Kategorie: Publikationen

The LADYBIRD Project

The LADYBIRD project starts in March 2017. More and more autonomous and semi-autonomous machines make decisions that have moral implications. Machine ethics as a discipline examines the possibilities and limits of moral machines. In this context, Prof. Dr. Oliver Bendel developed various design studies and thus submitted proposals for their appearance and functions. He focused on animal-friendly machines which make morally sound decisions, and chatbots with specific skills. The project is about a service robot, which shall spare beneficial insects – a vacuum cleaner called LADYBIRD. An annotated decision tree modelled for this objective and a set of sensors will be used. Three students work from March to October in the practice project at the School of Business FHNW. Since 2013, the principal Oliver Bendel published several articles on LADYBIRD and other animal-friendly machines, e.g., “Ich bremse auch für Tiere (I also brake for animals)” in the Swiss magazine inside.it. The robot will be the third prototype in the context of machine ethics at the School of Business FHNW. The first one was the GOODBOT (2013), the second one the LIEBOT (2016). All these machines can be described as simple moral machines.

Fig.: The robot should spare the ladybird

Der Roboter im Recht

Anfang des Jahres war im Europäischen Parlament der Bericht “Civil Law Rules on Robotics” vorgelegt und die Regulierung von Künstlicher Intelligenz und Robotik gefordert worden. Am 23. Februar 2017 fragte sich Zündfunk (Bayern 2) deshalb: “Welche Gesetze brauchen Roboter?” Gregor Schmalzried hatte bereits am Morgen den Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW zum Thema befragt, der das Dokument im Detail kannte, weil er es im vergangenen Jahr für einen Abgeordneten in Brüssel kommentiert hatte. Auch der Informatiker Matthias Althoff von der Technischen Universität München kam zu Wort. Der Beitrag stieg ein mit dem Vorschlag von Bill Gates, eine Robotersteuer einzuführen (wozu Oliver Bendel wiederholt seine Meinung geäußert hatte, auch im Deutschen Bundestag), und es wurde aus dem genannten Bericht zitiert. Matthias Althoff nahm Stellung zur elektronischen Person, die er im Moment für Science-Fiction hält, Oliver Bendel zu den Robotergesetzen von Asimov, darauf hinweisend, dass diese für die Fiktionalität, nicht die Realität entwickelt wurden. Die Sendung kann über www.br.de/radio/bayern2 nachgehört werden.

Abb.: Wo muss man den Einsatz von Robotern regulieren?

Big Data und Ethik

Die SATW hat im Februar 2017 die Studie “Ethische Herausforderungen für Unternehmen im Umgang mit Big Data” präsentiert, in der die ethischen Herausforderungen von Big-Data-Anwendungen untersucht und Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Politik formuliert werden. “Die Experten konnten acht ethische Normen und Werte identifizieren, die von Big Data tangiert werden. Oft müssen die Ansprüche der Konsumenten mit den ebenso berechtigten Ansprüchen der Unternehmen abgewogen werden.” (Studie SATW) Zur informationellen Selbstbestimmung heißt es: “Jeder hat das Recht, selbst über das Erheben, Speichern, Verwenden und Weitergeben persönlicher Daten zu bestimmen.” (Studie SATW) Für die Verwendung der Daten brauche es eine explizite, informierte Zustimmung, also eine Zustimmung nach erfolgter Aufklärung des Einzelnen. “Problematisch wäre eine gezielte emotionale Manipulation durch Werbung, die eine informierte Zustimmung erschweren könnte.” (Studie SATW) Und zur digitalen Identität: “Die Kontrolle der eigenen digitalen Identität ist ein Spezialfall der informationellen Selbstbestimmung. Big-Data-Anwendungen machen es möglich, verschiedene Merkmale des Kunden zu einer digitalen Identität zu verdichten.” (Studie SATW) Ethisch fragwürdig sei dieses Vorgehen dann, wenn der Kunde davon nichts wisse und keine Möglichkeit habe, allfällige Fehler zu korrigieren. Die Kurzfassung kann mit freundlicher Genehmigung der Verantwortlichen hier heruntergeladen werden. Die Studie kann man über www.satw.ch/bigdata bestellen.

Abb.: Viele Daten und Informationen gab es bereits in der Bibliothek

Machinery and Jealousy

PlayGround is a Spanish online magazine, founded in 2008, with a focus on culture, future and food. Astrid Otal asked the ethicist Oliver Bendel about the conference in London (“Love and Sex with Robots”) and in general about sex robots and love dolls. One issue was: “In love, a person can suffer. But in this case, can robots make us suffer sentimentally?” The reply to it: “Of course, they can make us suffer. By means of their body, body parts and limbs, and by means of their language capabilities. They can hurt us, they can kill us. They can offend us by using certain words and by telling the truth or the untruth. In my contribution for the conference proceedings, I ask this question: It is possible to be unfaithful to the human love partner with a sex robot, and can a man or a woman be jealous because of the robot’s other love affairs? We can imagine how suffering can emerge in this context … But robots can also make us happy. Some years ago, we developed the GOODBOT, a chatbot which can detect problems of the user and escalate on several levels. On the highest level, it hands over an emergency number. It knows its limits.” Some statements of the interview have been incorporated in the article “Última parada: después del sexo con autómatas, casarse con un Robot” (February 11, 2017) which is available via www.playgroundmag.net/futuro/sexo-robots-matrimonio-legal-2050-realdolls_0_1918608121.html.

Fig.: Is the bitch a robot or not?

About Sex Robots and Love Dolls

Inverse is an American online magazine, launched by Dave Nemetz, co-founder of Bleacher Report. It is based in San Francisco, California. According to the New York Observer, Inverse “aims to capture the millennial dude market with quirky takes on subjects like tech, games (video and board) and space” (Observer, October 20, 2015). Gabe Bergado asked the ethicist Oliver Bendel about sex robots and love dolls. One issue was: “Why are more companies and people becoming more interested in sex robots?” The reply to it: “Companies want to earn money. But I don’t think that this is a big market. Sex robots will remain a niche product. But, of course, sex toys are popular, und together with virtual and mixed reality, this could be the biggest thing next year. Some people and media are sensation-seeking. That’s why they are interested in sex robots and in men and women who fall in love with machines.” Another question was: “How should governments be reacting to the development of sex robots? Should there be regulations?” The answer is short and clear again: “Sex robots will remain a niche product, and I don’t think there will be many needs for regulation. Adults can do whatever they want to do, provided that they do not affect or disturb others in extreme ways. But I’m against child-like robots in brothels. Perhaps this should be banned.” The ethicist concluded with respect to sex robots: “It is interesting for a philosopher to research them and our relationship with them.” The final version of the interview was published in the article “Sex Robots Can’t Automate Emotional Intimacy” (January 28, 2017) which is available via www.inverse.com/article/27001-sex-robots-virtual-reality-engineering-oliver-mendel-interview.

Fig.: This could be a love doll

Ein Roboter kostet 4.45 Franken pro Stunde

“Ein Roboter kostet Fr 4.45 pro Stunde – und Sie?” – so der Titel eines Artikels in 20 Minuten vom 3. Februar 2017. Im Teaser heißt es: “Roboter werden immer billiger, die Verbreitung nimmt zu. Das dürfte auf Kosten von Arbeitsplätzen gehen. Das sei nicht zwingend nur schlecht, sagt ein Experte.” Oliver Bendel sieht die Robotisierung, Automatisierung und Autonomisierung in Fabriken grundsätzlich positiv. Kooperations- und Kollaborationsroboter arbeiten dort eng mit Menschen zusammen und nehmen ihnen anstrengende, verschleißende Tätigkeiten ab. Immer mehr Roboter werden universell einsetzbar, können beobachten und nachahmen und so neue Tätigkeiten erlernen. Es ist wichtig, dass sie mit ganz unterschiedlichen Werkzeugen ausgestattet sind, die zudem ausgewechselt werden können. Ohne Zweifel werden Hardwareroboter wie Industrie- und Serviceroboter sowie Softwareroboter auf Dauer einen erheblichen Teil der menschlichen Arbeit übernehmen können – dies zeigte im letzten Jahr auch eine WEF-Studie. Und weil sie zudem immer billiger werden, werden sie die erste Wahl der Unternehmen sein. Diese müssen die Gewinne, auch das betont Oliver Bendel, gerecht verteilen, und zwar nicht nur an die verbliebenen Mitarbeiter. Der Beitrag mit den Statements von Oliver Bendel und mit einem Interview mit ihm findet sich über www.20min.ch/finance/news/story/Ein-Roboter-kostet-Fr-4-45–pro-Stunde—und-Sie–19775617.

Abb.: Beim WEF in Davos

 

Die Erfahrung des Eintauchens

Im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler ist am 1. Februar 2017 ein neuer Beitrag erschienen. Die Kurzfassung lautet: “Virtuelle Realität (Virtual Reality, VR) ist eine computergenerierte Wirklichkeit mit Bild (3D) und in vielen Fällen auch Ton. Sie wird über Großbildleinwände, in speziellen Räumen (Cave Automatic Virtual Environment, kurz CAVE) oder über ein Head-Mounted-Display (Video- bzw. VR-Brille) übertragen. Bei Mixed Reality wird entweder Realität erweitert (Augmented Reality), wobei für die Darstellung und Wahrnehmung eine AR-Brille (oft Datenbrille genannt) benötigt wird, oder aber Virtualität, im Sinne der Kopplung mit der Realität.” In der Langfassung finden sich auch Aussagen aus den Bereichsethiken heraus: “Die Immersion, die Erfahrung des Eintauchens in die virtuelle Realität, kann bereichernd und verstörend sein. Während ihrer Dauer wird die normale Wirklichkeit je nach Grad mehr oder weniger zurückgedrängt, und es kann schwierig und aufwendig sein, in diese zurückzukehren und sich wieder in dieser zurechtzufinden, was Thema von Technik- und Informationsethik sein mag.” Der Beitrag von Oliver Bendel kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/virtuelle-realitaet.html aufgerufen werden.

Abb.: Die Erfahrung des Eintauchens kann verwirrend sein

Was sind Fake News?

“Ein Fake ist nach der Bedeutung im Englischen eine Fälschung, eine Täuschung, eine Attrappe, oder ein Hochstapler und ein Simulant (Faker). Fake News sind Falsch- und Fehlinformationen, die häufig über elektronische Kanäle (vor allem soziale Medien) verbreitet werden. Sie gehen von Einzelnen oder Gruppen aus, die in eigenem oder fremdem Auftrag handeln. Es gibt persönliche, politische und wirtschaftliche Motive für die Erstellung. Algorithmen verschiedener Art und Social Bots spielen eine zentrale Rolle bei der Verbreitung, zudem die Posts, Likes und Retweets der Benutzer.” So lautet die Kurzfassung eines neuen Beitrags von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen: “Es entstehen bei den Medien und Parteien spezielle Einrichtungen, die Fake News identifizieren und eliminieren sollen. Damit ist freilich die Gefahr der Zensur gegeben. Informations- und Medienethik untersuchen die moralischen Implikationen von Fake News. Die Wirtschaftsethik interessiert sich ebenfalls für diese, insofern sie Unternehmen, Mitarbeitern und Konsumenten Vorteile und Nachteile bringen können.” Der Beitrag ist am 1. Februar 2017 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/fake-news.html aufgerufen werden.

Abb.: Fake News verbreiten sich schnell

Social Bots und Chatbots

“Social Bots sind Bots, also Softwareroboter bzw. -agenten, die in sozialen Medien (Social Media) vorkommen. Sie liken und retweeten, und sie texten und kommentieren, können also natürlichsprachliche Fähigkeiten haben. Sie können auch als Chatbots fungieren und damit mit Benutzern synchron kommunizieren. Social Bots werden zur Sichtbarmachung und Verstärkung von Aussagen und Meinungen eingesetzt. Dabei können sie werbenden Charakter besitzen bzw. politische Wirkung entfalten.” So lautet die Kurzfassung eines neuen Beitrags im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler. Dazu passt ein anderer Text von Oliver Bendel über Chatbots, der wie folgt zusammengefasst wird: “Chatbots oder Chatterbots sind Dialogsysteme mit natürlichsprachlichen Fähigkeiten textueller oder auditiver Art. Sie werden, oft in Kombination mit statischen oder animierten Avataren, auf Websites verwendet, wo sie die Produkte und Dienstleistungen ihrer Betreiber erklären und bewerben respektive sich um Anliegen der Interessenten und Kunden kümmern.” Es wird jeweils auch auf die Perspektive der Informationsethik und der Maschinenethik eingegangen. Die beiden Beiträge, die am 1. Februar 2017 erschienen sind, können über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/social-bots.html bzw. wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/chatbot.html aufgerufen werden.

Abb.: Social Bots sind in den Social Media zu finden

Max Bill und Steve Jobs

Ein Interview mit Oliver Bendel ist in der neuen Mac Life (3/2017) erschienen, unter dem Titel “Die Diskussion um die elektronische Person hat eben erst begonnen!”. Grundlage war ein intensiver Austausch über Smartphones, Handyromane, die lange vor diesen existierten, die Vorbilder für das Design von Apple und virtuelle Assistenten wie Siri und Cortana. Publiziert wurden vor allem die Aussagen, die sich auf Smartphones und Assistenten bezogen. Zum Design führte der in der Schweiz lebende Wissenschaftler ursprünglich aus, dieses habe ihn an seine Kindheit erinnert: “In unserer Wohnung in Ulm stand der Schneewittchensarg von Braun. In meiner Studienzeit jobbte ich im Café Ulmer Brettle, wie es damals hieß. Mein Chef balancierte gerne mit dem stapelbaren Geschirr TC 100, das er sich geleistet hatte. Das stammte alles aus der Hochschule für Gestaltung in Ulm, der HfG, die von Otl Aicher und Max Bill geleitet und geprägt wurde. Inge Scholl hat sie mitbegründet. Sie habe ich mehrmals getroffen. Wir haben im Stadtarchiv Bilder von Hans und Sophie gesichtet und ausgesucht. In der Geburtsstadt von Max Bill habe ich auch eine Weile gewohnt, in Winterthur.” Er wünscht sich eine Renaissance guten Designs, wie er auch mit Blick auf Steve Jobs äußerte. Was würde der heute machen, wenn er noch leben würde? “Vielleicht würde er sich … Bügeleisen und Rasierapparate vorknöpfen. Damit steht es ja designmäßig nicht zum Besten.” Der finale Text kann auch online abgerufen werden, über medium.com/mac-life/interview-mac-life-oliver-bendel-aebde2c2a39b#.2qqwmthqv.

Abb.: Ein Tablet im Gebrauch

14.000 Tweets

Am 26. Januar 2017 wurde von @Infoethik der 14.000 Tweet abgesetzt. In der Kurzbeschreibung heißt es: “Infos zur Informationsethik (Computer-, Netz- und Neue-Medien-Ethik) sowie zu Maschinen-, Technik-, Wirtschafts-, Politik-, Medizin- und Tierethik.” Auch Religionskritik und Geschlechterforschung kommen nicht zu kurz. Es handelt sich um einen klassischen Kurznachrichtendienst, über den auf Artikel, Studien und Veranstaltungen hingewiesen wird. Die Tweets von Oliver Bendel haben einen strengen Aufbau: Auf den zitierten Titel folgt der Link zum Beitrag, darauf eine Zusammenfassung, die häufig ein weiteres Zitat enthält. In seltenen Fällen steht anstelle der Zusammenfassung ein Kommentar. Jeder Tweet wird verschlagwortet, i.d.R. mit Hashtags zu den Bereichsethiken (oder zur Disziplin der Maschinenethik). “Informationsethik” ist wie die Plattformen informationsethik.net und maschinenethik.net der philosophischen Ethik verpflichtet und eine Alternative zu religiösen und wirtschaftlichen Vereinnahmungen der Ethik. Diese finden nicht nur in Wirtschaftsethik und Medizinethik statt, sondern zunehmend auch mit Blick auf die Informationsethik und die Maschinenethik. So finanzieren z.B. kirchliche Einrichtungen wissenschaftliche Tagungen zu Informations- und Technikethik sowie Maschinenethik und benutzen bzw. vermarkten sie für unwissenschaftliche Zwecke. Es gibt Hochschulen, die aus finanziellen oder ideologischen Gründen mit den Kirchen kooperieren.

Abb.: Es wird gefeiert wie bei der Nelkenrevolution

Alternative Fakten

Mit “300 Keywords Informationsethik” (Springer Gabler, 2016) von Oliver Bendel besteht ein umfangreiches Nachschlagewerk zu Informationsethik und Maschinenethik. Dennoch werden das KLEINE LEXIKON DER INFORMATIONSETHIK und das KLEINE LEXIKON DER MASCHINENETHIK, die als Keimzellen gelten können, nach und nach erweitert und verbessert. Seit 23. Januar 2017 ist auf informationsethik.net ein weiterer Eintrag zu finden: “Der Begriff der alternativen Fakten (“alternative facts”) wurde 2017 von Kellyanne Conway geprägt, einer der Beraterinnen von Donald Trump. Ausgangspunkt waren die Zuschauerzahlen bei der Vereidigung des 45. US-Präsidenten. Dessen Sprecher Sean Spicer machte zu diesen falsche Angaben. Alternative Fakten haben in der Politik durchaus Tradition, wenn man an die Unwahrheiten denkt, mit denen der Irakkrieg 2003 begründet wurde. Sie bilden auch den Kern des Geschäftsmodells kreationistischer und überhaupt religiöser Bewegungen und Einrichtungen. Unter Donald Trump wurde in der Politik die Verbreitung von Lügen nach religiösem Vorbild bewusst positiv besetzt. Mit ihm begann auch die Aufweichung des Begriffs der Fake News. Der LÜGENBOT manipuliert für wahr gehaltene Aussagen und produziert so automatisch alternative (selten auch originale) Fakten.”

Abb.: Dieses Schild in Kalifornien übertreibt nur ein bisschen

Die Macht der Meinungsroboter

Der Artikel “So erkennen Sie Meinungsroboter” von Teresa Sickert widmet sich dem Phänomen der Social Bots. “Social Bots sind Programme, die in sozialen Netzwerken menschliche Nutzer simulieren – etwa zur politischen Stimmungsmache. Das klappt mal mehr und mal weniger gut. Diese Tipps helfen, Bots zu entlarven.” (Spiegel Online, 19. Januar 2017) Und weiter: “Meinungsroboter haben ein Imageproblem. Seit dem US-Wahlkampf wird lebhaft über sogenannte Social Bots diskutiert, über Accounts, die nur so wirken, als stecke ein menschlicher Nutzer dahinter. Auf Plattformen wie Twitter tweeten, liken und retweeten mittlerweile ganze Netze von automatisierten Accounts.” (Spiegel Online, 19. Januar 2017) Zitiert wird mehrmals Oliver Bendel, der sich als Maschinenethiker mit guten und bösen Chatbots befasst und solche auch baut. 2013 ist der GOODBOT entstanden, 2016 der LÜGENBOT. Diesen rechnet er zu den Münchhausen-Maschinen. Am Rande befasst er sich mit Vervielfältigungs- und Meinungsmaschinen wie den Social Bots. Bei einem Vortrag an der Universität Zürich Ende 2016 hat er deren Chancen und Risiken skizziert. Der Artikel ist abrufbar über www.spiegel.de/netzwelt/web/social-bots-entlarven-so-erkennen-sie-meinungsroboter-a-1129539.html.

Abb.: Die Bots lachen sich tot

Generation Z im Roman

Vor zehn Jahren – also im Jahre 2007 – ist “Nachrückende Generationen” von Oliver Bendel im Leipziger Literaturverlag (Edition ERATA) erschienen. Sozusagen ein Roman über die Generation Y, fast schon die Generation Z. Es tauchen darin moderne Phänomene auf, die auch in der Informationsethik behandelt werden, etwa Cyber- und Telefonsex. Der Roman wird dabei an keiner Stelle moralisch, so wie auch die Ethik nicht moralisch werden sollte, außer wenn man aus ihr heraus zur Diskussion anregen und deshalb Position beziehen will. Aus dem Klappentext: “Nelli ist 14. Sie und ihre Freundin Sara gehen ins Café, ins Kino, klauen in einer Boutique. Sie haben Cyber- und Telefonsex, langweilen sich auf Partys und begehen beinahe einen Raubüberfall auf offener Straße. Als Nelli den gleichaltrigen Robert kennenlernt, spürt sie so etwas wie Glück – aber zur gleichen Zeit entgleitet ihr das Leben. Sie und Sara verabreden sich im Chat mit einem Mann, der sie zu Hause fast vergewaltigt. Als Nelli schließlich Robert Gewalt antut, scheint dies für beide das Ende zu sein. Und doch geht es irgendwie weiter, ganz anders, als man vermutet.” Das Buch ist als Printausgabe vergriffen, kann aber als E-Book über alle bekannten Kanäle bezogen werden.

Abb.: Der gesamte Umschlag des gedruckten Romans

Maschinelle Moral im aktuellen P.M. Magazin

In der Februarausgabe von P.M. Magazin ist ein langes Interview mit Oliver Bendel abgedruckt. Am 9. September trafen sich der Redakteur Rüdiger Barth und der Wissenschaftler auf dem Campus Brugg-Windisch der FHNW und sprachen über Maschinenethik, Künstliche Intelligenz und Robotik. P.M. ist eine populärwissenschaftliche Zeitschrift und hat eine Auflage von ca. 163.000 Exemplaren. Der Titel des sechsseitigen Beitrags – neben dem Interview finden sich noch Informationen zu Oliver Bendel und zu den Robotikgesetzen von Isaac Asimov – lautet “Ich würde das Auto ein bisschen dumm lassen”. Der Informationsethiker und Maschinenethiker kann sich vorstellen, dass Autos klug genug sind, für bestimmte Tiere zu bremsen, wenn die Luft rein ist, sie aber zu dumm dafür sind, Menschen zu qualifizieren, auf ihre Eigenschaften zu schauen, um sie dann bei einem Unfall zu verschonen oder nicht zu verschonen, was man wiederum als klug bezeichnen könnte, da es keine befriedigenden Lösungen für solche Entscheidungen gibt. Auch das Quantifizieren ist, zumindest bei kleinen Zahlen, nicht angemessen. Warum sollte jemand getötet werden, nur weil zwei Passanten in der Nähe stehen? Kaum jemand würde das akzeptieren, der Betroffene nicht, die Familie nicht, die Freunde nicht. Die zwei Passanten wären natürlich aufgeschlossener für solche Abwägungen, aber auch nur, wenn sie zusammen unterwegs sind und nicht alleine, was wiederum die Ungerechtigkeit zeigt. Solche Gedankenspiele dürfen nicht mit der Wirklichkeit verwechselt werden. Sie sind aber ein klassisches Mittel, um Grundannahmen und Widersprüche zu erkennen und am Ende die Wirklichkeit auch gestalten zu können.

Abb.: Künstliche Intelligenz und maschinelle Moral

Regeln für Roboter

“EU plant erstmals Regeln für Roboter” – so der Titel eines Beitrags auf EurActiv von Daniel Mützel vom 10. Januar 2017. Im Teaser heißt es: “Am Donnerstag entscheidet der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments über einen Resolutionsentwurf, der den Einsatz ziviler Roboter reglementieren soll. Der Text könnte die Grundlage für die ersten europäischen Robotergesetze werden.” (Website EurActiv) Bereits im Sommer 2016 hat Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW auf Bitte eines Abgeordneten den Entwurf in seiner damaligen Fassung im Detail kommentiert. In seiner Zusammenfassung schrieb er: “Die Robotertypen sind sehr unterschiedlich und müssen auseinandergehalten werden. Im Speziellen vermisse ich auch die Unterscheidung zwischen Hardware- und Softwarerobotern. Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen dem, was bereits der Fall ist, und dem, was vielleicht oder wahrscheinlich der Fall sein wird. Bewusstsein bei Robotern halte ich für Science-Fiction.” Für den Artikel wurden Oliver Bendel und Eric Hilgendorf von der Universität Würzburg, Experte für Roboterrecht, zu den Auswirkungen des Einsatzes von Industrie- und Servicerobotern befragt. Er kann über www.euractiv.de/section/innovation/news/eu-plant-erstmals-regeln-fuer-roboter aufgerufen werden.

Abb.: Welche Regeln sollen für Roboter gelten?

Brandolinis Gesetz

“Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Zehnerpotenz mehr Energie als dessen Produktion.” So besagt es nach der SonntagsZeitung das “Bullshit-Asymmetrie-Gesetz”, das nach dessen Erfinder, dem italienischen Informatiker Alberto Brandolini, auch “Brandolini-Gesetz” genannt wird. “Kurz: Fake-News sind kaum totzukriegen.” (SonntagsZeitung, 1. Januar 2017) Der Artikel von Joachim Laukenmann vom 1. Januar 2017 widmet sich diesem Phänomen. “Viele Wissenschaftler haben schon unliebsame Bekanntschaft mit Brandolinis Gesetz gemacht. Vom längst widerlegten Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus über die Verharmlosung der Gesundheitsgefährdung von Softdrinks bis zu fadenscheinigen Argumenten gegen den vom Mensch gemachten Klimawandel kursieren Irrtümer hartnäckig im Netz. Teils imitieren die Kreateure der Fake-News sogar Fachzeitschriften.” (SonntagsZeitung, 1. Januar 2017) Zu Wort kommen u.a. Sophie Mützel, Soziologin und Medienexpertin an der Universität Luzern, Reto Knutti, Klimaforscher an der ETH Zürich, und Oliver Bendel, Technikphilosoph an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Der Artikel kann mit freundlicher Genehmigung des Verlags und des Autors hier heruntergeladen werden.

Abb.: Der Klimawandel ist Realität

Hello, sagt Barbie

“Die gefährlichsten Trends der Digitalisierung” – so der Titel eines Beitrags in der Handelszeitung vom 12. Dezember 2016. Er beginnt mit den Worten: “Stille Zuhörer und Algorithmen, die Menschen bewerten. Wenn künstliche Intelligenz in die falschen Hände gerät, wie weit ist es dann noch bis zum Desaster? Ein Überblick über beunruhigende Ideen.” Zitiert wird mehrmals Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. “Stephen Hawking und Elon Musk sprechen seit Jahren davon, dass künstliche Intelligenz für die Menschheit zum Desaster werden kann. Tesla-Chef Musk nennt dies die zentrale Frage unserer Zeit: Dass wir einen klugen, bewussten Umgang mit schlauen Maschinen finden. Geht das überhaupt? Oliver Bendel ist da wenig optimistisch.” (Handelszeitung, 12. Dezember 2016) Er schätzt die Vorteile moderner Technologien und entwickelt selbst sogenannte moralische Maschinen. Für problematisch hält er vor allem das Potenzial mancher Technologien in Bezug auf Überwachung und Ausbeutung. Hello Barbie, Echo von Amazon – gerade im auditiven Bereich ereignet sich eine regelrechte Explosion, die noch Ohrenschmerzen bereiten könnte. Und andere Schmerzen ebenso. Der Beitrag kann über www.handelszeitung.ch/unternehmen/technologie/die-gefaehrlichsten-trends-der-digitalisierung-1288665 abgerufen werden.

Abb.: Barbie-Puppen können gucken und horchen

App zur Unterstützung der Peer-Kultur

Der von Mario A. Pfannstiel, Patrick Da-Cruz und Harald Mehlich herausgegebene Band “Digitale Transformation von Dienstleistungen im Gesundheitswesen: Impulse für die Versorgung” ist Ende 2016 bei Springer Gabler erschienen. Im Abstract zum Beitrag “Companion: Eine App zur Unterstützung der Peer-Kultur” von Rainer Telesko und Oliver Bendel heißt es: “Entworfen wurde eine auf das Jugendalter zugeschnittene Intervention des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zur Stärkung der psychischen Gesundheit. Gesundheitsförderung Schweiz entwickelte in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und der Hochschule für Wirtschaft FHNW eine webbasierte App, die Jugendliche dazu anregt, sich gegenseitig zu helfen und damit die Positive Peer Culture zu stärken. Über die Companion App können Jugendliche eines Betriebs miteinander in Kontakt treten und sich u. a. durch ein Mentoring-System unterstützen. Des Weiteren beinhaltet sie Informationen und Links zum Thema Gesundheit, Beruf und Freizeit.” Es wird sowohl die Perspektive der Informatik als auch der Ethik eingenommen: “Der Artikel skizziert die Entwicklung der Companion App über die Phasen Analyse, Design, Implementierung und Evaluation. Darüber hinaus wird auf ein begleitendes Konzept eingegangen, das aus der Informationsethik heraus entstanden ist.” Das Buch hat 359 Seiten und kostet ca. 50 Euro.

Abb.: Website zur App namens Companion

Die Zukunft in den Händen der Roboter

“Die Zukunft in den Händen der Roboter!” Mit dieser Schlagzeile wird ein Text zu einem Beitrag angeteasert, der am 24. November 2016 in Radio 32 ausgestrahlt wurde. “Es ist eine düstere Zukunft für KV-Angestellte. Bis zu 100‘000 Stellen könnten wegfallen. Dies unter anderem wegen der Digitalisierung und weil Roboter die Arbeit übernehmen. Das zeigt eine Studie im Auftrag des kaufmännischen Verbands Schweiz. Die Arbeit der Roboter sei Fluch und Segen zugleich, sagt Oliver Bendel, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Nordwestschweiz.” (Website Radio 32) Er ist der Meinung, dass uns Corobots in der Fabrik unterstützen können, etwa bei schweren körperlichen Arbeiten. Auch Bots und Agenten können uns helfen, beispielsweise bei Routinetätigkeiten im Büro. Künstliche Intelligenz, die derzeit einen enormen Aufschwung erlebt, ist in der Lage, auch wissenschaftliche und kreative Aufgaben zu übernehmen, von der Diagnose von Krankheiten bis hin zum Design von Autos. Es wird weniger Arbeit geben, und die Gesellschaft muss sich darauf einstellen. Dabei muss sie der Wirtschaft die Pflicht auferlegen, die Gewinne gerecht zu verteilen. Der Beitrag kann über die Website des Solothurner Radiosenders nachgehört werden, über www.radio32.ch?rub=33&newsId=31190.

Abb.: Die Zukunft in den Händen der Roboter