referiert vor der Bioethikkommission (Foto: Regina Aigner)

Der Datenmensch

Das 20. Berliner Kolloquium der Daimler und Benz Stiftung trägt den Titel “Der Datenmensch – Freiheit und Selbstbestimmung in der digitalen Welt”. In der Pressemitteilung heißt es: “Sobald wir Informationstechnologien nutzen, hinterlassen wir Datenspuren. Können wir in der digitalen Welt noch frei agieren oder werden wir zu vollkommen transparenten Datenmenschen mit einem gläsernen Ich? Und müssen wir die Auswertung unserer Daten generell hinnehmen, obwohl im Grundgesetz das Recht auf Selbstbestimmung verbürgt ist? Im Pressegespräch der Daimler und Benz Stiftung stehen Ihnen vier Experten als Gesprächspartner zur Verfügung.” (Pressemitteilung DuB-Stiftung, 14. April 2016) Diese sollen Fragen “zu den Auswirkungen der Informationstechnologien auf die Gesellschaft, zu den Schutzmöglichkeiten des Einzelnen und auch zum ökonomischen Wert von Daten erörtern” (Pressemitteilung DuB-Stiftung, 14. April 2016). Eingeladen wurden Prof. Dr. Alexander Roßnagel, Universität Kassel, Institut für Wirtschaftsrecht, Prof. Dr. Johannes Masing, Richter am Bundesverfassungsgericht, Florian Glatzner, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., Berlin, und Prof. Dr. Jeannette Hofmann, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH, Berlin. Das Kolloqium findet am Mittwoch, den 11. Mai 2016 von 10.00 bis 10.45 Uhr im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin statt. Weitere Informationen über www.daimler-benz-stiftung.de.

Abb.: Der Datenmensch (Foto: Daimler und Benz Stiftung)