Schlagworte: Drohnen

Die Vielfalt der Drohnen

Drohnen im Sinne von unbemannten Luftfahrzeugen existieren heute in vielfältiger Form, als Quadrokopter genauso wie als Oktokopter, im Betrieb ferngesteuert, teilautonom oder autonom. Man kann den militärischen, politischen, journalistischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und privaten Einsatz unterscheiden. Es finden sich etliche spezielle Bezeichnungen, sowohl im Deutschen als auch im Englischen. Eine Grafik, die über maschinenethik.net zur Verfügung gestellt wird, versucht mit Blick auf die Vielfalt der Drohnen etwas Ordnung zu schaffen. Es handelt sich um eine erste Version, die gegebenenfalls aktualisiert und adaptiert werden soll. Sie kann unter Angabe der Quelle und des Autors auf Websites und in Beiträgen verwendet werden. In der Grafik werden nicht zuletzt Beispiele für Anwendungen gegeben. Dutzende Möglichkeiten mussten aus Platzgründen weggelassen werden. So erfreuen sich Drohnen etwa bei Immobilienmaklern großer Beliebtheit, kann man doch Haus und Garten auch von oben und aus neuen Perspektiven zeigen, ohne dass man gleich einen Hubschrauber mieten muss. Überhaupt ist die Kostenersparnis ein wesentlicher Aspekt bei der Verbreitung der Drohnen. Zugleich stellen sich ethische Fragen; darauf geht etwa dieser Artikel im Informatik-Spektrum ein.

Abb.: Einsatzformen und Bezeichnungen von Drohnen

Commercial Drones in Switzerland

Commercial drones can be used for the transport of components and the good delivering as well as for the monitoring of consumers. Unmanned aerial vehicles (UAV) often come in combination with cameras and other equipment and are spies in the form of high-tech products. Sometimes, they drop out of the sky and hurt people. In Zurich, private drones seem to be a big problem for safety and security, and the laws have been tightened and improved. Remote-controlled commercial drones shall have cameras, gripper arms or a transportation space. In a current project, three master students of the School of Business (University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland FHNW) try to answer the following questions: What kinds of drones are available for commercial purposes? In which ways these UAV can be used? What are the technical challenges and possibilities? What are the problems from the perspective of information ethics? What are the general challenges in Switzerland? The results are expected by the end of summer 2016. Prof. Dr. Oliver Bendel is the contact for all questions concerning the research project and possible follow-up activities.

Fig.: A drone in the air

Unintended Consequences

Die Zeitschrift IEEE Potentials hat im November 2015 einen Call for Papers veröffentlicht zum Thema “Unintended Consequences: the Paradox of Technological Potential”. Auf der Website der Mitherausgeberin Dr. Katina Michael heißt es: “We are looking for critical reviews and analyses, case examples, commentaries, interviews, opinion pieces, stories, projections and science fiction narratives from researchers, futurists, practitioners and storytellers, examining the hidden implications of our ever-digital lives.” Der Blick soll auf Zukunft oder Gegenwart gerichtet sein: “While we are open to predictive scenarios of what the near future will bring, we are also looking for contemporary analysis as well. After all, we are living at a time where the line between science fiction and reality is blurring: our relationships are mediated, our memories are archived, and our identities are public documents. What are the implications of rapidly advancing technology on government (e.g. military drones), organizations (e.g. data analytics), and our personal lives (e.g. wearables)?” Ein Abstract muss bis zum 8. Januar 2016 hochgeladen werden. Weitere Informationen über www.katinamichael.com.

Abb.: Welche Nebenwirkungen haben Kampfroboter?

Militärische Drohnen in der Moral

Die Jahrestagung der Fachgruppe “Informatik und Ethik” widmet sich vom 15. bis 16. Oktober 2015 in Berlin dem Thema Drohnen. Auf der Website heißt es: “Im Geheimdienstbefugnisklärungsausschuss des Deutschen Bundestags taucht am Rande immer wieder auf, was der Ex-Geheimdienstler Michael Hayden so drastisch ausdrückte: Wir töten Menschen auf der Basis von Meta-Daten. Der nicht mehr ganz so geheime Drohnenkrieg der militärisch stärksten Staaten zeigt in erschreckender Weise, welch zentrale Rolle Technikerinnen und Techniker in der Schönen Neuen (Gewalt-)Welt einnehmen.” (Website GI, Oktober 2015) Es geht also um militärische Drohnen, die in bestimmter Weise bewertet werden. Entsprechend betrachtet Rafael Capurro am Donnerstag die “Kriegsmaschinen” aus moralischer Sicht, und Constanze Kurz wiederholt in ihrem Vortrag die obige Aussage: “We kill people based on meta-data”. Verena Hafner nimmt am Freitag die Perspektive der Roboterethik ein, Hans-Jörg Kreowski stellt die Frage nach der “Kalamität bewaffneter Drohnen”. Die Teilnahme ist laut GI kostenlos. Es wird um Anmeldung unter drohnen@turing-galaxis.de gebeten. Weitere Informationen über gewissensbits.gi.de/jahrestagung-2015-drohnen.

Abb.: Greift die Drohne an?

Einfache moralische Maschinen

Auf der Plattform KMU Business World ist am 30. August 2013 der Artikel “Einfache moralische Maschinen” von Oliver Bendel erschienen. Eine Vorabveröffentlichung brachte der Blog des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Moralische Maschinen sind nach der Meinung des Philosophen und Wirtschaftsinformatikers bereits heute möglich. Man dürfe sie nur nicht zu kompliziert denken und zu komplex gestalten. Wenn es sich um spezialisierte autonome oder teilautonome Systeme handele, könne man bei ihren Kernfunktionen ansetzen und sie mit geringfügigen Änderungen, mit wenigen zusätzlichen Komponenten in einfache moralische Maschinen verwandeln. Wie das geschehen kann, wird an vier Beispielen gezeigt, an Servicerobotern, privaten Drohnen, Chatbots und selbstständig fahrenden Autos.

Abb.: SpaceJustin vom DLR German Aerospace Center (Quelle: http://commons.wikimedia.org)

Towards a Machine Ethics

Am 15. März 2013 trägt Oliver Bendel bei der European TA Conference in Prag zum Thema “Towards a Machine Ethics” vor. Das Abstract, das im Frühjahr im Tagungsband veröffentlicht wird, hebt mit den Worten an: “There is an increasing use of autonomous machines such as agents, chatbots, algorithmic trading computers, robots of different stripes and unmanned ground or air vehicles. They populate the modern world like legendary figures and artificial creatures in Greek mythology – with the main difference being that they are real in the narrow sense of the word. Some are only partially autonomous (acting under human command) while others are completely autonomous within their area of action. A genuinely autonomous machine should be able to act in a moral way, able to make decisions that are good for humans, animals and the environment. But what does it mean for machines to behave morally? Should they learn moral rules? Should they evaluate the consequences of their acts? Or should they become a virtuous character, following Aristotle? How is it possible to implement the classical normative models of ethics and is there a need for new ones?” Der erste, zweite und dritte Abschnitt des Beitrags wird knapp zusammengefasst; dann wird auf den vierten eingegangen: “Fourthly, the paper tries to answer the question if and how it is possible to implement the classical normative models of ethics and which models should be preferred. Seven important normative approaches are described and estimated relating to their suitability for machine processing. Then the focus shifts to duty-based ethics, ethics of responsibility and virtue ethics that seem to be serious candidates. With a short technical analysis it can be shown that they fit to machine processing, apart from some limitations. The most promising approach may be the combination of the selected normative models. It is not only similar in the ‘normal’ human ethics, but also an opportunity to balance out weaknesses of the autonomous machines and to allow them alternatives. In addition, other methods like orientation on reference persons and social media evaluation could be used.” Am Ende werden Wichtigkeit und Schwierigkeit des jungen Forschungsgebiets der Maschinenethik gleichermaßen betont und persönliche und allgemeine Einschätzungen gegeben.

Maschinenethik im Gabler Wirtschaftslexikon

Im Gabler Wirtschaftslexikon wird seit 28. August 2012 auch die Maschinenethik definiert. Diese wird der Informationsethik zugeordnet und ins Verhältnis zur “Menschenethik” gesetzt. Es geht unter anderem um die Frage, ob und wie autonome Maschinen – etwa Agenten, Roboter und Drohnen – in moralischer Weise handeln sollen und können. Schon vor Jahrzehnten hat man in Wissenschaft und Literatur über diese Frage nachgedacht; aber eine entsprechende “Teilbereichsethik” (als Teil der Bereichsethik der Informationsethik) ist erst in den letzten Jahren entstanden. Offensichtlich wird die Notwendigkeit gesehen, das Verhalten von Maschinen in den Kontext der Moral zu stellen und Ethiker und Vertreter der Künstlichen Intelligenz (sowie Informatiker und Wirtschaftsinformatiker) darüber nachdenken zu lassen. Oliver Bendel definiert in seinem Beitrag den Begriff der Maschinenethik, diskutiert die Eignung normativer Modelle an, stellt wichtige Anwendungsbereiche dar und betont die hohe Relevanz der Teilbereichsethik. Der Beitrag ist direkt über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/maschinenethik.html abrufbar. Er wurde dem Sachgebiet “Grundlagen der VWL” zugewiesen. Für das Gabler Wirtschaftslexikon schreiben nach eigenen Angaben über “150 Experten aus Wissenschaft und Praxis”. Mehr als “25.000 Stichwörter stehen kostenlos” bereit.