Kategorie: Publikationen

Smart Clothes

“Der Begriff der Smart Clothes zielt auf elektronifizierte bzw. computerisierte Kleidungsstücke. Diese ermöglichen Funktionen aller Art, etwa das Erheben von Daten, die Anzeige von Angaben oder die Bedienung von Geräten. Ein Smartphone, das mit den Kleidungsstücken verbunden wird, kann dabei eine zentrale Rolle spielen, ebenso unterschiedliche Wearables, die wiederum oft mit dem Smartphone verbunden sind. Gebraucht man den Begriff der Wearables weit, darf man auch Smart Clothes darunter zählen.” Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel für das Gabler Wirtschaftslexikon, erschienen am 10. Dezember 2018. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen: “In der Informationsethik interessiert, ob durch die (Nicht-)Verfügbarkeit von Optionen aus finanziellen oder anderweitigen Gründen die Informationsgerechtigkeit in Frage gestellt und ob die persönliche oder informationelle Autonomie des Menschen eingeschränkt oder erweitert wird. Quantified Self wird aus Datenschutzsicht hinterfragt, wegen der Personendaten und der Bewegungsprofile. Speziell das Verschwinden des Digitalen im Analogen stellt vor besondere Herausforderungen, vor allem wenn die Träger oder andere Betroffene nicht über die Funktionen aufgeklärt wurden.” Den Beitrag kann man  über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/smart-clothes-119091 aufrufen.

Abb.: Sind Smart Clothes die Zukunft?

Beitrag zu robotischer Sexualassistenz

“Pflege und Pflegeroboter zielen darauf ab, Menschen mit Pflegebedarf zu betreuen, Krankheiten zu verhüten und Gesundheit zu fördern. Das umfasst die ganzheitliche Sorge um das Wohlbefinden und schließt auch das sexuelle Wohlbefinden als wichtigen Gesundheitsfaktor und als Menschenrecht mit ein.” (Döring 2018) Der Beitrag “Sollten Pflegeroboter auch sexuelle Assistenzfunktionen bieten?” behandelt zunächst den Stellenwert des sexuellen Wohlbefindens und konkretisiert die sexuellen Anliegen von Menschen mit Pflegebedarf. “Die bisherigen Angebote der Sexualassistenz für Menschen mit Pflegebedarf werden beschrieben. Auf dieser Grundlage plädiert der Beitrag dafür, im Sinne einer besseren Förderung sexuellen Wohlbefindens von Menschen mit Pflegebedarf in Zukunft auch Konzepte der robotischen Sexualassistenz zu entwickeln und zu evaluieren.” (Döring 2018) Der Beitrag ist im Buch “Pflegeroboter” (herausgegeben von Oliver Bendel) enthalten, das im November 2018 bei Springer Gabler erschienen ist und über SpringerLink kostenlos heruntergeladen werden kann.

Abb.: Sollten Pflege- auch Sexroboter sein?

Wird der Solid POD die Lösung sein?

“Der Solid POD (‘POD’ als Abkürzung für “Personal Online Data”) ist ein Speicher für persönliche und soziale Daten. Er wird vom Besitzer kontrolliert und von diesem für bestimmte Anwendungen geöffnet. Er kann auf dem eigenen oder einem fremden Rechner (etwa eines Hosts) liegen. Solid (das Akronym steht für “Social Linked Data”) ist das übergeordnete Projekt, das wiederum bestimmte Anwendungen kontrolliert und authentifiziert. Tim Berners-Lee, der Initiator von Solid und des Solid POD, will die informationelle Autonomie stärken und letztlich die Privatsphäre schützen.” So beginnt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel für das Wirtschaftslexikon von Springer Gabler über ein interessantes und sinnvolles Projekt bzw. eines der Kernelemente. Auch das mögliche Scheitern wird am Ende angesprochen; bereits bei früheren Versuchen, den Internetkonzernen etwas entgegenzusetzen, habe das Interesse der Benutzer gefehlt. “Die Informationsethik beschäftigt sich mit diesem Phänomen und auch mit dem Verlust der Privatsphäre in Zeiten der Digitalisierung. Sie widmet sich zusammen mit der Wirtschaftsethik der Verantwortung der Internet- und IT-Firmen bei der Zentralisierung der Daten und der Monopolisierung der Dienste.” Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/solid-pod-100536 aufgerufen werden.

Abb.: Am CERN wurde das WWW erfunden

16.000 Tweets

Am 4. Dezember 2018 wurde von @Infoethik der 16.000 Tweet abgesetzt. In der Kurzbeschreibung heißt es: “Tweets zu Informationsethik und Maschinenethik und zu Medien-, Technik-, Wirtschafts-, Politik-, Medizin- und Umweltethik sowie Religionskritik.” Es handelt sich um einen klassischen Kurznachrichtendienst, über den auf Artikel, Studien, Ausschreibungen und Veranstaltungen hingewiesen wird. Die Tweets von Oliver Bendel haben einen strengen Aufbau: Auf den zitierten Titel folgt der Link zum Beitrag, darauf eine Zusammenfassung, die häufig ein weiteres Zitat enthält. In seltenen Fällen steht anstelle der Zusammenfassung ein Kommentar. Jeder Tweet wird verschlagwortet, i.d.R. mit Hashtags zu den Bereichsethiken (oder zur Disziplin der Maschinenethik) oder zur Künstlichen Intelligenz. “Informationsethik” ist wie die Plattformen informationsethik.net und maschinenethik.net der philosophischen Ethik verpflichtet und eine Alternative zu religiösen und wirtschaftlichen Vereinnahmungen der Ethik. Diese finden nicht nur in Medien-, Wirtschaftsethik und Medizinethik statt, sondern zunehmend auch mit Blick auf die Informationsethik, die Roboterethik und die Maschinenethik.

Abb.: Die Tweets zur Ethik erreichen viele Benutzer

Sozial interagierende Roboter in der Pflege

“In naher Zukunft werden Roboter immer häufiger in den Lebensbereichen von Alltagsnutzerinnen und -nutzern anzutreffen sein. Sehr deutlich wird dies am Beispiel von Haushalts- und Pflegerobotern, denen im Hinblick auf eine alternde Gesellschaft verstärkt die Rolle des Mitbewohners und Weggefährten zukommen wird. Damit einher geht der Wunsch, die Mensch-Roboter-Kommunikation menschzentrierter zu gestalten. Es geht nicht mehr lediglich um die effiziente Durchführung von Aufgaben, sondern auch darum, für den Menschen ein angenehmes Interaktionserlebnis zu schaffen und ein Vertrauensverhältnis zu dem Roboter herzustellen.” (Janowski et al. 2018) Der Beitrag “Sozial interagierende Roboter in der Pflege” von Kathrin Janowski, Hannes Ritschel, Birgit Lugrin und Elisabeth André diskutiert “den aktuellen Stand in Forschung und Entwicklung im Bereich sozial interagierender Roboter, die über multimodale soziale Hinweisreize mit pflegebedürftigen Menschen kommunizieren” (Janowski et al. 2018). Er ist im Buch “Pflegeroboter” (herausgegeben von Oliver Bendel) zu finden, das im November 2018 bei Springer Gabler erschienen ist und über SpringerLink kostenlos heruntergeladen werden kann.

Abb.: Modell eines Co-Robots von Kuka

Werden Therapie- und Pflegeroboter akzeptiert?

“Um den steigenden Versorgungsbedarf im Gesundheitsbereich bei gleichzeitigem Mangel an Fachkräften zu sichern, wird zunehmend auch auf den Einsatz von Robotik gesetzt. Eine breite Vielfalt an Geräten wird dabei für verschiedene Nutzergruppen und Anwendungssituationen entwickelt. Die Geräte wecken einerseits Hoffnungen, aber auch Befürchtungen bei nichtprofessionellen und professionellen Nutzergruppen. Ob ein Roboter von Nutzenden tatsächlich akzeptiert wird, hängt von zahlreichen Faktoren ab.” (Becker 2018) Mit diesen Worten beginnt der Abstract des Beitrags von Heidrun Becker mit dem Titel “Robotik in der Gesundheitsversorgung: Hoffnungen, Befürchtungen und Akzeptanz aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer”, der im November 2018 im Buch “Pflegeroboter” (herausgegeben von Oliver Bendel aus Zürich) bei Springer Gabler erschienen ist. Dieses bündelt technische, wirtschaftliche, medizinische, pflegewissenschaftliche und ethische Reflexionen über Pflegeroboter und andere Serviceroboter im Gesundheitsbereich. Die Open-Access-Ausgabe hat die Daimler und Benz Stiftung ermöglicht und kann über SpringerLink kostenlos heruntergeladen werden.

Abb.: Was ist, wenn der Roboter die Medikamente bringt?

 

Zur ambivalenten Rolle der Ethik

Der Abstract des Buchbeitrags “Wege zu verantwortungsvoller Forschung und Entwicklung im Bereich der Pflegerobotik: Die ambivalente Rolle der Ethik” von Christoph Kehl beginnt mit folgenden Worten: “Obwohl die Entwicklungsarbeiten an Pflegerobotern bis in die 1980er Jahre zurückreichen, waren die bisherigen Bemühungen nicht von größeren Erfolgen gekrönt. Zwar wurde eine Vielzahl an Produktvisionen und Prototypen hervorgebracht, diese haben jedoch in aller Regel noch nicht den Weg in den Pflegemarkt gefunden. Dies hängt nicht nur mit technischen Schwierigkeiten zusammen, sondern lässt sich auch auf die bislang stark technikfokussierte Ausrichtung der Forschungs- und Entwicklungspraxis zurückführen: Offenbar ist es noch nicht gelungen, Angebote zu entwickeln, die von Kostenträgern und Endkunden ausreichend akzeptiert werden. Vor diesem Hintergrund geht der Beitrag der Frage nach, wie sich eine verantwortungsvolle Forschungs- und Entwicklungspraxis gestalten lässt, die den hohen Anforderungen an Serviceroboter-Anwendungen im Pflegebereich gerecht wird.” (Kehl 2018) Der Experte für Technikfolgenabschätzung geht insbesondere auf die ambivalente Rolle der Ethik in diesem Zusammenhang ein. Der Beitrag, der im Buch “Pflegeroboter” (herausgegeben von Oliver Bendel) erschienen ist, kann über SpringerLink kostenlos heruntergeladen werden.

Abb.: Pepper in Zürich

Pflegeroboter aus Sicht von Pflege und Ethik

“In Zukunft ist ein wachsender Einsatz von Pflegerobotern zu erwarten, denen möglicherweise zwei Hauptfunktionen zugeschrieben werden können: Beitrag zur Verringerung einer sich ausweitenden Personallücke in der Pflege; Erleichterung der Pflege hinsichtlich physischer und psychischer Arbeitsbelastungen, teilweise auch durch Substitution originär pflegerischer Teilaufgaben im Bereich der Ernährung, Medikation, Aktivierung/Mobilisierung.” (Remmers 2018) So beginnt der Abstract des Beitrags “Pflegeroboter: Analyse und Bewertung aus Sicht pflegerischen Handelns und ethischer Anforderungen” von Hartmut Remmers, der im neuen Buch “Pflegeroboter” (herausgegeben von Oliver Bendel) veröffentlicht wurde. Und weiter: “Aus fachwissenschaftlicher Sicht stellen sich dabei Fragen, inwieweit und in welchem Ausmaße originär pflegerische Tätigkeiten wie die der persönlichen, vertrauensbildenden Beziehungsarbeit unterstützt/verbessert werden können oder (teil-)ersetzt werden sollen. Aus ethischer Perspektive stellen sich damit zusammenhängende Fragen, inwieweit durch den Einsatz von Robotern die Personalität des Menschen in verschiedenen Facetten seiner auch leiblich verstandenen Rezeptivität und seiner Spontaneität gegenseitigen Ausdruckshandelns und Ausdrucksverstehens gewahrt bleibt.” (Remmers 2018) Der Beitrag kann über SpringerLink kostenlos heruntergeladen werden.

Abb.: Nao reicht seine Hand

Umsorgen, überwachen, unterhalten

“Von einer Maschine hochgehoben, gewaschen, bedient, überwacht und unterhalten werden? Ein Roboter, der Menschen daran erinnert, Tabletten zu schlucken, genügend Flüssigkeit aufzunehmen oder mit ihnen über einen Monitor Gedächtnisspiele spielt? Der Gedanke, im Alter von einem Pflegeroboter betreut zu werden oder Nahestehende maschinell umsorgen zu lassen, ist für viele befremdlich. Dennoch ist die Entwicklung von Pflegerobotern in vollem Gange.” (Kreis 2018) Der Beitrag “Umsorgen, überwachen, unterhalten – sind Pflegeroboter ethisch vertretbar?” von Jeanne Kreis, aus dessen Abstract hier zitiert wird, “behandelt den Einsatz von Pflegerobotern aus ethischer Perspektive und weist dabei anhand konkreter Robotertypen auf Hürden der Pflegerobotik hin”. “Neben Einwänden wie dem Kontaktverlust thematisiert das Papier unter anderem den Einsatz von Pflegerobotern hinsichtlich der bewussten Täuschung älterer pflegebedürftiger Personen sowie der Menschenwürde. Anhand der vorgebrachten Argumente wird dargelegt, welchen moralischen Ansprüchen Pflegeroboter gerecht werden müssen und wie der Einsatz künstlicher Systeme in einem menschzentrierten Bereich wie der Pflege trotz ethischer Bedenken legitimiert werden kann.” (Kreis 2018) Der Beitrag ist im November 2018 im Buch “Pflegeroboter” (herausgegeben von Oliver Bendel) erschienen und kann über SpringerLink kostenlos heruntergeladen werden.

Abb.: Unterhaltung ohne Roboter

Agilität und Ethik

“Agilität ist die Gewandtheit, Wendigkeit oder Beweglichkeit von Organisationen und Personen bzw. in Strukturen und Prozessen. Man reagiert flexibel auf unvorhergesehene Ereignisse und neue Anforderungen. Man ist, etwa in Bezug auf Veränderungen, nicht nur reaktiv, sondern auch proaktiv.” (Gabler Wirtschaftslexikon) In der Ethik stellt man Begriffe und Methoden bereit, um moralische Implikationen zu untersuchen. Wichtige Begriffe in der Informationsethik sind “Informationelle Autonomie”, “Informationsfreiheit” und “Digitaler Graben”. Wichtige Methoden in dieser Disziplin sind die diskursive und die dialektische. Ethiker weisen immer wieder darauf hin, dass Einordnungen und Beurteilungen möglichst mit Blick auf konkrete Entwicklungen bzw. Technologien erfolgen sollten. Beispielsweise kann man die Erfassungs- und Auswertungssysteme von Pflegerobotern beschreiben und dann nach der informationellen Autonomie von Pflegekräften und Patienten fragen. Da sich die Technologien in solchen Bereichen schnell ändern, da auch disruptive Technologien vorkommen, wie man an Entwicklungen in der KI sieht, könnte Agilität für die Ethik ein passender Ansatz sein. Die Beschreibungen, die den Einordnungen und Bewertungen vorausgehen, müssen immer wieder erneuert werden, und die Anwendung der Methoden muss immer wieder neu erfolgen. Dass man proaktiv ist, kann in diesem Zusammenhang bedeuten, dass man moralische Fragen aufwirft, Zukunftsszenarien entfaltet, Chancen und Risiken gegenüberstellt und Technikfolgenabschätzung betreibt.

Abb.: Pflegeroboter Lio in Aktion

Prostitution aus ethischer Sicht

“Prostitution ist die Bereitstellung sexueller Dienstleistungen gegen Entgelt. Sie kann in Freiheit und Freiwilligkeit erfolgen oder unter Zwang (Zwangsprostitution), in Verbindung mit Menschenhandel und Sklaverei. Man spricht augenzwinkernd vom horizontalen Gewerbe (wobei es sich gerade beim schnellen Sex häufig um ein vertikales handelt), übertreibend vom ältesten Gewerbe der Welt und mehrdeutig von käuflicher Liebe. Die Existenzsicherung kann ebenso das Ziel sein wie die Beschaffung von Konsum- und Luxusgütern (in diesem Sinne meist Gelegenheitsprostitution, wie im Falle von Schülerinnen in Japan) oder (eher die Ausnahme) der Lustgewinn. In der Antike trat neben der Erwerbs- womöglich die Tempelprostitution auf.” Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler. Auch die Perspektive der Wirtschaftsethik kann eingenommen werden: Handelt es sich um ein Gewerbe, das sittenwidrig ist? Oder die Perspektive der Informationsethik: Wie sind Vermittlungs- und Bewertungsplattformen einzustufen, auf denen Bilder von Prostituierten gezeigt und deren Dienstleistungen bewertet werden? Der Beitrag ist am 27. November 2018 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/prostitution-100063 heruntergeladen werden.

Abb.: Wegweiser zu einem Bordell in Las Vegas

Buch zu Robotern in der Pflege erschienen

Das Buch “Pflegeroboter”, herausgegeben von Oliver Bendel, ist im November 2018 bei Springer Gabler erschienen, herunterladbar bei SpringerLink (bis Ende des Jahres folgt die Printausgabe). Es bündelt technische, wirtschaftliche, medizinische und ethische Reflexionen über Pflegeroboter. Autorinnen und Autoren sind (in alphabetischer Reihenfolge) Elisabeth André, Heidrun Becker, Oliver Bendel, Hans Buxbaum, Sabine Daxberger, Nicola Döring, Michael Früh, Alina Gasser, Christoph Gisinger, Klaus Hauer, Manfred Hülsken-Giesler, Kathrin Janowski, Christoph Kehl, Jeanne Kreis, Birgit Lugrin, Katja Mombaur, Hartmut Remmers, Hannes Ritschel, Daniel Schilberg, Sumona Sen und Bernd Carsten Stahl. Manche Autoren gehen Fragen aus Wirtschafts-, Medizin- und Informationsethik nach: Wer trägt die Verantwortung bei einer fehlerhaften Betreuung und Versorgung durch die Maschine? Inwieweit kann diese die persönliche und informationelle Autonomie des Patienten unterstützen oder gefährden? Ist der Roboter eine Entlastung oder ein Konkurrent für Pflegekräfte? Weitere Informationen über www.springer.com/de/book/9783658226978. Zur Verfügung steht auch ein Flyer.

Abb.: Ein Ausschnitt aus dem Cover

About Service Robots

Service robots are becoming ever more pervasive in society-at-large. They are present in our apartments and our streets. They are found in hotels, hospitals, and care homes, in shopping malls, and on company grounds. In doing so, various challenges arise. Service robots consume energy, they take up space in ever more crowded cities, sometimes leading us to collide with them and stumble over them. They monitor us, they communicate with us and retain our secrets on their data drives. In relation to this, they can be hacked, kidnapped and abused. The first section of the article “Service Robots from the Perspectives of Information and Machine Ethics” by Oliver Bendel presents different types of service robots – like security, transport, therapy, and care robots – and discusses the moral implications that arise from their existence. Information ethics and machine ethics will form the basis for interrogating these moral implications. The second section discusses the draft for a patient declaration, by which people can determine whether and how they want to be treated and cared for by a robot. The article is part of the new book “Envisioning Robots in Society – Power, Politics, and Public Space“ that reproduces the talks of the Robophilosophy 2018 conference in Vienna (IOS Press, Amsterdam 2018).

Fig.: A transport robot in Switzerland

Das chinesische Sozialkreditsystem

“Das Sozialkreditsystem (engl. “social credit system”) ist ein elektronisches Überwachungs-, Erfassungs- und Bewertungssystem zur Harmonisierung des Verhaltens der Bürger, Behörden und Firmen von China mit den moralischen, sozialen, rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Ansprüchen der dortigen Kommunistischen Partei (KP). Es findet ein permanentes Rating und Scoring (“citizen score” bzw. “social scoring”) mit Blick auf die Lebenssituation, das Sozialverhalten oder Verwaltungs- und Wirtschaftsaktivitäten statt. Dabei werden vernetzte Datenbanken sowie Bild- und Tonsysteme in Verbindung mit Big-Data-Analysen und Methoden der Künstlichen Intelligenz eingesetzt.” So beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, erschienen am 19. November 2018 im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler. Gegen Ende kommt der Roboterphilosoph zu folgendem Befund: “Das Sozialkreditsystem kann als Automatisierung des Totalitarismus gelten. Es führt zu einer völligen Unterwerfung unter die Vorstellungen und Vorgaben von Staat und Gesellschaft.” Ganz am Schluss wird die Perspektive der Ethik eingenommen. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/sozialkreditsystem-100567 aufgerufen werden.

Abb.: Menschenmenge in China

Operiert von Dr. Robot

“Mit einem Operationsroboter lassen sich Maßnahmen innerhalb einer Operation oder gar eine ganze Operation durchführen. Er ist in der Lage, sehr kleine und sehr exakte Schnitte zu setzen und präzise zu fräsen und zu bohren. Er wird entweder – das ist die Regel – durch einen Arzt gesteuert, der vor Ort ist, oder er arbeitet – in einem engen zeitlichen und räumlichen Rahmen – mehr oder weniger autonom.“ So beginnt der Beitrag “Operationsroboter” von Oliver Bendel für das Gabler Wirtschaftslexikon, erschienen im November 2018. Es wird auf die bekannten Entwicklungen eingegangen, aber auch die unbekannten: “Der Smart Tissue Autonomous Robot (Star) des Sheikh Zayed Institute, ein autonomer Operationsroboter, kann Wunden mit großer Sorgfalt und Gleichmäßigkeit zunähen, ist aber noch zu langsam für den regulären Einsatz.” Am Ende wird nach der Verantwortung gefragt: “Diese wird bei manchen Modellen einfach zu beantworten sein, da sie lediglich Werkzeuge des Arztes sind. Allerdings gibt es zuweilen die Option, eine definierte (Teil-)Aufgabe autonom ausführen zu lassen, und es wird eben mit autonomen Systemen experimentiert. Bei ihrem Gebrauch wäre nicht nur der Mediziner (wenn überhaupt), sondern auch der Hersteller bzw. der Entwickler in die Verantwortung zu nehmen, mithin das Krankenhaus.” Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/operationsroboter-100561 abgerufen werden.

Abb.: Hier operieren noch Menschen ohne Roboter

Neuer Beitrag zu Therapierobotern

“Therapieroboter unterstützen therapeutische Maßnahmen oder wenden selbst, häufig als autonome Maschinen, solche an. Sie sind mit ihrem Aussehen und in ihrer Körperlichkeit wie traditionelle Therapiegeräte präsent, machen aber darüber hinaus selbst Übungen mit Gelähmten, unterhalten Betagte und fordern Demente und Autisten mit Fragen und Spielen heraus. Manche verfügen über mimische, gestische und sprachliche Fähigkeiten und sind in einem bestimmten Umfang denk- und lernfähig (wenn man diese Begriffe auf Computersysteme anwenden will).” Mit diesen Worten beginnt der Beitrag “Therapieroboter” von Oliver Bendel für das Wirtschaftslexikon von Springer Gabler, erschienen im November 2018. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen: “Der Frage der Verantwortung widmen sich Informationsethik und Medizinethik sowie Roboterethik. Der Hersteller (respektive der Entwickler) muss, zusammen mit dem Heim oder der Anstalt bzw. einer sonstigen Einrichtung, die Verantwortung tragen und die Haftung übernehmen. Allerdings kann er sich darauf berufen, dass die Effekte insgesamt positiv sein mögen, und darauf beharren, dass Einzelfälle mit negativen Implikationen in Kauf zu nehmen und zu verkraften seien.” Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/therapieroboter-100563 abgerufen werden.

Abb.: Akupunktur ist eine umstrittene Therapie

Die Maschine als Gespielin

Unter der Überschrift “Die Maschine als Gespielin” berichtete die SonntagsZeitung am 21. Oktober 2018 über den zunehmenden Gebrauch von Liebespuppen und die Weiterentwicklung von Sexrobotern. Ein ähnlicher Artikel war bereits am 29. September des Jahres in der Süddeutschen Zeitung erschienen. Oliver Bendel und Christian Weber hatten sich im Münchner Excelsior am Hauptbahnhof getroffen und waren von dort in Gedanken nach Dortmund gereist, wo sich das Bordoll befindet, und nach Barcelona und Moskau. Auch in der Schweiz, erzählte der Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, legt sich das eine oder andere Etablissement eine Liebespuppe zu. Beispiele sind das Studio Elite in Luzern, die OltenGirls in Olten und der Lust-Tempel in Wohlen. Die Bereitstellung und Nutzung von Liebespuppen muss nach seiner Meinung erforscht werden, wie auch die Frage, ob man sie in Pflege und Therapie einsetzen kann. Der Beitrag in der SonntagsZeitung kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Eine Liebespuppe

Buch zu Demokratie und Digitalisierung

“Wissen – Macht – Meinung: Demokratie und Digitalisierung” ist ein neues Buch aus dem Verlag Velbrück Wissenschaft. Herausgeberin ist Franziska Martinsen, Philosophin und Politikwissenschaftlerin. Autorinnen und Autoren sind u.a. Jeanette Hofmann, Lars Klingbeil, Oliver Bendel, Matthias Spielkamp, Constanze Kurz und Yvonne Hofstetter. “Der Sammelband widmet sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Auseinandersetzung mit neuen Formen politischer Kommunikation und von Gestaltungsspielräumen im digitalen Zeitalter.” (Information Velbrück) Technologische und sozialwissenschaftliche sowie politiktheoretische Zugänge reflektieren laut Verlag die Potenziale der Digitalisierung für eine tragfähige Demokratie des World Wide Web, “ebenso wie mögliche demokratiegefährdende Dynamiken” (Information Velbrück). Auch die ethische Perspektive wird eingenommen. Die Autorinnen und Autoren waren bei den 20. Hannah-Arendt-Tagen, die 2017 und 2018 stattfanden, ihre Vorträge die Grundlage der Beiträge. Weitere Informationen und Bestellung über www.velbrueck.de/Programm/Vorschau/Wissen-Macht-Meinung.html.

Abb.: Das Parlament ist ein Bestandteil der Demokratie

Pflegeroboter in der Apotheken Umschau

Die Apotheken Umschau widmet sich in ihrer aktuellen Ausgabe, erschienen am 1. November 2018, dem Einsatz von Robotern in der Pflege. In einem ganzseitigen Interview kommt Prof. Dr. Oliver Bendel zu Wort. Er befürwortet den Einsatz von Robotern in Pflege und Betreuung, wenn es der Pflegekraft und dem Patienten bzw. Pflegebedürftigen hilft. Das Hauptproblem sieht er im Eingriff in Privat- und Intimsphäre. Bestimmte Serviceroboter und bestimmte Pflegeroboter sind nach seiner Ansicht mobile Spione. Im Heft ebenfalls zu Wort kommt Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin von der TU München, der demnächst zweiarmige Roboter in der Praxis testen will. Solche Roboter kennt man von ABB (YuMi) und von F&P Robotics (P-Care). “Wer sich über gesundheitliche und medizinische Themen bestens informieren will, greift gerne zur Apotheken Umschau. Mit monatlich 9,2 Millionen verkauften Exemplaren und knapp 20 Millionen Lesern ist das Magazin eine Klasse für sich. 89 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung über 14 Jahre kennen es, knapp 29 Prozent lesen es.” (Website Apotheken Umschau) Der Beitrag kann mit freundlicher Genehmigung der Apotheken Umschau hier heruntergeladen werden.

Abb.: In einer alten Apotheke

Bodyhacking aus ethischer Sicht

“Beim Bodyhacking greift man invasiv oder nichtinvasiv in den tierischen oder menschlichen Körper ein, oft im Sinne des Animal bzw. Human Enhancement und zuweilen mit der Ideologie des Transhumanismus. Es geht um die physische und psychische Umwandlung, und es kann daraus der tierische oder menschliche Cyborg resultieren.” Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler von Prof. Dr. Oliver Bendel. Am Ende heißt es: “Das Bodyhacking kann man aus der Perspektive von Bio-, Medizin-, Technik- und Informationsethik als Versuch sehen, das eigene oder fremde Leben und Erleben zu gestalten und zu verbessern. Problematisch wird es, sobald gesellschaftlicher, politischer oder wirtschaftlicher Druck entsteht, etwa wenn das Tragen eines Chips zur Speicherung von Daten und zur Identifizierung zur Norm wird, der sich kaum jemand entziehen kann (was von Informations-, Politik- und Wirtschaftsethik thematisiert werden kann). Auch gesundheitliche Folgen können auftreten. Insofern birgt Bodyhacking bei aller Faszination gewisse Risiken.” Der Beitrag ist Ende Oktober 2018 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/bodyhacking-100401 abgerufen werden.

Abb.: Schon der Beginn von Bodyhacking?