Schlagworte: Digitale Ethik

Autonomisierung und Cyborgisierung

Automatisierte Maschinen und (teil-)autonome Systeme verbreiten sich immer mehr. Zugleich verschmelzen Menschen und Maschinen, Menschen vermessen sich bei Aktivitäten (Quantified Self), zeichnen ihr Leben auf (Lifelogging), ergänzen und verbessern Körper und Geist und werden zu Cyborgs. Das Europäische Parlament in Brüssel widmet sich diesen Entwicklungen am 8. September 2016 von 9.30 bis 13.00 Uhr. Titel der Veranstaltung, zu der Jan Philipp Albrecht einlädt, ist “Merging of man and machines: questions of ethics in dealing with emerging”. Der Newsletter DIGITAL AGENDA wartet mit folgenden Informationen auf: “The Working Group Green Robotics would like to invite you to a public hearing on ‘Merging of man and machines: questions of ethics in dealing with emerging technology’. With this and further discussions we would like to develop a position on how society should respond to questions like How will our lives and our society change with the increasing fusion with modern technology? What role have politics and law in this context? Is there a need for regulation and if so, how? How can human rights be addressed?” Im Track “Ethics & Society: Examples of how our lives, values and society will change” sprechen drei Expertinnen und Experten zu den genannten Themen, nämlich Yvonne Hofstetter (Direktorin der Teramark Technologies GmbH), Prof. Dr. Oliver Bendel (Professor an der Hochschule für Wirtschaft FHNW) und Constanze Kurz (Sprecherin des CCC). Der Track “Politics & Law: Examples of how we do/can debate and regulate this field” wird bestritten von Juho Heikkilä (Bereichsleiter bei DG Connect) und Dr. Hielke Hijmans (Special Advisor at the Offices of the European Data Protection Supervisor). Zwei weitere Vortragende sind Enno Park (Vorsitzender von Cyborgs e.V.) und Dana Lewis (Unternehmensgründerin). Weitere Informationen über www.janalbrecht.eu/termine/merging-of-man-and-machines-questions-of-ethics-in-dealing-with-emerging-technology.html.

Abb.: Organische und technische Strukturen finden zueinander

Privatsphäre und Demokratie

Der Workshop “Chancen und Risiken von Smart Cams im öffentlichen Raum” der Universität Oldenburg und des Datenschutz-Beirats der Deutschen Bahn fand am 23. und 24. Juni 2016 im Bahntower am Potsdamer Platz in Berlin statt. Moderiert wurde er von Prof. Dr. Jürgen Taeger (Universität Oldenburg). Die im Programm verzeichneten Referentinnen und Referenten glänzten – wenn nicht gerade durch Abwesenheit – mit ihren Vorträgen über klassische Überwachungskameras und Smart Cams aller Art. Am ersten Tag diskutierte Dr. Thomas Schwenke (Universität Oldenburg) die Chancen und Risiken von “Smart Glasses” und verwendete den Begriff “sousveillance”, im Sinne der Beobachtung von unten. Jan-Keno Janssen (Redakteur der c’t) berichtete über seinen persönlichen Test mit einer Datenbrille, bei dem er positive Reaktionen erlebte. Negative Reaktionen von Betroffenen schilderte Maja Smoltczyk (Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit). Es gebe viele Eingaben von Menschen, die mit Handys und Smart Cams gefilmt wurden und sich dagegen wehren möchten. Sie wies grundsätzlich darauf hin, dass Gesichtsvermessung schon in früheren Zeiten missbraucht wurde. Am nächsten Tag eröffnete Prof. Dr. Susanne Boll-Westermann (OFFIS Institut für Informatik) mit ihrem fundierten Überblick über Lifelogging. Dennis Rohde (MdB, SPD) und Dr. Konstantin von Notz (MdB, Grüne) lieferten eindrückliche Statements zur Informationsgesellschaft. Das große Ganze hatte auch Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler (Universität Oldenburg) im Blick. Er arbeitete heraus, welche Bedeutung die Privatsphäre für die Demokratie hat. Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) beschloss den Reigen der morgendlichen Statements mit Ausführungen zu Smart Cams aus der Perspektive der Informationsethik und mit konkreten Vorschlägen für Betreiber und Betroffene. Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Der Bahntower in Berlin

Ein Selfie mit Roger

Im Juni 2016 ist in der Netzwoche der Artikel “Ein Selfie mit Roger” von Oliver Bendel erschienen. Er beginnt mit folgenden Worten: “Interaktive Werbeflächen sind Plakate, Terminals und Säulen, die sich als digitale Werbeträger automatisch auf Passanten, Besucher, Kunden und Interessierte einstellen und mit diesen in eine Interaktion treten. Sie verbreiten sich in der Schweiz immer mehr. Es ergeben sich Chancen und Risiken.” (Netzwoche, Juni 2016) Diese werden u.a. aus der Perspektive der Medizin, der Rechtswissenschaft und von Informations- und Wirtschaftsethik betrachtet. “Bei der Verwendung von interaktiven Werbeflächen werden rechtliche und ethische Fragen aufgeworfen. So ist etwa zu klären, wer die Haftung bei falschen Produktinformationen übernimmt, insbesondere dann, wenn diese nicht fest ins System gegossen werden, sondern in der Kommunikation mit dem Kunden oder auf der Basis von Profilen vermittelt werden. Aus Sicht von Informations- und Wirtschaftsethik ist der Schutz der Bürger und Konsumenten von Relevanz. Interaktive Werbeflächen können in die Privatsphäre eingreifen, sogar in öffentlichen Bereichen, und das Persönlichkeitsrecht sowie die informationelle Autonomie verletzen.” (Netzwoche, Juni 2016) Der Beitrag kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Abb.: Auch ein Selfie

 

Arbeiten 4.0

Eine Tagung zum “Arbeiten 4.0″ findet an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart am 15. Juni 2016 statt. In der Pressemitteilung heißt es: “Die Digitalisierung hat bereits in den letzten 20 Jahren sichtbar unseren Alltag verändert. Auch die Arbeitswelt wird gerade umgebaut. Von wem? Und wie werden wir in Zukunft arbeiten? Wer oder was wird uns dabei bestimmen? Wie und wohin wird sich unsere Gesellschaft weiterentwickeln?” (Website IDW) Und weiter: “Referenten aus der Arbeitsforschung, der Bildungsarbeit, aus Soziologie, Philosophie und Ethik stellen Fragen zur Zukunft der Arbeit in der digitalisierten Gesellschaft und laden das Publikum zur Diskussion ein.” (Website IDW) So thematisiert Prof. Dr. Simone Dietz (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) aus ethischer Perspektive die “Heimliche Arbeit im digitalen Raum”. Weitere Informationen zur Veranstaltung des Instituts für Digitale Ethik (IDE) über https://idw-online.de/de/news653713.

Abb.: Eine Bibliothek in Stuttgart

Interview zur Maschinenethik

Ein vierteiliges Interview mit dem Maschinenethiker und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel ist am 31. Mai 2016 in Telepolis erschienen. Es geht um autonome Autos, um neuartige Chatbots wie den GOODBOT und um tierfreundliche Saugroboter wie LADYBIRD. Es geht um die Forschung in der Schweiz und in den USA und das Zusammenleben mit den Maschinen. Zum Verkehr der Zukunft sagt Bendel: “Was also tun? Ich rate hartnäckig dazu, bestimmte Maschinen in offenen Welten nicht auf uns loszulassen. Es sind vermutlich tragfähige Kompromisse möglich. Man kann autonome Autos in den Städten verbieten und zwischen den Städten fahren lassen, auf bestimmten Spuren, wobei der Spurwechsel meist gut beherrscht wird, zu bestimmten Uhrzeiten, mit bestimmten Geschwindigkeiten. Eventuell auch im Entenmarsch, ein Auto fährt voran, die anderen bilden eine Kette wie die Küken hinter der Mutter. Projekte dieser Art hat es gegeben. Bei einer solchen Entflechtung des Verkehrs sind diejenigen beruhigt, die dem autonomen Auto misstrauen, und es werden kaum Unfälle mit konventionellen Fahrzeugen auftreten.” (Telepolis, 31. Mai 2016) Der Beitrag mit dem Titel “Über die Moral der Maschinen und eine programmierte Ethik” kann über http://www.heise.de/tp/artikel/48/48387/1.html abgerufen werden.

Abb.: Ein Roboter in Tokyo

Beitrag zur Digitalisierung

“Der Begriff der Digitalisierung hat mehrere Bedeutungen. Er kann die digitale Umwandlung und Darstellung bzw. Durchführung von Information und Kommunikation oder die digitale Modifikation von Instrumenten, Geräten und Fahrzeugen ebenso meinen wie die digitale Revolution, die auch als dritte Revolution bekannt ist, bzw. die digitale Wende.” Mit diesen Worten beginnt ein neuer Eintrag im Wirtschaftslexikon von Gabler, erschienen am 2. Mai 2016. Nachdem der Begriff der Digitalisierung geklärt ist, wird auf Beispiele wie Künstliche Intelligenz, Big Data und Cloud Computing eingegangen. Am Ende wird auch die Perspektive der Ethik eingenommen: “Die Digitalisierung wird diskutiert und kritisiert, und insbesondere die nächste Entwicklungsstufe, die sie ermöglicht, ist in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik umstritten. Die Bereichsethiken können die bei der Digitalisierung entstehenden moralischen Probleme – etwa in Bezug auf die Industrie 4.0 – reflektieren, allen voran Technik-, Informations- und Wirtschaftsethik.” Technik- und Informationsethik “fragen nach dem Zugewinn und dem Verlust der persönlichen und informationellen Autonomie und nach der Abhängigkeit der Kunden von IT und IT-Unternehmen”. Der Beitrag von Oliver Bendel kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/digitalisierung.html abgerufen werden.

Abb.: Auch das Surfen im Web gehört zur Digitalisierung

Maschinenethik im Comicheft

Yps war jahrzehntelang das Kultheft für Kinder. Diese fieberten vor allem den Gimmicks entgegen, von denen sich einige bis heute im kollektiven Gedächtnis erhalten haben, etwa der Solarzeppelin, das Abenteuerzelt und die Maschine, mit deren Hilfe man eckige Eier macht. Auch umstrittene Beilagen wie die Urzeitkrebse und die Tropenschmetterlinge müssen erwähnt werden. Eigene Produktionen, u.a. mit dem karierten Yps-Känguru, und lizensierte Comics dienten als leichtverdauliches Lesefutter. Ein paar Jahre nach der Einstellung im Jahre 2000 erschienen Testausgaben, die sich an Erwachsene richteten. Der große Erfolg blieb aus. Nach einer längeren Zeit versuchte man es nochmals, mit einer thematischen Fokussierung auf Mode, Automobile und Technik und einem durchgehenden Bezug – so die Pressemitteilung des Verlags – “zu Karos, Kängurus oder Kohl”. Das Konzept ging auf, und so erhalten die Kinder von damals inzwischen jeden zweiten Monat eine Ausgabe. Die erste des Jahres 2016 wartet mit einem Schwerpunkt zu Robotern und Cyborgs auf. Der “Blick in die Zukunft” widmet sich daneben Fleischimitaten und Traktorstrahlen. Auf Seite 20 findet sich ein Interview mit Oliver Bendel zu Robotik und Maschinenethik. Mit www.yps.de ist das Heft auch im Web präsent.

Abb.: Roboter im Comic

Lexikon zur Informationsethik

Anfang 2016 erscheint ein neues Springer-Lexikon mit dem Titel “300 Keywords Informationsethik”. Oliver Bendel, Wirtschaftsinformatiker, Informationsethiker und Maschinenethiker, Professor an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, hat das ganze Werk mit seinen 250 Seiten verfasst. Dadurch handelt es sich um ein Nachschlagewerk aus einem Guss, was eine Seltenheit und eine Besonderheit ist. Manche der Begriffe werden kurz und knapp erklärt, andere seitenlang. Nach der Lektüre ist man umfassend in die Bereichsethik eingeführt, die auch mit dem Begriff der digitalen Ethik umrissen wird und der man Computerethik, Netzethik und Neue-Medien-Ethik zuordnen kann. Und auch die Maschinenethik und die Roboterethik sind einem nicht mehr fremd. Natürlich lernt der Leser den Big Brother (und den Little Brother) kennen, und es kommt ihm die Filter Bubble entgegengeschwebt. Gespannt sein darf man auf den Cyberhedonismus, den Sexroboter und den Wutbürger. Weitere Informationen sind über Springer erhältlich.

Abb.: Cover des neuen Lexikons

Zwischen Strumpfhosen und Schraubenziehern

“Interaktive Werbeflächen sind Plakate, Terminals, Säulen etc., die sich automatisch auf Passanten, Besucher, Kunden und Interessierte einstellen und mit diesen in eine Interaktion treten. Teilweise werden Bewegungsmelder sowie Bild- und Mustererkennung zur Bestimmung von Geschlecht, Größe und Alter verwendet.” So beginnt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel für das Wirtschaftslexikon von Springer Gabler. Die interaktiven Werbeflächen zeigen Männern und Frauen, Großen und Kleinen, Jungen und Alten unterschiedliche Werbung. Dabei werden natürlich auch Klischees bedient. Am Ende wird die Perspektive der Ethik eingenommen: “Interaktive Werbeflächen können in die Privatsphäre eingreifen, selbst in öffentlichen Bereichen, und das Persönlichkeitsrecht verletzen sowie die informationelle Autonomie beschädigen. Dies ist Thema der Informationsethik. Die Maschinenethik fragt nach moralisch adäquaten Entscheidungen der Plakate und Terminals, die Medienethik nach der Reizüberflutung im (teil-)öffentlichen Raum.” Der Beitrag ist am 2. Dezember 2015 erschienen und kann über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/interaktive-werbeflaechen.html aufgerufen werden.

Abb.: Wenig interaktive Strumpfhosen

Unintended Consequences

Die Zeitschrift IEEE Potentials hat im November 2015 einen Call for Papers veröffentlicht zum Thema “Unintended Consequences: the Paradox of Technological Potential”. Auf der Website der Mitherausgeberin Dr. Katina Michael heißt es: “We are looking for critical reviews and analyses, case examples, commentaries, interviews, opinion pieces, stories, projections and science fiction narratives from researchers, futurists, practitioners and storytellers, examining the hidden implications of our ever-digital lives.” Der Blick soll auf Zukunft oder Gegenwart gerichtet sein: “While we are open to predictive scenarios of what the near future will bring, we are also looking for contemporary analysis as well. After all, we are living at a time where the line between science fiction and reality is blurring: our relationships are mediated, our memories are archived, and our identities are public documents. What are the implications of rapidly advancing technology on government (e.g. military drones), organizations (e.g. data analytics), and our personal lives (e.g. wearables)?” Ein Abstract muss bis zum 8. Januar 2016 hochgeladen werden. Weitere Informationen über www.katinamichael.com.

Abb.: Welche Nebenwirkungen haben Kampfroboter?

Über autonome Autos und kämpfende Roboter

Wen soll das autonome Auto töten? Darf es überhaupt töten? Wen soll die Drohne töten? Der Maschinenethiker Oliver Bendel befasst sich seit mehreren Jahren mit solchen Fragen. Bei watson.ch gibt es am 4. November alte und neue Antworten. Bendel spricht sich dafür aus, die Maschine nicht über Leben und Tod von Menschen entscheiden zu lassen. Dafür muss man das Roboterauto, wenn man es erlaubt, in die Schranken weisen. Auf separaten Fahrspuren, zu bestimmten Uhrzeiten und mit reduzierter Geschwindigkeit entstehen weniger Unfälle und dadurch weniger Dilemmata. Zudem werden die Fahrzeuge für Skeptiker und Gegner berechenbarer, was ihrer Akzeptanz zuträglich ist. Überhaupt muss, so fordert Bendel, die Gesellschaft miteinbezogen werden. Am Rande wird auch auf Kampfroboter eingegangen. Der Maschinenethiker sagt dazu: “Ich habe zwar den Aufruf gegen Kampfroboter mitunterschrieben, aber ich muss zugeben, dass die Sache nicht ganz so schwarz-weiss ist, wie sie auf den ersten Blick scheint. Ein Kollege stellte schon vor einiger Zeit fest: Im Gegensatz zu Soldaten vergewaltigen Killerroboter nicht, sie brandschatzen nicht, sie plündern nicht. Sympathisch sind sie mir trotzdem nicht.” (watson.ch, 4. November 2015)  Der Beitrag kann über www.watson.ch/!106690026 aufgerufen werden.

Abb.: Ein menschlicher Soldat hinter einem Fenstergitter

Ausschreibung zu einer Studie zu Quantified Self

Die TA-SWISS schreibt eine Technology-Assessment-Studie zum Thema “Quantified Self – Schnittstelle zwischen Lifestyle und Medizin” aus. “Quantified Self” steht für Self-Tracking-Lösungen, vor allem im sportlichen und medizinischen Bereich, und eine damit verbundene Bewegung. Es werden Daten des Körpers zusammen mit anderen Daten (Zeit, Raum etc.) erfasst, ausgewertet und dokumentiert sowie teilweise – etwa über Streaming und über Erfahrungsberichte – mit anderen geteilt. Eingesetzt werden Wearables aller Art, etwa Smartwatches. In der Ausschreibung heißt es zu dem Phänomen: “Aus der Datenfülle sollen Erkenntnisse gewonnen werden für die Früherkennung von Krankheiten und die Optimierung von Therapien, zudem sollen die Daten auch Aufschluss geben darüber, welche Faktoren einer guten Gesundheit förderlich sind. Doch der Umgang mit gesundheitsrelevanten Daten ist heikel und sollte hohen Anforderungen des Datenschutzes genügen.” In der Studie sollen laut TA-SWISS die Chancen und Risiken von Quantified Self diskutiert werden. Auch die Informationsethik ist eine mögliche Perspektive. Es steht ein Budget von bis zu 140000 CHF zur Verfügung. Gewünschter Projektbeginn ist März 2016. Weitere Informationen über www.ta-swiss.ch.

Abb.: Quantified Self mit Hilfe einer Smartwatch

Handygirl in Holland

Auf seiner Vortrags- und Lesereise vom 14. bis 16. September 2015 durch die Niederlande erzählte Oliver Bendel von seinen Handyromanen und -haikus und trug kurze Passagen aus seinen Werken vor, etwa aus „Handygirl“ (2009 – 2010). Handygirl ist ein Avatar und lebt auf dem Handy von Liza. Sie liest die SMS vor und ist eifersüchtig, wenn Liza über ihr Notebook chattet. Niemand ahnt, dass Handygirl eines Tages zur Superheldin wird. Am wenigsten Handygirl selbst. Doch eines Tages geschieht es: Als Liza in Gefahr gerät und fürchterliche Angst bekommt, steigt Handygirl aus dem Handy und rettet und tröstet sie. Sie wird eine Superheldin, vor allem aber ein Mensch; und für Augenblicke lebt sie wirklich. Handygirl war eine Inspiration für den GOODBOT, der 2013 an der Hochschule für Wirtschaft FHNW als Prototyp entwickelt wurde, und den Oliver Bendel am Ende der Veranstaltungen als moralische Maschine vorstellte. Stationen waren u.a. Universiteit Leiden, Universiteit Groningen und Universiteit Utrecht. Eingeladen haben den Wissenschaftler und Schriftsteller die Goethe-Institute Amsterdam und Rotterdam und die Deutsche Bibliothek in Den Haag. In der Reihe, an der schon Hans Magnus Enzensberger, Friedrich Christian Delius, Peter Stamm und Kathrin Passig mitgewirkt haben, ging es dieses Mal um die Digitalisierung der Literatur.

Abb.: Nach der Veranstaltung in Zwolle

Berliner Konferenz zur Roboterethik

Die Konferenz “Roboterethik – Sie sind stark, klug, selbstständig. Und was wird aus uns?” findet am 24. November 2015 in Berlin statt. Veranstalter sind Daimler und Benz Stiftung sowie Cologne Center for Ethics, Rights, Economics and Social Sciences of Health (ceres). Auf der Website zur Tagung heißt es: “Während der eintägigen Veranstaltung soll aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden, wie autonome Systeme unser Leben und unsere Gesellschaft verändern und welche ethischen Spannungsfelder hierdurch in unterschiedlichen Lebensbereichen aufgeworfen werden bzw. zukünftig entstehen können. Neben Ausführungen zu Entwicklungsstand, Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten autonomer Systeme soll deren Einsatz in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft, Politik und Verkehrswesen insbesondere aus ethischer, philosophischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive betrachtet werden.” (Website ceres) Beiträge gibt es u.a. von Prof. Dr.-Ing. Alin Albu-Schäffer, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Acting Head of the Institute of Robotics and Mechatronics, Prof. Dr. rer. nat. Jochen Steil, Universität Bielefeld, Managing Director Research Institute for Cognition and Robotics, und Prof. Dr. phil. Catrin Misselhorn, Universität Stuttgart, Direktorin des Instituts für Philosophie und Inhaberin des Lehrstuhls für Wissenschaftstheorie und Technikphilosophie. Prof. Dr. oec. Oliver Bendel, Maschinenethiker und Wirtschaftsinformatiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, hält den Vortrag “Die Moral in der Maschine”. Weitere Informationen über ceres.uni-koeln.de.

Abb.: Es geht auch um die Moral der Maschinen

Die 4. Revolution

Luciano Floridi ist Professor für Philosophie und Informationsethik an der Universität Oxford. Sechs Jahre lang hatte er den “UNESCO Chair in Information and Computer Ethics” inne. Zurzeit ist er Mitglied des Expertenrats, der Google bei der Umsetzung des Rechts auf Vergessenwerden berät. Dieses, auch (eher missverständlich) Recht auf Vergessen genannt, steht in einem engen Zusammenhang mit der informationellen Autonomie. 2013 erschien “The Ethics of Information” (Oxford University Press), 2014 “The Fourth Revolution: How the Infosphere is Reshaping Human Reality” im selben Verlag. Suhrkamp wird dieses Buch im Oktober 2015 unter dem Titel “Die 4. Revolution: Wie die Infosphäre unser Leben verändert” auf den Markt bringen. In der schwer verständlichen Produktbeschreibung ist von Menschen die Rede, die vorgeschichtlich, geschichtlich und hypergeschichtlich leben, letztere damit “in Gesellschaften und Lebenswelten, wo die IKT und ihre Möglichkeiten der Datenverarbeitung nicht bloß wichtige, sondern essenzielle Voraussetzungen für die Erhaltung und weitere Förderung des Wohlstands aller und jedes Einzelnen sowie der gedeihlichen Entwicklung insgesamt sind” (Buchinformation Suhrkamp).

Abb.: Evolution und Revolution

50 Beiträge zur Informationsethik

Im Folgenden eine Zusammenstellung von 50 Beiträgen, die Oliver Bendel seit 2010 zur Informationsethik und zu verwandten Themen geschrieben hat. Viele sind online verfügbar. Beiträge zur Maschinenethik sind an dieser Stelle nicht aufgeführt.

Bendel, Oliver. 300 Keywords Informationsethik. Springer Gabler, Wiesbaden 2015. (Erscheint November 2015)

Bendel, Oliver. Human Enhancement: Die informationstechnische Erweiterung und ihre Folgen. In: TATuP, 2/2015. S. 82 – 89. Auch als PDF verfügbar.

Bendel, Oliver. Schwarmintelligenz. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2015. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/schwarmintelligenz.html.

Bendel, Oliver. Die Industrie 4.0 aus ethischer Sicht. In: Reinheimer, Stefan (Hrsg.). HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik, 22. Juli 2015 (“Online-First”-Artikel auf SpringerLink).

Bendel, Oliver. Der kleine Lauschangriff: Auditive Systeme aus Sicht der Ethik. In: Telepolis, 5. Juli 2015. Über http://www.heise.de/tp/artikel/45/45319/1.html.

Bendel, Oliver. Medizinische Roboter mit Nebenwirkungen. In: SenLine,  27. Juni 2015. Über http://www.senline.ch/medizinische-roboter-mit-nebenwirkungen-id1093.

Bendel, Oliver. Tablet. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2015. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/tablet.html.

Bendel, Oliver. Zur Annäherung von Wirtschafts- und Informationsethik. In: Forum Wirtschaftsethik, Online-Ausgabe 1/2015. Über http://www.dnwe.de/forum-wirtschaftsethik-online-1-2015.html. S. 14 – 17.

Bendel, Oliver. Microblog. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2015. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/microblog.html.

Bendel, Oliver. Wearables. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2015. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/wearable.html.

Bendel, Oliver. Die Maschinenstürmer des Informationszeitalters. In: ICTkommunikation (Online-Ausgabe), 5. März 2015. Über http://ictk.ch/.

Bendel, Oliver. Drohne. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2015. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/drohne.html.

Bendel, Oliver. Chancen und Risiken 4.0. In: UnternehmerZeitung, 2 (2015) 21. S. 32 – 33. Auch als PDF erhältlich.

Bendel, Oliver. Private Drohnen aus ethischer Sicht: Chancen und Risiken für Benutzer und Betroffene. In: Informatik-Spektrum, 14. Februar 2015 (“Online-First”-Artikel auf SpringerLink).

Bendel, Oliver. Smart Metering. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2015. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/smart-metering.html.

Bendel, Oliver. Selbstständig fahrende Autos. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2015. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/selbststaendig-fahrende-autos.html.

Bendel, Oliver. Big Data. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2015. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/big-data.html.

Bendel, Oliver. Die Moral der Informationsgesellschaft: Für eine Renaissance der Informationsethik und eine Stärkung der Technologiefolgenabschätzung. In: Bellucci, Sergio; Bröchler, Stephan; Decker, Michael et al. (Hrsg.). Technikfolgenabschätzung im politischen System: Zwischen Konfliktbewältigung und Technologiegestaltung. Reihe Gesellschaft – Technik – Umwelt. Edition Sigma, Berlin 2014. S. 109 – 120.

Bendel, Oliver. Die Roboter sind unter uns. In: Netzwoche, 22 (2014). S. 28. Auch als PDF erhältlich.

Bendel, Oliver. Smartwatch. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2014. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/smartwatch.html.

Bendel, Oliver. Informationsethik. In: Kurbel, Karl; Becker, Jörg; Gronau, Norbert et al. (Hrsg.). Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik. 8. Aufl. Über http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de. Oldenbourg, München 2014.

Bendel, Oliver. Die Datenbrille aus Sicht der Informationsethik: Problemanalysen und Lösungsvorschläge. In: Informatik-Spektrum, 13. September 2014 (“Online-First”-Artikel auf SpringerLink).

Bendel, Oliver. Cyber-physische Systeme. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2014. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/cyber-physische-systeme.html.

Bendel, Oliver. Industrie 4.0. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2014. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/industrie-4-0.html.

Bendel, Oliver. Neun Thesen zur Ethik. In: zfo, 4/2014. S. 233 – 234.

Bendel, Oliver. Human Enhancement. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2014. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/human-enhancement.html.

Bendel, Oliver. Bildung für die Massen – Chancen und Risiken von MOOCs. In: Netzwoche, 20 (2014). S. 22. Auch als PDF erhältlich.

Bendel, Oliver. Fahrerassistenzsysteme aus ethischer Sicht. In: Zeitschrift für Verkehrssicherheit, 2/2014. S. 108 – 110.

Bendel, Oliver. Wenn Roboter Selfies schiessen. In: ICTkommunikation (Online-Ausgabe), 8. April 2014. Über http://ictk.ch/content/wenn-roboter-selfies-schiessen.

Bendel, Oliver. Datenbrille. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2014. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/datenbrille.html.

Bendel, Oliver. Fahrerassistenzsystem. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2014. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/fahrerassistenzsystem.html.

Telesko, Rainer; Bendel, Oliver; Amstad, Fabienne; Wyl, Agnes von. Ein Companion für Jugendliche. In: UnternehmerZeitung, 1 (2014) 20. S. 32 – 33. Auch als PDF erhältlich.

Bendel, Oliver. Der Spion im eigenen Haus. In: IT for Health, 01/2014. S. 22 – 24. Auch als PDF erhältlich.

Bendel, Oliver. Ethikkommission. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2014. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/ethikkommission.html.

Bendel, Oliver. Die Medizinethik in der Informationsgesellschaft: Überlegungen zur Stellung der Informationsethik. In: Informatik-Spektrum, 6 (2013) 3. S. 530 – 535.

Bendel, Oliver. Informationsethik. In: Kurbel, Karl; Becker, Jörg; Gronau, Norbert et al. (Hrsg.). Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik. Über http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/wi-enzyklopaedie/lexikon/daten-wissen/Grundlagen-der-Informationsversorgung/Informationsethik. Oldenbourg, München 2013.

Bendel, Oliver. Technikethik. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2013. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/technikethik.html.

Bendel, Oliver. Medienethik. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2013. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/medienethik.html.

Bendel, Oliver. Netiquette. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2013. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/netiquette.html.

Bendel, Oliver. Sinnhafte Entcomputerisierung: Bereicherung durch weniger Automation. In: zfo, 01/2013. S. 64 – 66.

Bendel, Oliver. Medizinethik. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2013. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/medizinethik.html.

Bendel, Oliver. Whistleblowing. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2013. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/whistleblowing.html.

Bendel, Oliver. Die Medizinethik in der Informationsgesellschaft: Überlegungen zur Stellung der Informationsethik. In: Informatik-Spektrum, November 2012 (“Online-First”-Artikel auf SpringerLink).

Bendel, Oliver. Deutscher Ethikrat. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2012. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/deutscher-ethikrat.html.

Bendel, Oliver. Informationsethik. Beitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon. Gabler/Springer, Wiesbaden 2012. Über http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/informationsethik.html.

Bendel, Oliver. Eine Frage der Moral: Informationsethik für Unternehmen. In: UnternehmerZeitung, 16 (2010) 18. S. 42 – 43. Auch über http://www.unternehmerzeitung.ch. Auch als PDF erhältlich.

Bendel, Oliver. Die Medizin in der Moral der Informationsgesellschaft: Zum Verhältnis von Medizinethik und Informationsethik. In: IT for Health, 3 (2012) 2. S. 17 – 18. Auch als PDF erhältlich.

Bendel, Oliver. Informationsethik im Unternehmen. In: Netzwoche, 4 (2012). S. 25 – 26. Auch als PDF erhältlich.

Bendel, Oliver. Jugend ohne Namen: Zur Anerziehung der Anonymität im Netz. In: Computer + Unterricht, 2 (2010). S. 54 – 55.

Bendel, Oliver. Netiquette 2.0 – der Knigge für das Internet. In: Netzwoche, 5 (2010). S. 40 – 41. Auch als PDF erhältlich.

Über Schwarmintelligenz

“Schwarmintelligenz (im Sinne der kollektiven Intelligenz von Menschen, nicht von Agenten oder Robotern) meint den gezielten Einsatz von Fähigkeiten von Individuen und der Macht der Masse zur Lösung von Problemen und Bewältigung von Anforderungen. Beispielsweise werden Doktorarbeiten über Wikis von Benutzern daraufhin überprüft, ob sie Plagiate darstellen, oder virtuelle Friedhöfe mit Bildern von Grabsteinen und Informationen zu den Toten bestückt.” Mit diesen Worten beginnt ein neuer Eintrag im Wirtschaftslexikon von Gabler. Autor ist der Informations- und Maschinenethiker und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel. Er hat in den letzten Jahren über 50 Artikel für das größte Nachschlagewerk für Wirtschaft im deutschsprachigen Raum erstellt, viele davon aus der Ethik heraus oder die Disziplin berücksichtigend. So schließt er denn auch mit den Worten: “Die Informationsethik wirft die Frage auf, wie sich die Intelligenz des Schwarms und die Moral der Benutzer zueinander verhalten und ob die Schwarmintelligenz von Dritten genutzt werden soll und darf.” Der Beitrag ist am 4. August 2015 erschienen und kann über die Adresse wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/schwarmintelligenz.html abgerufen werden.

Abb.: Ein Quallenschwarm

Von Big Data bis Maschinenethik

Das Dialogforum WISSENSWERTE 2015 in Bremen bietet vom 16. bis 17. November 2015 mehrere Workshops zu aktuellen und brisanten Themen an. Getragen wird die Reihe u.a. von Helmholtz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft und Stifterband für die deutsche Wissenschaft. Am 17. November widmet man sich dem Thema “Maschinenethik – wenn Roboter über Leben und Tod entscheiden”. Der Fokus ist auf autonome Autos und autonome Waffensysteme gerichtet. Der Eröffnungsvortrag wird von Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) gehalten. Weitere Workshops sind “Big Data in der Medizin – eine gesellschaftliche Revolution und was sie für uns bedeutet”, “Wie viel Evidenz steckt in unserem Gesundheitssystem?” und “Die Gene und die ‘Rassen’ – ein heikles Terrain”. Zudem wird am 24. November 2015 ein Rechercheworkshop zu “Palliativmedizin – warum geht es so langsam voran in Deutschland?” durchgeführt. Weitere Informationen über www.wissenswerte-bremen.de.

Abb.: Was sieht das autonome Auto?

Against Autonomous Weapons

KI-Forscher und Robotiker sowie weitere Wissenschaftler aus aller Welt haben das Verbot von autonomen Waffensystemen, etwa Kampfrobotern, gefordert. Zu den Unterzeichnern des offenen Briefs gehören der Physiker und Astrophysiker Stephen Hawking, der Apple-Co-Founder Steve Wozniak und der Sprachwissenschaftler und Linksintellektuelle Noam Chomsky. Manche Experten lehnen Kampfroboter ab, weil diese falsche Entscheidungen treffen und die Bevölkerung verunsichern können, andere weisen darauf hin, dass Maschinen anders als Menschen nicht zu Plünderungen, Brandschatzungen und Vergewaltigungen neigen und somit die Nebenschauplätze von Kriegen menschlicher gestaltet werden können. Zudem könne man das Leben derjenigen Soldaten schützen, die von den Robotern unterstützt oder ersetzt werden. Der offene Brief wurde bei der Eröffnung der IJCAI 2015 Conference am 28. Juli 2015 präsentiert. Unterschrieben hat ihn auch der Maschinenethiker Oliver Bendel, der in seinen Fachartikeln nicht zuletzt Kampfdrohnen thematisiert hat und der Robotern, die komplexe Entscheidungen mit moralischen Implikationen zu treffen haben, ausgesprochen kritisch gegenübersteht. Er spricht sich für sogenannte einfache moralische Maschinen aus.

Abb.: Auch Aufklärungsdrohnen werden immer autonomer (Quelle: Wikipedia; Autor: Padeluun)

Der Lügenbot Nana

Anna von Ikea sagt die Wahrheit. Zumindest kann man das annehmen, und man darf vermuten, dass sie die Wahrheit nur verschweigt, wenn sie einen guten Grund dafür hat oder überfordert ist. Was aber, wenn ein Chatbot die Unwahrheit sagt? Wenn Nana, wie sie heißen soll, die Wahrheit verdreht, die Wahrheit von Anna, die Wahrheit an sich? Was ist, wenn Anna gehackt oder umgestaltet und zu Nana wird, oder wenn man glaubt, mit Anna zu plaudern, eigentlich aber Nana dahintersteckt? Das Missbrauchspotenzial bei gewissen Informations- und Kommunikationsdiensten im Internet ist groß. In einem Artikel von Oliver Bendel mit dem Titel “Wenn ein Chatbot zum Lügenbot wird” (ICTkommunikation, 24. Juli 2015) wird systematisch untersucht, wie (der Entwickler von) Nana vorgehen könnte, und gezeigt, dass ein Lügenbot, bei allen Tücken, realisiert werden kann – und dass die Gefahr, einem zu begegnen, immerhin vorhanden ist. Fragen stellen sich für Informationsethik und Maschinenethik gleichermaßen.

Abb.: Nana treibt Schabernack