Book of Abstracts der Prager TA-Konferenz

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Zur Konferenz „Technology Assessment and Policy Areas of Great Transitions“ vom 13. bis 15. März 2013 in Prag ist das Book of Abstracts erschienen. Es kann über pacita.strast.cz/en/conference/documents heruntergeladen werden und hat fast 300 Seiten. Enthalten sind die Extended Abstracts der Konferenz. Am Freitag, 15. März findet die „XVII. Thematic Session: Ethical Aspects of TA“ statt (Chair: Frans Brom). Sie wird im Book of Abstracts mit folgenden Worten eingeführt: „Which ethical dilemmas are evident in selecting technologies? This session dares a tour d’horizon of ethical expertise and TA and focuses on ethical questions in selecting health technologies, on autonomous machines tested as agents or robots, on conditions for gaining acceptance of technological development and on social sustainability.“ Miriam I. Siebzehner schreibt über „Ethical dilemmas in selecting health care technologies in Israel“, Oliver Bendel zum Thema „Towards a machine ethics“, Petr Machleidt über „Technology assessment as applied ethics of technology in the Czech Republic“ und Michael Opielka über „Ethical dimensions of TA and social sustainability: The case of participation in social and health policy“.

Roboter auf Tour

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25 Jahre AI Lab Zürich werden gefeiert. Es kommen Roboter aus aller Welt. Und sicherlich Menschen aus dem ganzen Land. Mit Blick auf den 9. März 2013 wird auf der Website www.robotsontour.com mit folgenden Worten geworben: „Das AI Lab lädt die modernsten Roboter weltweit nach Zürich ein. Nebst einem Weltrekordversuch wird Roboy präsentiert: das erste Roboterkind der Schweiz! Ausserdem haben Sie die Gelegenheit, berühmte Roboter aus Hollywood-Filmen persönlich zu treffen sowie Baxter, Geminoid, Kenshiro und viele weitere revolutionäre Roboter kennenzulernen.“ Am Tag davor, am 8. März, findet von 9.00 bis 17.00 Uhr im Café Sphères ein wissenschaftliches Symposium statt, eröffnet von Rolf Pfeifer persönlich; es „präsentieren Spitzenforscher aus der ganzen Welt ihre Ideen zu Robotik und wie wir in Zukunft mit diesen Maschinen zusammenleben werden“. Von 16.20 bis 17.30 Uhr diskutieren Experten zu Fragen wie: „Will, in 10 years time, robots take over care for the elderly? Personal service robots for everyone in the near future: myth or reality?“ Und man widmet sich informations- und maschinenethischen Themen: „Ethical implications of home robots, personal robots and human sexuality“. Weitere Informationen zu „Robots on Tour“ („World Congress and Exhibition of Robots, Humanoids, Cyborgs and more“) finden sich auf der angegebenen Website.

Abb.: Figuren aus dem Zyklus „Bizzarie di varie figure“ von Giovanni Battista Braccelli

Glossar zur Informationsethik

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Das Glossar zur Informationsethik auf informationsethik.net enthält mit Stand Februar 2013 über 50 Begriffe. Viele davon wurden von Oliver Bendel eigens für die Plattform verfasst. Mehrere Definitionen sind angelehnt an das Online-Glossar der Learntec aus dem Jahre 2008 von Oliver Bendel und Stefanie Hauske (glossar.learntec.de). Manche finden sich in stark erweiterter Form im Wirtschaftslexikon von Gabler (wirtschaftslexikon.gabler.de) bei den Beiträgen von Oliver Bendel. Weitere verwendete Publikationen sind auf www.oliverbendel.net und in der Literaturliste von informationsethik.net aufgeführt. Das Glossar ist ein kostenloses Angebot für Schülerinnen und Schüler, Studierende, Lehrkräfte, Mitarbeitende von Unternehmen und Non-Profit-Organisationen sowie Journalistinnen und Journalisten. Vorschläge für neue Einträge sind jederzeit willkommen und werden über informationsethik@gmx.net entgegengenommen.

Whistleblowing im Gabler Wirtschaftslexikon

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Im Gabler Wirtschaftslexikon wird seit 31. Januar 2013 auch die Medizinethik definiert. Es wird ihre enge Verbindung mit der Wirtschaftsethik betont und auf die Aktualität ihrer Themen verwiesen: „Nicht zuletzt muss sich die Medizinethik gesellschaftlichen und politischen Diskussionen öffnen, beispielsweise um die Beschneidung von Kindern oder die Durchführung von Schönheitsoperationen.“ Der Beitrag ist über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/medizinethik.html abrufbar. Zudem wird der Begriff „Whistleblowing“ erklärt und eine Verbindung zwischen ihm und der Moralphilosophie hergestellt: „Whistleblowing ist Gegenstand mehrerer Bereichsethiken, etwa von Wissenschafts-, Verwaltungs-, Wirtschafts- und Informationsethik.“ Auf den Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/whistleblowing.html zugegriffen werden. Für das Gabler Wirtschaftslexikon schreiben nach Angaben der Herausgeber über „150 Experten aus Wissenschaft und Praxis“, und mehr als „25.000 Stichwörter stehen kostenlos“ bereit. Ein dritter neuer Begriff hat nichts mit der Ethik zu tun. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Aber sicherlich wird der 3D-Drucker (wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/3d-drucker.html) auch ein Gegenstand von Informations- und Technikethik sein.

Abb.: Kleid aus dem 3D-Drucker (Quelle: commons.wikimedia.org; Autor: EdytaZwirecka)

 

Towards a Machine Ethics

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Am 15. März 2013 trägt Oliver Bendel bei der European TA Conference in Prag zum Thema „Towards a Machine Ethics“ vor. Das Abstract, das im Frühjahr im Tagungsband veröffentlicht wird, hebt mit den Worten an: „There is an increasing use of autonomous machines such as agents, chatbots, algorithmic trading computers, robots of different stripes and unmanned ground or air vehicles. They populate the modern world like legendary figures and artificial creatures in Greek mythology – with the main difference being that they are real in the narrow sense of the word. Some are only partially autonomous (acting under human command) while others are completely autonomous within their area of action. A genuinely autonomous machine should be able to act in a moral way, able to make decisions that are good for humans, animals and the environment. But what does it mean for machines to behave morally? Should they learn moral rules? Should they evaluate the consequences of their acts? Or should they become a virtuous character, following Aristotle? How is it possible to implement the classical normative models of ethics and is there a need for new ones?“ Der erste, zweite und dritte Abschnitt des Beitrags wird knapp zusammengefasst; dann wird auf den vierten eingegangen: „Fourthly, the paper tries to answer the question if and how it is possible to implement the classical normative models of ethics and which models should be preferred. Seven important normative approaches are described and estimated relating to their suitability for machine processing. Then the focus shifts to duty-based ethics, ethics of responsibility and virtue ethics that seem to be serious candidates. With a short technical analysis it can be shown that they fit to machine processing, apart from some limitations. The most promising approach may be the combination of the selected normative models. It is not only similar in the ’normal‘ human ethics, but also an opportunity to balance out weaknesses of the autonomous machines and to allow them alternatives. In addition, other methods like orientation on reference persons and social media evaluation could be used.“ Am Ende werden Wichtigkeit und Schwierigkeit des jungen Forschungsgebiets der Maschinenethik gleichermaßen betont und persönliche und allgemeine Einschätzungen gegeben.

Informationsethik beim 8. Aargauer Wirtschaftssymposium

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Das 8. Aargauer Wirtschaftssymposium vom 16. Januar 2013 war in zwei Teile gegliedert. Die eloquente und sympathische TV-Frau Christine Maier fungierte zuerst als Ansagerin, dann als Interviewerin. Im ersten Teil referierten der Direktionspräsident der Fachhochschule Nordwestschweiz, Prof. Dr. Crispino Bergamaschi, der Hamburger Trendforscher Prof. Dr. Peter Wippermann und die Unternehmerin Carolina Müller-Möhl. Im zweiten Teil standen Prof. Dr. Oliver Bendel, Monika Walser und Dr. Toni Brühlmann Rede und Antwort. Den Rahmen bildeten eine musikalische Darbietung von Bruno Bieri, der sein ufohaftes Hang und seine stimmlichen Fähigkeiten mitgebracht hatte, und eine unterhaltsame Motivationsstunde von Dr. Marco Freiherr von Münchhausen. Weiterlesen auf dem IWI-Blog …

Ethik als Pflichtfach für Informatiker

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GI-Präsident Oliver Günther will, „dass Ethik für Informatiker verpflichtend zur Ausbildung gehört“ (golem.de vom 14. Januar 2013). Eine ähnliche Forderung hat Oliver Bendel in seinem Buch „Die Rache der Nerds“ (2012) im Kapitel „Die Mängel der Ausbildung“ aufgestellt. In seinem Beitrag „Die Moral der Informationsgesellschaft: Für eine Renaissance der Informationsethik und eine Stärkung der Technologiefolgenabschätzung“, der im Frühjahr 2013 im Tagungsband „Vordenken – mitdenken – nachdenken: Technologiefolgenabschätzung im Dienst einer pluralistischen Politik“ erscheint, plädiert er dafür, innerhalb von Informatik und Wirtschaftsinformatik verstärkt Informationsethik zu betreiben. Günther, der auch Präsident der Universität Potsdam ist, betont: „Informatikfachleute dürfen sich nicht allein auf die technischen und ökonomischen Fragen ihrer Disziplin beschränken.“ (golem.de vom 14. Januar 2013) In dem Artikel werden seine Ausführungen mit folgenden Worten zusammengefasst: „Informatiker müssten sich der ethischen, gesellschaftlichen, juristischen und politischen Konsequenzen ihrer Entwicklungen stets bewusst sein. Darüber hinaus liege es in ihrer Verantwortung, die Nutzer beim sicheren und verantwortungsvollen Einsatz von Informatik zu begleiten und zu beraten.“ (golem.de vom 14. Januar 2013) Allerdings gibt es derzeit kaum Wissenschaftler, die die Informationsethik in Forschung und Lehre vertreten können. Günther betont in diesem Zusammenhang, dass die „hier benötigten kompetenten Fachleute … in erster Linie an den Hochschulen entsprechend ausgebildet werden“ (golem.de vom 14. Januar 2013) müssen.

Herausgeberband zur Informationsgerechtigkeit

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Ein lesenswertes Buch haben André Schüller-Zwierlein und Nicole Zillien herausgegeben. Unter dem Titel „Informationsgerechtigkeit“ versammeln sie Beiträge zur „Theorie und Praxis der gesellschaftlichen Informationsversorgung“ (Untertitel). An mehreren Stellen wird auch im Rahmen der Informationsethik diskutiert, wobei diese weniger als Ethik der Bereitstellung und Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien, sondern mehr als Ethik der Verfügbarkeit und Kontrollierbarkeit von Information aufgefasst wird. Entsprechend sind Themen wie Information als Gemeingut oder informationelle Autonomie vorherrschend. Schüller-Zwierlein arbeitet in der Universitätsbibliothek München (LMU), Zillien vertritt die Professur für Soziologie an der Universität Trier. Der Herausgeberband ist Anfang 2013 bei Walter de Gruyter in der neuen Reihe „Age of Access? Grundfragen der Informationsgesellschaft“ erschienen.

 

Abb.: Ausschnitt aus „Gerechtigkeit als nackte Frau mit Schwert und Waage“ von Lucas Cranach d. Ä.

Stellungnahme des Forums InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V.

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Das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIfF) hat am 28. Dezember 2012 eine Stellungnahme zur Besetzung des Lehrstuhls „Informatik und Gesellschaft und Didaktik der Informatik“ an der Humboldt-Universität veröffentlicht. Es habe Hinweise erhalten, dass die durch das Ausscheiden von Wolfgang Coy freigewordene Professur für Informatik und Gesellschaft fachfremd bzw. nur mit marginalem Fachbezug wiederbesetzt werden soll. „Sollten diese Hinweise den Tatsachen entsprechen, so ist das FIfF über die drohende Fehlbesetzung besorgt und möchte … vor dem damit verbundenen weiteren Abbau des Faches Informatik und Gesellschaft warnen – besonders in einer Zeit, in der die Informatik unsere Gesellschaft immer stärker durchdringt.“ (Website FIfF) Das Forum kommt zu der Einschätzung: „Paradoxerweise erlebt das Fachgebiet Informatik und Gesellschaft in den letzten Jahren einen Rückschlag nach dem anderen, obwohl ihre Fragestellungen nun endgültig von der Politik und der Gesellschaft, z.B. in der Netzpolitik, aufgegriffen worden sind. Ihre Lehrstühle werden von den Universitäten umgewidmet, fallengelassen oder sinnentleert.“ (Website FIfF) Oliver Bendel hat die Situation in seinem Buch „Die Rache der Nerds“ so beschrieben: „Seit geraumer Zeit gibt es einen Teilbereich der Informatik namens Informatik und Gesellschaft (IuG). Man könnte meinen, dass seine Bedeutung proportional zur Bedeutung der ganzen Wissenschaft und zur Zunahme moralischer und sozialer Umbrüche durch Informations- und Kommunikationstechnologien und digitale Medien gewachsen wäre. Dass seine Bedeutung geradezu explodiert wäre durch die Sprengkraft von Internet und Web, insbesondere Web 2.0. Aber das Gegenteil ist der Fall.“ Die Stellungnahme des FIfF ist über fiff.de abrufbar.

Tweets zur Ethik

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Einer der aktivsten Twitter-Accounts zur Ethik ist „Informationsethik“ mit dem Benutzernamen @Infoethik, unter dem Oliver Bendel seit Frühjahr 2012 twittert. In der Kurzbeschreibung heißt es: „Infos und Links zur Ethik, insbesondere zu Informations-, Medien-, Wirtschafts-, Politik-, Rechts- und Tierethik sowie Religionskritik.“ Es handelt sich um einen klassischen Kurznachrichtendienst, über den auf Artikel, Studien und Veranstaltungen hingewiesen wird. Die Tweets haben einen strengen Aufbau: Auf den zitierten Titel folgt der Link zum Beitrag, darauf eine Zusammenfassung, die häufig ein weiteres Zitat enthält. In seltenen Fällen steht anstelle der Zusammenfassung ein Kommentar. Jeder Tweet wird verschlagwortet, i.d.R. mit Hashtags zu den Bereichsethiken wie #Informationsethik (unter die Computerethik und Netzethik subsumiert werden), #Medienethik (die ebenfalls darunter subsumiert, aber auch als eigenständige Bereichsethik aufgefasst werden kann) und #Maschinenethik (als Teilbereichsethik bzw. Pendant zur Menschenethik). „Informationsethik“ ist wie die Plattform informationsethik.net der philosophischen Ethik verpflichtet und will eine Alternative zu religiösen und wirtschaftlichen Vereinnahmungen der Ethik sein.

 

Snapshot Twitter-Account

Abb.: Snapshot vom Twitter-Account „Informationsethik“

Die Maschinenethik aus amerikanischer Perspektive

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Michael Anderson und Susan Leigh Anderson gehen als Herausgeber des 2011 in der Cambridge University Press erschienenen Buchs „Machine Ethics“ der Frage nach, ob und wie autonome Systeme in moralischer Weise handeln sollen und können. Schon vor Jahrzehnten hat man in Literatur und Wissenschaft über diese Frage nachgedacht; aber eine entsprechende Disziplin ist erst in den letzten Jahren entstanden. Offensichtlich wird die Notwendigkeit gesehen, das Verhalten von Maschinen im Kontext der Moral zu reflektieren und Philosophen (vor allem Ethiker) und Vertreter der Künstlichen Intelligenz darüber nachdenken zu lassen. In der Einführung heißt es: „The subject of this book is a new field of research: Developing ethics for machines, in contrast to developing ethics for human beings who use machines.“ Wir benutzen Maschinen, und Maschinen benutzen uns. Wie sollen die Maschinen mit uns umgehen, und wie sollen sie sich entscheiden in Situationen, in denen wir in unserer Identität und in unserer Existenz bedroht werden? Die Beiträge enthalten bemerkenswerte Vorschläge und verdienen eine aufmerksame Lektüre.

Die Medizinethik in der Informationsgesellschaft

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Die Medizinethik hat die Moral in der Medizin zum Gegenstand, die Informationsethik die Moral (in) der Informationsgesellschaft. Der Artikel „Die Medizinethik in der Informationsgesellschaft“, der in der Zeitschrift Informatik-Spektrum erschienen ist, untersucht das Verhältnis zwischen der Informationsethik und den anderen Bereichsethiken am Beispiel der Medizinethik. Zentral ist die Abbildung mit dem „Ethik-Ei“, das aus dem „Ethik-Dekagon“ hervorgegangen ist. Darin wird die Informationsethik mit zehn weiteren Bereichsethiken in Beziehung gesetzt, und es werden Beispiele für Anwendungen in den Schnittbereichen genannt. Für Medizinethik und Informationsethik ist die Kontrolle und Überwachung von Patienten mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien ein wichtiges Thema. Der Artikel von Oliver Bendel ist seit dem 17. November 2012 als „Online-First“-Artikel auf SpringerLink verfügbar. Er erscheint zudem in einer der nächsten Print-Ausgaben.

Das Ethik-Ei

Abb.: Das Ethik-Ei aus dem Artikel zur Medizinethik

Interview zur Maschinenethik

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In einem Interview mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik (Hochschule für Wirtschaft, Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW) vom 13. November 2012 erklärt der Philosoph und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel „den Begriff der Maschinenethik, in welchem Kontext diese entstanden ist und wozu wir sie brauchen“ (IWI-Blog). Nathalie Baumann, die zum Team des IWI gehört und auch journalistisch tätig ist, steigt ein mit der Frage: „Oliver Bendel, fahren Sie Ihr Auto noch oder fährt Ihr Auto Sie? Oder anders gefragt: Wie intelligent ist Ihr Auto?“ Nicht nur um das selbständig fahrende Auto geht es, sondern auch um Agenten, Roboter und Drohnen. Intensiv wird erörtert, inwieweit eine Maschine ein Subjekt oder ein Objekt der Moral und der Ethik sein kann. Am Schluss wird noch ein Blick auf Japan geworfen, wo faszinierende humanoide Roboter gebaut werden. Das Interview ist nachzulesen über blogs.fhnw.ch/iwi/.

Programm der European TA Conference

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Das Programm der europäischen Konferenz zur Technikfolgenabschätzung in Prag steht fest. Vom 13. bis 15. März 2013 widmet man sich den Folgen des Einsatzes von Technik und Technologien, nicht zuletzt von Informations- und Kommunikationstechnologien. Auf der Website pacita.strast.cz/en/conference ist zu der Konferenz mit dem Titel „Technology Assessment and Policy Areas of Great Transitions“ zu lesen: „Examples of societal areas witnessing such great transitions are health care and medicine, energy supply, climate change and mobility in addition to the use of computer technology in all areas of society.“ Den an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschickten Dokumenten sind bereits Details zu entnehmen. In der Session „Ethical Aspects of TA“ am 15. März unter der Leitung von Frans Brom wird es zwei Vorträge geben, „Towards a Machine Ethics“ von Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft, Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Basel, Olten und Brugg, Schweiz) und „Technology Assessment as Applied Ethics of Technology in the Czech Republic“ von Petr Machleidt (Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, Prag, Tschechische Republik).

Neue Themenplattform zur Ethik

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Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) hat eine „Themenplattform Ethik“ aufgesetzt, die über www.satw.ch/organisation/tpf zu erreichen ist. Auf der Website heißt es zur grundsätzlichen Motivation: „Die SATW befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen den technischen Wissenschaften, der Gesellschaft und der Umwelt. Es ist ihre Aufgabe, durch sachliche Informationen Ängste und Unsicherheiten in der Gesellschaft abzubauen und durch eine Erörterung von Chancen und Risiken von neuen Technologien einen Beitrag zu einer breiten, ethischen Diskussion zu leisten.“ Es werden zwei allgemeine Ziele formuliert: Zum einen sollen die Auszubildenden im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich über Kenntnisse in Ethik verfügen, zum anderen die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik „für ethisches Handeln“ sensibilisiert werden. Die Leitung obliegt Dr. Tony Kaiser, der bei der ALSTOM (Schweiz) AG „verantwortlich für die langfristigen Technologieprogramme im Kraftwerksbereich“ (Website ETHZ) ist.

Update vom 5.11.2014: Die Plattform scheint nicht mehr zu existieren. Der Link wurde deaktiviert.

Die Moral der Maschinen

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„Ein schöner Tag im Sommer 2015. Der New Autonomous Car, kurz NAC genannt, fährt die Strasse am Fluss entlang. Mit seiner elegant geschwungenen Schnauze, die fast ein Schnabel ist, ist er ein Augenschmaus. Die Ente am gegenüberliegenden Ufer wirkt aufgeregt. Am nicht vorhandenen Steuer sitzt die junge Nobelpreisträgerin Kim. Ein bisschen schneller, sagt sie zu NAC, der das als Eingriff in seine Autonomie empfindet. Beleidigt erhöht er trotzdem das Tempo.“ So fängt eine Geschichte an, die einen Artikel von Oliver Bendel zur Maschinenethik einleitet. Die Maschinenethik hat die Moral von Maschinen zum Gegenstand, etwa von Agenten, Robotern und Drohnen und überhaupt von autonomen Systemen. Sie kann als Teilbereichsethik innerhalb von Informationsethik und Technikethik eingeordnet werden. Am Ende (bzw. am Anfang) muss jemand sterben. Wer das ist und was dazu führt, ist seit dem 24. Oktober 2012 in der Schweizer Online-Zeitschrift inside-it.ch nachzulesen.

Der Deutsche Ethikrat im Gabler Wirtschaftslexikon

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Der Deutsche Ethikrat hat seit 16. Oktober 2012 einen Eintrag im Gabler Wirtschaftslexikon. Die Kurzerklärung lautet: „Der Deutsche Ethikrat widmet sich u.a. moralischen, gesellschaftlichen, medizinischen und rechtlichen Fragen sowie nach eigener Aussage den voraussichtlichen Folgen für Individuum und Gesellschaft, die sich insbesondere auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften und ihrer Anwendung auf den Menschen ergeben.“ Es folgen eine längere allgemeine Erklärung, Angaben zu Ursprung und Geschichte und zu Zusammensetzung und Ansatz. Es wird deutlich gemacht, dass man sich im Ethikrat nicht nur auf eine wissenschaftliche, philosophische Ethik, sondern auch eine theonome Ethik beruft. Insofern verlässt man immer wieder das System der rationalen Begründungen. Der Beitrag von Oliver Bendel ist direkt über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/deutscher-ethikrat.html abrufbar. Er wurde dem Sachgebiet „Grundlagen der Wirtschaftsethik“ zugewiesen. Für das Gabler Wirtschaftslexikon schreiben nach eigenen Angaben über „150 Experten aus Wissenschaft und Praxis“. Mehr als „25.000 Stichwörter stehen kostenlos“ bereit.

Informationsethik auf der Frankfurter Buchmesse

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Auf der Frankfurter Buchmesse stellt Oliver Bendel sein neues Buch „Die Rache der Nerds“ vor und spricht in drei Kurzreferaten informationsethische Fragen an. Interessierte finden sich am Samstag, 13. Oktober 2012 am UVK-Stand (Halle 3.1, B 184) ein. Um 11 Uhr geht es darum, was Informationsethik überhaupt ist. Um 13 Uhr um Netiquetten, Leitlinien und Kodizes. Und um 15 Uhr um den Matthäus-Effekt im Web und Web 2.0. Das Buch „Die Rache der Nerds“ enthält eine Einführung in die Informationsethik und auf diese bezogene Gedanken und Geschichten. Es ist kein Lehrbuch, mehr ein Lesebuch. Man muss sich auf die persönliche Perspektive des Autors einlassen. Und darauf, dass viele Fragen gestellt und nur wenige Antworten gegeben werden. Manche Gedanken und Geschichten stammen – dies wird in der Einführung erklärt – aus dem privaten Blog von Oliver Bendel. Ohne dieses wäre das Buch nicht möglich gewesen.

 

"Die Rache der Nerds" auf der Frankfurter Buchmesse

Abb.: „Die Rache der Nerds“ auf der Frankfurter Buchmesse (Foto: J. Schechler)

Unternehmerische Verantwortung in der Informationsgesellschaft

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Das nächste Wirtschaftssymposium Aargau widmet sich der unternehmerischen Verantwortung. Auf der Website www.wisym.ch ist zu lesen: „Wer seine unternehmerische Verantwortung wahrnimmt gegenüber den Mitarbeitenden, der Umwelt, der Gesellschaft und dem wirtschaftlichen Umfeld – abgestützt auf eine innere Grundhaltung –, gewinnt an Glaubwürdigkeit.“ Was er oder sie noch gewinnt, wird auf dem Symposium am 16. Januar 2013 zu klären sein. Zu den Referentinnen und Referenten gehören Crispino Bergamaschi, Peter Wippermann, Carolina Müller-Möhl und Marco Freiherr von Münchhausen. „Erfolgreiche Köpfe“ diskutieren bei den Talks mit Moderatorin und Redakteurin Christine Maier über die Verantwortung im Bereich der sozialen Medien (Oliver Bendel), die Umsetzung im Unternehmen (Monika Walser) sowie Burnout und Lebenskrise (Toni Brühlmann). Das Motto von Oliver Bendel lautet: „Für eine Definition der Unternehmensverantwortung in der Informationsgesellschaft braucht es Informationsethik und Wirtschaftsethik.“ Er fordert, dass sich die Wirtschaftsethik intensiv mit der Informationsethik auseinandersetzt und die Informationsethik konsequent in die Aus- und Weiterbildung eingebunden wird. Zudem wünscht er sich Informations- und Kommunikationsplattformen zu den beiden Bereichsethiken, die unabhängig von (IT-)Unternehmen und von religiösen Gruppierungen sind.

Programm der NTA5

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Die fünfte Konferenz des Netzwerks Technikfolgenabschätzung (NTA5) mit dem Titel „Vordenken – mitdenken – nachdenken: Technikfolgenabschätzung im Dienst einer pluralistischen Politik“ findet vom 29. bis 31. Oktober 2012 im Zentrum Paul Klee in Bern statt. Das Programm der Konferenz steht seit kurzem fest und kann über www.ta-swiss.ch eingesehen werden. Am Montag sprechen u.a. René Longet und Klaus Töpfer, am Dienstag Michael Decker, Stefanie B. Seitz und Oliver Bendel. Im Programmheft wird ausgeführt: „Die NTA5 befasst sich anhand von Praxisbeispielen und Anwendungsmöglichkeiten mit den methodischen und konzeptionellen Ansätzen erfolgreicher vorausschauender Politikberatung. Sie geht der Frage nach, wie die TA im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Rationalität und politischer Realität dem Anspruch gerecht werden kann, Konflikte frühzeitig zu erkennen und zur Versachlichung von Debatten beizutragen, und welche Rolle die Geisteswissenschaften als Brücke zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Politik spielen können.“ Auch die Informationsethik wird ein wichtiges Thema sein.