Kategorie: Publikationen

Robots in Public Spaces

There are more and more service robots in “open” spaces, safety and surveillance robots, transport and delivery robots, information and navigation robots and entertainment and toy robots. They are on their way in places that many of us share, and that are public. This poses various challenges. The article “Service Robots in Public Spaces: Ethical and Sociological Considerations” by Prof. Dr. Oliver Bendel (School of Business, University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland FHNW) addresses these challenges – from the moral and social points of view – and proposes solutions, among other things on the ethical, technical and organizational level, as well as offering assistance for roboticists and for legislative and political instances. The article was published in Telepolis (25 June 2017). It is Oliver Bendel’s twelfth contribution since 2008 in Germany’s oldest online magazine (founded in 1996).

Fig.: The K5 robot can be seen in Stanford

KI in der National Geographic

Die Juli-Ausgabe der Zeitschrift National Geographic bringt den ersten Teil einer dreiteiligen Serie zur Künstlichen Intelligenz. Auf 14 Seiten widmet man sich der Arbeit von Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker lebt und arbeitet in der Schweiz. Er stand dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort. Zudem gibt es eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundet den Beitrag ab. Die Fotos stammen von Elias Hassos, der u.a. Hans Magnus Enzensberger und Martin Walser porträtiert hat. “Wir können in der Hängematte liegen” – so lautet die Überschrift des Beitrags. Oliver Bendel ist der Meinung, dass uns Roboter unterstützen und entlasten können. Dass Menschen die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, das ihnen womöglich nicht einmal sympathisch ist, hält er für eine Ideologie, die man hinterfragen kann. Vielleicht reichen vier Stunden am Tag für den Lebensunterhalt, wenn ein Grundeinkommen dazukommt. Denn die Gewinne werden weiter erzielt, mit Hilfe von Robotik und Künstlicher Intelligenz auch ohne die Arbeiter und Angestellten. Sie müssen nur gerecht verteilt werden. Weitere Informationen über www.nationalgeographic.de.

Abb.: KI wird uns Arbeit abnehmen

Herausforderungen in der Industrie 4.0

In der Edition HMD von Springer erscheint im Juli 2017 das Buch “Industrie 4.0: Herausforderungen, Konzepte und Praxisbeispiele”. Herausgeber ist Prof. Dr. Stefan Reinheimer, zu den Autoren gehören Prof. Dr. Oliver Bendel, Prof. Dr. Felix Wortmann und Prof. Dr. Stefan Strohmeier. Aus dem Klappentext: “Das Fachbuch greift das Konzept Industrie 4.0 – Ausdruck der vierten industriellen Revolution – mit seinen Chancen und Risiken für produzierende Unternehmen auf. Das Herausgeberwerk bringt das Thema durch anschauliche Beispiele aus der Praxis näher und zeigt die Visionen auf, mit denen sich nicht nur die akademische Welt bereits auseinandersetzt. Die Autoren der Beiträge thematisieren einerseits Kernthemen der Digitalisierung und beleuchten andererseits nicht zu vernachlässigende Begleiterscheinungen: In der Fabrik von morgen wachsen reale und virtuelle Welt zusammen. Schlagworte wie Internet der Dinge und Cyber-Physische Systeme (CPS) wurden bereits geprägt, um diese Verschmelzung anzudeuten. Industrie 4.0 verspricht neue Optionen für die Flexibilisierung und weitergehende Automatisierung der Fertigung. Sie schafft die Grundlage für neue Geschäftsmodelle, erfordert aber auch ein Umdenken in der Interaktion zwischen Mensch und Maschine.” (Information Springer) Auch Informationsethik und Maschinenethik sind ein Thema. Weitere Informationen über www.springer.com/de/book/9783658181642#aboutBook.

Abb.: Cover des neuen Buchs

Schlafen am Steuer

Nele Würzbach von Noizz.de hat mit Oliver Bendel ein Interview zu autonomen Autos geführt, das am 5. Juni 2017 in dem Magazin aus Berlin veröffentlicht wurde. Eine Frage lautete, ob wir eines Tages während der Fahrt schlafen können. Die Antwort des Informations- und Maschinenethikers lautete: “Wenn wir das teil- und hochautomatisierte Fahren hinter uns gelassen haben und zum vollautomatisierten bzw. autonomen Fahren gekommen sind, können wir in der Tat während der Fahrt schlafen. Das Innenleben des Autos müsste entsprechend gestaltet werden, es bräuchte Liegesitze, verdunkelbare Scheiben etc. Es bräuchte zudem Konzepte für Gefahrensituationen. Vom Tiefschlaf bis zur vollen Denk- und Urteilsfähigkeit kann es eine Weile dauern. Ich denke, dass diese Vision bei PKW frühestens in zehn Jahren umgesetzt werden kann, und auch nur auf der Autobahn. Es sind übrigens nicht nur technische, sondern ebenso psychologische Aspekte zu bedenken. Man müsste ein Zutrauen zu den Fahrzeugen fassen, das dem Zutrauen zu Flugzeugen entspricht. Man müsste lernen, in einer Situation zu schlafen, die bisher unsere höchste Aufmerksamkeit beansprucht hat.” Der Beitrag mit dem Titel “Kann man bald am Steuer schlafen?” – davon, dass es auch künftig noch ein Steuer gibt, kann ausgegangen werden – kann über noizz.de/motor/wie-realistisch-ist-autonomes-fahren-wirklich/cd96p7y aufgerufen werden.

Abb.: Dieser Fahrer in Wien schläft am Steuer

Co-Robots und Co.

Kooperation ist Zusammenarbeit, insbesondere auf wissenschaftlichem, politischem oder wirtschaftlichem Gebiet. Typisch ist ein hoher Grad an Arbeitsteilung bei gleichzeitigem Vorliegen eines gemeinsamen Ziels. Bei Kollaboration ist ein hoher Grad an unmittelbarer Zusammenarbeit gegeben. Die Tätigkeiten greifen ineinander und bauen aufeinander auf. Mit Blick auf die Industrie spricht man von Kooperations- oder Kollaborationsrobotern, abkürzend und verallgemeinernd von Co-Robots und Cobots. Die Bedeutungsunterschiede nimmt man mal mehr, mal weniger ernst. In der Regel sind Kooperation und Kollaboration mit Menschen gemeint. Auch unter Maschinen können sie stattfinden, aber dort sind sie auf einem gewissen Niveau üblich und verbreitet, während die enge Zusammenarbeit zwischen Industrierobotern und Mitarbeitern neuartig und gewinnbringend für beide Seiten ist. In seinem Artikel “Co-Robots und Co. – Entwicklungen und Trends bei Industrierobotern” in der Netzwoche 9/2017 geht Oliver Bendel auf den Einsatz von Kooperations- und Kollaborationsrobotern ein, nennt konkrete Produkte und skizziert Chancen und Risiken.

Abb.: Ein Roboterarm

VR und Lernen

Virtuelle Realität ist eine computergenerierte dreidimensionale Wirklichkeit. Sie wird über Großbildleinwände, in Spezialräumen oder über ein Head-Mounted-Display (Video- bzw. VR-Brille) übertragen, mit oder ohne Ton. Bei Mixed Reality wird entweder Realität erweitert (Augmented Reality), wobei für die Darstellung und Wahrnehmung eine AR-Brille (oft Datenbrille genannt) benötigt wird, oder aber Virtualität, im Sinne der Kopplung mit der Realität. Meist sind Formen der Interaktion vorgesehen, und sei es nur im Sinne der Bewegung durch die schöne neue Welt. Zur Interaktion mit Objekten werden neben der Video- oder VR-Brille bestimmte Eingabegeräte gebraucht. Virtual Reality, so der englische Name und die alternative Bezeichnung, eignet sich für Aus- und Weiterbildung, Informationsvermittlung und Unterhaltung. In der Zeitschrift “der freie beruf” vom Mai 2017 ist ein Artikel von Oliver Bendel erschienen. Darin wird auf Chancen und Risiken von VR im Lernbereich eingegangen. Der Beitrag endet mit den Worten: “Es spricht also nichts dagegen, auch einmal nach draußen zu gehen und den analogen Mond zu betrachten oder den Duft der Rosen und der Wälder einzuatmen. Aber wenn man ausgestorbene Lebewesen kraulen und durch den menschlichen Körper sausen und sich nicht allein auf Schriftsteller und Filmemacher bzw. die eigene Phantasie verlassen will – dann ist VR die erste Wahl.” Er kann über diese Website als PDF abgerufen werden.

Abb.: VR im Freien

Harper’s Magazine, 666 Broadway

Harper’s Magazine, ansässig in New York, 666 Broadway, hat Herman Melvilles “Moby Dick” ebenso besprochen wie die neuesten Entdeckungen von Thomas Edison. Auch den Frauenrechten hat man sich immer wieder gewidmet. Winston Churchill und Theodore Roosevelt schrieben Beiträge für die berühmte Zeitschrift. In einer Selbsteinschätzung auf der Website heißt es: “Harper’s Magazine, the oldest general-interest monthly in America, explores the issues that drive our national conversation, through long-form narrative journalism and essays, and such celebrated features as the iconic Harper’s Index. With its emphasis on fine writing and original thought Harper’s provides readers with a unique perspective on politics, society, the environment, and culture.” (Website Harper’s Magazine) In der neuen Ausgabe, erschienen Mitte Mai 2017, wird unter dem Titel “Machine Yearning” der Maschinenethik Platz eingeräumt. Zitiert werden Fragen von Oliver Bendel, die der Wirtschaftsinformatiker und Ethiker zu Sexrobotern gestellt hat und die im Buch “Love and Sex with Robots” (Springer, 2017) verschriftlicht sind. Der Beitrag kann online über harpers.org/archive/2017/06/machine-yearning/ abgerufen werden und ist auch als PDF verfügbar.

Abb.: Blick über Manhattan

Es wird immer Hybride brauchen

“Während das Auto sicher ans Ziel fährt, drehen die Insassen in den Lounge-Chairs gemütlich die Sitze zu den Mitfahrern, unterhalten sich, schreiben E-Mails oder lesen ein Buch. Solche Versprechen mit Bildern erster Prototypen der Automobile der Zukunft werden derzeit von der Autoindustrie und Entwicklern wie Elon Musk verbreitet.” Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag auf “Die Debatte” vom 11. Mai 2017, verfasst von Nico Dannenberger. Zitiert wird u.a. Oliver Bendel: “Der Stadtverkehr ist für autonome PKW, die eine normale Geschwindigkeit haben, kaum zu bewältigen.” Und: “Es sollte gar keinen ausschließlich autonomen Verkehr geben. Er lässt sich kaum in die Praxis umsetzen. Es wird immer Hybride brauchen.” Auch Prof. Dr. Raul Rojas, Leiter des Dahlem Center for Intelligent Systems an der FU Berlin, kommt zu Wort, sowohl im Text als auch in einem Video. Der Beitrag zur technischen Dimension kann über www.die-debatte.org/autonomes-fahren-technische-dimension/ nachgelesen werden. In einem weiteren Beitrag zur rechtlichen Dimension werden u.a. Alexander Dobrindt und Philip Slusallek zitiert.

Abb.: Es gibt solche und solche Hybride

Über Wonder Woman und Fat Man

Was haben Wonder Woman und ein Lügendetektor gemeinsam? Warum schämen wir uns für andere Menschen? Kann die Sonne erlöschen? Wer war Mata Hari? Die Fragen bei “Beat the Prof” auf ZEIT ONLINE sind immer anregend, die Antworten oft verblüffend. Im Mai 2017 wurde ein neues Quiz freigeschaltet, und zwar zur Künstlichen Intelligenz. Die Fragen und Antworten erarbeitete der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel, der in Zürich lebt und in Basel, Olten und Windisch an der Hochschule für Wirtschaft FHNW arbeitet. Enthalten ist u.a. eine Frage zum Fetter-Mann-Problem. Der bedauernswerte Unbeteiligte werde von einer Brücke auf ein Gleis gestoßen. Aber warum? Antwort 1: “Er wird getötet, damit andere auf dem Gleis überleben.” Antwort 2: “Er wird heruntergeschubst, damit die Brücke nicht einstürzt.” Antwort 3: “Er wird getötet, damit das Fetter-Mann-Problem entsteht.” Das Quiz kann über www.zeit.de/campus/2017-05/beat-the-prof-ethik-kuenstliche-intelligenz aufgerufen werden.

Abb.: Wonder Woman beim Schminken

Wann werden die Roboter übernehmen?

“Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi ist das führende Elternmagazin der Schweiz. Es wird seit 2001 von der gemeinnützigen Stiftung Elternsein herausgegeben. Das Magazin hat eine beglaubigte Auflage von knapp 102.000 Exemplaren und erscheint zehn Mal im Jahr. 2014 wurde Fritz+Fränzi zum besten Fachmagazin des Jahres gewählt.” Mit diesen Worten stellt sich das Magazin auf seiner Website vor. In der Mai-Ausgabe des Jahres 2017  finden sich Beiträge zu Robotern im Arbeitsleben (“Wann übernehmen die Roboter?”) mit Aussagen des Informations- und Maschinenethikers Oliver Bendel sowie ein zweiseitiges Interview mit ihm (“Langfristige Verträge und feste Arbeitsplätze werden verschwinden”). Oliver Bendel ist der Meinung, dass im Zuge der Automatisierung und Robotisierung der Bedarf an menschlicher Arbeit stark abnehmen wird. Es kommt darauf an, die Gewinne, die nach wie vor erzielt werden, gerecht zu verteilen, und ein neues Verhältnis zur Arbeit zu entwickeln. Man muss nicht die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, mit der man in keiner Beziehung ist, zugunsten eines Produkts oder einer Dienstleistung, zu der man kein Verhältnis hat. Es genügt, die Hälfte der Zeit zu arbeiten, wenn man eine Grundsicherung ohne Bedingung erhält. Wichtig ist es, sich in Aus- und Weiterbildung breit aufzustellen. Das Interview kann auf den Seiten 18 bis 20 nachgelesen werden.

Abb.: Im Schwimmbad haben die Roboter bereits übernommen

Über Sicherheits- und Überwachungsroboter

Sicherheits- und Überwachungsroboter verbreiten sich auf den Firmengeländen und in den Shopping Malls, als rollende und fliegende Maschinen. Sie sollen für die Sicherheit der Unternehmen und Kunden sorgen. Dabei entsteht allerdings auch Unsicherheit. Man kann mit ihnen zusammenstoßen, sie können einen überwachen und aushorchen. Technology Review war im Gespräch mit Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Es ging unter anderem um den K5 im Silicon Valley, den der Informations- und Maschinenethiker im vergangenen Jahr vor Ort inspiziert hat. Der Roboter von Knightscope ist im Shopping Center in Stanford im Einsatz. Er streift die ganze Zeit durch die Gegend und meldet Auffälliges und Verdächtiges an eine Zentrale. Diese bewertet die Situation und ergreift gegebenenfalls Maßnahmen. Der kegelförmige Mitarbeiter ist über 100 Kilo schwer und 1,20 Meter hoch. Der Artikel “Wer hat Angst vor Robocobs” mit Aussagen von Oliver Bendel ist in der Ausgabe 5/2017 auf den Seiten 32 bis 34 erschienen.

Abb.: Der K5 im Shopping Center in Stanford

Love and Sex with Robots

Die Konferenz im Dezember 2016 an der University of London (Goldsmiths) mit dem Titel “Love and Sex with Robots” hat ein enormes internationales Echo ausgelöst. Insbesondere in den englischen und amerikanischen Boulevardmedien wurden Aussagen der Referenten verdreht und verfälscht. Was sie wirklich gesagt und gemeint haben, lässt sich nun schwarz auf weiß nachlesen. Ende April 2017 ist das Buch “Love and Sex with Robots” bei Springer herausgekommen, in der Reihe “Lecture Notes in Artificial Intelligence”. Aus dem Klappentext: “This book constitutes the refereed proceedings of the Second International Conference on Love and Sex with Robots 2016 in December 2016, in London, UK. The 12 revised papers presented together with 1 keynote were carefully reviewed and selected from a total of 38 submissions. … The topics of the conferences were as follows: robot emotions, humanoid robots, clone robots, entertainment robots, robot personalities, teledildonics, intelligent electronic sex hardware, gender approaches, affective approaches, psychological approaches, sociological approaches, roboethics, and philosophical approaches.” (Klappentext) Beiträge stammen u.a. von David Levy, Emma Yann Zhang und Oliver Bendel. Das Buch kann hier bestellt werden.

Abb.: Cover des Springer-Buchs

Künstliche Intelligenz bei der Deutschen Telekom

“We love AI” nennt sich ein neues Angebot der Deutschen Telekom im World Wide Web, das sich ganz der Künstlichen Intelligenz widmet. Jan Hofmann begrüßt die Besucher: “Wir sind überzeugt, dass künstliche Intelligenz nicht nur den Kundenservice verändern wird, sondern unsere gesamte Industrie – jede Industrie, unsere Gesellschaft und unser tägliches Leben.” (Website We love AI) Eines der ersten Interviews wurde mit dem Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel geführt. Er untersucht die Möglichkeit maschineller Moral und baut einfache moralische Maschinen als Artefakte, die er dann wiederum untersucht. Zu seinem neuesten Projekt innerhalb der Maschinenethik, das einen tierfreundlichen Saugroboter namens LADYBIRD zum Ziel hat, sagt er: “Mir geht es um das Prinzip. Mir geht es darum, zu zeigen, dass solche tierfreundlichen Maschinen möglich sind. Dass man zum Beispiel Entscheidungsbäume benutzen kann, um solche Maschinen zu bauen. In diese Entscheidungsbäume kann man moralische Begründungen einbeziehen. Das mit Ladybird ist ein sehr anschauliches Beispiel. Wir bauen eine Maschine, die bestimmte Farbsensoren hat, die über Muster- und Bilderkennung verfügt und tatsächlich den Marienkäfer erkennt und verschont. Ich will das Prinzip verdeutlichen: Es ist möglich, eine Maschine zu bauen, die bestimmten ethischen Modellen und moralischen Regeln folgt.” Das ganze Interview kann über www.we-love.ai/de/blog/post/Interview-OliverBendel.html aufgerufen werden.

Abb.: Die Telekom liebt KI

Robotik und Design

“Android oder Maschine?” Das fragt die Mai-Ausgabe der Zeitschrift designreport (seit 13. April 2017 erhältlich). In der Ankündigung wird deutlich, worum es geht: “Kaum ein Technologiebereich entwickelt sich derzeit so dynamisch wie die Robotik. Unterstützt von den Fortschritten der Künstlichen Intelligenz steigern sich die Autonomie und damit auch die Anwendungsszenarien automatischer Systeme. Längst geht es nicht mehr nur um Industrieroboter, sondern um persönliche Alltagsassistenten, um Roboter für Medizin, Logistik, Sicherheit oder Mobilität. Die Artenvielfalt der Automaten wächst dynamisch – und damit eine ganz neue Aufgabe für das Design. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob und wie humanoid die neuen Roboter sein dürfen. Es geht vielmehr um die Gestaltung eines neuen technologischen Abschnittes und um die Art, wie wir künftig leben sowie arbeiten wollen. Das Design hat wesentlichen Einfluss auf die Nutzungsszenarien, aber auch auf die Akzeptanz der Maschinen.” (Website designreport) Die Redakteure stellen die neuesten Entwicklungen vor und berichten über einen Besuch der Ausstellung “Hello Robot” in Weil am Rhein. Enthalten sind auch Interviews, mit einem KUKA-Entwickler zu Industrierobotern und mit Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) zur Maschinenethik. Weitere Informationen über www.designreport.de.

Abb.: Auch Mähroboter brauchen ein gutes Design

Die Serviceroboter sind auf dem Vormarsch

So wie die Industrieroboter immer mehr ihre Gefängnisse und Behausungen verlassen, so wie sie immer mobiler und universeller geraten, und so wie sie immer mehr an den Menschen heranrücken, so befreien sich die Serviceroboter mehr und mehr von inneren und äußeren Zwängen und mischen sich unter uns. Man kann Haushalts- und Gartenroboter, Sicherheits- und Überwachungsroboter, Transport- und Lieferroboter, Informations- und Navigationsroboter, Unterhaltungs- und Spielzeugroboter sowie Pflege- und Therapieroboter unterscheiden. Daneben gibt es beispielsweise Weltraumroboter wie Curiosity und Dextre, Spezialroboter für gefährliche Gebiete und Aufgaben sowie Kampfroboter, wenn man diese zu den Servicerobotern zählen will. Manche der Typen sind als Prototypen unterwegs, andere im ständigen und standardisierten Einsatz. In seinem Artikel “Achtung, sie kommen!”, veröffentlicht in der UnternehmerZeitung 4/2017, skizziert Oliver Bendel Zwecke und Funktionen von Servicerobotern und nennt beispielhaft Produkte. Auch ethische Fragen werden angesprochen. Der Artikel kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Pepper als Inforoboter in San Francisco

Collective Action 2.0

Shaked Spier hat das Buch “Collective Action 2.0″ über den Einsatz von sozialen Medien in kollektivem Handeln und sozialen Bewegungen veröffentlicht. Er behandelt darin auch Aspekte der Informationsethik. Der Autor hat an der Humboldt-Universität zu Berlin u.a. Informationswissenschaft studiert. Aus dem Klappentext: “Collective Action 2.0 explores the issues related to information and communication technologies (ICTs) in detail, providing a balanced insight into how ICTs leverage and interact with collective action, which will have an impact on the current discourse. Recent events in different authoritarian regimes, such as Iran and Egypt, have drawn global attention to a developing phenomenon in collective action: People tend to organize through different social media platforms for political protest and resistance. This phenomenon describes a change insocial structure and behavior tied to ICT. Social media platforms have been used to leverage collective action, which has in some cases arguably lead, to political revolution. The phenomenon also indicates that the way information is organized affects the organization of social structures with which it interoperates.” (Klappentext) Das Buch ist im März 2017 bei Chandos Publishing erschienen und kostet in gedruckter Form ca. 60 Euro.

Abb.: Collective Action ist nicht nur etwas für Nerds

Technical Reports des Symposiums erschienen

Die Technical Reports des Symposiums “AI for Social Good” sind erschienen. Dieses fand innerhalb der AAAI Spring Symposia (27. bis 29. März 2017) an der Stanford University statt. Organisiert wurde es von Amulya Yadav (University of Southern California, CA, USA) und Fei Fang (Harvard University). Die veröffentlichten Papers zeigen das enorme Spektrum der Veranstaltung auf. Oliver Bendel ist mit “LADYBIRD: The Animal-Friendly Robot Vacuum Cleaner” sowie “Towards Kant Machines” (zusammen mit Kevin Schwegler und Bradley Richards) vertreten, Malay Bhattacharyya mit “In Search of Health Doubles”, Sujoy Chatterjee (mit Anirban Mukhopadhyay und Malay Bhattacharyya) mit “Smart City Planning with Constrained Crowd Judgment Analysis”, Arnaud Delaunay (zusammen mit Jean Guérin) mit “Wandering Detection Within an Embedded System for Alzheimer Suffering Patients” und Virginia Dignum (zusammen mit Frank Dignum) mit “Societal Challenges Need Social Agents”. Virginia Dignum konnte während des Symposiums die frohe Botschaft überbringen, dass die andere große Wissenschaftsvereinigung auf technischem Gebiet, das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), sich in seinen Leitlinien “Ethically Aligned Design” zu Robotik und KI zukünftig nicht nur den Menschen, sondern auch den Tieren widmen wird. Dies hatte Oliver Bendel in einer Stellungnahme gegenüber den Verantwortlichen vorgeschlagen. Die Technical Reports des Symposiums sind über www.aaai.org/Library/Symposia/Spring/ss17-01.php verfügbar.

Abb.: An der Stanford University

Heidelberger Symposium zur Verantwortung

Das 29. Heidelberger Symposium vom 11. bis zum 13. Mai 2017 trägt den Titel “verAntworten”. Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann übernommen. Nach der Eröffnungsrede von Christian Wulff (Bundespräsident a.D.) gibt es Vorträge u.a. von Hansjörg Geiger (ehem. Präsident Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Bundesministerin der Justiz a.D.), Norbert Junkers (Max-Planck-Institut für Radioastronomie), Hans Markowitsch (Universität Bielefeld) und Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW). Die Veranstaltung wird ausgerichtet vom Heidelberger Club für Wirtschaft und Kultur. Dieser “ist eine unabhängige, überparteiliche und fachübergreifende Studenteninitiative, die 1988 mit dem Ziel gegründet wurde, die Ausbildung an den Universitäten durch Praxisbezug und interdisziplinären Austausch zu ergänzen” (Website Symposium). “Zu diesem Zweck organisiert der Club jährlich ein mehrtägiges Forum zu einem aktuellen Thema von gesellschaftlicher Relevanz. In seinem 28-jährigen Bestehen hat sich das Symposium zu einem festen Bestandteil des akademischen Lebens der Stadt Heidelberg etabliert und leistet damit einen bedeutenden Beitrag zu einer lebendigen Universitätskultur.” (Website Symposium) Weitere Informationen über heidelberger-symposium.de.

Abb.: An einer Brücke in Heidelberg

Der Auto-Salon zwischen Zürich und Genf

Der Internationale Auto-Salon Genf ist eine der wichtigsten Fachmessen im Bereich der Mobilität. Er findet immer im März in Le Grand-Saconnex im Kanton Genf statt. Im Jahre 1907 musste man nach Zürich ausweichen, weil man im Westen im zunehmenden Autoverkehr eine Gefahr für Fußgänger sah und sich eine feindliche Stimmung verbreitete. Im Vorfeld des Auto-Salons 2017 wurden verschiedene Experten zum hoch- und vollautomatisierten Fahren befragt. Die Netzwoche widmete diesem ihren Schwerpunkt in der Ausgabe 4/2017 und ließ Frank M. Rinderknecht von Rinspeed und Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW zu Wort kommen. Die beiden hatten sich im Juli 2016 persönlich getroffen. Man sprach im Büro von Frank M. Rinderknecht in Zumikon über intelligente Autos und besuchte zusammen die Werkstatt, in der es von futuristischen Fahrzeugen nur so wimmelt. Das Gespräch wurde von RED, dem Magazin der Schweizer Börse SIX, aufgezeichnet und veröffentlicht. In der Netzwoche drückt der Visionär aufs Gas, der Ethiker steigt in die Bremsen. Beide sind der Meinung, dass das autonome Fahren Potenzial hat. Bendel sieht es aber nur auf den Autobahnen, nicht in den Ballungsgebieten, wo Fußgänger, Fahrradfahrer und Fahrzeuge aufeinander treffen. Er hat nicht die Angst, die man vor 110 Jahren in Genf hatte, warnt aber vor Situationen, in denen Autos nicht nur als Objekte, sondern auch als Subjekte in Unfälle verwickelt sind. Der Artikel kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Abb.: Der Auto-Salon in Genf

Patientenverfügung zum Einsatz von Robotern

Es gibt unzählige Formulare für Patientenverfügungen. Allein für die Schweiz führt Kassensturz fünfzehn Organisationen mit eigenen Vorschlägen an. Die Übersichtstabelle kann bei SRF heruntergeladen werden. In der Regel fehlt ein Bezug zum Einsatz von Operations-, Pflege- und Therapierobotern. Dabei sind Operationsroboter weltweit im Einsatz, und Therapieroboter kennt man nicht nur in Japan, sondern auch in Deutschland und in der Schweiz. Offensichtlich müssen die Patienten damit klarkommen, ob sie wollen oder nicht. Gerade bei Therapierobotern wird es zwangsläufig Personen treffen, die urteilsunfähig sind. Bei Operationsrobotern wird dies seltener der Fall sein, wobei in der Zukunft sicherlich eine Ausweitung stattfindet und damit auch hier eine Patientenverfügung sinnvoll ist. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker, hat eine ergänzende Patientenverfügung entwickelt, die als Diskussionsbeitrag zu verstehen ist. Er ist der Meinung, dass Operationsroboter gute Dienste leisten und Pflegeroboter, die im Moment als Prototypen vorliegen, Pfleger entlasten und Patienten helfen können. Persönlich lehnt er einen Therapieroboter wie Paro ab, auch wenn dieser positive Effekte hervorbringen kann. Jeder sollte so wichtige Entscheidungen zum eigenen Leben zur richtigen Zeit treffen. Zur rechtlichen Verbindlichkeit in diesem Kontext bestehen noch keine Erkenntnisse. Das Formular kann hier bezogen werden. Hinweise werden über informationsethik@gmx.net entgegengenommen.

Abb.: Hier operiert der Arzt noch ohne Roboter