Kategorie: Publikationen

Schwerpunkt KI, Robotik und Maschinenethik

Die Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte widmet sich in ihrer Ausgabe 6-7/2018 der Künstlichen Intelligenz, der Robotik und der Maschinenethik. Die Beträge stammen u.a. von Prof. Dr. Rául Rojas und Thea Dorn (“Die können was! Aber können Roboter auch fühlen?”), Prof. Dr. Catrin Misselhorn (“Können und sollen Maschinen moralisch handeln?”) sowie Prof. Dr. Oliver Bendel (“Überlegungen zur Disziplin der Maschinenethik”). Aus Politik und Zeitgeschichte, die Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, wird von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben. “Sie veröffentlicht wissenschaftlich fundierte, allgemein verständliche Beiträge zu zeitgeschichtlichen und sozialwissenschaftlichen Themen sowie zu aktuellen politischen Fragen. Die Zeitschrift ist ein Forum kontroverser Diskussion, führt in komplexe Wissensgebiete ein und bietet eine ausgewogene Mischung aus grundsätzlichen und aktuellen Analysen.” (Website APuZ) Weitere Informationen und Zugriff auf die Beiträge über www.bpb.de/apuz/263673/kuenstliche-intelligenz.

Abb.: Titelseite der Zeitschrift

Fluch oder Segen

Reader’s Digest ist eine international bekannte und verbreitete Zeitschrift. Sie enthält sowohl fremde als auch eigene Inhalte. Früher versammelte sie vor allem herausragende und nachgefragte Zeitschriftenartikel und Buchbeiträge. In der Dezemberausgabe von 2017 ist unter dem Titel “Fluch oder Segen?” ein Interview abgedruckt, das eine Kurzform eines Beitrags zur Künstlichen Intelligenz in der Zeitschrift National Geographic (7/2017) ist. Der Wirtschaftsinformatiker, Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel aus Zürich stand damals dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort, die von Hamburg in die Schweiz gereist waren. In der Langfassung gab es neben dem Interview eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundete den Beitrag ab. Die Fotos stammten von Elias Hassos. Der Beitrag aus der National Geographic kann hier heruntergeladen werden. Die Ausgabe des Reader’s Digest ist über alle bekannten Kanäle käuflich erwerbbar.

Abb.: Die Einstiegsseite zum Beitrag im Reader’s Digest

15.000 Tweets

Am 25. Januar 2018 wurde von @Infoethik der 15.000 Tweet abgesetzt. In der Kurzbeschreibung heißt es: “Tweets zu Informationsethik und Maschinenethik und zu Medien-, Technik-, Wirtschafts-, Politik-, Medizin- und Umweltethik sowie Religionskritik.” Es handelt sich um einen klassischen Kurznachrichtendienst, über den auf Artikel, Studien und Veranstaltungen hingewiesen wird. Die Tweets von Oliver Bendel haben einen strengen Aufbau: Auf den zitierten Titel folgt der Link zum Beitrag, darauf eine Zusammenfassung, die häufig ein weiteres Zitat enthält. In seltenen Fällen steht anstelle der Zusammenfassung ein Kommentar. Jeder Tweet wird verschlagwortet, i.d.R. mit Hashtags zu den Bereichsethiken (oder zur Disziplin der Maschinenethik). “Informationsethik” ist wie die Plattformen informationsethik.net und maschinenethik.net der philosophischen Ethik verpflichtet und eine Alternative zu religiösen und wirtschaftlichen Vereinnahmungen der Ethik. Diese finden nicht nur in Medien-, Wirtschaftsethik und Medizinethik statt, sondern zunehmend auch mit Blick auf die Informationsethik und die Maschinenethik. So finanzieren z.B. kirchliche Einrichtungen wissenschaftliche Tagungen zu Informations- und Technikethik sowie Maschinenethik und benutzen bzw. vermarkten sie für unwissenschaftliche Zwecke. Es gibt Hochschulen und Institute, die aus finanziellen oder ideologischen Gründen mit den Kirchen kooperieren.

Abb.: @Infoethik liefert Nachrichten zur Ethik

Roboter als Spione

Inge Wünnenberg von Heise Online war Ende Januar 2018 im Gespräch mit Oliver Bendel. Das Interview wurde am 21. Januar 2018 unter dem Titel “Missing Link: Von Maschinenethik und vom Datenschatz der Therapie- und Pflegeroboter” veröffentlicht und kann über www.heise.de aufgerufen werden. Unter anderem ging es darum, wie uns Geräte und Roboter ausspionieren können, etwa Therapie- und Pflegeroboter. Dazu meinte Oliver Bendel u.a.: “Über Stimme, Sprechweise und Inhalte kann man unendlich viel über eine Person herausfinden. Die Maschine kann erkennen, wer ich bin, wie es mir geht und welche Wünsche und Pläne ich habe. Kombiniert man das mit Gesichts- und speziell Mimikerkennung, ergeben sich daraus noch mehr Möglichkeiten. Bei Personen von öffentlichem Interesse wie Schauspielern, Politikern oder auch bedeutenden CEOs wäre es schon ein Thema, wenn Daten aus einer Pflegeeinrichtung abgezogen werden könnten. Wie interessiert wären die Medien zum Beispiel an den Daten eines Pflegeroboters, der sich um Michael Schumacher kümmert?” (Heise Online, 21. Januar 2018)

Abb.: Schon lange wird Technik eingesetzt, um Menschen auszuspionieren

Frauenmagazin mit Weltinteresse

Inhaltlich ist Barbara, so der Spiegel, “kein offensives Fanzine, sondern ein lifestyliges Monatsheft, entwickelt für Frauen zwischen 30 und 55 Jahren” (SPON, 14. Oktober 2015). “Über Schöneberger und mit ihr, im Impressum steht sie als Editor at Large. Was heißt, dass Schöneberger in die Produktion jedes Heftes eingebunden ist.“ (SPON, 14. Oktober 2015) Man zeigt sich begeistert: “Das Magazin … verzichtet tatsachlich auf coachigen Optimierungssprech. Das angeblich ewig zu verbessernde Ich wird hier also nicht zu wichtig genommen. Stattdessen zieht sich durch das Magazin ein lebendiges, aber bodenständiges Weltinteresse.” (SPON, 14. Oktober 2015) Für die Online-Ausgabe war die Redaktion im Gespräch mit Oliver Bendel. Es ging um nichts anderes als Sexroboter und Robotersex. Auch darauf kann sich das lebendige, bodenständige Weltinteresse richten. Der Artikel vom 17. Januar 2017 kann hier gelesen werden.

Abb.: Frauenmagazin mit Weltinteresse

KI wird uns nicht auslöschen

WIR KAUFLEUTE ist das Magazin des Kaufmännischen Verbandes Zürich. In der Ausgabe von Januar und Februar 2018 geht es um Künstliche Intelligenz und Robotik. In der Inhaltsübersicht findet sich ein Hinweis auf ein Interview mit dem Wirtschaftsinformatiker, Maschinenethiker und Informationsethiker Oliver Bendel: “Wenn Roboter und KI-Systeme uns Arbeit abnehmen, genügen für uns womöglich künftig vier, fünf Stunden Arbeitszeit am Tag. Vielleicht muss auf die digitale Revolution, die im Kern eine wirtschaftliche ist, eine gesellschaftliche und politische folgen, sagt der Philosoph und Wirtschaftsinformatiker OLIVER BENDEL.” (WIR KAUFLEUTE, 1/2 2018) Das Interview selbst ist auf den Seiten 4 und 5 abgedruckt, unter dem Titel “Künstliche Intelligenz wird uns nicht auslöschen”. Zu Wort kommt zudem Roland Siegwart vom Institut für Robotik und Intelligente Systeme der ETH Zürich. Das gesamte Heft kann über www.kfmv-zuerich.ch/data/docs/de_CH-1996/31072/WK-MAGAZIN-01-02-2018.pdf heruntergeladen werden.

Abb.: Eine Seite im Magazin

Durch die Brille des Maschinenethikers

Oliver Bendel war im Gespräch mit Ute Klein vom MittelPunkt, dem Kundenmagazin der BayernLB. Sie war im Herbst aus München in die Schweiz gereist. Am 7. Dezember 2017 ist das Interview erschienen. Unter anderem wollte sie wissen, was Maschinenethik ist und worauf diese sich richtet. Er erklärte: “Die klassische Ethik richtet sich auf den Menschen als Subjekt der Moral. Was kann er, was soll er, was darf er?” Mit “den Maschinen, die wir gerade erfinden, entstehen neue Subjekte der Moral”. “Ich verwende den Begriff der maschinellen Moral gerne ähnlich wie den der maschinellen oder künstlichen Intelligenz. Es sind demnach neue, merkwürdige und fremdartige Subjekte, über die wir intensiv diskutieren müssen.” (MittelPunkt, 7. Dezember 2017) Ein Fotograf aus Zürich, Dominic Büttner, machte am Standort Brugg-Windisch noch ein mehrstündiges Shooting. Das Interview kann hier heruntergeladen werden. Zusätzlich steht über www.bayernlb.de eine Online-Version zur Verfügung.

Abb.: Durch die Brille des Maschinenethikers (Foto/Copyright: Dominic Büttner)

Maschinenethik in der Porsche Times

In der aktuellen Ausgabe der Porsche Times wird auf die beiden Eröffnungsanlässe am 6. und 7. September 2017 in der City-Garage in St. Gallen eingegangen. Linda Fäh, Salomé Kora, Stephan Altrichter, Gregor Bucher, Ly-Ling Vilaysane und Oliver Bendel trafen damals aufeinander. Salomé Kora, 23 Jahre alt, ist eine Sprinterin und Staffelläuferin. Mit der 4-mal-100-Meter-Staffel stellte sie 2016 einen neuen Schweizer Rekord auf. Stephan Altrichter wurde 2010 Chef von Porsche Schweiz. Zuvor leitete er u.a. die Mercedes-Benz-Niederlassung in New York. Gregor Bucher ist Geschäftsführer der City-Garage AG. Ly-Ling Vilaysane ist Modedesignerin in St. Gallen. Sie pendelt zwischen Schweiz, Österreich, Ungarn und Frankreich. Oliver Bendel forscht in der Informationsethik und in der Maschinenethik. Linda Fäh, Miss Schweiz von 2009, fragte ihn unter anderem: Was ist Maschinenethik? Seit wann und wo findet Forschung dazu statt? Sind automatisiertes Fahren und autonome Autos der Hauptgegenstand der Maschinenethik? Das Heft kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Linda Fäh, ein Zauberer, Oliver Bendel (Foto: City-Garage)

Wird uns KI versklaven?

Die neue Ausgabe von apunto widmet sich Transhumanismus, Robotik, Künstlicher Intelligenz und Maschinenethik. Im Heft finden sich Interviews mit Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber und Prof. Dr. Oliver Bendel. Thomas Feierabend, Präsident Angestellte Schweiz, schreibt in seinem Vorwort, dass es immer mehr Einsatzbereiche von Robotern gibt. “In der industriellen Produktion haben sie schon lange Einzug gehalten, sie können heute auch bereits Gäste in Hotels empfangen. Versuche in der Alterspflege sind im Gange, und selbstfahrende Busse sowie Taxis finden sich sogar in der Schweiz.” (apunto, 4/2017) Er entwirft eine Dystopie des Cyborgs in der Arbeitswelt: “Er funktioniert dann völlig frei von Störungen und sehr effizient. Er ist programmiert auf Beginn und Ende der Erwerbsarbeit, ist nie zu spät und befolgt die Anordnungen der Vorgesetzten ohne Widerrede. Und noch schlimmer: Können betriebliche Reorganisationen dann einfach digital veranlasst werden?” (apunto, 4/2017) Jürgen Schmidhuber und Oliver Bendel sind dann in ihren Ausführungen zu Robotern und KI etwas optimistischer. Der KI-Experte ist der Meinung, dass KI keine Menschen versklaven wird. Der Maschinenethiker ist der gleichen Meinung – und hält Roboter und KI-Systeme in erster Linie für nützliche Werkzeuge. Eine Gefahr geht seines Erachtens von Crackern aus. Das ganze Heft kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Wird uns KI versklaven?

Avenidas

“Ein Gedicht sorgt für Aufregung. Es ist ein schlichtes Gedicht an einer Wand der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. Es ist in Spanisch und stammt aus dem Jahr 1953. Es ist dort an der Giebelwand seit 2011. Eugen Gomringer, Schriftsteller und Begründer der Konkreten Poesie, hatte es, nachdem er den Alice Salomon Poetik Preis 2011 erhalten hat, der Hochschule übergeben.” So Peter Epperlein in Telepolis vom 30. Oktober 2017. “Trotz seiner Größe von 15 Metern Höhe und 14 Metern Breite wurde es von der breiten Öffentlichkeit kaum beachtet, bis der AStA, die Studentenvertretung, daran Anstoß genommen hat. Es sei frauenverachtend und sollte daher übermalt werden. Die Frau würde als Objekt dargestellt werden. Das Subjekt, der Handelnde sei wieder einmal der Mann. Dies würde die Frauen an die Übergrifflichkeit der Männer, den täglichen Sexismus erinnern, und sei daher ein Symbol der Frauenunterdrückung.” (Telepolis, 30. Oktober 2017) Das Gedicht liegt nun in einer neuen Fassung von Oliver Bendel vor, wurde von einer Roboterfrau namens Laura eingesprochen (zur Gestaltung wurde SSML verwendet) und kann hier heruntergeladen werden. Weitere Robotergedichte über handyroman.net/handyhaiku/einstieg.html.

Abb.: Eine Allee in New York

Zu Informations- und Maschinenethik

“Die Informationsethik ist seit Jahrzehnten auf der ganzen Welt präsent und doch eine kleine Disziplin geblieben. Vor einiger Zeit ist eine neue Disziplin entstanden, die Maschinenethik. In ihr werden Systeme sowohl diskutiert als auch implementiert. Sie stößt auf reges Interesse in Wirtschaft und Gesellschaft.” So beginnt der Artikel “Die Maschine in der Moral” von Oliver Bendel, der im Oktober im Cyber Security Report 2017 erschienen ist. Informationsethik wird wie folgt erläutert: “Sie hat die Moral derjenigen zum Gegenstand, die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und neue Medien anbieten und nutzen.” Zur Maschinenethik schreibt Oliver Bendel: “Der Begriff der maschinellen Moral wird meist ähnlich verwendet wie der Begriff der künstlichen Intelligenz; während jene eben der Gegenstand der Maschinenethik ist, ist diese der Gegenstand der Künstlichen Intelligenz (KI) als Disziplin.” Sodann wird das automatisierte Fahren aus der Perspektive von Informations- und Maschinenethik betrachtet. Zur Informationsethik heißt es am Ende: “Schlussendlich kann sie deutlich machen, dass die Maschinenethik nicht grenzenlos tätig sein sollte. Zuviel maschinelle Moral kann schaden. Zuviel künstliche Intelligenz übrigens auch.” Weitere Informationen über www.mittler-report-shop.de/product_info.php?products_id=445.

Abb.: Oliver Bendel spricht bei Audi über Maschinenethik (Foto: Audi)

Wenn autonome Maschinen Tiere retten

Aleksandra Sowa leitete – so die Beschreibung in The European – “zusammen mit dem deutschen Kryptologen Hans Dobbertin das Horst-Görtz-Institut für Sicherheit in der Informationstechnik”. “Sie ist Autorin diverser Bücher und Fachpublikationen, Mitglied des legendären Virtuellen Ortsvereins (VOV) der SPD und aktuell für einen Telekommunikationskonzern tätig.” (The European) Im Oktober 2017 war sie im Austausch mit Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker nahm wie folgt Stellung: “Ich bin dafür, bestimmte Maschinen zu ‘moralisieren’, und zwar solche, die in übersichtlichen Umgebungen und Situationen in unserem Sinne handeln sollen. Der Saugroboter, der Marienkäfer verschont, der Chatbot, der rücksichtsvoll ist und eine Notfallnummer herausgibt. Diese Maschinen haben wir gebaut. Ich bin nicht dafür, solche Maschinen mit einer Form von Moral auszustatten, die in komplexen Umgebungen und Situationen entscheiden müssen. So halte ich wenig davon, dass autonome Autos über Menschenleben entscheiden. Über Tierleben können sie entscheiden, sie können quantifizieren und qualifizieren. Wenn dadurch Tiere gerettet werden können, ohne dass Menschen in Gefahr kommen, bin ich dafür.” Der Beitrag “Die Antwort lautet nicht 42” von Aleksandra Sowa, erschienen am 11. Oktober 2017, enthält Statements von Oliver Bendel, gewonnen aus dem genannten Austausch und aus seinen Veröffentlichungen.

Abb.: Dieses Eichhörnchen wurde Opfer der Maschine (oder Objekt der Kunst)

Neuerfindung der Ethik

“Autonome Waffen, künstliche Intelligenz, Algorithmen: In einer digitalisierten Welt stellen sich zahlreiche ethische Fragen. Wo genau liegen die Problemfelder? Wie sollen wir als Gesellschaft damit umgehen? Und wo muss sogar Umdenken stattfinden? Auf diese Fragen wollen die insgesamt 20 Beiträge ausgewählter Expertinnen und Experten erste Antworten geben und einen Diskurs entfachen, der uns noch viele Jahre beschäftigen wird. Die Anthologie wird am 25. Oktober 2017 im Verlag iRights.Media erscheinen und kann bereits jetzt als Print auf iRights.Media sowie als e-Book auf Amazon und iTunes vorbestellt werden.” So die Ankündigung auf der Website von iRights.Media zum neuen Buch mit dem Titel “3TH1CS”. Nach einem Vorwort der Herausgeber (“Die Neuerfindung der Ethik ist unsere Aufgabe!”) und einem Interview mit Rafael Capurro (“Digitalisierung als ethische Herausforderung”) folgen u.a. Beiträge von Luciano Floridi (“Die Mangroven-Gesellschaft”), Oliver Bendel (“Sexroboter und Robotersex aus Sicht der Ethik”), Susan Leigh Anderson und Michael Anderson (“Ethische Roboter für die Altenpflege”), Jean-Baptiste Jeangène Vilmer (“Terminator-Ethik: Sollten Killerroboter verboten werden?”) und Hu Yong (“Das Internet ist nicht genderneutral”). Zum Abschluss gibt es ein Interview mit Kate Darling (“Von Robotern und Menschen – wo liegt die wahre Gefahr?”). Weitere Informationen über irights-lab.de/3th1cs-ethik-in-der-digitalen-welt/.

Abb.: Das neue Buch zu Informations-, Roboter- und Maschinenethik

Clarity on Digital Labor

“Exciting times with great opportunities exist right around the corner. Digital labor, the term given to the continuum of technologies ranging from automating swivel-chair activities such as cutting and pasting content from one system to another right up to cognitive solutions that can think, learn and reason like humans, is no longer a consideration but a mandate.” These records are taken from the preface of KPMG’s new report “Clarity on Digital Labor”. “Swiss politics in the digital age” on pages 20 – 23 is an interview with Federal Chancellor Walter Thurnherr, “Nurturing leaders in the digital economy” an article by Nitin Manoharan, Philip Morris International. Ramona Delco did the interview with Oliver Bendel, published under the title “Digital labor as a co-working opportunity”. The information and machine ethicist living in Zurich has been dealing with semi-automated, highly and fully automated driving, autonomous cars, care and therapy robots, photo drones and chatbots for years. Recently, he has turned more and more to the use of cooperation and collaboration robots. The report can be downloaded here.

Abb.: Pepper belauscht Klein und Bendel (Foto: Daimler und Benz Stiftung/Dorn)

Das Erkennen und Deuten des Gesichts

Ein neuer Beitrag von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Gabler erklärt, was Gesichtserkennung ist. “Gesichtserkennung ist das automatisierte Erkennen eines Gesichts in der Umwelt bzw. in einem Bild (das bereits vorliegt oder zum Zwecke der Gesichtserkennung erzeugt wird) oder das automatisierte Erkennen, Vermessen und Beschreiben von Merkmalen eines Gesichts, um die Identität einer Person … oder deren Geschlecht, Gesundheit, Herkunft, Alter, sexuelle Ausrichtung oder Gefühlslage … festzustellen.” Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen: “Die Informationsethik fragt nach der Verletzung der informationellen Autonomie, die Wirtschaftsethik nach Chancen und Risiken des Einsatzes von Gesichtserkennung im Zusammenhang mit Beratung und Werbung. Um sich zu schützen, können Individuen ihr Erscheinungsbild modifizieren oder die Systeme manipulieren, was die Informationsethik wiederum unter dem Begriff der informationellen Notwehr behandeln würde.” Der Beitrag ist am 5. Oktober 2017 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/gesichtserkennungssoftware.html abgerufen werden.

Abb.: Gesichtserkennung bei Microsoft

Selbstdarstellung und Datenschutz

Technology Review befragte den Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel zu Informationsethik und Datenschutz. Dabei interessierte u.a., ob man aus ethischer Sicht mehr Datenschutz fordern und gleichzeitig großzügig mit seinen Daten umgehen darf. Die Antwort lautete: “Das darf ich durchaus. Ich kann ja daran interessiert sein, dass fremde personenbezogene Daten geschützt werden, etwa die meiner Kinder. Ich kann grundsätzlich an Schutz und Gerechtigkeit interessiert sein. Zugleich kann ich – auch das kann informationelle Autonomie bedeuten – mich dafür entscheiden, meine persönlichen Daten freizügig wegzugeben. Wichtig ist letztlich, dass die Entscheidung über meine Daten bei mir liegt. Auch wenn die Mehrheit einen laxen Umgang im Privaten hat, bedeutet das nicht, dass ich dann auch einen haben muss. Ich möchte im Gegenteil im Rechtsstaat als Minderheit vor der Mehrheit geschützt werden. Interessant wäre, wenn ich einzelne personenbezogene Daten oder Datensätze bestimmten Personen und Einrichtungen gegenüber freigeben, anderen Personen und Einrichtungen gegenüber sperren könnte, und wenn ich bei einer Freigabe eine Gegenleistung verlangen dürfte.” Diese und andere Antworten flossen in den Beitrag von Denis Dilba ein, der unter dem Titel “Darf ich private Daten posten und trotzdem mehr Datenschutz wollen?” in der Ausgabe 10/2017 erschienen ist.

Abb.: Selfie im Meer

Wer und was darf uns in Zukunft füttern?

Die Zeitschrift Clinicum hat in ihrer Ausgabe 4/2017 ein Interview nachgedruckt, das bereits im Frühjahr veröffentlicht wurde. Im Teaser heißt es: “Oliver Bendel wird am 14. Schweizerischen Kongress für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften & Zukunftsforum Gesundheit in Bern referieren. Er ist ein gescheiter agent provocateur. Die Wochenzeitung ‘DIE ZEIT’ hat uns grünes Licht gegeben, ein spannendes Gespräch mit dem Maschinenethiker zu publizieren.” Eine Frage im Gespräch hatte gelautet: “Kann man in Bezug auf bestimmte Programme oder Roboter überhaupt von Moral oder Unmoral sprechen? Können Maschinen gut oder böse sein?” Die Antwort: “Da sind wir mittendrin in der Maschinenethik. Wir kennen seit 2500 Jahren die Ethik als eine Disziplin, die sich ausschließlich auf Menschen richtete. Jetzt haben wir es mit neuen Subjekten der Moral zu tun, eben Maschinen. Natürlich sind sie nicht gut oder böse, weil sie keinen eigenen Willen, kein Bewusstsein haben. Aber sie treffen, teilautonom oder autonom, bestimmte moralisch relevante Entscheidungen.” Eine ähnliche Diskussion begann mit der Disziplin der Künstlichen Intelligenz. Viele Experten verwenden den Begriff der künstlichen Intelligenz (der auf den Gegenstand der Disziplin verweist) metaphorisch oder intentional. So kann man es auch bei der “maschinellen Moral” machen. Der Nachdruck mit dem Titel “Darf mich ein Pflegeroboter füttern?” kann über http://www.clinicum.ch/de/magazin/magazin.htm oder direkt hier aufgerufen werden.

Abb.: Ein Reh bedient sich selbst

Soll uns Robear pflegen?

Operations- und Therapieroboter sind weit verbreitet. Pflegeroboter werden auf der ganzen Welt in Forschungseinrichtungen, Krankenhäusern und Pflegeheimen erprobt. Vor einem regulären Einsatz sind diverse ethische Fragen aufzuwerfen und zu beantworten. Genau dies macht ein neuer Beitrag von Oliver Bendel, der Mitte September in der Zeitschrift IT for Health erschienen ist. Das Resümee lautet: “Der Einsatz von Pflegerobotern bietet aus ethischer (sowie aus ökonomischer und medizinischer) Perspektive sowohl Chancen als auch Risiken. Assistierende Technologien beweisen bereits ihre Alltagstauglichkeit. Robear und Co., die Hand an Patienten anlegen, benötigen bis zu einer hohen technischen Reife noch ein paar Jahre. Genügend Zeit, so scheint es, um sich über das Grundsätzliche klar zu werden. Letztlich sollte, wo immer möglich, der Wille des oder der Pflegebedürftigen geachtet werden, ob er in einer Verfügung oder während der Behandlung zum Ausdruck kommt.” Der Artikel mit dem Titel “Soll uns Robear pflegen?” kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Soll uns Robear pflegen?

Gesichtserkennung macht Schlagzeilen

Gesichtserkennung macht seit einiger Zeit Schlagzeilen. Ob Südkreuz in Berlin, ob Face ID beim iPhone, ob Software, die angeblich die sexuelle Ausrichtung festzustellen vermag – es existieren zahlreiche Anwendungs- und Missbrauchsmöglichkeiten. Der WDR hat in seiner Sendung Cosmo am 14. September 2017 Oliver Bendel zum Thema befragt. Ob er Angst habe, wollte Sümeyra Kaya u.a. wissen, und der in der Schweiz lebende Informations- und Maschinenethiker räumte ein, dass dies der Fall sei. Sein Gesicht gehöre ihm, führte er aus, und er wolle nicht, dass es von allen möglichen Personen, Gruppen und Parteien aufgenommen werde. “Schon gar nicht will ich, dass mein Alter, mein Geschlecht, meine Gesundheit etc. festgestellt werden. Natürlich kann jeder auf der Straße sehen, wer ich bin, aber ich habe die Chance, auch dem anderen ins Gesicht zu schauen. Es besteht ein gewisses Gleichgewicht. Im Falle von Gesichtserkennungssoftware schaut mich ein Unbekannter an, und ich sehe ihn nicht nur nicht, ich weiß auch nicht, welche Absichten er verfolgt, welche Daten er sammelt und auswertet, was er mit den Ergebnissen macht. Es besteht ein Ungleichgewicht, und es besteht ein Risiko: Vielleicht erfährt meine Krankenkasse, dass ich dick geworden bin, und will mich von bestimmten Zusatzleistungen ausschließen.” In der Schweiz ist das beispielsweise möglich. Online ist Cosmo über http://www1.wdr.de/radio/cosmo/programm/index.html erreichbar.

Abb.: Ein Paar macht Selfies

Fit for Love

Ein Magazin, das den Titel “Fit for Fun” trägt, muss sich natürlich auch dem Thema der Sexroboter widmen. “Hilfe, die Sexroboter kommen” – so lautet die anspielungsreiche Überschrift in der Rubrik “Fit for Love”. Zu Wort kommen der Sexualwissenschaftler Heinz-Jürgen Voß und der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel. “Das Gefühl des Alleinseins können Sexroboter mindern”, erklärt der Sexualwissenschaftler. “Doch hier lauere auch die Gefahr, sich mit ihm zurückzuziehen.” (Fit for Fun, 10/2017) Auch der Ethiker beurteilt die Liebesmaschinen differenziert. Er lehnt ihren Gebrauch nicht grundsätzlich ab und hat als Maschinenethiker auf der Konferenz “Love and Sex with Robots” Ende 2016 einige Vorschläge zur Verbesserung unterbreitet. So sollte sich der Sexroboter den meisten Anliegen gegenüber offen zeigen, sich aber auch bei bestimmten Ansinnen verweigern können. Als Informationsethiker sieht er vor allem die Gefahr des Datenmissbrauchs, der Ausspähung und der Überwachung. Vernetzte Roboter können mit Menschen verbunden sein, die sich an den Anblicken ergötzen und die Bilder weiterleiten. Der Artikel ist in der aktuellen Ausgabe (Oktober 2017) erschienen.

Abb.: Hilfe, die Sexroboter kommen