Kategorie: Innovationen

Industrieroboter in der Einstein-Stadt

In Ulm wurde nicht nur Albrecht Ludwig Berblinger geboren, der einen der ersten Flugapparate gebaut hat, sondern auch, über hundert Jahre später, Albert Einstein. Heute sind in der Großstadt am Fuße der Schwäbischen Alb mehrere renommierte Hochschulen und Forschungseinrichtungen angesiedelt. Am 22. Februar 2017 findet dort zum 10. Mal der Ulmer Robotertag statt. Veranstalter sind die Hochschule Ulm und Mitsubishi Electric Europe. “Auf der Jubiläumsveranstaltung präsentieren unsere Referenten nicht nur neueste Trends der Greifertechnik und der Servicerobotik, sondern setzen sich auch mit den ethischen Aspekten einer sich rasant verändernden Arbeitswelt auseinander.” (Flyer Ulmer Robotertag) “Industrie-Anwendungen und Vorstellung der Applikationen im Foyer” – damit beginnt Wolfram Zielke von Mitsubishi Electric Europe B.V. den Kongress. Daran schließt der Vortrag “Kollege und Kollegin Roboter – schöne neue Welt!” von Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) an. “Robotergestützte Rauheits- und Formmessung mit einem Streulichtsensor” ist der Titel des nächsten Beitrags (Rainer Brodmann, OptoSurf GmbH), gefolgt von “Entwicklung und Herstellung einer vollautomatischen Regen-/Lichtsensor-Montagelinie unter Anwendung von Mitsubishi-Robotern” (Dieter Süß, Schiller Automation). Nach dem Mittagessen werden weitere Vorträge, Vorführungen und Ausstellungen geboten. Detaillierte Informationen über www.hs-ulm.de.

Abb.: Das Stadthaus in Ulm

Eine große, blaue, rollende Tonne

“Gita folgt auf dem Fuße: Die Piaggio-Tochter PFF hat einen schicken Roboter entwickelt, der Lasten wie Einkäufe nach Hause bringt. Gita ist schnell genug, um einem Fahrrad folgen zu können. Dabei nutzt sie eine interessante Art der Navigation.” (Golem, 3. Februar 2017) Dies meldet Golem am 3. Februar 2017. Auf Abbildungen, die durch die Medien gehen, ist eine große, blaue, rollende Tonne zu sehen. Während Paketroboter ihren Weg alleine finden müssen (ihnen wird meist nur bei einer Straßenüberquerung geholfen), kann sich Gita einfach an die Fersen des Besitzers heften – oder eben an das Hinterrad. Dabei lernt sie aber eine Strecke auch kennen und kann sie grundsätzlich auch alleine bewältigen. Gedacht ist Gita “eher als eine Art robotische Einkaufstasche auf Rädern denn als autonomer Lieferroboter wie etwa der von Starship Technologies” (Golem, 3. Februar 2017). Die Technik, so schreibt die Zeitschrift, dürfte der des Segway ähneln. Die Navigation erfolgt “per simultaner Lokalisierung und Kartenerstellung” (Golem, 3. Februar 2017). Wie der Paketroboter erhöht auch der automatische Rollkoffer die Komplexität in den Städten und wird zur Stolperfalle.

Abb.: Eine große, blaue, stehende Tonne

Ein Roboter kostet 4.45 Franken pro Stunde

“Ein Roboter kostet Fr 4.45 pro Stunde – und Sie?” – so der Titel eines Artikels in 20 Minuten vom 3. Februar 2017. Im Teaser heißt es: “Roboter werden immer billiger, die Verbreitung nimmt zu. Das dürfte auf Kosten von Arbeitsplätzen gehen. Das sei nicht zwingend nur schlecht, sagt ein Experte.” Oliver Bendel sieht die Robotisierung, Automatisierung und Autonomisierung in Fabriken grundsätzlich positiv. Kooperations- und Kollaborationsroboter arbeiten dort eng mit Menschen zusammen und nehmen ihnen anstrengende, verschleißende Tätigkeiten ab. Immer mehr Roboter werden universell einsetzbar, können beobachten und nachahmen und so neue Tätigkeiten erlernen. Es ist wichtig, dass sie mit ganz unterschiedlichen Werkzeugen ausgestattet sind, die zudem ausgewechselt werden können. Ohne Zweifel werden Hardwareroboter wie Industrie- und Serviceroboter sowie Softwareroboter auf Dauer einen erheblichen Teil der menschlichen Arbeit übernehmen können – dies zeigte im letzten Jahr auch eine WEF-Studie. Und weil sie zudem immer billiger werden, werden sie die erste Wahl der Unternehmen sein. Diese müssen die Gewinne, auch das betont Oliver Bendel, gerecht verteilen, und zwar nicht nur an die verbliebenen Mitarbeiter. Der Beitrag mit den Statements von Oliver Bendel und mit einem Interview mit ihm findet sich über www.20min.ch/finance/news/story/Ein-Roboter-kostet-Fr-4-45–pro-Stunde—und-Sie–19775617.

Abb.: Beim WEF in Davos

 

Die Erfahrung des Eintauchens

Im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler ist am 1. Februar 2017 ein neuer Beitrag erschienen. Die Kurzfassung lautet: “Virtuelle Realität (Virtual Reality, VR) ist eine computergenerierte Wirklichkeit mit Bild (3D) und in vielen Fällen auch Ton. Sie wird über Großbildleinwände, in speziellen Räumen (Cave Automatic Virtual Environment, kurz CAVE) oder über ein Head-Mounted-Display (Video- bzw. VR-Brille) übertragen. Bei Mixed Reality wird entweder Realität erweitert (Augmented Reality), wobei für die Darstellung und Wahrnehmung eine AR-Brille (oft Datenbrille genannt) benötigt wird, oder aber Virtualität, im Sinne der Kopplung mit der Realität.” In der Langfassung finden sich auch Aussagen aus den Bereichsethiken heraus: “Die Immersion, die Erfahrung des Eintauchens in die virtuelle Realität, kann bereichernd und verstörend sein. Während ihrer Dauer wird die normale Wirklichkeit je nach Grad mehr oder weniger zurückgedrängt, und es kann schwierig und aufwendig sein, in diese zurückzukehren und sich wieder in dieser zurechtzufinden, was Thema von Technik- und Informationsethik sein mag.” Der Beitrag von Oliver Bendel kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/virtuelle-realitaet.html aufgerufen werden.

Abb.: Die Erfahrung des Eintauchens kann verwirrend sein

Max Bill und Steve Jobs

Ein Interview mit Oliver Bendel ist in der neuen Mac Life (3/2017) erschienen, unter dem Titel “Die Diskussion um die elektronische Person hat eben erst begonnen!”. Grundlage war ein intensiver Austausch über Smartphones, Handyromane, die lange vor diesen existierten, die Vorbilder für das Design von Apple und virtuelle Assistenten wie Siri und Cortana. Publiziert wurden vor allem die Aussagen, die sich auf Smartphones und Assistenten bezogen. Zum Design führte der in der Schweiz lebende Wissenschaftler ursprünglich aus, dieses habe ihn an seine Kindheit erinnert: “In unserer Wohnung in Ulm stand der Schneewittchensarg von Braun. In meiner Studienzeit jobbte ich im Café Ulmer Brettle, wie es damals hieß. Mein Chef balancierte gerne mit dem stapelbaren Geschirr TC 100, das er sich geleistet hatte. Das stammte alles aus der Hochschule für Gestaltung in Ulm, der HfG, die von Otl Aicher und Max Bill geleitet und geprägt wurde. Inge Scholl hat sie mitbegründet. Sie habe ich mehrmals getroffen. Wir haben im Stadtarchiv Bilder von Hans und Sophie gesichtet und ausgesucht. In der Geburtsstadt von Max Bill habe ich auch eine Weile gewohnt, in Winterthur.” Er wünscht sich eine Renaissance guten Designs, wie er auch mit Blick auf Steve Jobs äußerte. Was würde der heute machen, wenn er noch leben würde? “Vielleicht würde er sich … Bügeleisen und Rasierapparate vorknöpfen. Damit steht es ja designmäßig nicht zum Besten.” Der finale Text kann auch online abgerufen werden, über medium.com/mac-life/interview-mac-life-oliver-bendel-aebde2c2a39b#.2qqwmthqv.

Abb.: Ein Tablet im Gebrauch

Maschinelle Moral im aktuellen P.M. Magazin

In der Februarausgabe von P.M. Magazin ist ein langes Interview mit Oliver Bendel abgedruckt. Am 9. September trafen sich der Redakteur Rüdiger Barth und der Wissenschaftler auf dem Campus Brugg-Windisch der FHNW und sprachen über Maschinenethik, Künstliche Intelligenz und Robotik. P.M. ist eine populärwissenschaftliche Zeitschrift und hat eine Auflage von ca. 163.000 Exemplaren. Der Titel des sechsseitigen Beitrags – neben dem Interview finden sich noch Informationen zu Oliver Bendel und zu den Robotikgesetzen von Isaac Asimov – lautet “Ich würde das Auto ein bisschen dumm lassen”. Der Informationsethiker und Maschinenethiker kann sich vorstellen, dass Autos klug genug sind, für bestimmte Tiere zu bremsen, wenn die Luft rein ist, sie aber zu dumm dafür sind, Menschen zu qualifizieren, auf ihre Eigenschaften zu schauen, um sie dann bei einem Unfall zu verschonen oder nicht zu verschonen, was man wiederum als klug bezeichnen könnte, da es keine befriedigenden Lösungen für solche Entscheidungen gibt. Auch das Quantifizieren ist, zumindest bei kleinen Zahlen, nicht angemessen. Warum sollte jemand getötet werden, nur weil zwei Passanten in der Nähe stehen? Kaum jemand würde das akzeptieren, der Betroffene nicht, die Familie nicht, die Freunde nicht. Die zwei Passanten wären natürlich aufgeschlossener für solche Abwägungen, aber auch nur, wenn sie zusammen unterwegs sind und nicht alleine, was wiederum die Ungerechtigkeit zeigt. Solche Gedankenspiele dürfen nicht mit der Wirklichkeit verwechselt werden. Sie sind aber ein klassisches Mittel, um Grundannahmen und Widersprüche zu erkennen und am Ende die Wirklichkeit auch gestalten zu können.

Abb.: Künstliche Intelligenz und maschinelle Moral

Münchhausen-Maschine

“Die Münchhausen-Maschine” – so der Titel eines Beitrags am 7. Januar 2017 bei Deutschlandradio Kultur (Breitband, 13.05  – 14.00 Uhr). “Können Maschinen lügen? Wenn man sie so programmiert wie der Maschinenethiker Oliver Bendel seinen Lügenbot, dann schon. Der produziert auf Basis von zehn Lügenstrategien Aussagen wie ‘Angela Merkel ist Bundeskanzlerin und die beste Rapperin der Welt’. Was können wir mit dieser ‘Lügen-Maschine’ herausfinden, wie dieses Wissen nutzen? Darüber sprechen wir mit seinem Erfinder Oliver Bendel.” (Website Deutschlandradio Kultur) Zudem geht es in der Sendung um Racial Profiling: “Der Tweet der Kölner Polizei mit dem Ausdruck ‘Nafri’ sorgte für Verärgerung im Netz. Aber er machte auf etwas aufmerksam, was in der Polizeiarbeit schon länger Praxis ist: Racial Profiling. Diese diskriminierende Ermittlungsmethode wird nicht nur von Menschen, sondern auch von Computern angewendet.” (Website Deutschlandradio Kultur) Und um Predicitive Policing, also “das Prinzip, mit Hilfe von Daten, statistischen Auswertungen und Profiling-Algorithmen Verbrechen erkennen und verhindern zu können”. “Wie viele Vorurteile im Predictive Policing stecken und wie die Polizei hierzulande arbeitet, hat sich Philip Banse gefragt.” (Website Deutschlandradio Kultur) Weitere Informationen über www.deutschlandradiokultur.de.

Abb.: Auch Pinocchio war ein Meister der Lüge

New Members of Dutch Advisory Board

The Netherlands Organisation for Scientific Research (NWO) supports and finances the thematic research programme Responsible Innovation (NWO-MVI). According to the responsible person, its aim is to carry out early phase research into ethical and societal issues related to innovation so that these can be taken into account during the design process. The input may come from information ethics, technology ethics and machine ethics or from other suitable disciplines. Researchers from the humanities, the technological and medical sciences and the social sciences can submit joint proposals, whereby a collaboration with partners from the private and public sector is possible and desirable. Prof. Dr. Oliver Bendel (University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland FHNW) was invited in summer 2016 to join the programme’s international advisory board which is composed of approximately ten members and which plays an important role in assessing the submitted proposals in terms of scientific quality and societal relevance. The decisions have been taken in December 2016. More information via www.nwo.nl.

Fig.: The meetings were held in Amsterdam

Der Roboterkopf Flobi

Bei den VDI-Konferenzen “Humanoide Roboter” und “Assistenzroboter in der Produktion”, die zeitgleich am 13. und 14. Dezember 2016 in Aschheim bei München stattfanden, gab es zahlreiche hochkarätige Vorträge und mehrere Exponate. Zu letzteren gehörte Flobi, der “intelligente Roboterkopf”. Er gemahnt an den orakelnden Kopf des Vergil, der vor allem durch seinen doppeldeutigen Ratschlag berühmt geworden ist, an dem der Dichter der Legende nach verstarb, und an den sprechenden Kopf, der angeblich Gerbert von Aurillac (den Erzbischof von Reims und späteren Papst Silvester II.) beriet. Auf einer Informationskarte der Forscher des Exzellenzclusters Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) an der Universität Bielefeld steht geschrieben: “Er kann Emotionen ausdrücken und reagiert mimisch auf sein Gegenüber. Mithilfe von 16 Antriebselementen lächelt Flobi beispielsweise, schaut verschmitzt oder ernst. CITEC erforscht, wie und unter welchen Bedingungen Flobis Mimik Menschen motivieren kann – etwa zu längerem Durchhalten beim Ausdauertraining.” Am 14. Dezember wurden in Vorträgen der Konferenz “Humanoide Roboter” zwei weitere besondere Wesen vorgestellt. Der frischgebackene Doktor Daniel Kühn erläuterte die zwei- und vierbeinigen Posen des hominiden Roboters Charlie, Prof. Dr. Oliver Bendel die Lügenstrategien des Lügenbots, einer virtuellen Münchhausen-Maschine.

Abb.: Flobi macht Pause

Ein Center for Advanced Internet Studies

“Was das Internet mit uns, unseren Beziehungen und unserer Kommunikation, mit der Demokratie, der Kultur und der Gesellschaft macht, werden Spitzenforscher aus dem In- und Ausland künftig in Bochum ergründen. Und das sollen sie erklärtermaßen nicht im Elfenbeinturm tun.” Dies meldet bochum.de unter der Überschrift “Neues Zentrum für Internetforschung in Bochum”. Entstehen soll ein Center for Advanced Internet Studies (CAIS). Weiter heißt es: “Das CAIS will im Dialog mit der Öffentlichkeit an der verantwortlichen Gestaltung des durch die Digitalisierung ausgelösten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Wandels aktiv mitwirken und den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern.” (Website bochum.de) Gründungsgesellschafter seien neben der Ruhr-Universität Bochum die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Westfälische Wilhelms-Universität Münster und das Grimme-Institut (Marl). Wie andere Quellen melden, soll das Zentrum auch ein erster Schritt zu einem “Deutschen Internet-Institut” sein. Über dieses wird im Frühjahr 2017 entschieden. Weitere Informationen über www.bochum.de.

Abb.: Wird solches Spielzeug künftig noch genutzt?

Virtuelle Realität im Funkhaus Europa

Bei “Funkhaus Europa – Cosmo” war Claudia D’Avino am 6. Dezember 2016 im Gespräch mit Oliver Bendel. Im ersten Interview unterschied der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker, der live aus dem SRF-Studio in Zürich zugeschaltet war, in Virtual Reality, Augmented Reality und eine Realität, in der Software- und Hardwareroboter zugegen sind. Er berichtete von eigenen Erfahrungen mit Oculus Rift. Im zweiten erklärte er, was moralische und unmoralische Maschinen sind, und gab Beispiele für Prototypen. Im dritten ging es um Gewalt im Virtuellen, mit Hilfe von Waffen oder über Formen der Sexualität. Oliver Bendel wies auf den Unterschied zwischen Büchern und Filmen auf der einen Seite und Computerspielen und VR-Anwendungen auf der anderen Seite hin. Dort sei man eher passiv, man konsumiere und lasse die Phantasie schweifen, hier sei man eher aktiv, man agiere und lebe die Phantasien aus. Als Ethiker würde er hier gerne zurücktreten und die Mediziner und Psychologen vortreten lassen. Wenn etwa Therapien möglich seien mit Hilfe der virtuellen Realität, dürfe es nicht zu vorschneller Ächtung von Gewalt in dieser kommen. Weitere Informationen zur Sendung und der Podcast über www.wdr.de/programmvorschau/funkhauseuropa/uebersicht/2016-12-06/.

Abb.: Das Funkhaus Europa sitzt in Köln

Internet und Psyche

“Internet und seelische Gesundheit” ist der Titel eines neuen interdisziplinären Förderprojekts der Daimler und Benz Stiftung. Man gehe der Frage nach, inwiefern das Internet “psychische Erkrankungen hervorrufen oder Einfluss auf die seelische Gesundheit nehmen kann” (Pressemitteilung Daimler und Benz Stiftung). In der Pressemitteilung heißt es: “Bahnbrechende technische Umwälzungen veränderten nicht nur die Alltagsabläufe und Gewohnheiten der Menschen, sondern auch deren Wahrnehmungen, Gefühle, Kommunikationsstrukturen und Selbstbild. Niemals zuvor jedoch wurde derart intensiv über die Auswirkungen auf die seelische Gesundheit einer solchen Entwicklung diskutiert wie nach der Einführung des Internets. Die Psychiatrie sollte bei dieser Diskussion – eigentlich – eine Expertenfunktion übernehmen. Gegenwärtig erweisen sich jedoch die meisten Urteile von Psychiatern und Psychologen mehr von der eigenen Haltung gegenüber moderner Technik als durch empirische Daten und wissenschaftliche Erkenntnisse geprägt. Hierfür gibt es Gründe: Eine wissenschaftliche Debatte zu diesem Thema findet innerhalb der Psychiatrie, abseits populistischer Zuspitzungen zum Thema ‘Internetsucht’ oder inhaltlich verkürzender populärwissenschaftlicher Werke, nicht statt. Gänzlich ungeachtet der Tatsache, dass zahlreiche Einwürfe widerlegt werden können, erfreuen diese sich in den Medien weiterhin großer Beliebtheit. Dieser Mangel an psychiatrischem Wissen über kausale Zusammenhänge zwischen Internetnutzung und seelischer Gesundheit steht in eklatantem Widerspruch zum öffentlichen Interesse an der Thematik.” (Pressemitteilung Daimler und Benz Stiftung) Weitere Informationen über www.daimler-benz-stiftung.de.

Abb.: Internet und Psyche (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Science Brunch zur Mobilkommunikation

Der Science Brunch wird zum 25. Mal durchgeführt. Bei der Jubiläumsveranstaltung der Forschungsstiftung FSM und der ETH Zürich geht es um Mobilkommunikation. Es erzählen, so die Website, vier Persönlichkeiten, “was und wie sie wissenschaftlich und beruflich mit der Technologie zu tun haben, wie sie persönlich und privat über die Mobilkommunikation denken und welche Wünsche oder Forderungen sie an den gesellschaftlichen Umgang mit digitalen Technologien haben” (Website FSM). Eingeladen sind Prof. Dr. Elsbeth Stern, ETH Zürich, Prof. Dr. Ortwin Renn, IAAS Potsdam, und Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft FHNW. Es moderiert Beat Glogger. “Die Mobilkommunikation ist allgegenwärtig wie kaum eine zweite Technologie. Ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung ist vergleichbar mit derjenigen des Autos. Smartphones sind aus den meisten Berufen nicht mehr wegzudenken und Handys prägen unsere Alltagsroutinen, unser Sozialleben, unser Verhalten und unsere Erwartungen an Dritte. Dabei gibt es Seiten, die man kritisch beobachten muss: mögliche gesundheitliche Effekte der Strahlung etwa, ständige Erreichbarkeit, die Befeuerung einer Ego- und Selfiekultur, sozialer Druck durch Peers oder Fragen zum Datenschutz.” (Website FSM) Weitere Informationen über www.emf.ethz.ch/de/angebot/veranstaltungen/science-brunches/science-brunch-25-jubilaeumsveranstaltung/.

Abb.: Das Smartphone hat unser Leben verändert

Die Zukunft in den Händen der Roboter

“Die Zukunft in den Händen der Roboter!” Mit dieser Schlagzeile wird ein Text zu einem Beitrag angeteasert, der am 24. November 2016 in Radio 32 ausgestrahlt wurde. “Es ist eine düstere Zukunft für KV-Angestellte. Bis zu 100‘000 Stellen könnten wegfallen. Dies unter anderem wegen der Digitalisierung und weil Roboter die Arbeit übernehmen. Das zeigt eine Studie im Auftrag des kaufmännischen Verbands Schweiz. Die Arbeit der Roboter sei Fluch und Segen zugleich, sagt Oliver Bendel, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Nordwestschweiz.” (Website Radio 32) Er ist der Meinung, dass uns Corobots in der Fabrik unterstützen können, etwa bei schweren körperlichen Arbeiten. Auch Bots und Agenten können uns helfen, beispielsweise bei Routinetätigkeiten im Büro. Künstliche Intelligenz, die derzeit einen enormen Aufschwung erlebt, ist in der Lage, auch wissenschaftliche und kreative Aufgaben zu übernehmen, von der Diagnose von Krankheiten bis hin zum Design von Autos. Es wird weniger Arbeit geben, und die Gesellschaft muss sich darauf einstellen. Dabei muss sie der Wirtschaft die Pflicht auferlegen, die Gewinne gerecht zu verteilen. Der Beitrag kann über die Website des Solothurner Radiosenders nachgehört werden, über www.radio32.ch?rub=33&newsId=31190.

Abb.: Die Zukunft in den Händen der Roboter

Die Vielfalt der Drohnen

Drohnen im Sinne von unbemannten Luftfahrzeugen existieren heute in vielfältiger Form, als Quadrokopter genauso wie als Oktokopter, im Betrieb ferngesteuert, teilautonom oder autonom. Man kann den militärischen, politischen, journalistischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und privaten Einsatz unterscheiden. Es finden sich etliche spezielle Bezeichnungen, sowohl im Deutschen als auch im Englischen. Eine Grafik, die über maschinenethik.net zur Verfügung gestellt wird, versucht mit Blick auf die Vielfalt der Drohnen etwas Ordnung zu schaffen. Es handelt sich um eine erste Version, die gegebenenfalls aktualisiert und adaptiert werden soll. Sie kann unter Angabe der Quelle und des Autors auf Websites und in Beiträgen verwendet werden. In der Grafik werden nicht zuletzt Beispiele für Anwendungen gegeben. Dutzende Möglichkeiten mussten aus Platzgründen weggelassen werden. So erfreuen sich Drohnen etwa bei Immobilienmaklern großer Beliebtheit, kann man doch Haus und Garten auch von oben und aus neuen Perspektiven zeigen, ohne dass man gleich einen Hubschrauber mieten muss. Überhaupt ist die Kostenersparnis ein wesentlicher Aspekt bei der Verbreitung der Drohnen. Zugleich stellen sich ethische Fragen; darauf geht etwa dieser Artikel im Informatik-Spektrum ein.

Abb.: Einsatzformen und Bezeichnungen von Drohnen

Gefahren und Chancen der Digitalisierung

“Gefahren und Chancen der Digitalisierung” – so der Titel einer Sendung im “Treffpunkt Europa” bei Euranet Plus, dem Radionetzwerk für EU-Nachrichten. Die Journalistin Urte Modlich ist im Gespräch mit Oliver Bendel, Professor an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Auf der Website wird erklärt, worum es geht: “Mit Hilfe einer klaren Strategie will die EU-Kommission die Digitalisierung der europäischen Wirtschaft vorantreiben – das Ziel dahinter: Europa soll im Wettbewerb mit der Welt bestehen können.” (Website Euranet Plus) Oliver Bendel erklärt, was das Internet der Dinge und was eine Public bzw. eine Private Cloud ist – und stellt technische Lösungen vor, die Nutz- und Wildtieren helfen können. Auch auf den Initiativbericht zu “Civil Law Rules on Robotics”, der von ihm auf Wunsch eines Abgeordneten des EU-Parlaments kommentiert wurde, geht er ein. Die Sendung mit insgesamt fünf Interviewteilen wurde am 6. November 2016 zum ersten Mal ausgestrahlt und kann über www.euranetplus.de/2016/11/06/gefahren-und-chancen-der-digitalisierung-treffpunkt-europa/ abgerufen werden.

Abb.: Zwischen Barcode und WiFi

Die Medienkompetenz an Schulen testen

Pro Juventute hat im November 2016 einen “kostenlosen Medienprofis-Test für die 3. bis 8. Klasse” lanciert. Auf der Website www.projuventute.ch heißt es: “98 Prozent der 12- bis 19-Jährigen in der Schweiz haben ein Smartphone. Sie nutzen die damit zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bisher aber oft ohne das nötige Knowhow und die erforderliche kritische Reflexion. Der Umgang mit Internet, Handy und sozialen Medien ist daher fester Bestandteil des Lehrplans 21. Für diesen wichtigen Schritt bietet Pro Juventute den Schulen nun einen innovativen, webbasierten Einstufungstest an, der das Medienwissen der Schülerinnen und Schüler misst und den Lehrpersonen darauf basierend Unterrichtsinhalte und Lehrmittel vorschlägt. Der sogenannte Medienprofis-Test ist der erste seiner Art. Entwickelt hat ihn die Pädagogische Hochschule Schwyz im Auftrag von Pro Juventute nach streng wissenschaftlichen Kriterien. Die Entwicklung des Tests wurde durch die finanzielle Unterstützung von Google.org im Rahmen einer mehrjährigen Partnerschaft mit Pro Juventute ermöglicht.” Und weiter: “Ab sofort können Lehrpersonen den Medienkompetenztest für die 3. bis 8. Klasse unter www.medienprofis-test.ch kostenlos nutzen. Der Medientest steht Schulen ab sofort in Deutsch und ab Frühjahr 2017 in Französisch und Italienisch zur Verfügung.” Auch informationsethische Fragen werden berührt, etwa im Falle von Sexting.

Abb.: Selfies und Sexting sind Phänomene, die Medienkompetenz erfordern

Robotersex in der NZZ am Sonntag

“Was hat Sex mit Technologie zu tun?” Das fragt Regula Freuler in einem zweiseitigen Artikel, der am 23. Oktober 2016 in der NZZ am Sonntag erschienen ist. “Am Anfang war der Sex, erst später kam die Liebe. So war das in der Geschichte der Menschheit. Die Geschichte der Technologie verläuft offenbar gleich: Seit Jahrzehnten wird an Maschinen und Computersystemen getüftelt, die unser Sexleben bereichern sollen, von Vibratoren bis zu Avataren. Dank künstlicher Intelligenz rückt die Sex-Tech-Industrie bald in eine neue Dimension vor: Sex-Roboter, die sich anfühlen wie ein Mensch und Dialoge führen können wie ein Mensch. Und was ist dann mit der Liebe? Werden wir Roboter lieben? Werden Roboter uns lieben?” (NZZ am Sonntag, 23. Oktober 2016) Zu Wort kommen Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW), Kate Darling (Research Specialist am MIT Media Lab), Kathleen Richardson (Senior Research Fellow in Roboterethik an der De Montfort University), David Levy (Schachmeister und Computerexperte), Sherry Turkle (Professorin für Science, Technology and Society am MIT) und Eva Illouz (Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem). Der Beitrag wurde von der NZZ am Sonntag freundlicherweise zur Verfügung gestellt und kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Kann man sich in Dinge verlieben?

Verlieben wir uns bald in Roboter?

In 10vor10 vom 7. Oktober 2016 fragte Romana Kayser vom SRF: “Verlieben wir uns bald in Roboter?” Auf der Website der Sendung wird erklärt: “Roboter werden immer effizienter und dringen in immer mehr Bereiche unseres Lebens vor. Steuern wir auf eine Zukunft hin, in der Menschen und Roboter nebeneinander – oder gar miteinander leben? Können Menschen echte Gefühle für Roboter entwickeln? Ein Blick auf Japan, eines der roboterbegeistertsten Länder der Welt.” Zu Wort kommt Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Er hat Beiträge zu Pflege-, Therapie- und Sexrobotern veröffentlicht und interessiert sich in seiner Forschung für die Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Er ist der Ansicht, dass diese immer einseitig bleiben wird und die Maschine darauf ab und zu hinweisen sollte; zugleich sei die Ideengeschichte voll mit Beispielen der Zuwendung zu künstlichen Kreaturen, von Pygmalions Liebe zu seiner Galatea bis hin zu Calebs Gefühlen für Ava in “Ex Machina”. Insofern ist eine Beziehung vorstellbar und möglich und vielleicht Inspiration für Kulturen und Individuen. Der Beitrag mit einer Länge von fast fünf Minuten kann über www.srf.ch/play/tv/10vor10/video/verlieben-wir-uns-bald-in-roboter?id=bdd4145c-4893-4805-b63f-9b1b310de1dd aufgerufen und heruntergeladen werden.

Abb.: Oliver Bendel im Interview in 10vor10

Wenn Gedanken den Computer steuern

SRF3 Input bringt am 2. Oktober 2016 kurz nach 20 Uhr den Beitrag “Menschmaschine: Wenn Gedanken den Computer steuern und umgekehrt”. “Heute können wir Computergames mit der Kraft der Gedanken spielen. Die Schnittstelle zwischen Hirn und Computer ermöglicht es auch gelähmten Menschen, Dinge wieder selbst in die Hand zu nehmen. Nur, wohin führt das?“ (Website SRF) Zu Wort kommt u.a. Kevin Warwick, Deputy Vice-Chancellor für Forschung an der Coventry University. “Prior that he was Professor of Cybernetics at The University of Reading, England. His research areas are artificial intelligence, control, robotics and biomedical engineering.” (Website Warwick) Zu Wort kommt auch Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW, der mit der Journalistin und Moderatorin Sabine Meyer im Gespräch war. Sie unterhielten sich auf dem Campus Brugg-Windisch über autonome Autos und Waffen sowie über Chancen und Risiken von Gedankensteuerung und -lesen. Die Input-Macher seien, so die Website, Grubenarbeiter. “Sie graben sich in einem Thema fest. Bringen Fakten ans Tageslicht. Schälen den Kern der Sache heraus. Tragen Meinungen zusammen. Bilden Stimmungen ab. Fördern Analysen zutage.” (Website Input) Weitere Informationen über www.srf.ch/sendungen/input.

Abb.: Wenn Computer die Gedanken lesen