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Coop will Käse deklarieren

An einem Fraunhofer-Institut wurde von Oliver Bendel vor über 15 Jahren „Das gläserne Produkt“ konzipiert. Es wird in seinem Buch „Die Rache der Nerds“ beschrieben: „Der Kunde interessiert sich im Tante-Emma-Laden oder im Supermarkt für ein bestimmtes Produkt. Er scannt mit dem Handy eine ID auf der Verpackung ein. Die ID wird mit einem persönlichen Profil gematcht, das auf dem Handy oder einem Server liegt. Auf dem Display wird eine Empfehlung angezeigt, etwa mithilfe eines Ampelsy­stems. Der Kunde weiß sofort, ob sich das Produkt für ihn eignet (grün) oder nicht (rot). Oder ob er sich anderweitig informieren sollte (gelb).“ Neben Vegetariern stellte man sich Allergiker und Diabetiker als Zielgruppen vor. Inzwischen hat sich viel getan. Es gibt Informationssysteme und Deklarationsfortschritte. In vielen Ländern wird z.B. Käse, der mit mikrobiellem Lab hergestellt wird, oftmals direkt auf der Verpackung als vegetarisch gekennzeichnet. In der Schweiz haben sich Coop und Migros bisher geweigert, das zu tun bzw. die Produzenten dazu anzuhalten. Oliver Bendel hat darauf immer wieder kritisch hingewiesen. In einem Telefonat hat ihm nun Philip Wyss, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsleitung von Coop, einen Austausch der Verpackungen zugesichert. In den nächsten Monaten und Jahren werde ein entsprechender Vermerk aufgenommen. Damit kann man sich als Vegetarier künftig auch in der Schweiz vor Ort informieren und muss sich nicht auf veraltete Listen verlassen und sich auf eine oft erfolglose Suche in den je nach Standort unterschiedlich bestückten Regalen begeben. Dabei muss man noch nicht einmal mobile Dienste bemühen.

Abb.: Dies könnte vegetarischer Käse sein