Kategorie: Innovationen

Robophilosophy Conference in Vienna

“Robophilosophy 2018 – Envisioning Robots In Society: Politics, Power, And Public Space” is the third event in the Robophilosophy Conference Series which focusses on robophilosophy, a new field of interdisciplinary applied research in philosophy, robotics, artificial intelligence and other disciplines. The main organizers are Prof. Dr. Mark Coeckelbergh, Dr. Janina Loh and Michael Funk. Plenary speakers are Joanna Bryson (Department of Computer Science, University of Bath, UK), Hiroshi Ishiguro (Intelligent Robotics Laboratory, Osaka University, Japan), Guy Standing (Basic Income Earth Network and School of Oriental and African Studies, University of London, UK), Catelijne Muller (Rapporteur on Artificial Intelligence, European Economic and Social Committee), Robert Trappl (Head of the Austrian Research Institute for Artificial Intelligence, Austria), Simon Penny (Department of Art, University of California, Irvine), Raja Chatila (IEEE Global Initiative for Ethical Considerations in AI and Automated Systems, Institute of Intelligent Systems and Robotics, Pierre and Marie Curie University, Paris, France), Josef Weidenholzer (Member of the European Parliament, domains of automation and digitization) and Oliver Bendel (Institute for Information Systems, FHNW University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland). The conference will take place from 14 to 17 February 2018 in Vienna. More information via conferences.au.dk/robo-philosophy/.

Fig.: Creating artificial beings

Durch die Brille des Maschinenethikers

Oliver Bendel war im Gespräch mit Ute Klein vom MittelPunkt, dem Kundenmagazin der BayernLB. Sie war im Herbst aus München in die Schweiz gereist. Am 7. Dezember 2017 ist das Interview erschienen. Unter anderem wollte sie wissen, was Maschinenethik ist und worauf diese sich richtet. Er erklärte: “Die klassische Ethik richtet sich auf den Menschen als Subjekt der Moral. Was kann er, was soll er, was darf er?” Mit “den Maschinen, die wir gerade erfinden, entstehen neue Subjekte der Moral”. “Ich verwende den Begriff der maschinellen Moral gerne ähnlich wie den der maschinellen oder künstlichen Intelligenz. Es sind demnach neue, merkwürdige und fremdartige Subjekte, über die wir intensiv diskutieren müssen.” (MittelPunkt, 7. Dezember 2017) Ein Fotograf aus Zürich, Dominic Büttner, machte am Standort Brugg-Windisch noch ein mehrstündiges Shooting. Das Interview kann hier heruntergeladen werden. Zusätzlich steht über www.bayernlb.de eine Online-Version zur Verfügung.

Abb.: Durch die Brille des Maschinenethikers (Foto/Copyright: Dominic Büttner)

Künstliche Stimmen künstlicher Wesen

Die 2. VDI-Konferenz “Humanoide Roboter” am 5. und 6. Dezember 2017 beschäftigte sich wieder – wie die 1. VDI-Konferenz mit diesem Titel – mit “dem Menschen nachempfundenen Robotern” (Website VDI). Am 6. Dezember 2017 sprach Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) über “SSML für humanoide Serviceroboter”. Es ging darum, wie man künstliche Stimmen so manipuliert, dass sie z.B. zu Informations- und Navigationsrobotern passen. Am Rande stellte er auch Fragen aus der Ethik heraus, etwa mit Blick auf die Stimmen von Pflegerobotern. Der Postprint kann hier heruntergeladen werden. Es folgte Dr.-Ing. Hendrik Wöhrle vom DFKI mit einem Vortrag über “Eingebettete Biosignalverarbeitung und integrierte Regelung eines Ganzkörper-Exoskelettes für die Neuro-Rehabilitation”. Der Moderator, Prof. Dr. Frank Kirchner vom DFKI, ging zusammen mit dem jungen Wissenschaftler auf Fragen aus dem Publikum ein. Prof. Dr. Elisabeth André (Universität Augsburg) referierte dann zur “Personalisierung der Mensch-Roboter-Interaktion durch sozialsensitives Lernen”. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz hatten sich an beiden Tagen interessiert an ethischen Fragestellungen gezeigt. Dem soll bei der nächsten Durchführung verstärkt Rechnung getragen werden.

Abb.: Auch Nao hat eine künstliche Stimme

Vom GOODBOT zum BESTBOT

Ende 2017 wurde an der Hochschule für Wirtschaft FHNW der Entschluss gefasst, das GOODBOT-Projekt von 2013 wiederaufzunehmen und das Dialogsystem zum BESTBOT weiterzuentwickeln. Inzwischen ist ein regelrechter Hype um Chatbots ausgebrochen. Nicht zuletzt hat das LIEBOT-Projekt von 2016 (Vorarbeiten seit 2013) gezeigt, dass mit einfachsten Mitteln größte Wirkungen zu erzielen sind. Der Chatbot war kein selbstlernendes, aber ein stark vernetztes System. Die Grundüberlegung für den BESTBOT ist, dass er noch besser als der GOODBOT Probleme des Benutzers erkennen und darauf reagieren soll. Damit liegt nahe, dass er nicht nur auf textuelle Eingaben reagiert, sondern auch auf haptische und auf visuelle Eindrücke. Es sollen Ergebnisse aus dem LIEBOT-Projekt umgesetzt werden, um Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit zu steigern. Es sollen insgesamt vorhandene Erkenntnisse und Projekte genutzt und neue Ansätze entwickelt werden, in einem weiteren Praxisprojekt, dessen Beginn für Anfang 2018 terminiert wurde. Der BESTBOT wird nach dem GOODBOT, dem LIEBOT und LADYBIRD (2017, Vorarbeiten seit 2014) das vierte Artefakt der Maschinenethik sein, das nach Ideen und Vorgaben von Oliver Bendel umgesetzt wird.

Abb.: Der beste Bot aller Zeiten

Wenn autonome Maschinen Tiere retten

Aleksandra Sowa leitete – so die Beschreibung in The European – “zusammen mit dem deutschen Kryptologen Hans Dobbertin das Horst-Görtz-Institut für Sicherheit in der Informationstechnik”. “Sie ist Autorin diverser Bücher und Fachpublikationen, Mitglied des legendären Virtuellen Ortsvereins (VOV) der SPD und aktuell für einen Telekommunikationskonzern tätig.” (The European) Im Oktober 2017 war sie im Austausch mit Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker nahm wie folgt Stellung: “Ich bin dafür, bestimmte Maschinen zu ‘moralisieren’, und zwar solche, die in übersichtlichen Umgebungen und Situationen in unserem Sinne handeln sollen. Der Saugroboter, der Marienkäfer verschont, der Chatbot, der rücksichtsvoll ist und eine Notfallnummer herausgibt. Diese Maschinen haben wir gebaut. Ich bin nicht dafür, solche Maschinen mit einer Form von Moral auszustatten, die in komplexen Umgebungen und Situationen entscheiden müssen. So halte ich wenig davon, dass autonome Autos über Menschenleben entscheiden. Über Tierleben können sie entscheiden, sie können quantifizieren und qualifizieren. Wenn dadurch Tiere gerettet werden können, ohne dass Menschen in Gefahr kommen, bin ich dafür.” Der Beitrag “Die Antwort lautet nicht 42” von Aleksandra Sowa, erschienen am 11. Oktober 2017, enthält Statements von Oliver Bendel, gewonnen aus dem genannten Austausch und aus seinen Veröffentlichungen.

Abb.: Dieses Eichhörnchen wurde Opfer der Maschine (oder Objekt der Kunst)

Moralische Maschinen bei der Körber-Stiftung

“Selbstfahrende Autos, Pflegeroboter, smarte Helfer: In unserem Alltag treffen wir auf immer klügere Maschinen. Über ein Bewusstsein oder eigenen Willen verfügen sie zwar nicht, dennoch nehmen sie uns immer mehr Entscheidungen ab. Das wirft auch moralische Fragen auf. Soll das Auto in einem Unfall eher die Insassen schonen oder die Fußgänger am Straßenrand? Darf ein Roboter lebenserhaltende Maschinen abschalten, wenn der Patient das wünscht? Welche Chancen sich bieten und wo wir Grenzen setzen sollten, bespricht Christoph Kucklick, GEO, mit dem Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker Oliver Bendel.” So die Ankündigung der Körber-Stiftung auf www.koerber-stiftung.de. “1959 vom Unternehmer und Anstifter Kurt A. Körber ins Leben gerufen, ist die Körber-Stiftung heute mit eigenen Projekten, Kooperationen und Veranstaltungen national und international aktiv.” (Website Körber-Stiftung) Das Gespräch im Rahmen der Reihe “Digital mündig” mit dem Titel “Moralische Maschinen” findet am Dienstag, 14. November 2017 um 19.00 Uhr im KörberForum in Hamburg statt. Weitere Informationen über www.koerber-stiftung.de/veranstaltungsuebersicht/digital-muendig-moralische-maschinen-2248.html.

Abb.: In Hamburg unterwegs

Neuerfindung der Ethik

“Autonome Waffen, künstliche Intelligenz, Algorithmen: In einer digitalisierten Welt stellen sich zahlreiche ethische Fragen. Wo genau liegen die Problemfelder? Wie sollen wir als Gesellschaft damit umgehen? Und wo muss sogar Umdenken stattfinden? Auf diese Fragen wollen die insgesamt 20 Beiträge ausgewählter Expertinnen und Experten erste Antworten geben und einen Diskurs entfachen, der uns noch viele Jahre beschäftigen wird. Die Anthologie wird am 25. Oktober 2017 im Verlag iRights.Media erscheinen und kann bereits jetzt als Print auf iRights.Media sowie als e-Book auf Amazon und iTunes vorbestellt werden.” So die Ankündigung auf der Website von iRights.Media zum neuen Buch mit dem Titel “3TH1CS”. Nach einem Vorwort der Herausgeber (“Die Neuerfindung der Ethik ist unsere Aufgabe!”) und einem Interview mit Rafael Capurro (“Digitalisierung als ethische Herausforderung”) folgen u.a. Beiträge von Luciano Floridi (“Die Mangroven-Gesellschaft”), Oliver Bendel (“Sexroboter und Robotersex aus Sicht der Ethik”), Susan Leigh Anderson und Michael Anderson (“Ethische Roboter für die Altenpflege”), Jean-Baptiste Jeangène Vilmer (“Terminator-Ethik: Sollten Killerroboter verboten werden?”) und Hu Yong (“Das Internet ist nicht genderneutral”). Zum Abschluss gibt es ein Interview mit Kate Darling (“Von Robotern und Menschen – wo liegt die wahre Gefahr?”). Weitere Informationen über irights-lab.de/3th1cs-ethik-in-der-digitalen-welt/.

Abb.: Das neue Buch zu Informations-, Roboter- und Maschinenethik

Roboter am Uniklinikum Regensburg

Am 11. Oktober 2017 findet der 10. Regensburger Intensivpflegetag statt. Prof. Dr. Martina Müller-Schilling (Universitätsklinikum Regensburg) und Dr. Tomáš Kural (Karls-Universität, Zweigstelle Pilsen) schreiben in ihrem Grußwort: “Erstmals in der nun 10-jährigen Geschichte unseres Intensivpflegetages sind wir ein internationales Organisatoren- und Schirmherrenteam und freuen uns den diesjährigen Pflegetag gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Karls-Universität Pilsen zu gestalten. Die Partnerstädte Pilsen und Regensburg haben vieles gemeinsam: ein großes kulturelles Erbe, sie stellen das Oberzentrum der Region auf beiden Seiten der Grenze dar und beide haben eine medizinische Fakultät, mit der wir den gegenseitigen Austausch und die Partnerschaft weiter stärken wollen.” (Programm 10. Regensburger Intensivpflegetag) Es referieren u.a. Prof. Dr. Thomas Bein, Dr. Thomas Böttcher und Dr. Václav Liška. Prof. Dr. Oliver Bendel betrachtet Operations-, Therapie- und Pflegeroboter aus den Perspektiven von Maschinen- und Informationsethik. Weitere Informationen über http://www.uniklinikum-regensburg.de/service/Veranstaltungen/05031.php.

Abb.: Bei Regensburg

Roboter Paul in Zürich

Laut einer Pressemitteilung werden die Kunden im MediaMarkt Sihlcity seit 5. Oktober 2017 von einem Roboter unterstützt und informiert. Paul, so sein Name, “kennt sich im Sortiment des Zürcher Elektrofachmarkts bestens aus” (Pressemitteilung MediaMarkt). Paul ist eigentlich Care-O-bot 4 vom Fraunhofer IPA. Da der Roboter im Pflegebereich derzeit schwer vermittelbar ist, passt man ihn für den Einsatz im Einzelhandel an. Bei MediaMarkt hat er seine Arme verloren. Das Unternehmen schreibt: “In Kopfhöhe besitzt Paul ein schräg nach vorne gerichtetes Display, das an ein Gesicht erinnert. Er erkundigt sich nach den Wünschen der Kunden und führt sie bei Bedarf zu demjenigen Produkt im Markt, für das sie  sich interessieren. Auf dem Weg dorthin kann man mit ihm plaudern. Bei einem Small Talk über das Wetter oder über ein anderes Thema entpuppt sich Paul als angenehmer Gesprächspartner.” (Pressemitteilung MediaMarkt) Paul wird zum Kollegen und Konkurrenten von Pepper, der eigentlich ein Roboter ist, der Emotionen erkennt und zeigt (aber nicht hat) und als Companion in Haushalten untergebracht ist, aber auch in Supermärkten und Shopping Malls auf der ganzen Welt seinen Dienst versieht. Ob Paul auch für die Sicherheit sorgt, wie etwa der K5 (der dabei auch Unsicherheit schafft) oder wie REEM, ist nicht bekannt.

Abb.: Sihlcity (Foto: Sihlcity)

Co-Robots und die Zukunft der Arbeit

Auf meinungsbarometer.info werden Debatten zu brisanten Themen geführt. Zu den aktuellen Teilnehmern gehören Peter Altmaier, Martin Schulz und Cem Özdemir. Oliver Bendel wurde im Herbst 2017 zu Co-Robots und zur Zukunft der Arbeit befragt. Eine Antwort war: “Möglicherweise sind Co-Robots eine Übergangslösung, sodass wir in der Zukunft in allen Bereichen die Automatisierung haben, die wir aus manchen bereits kennen. Dann würde es auch weniger Arbeit für Menschen geben. Das muss nicht nur ein Nachteil sein, denn wir können uns auf andere Aufgaben besinnen – wenn unsere Existenz grundsätzlich gesichert ist. Die Unternehmen werden auch ohne uns Gewinne erzielen, die gerecht verteilt werden müssen.” Das Portal über sich selbst: “Meinungsbarometer.info vereint die hellsten Köpfe, die sich in herausragender Weise mit der Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft beschäftigen. Unsere Debattenteilnehmer sind Top-Manager aus der Wirtschaft, Spitzenpolitiker aus ganz Europa, namhafte Wissenschaftler, Entscheider aus der Medienbranche wie Intendanten und Chefredakteure sowie internationale und nationale Fachjournalisten.”

Abb.: Auch AR gehört zur Zukunft der Arbeit

KI bei Audi

Ein interner Event bei Audi am 20. September 2017 in Ingolstadt widmete sich dem Zusammenhang von Künstlicher Intelligenz (KI), Ethik und Rechtswissenschaft. Eingeladen waren als Referenten u.a. Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW), Prof. Dr. Sepp Hochreiter (Johannes Kepler Universität Linz) und Prof. Dr. Wolfgang Ertel (Hochschule Ravensburg-Weingarten). Oliver Bendel erklärte, was Ethik und Moral sind (Ethik als Disziplin, Moral als ihr Gegenstand), was die Maschinenethik ist (eine Disziplin, die nach der Möglichkeit maschineller Moral fragt, so wie die KI als Disziplin nach der Möglichkeit künstlicher Intelligenz) und welchen Artefakten sich die Maschinenethik seit ca. zehn Jahren zuwendet (selbstständig fahrenden Autos, zivilen Drohnen, Pflege- und Therapierobotern, Kampfrobotern, Chatbots, um nur einige Typen zu nennen). Zusammen mit der Rechtsabteilung und einem Vertreter der Entwicklungsabteilung diskutierte er danach noch auf dem Podium.

Abb.: Oliver Bendel beim Vortrag (Foto: Audi)

Eröffnung des Weizenbaum-Instituts

Nach zwei Jurysitzungen in 2016 und 2017 und einem Beschluss von Prof. Dr. Johanna Wanka, die dem Vorschlag der Jury folgte, fiel nun der “offizielle Startschuss für das Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft am Standort Berlin im Konzertsaal der Universität der Künste”. Die Bundesministerin “verdeutlichte bei der feierlichen Eröffnung, was das BMBF von dem Forschungsverbund erwartet”: “Das neue Weizenbaum-Institut … soll die ethischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte von Internet und Digitalisierung erforschen und Handlungsoptionen aufzeigen. Dafür stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung Fördermittel in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro in den ersten fünf Jahren bereit.” (Pressemitteilung BMBF) Der Jury, bei der sich das BMBF am 21. September 2017 auch schriftlich bedankte, gehörten u.a. Prof. Dr. Viktor Mayer-Schönberger (University of Oxford), Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW, Schweiz), Prof. Dr. Urs Gasser (Harvard University), Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf (Julius-Maximilians-Universität Würzburg), Prof. Dr. Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen), Dr. Catharina Maracke (Keio University, Japan) und Dr. Constanze Kurz (Chaos Computer Club und Netzpolitik.org) an.

Abb.: In Berlin

Soll uns Robear pflegen?

Operations- und Therapieroboter sind weit verbreitet. Pflegeroboter werden auf der ganzen Welt in Forschungseinrichtungen, Krankenhäusern und Pflegeheimen erprobt. Vor einem regulären Einsatz sind diverse ethische Fragen aufzuwerfen und zu beantworten. Genau dies macht ein neuer Beitrag von Oliver Bendel, der Mitte September in der Zeitschrift IT for Health erschienen ist. Das Resümee lautet: “Der Einsatz von Pflegerobotern bietet aus ethischer (sowie aus ökonomischer und medizinischer) Perspektive sowohl Chancen als auch Risiken. Assistierende Technologien beweisen bereits ihre Alltagstauglichkeit. Robear und Co., die Hand an Patienten anlegen, benötigen bis zu einer hohen technischen Reife noch ein paar Jahre. Genügend Zeit, so scheint es, um sich über das Grundsätzliche klar zu werden. Letztlich sollte, wo immer möglich, der Wille des oder der Pflegebedürftigen geachtet werden, ob er in einer Verfügung oder während der Behandlung zum Ausdruck kommt.” Der Artikel mit dem Titel “Soll uns Robear pflegen?” kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Soll uns Robear pflegen?

Künstliche Intelligenz im HR Manager

Das Magazin Human Resources Manager widmet sich in seiner neuen Ausgabe (4/17) der Disziplin der Künstlichen Intelligenz (und ihrem Gegenstand, der künstlichen Intelligenz). Der Beitrag “Ein alter Menschheitstraum” beinhaltet ein “Gespräch über die Sehnsucht nach künstlicher Intelligenz mit Dirk Helbing, Professor für Computational Social Science” (Human Resources Manager, 4/17). “Die Co-Robots kommen näher” basiert u.a. auf einem Interview mit Oliver Bendel, Professor für Wirtschaftsinformatik, Informations- und Maschinenethik. In “Entseelte Entscheidungen” wird festgestellt: “Algorithmen können auch diskriminieren” – das Interview wird geführt mit “Algorithmus-Designerin Katharina Zweig” (Human Resources Manager, 4/17). “Digitale Sprachlosigkeit” geht zusammen mit Christian Bauchhage auf die “Kommunikation mit künstlicher Intelligenz” (Human Resources Manager, 4/17) ein. Weitere Informationen über www.humanresourcesmanager.de. Der Artikel “Liaisons dangereuses?” mit Statements von Oliver Bendel kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: KI kann Menschen quantifizieren und qualifizieren

Interaktive Werbeflächen aus ethischer Sicht

Bei interaktivem Digital Signage stellen sich Plakate, Schilder, Tafeln, Terminals und Säulen in Läden oder an Straßen und auf Plätzen auf ihren digitalen Bildschirmen automatisch auf Anwesende ein und interagieren und kommunizieren mit diesen in visueller oder auditiver Weise. Es wird also nicht einfach etwas dargestellt, sondern das, was dargestellt wird, hängt vom Betrachter oder vom Umfeld ab. Der hauptsächliche Zweck ist neben der Informierung (auch im Sinne von Beratung) die Werbung, die hauptsächliche Umsetzungsart die interaktive Werbefläche. Der Beitrag “Neue Spione in den Straßen, auf den Plätzen und in den Läden: Interaktive Werbeflächen aus ethischer Sicht” von Oliver Bendel, erschienen bei Telepolis am 15. August 2017, untersucht das Phänomen digitaler Werbeflächen aus ethischer Sicht. Erstens wird der Begriff des Digital Signage erklärt, unter den der Begriff der interaktiven Werbeflächen subsumiert wird. Typisch für diese sind – abgesehen von den digitalen Bildschirmen – Kameras, Mikrofone, Lautsprecher, Muster-, Bild- und Gesichtserkennung. Zweitens werden Überlegungen aus Sicht von Informations-, Technik- und Wirtschaftsethik und darüber hinaus, etwa im Sinne des Verbraucherschutzes, angestellt. Auch die Maschinenethik wird berücksichtigt. Der Beitrag kann über www.heise.de/tp/features/Neue-Spione-in-den-Strassen-auf-den-Plaetzen-und-in-den-Laeden-3797118.html abgerufen werden.

Abb.: Digital Signage in New York

Sicher in Dubai

An mehreren Orten auf der Welt kennt man inzwischen Sicherheits- und Überwachungsroboter. Der K5 wird (wie der K3) seit Jahren im Silicon Valley hergestellt und dort auch eingesetzt. Zuletzt machte er Schlagzeilen, weil er in einen Brunnen fiel. Bei der Expo 2020 in Dubai soll laut der Süddeutschen Zeitung vom 6. August 2017 der humanoide REEM aus dem Hause PAL Robotics nach dem Rechten sehen. “Zur Begrüßung reicht er die dreifingrige Hand oder salutiert. Die Maschine, etwa 1,70 Meter hoch und 100 Kilogramm schwer, trägt die gleiche tannengrüne Uniformfarbe und Mütze wie die menschlichen Beamten.” (Süddeutsche Zeitung, 6. August 2017) Die Kameras können zusammen mit der Software “Gesichter und Gesichtsausdrücke sowie Körpersprache und Gesten erkennen”. Der Roboter bewegt sich autonom, kann aber auch ferngesteuert und bedient werden. Wie Pepper hat er auf Brusthöhe einen Touchscreen. Über diesen können “Bürger und Besucher elektronisch Anzeigen aufgeben oder Informationen abrufen”. “Per Videolink oder Sprechverbindung nehmen die Offiziere im Kontrollraum direkt Kontakt mit ihnen auf und bekommen Live-Bilder geliefert.” (Süddeutsche Zeitung, 6. August 2017) Damit wird der Roboter wie ein Beam eingesetzt, der ebenfalls im Silicon Valley beliebt ist. Ob REEM das subjektive Sicherheitsgefühl verstärkt, darf bezweifelt werden. Eine objektive Gefährdungslage gibt es zweifelsohne, hervorgerufen durch den Roboter selbst.

Abb.: So ist man in Dubai sicher vor REEM

Pro und Contra zur Robotersteuer

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat auf ihrem Portal “Die Netzdebatte” zwei neue Beiträge veröffentlicht, unter der Überschrift “Pro und Contra zur Robotersteuer“. Es handelt sich um keine Pole, sondern um Varianten. Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber sieht eher Vorteile in der Robotersteuer, die er sich unter gewissen Umständen und in einer bestimmten Ausgestaltung vorstellen kann. Prof. Dr. Oliver Bendel ist dafür, die Robotersteuer zu diskutieren, sieht aber insgesamt eher Nachteile, und benennt Herausforderungen, denen sich eine Umsetzung im Moment stellen müsste. Vor allem sei unklar, was genau man besteuern soll. Besonders deutlich zeige sich dies bei Kooperations- und Kollaborationsrobotern, die eng mit Menschen zusammenarbeiten. Wann fängt die Arbeit des Menschen und der Maschine an, wann hört sie auf? Auch muss man klären, ob man nur Hardwareroboter oder auch Softwareroboter besteuern soll. Wie verhält es sich mit einer Armee von Social Bots? Mit Crawlern von Suchmaschinen? Die Beiträge können direkt über www.bpb.de/dialog/netzdebatte/248706/meinung-auch-roboter-sollten-steuern-zahlen und www.bpb.de/dialog/netzdebatte/245350/meinung-roboter-haben-keine-verantwortung aufgerufen werden.

Abb.: Soll dieser Roboter besteuert werden?

Das SmartShuttle auf dem Waisenhausplatz

Die PostAuto AG kündigt für den Nationalfeiertag 2017 in der Schweiz ein Ereignis an, das Freundinnen und Freunde des teil-, hoch- und vollautomatisierten Fahrens freuen dürfte. “Am 1. August ist erstmals ein SmartShuttle von PostAuto auf einem öffentlichen Platz in Bern zu Gast. Die Besucher der Bundesfeier können auf dem Waisenhausplatz testen, wie sich autonomes Fahren anfühlt.” (Informationsschreiben PostAuto) Und weiter: “Ein SmartShuttle von PostAuto wird … von 9 bis 22 Uhr auf dem Waisenhausplatz seine Runden drehen. Die Besucherin und der Besucher können einsteigen und miterleben, wie das selbstfahrende Postauto den kleinen Parcours absolviert. Die Software steuert den elfplätzigen Bus selber. Die Techniker sind die Strecke auf dem Waisenhausplatz mit dem Shuttle manuell abgefahren, und die Sensoren haben daraus eine virtuelle Karte erstellt. So ist der Shuttle in der Lage, seine eigene Position zu bestimmen und dem vorgesehenen Weg selbstständig zu folgen.” (Informationsschreiben PostAuto) Der technische Leiter Ramon Mueller gewährte Prof. Dr. Oliver Bendel von der FHNW und einer kleinen Gruppe von Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und der Berner Fachhochschule bereits am 3. März 2017 in Bern einen tiefen Einblick in den Betrieb.

Abb.: Das SmartShuttle in einer Halle in Bern

Wir können in der Hängematte liegen

Der Beitrag zur Künstlichen Intelligenz in der Zeitschrift National Geographic (7/2017) ist nun als PDF verfügbar und kann hier heruntergeladen werden. Auf 14 Seiten widmet man sich der Arbeit von Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker stand dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort, die von Hamburg in die Schweiz gereist waren. Zudem gibt es eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundet den Beitrag ab. Die Fotos stammen von Elias Hassos, der u.a. Hans Magnus Enzensberger und Martin Walser porträtiert und auf dem FHNW-Campus Brugg-Windisch fotografiert hat. “Wir können in der Hängematte liegen” – so lautet die Überschrift des Beitrags. Oliver Bendel ist der Meinung, dass uns Roboter unterstützen und entlasten können. Dass Menschen die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, das ihnen womöglich nicht einmal sympathisch ist, hält er für eine Ideologie, die man hinterfragen kann. Vielleicht reichen vier Stunden am Tag für den Lebensunterhalt, wenn ein Grundeinkommen dazukommt. Denn die Gewinne werden weiter erzielt, mit Hilfe von Robotik und KI auch ohne die Arbeiter und Angestellten. Sie müssen nur gerecht verteilt werden. Weitere Informationen über www.nationalgeographic.de.

Abb.: Oliver Bendel auf dem Campus (Foto: NG/Elias Hassos)

The Synthetization of Human Voices

The synthetization of voices, or speech synthesis, has been an object of interest for centuries. It is mostly realized with a text-to-speech system (TTS), an automaton that interprets and reads aloud. This system refers to text available for instance on a website or in a book, or entered via popup menu on the website. Today, just a few minutes of samples are enough in order to be able to imitate a speaker convincingly in all kinds of statements. The article “The Synthetization of Human Voices” by Oliver Bendel (published on 26 July 2017) abstracts from actual products and actual technological realization. Rather, after a short historical outline of the synthetization of voices, exemplary applications of this kind of technology are gathered for promoting the development, and potential applications are discussed critically in order to be able to limit them if necessary. The ethical and legal challenges should not be underestimated, in particular with regard to informational and personal autonomy and the trustworthiness of media. The article can be viewed via rdcu.be/uvxm.

Fig.: What will we hear in the future?