Kategorie: Publikationen

Love and Sex with Robots

Die Konferenz im Dezember 2016 an der University of London (Goldsmiths) mit dem Titel “Love and Sex with Robots” hat ein enormes internationales Echo ausgelöst. Insbesondere in den englischen und amerikanischen Boulevardmedien wurden Aussagen der Referenten verdreht und verfälscht. Was sie wirklich gesagt und gemeint haben, lässt sich nun schwarz auf weiß nachlesen. Ende April 2017 ist das Buch “Love and Sex with Robots” bei Springer herausgekommen, in der Reihe “Lecture Notes in Artificial Intelligence”. Aus dem Klappentext: “This book constitutes the refereed proceedings of the Second International Conference on Love and Sex with Robots 2016 in December 2016, in London, UK. The 12 revised papers presented together with 1 keynote were carefully reviewed and selected from a total of 38 submissions. … The topics of the conferences were as follows: robot emotions, humanoid robots, clone robots, entertainment robots, robot personalities, teledildonics, intelligent electronic sex hardware, gender approaches, affective approaches, psychological approaches, sociological approaches, roboethics, and philosophical approaches.” (Klappentext) Beiträge stammen u.a. von David Levy, Emma Yann Zhang und Oliver Bendel. Das Buch kann hier bestellt werden.

Abb.: Cover des Springer-Buchs

Künstliche Intelligenz bei der Deutschen Telekom

“We love AI” nennt sich ein neues Angebot der Deutschen Telekom im World Wide Web, das sich ganz der Künstlichen Intelligenz widmet. Jan Hofmann begrüßt die Besucher: “Wir sind überzeugt, dass künstliche Intelligenz nicht nur den Kundenservice verändern wird, sondern unsere gesamte Industrie – jede Industrie, unsere Gesellschaft und unser tägliches Leben.” (Website We love AI) Eines der ersten Interviews wurde mit dem Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel geführt. Er untersucht die Möglichkeit maschineller Moral und baut einfache moralische Maschinen als Artefakte, die er dann wiederum untersucht. Zu seinem neuesten Projekt innerhalb der Maschinenethik, das einen tierfreundlichen Saugroboter namens LADYBIRD zum Ziel hat, sagt er: “Mir geht es um das Prinzip. Mir geht es darum, zu zeigen, dass solche tierfreundlichen Maschinen möglich sind. Dass man zum Beispiel Entscheidungsbäume benutzen kann, um solche Maschinen zu bauen. In diese Entscheidungsbäume kann man moralische Begründungen einbeziehen. Das mit Ladybird ist ein sehr anschauliches Beispiel. Wir bauen eine Maschine, die bestimmte Farbsensoren hat, die über Muster- und Bilderkennung verfügt und tatsächlich den Marienkäfer erkennt und verschont. Ich will das Prinzip verdeutlichen: Es ist möglich, eine Maschine zu bauen, die bestimmten ethischen Modellen und moralischen Regeln folgt.” Das ganze Interview kann über www.we-love.ai/de/blog/post/Interview-OliverBendel.html aufgerufen werden.

Abb.: Die Telekom liebt KI

Robotik und Design

“Android oder Maschine?” Das fragt die Mai-Ausgabe der Zeitschrift designreport (seit 13. April 2017 erhältlich). In der Ankündigung wird deutlich, worum es geht: “Kaum ein Technologiebereich entwickelt sich derzeit so dynamisch wie die Robotik. Unterstützt von den Fortschritten der Künstlichen Intelligenz steigern sich die Autonomie und damit auch die Anwendungsszenarien automatischer Systeme. Längst geht es nicht mehr nur um Industrieroboter, sondern um persönliche Alltagsassistenten, um Roboter für Medizin, Logistik, Sicherheit oder Mobilität. Die Artenvielfalt der Automaten wächst dynamisch – und damit eine ganz neue Aufgabe für das Design. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob und wie humanoid die neuen Roboter sein dürfen. Es geht vielmehr um die Gestaltung eines neuen technologischen Abschnittes und um die Art, wie wir künftig leben sowie arbeiten wollen. Das Design hat wesentlichen Einfluss auf die Nutzungsszenarien, aber auch auf die Akzeptanz der Maschinen.” (Website designreport) Die Redakteure stellen die neuesten Entwicklungen vor und berichten über einen Besuch der Ausstellung “Hello Robot” in Weil am Rhein. Enthalten sind auch Interviews, mit einem KUKA-Entwickler zu Industrierobotern und mit Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) zur Maschinenethik. Weitere Informationen über www.designreport.de.

Abb.: Auch Mähroboter brauchen ein gutes Design

Die Serviceroboter sind auf dem Vormarsch

So wie die Industrieroboter immer mehr ihre Gefängnisse und Behausungen verlassen, so wie sie immer mobiler und universeller geraten, und so wie sie immer mehr an den Menschen heranrücken, so befreien sich die Serviceroboter mehr und mehr von inneren und äußeren Zwängen und mischen sich unter uns. Man kann Haushalts- und Gartenroboter, Sicherheits- und Überwachungsroboter, Transport- und Lieferroboter, Informations- und Navigationsroboter, Unterhaltungs- und Spielzeugroboter sowie Pflege- und Therapieroboter unterscheiden. Daneben gibt es beispielsweise Weltraumroboter wie Curiosity und Dextre, Spezialroboter für gefährliche Gebiete und Aufgaben sowie Kampfroboter, wenn man diese zu den Servicerobotern zählen will. Manche der Typen sind als Prototypen unterwegs, andere im ständigen und standardisierten Einsatz. In seinem Artikel “Achtung, sie kommen!”, veröffentlicht in der UnternehmerZeitung 4/2017, skizziert Oliver Bendel Zwecke und Funktionen von Servicerobotern und nennt beispielhaft Produkte. Auch ethische Fragen werden angesprochen. Der Artikel kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Pepper als Inforoboter in San Francisco

Collective Action 2.0

Shaked Spier hat das Buch “Collective Action 2.0″ über den Einsatz von sozialen Medien in kollektivem Handeln und sozialen Bewegungen veröffentlicht. Er behandelt darin auch Aspekte der Informationsethik. Der Autor hat an der Humboldt-Universität zu Berlin u.a. Informationswissenschaft studiert. Aus dem Klappentext: “Collective Action 2.0 explores the issues related to information and communication technologies (ICTs) in detail, providing a balanced insight into how ICTs leverage and interact with collective action, which will have an impact on the current discourse. Recent events in different authoritarian regimes, such as Iran and Egypt, have drawn global attention to a developing phenomenon in collective action: People tend to organize through different social media platforms for political protest and resistance. This phenomenon describes a change insocial structure and behavior tied to ICT. Social media platforms have been used to leverage collective action, which has in some cases arguably lead, to political revolution. The phenomenon also indicates that the way information is organized affects the organization of social structures with which it interoperates.” (Klappentext) Das Buch ist im März 2017 bei Chandos Publishing erschienen und kostet in gedruckter Form ca. 60 Euro.

Abb.: Collective Action ist nicht nur etwas für Nerds

Technical Reports des Symposiums erschienen

Die Technical Reports des Symposiums “AI for Social Good” sind erschienen. Dieses fand innerhalb der AAAI Spring Symposia (27. bis 29. März 2017) an der Stanford University statt. Organisiert wurde es von Amulya Yadav (University of Southern California, CA, USA) und Fei Fang (Harvard University). Die veröffentlichten Papers zeigen das enorme Spektrum der Veranstaltung auf. Oliver Bendel ist mit “LADYBIRD: The Animal-Friendly Robot Vacuum Cleaner” sowie “Towards Kant Machines” (zusammen mit Kevin Schwegler und Bradley Richards) vertreten, Malay Bhattacharyya mit “In Search of Health Doubles”, Sujoy Chatterjee (mit Anirban Mukhopadhyay und Malay Bhattacharyya) mit “Smart City Planning with Constrained Crowd Judgment Analysis”, Arnaud Delaunay (zusammen mit Jean Guérin) mit “Wandering Detection Within an Embedded System for Alzheimer Suffering Patients” und Virginia Dignum (zusammen mit Frank Dignum) mit “Societal Challenges Need Social Agents”. Virginia Dignum konnte während des Symposiums die frohe Botschaft überbringen, dass die andere große Wissenschaftsvereinigung auf technischem Gebiet, das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), sich in seinen Leitlinien “Ethically Aligned Design” zu Robotik und KI zukünftig nicht nur den Menschen, sondern auch den Tieren widmen wird. Dies hatte Oliver Bendel in einer Stellungnahme gegenüber den Verantwortlichen vorgeschlagen. Die Technical Reports des Symposiums sind über www.aaai.org/Library/Symposia/Spring/ss17-01.php verfügbar.

Abb.: An der Stanford University

Heidelberger Symposium zur Verantwortung

Das 29. Heidelberger Symposium vom 11. bis zum 13. Mai 2017 trägt den Titel “verAntworten”. Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann übernommen. Nach der Eröffnungsrede von Christian Wulff (Bundespräsident a.D.) gibt es Vorträge u.a. von Hansjörg Geiger (ehem. Präsident Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Bundesministerin der Justiz a.D.), Norbert Junkers (Max-Planck-Institut für Radioastronomie), Hans Markowitsch (Universität Bielefeld) und Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW). Die Veranstaltung wird ausgerichtet vom Heidelberger Club für Wirtschaft und Kultur. Dieser “ist eine unabhängige, überparteiliche und fachübergreifende Studenteninitiative, die 1988 mit dem Ziel gegründet wurde, die Ausbildung an den Universitäten durch Praxisbezug und interdisziplinären Austausch zu ergänzen” (Website Symposium). “Zu diesem Zweck organisiert der Club jährlich ein mehrtägiges Forum zu einem aktuellen Thema von gesellschaftlicher Relevanz. In seinem 28-jährigen Bestehen hat sich das Symposium zu einem festen Bestandteil des akademischen Lebens der Stadt Heidelberg etabliert und leistet damit einen bedeutenden Beitrag zu einer lebendigen Universitätskultur.” (Website Symposium) Weitere Informationen über heidelberger-symposium.de.

Abb.: An einer Brücke in Heidelberg

Der Auto-Salon zwischen Zürich und Genf

Der Internationale Auto-Salon Genf ist eine der wichtigsten Fachmessen im Bereich der Mobilität. Er findet immer im März in Le Grand-Saconnex im Kanton Genf statt. Im Jahre 1907 musste man nach Zürich ausweichen, weil man im Westen im zunehmenden Autoverkehr eine Gefahr für Fußgänger sah und sich eine feindliche Stimmung verbreitete. Im Vorfeld des Auto-Salons 2017 wurden verschiedene Experten zum hoch- und vollautomatisierten Fahren befragt. Die Netzwoche widmete diesem ihren Schwerpunkt in der Ausgabe 4/2017 und ließ Frank M. Rinderknecht von Rinspeed und Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW zu Wort kommen. Die beiden hatten sich im Juli 2016 persönlich getroffen. Man sprach im Büro von Frank M. Rinderknecht in Zumikon über intelligente Autos und besuchte zusammen die Werkstatt, in der es von futuristischen Fahrzeugen nur so wimmelt. Das Gespräch wurde von RED, dem Magazin der Schweizer Börse SIX, aufgezeichnet und veröffentlicht. In der Netzwoche drückt der Visionär aufs Gas, der Ethiker steigt in die Bremsen. Beide sind der Meinung, dass das autonome Fahren Potenzial hat. Bendel sieht es aber nur auf den Autobahnen, nicht in den Ballungsgebieten, wo Fußgänger, Fahrradfahrer und Fahrzeuge aufeinander treffen. Er hat nicht die Angst, die man vor 110 Jahren in Genf hatte, warnt aber vor Situationen, in denen Autos nicht nur als Objekte, sondern auch als Subjekte in Unfälle verwickelt sind. Der Artikel kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Abb.: Der Auto-Salon in Genf

Patientenverfügung zum Einsatz von Robotern

Es gibt unzählige Formulare für Patientenverfügungen. Allein für die Schweiz führt Kassensturz fünfzehn Organisationen mit eigenen Vorschlägen an. Die Übersichtstabelle kann bei SRF heruntergeladen werden. In der Regel fehlt ein Bezug zum Einsatz von Operations-, Pflege- und Therapierobotern. Dabei sind Operationsroboter weltweit im Einsatz, und Therapieroboter kennt man nicht nur in Japan, sondern auch in Deutschland und in der Schweiz. Offensichtlich müssen die Patienten damit klarkommen, ob sie wollen oder nicht. Gerade bei Therapierobotern wird es zwangsläufig Personen treffen, die urteilsunfähig sind. Bei Operationsrobotern wird dies seltener der Fall sein, wobei in der Zukunft sicherlich eine Ausweitung stattfindet und damit auch hier eine Patientenverfügung sinnvoll ist. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker, hat eine ergänzende Patientenverfügung entwickelt, die als Diskussionsbeitrag zu verstehen ist. Er ist der Meinung, dass Operationsroboter gute Dienste leisten und Pflegeroboter, die im Moment als Prototypen vorliegen, Pfleger entlasten und Patienten helfen können. Persönlich lehnt er einen Therapieroboter wie Paro ab, auch wenn dieser positive Effekte hervorbringen kann. Jeder sollte so wichtige Entscheidungen zum eigenen Leben zur richtigen Zeit treffen. Zur rechtlichen Verbindlichkeit in diesem Kontext bestehen noch keine Erkenntnisse. Das Formular kann hier bezogen werden. Hinweise werden über informationsethik@gmx.net entgegengenommen.

Abb.: Hier operiert der Arzt noch ohne Roboter

The LADYBIRD Project

The LADYBIRD project starts in March 2017. More and more autonomous and semi-autonomous machines make decisions that have moral implications. Machine ethics as a discipline examines the possibilities and limits of moral machines. In this context, Prof. Dr. Oliver Bendel developed various design studies and thus submitted proposals for their appearance and functions. He focused on animal-friendly machines which make morally sound decisions, and chatbots with specific skills. The project is about a service robot, which shall spare beneficial insects – a vacuum cleaner called LADYBIRD. An annotated decision tree modelled for this objective and a set of sensors will be used. Three students work from March to October in the practice project at the School of Business FHNW. Since 2013, the principal Oliver Bendel published several articles on LADYBIRD and other animal-friendly machines, e.g., “Ich bremse auch für Tiere (I also brake for animals)” in the Swiss magazine inside.it. The robot will be the third prototype in the context of machine ethics at the School of Business FHNW. The first one was the GOODBOT (2013), the second one the LIEBOT (2016). All these machines can be described as simple moral machines.

Fig.: The robot should spare the ladybird

Der Roboter im Recht

Anfang des Jahres war im Europäischen Parlament der Bericht “Civil Law Rules on Robotics” vorgelegt und die Regulierung von Künstlicher Intelligenz und Robotik gefordert worden. Am 23. Februar 2017 fragte sich Zündfunk (Bayern 2) deshalb: “Welche Gesetze brauchen Roboter?” Gregor Schmalzried hatte bereits am Morgen den Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW zum Thema befragt, der das Dokument im Detail kannte, weil er es im vergangenen Jahr für einen Abgeordneten in Brüssel kommentiert hatte. Auch der Informatiker Matthias Althoff von der Technischen Universität München kam zu Wort. Der Beitrag stieg ein mit dem Vorschlag von Bill Gates, eine Robotersteuer einzuführen (wozu Oliver Bendel wiederholt seine Meinung geäußert hatte, auch im Deutschen Bundestag), und es wurde aus dem genannten Bericht zitiert. Matthias Althoff nahm Stellung zur elektronischen Person, die er im Moment für Science-Fiction hält, Oliver Bendel zu den Robotergesetzen von Asimov, darauf hinweisend, dass diese für die Fiktionalität, nicht die Realität entwickelt wurden. Die Sendung kann über www.br.de/radio/bayern2 nachgehört werden.

Abb.: Wo muss man den Einsatz von Robotern regulieren?

Big Data und Ethik

Die SATW hat im Februar 2017 die Studie “Ethische Herausforderungen für Unternehmen im Umgang mit Big Data” präsentiert, in der die ethischen Herausforderungen von Big-Data-Anwendungen untersucht und Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Politik formuliert werden. “Die Experten konnten acht ethische Normen und Werte identifizieren, die von Big Data tangiert werden. Oft müssen die Ansprüche der Konsumenten mit den ebenso berechtigten Ansprüchen der Unternehmen abgewogen werden.” (Studie SATW) Zur informationellen Selbstbestimmung heißt es: “Jeder hat das Recht, selbst über das Erheben, Speichern, Verwenden und Weitergeben persönlicher Daten zu bestimmen.” (Studie SATW) Für die Verwendung der Daten brauche es eine explizite, informierte Zustimmung, also eine Zustimmung nach erfolgter Aufklärung des Einzelnen. “Problematisch wäre eine gezielte emotionale Manipulation durch Werbung, die eine informierte Zustimmung erschweren könnte.” (Studie SATW) Und zur digitalen Identität: “Die Kontrolle der eigenen digitalen Identität ist ein Spezialfall der informationellen Selbstbestimmung. Big-Data-Anwendungen machen es möglich, verschiedene Merkmale des Kunden zu einer digitalen Identität zu verdichten.” (Studie SATW) Ethisch fragwürdig sei dieses Vorgehen dann, wenn der Kunde davon nichts wisse und keine Möglichkeit habe, allfällige Fehler zu korrigieren. Die Kurzfassung kann mit freundlicher Genehmigung der Verantwortlichen hier heruntergeladen werden. Die Studie kann man über www.satw.ch/bigdata bestellen.

Abb.: Viele Daten und Informationen gab es bereits in der Bibliothek

Machinery and Jealousy

PlayGround is a Spanish online magazine, founded in 2008, with a focus on culture, future and food. Astrid Otal asked the ethicist Oliver Bendel about the conference in London (“Love and Sex with Robots”) and in general about sex robots and love dolls. One issue was: “In love, a person can suffer. But in this case, can robots make us suffer sentimentally?” The reply to it: “Of course, they can make us suffer. By means of their body, body parts and limbs, and by means of their language capabilities. They can hurt us, they can kill us. They can offend us by using certain words and by telling the truth or the untruth. In my contribution for the conference proceedings, I ask this question: It is possible to be unfaithful to the human love partner with a sex robot, and can a man or a woman be jealous because of the robot’s other love affairs? We can imagine how suffering can emerge in this context … But robots can also make us happy. Some years ago, we developed the GOODBOT, a chatbot which can detect problems of the user and escalate on several levels. On the highest level, it hands over an emergency number. It knows its limits.” Some statements of the interview have been incorporated in the article “Última parada: después del sexo con autómatas, casarse con un Robot” (February 11, 2017) which is available via www.playgroundmag.net/futuro/sexo-robots-matrimonio-legal-2050-realdolls_0_1918608121.html.

Fig.: Is the bitch a robot or not?

About Sex Robots and Love Dolls

Inverse is an American online magazine, launched by Dave Nemetz, co-founder of Bleacher Report. It is based in San Francisco, California. According to the New York Observer, Inverse “aims to capture the millennial dude market with quirky takes on subjects like tech, games (video and board) and space” (Observer, October 20, 2015). Gabe Bergado asked the ethicist Oliver Bendel about sex robots and love dolls. One issue was: “Why are more companies and people becoming more interested in sex robots?” The reply to it: “Companies want to earn money. But I don’t think that this is a big market. Sex robots will remain a niche product. But, of course, sex toys are popular, und together with virtual and mixed reality, this could be the biggest thing next year. Some people and media are sensation-seeking. That’s why they are interested in sex robots and in men and women who fall in love with machines.” Another question was: “How should governments be reacting to the development of sex robots? Should there be regulations?” The answer is short and clear again: “Sex robots will remain a niche product, and I don’t think there will be many needs for regulation. Adults can do whatever they want to do, provided that they do not affect or disturb others in extreme ways. But I’m against child-like robots in brothels. Perhaps this should be banned.” The ethicist concluded with respect to sex robots: “It is interesting for a philosopher to research them and our relationship with them.” The final version of the interview was published in the article “Sex Robots Can’t Automate Emotional Intimacy” (January 28, 2017) which is available via www.inverse.com/article/27001-sex-robots-virtual-reality-engineering-oliver-mendel-interview.

Fig.: This could be a love doll

Ein Roboter kostet 4.45 Franken pro Stunde

“Ein Roboter kostet Fr 4.45 pro Stunde – und Sie?” – so der Titel eines Artikels in 20 Minuten vom 3. Februar 2017. Im Teaser heißt es: “Roboter werden immer billiger, die Verbreitung nimmt zu. Das dürfte auf Kosten von Arbeitsplätzen gehen. Das sei nicht zwingend nur schlecht, sagt ein Experte.” Oliver Bendel sieht die Robotisierung, Automatisierung und Autonomisierung in Fabriken grundsätzlich positiv. Kooperations- und Kollaborationsroboter arbeiten dort eng mit Menschen zusammen und nehmen ihnen anstrengende, verschleißende Tätigkeiten ab. Immer mehr Roboter werden universell einsetzbar, können beobachten und nachahmen und so neue Tätigkeiten erlernen. Es ist wichtig, dass sie mit ganz unterschiedlichen Werkzeugen ausgestattet sind, die zudem ausgewechselt werden können. Ohne Zweifel werden Hardwareroboter wie Industrie- und Serviceroboter sowie Softwareroboter auf Dauer einen erheblichen Teil der menschlichen Arbeit übernehmen können – dies zeigte im letzten Jahr auch eine WEF-Studie. Und weil sie zudem immer billiger werden, werden sie die erste Wahl der Unternehmen sein. Diese müssen die Gewinne, auch das betont Oliver Bendel, gerecht verteilen, und zwar nicht nur an die verbliebenen Mitarbeiter. Der Beitrag mit den Statements von Oliver Bendel und mit einem Interview mit ihm findet sich über www.20min.ch/finance/news/story/Ein-Roboter-kostet-Fr-4-45–pro-Stunde—und-Sie–19775617.

Abb.: Beim WEF in Davos

 

Die Erfahrung des Eintauchens

Im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler ist am 1. Februar 2017 ein neuer Beitrag erschienen. Die Kurzfassung lautet: “Virtuelle Realität (Virtual Reality, VR) ist eine computergenerierte Wirklichkeit mit Bild (3D) und in vielen Fällen auch Ton. Sie wird über Großbildleinwände, in speziellen Räumen (Cave Automatic Virtual Environment, kurz CAVE) oder über ein Head-Mounted-Display (Video- bzw. VR-Brille) übertragen. Bei Mixed Reality wird entweder Realität erweitert (Augmented Reality), wobei für die Darstellung und Wahrnehmung eine AR-Brille (oft Datenbrille genannt) benötigt wird, oder aber Virtualität, im Sinne der Kopplung mit der Realität.” In der Langfassung finden sich auch Aussagen aus den Bereichsethiken heraus: “Die Immersion, die Erfahrung des Eintauchens in die virtuelle Realität, kann bereichernd und verstörend sein. Während ihrer Dauer wird die normale Wirklichkeit je nach Grad mehr oder weniger zurückgedrängt, und es kann schwierig und aufwendig sein, in diese zurückzukehren und sich wieder in dieser zurechtzufinden, was Thema von Technik- und Informationsethik sein mag.” Der Beitrag von Oliver Bendel kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/virtuelle-realitaet.html aufgerufen werden.

Abb.: Die Erfahrung des Eintauchens kann verwirrend sein

Was sind Fake News?

“Ein Fake ist nach der Bedeutung im Englischen eine Fälschung, eine Täuschung, eine Attrappe, oder ein Hochstapler und ein Simulant (Faker). Fake News sind Falsch- und Fehlinformationen, die häufig über elektronische Kanäle (vor allem soziale Medien) verbreitet werden. Sie gehen von Einzelnen oder Gruppen aus, die in eigenem oder fremdem Auftrag handeln. Es gibt persönliche, politische und wirtschaftliche Motive für die Erstellung. Algorithmen verschiedener Art und Social Bots spielen eine zentrale Rolle bei der Verbreitung, zudem die Posts, Likes und Retweets der Benutzer.” So lautet die Kurzfassung eines neuen Beitrags von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen: “Es entstehen bei den Medien und Parteien spezielle Einrichtungen, die Fake News identifizieren und eliminieren sollen. Damit ist freilich die Gefahr der Zensur gegeben. Informations- und Medienethik untersuchen die moralischen Implikationen von Fake News. Die Wirtschaftsethik interessiert sich ebenfalls für diese, insofern sie Unternehmen, Mitarbeitern und Konsumenten Vorteile und Nachteile bringen können.” Der Beitrag ist am 1. Februar 2017 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/fake-news.html aufgerufen werden.

Abb.: Fake News verbreiten sich schnell

Social Bots und Chatbots

“Social Bots sind Bots, also Softwareroboter bzw. -agenten, die in sozialen Medien (Social Media) vorkommen. Sie liken und retweeten, und sie texten und kommentieren, können also natürlichsprachliche Fähigkeiten haben. Sie können auch als Chatbots fungieren und damit mit Benutzern synchron kommunizieren. Social Bots werden zur Sichtbarmachung und Verstärkung von Aussagen und Meinungen eingesetzt. Dabei können sie werbenden Charakter besitzen bzw. politische Wirkung entfalten.” So lautet die Kurzfassung eines neuen Beitrags im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler. Dazu passt ein anderer Text von Oliver Bendel über Chatbots, der wie folgt zusammengefasst wird: “Chatbots oder Chatterbots sind Dialogsysteme mit natürlichsprachlichen Fähigkeiten textueller oder auditiver Art. Sie werden, oft in Kombination mit statischen oder animierten Avataren, auf Websites verwendet, wo sie die Produkte und Dienstleistungen ihrer Betreiber erklären und bewerben respektive sich um Anliegen der Interessenten und Kunden kümmern.” Es wird jeweils auch auf die Perspektive der Informationsethik und der Maschinenethik eingegangen. Die beiden Beiträge, die am 1. Februar 2017 erschienen sind, können über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/social-bots.html bzw. wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/chatbot.html aufgerufen werden.

Abb.: Social Bots sind in den Social Media zu finden

Max Bill und Steve Jobs

Ein Interview mit Oliver Bendel ist in der neuen Mac Life (3/2017) erschienen, unter dem Titel “Die Diskussion um die elektronische Person hat eben erst begonnen!”. Grundlage war ein intensiver Austausch über Smartphones, Handyromane, die lange vor diesen existierten, die Vorbilder für das Design von Apple und virtuelle Assistenten wie Siri und Cortana. Publiziert wurden vor allem die Aussagen, die sich auf Smartphones und Assistenten bezogen. Zum Design führte der in der Schweiz lebende Wissenschaftler ursprünglich aus, dieses habe ihn an seine Kindheit erinnert: “In unserer Wohnung in Ulm stand der Schneewittchensarg von Braun. In meiner Studienzeit jobbte ich im Café Ulmer Brettle, wie es damals hieß. Mein Chef balancierte gerne mit dem stapelbaren Geschirr TC 100, das er sich geleistet hatte. Das stammte alles aus der Hochschule für Gestaltung in Ulm, der HfG, die von Otl Aicher und Max Bill geleitet und geprägt wurde. Inge Scholl hat sie mitbegründet. Sie habe ich mehrmals getroffen. Wir haben im Stadtarchiv Bilder von Hans und Sophie gesichtet und ausgesucht. In der Geburtsstadt von Max Bill habe ich auch eine Weile gewohnt, in Winterthur.” Er wünscht sich eine Renaissance guten Designs, wie er auch mit Blick auf Steve Jobs äußerte. Was würde der heute machen, wenn er noch leben würde? “Vielleicht würde er sich … Bügeleisen und Rasierapparate vorknöpfen. Damit steht es ja designmäßig nicht zum Besten.” Der finale Text kann auch online abgerufen werden, über medium.com/mac-life/interview-mac-life-oliver-bendel-aebde2c2a39b#.2qqwmthqv.

Abb.: Ein Tablet im Gebrauch

14.000 Tweets

Am 26. Januar 2017 wurde von @Infoethik der 14.000 Tweet abgesetzt. In der Kurzbeschreibung heißt es: “Infos zur Informationsethik (Computer-, Netz- und Neue-Medien-Ethik) sowie zu Maschinen-, Technik-, Wirtschafts-, Politik-, Medizin- und Tierethik.” Auch Religionskritik und Geschlechterforschung kommen nicht zu kurz. Es handelt sich um einen klassischen Kurznachrichtendienst, über den auf Artikel, Studien und Veranstaltungen hingewiesen wird. Die Tweets von Oliver Bendel haben einen strengen Aufbau: Auf den zitierten Titel folgt der Link zum Beitrag, darauf eine Zusammenfassung, die häufig ein weiteres Zitat enthält. In seltenen Fällen steht anstelle der Zusammenfassung ein Kommentar. Jeder Tweet wird verschlagwortet, i.d.R. mit Hashtags zu den Bereichsethiken (oder zur Disziplin der Maschinenethik). “Informationsethik” ist wie die Plattformen informationsethik.net und maschinenethik.net der philosophischen Ethik verpflichtet und eine Alternative zu religiösen und wirtschaftlichen Vereinnahmungen der Ethik. Diese finden nicht nur in Wirtschaftsethik und Medizinethik statt, sondern zunehmend auch mit Blick auf die Informationsethik und die Maschinenethik. So finanzieren z.B. kirchliche Einrichtungen wissenschaftliche Tagungen zu Informations- und Technikethik sowie Maschinenethik und benutzen bzw. vermarkten sie für unwissenschaftliche Zwecke. Es gibt Hochschulen, die aus finanziellen oder ideologischen Gründen mit den Kirchen kooperieren.

Abb.: Es wird gefeiert wie bei der Nelkenrevolution