Neue Themenplattform zur Ethik

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Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) hat eine „Themenplattform Ethik“ aufgesetzt, die über www.satw.ch/organisation/tpf zu erreichen ist. Auf der Website heißt es zur grundsätzlichen Motivation: „Die SATW befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen den technischen Wissenschaften, der Gesellschaft und der Umwelt. Es ist ihre Aufgabe, durch sachliche Informationen Ängste und Unsicherheiten in der Gesellschaft abzubauen und durch eine Erörterung von Chancen und Risiken von neuen Technologien einen Beitrag zu einer breiten, ethischen Diskussion zu leisten.“ Es werden zwei allgemeine Ziele formuliert: Zum einen sollen die Auszubildenden im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich über Kenntnisse in Ethik verfügen, zum anderen die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik „für ethisches Handeln“ sensibilisiert werden. Die Leitung obliegt Dr. Tony Kaiser, der bei der ALSTOM (Schweiz) AG „verantwortlich für die langfristigen Technologieprogramme im Kraftwerksbereich“ (Website ETHZ) ist.

Update vom 5.11.2014: Die Plattform scheint nicht mehr zu existieren. Der Link wurde deaktiviert.

Die Moral der Maschinen

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„Ein schöner Tag im Sommer 2015. Der New Autonomous Car, kurz NAC genannt, fährt die Strasse am Fluss entlang. Mit seiner elegant geschwungenen Schnauze, die fast ein Schnabel ist, ist er ein Augenschmaus. Die Ente am gegenüberliegenden Ufer wirkt aufgeregt. Am nicht vorhandenen Steuer sitzt die junge Nobelpreisträgerin Kim. Ein bisschen schneller, sagt sie zu NAC, der das als Eingriff in seine Autonomie empfindet. Beleidigt erhöht er trotzdem das Tempo.“ So fängt eine Geschichte an, die einen Artikel von Oliver Bendel zur Maschinenethik einleitet. Die Maschinenethik hat die Moral von Maschinen zum Gegenstand, etwa von Agenten, Robotern und Drohnen und überhaupt von autonomen Systemen. Sie kann als Teilbereichsethik innerhalb von Informationsethik und Technikethik eingeordnet werden. Am Ende (bzw. am Anfang) muss jemand sterben. Wer das ist und was dazu führt, ist seit dem 24. Oktober 2012 in der Schweizer Online-Zeitschrift inside-it.ch nachzulesen.

Der Deutsche Ethikrat im Gabler Wirtschaftslexikon

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Der Deutsche Ethikrat hat seit 16. Oktober 2012 einen Eintrag im Gabler Wirtschaftslexikon. Die Kurzerklärung lautet: „Der Deutsche Ethikrat widmet sich u.a. moralischen, gesellschaftlichen, medizinischen und rechtlichen Fragen sowie nach eigener Aussage den voraussichtlichen Folgen für Individuum und Gesellschaft, die sich insbesondere auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften und ihrer Anwendung auf den Menschen ergeben.“ Es folgen eine längere allgemeine Erklärung, Angaben zu Ursprung und Geschichte und zu Zusammensetzung und Ansatz. Es wird deutlich gemacht, dass man sich im Ethikrat nicht nur auf eine wissenschaftliche, philosophische Ethik, sondern auch eine theonome Ethik beruft. Insofern verlässt man immer wieder das System der rationalen Begründungen. Der Beitrag von Oliver Bendel ist direkt über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/deutscher-ethikrat.html abrufbar. Er wurde dem Sachgebiet „Grundlagen der Wirtschaftsethik“ zugewiesen. Für das Gabler Wirtschaftslexikon schreiben nach eigenen Angaben über „150 Experten aus Wissenschaft und Praxis“. Mehr als „25.000 Stichwörter stehen kostenlos“ bereit.

Informationsethik auf der Frankfurter Buchmesse

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Auf der Frankfurter Buchmesse stellt Oliver Bendel sein neues Buch „Die Rache der Nerds“ vor und spricht in drei Kurzreferaten informationsethische Fragen an. Interessierte finden sich am Samstag, 13. Oktober 2012 am UVK-Stand (Halle 3.1, B 184) ein. Um 11 Uhr geht es darum, was Informationsethik überhaupt ist. Um 13 Uhr um Netiquetten, Leitlinien und Kodizes. Und um 15 Uhr um den Matthäus-Effekt im Web und Web 2.0. Das Buch „Die Rache der Nerds“ enthält eine Einführung in die Informationsethik und auf diese bezogene Gedanken und Geschichten. Es ist kein Lehrbuch, mehr ein Lesebuch. Man muss sich auf die persönliche Perspektive des Autors einlassen. Und darauf, dass viele Fragen gestellt und nur wenige Antworten gegeben werden. Manche Gedanken und Geschichten stammen – dies wird in der Einführung erklärt – aus dem privaten Blog von Oliver Bendel. Ohne dieses wäre das Buch nicht möglich gewesen.

 

"Die Rache der Nerds" auf der Frankfurter Buchmesse

Abb.: „Die Rache der Nerds“ auf der Frankfurter Buchmesse (Foto: J. Schechler)

Unternehmerische Verantwortung in der Informationsgesellschaft

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Das nächste Wirtschaftssymposium Aargau widmet sich der unternehmerischen Verantwortung. Auf der Website www.wisym.ch ist zu lesen: „Wer seine unternehmerische Verantwortung wahrnimmt gegenüber den Mitarbeitenden, der Umwelt, der Gesellschaft und dem wirtschaftlichen Umfeld – abgestützt auf eine innere Grundhaltung –, gewinnt an Glaubwürdigkeit.“ Was er oder sie noch gewinnt, wird auf dem Symposium am 16. Januar 2013 zu klären sein. Zu den Referentinnen und Referenten gehören Crispino Bergamaschi, Peter Wippermann, Carolina Müller-Möhl und Marco Freiherr von Münchhausen. „Erfolgreiche Köpfe“ diskutieren bei den Talks mit Moderatorin und Redakteurin Christine Maier über die Verantwortung im Bereich der sozialen Medien (Oliver Bendel), die Umsetzung im Unternehmen (Monika Walser) sowie Burnout und Lebenskrise (Toni Brühlmann). Das Motto von Oliver Bendel lautet: „Für eine Definition der Unternehmensverantwortung in der Informationsgesellschaft braucht es Informationsethik und Wirtschaftsethik.“ Er fordert, dass sich die Wirtschaftsethik intensiv mit der Informationsethik auseinandersetzt und die Informationsethik konsequent in die Aus- und Weiterbildung eingebunden wird. Zudem wünscht er sich Informations- und Kommunikationsplattformen zu den beiden Bereichsethiken, die unabhängig von (IT-)Unternehmen und von religiösen Gruppierungen sind.

Programm der NTA5

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Die fünfte Konferenz des Netzwerks Technikfolgenabschätzung (NTA5) mit dem Titel „Vordenken – mitdenken – nachdenken: Technikfolgenabschätzung im Dienst einer pluralistischen Politik“ findet vom 29. bis 31. Oktober 2012 im Zentrum Paul Klee in Bern statt. Das Programm der Konferenz steht seit kurzem fest und kann über www.ta-swiss.ch eingesehen werden. Am Montag sprechen u.a. René Longet und Klaus Töpfer, am Dienstag Michael Decker, Stefanie B. Seitz und Oliver Bendel. Im Programmheft wird ausgeführt: „Die NTA5 befasst sich anhand von Praxisbeispielen und Anwendungsmöglichkeiten mit den methodischen und konzeptionellen Ansätzen erfolgreicher vorausschauender Politikberatung. Sie geht der Frage nach, wie die TA im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Rationalität und politischer Realität dem Anspruch gerecht werden kann, Konflikte frühzeitig zu erkennen und zur Versachlichung von Debatten beizutragen, und welche Rolle die Geisteswissenschaften als Brücke zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Politik spielen können.“ Auch die Informationsethik wird ein wichtiges Thema sein.

Das „DVD-Seminar Ethik“ in der Rezension von diesseits.de

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Die ZEIT AKADEMIE bietet ein „DVD-Seminar Ethik“ an. Kein Philosoph erörtert die „ethischen Grundfragen“, sondern ein Theologe. „Lernen Sie in 16 Vorlesungen die wichtigsten Begriffe und Positionen der Ethik praxisnah, anschaulich und im aktuellen Kontext kennen!“ (Werbetext der ZEIT AKADEMIE auf der Website) Die siebte Lektion trägt den Titel: „Informationszeitalter: Beherrschen uns die Medien?“ Obwohl Wolfgang Huber als Theologe vorgestellt wird, könnte der Leser und Kunde meinen, es handle sich um eine wissenschaftliche, eine philosophische Ethik, die hier betrieben wird. Es ist aber vom Ansatz her eine theonome Ethik, also eine Ethik, die sich auf eine göttliche Instanz bezieht. Die philosophische Ethik sucht nach Otfried Höffe „auf methodischem Weg … u. ohne letzte Berufung auf politische u. religiöse Autoritäten … oder auf das von alters her Gewohnte u. Bewährte allgemeingültige Aussagen über das gute u. gerechte Handeln“ (Höffe, Lexikon der Ethik, Eintrag Ethik). Es besteht, trotz des gemeinsamen Gegenstands der Moral, eine unüberbrückbare Kluft zwischen der theonomen und der philosophischen Ethik. In seiner Rezension „Die Dialektik der Ethik“ im Online-Magazin diesseits.de spricht Oskar Y. Martin die Kluft im konkreten Fall in deutlichen Worten an: Hubers „religiös motivierte Vorlesung“ sei „im Gewand eines neutralen Ethik-Seminars auf den Markt gebracht“ worden (diesseits.de, 1. September 2012). Und damit erweisen ZEIT AKADEMIE, Wolfgang Huber und die ihn interviewende Elisabeth von Thadden der wissenschaftlichen Ethik einen Bärendienst.

Maschinenethik im Gabler Wirtschaftslexikon

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Im Gabler Wirtschaftslexikon wird seit 28. August 2012 auch die Maschinenethik definiert. Diese wird der Informationsethik zugeordnet und ins Verhältnis zur „Menschenethik“ gesetzt. Es geht unter anderem um die Frage, ob und wie autonome Maschinen – etwa Agenten, Roboter und Drohnen – in moralischer Weise handeln sollen und können. Schon vor Jahrzehnten hat man in Wissenschaft und Literatur über diese Frage nachgedacht; aber eine entsprechende „Teilbereichsethik“ (als Teil der Bereichsethik der Informationsethik) ist erst in den letzten Jahren entstanden. Offensichtlich wird die Notwendigkeit gesehen, das Verhalten von Maschinen in den Kontext der Moral zu stellen und Ethiker und Vertreter der Künstlichen Intelligenz (sowie Informatiker und Wirtschaftsinformatiker) darüber nachdenken zu lassen. Oliver Bendel definiert in seinem Beitrag den Begriff der Maschinenethik, diskutiert die Eignung normativer Modelle an, stellt wichtige Anwendungsbereiche dar und betont die hohe Relevanz der Teilbereichsethik. Der Beitrag ist direkt über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/maschinenethik.html abrufbar. Er wurde dem Sachgebiet „Grundlagen der VWL“ zugewiesen. Für das Gabler Wirtschaftslexikon schreiben nach eigenen Angaben über „150 Experten aus Wissenschaft und Praxis“. Mehr als „25.000 Stichwörter stehen kostenlos“ bereit.

European Technology Assessment Conference

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Die European Technology Assessment Conference findet vom 13. bis 15. März 2013 unter dem Titel „Technology Assessment and Policy Areas of Great Transitions“ in der National Technical Library in Prag statt. Themen sind Energy Supply, Health Care and Ageing Society, Climate Change, Transport/Mobility, New and emerging technologies, ICT and societal relationships, Institutionalisation of Technology Assessment, Technology Assessment and governance, Participatory methods, Ethics, Innovation Foresight und Innovation Research. Im Call for Papers heißt es ausdrücklich: „Contributions are invited not only from the technology assessment and foresight communities, but also from the Science and Technology Studies (STS) and Research on Ethical, Legal and Societal Aspects (ELSA) fields and most particularly from decision-makers benefiting from studies in all of these fields.“ Es sind also auch Ergebnisse aus der Informationsethik und aus „Informatik und Gesellschaft“ gefragt. Deadline für die Einreichung von Beiträgen ist der 12. September 2012. Weitere Informationen sind einem Flyer zu entnehmen, der über die TA-SWISS zur Verfügung gestellt wird, und der Website des PACITA-Projekts.

Robot Companions for Citizens

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Am 22. Mai 2012 hat das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS in Bern das EU-Flagship-Projekt „Robot Companions for Citizens“ vorgestellt. Auf der Tagung mit dem Titel „RoboCom – Rise of Sentient Machines?“ wurde das Projekt aus informationstechnischer, rechtswissenschaftlicher und ethischer Perspektive beleuchtet. Weitere Informationen zum Projekt, die Präsentationen der Keynote-Speaker und Presseberichte stehen über www.ta-swiss.ch/projekte/biotechnologie-und-medizin/robotik/ zur Verfügung. Der Inhalt der Tagung wurde von TA-SWISS in einem lesenswerten Faktenblatt („Unser Freund, der Roboter“) zusammengefasst, das am 23. Juli 2012 online gestellt wurde. Die Teilbereichsethik der Maschinenethik, die man zu Computer- und Netzethik und damit zur Informationsethik rechnen kann, wird durch die Aktivitäten auf EU-Ebene weiter gestärkt.

Informationsethik im Gabler Wirtschaftslexikon

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Im Gabler Wirtschaftslexikon wird seit 16. Juli 2012 auch die Informationsethik definiert. Es wird auf die Stellung innerhalb der Bereichsethiken, auf Möglichkeiten der Systematisierung und auf Problembereiche und Fragestellungen eingegangen. Zudem unterscheidet Oliver Bendel zwischen der Moral von Menschen und von Maschinen (die Maschinenethik ist eine neue Teilbereichsethik) und erwähnt praktische Implikationen. Der Schwerpunktbeitrag ist direkt über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/informationsethik.html abrufbar. Er ist dem Sachgebiet „Grundlagen der VWL“ zugeordnet. Für das Gabler Wirtschaftslexikon schreiben nach eigenen Angaben über „150 Experten aus Wissenschaft und Praxis“. Mehr als „25.000 Stichwörter stehen kostenlos“ bereit.

Über die Sprache und Moral der Maschinen

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Im Rahmen des Studiums der Wirtschaftsinformatik an der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz hat man eine Arbeit zu innovativen Informations- und Kommunikationstechnologien vorzulegen. Die Studentinnen und Studenten (und Dozierenden) kennen das Programm unter dem Namen ToBIT. Man muss zeigen, dass man recherchieren und zitieren sowie in englischer Sprache formulieren kann. Im Frühjahr 2012 wurde das Thema “Natural language user interfaces in Switzerland” angeboten; damit sollte die Diskussion über Sprachassistenten wie Siri um einen kaum beachteten Aspekt bereichert werden: Versteht Siri die Anweisungen und Wünsche der Schweizerinnen und Schweizer? Der Artikel von Oliver Bendel wurde am 16. Juli 2012 auf www.mediensprache.net veröffentlicht und nimmt auf Ergebnisse des Studenten Bezug, der das Thema genommen und bearbeitet hat.

Die Medizin in der Moral der Informationsgesellschaft (Printversion)

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Die Bereichsethiken existieren seit Jahren und Jahrzehnten vor sich hin. Die Informationsethik hat sich, für viele unbemerkt, in ihre Mitte geschoben. Das hat auch Konsequenzen für die Medizinethik – und damit für das Gesundheitswesen überhaupt. In seinem Artikel entwirft Oliver Bendel – auch mit Hilfe seines “Ethik-Dekagons” – ein neues Bild der Bereichsethiken. Am Beispiel der Medizinethik zeigt er Abhängigkeiten und Möglichkeiten auf. Er plädiert dafür, dass die Experten in der angewandten Ethik in Zukunft enger zusammenarbeiten. Der Artikel „Die Medizin in der Moral der Informationsgesellschaft“ ist Ende Juni 2012 in der Zeitschrift IT for Health erschienen (Nummer 3, S. 17 – 18); bereits seit Ende April 2012 ist die Online-Version erhältlich.

Die Rache der Nerds

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Die Nerds bestimmen den Lauf der Welt. Sie sitzen seit langem in den Kellern und seit kurzem im Parlament. Sie wurden jahrzehntelang schlecht behandelt. Und jetzt rächen sie sich. Sie machen uns abhängig, sie machen uns verrückt, mit ihren Prozessen, Technologien und Systemen, sie machen uns überglücklich, mit ihrer Software, ihren Geräten. Man kann das alles so hinnehmen, kann sich mitreißen lassen, mitmachen, ein Zahnrädchen im Getriebe sein. Und man kann Fragen stellen, etwa aus der Perspektive der Informationsethik. Was tun wir in unserer hochtechnisierten Welt, in moralischer Hinsicht, und was wollen und sollen wir tun? Was ist mit unserer Autonomie, was ist mit unserer Verantwortung, was ist mit unserem Menschsein im Angesicht der Maschinen? Fragen kann man auch stellen in Bezug auf die Aus- und Weiterbildung. Werden die Informatiker und Wirtschaftsinformatiker in adäquater Weise ausgebildet? Arbeiten sie in genügender und gleichberechtigter Weise mit Geistes- und Sozialwissenschaftlern zusammen? Und wissen sie immer, was sie tun, welche Folgen ihr Handeln hat, für sich, für uns, in ihrem Land, auf der ganzen Welt? Viele Fragen stellt das Buch „Die Rache der Nerds“ von Oliver Bendel, und nur einige kann und will es beantworten. Die Leserinnen und Leser sind aufgerufen, weiter nachzudenken – und ihren Teil zu einer lebenswerten Informationsgesellschaft beizutragen. „Die Rache der Nerds“ erscheint im September 2012 im Verlag UVK. Auf der Website www.die-rache-der-nerds.de werden laufend Informationen zum Buch bereitgestellt. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Verlags.

Eine Frage der Moral

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Der 384 v. u. Z. geborene Aristoteles ist einer der Väter der Ethik. Die Glückseligkeit im Diesseits war sein Ideal. Heute finden wir Bereichsethiken wie Informationsethik, Wirtschaftsethik, Politikethik und Medizinethik vor. Die Informationsethik untersucht die moralischen Implikationen des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologien und neuen Medien. Ihre Methoden und Inhalte können auch für Unternehmen nützlich sein. Der Artikel „Eine Frage der Moral“ von Oliver Bendel erklärt, was Informationsethik im deskriptiven bzw. empirischen und im normativen Sinne ist und wie Unternehmen die Inhalte und Methoden gebrauchen, aber auch missbrauchen können. Er ist im Juni 2012 in der UnternehmerZeitung erschienen und steht auch online zur Verfügung.

Eine Denkfabrik für Wirtschaftsethik

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Der bekannte Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann hat zusammen mit Thomas Kuhn, Tanja von Egan-Krieger und Sebastian Thieme das MeM gegründet, die „Denkfabrik für Wirtschaftsethik“. Diese „bearbeitet ökonomische Fragen unserer Zeit aus einer paradigmatisch neuartigen, ethisch-integrierten Sicht auf das Wirtschaften“ (Zitat von der Website). Sie möchte praktische Orientierungen bieten und Perspektiven eröffnen für eine menschliche Marktwirtschaft. Mit dem Memorandum 2012 tritt eine Gruppe „besorgter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ für „eine Erneuerung der Ökonomie“ ein. In dem Memorandum heißt es:

Studierende fordern, dass ethische Reflexionen zu einem festen Bestandteil und zu einem „roten Faden“ des Wirtschaftsstudiums werden sollten, damit Wirtschaftswissenschaftler in der Lage sind, „verantwortlich handeln zu können“. Ebenso ruft eine Gruppe Schweizer und französischer Dozierender und Forscher unter dem Titel „Forschung und Lehre in Wirtschaftswissenschaften, Finance und Management sollen erneuert werden mit dem Ziel, dem Allgemeinwohl besser zu dienen“ dazu auf, auch die „ethischen Grundlagen“ der „herrschenden Lehre in den Wirtschaftswissenschaften“ zur Diskussion zu stellen.

Zu den Bereichsethiken, die in den Wirtschaftswissenschaften relevant sind, gehört auch die Informationsethik. Ihre Inhalte und Methoden werden z.B. in der Wirtschaftsinformatik gelehrt. So absolvieren Studierende der Hochschule für Wirtschaft an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW einen Kurs zur Informationsethik, zur Zeit noch unter der Bezeichnung „Informatik, Ethik und Gesellschaft“. Weitere Informationen zum MeM sind über www.mem-wirtschaftsethik.de erhältlich.

 

 

Die Medizin in der Moral der Informationsgesellschaft (Online-Version)

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Die Bereichsethiken existieren seit Jahren und Jahrzehnten vor sich hin. Die Informationsethik hat sich, für viele unbemerkt, in ihre Mitte geschoben. Das hat auch Konsequenzen für die Medizinethik – und damit für das Gesundheitswesen überhaupt. In seinem Artikel entwirft Oliver Bendel – auch mit Hilfe seines “Ethik-Dekagons” – ein neues Bild der Bereichsethiken. Am Beispiel der Medizinethik zeigt er Abhängigkeiten und Möglichkeiten auf. Er plädiert dafür, dass die Experten in der angewandten Ethik in Zukunft enger zusammenarbeiten. Der Artikel „Die Medizin in der Moral der Informationsgesellschaft: Zum Verhältnis von Medizinethik und Informationsethik“ ist am 25. Mai 2012 in der Online-Version der Zeitschrift IT for Health erschienen; die gedruckte Fassung ist ab Ende Juni 2012 erhältlich.

4. Infoconomy-Symposium „Informationsethik“

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Das Institut für Informationswissenschaft der Fachhochschule Köln lädt zum 4. Infoconomy-Symposium „Informationsethik“ ein. Es soll am 8. Juni 2012 um Urheberrechtsfragen, Vorratsdatenspeicherung, informationsethische Konflikte in öffentlichen Informationsräumen sowie Cyberkriminalität und Wirtschaftsspionage gehen, also um rechtliche und moralische Fragen der Informationsgesellschaft. Es referieren u.a. Dominik Stockem (Datenschutzbeauftragter, Microsoft Deutschland), Prof. Dr. Rainer Kuhlen (Informationswissenschaftler, emeritierter Professor der Universität Konstanz), Marc Konarski (Bereichsleiter Telekommunikationspolitik, BITKOM e.V.) und Prof. Dr. Marco Gercke (Rechtswissenschaftler, Cybercrime Research Institute). Rainer Kuhlen ist studierter Philosoph und als solcher mit dem ethischen Diskurs vertraut; zur Informationsethik liegt ein Lehrbuch von ihm vor. Die Anmeldung ist über www.infoconomy.de möglich.

Call for Abstracts für die NTA5

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Die TA-SWISS hat in diesen Tagen darüber informiert, dass der Call for Abstracts für die NTA5, die 5. Konferenz des Netzwerks TA vom 29. bis 31. Oktober 2012 in Bern, nur noch bis Ende Mai läuft. Die Tagung steht unter dem Motto „Vordenken – mitdenken – nachdenken: Technikfolgenabschätzung im Dienst einer pluralistischen Politik“. Erwartet werden u.a. Beiträge zu folgenden Fragen: „Das politische System erhebt den Anspruch, dass die TA Kontroversen entschärft und Konfliktlösungen anbietet. Welche methodischen und konzeptionellen Ansätze erlauben es der TA, mit diesen hohen Erwartungen umzugehen? Was lässt sich aus Beispielen erfolgreicher Politikberatung durch TA-Studien ableiten? Wo gibt es inhaltliche und konzeptionelle Potenziale, die es erlauben, Konflikte frühzeitig zu erkennen und damit auf Governancefragen verstärkt Einfluss zu nehmen?“ Der Call for Abstracts ist hier abrufbar.

Informationsethik im Unternehmen

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Die Informationsethik hat die Moral (in) der Informationsgesellschaft zum Gegenstand. Sie untersucht, wie wir uns, Informations- und Kommunikationstechnologien und digitale Medien anbietend und nutzend, in moralischer Hinsicht verhalten und verhalten sollen. Von Belang ist damit auch unser Denken, das dem Verhalten vorausgeht und von diesem beeinflusst wird. Wie die Tierethik, die Medizinethik, die Wirtschaftsethik oder die Wissenschaftsethik ist die Informationsethik eine sogenannte Bereichsethik. Der Artikel „Informationsethik im Unternehmen“ von Oliver Bendel erklärt, was Informationsethik im deskriptiven bzw. empirischen und im normativen Sinne ist und wie Unternehmen die Inhalte und Methoden gebrauchen, aber auch missbrauchen können. Er ist im März 2012 in der Netzwoche erschienen und steht als PDF zur Verfügung.