Kategorie: Innovationen

Interaktive Werbeflächen aus ethischer Sicht

Bei interaktivem Digital Signage stellen sich Plakate, Schilder, Tafeln, Terminals und Säulen in Läden oder an Straßen und auf Plätzen auf ihren digitalen Bildschirmen automatisch auf Anwesende ein und interagieren und kommunizieren mit diesen in visueller oder auditiver Weise. Es wird also nicht einfach etwas dargestellt, sondern das, was dargestellt wird, hängt vom Betrachter oder vom Umfeld ab. Der hauptsächliche Zweck ist neben der Informierung (auch im Sinne von Beratung) die Werbung, die hauptsächliche Umsetzungsart die interaktive Werbefläche. Der Beitrag “Neue Spione in den Straßen, auf den Plätzen und in den Läden: Interaktive Werbeflächen aus ethischer Sicht” von Oliver Bendel, erschienen bei Telepolis am 15. August 2017, untersucht das Phänomen digitaler Werbeflächen aus ethischer Sicht. Erstens wird der Begriff des Digital Signage erklärt, unter den der Begriff der interaktiven Werbeflächen subsumiert wird. Typisch für diese sind – abgesehen von den digitalen Bildschirmen – Kameras, Mikrofone, Lautsprecher, Muster-, Bild- und Gesichtserkennung. Zweitens werden Überlegungen aus Sicht von Informations-, Technik- und Wirtschaftsethik und darüber hinaus, etwa im Sinne des Verbraucherschutzes, angestellt. Auch die Maschinenethik wird berücksichtigt. Der Beitrag kann über www.heise.de/tp/features/Neue-Spione-in-den-Strassen-auf-den-Plaetzen-und-in-den-Laeden-3797118.html abgerufen werden.

Abb.: Digital Signage in New York

Sicher in Dubai

An mehreren Orten auf der Welt kennt man inzwischen Sicherheits- und Überwachungsroboter. Der K5 wird (wie der K3) seit Jahren im Silicon Valley hergestellt und dort auch eingesetzt. Zuletzt machte er Schlagzeilen, weil er in einen Brunnen fiel. Bei der Expo 2020 in Dubai soll laut der Süddeutschen Zeitung vom 6. August 2017 der humanoide REEM aus dem Hause PAL Robotics nach dem Rechten sehen. “Zur Begrüßung reicht er die dreifingrige Hand oder salutiert. Die Maschine, etwa 1,70 Meter hoch und 100 Kilogramm schwer, trägt die gleiche tannengrüne Uniformfarbe und Mütze wie die menschlichen Beamten.” (Süddeutsche Zeitung, 6. August 2017) Die Kameras können zusammen mit der Software “Gesichter und Gesichtsausdrücke sowie Körpersprache und Gesten erkennen”. Der Roboter bewegt sich autonom, kann aber auch ferngesteuert und bedient werden. Wie Pepper hat er auf Brusthöhe einen Touchscreen. Über diesen können “Bürger und Besucher elektronisch Anzeigen aufgeben oder Informationen abrufen”. “Per Videolink oder Sprechverbindung nehmen die Offiziere im Kontrollraum direkt Kontakt mit ihnen auf und bekommen Live-Bilder geliefert.” (Süddeutsche Zeitung, 6. August 2017) Damit wird der Roboter wie ein Beam eingesetzt, der ebenfalls im Silicon Valley beliebt ist. Ob REEM das subjektive Sicherheitsgefühl verstärkt, darf bezweifelt werden. Eine objektive Gefährdungslage gibt es zweifelsohne, hervorgerufen durch den Roboter selbst.

Abb.: So ist man in Dubai sicher vor REEM

Pro und Contra zur Robotersteuer

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat auf ihrem Portal “Die Netzdebatte” zwei neue Beiträge veröffentlicht, unter der Überschrift “Pro und Contra zur Robotersteuer“. Es handelt sich um keine Pole, sondern um Varianten. Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber sieht eher Vorteile in der Robotersteuer, die er sich unter gewissen Umständen und in einer bestimmten Ausgestaltung vorstellen kann. Prof. Dr. Oliver Bendel ist dafür, die Robotersteuer zu diskutieren, sieht aber insgesamt eher Nachteile, und benennt Herausforderungen, denen sich eine Umsetzung im Moment stellen müsste. Vor allem sei unklar, was genau man besteuern soll. Besonders deutlich zeige sich dies bei Kooperations- und Kollaborationsrobotern, die eng mit Menschen zusammenarbeiten. Wann fängt die Arbeit des Menschen und der Maschine an, wann hört sie auf? Auch muss man klären, ob man nur Hardwareroboter oder auch Softwareroboter besteuern soll. Wie verhält es sich mit einer Armee von Social Bots? Mit Crawlern von Suchmaschinen? Die Beiträge können direkt über www.bpb.de/dialog/netzdebatte/248706/meinung-auch-roboter-sollten-steuern-zahlen und www.bpb.de/dialog/netzdebatte/245350/meinung-roboter-haben-keine-verantwortung aufgerufen werden.

Abb.: Soll dieser Roboter besteuert werden?

Das SmartShuttle auf dem Waisenhausplatz

Die PostAuto AG kündigt für den Nationalfeiertag 2017 in der Schweiz ein Ereignis an, das Freundinnen und Freunde des teil-, hoch- und vollautomatisierten Fahrens freuen dürfte. “Am 1. August ist erstmals ein SmartShuttle von PostAuto auf einem öffentlichen Platz in Bern zu Gast. Die Besucher der Bundesfeier können auf dem Waisenhausplatz testen, wie sich autonomes Fahren anfühlt.” (Informationsschreiben PostAuto) Und weiter: “Ein SmartShuttle von PostAuto wird … von 9 bis 22 Uhr auf dem Waisenhausplatz seine Runden drehen. Die Besucherin und der Besucher können einsteigen und miterleben, wie das selbstfahrende Postauto den kleinen Parcours absolviert. Die Software steuert den elfplätzigen Bus selber. Die Techniker sind die Strecke auf dem Waisenhausplatz mit dem Shuttle manuell abgefahren, und die Sensoren haben daraus eine virtuelle Karte erstellt. So ist der Shuttle in der Lage, seine eigene Position zu bestimmen und dem vorgesehenen Weg selbstständig zu folgen.” (Informationsschreiben PostAuto) Der technische Leiter Ramon Mueller gewährte Prof. Dr. Oliver Bendel von der FHNW und einer kleinen Gruppe von Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und der Berner Fachhochschule bereits am 3. März 2017 in Bern einen tiefen Einblick in den Betrieb.

Abb.: Das SmartShuttle in einer Halle in Bern

Wir können in der Hängematte liegen

Der Beitrag zur Künstlichen Intelligenz in der Zeitschrift National Geographic (7/2017) ist nun als PDF verfügbar und kann hier heruntergeladen werden. Auf 14 Seiten widmet man sich der Arbeit von Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker stand dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort, die von Hamburg in die Schweiz gereist waren. Zudem gibt es eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundet den Beitrag ab. Die Fotos stammen von Elias Hassos, der u.a. Hans Magnus Enzensberger und Martin Walser porträtiert und auf dem FHNW-Campus Brugg-Windisch fotografiert hat. “Wir können in der Hängematte liegen” – so lautet die Überschrift des Beitrags. Oliver Bendel ist der Meinung, dass uns Roboter unterstützen und entlasten können. Dass Menschen die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, das ihnen womöglich nicht einmal sympathisch ist, hält er für eine Ideologie, die man hinterfragen kann. Vielleicht reichen vier Stunden am Tag für den Lebensunterhalt, wenn ein Grundeinkommen dazukommt. Denn die Gewinne werden weiter erzielt, mit Hilfe von Robotik und KI auch ohne die Arbeiter und Angestellten. Sie müssen nur gerecht verteilt werden. Weitere Informationen über www.nationalgeographic.de.

Abb.: Oliver Bendel auf dem Campus (Foto: NG/Elias Hassos)

The Synthetization of Human Voices

The synthetization of voices, or speech synthesis, has been an object of interest for centuries. It is mostly realized with a text-to-speech system (TTS), an automaton that interprets and reads aloud. This system refers to text available for instance on a website or in a book, or entered via popup menu on the website. Today, just a few minutes of samples are enough in order to be able to imitate a speaker convincingly in all kinds of statements. The article “The Synthetization of Human Voices” by Oliver Bendel (published on 26 July 2017) abstracts from actual products and actual technological realization. Rather, after a short historical outline of the synthetization of voices, exemplary applications of this kind of technology are gathered for promoting the development, and potential applications are discussed critically in order to be able to limit them if necessary. The ethical and legal challenges should not be underestimated, in particular with regard to informational and personal autonomy and the trustworthiness of media. The article can be viewed via rdcu.be/uvxm.

Fig.: What will we hear in the future?

Die Vermessung der Lernenden

“Zuschauen geht nicht! Das Thema Digitalisierung beschäftigt gesellschaftlich und persönlich. Der Weiterbildungskongress Adult and Professional Education (WBK A&PE) 2017 bietet zum Aufbau der nötigen Kompetenzen eine vertiefte sowie alltagsnahe Auseinandersetzung damit. Entwickelt mit Personen aus dem Berufsfeld ist das Programm praxisrelevant gestaltet und regt zur Umsetzung an.” Mit diesen Worten wirbt die PH Luzern für den 10. Weiterbildungskongress A&PE, der vom 17. bis 19. August 2017 in Luzern stattfindet. Ein Vortrag von Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) trägt den Titel “Die Vermessung der Lernenden”. In der Beschreibung heißt es: “Lernplattformen sind Standard an vielen (Hoch-)Schulen, Massive Open Online Courses (MOOCs) werden auch von Studierenden genutzt. Aus Sicht von Datenschutz und Informationsethik stellen sich viele Fragen. Wie sicher sind die persönlichen Daten? Wo landen sie und wer nutzt sie? Was kann man über das Verhalten, die Lern- und Denkfähigkeit der Benutzer herausfinden?” Es wird vor allem die Perspektive der Informationsethik eingenommen. Weitere Informationen über www.phlu.ch/weiterbildung/wbk/.

Abb.: Wer wird von wem warum und wie vermessen?

Ethik der Algorithmen

Die Bertelsmann Stiftung sucht einen Projektmanager für das Projekt “Ethik der Algorithmen”. Dieses Projekt soll “dazu beitragen, algorithmische Prozesse in den Dienst der Gesellschaft zu stellen und positiv zu gestalten” (Ausschreibung Bertelsmann Stiftung). „Dazu gilt es zum einen, Bürger, Politik und Stakeholder aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft für Chancen, Risiken und vor allem die Relevanz algorithmischer Prozesse zu sensibilisieren, ferner einen sektorübergreifenden Diskurs zu ermöglichen und auch mit Hilfe internationaler Expertise zu strukturieren sowie insbesondere konkrete Lösungsansätze für eine teilhabeförderliche Gestaltung von Prozessen algorithmischer Entscheidungsfindung zu entwickeln.“ (Ausschreibung Bertelsmann Stiftung) Zu den Anforderungen gehört eine fundierte Expertise in Bereichen wie “algorithmische Entscheidungsfindung”, “angewandte Ethik” und “unternehmerisch-gesellschaftliche Gestaltung der digitalen Sphäre” (Ausschreibung Bertelsmann Stiftung). Weitere Informationen über https://goodjobs.eu/jobs/2596.

Abb.: Sitz der Bertelsmann Stiftung (Foto: Bertelsmann Stiftung)

Sicherheitsroboter ertränkt sich

Ein Sicherheits- und Überwachungsroboter in Kalifornien hat sich offenbar ertränkt. Bilal Farooqui aus San Francisco twitterte am 17. Juli 2017: “Our D.C. office building got a security robot. It drowned itself.” Und schloss mit den Worten: “We were promised flying cars, instead we got suicidal robots.” Das mitgelieferte Foto zeigt den Roboter, wie er im Wasser eines Brunnens liegt. Offenbar hat er sich nicht so zielsicher fortbewegt wie Anita Ekberg in “La dolce vita”. Eine Treppe wurde ihm zum Verhängnis, und der Umstand, dass er Strom braucht, um sich fortzubewegen und seine Umgebung zu untersuchen (allerdings ist nicht klar, ob es einen Kurzschluss gab). Bei dem Roboter handelt es sich offenbar um den K5 von Knightscope. Er ist seit Jahren in San Francisco und im Silicon Valley unterwegs, etwa im Stanford Shopping Center. Vor einiger Zeit kam es zu einem Unfall, bei dem ein Junge leicht verletzt wurde. In Kalifornien genießen Roboter große Freiheit. Nicht immer gehen sie verantwortungsvoll damit um.

Abb.: Der K5 im Detail

Studie zu Sexrobotern und Robotersex

“Our sexual future with robots” ist der Titel einer neuen Studie zu Sexrobotern und Robotersex, erschienen im Sommer 2017. Zuletzt war im Frühjahr 2017 der Proceedingsband “Love and sex with robots” bei Springer erschienen, nach einer vielbeachteten Konferenz in London (LSR 2016) – nun widmen sich Noel Sharkey, Aimee van Wynsberghe, Scott Robbins und Eleanor Hancock dem Thema. Sie zitieren wissenschaftliche Artikel und Bücher und immer wieder auch die Medien, die in diesem Kontext eine sprudelnde, aber nicht immer verlässliche Quelle sind. Sieben Fragen stellen sich die Autorinnen und Autoren: “Q1. Would people have sex with a robot? Q2. What kind of relationship could we have with a sex robot? Q3. Will robot sex workers and bordellos be acceptable? Q4. Will sex robots change societal perceptions of gender? Q5. Could intimacy with robots lead to greater social isolation? Q6. Could robots help with sexual healing and therapy? Q7. Would sex robots help to reduce sex crimes?” (Studie 2017) Sie kommen zu differenzierten Antworten, sehen einige Chancen und etliche Risiken. Ein Aspekt geht in den meisten Beiträgen zum Thema unter: Das Denken und Bauen von Sexmaschinen, Sexrobotern und Liebespuppen ist ein Anwenden von Kunstformen und ein Besetzen von Spielwiesen. Nicht umsonst fand die erwähnte LSR-Konferenz am Goldsmiths in London statt, wo sie auch Ende 2017 ihren Platz finden wird.

Abb.: Sexroboter entstehen aus Phantasiegestalten und sind Kunstprodukte

KI in der National Geographic

Die Juli-Ausgabe der Zeitschrift National Geographic bringt den ersten Teil einer dreiteiligen Serie zur Künstlichen Intelligenz. Auf 14 Seiten widmet man sich der Arbeit von Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker lebt und arbeitet in der Schweiz. Er stand dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort. Zudem gibt es eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundet den Beitrag ab. Die Fotos stammen von Elias Hassos, der u.a. Hans Magnus Enzensberger und Martin Walser porträtiert hat. “Wir können in der Hängematte liegen” – so lautet die Überschrift des Beitrags. Oliver Bendel ist der Meinung, dass uns Roboter unterstützen und entlasten können. Dass Menschen die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, das ihnen womöglich nicht einmal sympathisch ist, hält er für eine Ideologie, die man hinterfragen kann. Vielleicht reichen vier Stunden am Tag für den Lebensunterhalt, wenn ein Grundeinkommen dazukommt. Denn die Gewinne werden weiter erzielt, mit Hilfe von Robotik und Künstlicher Intelligenz auch ohne die Arbeiter und Angestellten. Sie müssen nur gerecht verteilt werden. Weitere Informationen über www.nationalgeographic.de.

Abb.: KI wird uns Arbeit abnehmen

Autonome Autos bei der Industriewoche 2017

“Experten sind sich einig. Das Auto der Zukunft wird elektrisch und selbstfahrend sein. Aber zuvor müssen noch wichtige ethische Fragen geklärt werden. Wie soll das Auto entscheiden, wenn ein Unfall mit Personenschaden nicht vermeidbar ist? Hierzu tagt eine vom Bundesverkehrsminister eingesetzte Ethikkommission.” So heißt es auf der Website der sogenannten Industriewoche 2017. Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, meint in ihrem Grußwort: “Mit der Industriewoche 2017 wollen wir zeigen: Industrie berührt jeden von uns und sie ist vielfältig.” (Website der Industriewoche 2017) Dr. Thomas Meyer, Geschäftsführer des KIT-Zentrums für Mobilitätssysteme, diskutiert mit Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Kurt Möser vom KIT. Die Veranstaltung findet am 20. Juni 2017 im Auditorium des TECHNOSEUM statt. “Das TECHNOSEUM ist eines der großen Technikmuseen in Deutschland. Die Ausstellung zeigt 200 Jahre Technik- und Sozialgeschichte. Sie steht mit ihren Experimentierstationen zu Naturwissenschaft und Technik für experimentelles Begreifen mit Spaß und Staunen.” (Website TECHNOSEUM) Weitere Informationen über www.industriewoche-bw.de und www.technoseum.de.

Abb.: Elektrisch und selbstfahrend – die Zukunft?

Dritte Konferenz zu Sexrobotern

Der “Third International Congress on Love and Sex with Robots” findet am 19. und 20. Dezember 2017 in London (Goldsmiths, University of London) statt. Damit wurde der selbe Ort wie 2016 gewählt, ein ungewöhnlicher, anziehender Ort, wo Kunst und Wissenschaft zusammenkommen. In einer Information vom 8. Juni 2017 heißt es: “Within the fields of Human-Computer Interaction and Human-Robot Interaction, the past few years have witnessed a strong upsurge of interest in the more personal aspects of human relationships with these artificial partners. This upsurge has not only been apparent amongst the general public, as evidenced by an increase in coverage in the print media, TV documentaries and feature films, but also within the academic community. The International Congress on Love and Sex with Robots provides an excellent opportunity for academics and industry professionals to present and discuss their innovative work and ideas in an academic symposium.” (Information LSR 2017, 8. Juni 2017) Papers sollen mindestens sieben Seiten umfassen und sich Themen wie “Entertainment Robots”, “Robot Personalities”, “Teledildonics” und “Intelligent Electronic Sex Hardware” widmen. Auch Informations- und Roboterethik sind mögliche Perspektiven. Das Buch mit den Beiträgen der letzten Konferenz ist Ende April 2017 bei Springer erschienen. Weitere Informationen über loveandsexwithrobots.org.

Abb.: Setzen sich Sexroboter durch?

Schlafen am Steuer

Nele Würzbach von Noizz.de hat mit Oliver Bendel ein Interview zu autonomen Autos geführt, das am 5. Juni 2017 in dem Magazin aus Berlin veröffentlicht wurde. Eine Frage lautete, ob wir eines Tages während der Fahrt schlafen können. Die Antwort des Informations- und Maschinenethikers lautete: “Wenn wir das teil- und hochautomatisierte Fahren hinter uns gelassen haben und zum vollautomatisierten bzw. autonomen Fahren gekommen sind, können wir in der Tat während der Fahrt schlafen. Das Innenleben des Autos müsste entsprechend gestaltet werden, es bräuchte Liegesitze, verdunkelbare Scheiben etc. Es bräuchte zudem Konzepte für Gefahrensituationen. Vom Tiefschlaf bis zur vollen Denk- und Urteilsfähigkeit kann es eine Weile dauern. Ich denke, dass diese Vision bei PKW frühestens in zehn Jahren umgesetzt werden kann, und auch nur auf der Autobahn. Es sind übrigens nicht nur technische, sondern ebenso psychologische Aspekte zu bedenken. Man müsste ein Zutrauen zu den Fahrzeugen fassen, das dem Zutrauen zu Flugzeugen entspricht. Man müsste lernen, in einer Situation zu schlafen, die bisher unsere höchste Aufmerksamkeit beansprucht hat.” Der Beitrag mit dem Titel “Kann man bald am Steuer schlafen?” – davon, dass es auch künftig noch ein Steuer gibt, kann ausgegangen werden – kann über noizz.de/motor/wie-realistisch-ist-autonomes-fahren-wirklich/cd96p7y aufgerufen werden.

Abb.: Dieser Fahrer in Wien schläft am Steuer

Co-Robots und Co.

Kooperation ist Zusammenarbeit, insbesondere auf wissenschaftlichem, politischem oder wirtschaftlichem Gebiet. Typisch ist ein hoher Grad an Arbeitsteilung bei gleichzeitigem Vorliegen eines gemeinsamen Ziels. Bei Kollaboration ist ein hoher Grad an unmittelbarer Zusammenarbeit gegeben. Die Tätigkeiten greifen ineinander und bauen aufeinander auf. Mit Blick auf die Industrie spricht man von Kooperations- oder Kollaborationsrobotern, abkürzend und verallgemeinernd von Co-Robots und Cobots. Die Bedeutungsunterschiede nimmt man mal mehr, mal weniger ernst. In der Regel sind Kooperation und Kollaboration mit Menschen gemeint. Auch unter Maschinen können sie stattfinden, aber dort sind sie auf einem gewissen Niveau üblich und verbreitet, während die enge Zusammenarbeit zwischen Industrierobotern und Mitarbeitern neuartig und gewinnbringend für beide Seiten ist. In seinem Artikel “Co-Robots und Co. – Entwicklungen und Trends bei Industrierobotern” in der Netzwoche 9/2017 geht Oliver Bendel auf den Einsatz von Kooperations- und Kollaborationsrobotern ein, nennt konkrete Produkte und skizziert Chancen und Risiken.

Abb.: Ein Roboterarm

Roboter in der Küche

Zu Robotern in der Küche hat Evelyn Steinbach ein Interview mit Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) geführt. Eine Frage war, welchen Einfluss Roboter in der Küche auf unser Verhalten haben werden. Die Antwort: “In der Küche werden sich neben spezialisierten Automaten vor allem generalistische Roboter finden, die den Kooperations- und Kollaborationsrobotern in der Produktion ähneln. Sie nehmen uns anstrengende oder ungeliebte Tätigkeiten ab. Sie können ein Gericht alleine oder mit uns zusammen zubereiten. Sie verändern unser Verhalten, wenn wir mit ihnen zusammenarbeiten. Wir stellen uns auf sie ein, passen uns an sie an. Umgekehrt passiert das ebenso, und wir können die Roboter so trainieren, dass sie etwas wie wir zubereiten, mit den gleichen Stoffen und Kniffen. Am Ende werden wir den Maschinen ähnlicher und die Maschinen uns.” Aus dem Interview ist im Mai 2017 ein Artikel mit dem Titel “Gesünder essen mit dem Robo-Koch?” entstanden, mit dem einen oder anderen Statement von Oliver Bendel und Stefan Hilgers (Leiter Internationales Produktmanagement Thermomix bei Vorwerk).

Abb.: Maschinen werden in der Küche schon lange eingesetzt

TA-SWISS in Bern mit neuer Leitung

Der Stiftungsratspräsident von TA-SWISS, Peter Bieri, teilte am 17. Mai 2017 per Pressemitteilung mit, dass Elisabeth Ehrensperger am 1. November 2017 die Leitung der Geschäftsstelle in Bern übernehmen wird. “Mit der promovierten Historikerin und Politologin Elisabeth Ehrensperger gewinnt die Stiftung TA-SWISS eine ausgewiesene und bestens vernetzte Persönlichkeit für die Weiterführung des im Forschungsgesetz verankerten Mandates der Stiftung. Als langjähriges engagiertes Mitglied des Leitungsausschusses von TA-SWISS ist sie mit der Tätigkeit von TA-SWISS bestens vertraut. Dr. rer. soc. Elisabeth Ehrensperger hat an der Universität Bern Geschichte, Politik- und Medienwissenschaften studiert und 2006 mit einer Dissertation zur Allgemeinen Menschenrechtserklärung den Doktortitel erlangt. Es folgten mehrere Jahre Tätigkeiten in der Forschung zur Funktion Nationaler Ethikkommissionen in europäischen Demokratien am Ethik-Zentrum der Universität Zürich sowie Lehraufträge an den Universitäten Zürich, Fribourg, Luzern und Bern zu Menschenrechten, Demokratietheorien und Diskursethik.” (Pressemitteilung TA-SWISS, 17. Mai 2017) Weitere Informationen über die Einrichtung zur Technologiefolgenabschätzung über www.ta-swiss.ch.

Abb.: TA-SWISS ist in Bern angesiedelt

VR und Lernen

Virtuelle Realität ist eine computergenerierte dreidimensionale Wirklichkeit. Sie wird über Großbildleinwände, in Spezialräumen oder über ein Head-Mounted-Display (Video- bzw. VR-Brille) übertragen, mit oder ohne Ton. Bei Mixed Reality wird entweder Realität erweitert (Augmented Reality), wobei für die Darstellung und Wahrnehmung eine AR-Brille (oft Datenbrille genannt) benötigt wird, oder aber Virtualität, im Sinne der Kopplung mit der Realität. Meist sind Formen der Interaktion vorgesehen, und sei es nur im Sinne der Bewegung durch die schöne neue Welt. Zur Interaktion mit Objekten werden neben der Video- oder VR-Brille bestimmte Eingabegeräte gebraucht. Virtual Reality, so der englische Name und die alternative Bezeichnung, eignet sich für Aus- und Weiterbildung, Informationsvermittlung und Unterhaltung. In der Zeitschrift “der freie beruf” vom Mai 2017 ist ein Artikel von Oliver Bendel erschienen. Darin wird auf Chancen und Risiken von VR im Lernbereich eingegangen. Der Beitrag endet mit den Worten: “Es spricht also nichts dagegen, auch einmal nach draußen zu gehen und den analogen Mond zu betrachten oder den Duft der Rosen und der Wälder einzuatmen. Aber wenn man ausgestorbene Lebewesen kraulen und durch den menschlichen Körper sausen und sich nicht allein auf Schriftsteller und Filmemacher bzw. die eigene Phantasie verlassen will – dann ist VR die erste Wahl.” Er kann über diese Website als PDF abgerufen werden.

Abb.: VR im Freien

Harper’s Magazine, 666 Broadway

Harper’s Magazine, ansässig in New York, 666 Broadway, hat Herman Melvilles “Moby Dick” ebenso besprochen wie die neuesten Entdeckungen von Thomas Edison. Auch den Frauenrechten hat man sich immer wieder gewidmet. Winston Churchill und Theodore Roosevelt schrieben Beiträge für die berühmte Zeitschrift. In einer Selbsteinschätzung auf der Website heißt es: “Harper’s Magazine, the oldest general-interest monthly in America, explores the issues that drive our national conversation, through long-form narrative journalism and essays, and such celebrated features as the iconic Harper’s Index. With its emphasis on fine writing and original thought Harper’s provides readers with a unique perspective on politics, society, the environment, and culture.” (Website Harper’s Magazine) In der neuen Ausgabe, erschienen Mitte Mai 2017, wird unter dem Titel “Machine Yearning” der Maschinenethik Platz eingeräumt. Zitiert werden Fragen von Oliver Bendel, die der Wirtschaftsinformatiker und Ethiker zu Sexrobotern gestellt hat und die im Buch “Love and Sex with Robots” (Springer, 2017) verschriftlicht sind. Der Beitrag kann online über harpers.org/archive/2017/06/machine-yearning/ abgerufen werden und ist auch als PDF verfügbar.

Abb.: Blick über Manhattan

Wenn Systeme über Leben entscheiden

Prof. Dr. Oliver Bendel referiert am 15. Mai 2017 an der Universität Zürich zum Thema “Wenn Systeme über Menschenleben entscheiden”. Systeme wie Autos müssen immer mehr Entscheidungen treffen. Diese können moralischer Art sein und den Tod von Menschen zur Folge haben. Um Unfälle mit Fußgängern und Fahrradfahrern zu vermeiden, kann das automatisierte Fahren räumlich beschränkt werden, etwa auf Autobahnen. Für die Maschinenethik bleibt dennoch genügend zu tun. So kann man Autos beibringen, für bestimmte Tiere zu bremsen. Soweit der Ankündigungstext von Oliver Bendel auf der Website der Volkshochschule, die den Vortrag organisiert hat. Die Volkshochschule Zürich (VHSZH) engagiert sich nach eigenen Angaben seit 1920 für eine anspruchsvolle, interessenbasierte Weiterbildung. “Ihre Schwerpunkte sind humanistische Allgemeinbildung auf universitärem Niveau, Fremdsprachen, Gestaltung, Kommunikationstechnik sowie Bewegung. 
Die VHS legt Wert auf die Qualität ihrer Vorlesungen und Kurse. Sie nimmt auch Mandate im Weiterbildungsbereich wahr.” (Website VHSZH) Weitere Informationen über https://www.vhszh.ch.

Abb.: Flieger über der Universität Zürich