Kategorie: Diskussionen

Robots in Public Spaces

There are more and more service robots in “open” spaces, safety and surveillance robots, transport and delivery robots, information and navigation robots and entertainment and toy robots. They are on their way in places that many of us share, and that are public. This poses various challenges. The article “Service Robots in Public Spaces: Ethical and Sociological Considerations” by Prof. Dr. Oliver Bendel (School of Business, University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland FHNW) addresses these challenges – from the moral and social points of view – and proposes solutions, among other things on the ethical, technical and organizational level, as well as offering assistance for roboticists and for legislative and political instances. The article was published in Telepolis (25 June 2017). It is Oliver Bendel’s twelfth contribution since 2008 in Germany’s oldest online magazine (founded in 1996).

Fig.: The K5 robot can be seen in Stanford

Autonome Autos bei der Industriewoche 2017

“Experten sind sich einig. Das Auto der Zukunft wird elektrisch und selbstfahrend sein. Aber zuvor müssen noch wichtige ethische Fragen geklärt werden. Wie soll das Auto entscheiden, wenn ein Unfall mit Personenschaden nicht vermeidbar ist? Hierzu tagt eine vom Bundesverkehrsminister eingesetzte Ethikkommission.” So heißt es auf der Website der sogenannten Industriewoche 2017. Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, meint in ihrem Grußwort: “Mit der Industriewoche 2017 wollen wir zeigen: Industrie berührt jeden von uns und sie ist vielfältig.” (Website der Industriewoche 2017) Dr. Thomas Meyer, Geschäftsführer des KIT-Zentrums für Mobilitätssysteme, diskutiert mit Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Kurt Möser vom KIT. Die Veranstaltung findet am 20. Juni 2017 im Auditorium des TECHNOSEUM statt. “Das TECHNOSEUM ist eines der großen Technikmuseen in Deutschland. Die Ausstellung zeigt 200 Jahre Technik- und Sozialgeschichte. Sie steht mit ihren Experimentierstationen zu Naturwissenschaft und Technik für experimentelles Begreifen mit Spaß und Staunen.” (Website TECHNOSEUM) Weitere Informationen über www.industriewoche-bw.de und www.technoseum.de.

Abb.: Elektrisch und selbstfahrend – die Zukunft?

Roboter in der Küche

Zu Robotern in der Küche hat Evelyn Steinbach ein Interview mit Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) geführt. Eine Frage war, welchen Einfluss Roboter in der Küche auf unser Verhalten haben werden. Die Antwort: “In der Küche werden sich neben spezialisierten Automaten vor allem generalistische Roboter finden, die den Kooperations- und Kollaborationsrobotern in der Produktion ähneln. Sie nehmen uns anstrengende oder ungeliebte Tätigkeiten ab. Sie können ein Gericht alleine oder mit uns zusammen zubereiten. Sie verändern unser Verhalten, wenn wir mit ihnen zusammenarbeiten. Wir stellen uns auf sie ein, passen uns an sie an. Umgekehrt passiert das ebenso, und wir können die Roboter so trainieren, dass sie etwas wie wir zubereiten, mit den gleichen Stoffen und Kniffen. Am Ende werden wir den Maschinen ähnlicher und die Maschinen uns.” Aus dem Interview ist im Mai 2017 ein Artikel mit dem Titel “Gesünder essen mit dem Robo-Koch?” entstanden, mit dem einen oder anderen Statement von Oliver Bendel und Stefan Hilgers (Leiter Internationales Produktmanagement Thermomix bei Vorwerk).

Abb.: Maschinen werden in der Küche schon lange eingesetzt

Wann werden die Roboter übernehmen?

“Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi ist das führende Elternmagazin der Schweiz. Es wird seit 2001 von der gemeinnützigen Stiftung Elternsein herausgegeben. Das Magazin hat eine beglaubigte Auflage von knapp 102.000 Exemplaren und erscheint zehn Mal im Jahr. 2014 wurde Fritz+Fränzi zum besten Fachmagazin des Jahres gewählt.” Mit diesen Worten stellt sich das Magazin auf seiner Website vor. In der Mai-Ausgabe des Jahres 2017  finden sich Beiträge zu Robotern im Arbeitsleben (“Wann übernehmen die Roboter?”) mit Aussagen des Informations- und Maschinenethikers Oliver Bendel sowie ein zweiseitiges Interview mit ihm (“Langfristige Verträge und feste Arbeitsplätze werden verschwinden”). Oliver Bendel ist der Meinung, dass im Zuge der Automatisierung und Robotisierung der Bedarf an menschlicher Arbeit stark abnehmen wird. Es kommt darauf an, die Gewinne, die nach wie vor erzielt werden, gerecht zu verteilen, und ein neues Verhältnis zur Arbeit zu entwickeln. Man muss nicht die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, mit der man in keiner Beziehung ist, zugunsten eines Produkts oder einer Dienstleistung, zu der man kein Verhältnis hat. Es genügt, die Hälfte der Zeit zu arbeiten, wenn man eine Grundsicherung ohne Bedingung erhält. Wichtig ist es, sich in Aus- und Weiterbildung breit aufzustellen. Das Interview kann auf den Seiten 18 bis 20 nachgelesen werden.

Abb.: Im Schwimmbad haben die Roboter bereits übernommen

Lass uns spielen!

Gamification ist, so Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Gabler, die Übertragung von spieltypischen Elementen und Vorgängen in spielfremde Zusammenhänge. Alternative Begriffe im deutschsprachigen Raum seien “Gamifizierung” und “Spielifizierung”, Ziele Motivationssteigerung und Verhaltensänderung bei Anwenderinnen und Anwendern. Zu den spieltypischen Elementen gehörten Beschreibungen (Ziele, Beteiligte, Regeln, Möglichkeiten), Punkte, Preise und Vergleiche. Zu den spieltypischen Vorgängen zählten die Bewältigung von Aufgaben durch individuelle oder kollaborative Leistungen. Die Luzerner Zeitung hat ein Interview mit Oliver Bendel zu Gamification geführt. Aussagen von ihm sind in dem Artikel “Lass uns spielen!” enthalten, der am 2. Mai 2017 erschienen ist und mit freundlicher Genehmigung der Zeitung hier heruntergeladen werden kann. Im Teaser schreibt Andreas Lorenz-Meyer: “Unternehmen arbeiten mit Gamification-Elementen. Solche spielerischen Instrumente sollen die Kunden motivieren und binden. Probleme mit dem Datenschutz kann es aber auch geben. Zum Beispiel im Gesundheitsbereich, wo es um sensible Daten geht.” (Luzerner Zeitung, 2. Mai 2017) In diesem Zusammenhang wird auch die informationelle Autonomie berührt, mit der sich die Informationsethik befasst.

Abb.: Manche Menschen spielen gerne

Bots, Hate, Fake

Vom 2. bis 4. Mai 2017 finden die “Medientage Mitteldeutschland” statt. “Bots, Hate, Fake: Werte und Grenzen in der Kommunikation” lautet der Titel einer Podiumsdiskussion am 3. Mai. Es moderiert Vera Linß, auf dem Podium sitzt Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen), live zugeschaltet ist Oliver Bendel (Fachhochschule Nordwestschweiz). Über Social Bots und Fake News soll der Wahlkampf in verschiedenen Ländern, so die Website, “vorsätzlich in eine bestimmte Richtung gelenkt worden sein” (Website Medientage Mitteldeutschland). “Und auch in Deutschland gibt es Sorge, dass der Wahlkampf so beeinflusst werden könnte. Die Landesregierungen von Hessen, Bayern und Sachsen-Anhalt werben für einen Gesetzentwurf, der ‘manipulativer Kommunikation im Internet’ auf strafrechtlicher Ebene begegnen soll. Kritiker des Entwurfs bemängeln, dass eine deutsche Gesetzesinitiative zwar hierzulande greifen könnte, bei Aktivitäten aus dem Ausland allerdings keine Handhabe biete.“ (Website Medientage Mitteldeutschland) Ein Ansatz der Grünen fordere, so die Website, kein Verbot von Bots, sondern eine Anzeigepflicht bei deren Verwendung. Auch Oliver Bendel kann sich eine Anzeigepflicht vorstellen. Zudem schlägt er vor, dass Social Bots und Chatbots ihre Ziele, Methoden und Quellen benennen müssen. Weitere Informationen über www.medientage-mitteldeutschland.de.

Abb.: Ist die Nachahmung einer Vogelscheuche eine Fake?

Künstliche Intelligenz bei der Deutschen Telekom

“We love AI” nennt sich ein neues Angebot der Deutschen Telekom im World Wide Web, das sich ganz der Künstlichen Intelligenz widmet. Jan Hofmann begrüßt die Besucher: “Wir sind überzeugt, dass künstliche Intelligenz nicht nur den Kundenservice verändern wird, sondern unsere gesamte Industrie – jede Industrie, unsere Gesellschaft und unser tägliches Leben.” (Website We love AI) Eines der ersten Interviews wurde mit dem Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel geführt. Er untersucht die Möglichkeit maschineller Moral und baut einfache moralische Maschinen als Artefakte, die er dann wiederum untersucht. Zu seinem neuesten Projekt innerhalb der Maschinenethik, das einen tierfreundlichen Saugroboter namens LADYBIRD zum Ziel hat, sagt er: “Mir geht es um das Prinzip. Mir geht es darum, zu zeigen, dass solche tierfreundlichen Maschinen möglich sind. Dass man zum Beispiel Entscheidungsbäume benutzen kann, um solche Maschinen zu bauen. In diese Entscheidungsbäume kann man moralische Begründungen einbeziehen. Das mit Ladybird ist ein sehr anschauliches Beispiel. Wir bauen eine Maschine, die bestimmte Farbsensoren hat, die über Muster- und Bilderkennung verfügt und tatsächlich den Marienkäfer erkennt und verschont. Ich will das Prinzip verdeutlichen: Es ist möglich, eine Maschine zu bauen, die bestimmten ethischen Modellen und moralischen Regeln folgt.” Das ganze Interview kann über www.we-love.ai/de/blog/post/Interview-OliverBendel.html aufgerufen werden.

Abb.: Die Telekom liebt KI

We are not alone

Die Delegation von connectUS wurde am 14. April 2017 durch das MIT Media Lab geführt. Man erfuhr, wie mit Hilfe von Simulationen Städte geplant werden, und bestaunte autonome Fahrräder (ausgeführt als Dreiräder), die eines Tages, so der Wunsch der Entwickler, auf Befehl zu den Benutzern kommen sollen, wo immer diese sich aufhalten. Zusätzlich zu den herren- und damenlosen Velos an Häusern und Plätzen gibt es also zukünftig Geisterfahrräder in den Straßen, was den einen oder anderen aus Sicherheitsgründen beunruhigen mag. Am Abend ging es zum Cambridge Science Festival. “The Cambridge Science Festival and its year-round initiative Science on the Street aims to make science, technology, engineering, art, and mathematics accessible to all and – most importantly – fun!” (Website Festival) Die Frage des Abends im Sanders-Theater lautete: “Are we alone?”, der Auftrag: “exploring the possibility of other intelligent life in the universe”. Ehrengast war Frank Drake, Emeritus Professor of Astronomy and Astrophysics, University of California at Santa Cruz, Mitglied des Board of Trustees des SETI Institute. Es diskutierten Sara Seager, Dimitar Sasselov, Jack Szostak, Lori Marino, Seth Shostak und Martine Rothblatt. Am Ende war das Publikum, das anfangs die Frage bei einer Abstimmung sehr unterschiedlich beantwortet hatte, einer Meinung: Wir sind nicht allein. Das wusste freilich schon Demokrit, aber zu der Brillanz des Vorsokratikers gesellte sich die Intelligenz moderner Denkerinnen und Denker.

Abb.: We are not alone

Schöne neue Welt

Mehrere Veranstaltungen und Reihen werden im Rahmen der Digital-Society-Initiative an der Universität Zürich beworben. “History, Law, Media. Hybridwesen als mediales Phänomen und rechtliches Problem”, eine Ringvorlesung im Frühjahrssemester 2017 der Universitäten Basel und Zürich, ist bald abgeschlossen. Es locken aber noch Vorträge u.a. von Dr. Kate Darling zu “Wall-E” und von Prof. Dr. Mireille Hildebrand zu “Real Humans”. Am 2. Mai 2017 findet der Gastvortrag von Prof. Dr. Oliver Bendel mit dem Titel “Ethische Fragen an der Schnittstelle von physischem und virtuellem Raum” statt, im Rahmen der Vorlesung “Interaktion im virtuellen und physischen Raum” von Prof. Dr. Christa Dürscheid (Deutsches Seminar, UZH). Er nimmt die Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine Reise mit nach San Francisco und London und sowohl die Perspektive der Informationsethik als auch der Maschinenethik ein, bestehende und zukünftige Roboter diskutierend und skizzierend. Angekündigt ist zudem “ZuMUN 2017: Brave New World – The Political and Socio-Economic Implications of the Digital Revolution” vom 4. bis 7. Mai 2017. “ZuMUN 2017 is a Model United Nations Conference and simulation of the United Nations, its committees and sub-bodies.” (Website Universität Zürich) Weitere Informationen über www.dsi.uzh.ch/de/activities.html.

Abb.: Figuren aus dem 3D-Drucker

Heidelberger Symposium zur Verantwortung

Das 29. Heidelberger Symposium vom 11. bis zum 13. Mai 2017 trägt den Titel “verAntworten”. Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann übernommen. Nach der Eröffnungsrede von Christian Wulff (Bundespräsident a.D.) gibt es Vorträge u.a. von Hansjörg Geiger (ehem. Präsident Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Bundesministerin der Justiz a.D.), Norbert Junkers (Max-Planck-Institut für Radioastronomie), Hans Markowitsch (Universität Bielefeld) und Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW). Die Veranstaltung wird ausgerichtet vom Heidelberger Club für Wirtschaft und Kultur. Dieser “ist eine unabhängige, überparteiliche und fachübergreifende Studenteninitiative, die 1988 mit dem Ziel gegründet wurde, die Ausbildung an den Universitäten durch Praxisbezug und interdisziplinären Austausch zu ergänzen” (Website Symposium). “Zu diesem Zweck organisiert der Club jährlich ein mehrtägiges Forum zu einem aktuellen Thema von gesellschaftlicher Relevanz. In seinem 28-jährigen Bestehen hat sich das Symposium zu einem festen Bestandteil des akademischen Lebens der Stadt Heidelberg etabliert und leistet damit einen bedeutenden Beitrag zu einer lebendigen Universitätskultur.” (Website Symposium) Weitere Informationen über heidelberger-symposium.de.

Abb.: An einer Brücke in Heidelberg

Patientenverfügung zum Einsatz von Robotern

Es gibt unzählige Formulare für Patientenverfügungen. Allein für die Schweiz führt Kassensturz fünfzehn Organisationen mit eigenen Vorschlägen an. Die Übersichtstabelle kann bei SRF heruntergeladen werden. In der Regel fehlt ein Bezug zum Einsatz von Operations-, Pflege- und Therapierobotern. Dabei sind Operationsroboter weltweit im Einsatz, und Therapieroboter kennt man nicht nur in Japan, sondern auch in Deutschland und in der Schweiz. Offensichtlich müssen die Patienten damit klarkommen, ob sie wollen oder nicht. Gerade bei Therapierobotern wird es zwangsläufig Personen treffen, die urteilsunfähig sind. Bei Operationsrobotern wird dies seltener der Fall sein, wobei in der Zukunft sicherlich eine Ausweitung stattfindet und damit auch hier eine Patientenverfügung sinnvoll ist. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker, hat eine ergänzende Patientenverfügung entwickelt, die als Diskussionsbeitrag zu verstehen ist. Er ist der Meinung, dass Operationsroboter gute Dienste leisten und Pflegeroboter, die im Moment als Prototypen vorliegen, Pfleger entlasten und Patienten helfen können. Persönlich lehnt er einen Therapieroboter wie Paro ab, auch wenn dieser positive Effekte hervorbringen kann. Jeder sollte so wichtige Entscheidungen zum eigenen Leben zur richtigen Zeit treffen. Zur rechtlichen Verbindlichkeit in diesem Kontext bestehen noch keine Erkenntnisse. Das Formular kann hier bezogen werden. Hinweise werden über informationsethik@gmx.net entgegengenommen.

Abb.: Hier operiert der Arzt noch ohne Roboter

Der Roboter im Recht

Anfang des Jahres war im Europäischen Parlament der Bericht “Civil Law Rules on Robotics” vorgelegt und die Regulierung von Künstlicher Intelligenz und Robotik gefordert worden. Am 23. Februar 2017 fragte sich Zündfunk (Bayern 2) deshalb: “Welche Gesetze brauchen Roboter?” Gregor Schmalzried hatte bereits am Morgen den Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW zum Thema befragt, der das Dokument im Detail kannte, weil er es im vergangenen Jahr für einen Abgeordneten in Brüssel kommentiert hatte. Auch der Informatiker Matthias Althoff von der Technischen Universität München kam zu Wort. Der Beitrag stieg ein mit dem Vorschlag von Bill Gates, eine Robotersteuer einzuführen (wozu Oliver Bendel wiederholt seine Meinung geäußert hatte, auch im Deutschen Bundestag), und es wurde aus dem genannten Bericht zitiert. Matthias Althoff nahm Stellung zur elektronischen Person, die er im Moment für Science-Fiction hält, Oliver Bendel zu den Robotergesetzen von Asimov, darauf hinweisend, dass diese für die Fiktionalität, nicht die Realität entwickelt wurden. Die Sendung kann über www.br.de/radio/bayern2 nachgehört werden.

Abb.: Wo muss man den Einsatz von Robotern regulieren?

Machinery and Jealousy

PlayGround is a Spanish online magazine, founded in 2008, with a focus on culture, future and food. Astrid Otal asked the ethicist Oliver Bendel about the conference in London (“Love and Sex with Robots”) and in general about sex robots and love dolls. One issue was: “In love, a person can suffer. But in this case, can robots make us suffer sentimentally?” The reply to it: “Of course, they can make us suffer. By means of their body, body parts and limbs, and by means of their language capabilities. They can hurt us, they can kill us. They can offend us by using certain words and by telling the truth or the untruth. In my contribution for the conference proceedings, I ask this question: It is possible to be unfaithful to the human love partner with a sex robot, and can a man or a woman be jealous because of the robot’s other love affairs? We can imagine how suffering can emerge in this context … But robots can also make us happy. Some years ago, we developed the GOODBOT, a chatbot which can detect problems of the user and escalate on several levels. On the highest level, it hands over an emergency number. It knows its limits.” Some statements of the interview have been incorporated in the article “Última parada: después del sexo con autómatas, casarse con un Robot” (February 11, 2017) which is available via www.playgroundmag.net/futuro/sexo-robots-matrimonio-legal-2050-realdolls_0_1918608121.html.

Fig.: Is the bitch a robot or not?

About Sex Robots and Love Dolls

Inverse is an American online magazine, launched by Dave Nemetz, co-founder of Bleacher Report. It is based in San Francisco, California. According to the New York Observer, Inverse “aims to capture the millennial dude market with quirky takes on subjects like tech, games (video and board) and space” (Observer, October 20, 2015). Gabe Bergado asked the ethicist Oliver Bendel about sex robots and love dolls. One issue was: “Why are more companies and people becoming more interested in sex robots?” The reply to it: “Companies want to earn money. But I don’t think that this is a big market. Sex robots will remain a niche product. But, of course, sex toys are popular, und together with virtual and mixed reality, this could be the biggest thing next year. Some people and media are sensation-seeking. That’s why they are interested in sex robots and in men and women who fall in love with machines.” Another question was: “How should governments be reacting to the development of sex robots? Should there be regulations?” The answer is short and clear again: “Sex robots will remain a niche product, and I don’t think there will be many needs for regulation. Adults can do whatever they want to do, provided that they do not affect or disturb others in extreme ways. But I’m against child-like robots in brothels. Perhaps this should be banned.” The ethicist concluded with respect to sex robots: “It is interesting for a philosopher to research them and our relationship with them.” The final version of the interview was published in the article “Sex Robots Can’t Automate Emotional Intimacy” (January 28, 2017) which is available via www.inverse.com/article/27001-sex-robots-virtual-reality-engineering-oliver-mendel-interview.

Fig.: This could be a love doll

Die Macht der Meinungsroboter

Der Artikel “So erkennen Sie Meinungsroboter” von Teresa Sickert widmet sich dem Phänomen der Social Bots. “Social Bots sind Programme, die in sozialen Netzwerken menschliche Nutzer simulieren – etwa zur politischen Stimmungsmache. Das klappt mal mehr und mal weniger gut. Diese Tipps helfen, Bots zu entlarven.” (Spiegel Online, 19. Januar 2017) Und weiter: “Meinungsroboter haben ein Imageproblem. Seit dem US-Wahlkampf wird lebhaft über sogenannte Social Bots diskutiert, über Accounts, die nur so wirken, als stecke ein menschlicher Nutzer dahinter. Auf Plattformen wie Twitter tweeten, liken und retweeten mittlerweile ganze Netze von automatisierten Accounts.” (Spiegel Online, 19. Januar 2017) Zitiert wird mehrmals Oliver Bendel, der sich als Maschinenethiker mit guten und bösen Chatbots befasst und solche auch baut. 2013 ist der GOODBOT entstanden, 2016 der LÜGENBOT. Diesen rechnet er zu den Münchhausen-Maschinen. Am Rande befasst er sich mit Vervielfältigungs- und Meinungsmaschinen wie den Social Bots. Bei einem Vortrag an der Universität Zürich Ende 2016 hat er deren Chancen und Risiken skizziert. Der Artikel ist abrufbar über www.spiegel.de/netzwelt/web/social-bots-entlarven-so-erkennen-sie-meinungsroboter-a-1129539.html.

Abb.: Die Bots lachen sich tot

Einblicke in aktuelle Praxisfelder der Ethik

Im Rahmen der Ringvorlesung “Angewandte Ethik – Transdisziplinäre Einblicke in aktuelle Praxisfelder der Ethik” fanden seit 11. Oktober 2016 an der Hochschule Konstanz bereits einige Vorträge statt. Prof. Dr. Regine Kather (Philosophisches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) berichtete am 22. November 2016 “Von der Würde des Menschen und der Würde der Kreatur” und entwickelte “Grundprinzipien einer integrativen Bioethik”, PD Dr. Claudia Pawlenka (Philosophisches Institut, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) ging am 20. Dezember auf “Ethische Fragen im Sport” ein und konkret auf “Perfektionierung und Kommodifizierung des Menschen”. Der Vortrag von PD Dr. Joachim Boldt (Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) trug den Titel “Künstliches Leben – Perspektiven der synthetischen Biologie” (10. Januar 2017). Prof. Dr. Oliver Bendel (Institut für Wirtschaftsinformatik, Hochschule für Wirtschaft FHNW) spricht am 17. Januar über “Die Moral in der Maschine – Maschinenethik”. Zudem geht er kurz auf die Informationsethik und die Roboterethik ein und auf die Vorschläge des Europäischen Parlaments und des IEEE zur Regelung von Robotik und KI. Weitere Informationen über www.htwg-konstanz.de.

Abb.: Von künstlichem Leben und natürlicher Technik

Generation Z im Roman

Vor zehn Jahren – also im Jahre 2007 – ist “Nachrückende Generationen” von Oliver Bendel im Leipziger Literaturverlag (Edition ERATA) erschienen. Sozusagen ein Roman über die Generation Y, fast schon die Generation Z. Es tauchen darin moderne Phänomene auf, die auch in der Informationsethik behandelt werden, etwa Cyber- und Telefonsex. Der Roman wird dabei an keiner Stelle moralisch, so wie auch die Ethik nicht moralisch werden sollte, außer wenn man aus ihr heraus zur Diskussion anregen und deshalb Position beziehen will. Aus dem Klappentext: “Nelli ist 14. Sie und ihre Freundin Sara gehen ins Café, ins Kino, klauen in einer Boutique. Sie haben Cyber- und Telefonsex, langweilen sich auf Partys und begehen beinahe einen Raubüberfall auf offener Straße. Als Nelli den gleichaltrigen Robert kennenlernt, spürt sie so etwas wie Glück – aber zur gleichen Zeit entgleitet ihr das Leben. Sie und Sara verabreden sich im Chat mit einem Mann, der sie zu Hause fast vergewaltigt. Als Nelli schließlich Robert Gewalt antut, scheint dies für beide das Ende zu sein. Und doch geht es irgendwie weiter, ganz anders, als man vermutet.” Das Buch ist als Printausgabe vergriffen, kann aber als E-Book über alle bekannten Kanäle bezogen werden.

Abb.: Der gesamte Umschlag des gedruckten Romans

Space-X und Kill Switch

Das private US-Raumfahrt-Unternehmen Space-X will erneut eine Rakete ins All schießen. So beginnt die Beschreibung eines Podcasts auf SRF4 vom 13. Januar 2017. “Dies nachdem vor 4 Monaten eine Transport-Rakete von Space-X in Flammen aufging. Beim neuen Versuch sind Satelliten im Wert von über 3 Milliarden Dollar an Bord.” (Website SRF4) Der Podcast wird eröffnet mit Statements von Oliver Bendel zu einem Papier, das im Europäischen Parlament vorgestellt wurde und die Regulierung von Robotern und KI-Systemen zum Ziel hat. Das Papier hatte der Wirtschaftsinformatiker, Maschinenethiker und Informationsethiker im Sommer 2016 auf Wunsch eines Abgeordneten des Europäischen Parlaments diskutiert und kommentiert. Oliver Bendel wurde in einem Live-Interview am Morgen von Hans Ineichen befragt, u.a. zur Frage der Haftung und Verantwortung bei einem Unfall mit einem selbstfahrenden Auto und zu dem sogenannten “kill switch”, einem Schalter, mit dem man die Maschine im Notfall abschalten kann. Einige der Aussagen wurden in den Podcast aufgenommen. Dieser kann über www.srf.ch/sendungen/4×4/neue-hoffnung-bei-space-x heruntergeladen werden. Neben Space-X und Roboterrecht und -moral sind noch Fake-News bei Facebook ein Thema.

Abb.: Space-X

Regeln für Roboter

“EU plant erstmals Regeln für Roboter” – so der Titel eines Beitrags auf EurActiv von Daniel Mützel vom 10. Januar 2017. Im Teaser heißt es: “Am Donnerstag entscheidet der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments über einen Resolutionsentwurf, der den Einsatz ziviler Roboter reglementieren soll. Der Text könnte die Grundlage für die ersten europäischen Robotergesetze werden.” (Website EurActiv) Bereits im Sommer 2016 hat Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW auf Bitte eines Abgeordneten den Entwurf in seiner damaligen Fassung im Detail kommentiert. In seiner Zusammenfassung schrieb er: “Die Robotertypen sind sehr unterschiedlich und müssen auseinandergehalten werden. Im Speziellen vermisse ich auch die Unterscheidung zwischen Hardware- und Softwarerobotern. Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen dem, was bereits der Fall ist, und dem, was vielleicht oder wahrscheinlich der Fall sein wird. Bewusstsein bei Robotern halte ich für Science-Fiction.” Für den Artikel wurden Oliver Bendel und Eric Hilgendorf von der Universität Würzburg, Experte für Roboterrecht, zu den Auswirkungen des Einsatzes von Industrie- und Servicerobotern befragt. Er kann über www.euractiv.de/section/innovation/news/eu-plant-erstmals-regeln-fuer-roboter aufgerufen werden.

Abb.: Welche Regeln sollen für Roboter gelten?

Brandolinis Gesetz

“Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Zehnerpotenz mehr Energie als dessen Produktion.” So besagt es nach der SonntagsZeitung das “Bullshit-Asymmetrie-Gesetz”, das nach dessen Erfinder, dem italienischen Informatiker Alberto Brandolini, auch “Brandolini-Gesetz” genannt wird. “Kurz: Fake-News sind kaum totzukriegen.” (SonntagsZeitung, 1. Januar 2017) Der Artikel von Joachim Laukenmann vom 1. Januar 2017 widmet sich diesem Phänomen. “Viele Wissenschaftler haben schon unliebsame Bekanntschaft mit Brandolinis Gesetz gemacht. Vom längst widerlegten Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus über die Verharmlosung der Gesundheitsgefährdung von Softdrinks bis zu fadenscheinigen Argumenten gegen den vom Mensch gemachten Klimawandel kursieren Irrtümer hartnäckig im Netz. Teils imitieren die Kreateure der Fake-News sogar Fachzeitschriften.” (SonntagsZeitung, 1. Januar 2017) Zu Wort kommen u.a. Sophie Mützel, Soziologin und Medienexpertin an der Universität Luzern, Reto Knutti, Klimaforscher an der ETH Zürich, und Oliver Bendel, Technikphilosoph an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Der Artikel kann mit freundlicher Genehmigung des Verlags und des Autors hier heruntergeladen werden.

Abb.: Der Klimawandel ist Realität