Kategorie: Innovationen

Zum Abschluss von connectUS

Zum Abschluss von connectUS (Motto: “Innovation is the new black!”) standen noch weitere interessante Besuche auf dem Programm. Die Delegation lernte nach dem Treffen mit dem Generalkonsul ein Unternehmen in Brooklyn kennen, das Urban Gardening betreibt. In luftiger Höhe werden Salat und Gemüse angebaut und flattern Schmetterlinge herum. Motorisierte Maschinen werden auf dem Acker nicht eingesetzt. Am letzten Tag erklärte einer der Gründer von Livestream in Brooklyn das Konzept des Unternehmens. In Manhattan wurde man an die historischen Schauplätze rund um die Wall Street geführt. Nach zweieinhalb Wochen stand fest: Bei kaum einem anderen Format lernt man mehr über die Geschäftswelt und die Welt überhaupt. Man kann sich Fragen der Betriebswirtschaftslehre und der Wirtschaftsinformatik ebenso stellen wie der Wirtschafts- und Informationsethik. Die FHNW widmet sich damit nicht nur der Ausbildung, sondern auch der Bildung. Der Erfolg des Projekts ist Studierenden wie Julia Bachmann, Simon Marti, Noël Meschi und Raphael Civatti (Projektteam) und Fabienne Galli und Julien Weil (PR und Kommunikation) sowie jedem einzelnen Teilnehmer zu verdanken. Vom John F. Kennedy International Airport aus ging es zurück nach Zürich. Weitere Informationen zu connectUS über connectus.ch.

Abb.: Bei Brooklyn Grange

On the Top of the Rock

Am 18. April 2017 besuchte die Delegation aus Studierenden und Dozierenden der FHNW im Rahmen von connectUS Google in New York. Einen ganzen Tag nahm man sich Zeit für einen Sprint for Innovation. Die Studierenden und Dozierenden konzipierten eine App, die dem Benutzer bei der Bewältigung seiner privaten und dienstlichen Aufgaben helfen soll. Der Nachteil ist freilich, dass ein solches Programm für das Smartphone ein Datensauger sein kann. Ein großer Teil der angebotenen Apps dürfte einen anderen Zweck haben als den in der Beschreibung angegebenen. Das Unternehmen, das von unseren Daten lebt und uns auf den Straßen ohne unser Einverständnis aufnimmt, ist übrigens sowohl in Zürich als auch in den USA sehr darauf bedacht, dass in den eigenen Räumlichkeiten durch uns keine Daten generiert werden. Fotografieren ist nur im Eingangsbereich erlaubt, man muss festen Pfaden folgen, und Kontakt mit anderen Mitarbeitern ist nach Einschätzung von Oliver Bendel nicht erwünscht. Am Abend ging es dann hoch hinaus, auf das Rockefeller Center, das Top of the Rock. Die spektakulären Wolkenkratzer aus den 20er-, 30er- und 40er-Jahren, das Chrysler Building, das Waldorf-Astoria Hotel, das Empire State Building und das Rockefeller Center, sind die architektonischen Highlights der Stadt. In den darauffolgenden Tagen besuchte man noch das MoMA und das Schweizerische Generalkonsulat in New York, wo die Delegation vom Generalkonsul André Schaller persönlich begrüßt und eingeführt wurde.

Abb.: Blick vom Top of the Rock

Robotik und Design

“Android oder Maschine?” Das fragt die Mai-Ausgabe der Zeitschrift designreport (seit 13. April 2017 erhältlich). In der Ankündigung wird deutlich, worum es geht: “Kaum ein Technologiebereich entwickelt sich derzeit so dynamisch wie die Robotik. Unterstützt von den Fortschritten der Künstlichen Intelligenz steigern sich die Autonomie und damit auch die Anwendungsszenarien automatischer Systeme. Längst geht es nicht mehr nur um Industrieroboter, sondern um persönliche Alltagsassistenten, um Roboter für Medizin, Logistik, Sicherheit oder Mobilität. Die Artenvielfalt der Automaten wächst dynamisch – und damit eine ganz neue Aufgabe für das Design. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob und wie humanoid die neuen Roboter sein dürfen. Es geht vielmehr um die Gestaltung eines neuen technologischen Abschnittes und um die Art, wie wir künftig leben sowie arbeiten wollen. Das Design hat wesentlichen Einfluss auf die Nutzungsszenarien, aber auch auf die Akzeptanz der Maschinen.” (Website designreport) Die Redakteure stellen die neuesten Entwicklungen vor und berichten über einen Besuch der Ausstellung “Hello Robot” in Weil am Rhein. Enthalten sind auch Interviews, mit einem KUKA-Entwickler zu Industrierobotern und mit Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) zur Maschinenethik. Weitere Informationen über www.designreport.de.

Abb.: Auch Mähroboter brauchen ein gutes Design

connectUS am MIT

Der 14. April 2017 war für die Delegation aus Studierenden und Dozierenden der FHNW wieder ein besonderer Tag. Sie besuchte die Harvard University und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, das zuletzt mit der “moral machine”, einer Simulation zu autonomen Autos, Aufsehen erregt hatte. Empfangen worden war die Delegation von connectUS am Morgen von swissnex Boston, dem wissenschaftlichen schweizerischen Konsultat in Cambridge. Von einem Vertreter wurde sie zu den berühmten Hochschulen und ihren wichtigsten Plätzen und Einrichtungen geführt. Das Mittagessen fand im MIT statt, und im reichen internationalen Angebot waren auch vegetarische und vegane Gerichte enthalten. Eine weitere Station am Nachmittag war das CIC in Cambridge. Der CEO Tim Rowe begrüßte die Gruppe freundlich, eine Mitarbeiterin erklärte das Konzept, zu dem es auf der Website heißt: “C3 is a vibrant coworking center located at CIC. With well over 300 members, it is the largest coworking center in the Boston area, and is home to some of Boston’s most promising early-stage entrepreneurs.” Auch in Boston, St. Louis, Rotterdam und Miami ist man präsent, und in den nächsten 10 Jahren will man stark wachsen. Im Venture Cafe des CIC lernten die Studierenden künftige und erfolgreiche Start-up-Gründer kennen. Zum Abendessen ging man in das Hard Rock Cafe in Boston.

Abb.:  Am MIT

If you’re going to San Francisco, be sure …

Am 7. April 2017 besuchte die Delegation aus Studierenden und Dozierenden der FHNW im Rahmen von connectUS die Firmen und Einrichtungen DocuSign, swissnex und Microsoft in San Francisco. Sie bekam Informationen zu den Produkten und Dienstleistungen und zuweilen auch Insiderwissen vermittelt. DocuSign ermöglicht es Menschen weltweit, “Dokumente, Genehmigungen oder Vereinbarungen elektronisch zu unterzeichnen – mit jedem Gerät, in jeder Zeitzone” (Website DocuSign). Zu swissnex heißt es: “Together with science and technology counsellors based in Swiss embassies around the world, swissnex takes an active role in strengthening Switzerland’s leadership as a world-class location.” (Website swissnex) Jenseits der Vorträge gab es etliche interessante Erlebnisse. Ein selbstständig fahrendes Uber-Auto kreuzte den Weg der Delegation, mitten in Downtown, und die eigenen Emotionen wurden über eine fest installierte Anwendung mit einer Emotionserkennungssoftware identifiziert und klassifiziert, die auch bei interaktiven Werbeflächen eingesetzt werden kann. Unverkennbar ist überall der tiefe Graben, der durch die amerikanische Gesellschaft geht. Man lässt die Leute im öffentlichen Raum sterben, und Wirtschaft und Politik scheinen kein Interesse zu haben, die Ärmsten der Armen aufzufangen. Es mag das eine oder andere Angebot geben – aber viele Menschen haben schwerwiegende psychische Probleme oder nicht mehr die Kraft, sich in eine Ecke zu schleppen, sodass sie mitten auf dem Weg liegen.

Abb.: Die Maschine erkennt Emotionen

Because innovation is the new black!

“Innovation is the new black!” – das ist das Motto der diesjährigen USA-Bildungsreise von Studierenden der FHNW. Für vier verschiedene Programme kann man sich bewerben, kann in die USA, nach Indien, China und in weitere asiatische Länder fliegen. Dort erhält man Insiderwissen von Firmengründern und Chefentwicklern und diskutiert aus betriebswirtschaftlicher und ethischer Sicht mit ihnen. Die Studierenden besuchen seit Jahren Firmen wie Mozilla, Zynga und Google, sind bei Swissnex in San Francisco und Boston, am MIT in Boston und im MoMA in New York. “connectUS is a prestigious project organized by students for students at the University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland (FHNW). Launched in 2007, its primary goal is to broaden future graduates’ business and intercultural understanding by linking theory with real world experience. After an interesting preparatory seminar with a wide variety of guest speakers, who give in-depth insights about life and business in the United States, connectUS will nally expand its horizon by travelling to the United States – the country of limitless opportunities. The main focus of the project is to provide a profound overview of the key components of success when doing business outside Switzerland.” (Website connectUS) Das Projektteam besteht aus Julia Bachmann, Simon Marti, Noël Meschi, Raphael Civatti; Begleiter der Studierenden während der zweieinhalb Wochen sind Mary Jo Kluser, Anita Graf, Philippe Corvini und Oliver Bendel.

Abb.: Der schwarze Strand im Süden von Hawaii

Die Serviceroboter sind auf dem Vormarsch

So wie die Industrieroboter immer mehr ihre Gefängnisse und Behausungen verlassen, so wie sie immer mobiler und universeller geraten, und so wie sie immer mehr an den Menschen heranrücken, so befreien sich die Serviceroboter mehr und mehr von inneren und äußeren Zwängen und mischen sich unter uns. Man kann Haushalts- und Gartenroboter, Sicherheits- und Überwachungsroboter, Transport- und Lieferroboter, Informations- und Navigationsroboter, Unterhaltungs- und Spielzeugroboter sowie Pflege- und Therapieroboter unterscheiden. Daneben gibt es beispielsweise Weltraumroboter wie Curiosity und Dextre, Spezialroboter für gefährliche Gebiete und Aufgaben sowie Kampfroboter, wenn man diese zu den Servicerobotern zählen will. Manche der Typen sind als Prototypen unterwegs, andere im ständigen und standardisierten Einsatz. In seinem Artikel “Achtung, sie kommen!”, veröffentlicht in der UnternehmerZeitung 4/2017, skizziert Oliver Bendel Zwecke und Funktionen von Servicerobotern und nennt beispielhaft Produkte. Auch ethische Fragen werden angesprochen. Der Artikel kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Pepper als Inforoboter in San Francisco

Der melancholische Hund zu ihren Füßen

Soll man Gedichte in elektronischer Form anbieten, als Handyhaikus, die sich in QR-Codes im gedruckten Buch verbergen, als Klingeltöne, die auf dem Smartphone ertönen, zusammen mit Bildern in einem PDF? Man soll, man darf, man muss. Sicherlich kann sich eine Kunstethik für Produktion und Rezeption interessieren, zusammen mit Informations- und Medienethik. Sicherlich kann man moralische und kunst- und medientheoretische Aspekte thematisieren, auch das Verschwinden des Haptischen, muss sich dann aber auch der Neuerfindung des Sinnlichen widmen. Das Buch “Sanftes Erröten” wurde bereits 2012 publiziert. Da der Hamburger Haiku Verlag Ende 2016 seine Arbeit eingestellt hat, wird es nun kostenlos über diese Website und die Autorenwebsite von Oliver Bendel zur Verfügung gestellt. Aus dem Klappentext: “Von Herbst 2010 bis Sommer 2011 hat Oliver Bendel Zeichnungen und Gemälde mit Haikus ‘bedichtet’. Er schrieb auf, was ihm beim Betrachten auf- und einfiel. Für diesen Band ausgewählt wurden 100 Haikus und über 30 Bilder mit unterschiedlicher Auflösung.” (Klappentext) Entstanden ist ein Buch, das Bilder zeigt, die in ihrer Zeit oft als unmoralisch galten, und Haikus beinhaltet, die nach der Meinung des Autors im schönsten Sinne unmoralisch sind. “Sanftes Erröten” war der dritte Haikuband von Oliver Bendel nach “handyhaiku” und “stöckelnde dinger“. “handyhaiku” war mehrfach in den Medien präsent und kommt auch im Standardwerk “Die Struktur der modernen Literatur” von Mario Andreotti vor.

Abb.: Auch dieser Cranach wird bedichtet

Die Hände von Pepper

Im Glattzentrum bei Zürich soll Pepper bald im Einsatz sein. Im Westfield San Francisco Centre kann man ihn bereits in Aktion sehen. Der kleine Roboter von SoftBank spricht und singt und tanzt auf Wunsch auch. Auf dem Touchscreen an seiner Brust werden auswählbare Rubriken und entsprechende Informationen angezeigt. Regelmäßig scharen sich Menschen um Pepper und probieren seine Funktionen aus. Faszinierend ist, wie schnell und präzise er seine Hände und seine Finger bewegen und benutzen kann. Er zeigt auf etwas, er gestikuliert – und er unterstützt seine Tanzbewegungen fast wie ein Profi. Wie 20 Minuten schreibt, soll Pepper im Glattzentrum ab Ende des Jahres eingesetzt werden. Über eine Million Franken habe das Einkaufszentrum für sechs Exemplare ausgegeben. Diese sollen ab Ende des Jahres selbstständig herumrollen. “Die Kunden können die Roboter ansprechen und nach Informationen fragen.” (20 Minuten, 7. März 2017) Wenn diese nicht weiterwissen, wird über ihren Bildschirm “die Infostelle des Centers zugeschaltet” (20 Minuten, 7. März 2017). In Kalifornien sind Roboter im öffentlichen Raum keine Seltenheit. Vor allem Informationsroboter sowie Überwachungs- und Sicherheitsroboter wie der K5 sind verbreitet. Eine Kollision kann im Westfield kaum stattfinden – der Roboter steht am Rand und bewegt sich nicht von der Stelle.

Abb.: Eine Hand von Pepper

Der Auto-Salon zwischen Zürich und Genf

Der Internationale Auto-Salon Genf ist eine der wichtigsten Fachmessen im Bereich der Mobilität. Er findet immer im März in Le Grand-Saconnex im Kanton Genf statt. Im Jahre 1907 musste man nach Zürich ausweichen, weil man im Westen im zunehmenden Autoverkehr eine Gefahr für Fußgänger sah und sich eine feindliche Stimmung verbreitete. Im Vorfeld des Auto-Salons 2017 wurden verschiedene Experten zum hoch- und vollautomatisierten Fahren befragt. Die Netzwoche widmete diesem ihren Schwerpunkt in der Ausgabe 4/2017 und ließ Frank M. Rinderknecht von Rinspeed und Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW zu Wort kommen. Die beiden hatten sich im Juli 2016 persönlich getroffen. Man sprach im Büro von Frank M. Rinderknecht in Zumikon über intelligente Autos und besuchte zusammen die Werkstatt, in der es von futuristischen Fahrzeugen nur so wimmelt. Das Gespräch wurde von RED, dem Magazin der Schweizer Börse SIX, aufgezeichnet und veröffentlicht. In der Netzwoche drückt der Visionär aufs Gas, der Ethiker steigt in die Bremsen. Beide sind der Meinung, dass das autonome Fahren Potenzial hat. Bendel sieht es aber nur auf den Autobahnen, nicht in den Ballungsgebieten, wo Fußgänger, Fahrradfahrer und Fahrzeuge aufeinander treffen. Er hat nicht die Angst, die man vor 110 Jahren in Genf hatte, warnt aber vor Situationen, in denen Autos nicht nur als Objekte, sondern auch als Subjekte in Unfälle verwickelt sind. Der Artikel kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Abb.: Der Auto-Salon in Genf

Pepper in Switzerland

Wie 20 Minuten schreibt, soll Pepper von Aldebaran bzw. SoftBank im Glattzentrum bei Zürich eingesetzt werden. Über eine Million Franken habe das Einkaufszentrum für sechs Exemplare ausgegeben. Diese sollen ab Ende des Jahres selbstständig herumrollen. “Die Kunden können die Roboter ansprechen und nach Informationen fragen.” (20 Minuten, 7. März 2017) Wenn diese nicht weiterwissen, wird über ihren Bildschirm “die Infostelle des Centers zugeschaltet, um die Frage zu beantworten” (20 Minuten, 7. März 2017). Pepper soll nicht auf ein Sonderangebot eines Geschäfts hinweisen oder Produkte bewerben. In einem Einkaufszentrum ist er sicher gut aufgehoben. Er kann einen Mehrwert bieten, und es ist gewährleistet, dass Kinder im Beisein von Erwachsenen mit ihm kommunizieren und interagieren, anders als in Haushalten in Japan, wo sie oft mit ihm alleine sind und ihn imitieren, wie der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel kürzlich beim 10. Ulmer Robotertag berichtete. Es besteht allerdings, wie beim K5 in Stanford, die Gefahr, dass man mit ihm zusammenstößt. Zudem kann man über ihn stolpern, und er kann auf kleine Kinder fallen, wobei er recht standfest ist. Schweizerdeutsch versteht Pepper noch nicht, wie die Gratiszeitung schreibt. Es wird nicht einfach sein, ihm die dialektalen Varianten beizubringen.

Abb.: Pepper muss erst noch Schweizerdeutsch lernen

Eine Fahrt mit dem SmartShuttle

PostAuto gehört beim hochautomatisierten Fahren zu den führenden Unternehmen auf der Welt. Der technische Leiter Ramon Mueller gewährte Prof. Dr. Bendel von der FHNW und einer kleinen Gruppe von Studierenden einen tiefen Einblick in den Betrieb des SmartShuttle. Man verfolgt eher einen Google- als einen Tesla-Ansatz. Die Strecken werden mit Hilfe von Lidar und Lidarkarten abgefahren. Auch über Kameras verfügt das SmartShuttle. Auf einer neuen, kleinen Teststrecke in Bern wurden die Gäste auf den virtuellen Schienen von Haltestelle zu Haltestelle kutschiert. Bei Personen auf der Fahrbahn wurde in ca. zwei Metern Abstand gehalten. Auch bei plötzlich auftauchenden Hindernissen konnte rechtzeitig gebremst werden. Im Fahrzeug befinden sich Schalter für Notbremsungen, die von allen Passagieren gedrückt werden können. Im Pilotbetrieb in Sion im Wallis ist bei jeder Fahrt ein Begleiter zugegen. Laut einer Umfrage würden die meisten Menschen aber auch ohne ihn mitfahren. Das Shuttle navigiert in Sion an einer Stelle durch eine enge Gasse, die ein Fahrer kaum bewältigen könnte. Im Mischbetrieb mit Fußgängern und Fahrradfahrern fährt es durchschnittlich nur noch 5,7 km/h schnell. Schneeflocken werden mit Hilfe von speziellen Algorithmen „entfernt“. Nach zwei Stunden war die exklusive Vorführung in Bern vorbei, mit der die PostAuto AG ihren Willen zur Bürgernähe und zum Dialog mit der Wissenschaft demonstrierte.

Abb.: Ein Detail im SmartShuttle

Industrieroboter in der Einstein-Stadt

In Ulm wurde nicht nur Albrecht Ludwig Berblinger geboren, der einen der ersten Flugapparate gebaut hat, sondern auch, über hundert Jahre später, Albert Einstein. Heute sind in der Großstadt am Fuße der Schwäbischen Alb mehrere renommierte Hochschulen und Forschungseinrichtungen angesiedelt. Am 22. Februar 2017 findet dort zum 10. Mal der Ulmer Robotertag statt. Veranstalter sind die Hochschule Ulm und Mitsubishi Electric Europe. “Auf der Jubiläumsveranstaltung präsentieren unsere Referenten nicht nur neueste Trends der Greifertechnik und der Servicerobotik, sondern setzen sich auch mit den ethischen Aspekten einer sich rasant verändernden Arbeitswelt auseinander.” (Flyer Ulmer Robotertag) “Industrie-Anwendungen und Vorstellung der Applikationen im Foyer” – damit beginnt Wolfram Zielke von Mitsubishi Electric Europe B.V. den Kongress. Daran schließt der Vortrag “Kollege und Kollegin Roboter – schöne neue Welt!” von Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) an. “Robotergestützte Rauheits- und Formmessung mit einem Streulichtsensor” ist der Titel des nächsten Beitrags (Rainer Brodmann, OptoSurf GmbH), gefolgt von “Entwicklung und Herstellung einer vollautomatischen Regen-/Lichtsensor-Montagelinie unter Anwendung von Mitsubishi-Robotern” (Dieter Süß, Schiller Automation). Nach dem Mittagessen werden weitere Vorträge, Vorführungen und Ausstellungen geboten. Detaillierte Informationen über www.hs-ulm.de.

Abb.: Das Stadthaus in Ulm

Eine große, blaue, rollende Tonne

“Gita folgt auf dem Fuße: Die Piaggio-Tochter PFF hat einen schicken Roboter entwickelt, der Lasten wie Einkäufe nach Hause bringt. Gita ist schnell genug, um einem Fahrrad folgen zu können. Dabei nutzt sie eine interessante Art der Navigation.” (Golem, 3. Februar 2017) Dies meldet Golem am 3. Februar 2017. Auf Abbildungen, die durch die Medien gehen, ist eine große, blaue, rollende Tonne zu sehen. Während Paketroboter ihren Weg alleine finden müssen (ihnen wird meist nur bei einer Straßenüberquerung geholfen), kann sich Gita einfach an die Fersen des Besitzers heften – oder eben an das Hinterrad. Dabei lernt sie aber eine Strecke auch kennen und kann sie grundsätzlich auch alleine bewältigen. Gedacht ist Gita “eher als eine Art robotische Einkaufstasche auf Rädern denn als autonomer Lieferroboter wie etwa der von Starship Technologies” (Golem, 3. Februar 2017). Die Technik, so schreibt die Zeitschrift, dürfte der des Segway ähneln. Die Navigation erfolgt “per simultaner Lokalisierung und Kartenerstellung” (Golem, 3. Februar 2017). Wie der Paketroboter erhöht auch der automatische Rollkoffer die Komplexität in den Städten und wird zur Stolperfalle.

Abb.: Eine große, blaue, stehende Tonne

Ein Roboter kostet 4.45 Franken pro Stunde

“Ein Roboter kostet Fr 4.45 pro Stunde – und Sie?” – so der Titel eines Artikels in 20 Minuten vom 3. Februar 2017. Im Teaser heißt es: “Roboter werden immer billiger, die Verbreitung nimmt zu. Das dürfte auf Kosten von Arbeitsplätzen gehen. Das sei nicht zwingend nur schlecht, sagt ein Experte.” Oliver Bendel sieht die Robotisierung, Automatisierung und Autonomisierung in Fabriken grundsätzlich positiv. Kooperations- und Kollaborationsroboter arbeiten dort eng mit Menschen zusammen und nehmen ihnen anstrengende, verschleißende Tätigkeiten ab. Immer mehr Roboter werden universell einsetzbar, können beobachten und nachahmen und so neue Tätigkeiten erlernen. Es ist wichtig, dass sie mit ganz unterschiedlichen Werkzeugen ausgestattet sind, die zudem ausgewechselt werden können. Ohne Zweifel werden Hardwareroboter wie Industrie- und Serviceroboter sowie Softwareroboter auf Dauer einen erheblichen Teil der menschlichen Arbeit übernehmen können – dies zeigte im letzten Jahr auch eine WEF-Studie. Und weil sie zudem immer billiger werden, werden sie die erste Wahl der Unternehmen sein. Diese müssen die Gewinne, auch das betont Oliver Bendel, gerecht verteilen, und zwar nicht nur an die verbliebenen Mitarbeiter. Der Beitrag mit den Statements von Oliver Bendel und mit einem Interview mit ihm findet sich über www.20min.ch/finance/news/story/Ein-Roboter-kostet-Fr-4-45–pro-Stunde—und-Sie–19775617.

Abb.: Beim WEF in Davos

 

Die Erfahrung des Eintauchens

Im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler ist am 1. Februar 2017 ein neuer Beitrag erschienen. Die Kurzfassung lautet: “Virtuelle Realität (Virtual Reality, VR) ist eine computergenerierte Wirklichkeit mit Bild (3D) und in vielen Fällen auch Ton. Sie wird über Großbildleinwände, in speziellen Räumen (Cave Automatic Virtual Environment, kurz CAVE) oder über ein Head-Mounted-Display (Video- bzw. VR-Brille) übertragen. Bei Mixed Reality wird entweder Realität erweitert (Augmented Reality), wobei für die Darstellung und Wahrnehmung eine AR-Brille (oft Datenbrille genannt) benötigt wird, oder aber Virtualität, im Sinne der Kopplung mit der Realität.” In der Langfassung finden sich auch Aussagen aus den Bereichsethiken heraus: “Die Immersion, die Erfahrung des Eintauchens in die virtuelle Realität, kann bereichernd und verstörend sein. Während ihrer Dauer wird die normale Wirklichkeit je nach Grad mehr oder weniger zurückgedrängt, und es kann schwierig und aufwendig sein, in diese zurückzukehren und sich wieder in dieser zurechtzufinden, was Thema von Technik- und Informationsethik sein mag.” Der Beitrag von Oliver Bendel kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/virtuelle-realitaet.html aufgerufen werden.

Abb.: Die Erfahrung des Eintauchens kann verwirrend sein

Max Bill und Steve Jobs

Ein Interview mit Oliver Bendel ist in der neuen Mac Life (3/2017) erschienen, unter dem Titel “Die Diskussion um die elektronische Person hat eben erst begonnen!”. Grundlage war ein intensiver Austausch über Smartphones, Handyromane, die lange vor diesen existierten, die Vorbilder für das Design von Apple und virtuelle Assistenten wie Siri und Cortana. Publiziert wurden vor allem die Aussagen, die sich auf Smartphones und Assistenten bezogen. Zum Design führte der in der Schweiz lebende Wissenschaftler ursprünglich aus, dieses habe ihn an seine Kindheit erinnert: “In unserer Wohnung in Ulm stand der Schneewittchensarg von Braun. In meiner Studienzeit jobbte ich im Café Ulmer Brettle, wie es damals hieß. Mein Chef balancierte gerne mit dem stapelbaren Geschirr TC 100, das er sich geleistet hatte. Das stammte alles aus der Hochschule für Gestaltung in Ulm, der HfG, die von Otl Aicher und Max Bill geleitet und geprägt wurde. Inge Scholl hat sie mitbegründet. Sie habe ich mehrmals getroffen. Wir haben im Stadtarchiv Bilder von Hans und Sophie gesichtet und ausgesucht. In der Geburtsstadt von Max Bill habe ich auch eine Weile gewohnt, in Winterthur.” Er wünscht sich eine Renaissance guten Designs, wie er auch mit Blick auf Steve Jobs äußerte. Was würde der heute machen, wenn er noch leben würde? “Vielleicht würde er sich … Bügeleisen und Rasierapparate vorknöpfen. Damit steht es ja designmäßig nicht zum Besten.” Der finale Text kann auch online abgerufen werden, über medium.com/mac-life/interview-mac-life-oliver-bendel-aebde2c2a39b#.2qqwmthqv.

Abb.: Ein Tablet im Gebrauch

Maschinelle Moral im aktuellen P.M. Magazin

In der Februarausgabe von P.M. Magazin ist ein langes Interview mit Oliver Bendel abgedruckt. Am 9. September trafen sich der Redakteur Rüdiger Barth und der Wissenschaftler auf dem Campus Brugg-Windisch der FHNW und sprachen über Maschinenethik, Künstliche Intelligenz und Robotik. P.M. ist eine populärwissenschaftliche Zeitschrift und hat eine Auflage von ca. 163.000 Exemplaren. Der Titel des sechsseitigen Beitrags – neben dem Interview finden sich noch Informationen zu Oliver Bendel und zu den Robotikgesetzen von Isaac Asimov – lautet “Ich würde das Auto ein bisschen dumm lassen”. Der Informationsethiker und Maschinenethiker kann sich vorstellen, dass Autos klug genug sind, für bestimmte Tiere zu bremsen, wenn die Luft rein ist, sie aber zu dumm dafür sind, Menschen zu qualifizieren, auf ihre Eigenschaften zu schauen, um sie dann bei einem Unfall zu verschonen oder nicht zu verschonen, was man wiederum als klug bezeichnen könnte, da es keine befriedigenden Lösungen für solche Entscheidungen gibt. Auch das Quantifizieren ist, zumindest bei kleinen Zahlen, nicht angemessen. Warum sollte jemand getötet werden, nur weil zwei Passanten in der Nähe stehen? Kaum jemand würde das akzeptieren, der Betroffene nicht, die Familie nicht, die Freunde nicht. Die zwei Passanten wären natürlich aufgeschlossener für solche Abwägungen, aber auch nur, wenn sie zusammen unterwegs sind und nicht alleine, was wiederum die Ungerechtigkeit zeigt. Solche Gedankenspiele dürfen nicht mit der Wirklichkeit verwechselt werden. Sie sind aber ein klassisches Mittel, um Grundannahmen und Widersprüche zu erkennen und am Ende die Wirklichkeit auch gestalten zu können.

Abb.: Künstliche Intelligenz und maschinelle Moral

Münchhausen-Maschine

“Die Münchhausen-Maschine” – so der Titel eines Beitrags am 7. Januar 2017 bei Deutschlandradio Kultur (Breitband, 13.05  – 14.00 Uhr). “Können Maschinen lügen? Wenn man sie so programmiert wie der Maschinenethiker Oliver Bendel seinen Lügenbot, dann schon. Der produziert auf Basis von zehn Lügenstrategien Aussagen wie ‘Angela Merkel ist Bundeskanzlerin und die beste Rapperin der Welt’. Was können wir mit dieser ‘Lügen-Maschine’ herausfinden, wie dieses Wissen nutzen? Darüber sprechen wir mit seinem Erfinder Oliver Bendel.” (Website Deutschlandradio Kultur) Zudem geht es in der Sendung um Racial Profiling: “Der Tweet der Kölner Polizei mit dem Ausdruck ‘Nafri’ sorgte für Verärgerung im Netz. Aber er machte auf etwas aufmerksam, was in der Polizeiarbeit schon länger Praxis ist: Racial Profiling. Diese diskriminierende Ermittlungsmethode wird nicht nur von Menschen, sondern auch von Computern angewendet.” (Website Deutschlandradio Kultur) Und um Predicitive Policing, also “das Prinzip, mit Hilfe von Daten, statistischen Auswertungen und Profiling-Algorithmen Verbrechen erkennen und verhindern zu können”. “Wie viele Vorurteile im Predictive Policing stecken und wie die Polizei hierzulande arbeitet, hat sich Philip Banse gefragt.” (Website Deutschlandradio Kultur) Weitere Informationen über www.deutschlandradiokultur.de.

Abb.: Auch Pinocchio war ein Meister der Lüge

New Members of Dutch Advisory Board

The Netherlands Organisation for Scientific Research (NWO) supports and finances the thematic research programme Responsible Innovation (NWO-MVI). According to the responsible person, its aim is to carry out early phase research into ethical and societal issues related to innovation so that these can be taken into account during the design process. The input may come from information ethics, technology ethics and machine ethics or from other suitable disciplines. Researchers from the humanities, the technological and medical sciences and the social sciences can submit joint proposals, whereby a collaboration with partners from the private and public sector is possible and desirable. Prof. Dr. Oliver Bendel (University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland FHNW) was invited in summer 2016 to join the programme’s international advisory board which is composed of approximately ten members and which plays an important role in assessing the submitted proposals in terms of scientific quality and societal relevance. The decisions have been taken in December 2016. More information via www.nwo.nl.

Fig.: The meetings were held in Amsterdam