Kategorie: Diskussionen

Über die Schönheit weiblicher Roboter

Die Hersteller humanoider Roboter ahmen gerne Frauen nach. Es gibt mehrere Gründe dafür, und manche hat auch Hiroshi Ishiguro genannt, der in Wien bei der Konferenz “Robophilosophy” neben Joanna Bryson und Oliver Bendel eine Keynote gegeben hat. Frauen wirken, so eine Annahme, vertrauenswürdiger und anziehender auf uns als Männer. Gerade Kinder erschrecken nicht vor ihnen, selbst wenn es gar keine Menschen sind. Eine andere Annahme ist, dass Frauen und ihre künstlichen Ebenbilder vieles gemeinsam haben, weil Frauen selbst künstliche Elemente in sich und auf sich tragen. Die meisten Frauen schminken sich, überdecken Unreinheiten und Farbveränderungen, entfernen Haare, manche korrigieren scheinbare Mängel und Fehler mit Hilfe von Einspritzungen und Schönheitsoperationen. Tatsächlich sehen manche Frauen, die viel an sich gemacht haben und haben machen lassen, ein wenig aus wie Roboter, und genau das ist günstig für die Hersteller. Das Resultat sind Maschinen wie Sophia und Erica (die von Ishiguro geschaffen wurde). Sie sind künstliche Geschöpfe, gestaltet nach der künstlichen Schönheit der Frau. Dass es auch anders geht, zeigt ein männlicher humanoider Roboter, der Werbung für “Westworld” macht. Mit viel Akribie hat man ihm Haare verpasst, auf den Armen, im Gesicht, kleine Warzen und Male. Gerade dadurch sieht er besonders real (und interessant) aus. Es wäre an der Zeit, einen weiblichen Roboter zu schaffen, der sich an der natürlichen Schönheit der Frau orientiert. Nicht, um das eine oder das andere Verhalten zu kritisieren, sondern um Stereotype aufzubrechen. Künstlerisch und technisch möglich ist das allemal. Ishiguros Geminoid ist übrigens ein eigener Fall. Er orientiert sich an der künstlichen Schönheit des Mannes.

Abb.: Roboter können Stereotype festigen und aufbrechen

Diskussion um die elektronische Person

Haben Roboter Rechte bzw. soll man sie mit Rechten ausstatten? Die eine Frage ist ethisch, die andere rechtlich deutbar. Oliver Bendel hält als Ethiker nichts von Rechten für Roboter. Dies können weder empfinden noch leiden, sie haben kein Bewusstsein, sie sind keine echten Personen, aber auch keine echten Lebewesen. Im Zivilrecht kann man, so seine Meinung, ohne weiteres eine elektronische Person konstruieren, die man verklagen kann und die dann haften muss (etwa über ein Budget, das sie hat, oder einen Fonds, mit dem sie verbunden ist). Einerseits ist das die Lösung für das Problem, dass sich in vielen Fällen kaum mehr eindeutig verantwortliche natürliche oder juristische Personen ausmachen lassen. Andererseits eben nicht, denn woher sollte das Geld kommen – wenn nicht von natürlichen und juristischen Personen, die mit dem Roboter in irgendeiner Verbindung stehen? Und bei selbstlernenden Systemen wie Tay wird es vollends kompliziert, wobei dieser Fall ins Strafrechtliche hineinreicht. Eine Gruppe von KI-Forschern, Philosophen, Theologen und Rechtswissenschaftlern hat sich in einem offenen Brief gegen die Schaffung des Status einer elektronischen Person gewandt, wie eine Arbeitsgruppe des Europäischen Parlaments sie dieses Jahr vorgeschlagen hat. Der Artikel “Streit um Rechte von Robotern” stellt die unterschiedlichen Positionen dar. Er ist am 21. April 2018 in der Aargauer Zeitung erschienen und kann über www.aargauerzeitung.ch/leben/forschung-technik/streit-um-rechte-von-robotern-wer-haftet-wenn-etwas-schief-geht-132457958 aufgerufen werden.

Abb.: Braucht es eine elektronische Person?

Black Ducks

Eine kleine schwarze Ente ist seit vielen Jahren das Favicon der Website von Oliver Bendel. Die NZZ schreibt in einem Beitrag vom 20. April 2018: “Als schwarze Enten werden im Arabischen schwarze Schafe, also ausgegrenzte Gruppenmitglieder bezeichnet.” (NZZ, 20. April 2018) In “Jenseits von Himmel und Hölle” von Daniel Steinvorth geht es um eine Sendung auf YouTube, die von den Betreibern wie folgt beschrieben wird: “Black Ducks is a talk show on YouTube that interviews atheists, humanists, and non-religious individuals from the Arab world … to achieve a secular society in the Middle East and North Africa. Another goal is to offer solace and courage to those who are atheists and humanists in secret so they may know they are not alone in the world.” (YouTube-Channel The Black Ducks) Die Betreiber und Mitwirkenden, die sich Vernunft und Aufklärung verschrieben haben, setzen sich Lebensgefahr aus. Der Gründer der Sendung, Ismail Mohamed, wurde in Alexandria fast erschossen und in Kairo vom Mob bedrängt und mit dem Messer bedroht. Im Teaser des NZZ-Beitrags heißt es: “Wer in der arabischen Welt nicht an Gott glaubt, gilt wahlweise als Extremist oder als psychisch gestört. Auch in Ägypten steht Atheismus womöglich bald unter Strafe.” Am Rande sind Begriffe und Methoden von Wirtschafts- und Informationsethik gefragt: “2015 bewirkte eine Beschwerde gegenüber Google …, dass die Sendung zweimal für mehrere Monate eingestellt werden musste. Mohamed verlor auf einen Schlag seine Follower und seine Werbeeinnahmen …” (NZZ, 20. April 2018)

Abb.: Eine kleine gelbe Ente in Sevilla

Der Niedergang der Sexualwissenschaft

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) war vor einiger Zeit im Gespräch mit Oliver Bendel, für den Beitrag “Sexroboter – Hype oder Trend?”. Am Rande erwähnte der Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, dass die Sexualwissenschaft in Deutschland kaum noch eine Bedeutung habe. Nach seiner Einschätzung tut man sich an den Hochschulen schwer mit dem Thema. Die dpa ging dem Hinweis nach und verfasste einen Beitrag, der in der ÄrzteZeitung veröffentlicht wurde. Im Teaser heißt es: “Deutschland hat nur zwei große sexualwissenschaftliche Zentren. Der Westen sei geradezu prüde bei dem Thema, bemängeln Forscher – dabei würden sexuelle Krankheiten medizinisch oft auf andere Probleme hindeuten.” (ÄrzteZeitung, 12. Februar 2018) “Die aktuelle Situation in Deutschland ist ein Armutszeugnis”, wird Heinz-Jürgen Voß von der Gesellschaft für Sexualwissenschaft zitiert. “Überall dort, wo Menschen mit Menschen zu tun haben, in Kitas, Schulen, Einrichtungen der Sozialen Arbeit sowie Bildungseinrichtungen für Erwachsene, spielten Fragen zu Körper, Geschlecht und Sexualität eine Rolle.” Das bedeutet, so Voß, “dass Fachkräfte ausgebildet sein sollten, professionell mit den entsprechenden Fragen umzugehen” (ÄrzteZeitung, 12. Februar 2018). Der Artikel “Sex auf dem Abstellgleis” ist über www.aerztezeitung.de/panorama/article/957332/50-jahre-nach-1968-sex-abstellgleis.html abrufbar.

Abb.: Der Niedergang der Sexualwissenschaft

KI ist hier, um zu bleiben

In der Automation & Robotics vom März 2018, einer Beilage im Manager Magazin, findet sich ein Beitrag von Jan Philipp Albrecht (innen- und justizpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament). Er schreibt: “Wir stehen an der Schwelle zu einer Ära, in der immer höher entwickelte Technologien eine neue industrielle Revolution entfesseln können. Künstliche Intelligenz ist allgegenwärtig, und sie ist hier, um zu bleiben.” Unter dem Stichwort “Simplexity” führt Prof. Dr. Andreas Dengel (DFKI) aus: “KI definiert die neue Arbeitsteilung von Mensch und Maschine”. Im Interview erklärt Oliver Bendel, was Maschinenethik ist und wie sie mit KI und Robotik zusammenhängt. Er ist gegen eine vorschnelle Regulierung in der Entwicklung. Wenn Regulierung stattfinden soll, dann in den Anwendungsgebieten. An anderer Stelle hatte der Informations- und Maschinenethiker eine Roboterquote für öffentliche Räume gefordert, zum einen wegen der Kollisionsgefahr (bei Transport- und Sicherheitsrobotern), zum anderen wegen der Gefahr der Überwachung (bei Servicerobotern aller Art). Das Interview kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: KI ist hier, um zu bleiben

Ein Ungeheuer namens Facebook

“Immer wieder hat Facebook Daten illegal genutzt und herausgegeben. Benutzer und Datenschützer haben das Unternehmen immer wieder erfolgreich zurückgedrängt. Aber es ist wie das Ungeheuer, dem man zwei Köpfe abschlägt und dem gleich vier neue Köpfe wachsen. Niemand scheint Anstoß daran zu nehmen, ein Akteur in einem offenbar illegalen Netzwerk zu sein. Bei Privatpersonen ist das befremdlich genug; aber dass tausende achtbare Unternehmen und Hochschulen auf der Plattform aktiv und auch noch stolz darauf sind, ist erstaunlich. Ein Teil der organisierten Kriminalität zu sein, ist nicht mehr nur in Italien oder in Russland selbstverständlich. Es ist auf der ganzen Welt verbreitet und chic. … Die Meldungen, dass Privatpersonen und Staatsdiener gegen die Unternehmen klagen, nehmen zu. Es sind Jurastudenten darunter, die sich profilieren wollen, und Benutzer, die ernsthaft um ihre Daten besorgt sind. Und Datenschützer verschiedener Länder. Vielleicht resultiert ja eine Massenbewegung daraus, und man kann eines Tages Facebook einen Daumen zeigen, der nach unten weist.” (Oliver Bendel, “Die Rache der Nerds”, 2012)

Abb.: Ein Ungeheuer namens Facebook

Autonome Fahrräder

Im März 2017 erfuhr die connectUS-Delegation der Hochschule für Wirtschaft FHNW am MIT von dem autonomen Dreirad, das dort entwickelt wurde. Sie wurde durch die heiligen Hallen der berühmten Hochschule geführt und durfte einen Blick auf die aktuellen Prototypen werfen. Auf der Website heißt es: “The PEV is a low-cost, agile, shared-use autonomous bike that aims to solve the ‘last-mile’ urban mobility challenge of today, and to become a healthy, sustainable alternative to cars for cities of tomorrow. The PEV can be either an electrically-assisted tricycle for passenger commute or an autonomous carrier for delivering packages.” Auch die Universität Marburg setzt auf das autonome Dreirad, wie MDR am 20. März 2018 meldete: “Selbstfahrende Autos sind schon länger im Gespräch, selbstfahrende Fahrräder aber haben die wenigsten bisher gesehen. Die Uni Magdeburg erforscht, wie Fahrräder autonom durch die Stadt fahren können, um Nutzern flexibel zur Verfügung zu stehen. Für Einkäufe oder andere Transporte könnte man sie dann mieten.” (Website MDR, 20. März 2018) Oliver Bendel, der Mitglied der Delegation war, ist skeptisch gegenüber autonomen Dreirädern, da diese die Komplexität in Städten erhöhen und Kollisionen nicht zu vermeiden sein werden, ähnlich wie bei Servicerobotern.

Abb.: Am MIT

Co-robots from an Ethical Perspective

The book chapter “Co-robots from an Ethical Perspective” by Oliver Bendel was published in March 2018. It is included in the book “Business Information Systems and Technology 4.0″ (Springer). The abstract: “Cooperation and collaboration robots work hand in hand with their human colleagues. This contribution focuses on the use of these robots in production. The co-robots (to use this umbrella term) are defined and classified, and application areas, examples of applications and product examples are mentioned. Against this background, a discussion on moral issues follows, both from the perspective of information and technology ethics and business ethics. Central concepts of these fields of applied ethics are referred to and transferred to the areas of application. In moral terms, the use of cooperation and collaboration robots involves both opportunities and risks. Co-robots can support workers and save them from strains and injuries, but can also displace them in certain activities or make them dependent. Machine ethics is included at the margin; it addresses whether and how to improve the decisions and actions of (partially) autonomous systems with respect to morality. Cooperation and collaboration robots are a new and interesting subject for it.” The book can be ordered here.

Fig.: The cover of the book (photo: Springer)

Social Bots und Cyborgs im Abstimmungskampf

“Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule für Wirtschaft FHNW erforschten in einem Projekt, ob Social Bots oder Cyborgs die No-Billag-Abstimmung in der Schweiz zu beeinflussen versuchten. Social Bots sind in sozialen Medien wie Facebook und Twitter unterwegs. Wenn sie Meinungen verbreiten bzw. beeinflussen sollen, nennt man sie auch Meinungsroboter. Cyborgs sind im vorliegenden Zusammenhang reale Nutzer, die ihr Kommunikationsvolumen mit Automatisierungstools steigern. Im Projekt wurde auf die Kommunikation zur Abstimmung auf Twitter fokussiert.” (Medienmitteilung FHNW) Untersucht wurde die heiße Phase der Abstimmung vom 7. Januar bis zum 4. März 2018 (Abstimmungssonntag). In diesen gut acht Wochen gab es auf Twitter knapp 200000 Wortmeldungen (Tweets, Retweets, Replies) zur Abstimmung. Sie stammten von 26000 Accounts, von denen 19.5 % Befürworter und 80.5 % Gegner der Initiative waren. “Pro- und Contra-Tweets traten hingegen im Verhältnis 35:65 auf. Die Gegner der Initiative konnten mehr Personen mobilisieren, die Befürworter vermochten dies mit erhöhter Betriebsamkeit auszugleichen.” (Medienmitteilung FHNW) Das Forschungsprojekt wird mit Mitteln der Hasler Stiftung finanziert. Die Projektleitung haben Prof. Dr. Stefan Gürtler (Datenerhebung und -auswertung) und Prof. Dr. Oliver Bendel (Abschlussbericht) inne. Die ausführliche Meldung ist hier zu finden.

Abb.: Ein Cyborg-Girl an einer Wand an der Limmat in Zürich

Kaugummi und Spucke auf dem Sensor

Moderne Autos verfügen über zahlreiche Sensoren, je nach Einordnung und Zählweise zwischen 40 und 200. Die einen sind aktiv, die anderen sind passiv, einige richten sich nach innen, einige nach außen. Beim teil-, hoch- und vollautomatisierten Fahren und bei autonomen Autos spielen vor allem Sensoren eine Rolle, mit deren Hilfe die Umgebung erfasst, untersucht und bewertet wird. Dazu gehören Ultraschallsensoren, Radar- und Lidarsysteme, Infrarotkameras und 2D- und 3D-Kameras. Weil sich diese Sensoren nach außen richten, kann man sie von außen auch physisch manipulieren. Dies ist eine Gefahr, die bisher nur wenig thematisiert wurde. Man bemerkte durchaus, dass Fahrzeuge sich optisch täuschen lassen, dass sie mit Signalen attackiert oder dass ihre Signale gestört werden können, ganz abgesehen von klassischen Hackingmethoden. Aber man vernachlässigte, was mit einfachen Mitteln möglich ist. Der Beitrag “Scheitert autonomes Fahren an manipulierten Sensoren?” von Oliver Bendel beleuchtet diese Gefahr. Er ist am 6. März 2018 in der ICTkommunikation erschienen und kann über ictk.ch/content/scheitert-autonomes-fahren-manipulierten-sensoren#content abgerufen werden.

Abb.: Sieht das Auto das, was es sehen soll?

Vom Duzen, Siezen und Euchzen (auch: Ihrzen)

“Heute wurde ich, wenn ich richtig gezählt habe, 6-mal geduzt. Ich bin 40 Jahre alt, sehe aus wie 42 und fühle mich wie 44. Es handelte sich nicht um Menschen und Automaten, mit denen ich mich genderungerecht verbrüdert oder cyborgmäßig vereinigt hätte. Und wir sind im deutschsprachigen Raum, wo man jahrzehntelang nicht ohne weiteres geduzt wurde. Seit kurzem wohne und arbeite ich wieder in der Schweiz, wo man sich viel und gerne duzt. Ich mag das, man kann Vertrautheit herstellen, auf einer Ebene kommunizieren. Vielleicht wird die Bedeutung des Duzens diesbezüglich übertrieben; aber angenehm ist es ohne jeden Zweifel. Trotzdem wurde ich, wenn ich heute 6-mal geduzt wurde, 4-mal zuviel geduzt. Mindestens.” So beginnt ein Artikel von Oliver Bendel, der vor zehn Jahren bei mediensprache.net veröffentlicht wurde, über www.mediensprache.net/de/essays/5/ … Wer noch weiter in die Vergangenheit reisen will, die einem hier und dort wie die Gegenwart erscheint, sei auf “Aus Grüßen und Kuscheln wird Gruscheln” verwiesen, erschienen 2007, erreichbar über www.mediensprache.net/de/essays/4/

Abb.: In der Schweiz wird gerne geduzt

Bill Gates euphorisch, Oliver Bendel skeptisch

Bill Gates ist euphorisch, Oliver Bendel skeptisch. Der Microsoft-Gründer fordert eine Robotersteuer. Der Roboterphilosoph begrüßt die Diskussion darüber, sieht aber mehr Nach- als Vorteile. Er wird in Edison mit den Worten zitiert: “Es ist nicht klar, was man genau besteuern soll, welche Systeme betroffen sind und um welche Arbeit es überhaupt geht.” (Edison, 1. März 2018) Bereits heute zeige sich: Die Tätigkeiten von Mensch und Maschine gehen fließend ineinander über. Die Robotersteuer ist – so wird es von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler erklärt – eine Ausprägung der Maschinensteuer, die man wiederum als Wertschöpfungsabgabe begreifen kann. “Die Idee ist, den Betrieb respektive die Arbeit von Robotern (allenfalls von Agenten) in der Produktion und in anderen Bereichen zu besteuern und die Gelder entweder dem System der Sozialversicherung oder bspw. dem Bildungswesen zuzuführen. Auch eine Kopplung an das bedingungslose Grundeinkommen wird vorgeschlagen. Zugleich ist die Frage, ob im Gegenzug die Arbeit von Menschen steuerlich entlastet werden soll.” (Gabler Wirtschaftslexikon) Der Artikel ist am 1. März 2018 in Edison erschienen, einem Magazin des Handelsblatts, und kann über edison.handelsblatt.com/ertraeumen/bill-gates-fordert-auch-roboter-sollen-steuern-zahlen/20997628.html abgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel bei einer Veranstaltung von Audi (Foto: Audi)

Schwerpunkt KI, Robotik und Maschinenethik

Die Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte widmet sich in ihrer Ausgabe 6-7/2018 der Künstlichen Intelligenz, der Robotik und der Maschinenethik. Die Beträge stammen u.a. von Prof. Dr. Rául Rojas und Thea Dorn (“Die können was! Aber können Roboter auch fühlen?”), Prof. Dr. Catrin Misselhorn (“Können und sollen Maschinen moralisch handeln?”) sowie Prof. Dr. Oliver Bendel (“Überlegungen zur Disziplin der Maschinenethik”). Aus Politik und Zeitgeschichte, die Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, wird von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben. “Sie veröffentlicht wissenschaftlich fundierte, allgemein verständliche Beiträge zu zeitgeschichtlichen und sozialwissenschaftlichen Themen sowie zu aktuellen politischen Fragen. Die Zeitschrift ist ein Forum kontroverser Diskussion, führt in komplexe Wissensgebiete ein und bietet eine ausgewogene Mischung aus grundsätzlichen und aktuellen Analysen.” (Website APuZ) Weitere Informationen und Zugriff auf die Beiträge über www.bpb.de/apuz/263673/kuenstliche-intelligenz.

Abb.: Titelseite der Zeitschrift

Social Bots und No-Billag-Initiative

Ein Team der Hochschule für Wirtschaft FHNW (Prof. Dr. Stefan Gürtler, Prof. Dr. Oliver Bendel, Dr. Elzbieta Pustulka und Matthias Binz) untersucht den Einfluss von Social Bots im Kontext der No-Billag-Initiative. Aus der Projektbeschreibung: “Soziale Medien gewinnen bei der öffentlichen Meinungsbildung an Bedeutung. Ebenso nimmt deren Beeinflussung durch technische Mittel zu. Verschiedene Untersuchungen haben das Ausmaß und das Gefahrenpotenzial von sogenannten Meinungsrobotern aufgezeigt, die … politische Diskussionen mit maschinell erzeugter Kommunikation überschwemmen. Eine freie Meinungsbildung ist unabdingbare Grundvoraussetzung für eine funktionierende demokratische Gesellschaft. Sie muss vor manipulativen Eingriffen geschützt werden. Ein erster Schritt zu ihrem Schutz ist die Erprobung eines algorithmischen Suchverfahrens, wie es bereits in anderen Ländern zur erfolgreichen Detektion von Meinungsrobotern eingesetzt wurde. Eine nächste Gelegenheit bietet die kontroverse Kommunikation rund um die No-Billag-Initiative.” Erste Ergebnisse der Untersuchung, die von einer Schweizer Stiftung finanziert wird, liegen ab März 2018 vor. Ein Bericht folgt im Sommer dieses Jahres.

Abb.: Ein Sendemast in den Bergen

Fluch oder Segen

Reader’s Digest ist eine international bekannte und verbreitete Zeitschrift. Sie enthält sowohl fremde als auch eigene Inhalte. Früher versammelte sie vor allem herausragende und nachgefragte Zeitschriftenartikel und Buchbeiträge. In der Dezemberausgabe von 2017 ist unter dem Titel “Fluch oder Segen?” ein Interview abgedruckt, das eine Kurzform eines Beitrags zur Künstlichen Intelligenz in der Zeitschrift National Geographic (7/2017) ist. Der Wirtschaftsinformatiker, Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel aus Zürich stand damals dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort, die von Hamburg in die Schweiz gereist waren. In der Langfassung gab es neben dem Interview eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundete den Beitrag ab. Die Fotos stammten von Elias Hassos. Der Beitrag aus der National Geographic kann hier heruntergeladen werden. Die Ausgabe des Reader’s Digest ist über alle bekannten Kanäle käuflich erwerbbar.

Abb.: Die Einstiegsseite zum Beitrag im Reader’s Digest

Smarte Maschinen

Die Konferenz “Smarte Maschinen im Einsatz – Künstliche Intelligenz in der Produktion” findet am 15. Mai 2018 am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart statt. Schirmherrin ist Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL (Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg). Aus der Ankündigung: “Smarte Maschinen werden die Welt verändern. Smart Factory, Smart Grid, Smart Transport, Smart Home, Smart Health, Smart City. Bei diesen Schlagworten geht es um weit mehr als um den Trend zu Digitalisierung, Industrie 4.0, Robotik oder das Internet der Dinge – es geht um das Eindringen von Künstlicher Intelligenz in alle Bereiche unseres Lebens.” (Website industrie.de) Die erste ganztägige Veranstaltung konzentriert sich auf “Künstliche Intelligenz in der Produktion”. Vortragende sind Dr. Ulrich Eberl (Buchautor “Smarte Maschinen”), Prof. Dr. Thomas Bauernhansl (Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA), Dr. Wieland Holfelder (Leiter Google-Entwicklungszentrum München), Prof. Dr. Torsten Kröger (Institutsleiter am Karlsruher Institut für Technologie), Dr. Michael May (Leiter Data Analytics & Artificial Intelligence bei Siemens Corporate Technology), Dr. Constanze Holzwarth (Managementberaterin) und Prof. Dr. Oliver Bendel (Informations- und Maschinenethiker). Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Nicht so smarte Maschinen

Wie Roboter Gefühle in uns auslösen

In Radio SRF 3 (Input) wurde am 28. Januar 2018 zwischen 20.00 bis 21.00 Uhr die Sendung “Wie Roboter Gefühle in uns auslösen” ausgestrahlt. “Immer mehr Roboter kommen in unser Leben. Schon jetzt mähen sie unsere Rasen und betreuen uns im Alter. Wie müssen Roboter sein, damit wir sie akzeptieren, sie sympathisch finden und Seite an Seite mit ihnen arbeiten und leben können? Input-Redaktorin Mariel Kreis will es herausfinden – anhand der Roboter-Robbe Paro für demente Menschen, den beiden humanoiden Robotern Sophia und Pepper. Und anhand ihres eigenen Staubsauger-Roboters Franz.” (Website Radio SRF 3) Im Gespräch war Mariel Kreis mit Prof. Dr. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, und Dr. Martina Mara, Roboterpsychologin aus Linz. Die Sendung kann über www.srf.ch/sendungen/input/wie-roboter-gefuehle-in-uns-ausloesen aufgerufen werden.

Abb.: Auch um Pepper geht es im Schweizer Radio

15.000 Tweets

Am 25. Januar 2018 wurde von @Infoethik der 15.000 Tweet abgesetzt. In der Kurzbeschreibung heißt es: “Tweets zu Informationsethik und Maschinenethik und zu Medien-, Technik-, Wirtschafts-, Politik-, Medizin- und Umweltethik sowie Religionskritik.” Es handelt sich um einen klassischen Kurznachrichtendienst, über den auf Artikel, Studien und Veranstaltungen hingewiesen wird. Die Tweets von Oliver Bendel haben einen strengen Aufbau: Auf den zitierten Titel folgt der Link zum Beitrag, darauf eine Zusammenfassung, die häufig ein weiteres Zitat enthält. In seltenen Fällen steht anstelle der Zusammenfassung ein Kommentar. Jeder Tweet wird verschlagwortet, i.d.R. mit Hashtags zu den Bereichsethiken (oder zur Disziplin der Maschinenethik). “Informationsethik” ist wie die Plattformen informationsethik.net und maschinenethik.net der philosophischen Ethik verpflichtet und eine Alternative zu religiösen und wirtschaftlichen Vereinnahmungen der Ethik. Diese finden nicht nur in Medien-, Wirtschaftsethik und Medizinethik statt, sondern zunehmend auch mit Blick auf die Informationsethik und die Maschinenethik. So finanzieren z.B. kirchliche Einrichtungen wissenschaftliche Tagungen zu Informations- und Technikethik sowie Maschinenethik und benutzen bzw. vermarkten sie für unwissenschaftliche Zwecke. Es gibt Hochschulen und Institute, die aus finanziellen oder ideologischen Gründen mit den Kirchen kooperieren.

Abb.: @Infoethik liefert Nachrichten zur Ethik

Gefühle gegenüber künstlichen Tieren

Paro wird in der Therapie eingesetzt, etwa um Dementen und Autisten zu helfen. Unter dem Fell hat der Roboter, der einer Babysattelrobbe nachempfunden ist, verschiedene Sensoren, mit denen er Helligkeit, Temperatur, Geräusche sowie Berührungen registrieren kann. Er ist ein erinnerungsfähiges und selbstlernendes System. Er dreht den Kopf in die Richtung eines Sprechenden und reagiert auf seinen Namen, den man ihm beigebracht hat. Warum und wie löst Paro Gefühle in uns aus? Dieser Frage geht SRF in seiner Sendung “Input KOMPAKT: Wie die Roboter-Robbe Gefühle in uns auslöst” vom 24. Januar 2018 nach. Zu Wort kommt auch der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel, der in Zürich lebt. Er beschäftigt sich aus ethischer Sicht intensiv mit Operations-, Therapie- und Pflegerobotern. Zu Pflegerobotern hat er im September 2017 zusammen mit der Daimler und Benz Stiftung eine Konferenz durchgeführt. Das Buch zur Konferenz erscheint im Sommer 2018 bei Springer.

Abb.: Gefühle gegenüber echten Tieren

Wird uns die künstliche Intelligenz überflügeln?

“Der Traum, gottgleich etwas zu schaffen, ist dem Menschen eigen. Schon in der menschlichen Ideengeschichte gab es immer beides: Utopie und Dystopie. Mit Hilfe von Computern … ist es gelungen, eine künstliche Intelligenz zu kreieren, die uns nicht nur beim Go oder Pokern schlägt oder als Sprachassistentin behilflich ist.” Die Debatte um KI-gesteuerte Waffen, menschenähnliche Roboter oder selbstfahrende Autos zeige, “dass hier auch neue grundlegende ethische Fragen aufgeworfen werden”. “Die Sendung will Fakten und Einsichten zum Thema liefern.” (Website MDR Kultur) So MDR Kultur in der Ankündigung der Sendung “Auslaufmodell Mensch – wird uns die künstliche Intelligenz überflügeln?” vom 24. Januar 2018. Zu Wort kam am Ende der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Die einzelnen Beiträge können über die Website des MDR aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel am Campus Brugg-Windisch (Foto: Dominik Büttner)