Schlagworte: Datenschutz

Selbstdarstellung und Datenschutz

Technology Review befragte den Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel zu Informationsethik und Datenschutz. Dabei interessierte u.a., ob man aus ethischer Sicht mehr Datenschutz fordern und gleichzeitig großzügig mit seinen Daten umgehen darf. Die Antwort lautete: “Das darf ich durchaus. Ich kann ja daran interessiert sein, dass fremde personenbezogene Daten geschützt werden, etwa die meiner Kinder. Ich kann grundsätzlich an Schutz und Gerechtigkeit interessiert sein. Zugleich kann ich – auch das kann informationelle Autonomie bedeuten – mich dafür entscheiden, meine persönlichen Daten freizügig wegzugeben. Wichtig ist letztlich, dass die Entscheidung über meine Daten bei mir liegt. Auch wenn die Mehrheit einen laxen Umgang im Privaten hat, bedeutet das nicht, dass ich dann auch einen haben muss. Ich möchte im Gegenteil im Rechtsstaat als Minderheit vor der Mehrheit geschützt werden. Interessant wäre, wenn ich einzelne personenbezogene Daten oder Datensätze bestimmten Personen und Einrichtungen gegenüber freigeben, anderen Personen und Einrichtungen gegenüber sperren könnte, und wenn ich bei einer Freigabe eine Gegenleistung verlangen dürfte.” Diese und andere Antworten flossen in den Beitrag von Denis Dilba ein, der unter dem Titel “Darf ich private Daten posten und trotzdem mehr Datenschutz wollen?” in der Ausgabe 10/2017 erschienen ist.

Abb.: Selfie im Meer

Privacy by Design

Petra Grimm und Tobias Keber von der Hochschule der Medien haben internationale Experten zu einem Experten-Round-Table zum Thema “Privacy by Design im automatisierten Autofahren” an die Hochschule der Medien in Stuttgart eingeladen. Nach Angaben von Susanne Kuhnert entstand die Idee zu dem interdisziplinären Austausch zum Themenbereich “Datenschutz und Datensicherheit im automatisierten und autonomen Autofahren” im Rahmen der Mitarbeit im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt KoFFI. “KoFFI” stehe, so das Einladungsschreiben, “für eine kooperative Fahrer-Fahrzeug-Interaktion und erforscht und erarbeitet ein multimodales Interaktionstool, welches im automatisierten Fahrzeug der Zukunft zum Einsatz kommen soll”. Weitere Informationen dazu über www.digitale-ethik.de/forschung/forschungsprojekte/koffi/. Am 27. Juli 2017 diskutierten Expertinnen und Experten wie Rafael Capurro und Oliver Bendel zum Thema. Im Anschluss entstanden Videos mit zentralen Statements, produziert von Studierenden der Hochschule. Diese werden in einigen Tagen online gestellt.

Abb.: Wieviel Privatsphäre bietet das Auto der Zukunft?

Zürcher Zentrum für Informationstechnologie und Datenschutz

Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich wollen, wie im Sommer 2015 bekanntgegeben wurde, in Bezug auf den Datenschutz enger zusammenarbeiten. Sie haben gemeinsam das Zürcher Zentrum für Informationstechnologie und Datenschutz ITPZ gegründet. Auf der Website der ZHAW heißt es: “Mit der neusten Generation von Datensammlern wie Fitnessuhren oder neuen Zahlungsmöglichkeiten wie digitalen Portemonnaies ist das Thema Datenschutz im Alltag angekommen. Denn mit den aktuellen technischen Möglichkeiten tauchen auch immer wieder neue Fragen und Unsicherheiten auf. Was bis jetzt im Bereich Datenschutz und Informationssicherheit vernachlässigt wurde, ist die gezielte Forschung und Vermittlung von Wissen durch Aus- und Weiterbildung sowie die Sensibilisierung durch Beratung.” (Website ZHAW) Ob man sich auch Fragen der Ethik annimmt, muss sich zeigen. Weitere Informationen über www.zhaw.ch.

Abb.: Auch Smartphones werfen Fragen des Datenschutzes auf