Schlagworte: Daimler und Benz Stiiftung

Technik unter der Haut

“Die mikroelektronische Revolution, die nach der Erfindung des Transistors und der integrierten Schaltkreise in den 1960er-Jahren einsetzte, eröffnete auch der Medizintechnik völlig neue therapeutische Wege.” Mit diesen Worten beginnt eine Pressemitteilung der Daimler und Benz Stiftung. Angekündigt wird der Vortrag “Technik unter der Haut – Elektronische Pillen oder Ersatzteile für Maschinenmenschen” von Prof. Dr. Thomas Stieglitz im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart. Gegenwärtig erlebe man eine enorme Ausweitung der Möglichkeiten, da es Forschern immer perfekter gelinge, Muster von Nervensignalen in Rückenmark und Gehirn zu verändern – und diese sozusagen zu überschreiben. So können laut der Stiftung “hochgradig gelähmte Menschen mittels Gedankenkraft Gegenstände steuern”, werden “fühlende Prothesen” entwickelt, können “epileptische Anfälle oder das Zittern bei Parkinson-Patienten verringert sowie Depressionen und Zwangsstörungen gelindert werden” (Pressemitteilung Daimler und Benz Stiftung). Diese sogenannten “Elektrozeutika”, eine Art von “elektronischen Pillen”, vermögen – so weiter die Ausführungen – “die Gabe von Medikamenten zu verringern oder gar zu ersetzen” (ebd.). “Dabei stellt sich aber eine wichtige ethische Frage: Kontrolliert der Mensch noch die Maschine oder wird er von ihr kontrolliert?” (ebd.) Dies ist eine Frage für Informations-, Technik- und Medizinethik und ein weiteres Beispiel dafür, dass diese eng kooperieren müssen. Weitere Informationen über www.daimler-benz-stiftung.de.

Abb.: Mensch und Maschine – wer kontrolliert wen?