Schlagworte: Ethik

Patientenverfügung für Pflegeroboter

Am 10. Oktober 2018 widmete sich der Bonner General-Anzeiger Robotern in der Pflege und in der Therapie. Abgedruckt ist ein Interview mit Oliver Bendel, Roboterphilosoph, Informations- und Maschinenethiker. Er hält grundsätzlich viel von Robotern in der Pflege und nimmt auch die Perspektive des Pflegers ein: Dieser soll weder ersetzt noch verdrängt werden, sondern ergänzt, er soll Hilfe und Unterstützung erhalten. Ein interessanter Prototyp war nach seiner Meinung Robear, der zusammen mit der Pflegekraft einen Patienten hochheben und umbetten konnte. Aus ethischer Sicht sei wichtig, dass wir keinen Betrug an den zu Pflegenden begehen: Er persönlich möchte später als dementer Patient nicht mit Pepper alleingelassen oder von Paro betreut werden. Er will aus seiner heutigen Freiheit und Vernunft heraus per Patientenverfügung diese Entscheidung treffen, auch wenn sie dann letztlich vielleicht falsch ist. Einen Roboter, der die Pflegekraft und ihn selbst unterstützt, kann er sich aber gut vorstellen.

Abb.: Ein Roboter in der Pflege

KI und Robotik in Lugano

Im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) der Schweizerischen Eidgenossenschaft unterstützt regiosuisse seit dem Jahre 2008 die Umsetzung der Neuen Regionalpolitik (NRP). Das zweite “regiosuisse-Wissenschaftsforum” findet am 22. und 23. November 2018 in Lugano statt. Unter dem Titel “Digitalisierung in der Regionalentwicklung” richtet es sich an Forschende von Hochschulen oder privaten Forschungsinstituten, Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen, Regionen und RIS sowie regionale Projekt- und Innovationsträgerinnen und -träger. Die Keynotes stammen von Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW (“Künstliche Intelligenz und Robotik – Risiken und Chancen aus Sicht der Ethik”) und Stefan Kah von der University of Strathclyde (“Digitalisierung und Regionalentwicklung – die europäische Perspektive”). Prof. Dr. Emanuele Carpanzano von der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana spricht über “Industrie 4.0: Herausforderungen für Arbeit und Regionen”, Dr. Peter Moser von der HTW Chur zum Thema “Digitales Bergdorf Davos – Wie kann lokalen Akteuren der Zugang zum Wissen zur digitalen Transformation erleichtert werden?” Weitere Informationen über regiosuisse.ch.

Abb.: Am Lago di Lugano

Wozu braucht es humanoide Roboter?

In einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen, das in Ausschnitten am 6. September 2018 in 10vor10 ausgestrahlt wurde, wurde der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel gefragt, ob es überhaupt und wozu es humanoide Roboter brauche. Er wies zunächst darauf hin, dass die Schaffung künstlicher Kreaturen ein Menschheitstraum sein. Man denke an Galatea von Pygmalion oder an Pandora und Talos von Hephaistos. Dann erklärte er, solche Roboter seien ein Spiegel des Menschen. Diese erblickten darin das, was sie sind und nicht sind, und sie verstünden, wie kompliziert ein Lächeln ist, wie schwer zu konstruieren. Nicht zuletzt gibt es Anwendungsbereiche, in denen humanoide Roboter sinnvoll sind, etwa die Hotelrezeption oder ein Bordell. Andere Bereiche eignen sich nicht oder nur bedingt. So muss der Pakethersteller nicht von seiner maschinellen Kopie ersetzt werden – es genügt ein kleiner, abstrakt gestalteter Roboter. Dass dieser dann zur Stolperfalle werden kann, ist ein anderes Thema. Der Beitrag, in dem Oliver Bendel zum Thema zu Wort kommt, kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Menschen wollen Kopien von sich schaffen

Trinkt Holly Golightly einen Coffee to go?

Kaffee ist für viele Philosophen und auch Ethiker ein Betriebsstoff und ein Lebenselixier. Vor über einem halben Jahrhundert entstand die mobile Variante, die das Straßenbild amerikanischer wie europäischer Städte prägt. In seinem Beitrag für das Wirtschaftslexikon von Springer Gabler vom 16. August 2018 erklärt Oliver Bendel: “Coffee to go ist Kaffee zum Mitnehmen, abgefüllt in einem Karton- oder Kunststoffbecher, auf dem ein Deckel sitzt, der mit einer Trinköffnung versehen sein kann.” (Gabler Wirtschaftslexikon) Der Informations- und Maschinenethiker wirft die Frage auf, ob der mobile Kaffee wirklich 1964 von 7-Eleven erfunden oder schon vorher verkauft wurde, und verweist auf den Film “Frühstück bei Tiffany” (1961). “In der berühmten Eingangsszene holt Holly Golightly (gespielt von Audrey Hepburn) vor dem Juweliergeschäft in Manhattan nebst einem süßen Teilchen einen Becher aus einer Papiertüte, macht den Deckel ab und nimmt einen Schluck.” Wasser, Tee, Kaffee? Gekauft oder selbst gemacht? Man weiß es nicht, nicht mit Sicherheit. Auch die Ethik wird am Ende gestreift: “Wirtschafts- und Umweltethik beschäftigen sich mit den moralischen Implikationen von Einwegprodukten und der Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Die Konsumentenethik fragt nach der Verantwortung des Verbrauchers beim Kaffeekonsum in nicht durchweg selbstverschuldeten Prozessen und Strukturen.” Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/coffee-go-99952 aufgerufen werden.

Abb.: Snapshot aus “Frühstück bei Tiffany”

Beitrag über Nudging

“Beim Nudging (engl. ‘Anstoßen’, ‘Schubsen’ oder ‘Stupsen’) bewegt man jemanden auf mehr oder weniger subtile Weise dazu, etwas Bestimmtes einmalig oder dauerhaft zu tun oder zu lassen. Dabei können Voreinstellungen und Standards (Defaults) ebenso zum Einsatz kommen wie Produktinformationen und Warenpräsentationen. Angestrebt werden die Verhaltensänderungen der Personen und Gruppen etwa von Unternehmen oder vom Staat.” Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der Anfang August 2018 im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler erschienen ist. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen. Am Ende heißt es: “Manche Nudges führen u.U. nicht nur zu einer Verhaltens-, sondern auch zu einer Bewusstseinsänderung und einer Realitätsverschiebung. Wir lassen uns von sozialen Medien und Systemen der Künstlichen Intelligenz animieren und dirigieren, reagieren auf Lob und Tadel, akzeptieren Belohnungen und Geschenke, selbst wenn wir damit auf andere Druck ausüben und zu Gleichschaltung und Überwachung beitragen.” Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/nudging-99919 abgerufen werden.

Abb.: Auch eine Smartwatch ermöglicht Nudging

Private Drohnen aus ethischer Sicht

Der Artikel “Private Drohnen aus ethischer Sicht: Chancen und Risiken für Benutzer und Betroffene” von Oliver Bendel erschien in der Zeitschrift Informatik-Spektrum 2015 als Onlineversion, 2016 in gedruckter Form. Er kann nun im Rahmen der Springer Nature SharedIt Initiative kostenlos online gelesen werden, über rdcu.be/4drA … Aus dem Abstract: “Es werden immer mehr private Flugdrohnen verkauft und genutzt. Sie fotografieren und filmen uns von oben, selbst wenn wir in unserem Garten liegen oder in unserem Haus sind, am Fenster vorbeigehend oder stehend. Aus der Sicht der Informationsethik, die im vorliegenden Beitrag eingenommen wird, gibt es viele Risiken beim Einsatz, aber auch einige Chancen, und zwar sowohl für die Besitzer als auch für die Betroffenen. Zu den herausgearbeiteten Risiken zählt die Gefährdung der informationellen und persönlichen Autonomie, zu den Chancen die Erweiterung menschlicher Möglichkeiten mit Hilfe der Informationstechnologie.”

Abb.: Eine Fotodrohne in Aktion

Vortrag zu Robotern und Arbeit im Stadthaus

Roboter lieben Arbeit. Zumindest sind sie dafür gemacht. Sie unterstützen und ersetzen uns in der Arbeitswelt. In der Industrie, in Produktion und Logistik, sind neue Typen anzutreffen. Co-Robots nehmen uns anstrengende, gefährliche und langweilige Tätigkeiten ab. Sie kommen uns dabei sehr nahe, ganz anders als die alten Industrieroboter, die in den Käfigen sitzen. Serviceroboter verbreiten sich in allen möglichen Bereichen. Als Sicherheitsroboter, verbunden mit Systemen der Künstlichen Intelligenz (KI), überwachen sie das Betriebsgelände oder das Einkaufszentrum und melden Verdächtiges an eine Zentrale, als Pflege- und Therapieroboter kümmern sie sich zusammen mit Fachpersonal um Kranke und Alte. In all diesen Fällen sind noch Arbeitskräfte vorhanden. Aber das kann sich in Zukunft ändern. Die Liebe der Roboter zur Arbeit ist so groß, dass sie sie für sich haben wollen. Es stellen sich Fragen aus der Sicht der Ethik, mit Blick auf persönliche und informationelle Autonomie sowie auf Arbeitslosigkeit, und aus Politik und Gesellschaft erschallen Rufe nach einer Robotersteuer und nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Prof. Dr. Oliver Bendel stellt in seiner Keynote “Das automatische Verschwinden der menschlichen Arbeit” im Stadthaus Ulm am 25. Oktober 2018 die Veränderungen in der Arbeitswelt durch Roboter und KI-Systeme vor und diskutiert sie aus unterschiedlichen Perspektiven. Weitere Informationen über www.vdi-ulm.de/schwerpunkte/forum-technik-und-gesellschaft/.

Abb.: Der Vortrag findet im Richard-Meier-Bau statt

The Next Brain-Computer Interface Race

The gates of the SWISS Arena in Kloten in the vicinity of Zurich will be opened for the second edition of the Cybathlon on 2 – 3 May 2020. The ETH Zurich website states: “After the six disciplines of the CYBATHLON 2016 have proven themselves, they will remain in the program of CYBATHLON 2020. This means that visitors and pilots can look forward to Brain-Computer Interface Race, Functional Electrical Stimulation Bike Race, Powered Arm Prosthesis Race, Powered Leg Prosthesis Race, Powered Exoskeleton Race as Powered Wheelchair Race. The tasks will continue to be relevant to everyday life, but will reflect advances in research.” (Website ETHZ) Athletes with disabilities competed against each other in the 2016 Cybathlon. The teams came from all over the world. The event has attracted international attention. Technical challenges and questions of information ethics and medical ethics were discussed. The scientific director is Prof. Dr. Robert Riener from ETH Zurich. Further information is available via www.cybathlon.ethz.ch/cybathlon-2020.html.

Fig.: Scene from the Cybathlon 2016

Co-Robots in der Moral

Die Konferenz “Smarte Maschinen im Einsatz – Künstliche Intelligenz in der Produktion” fand am 15. Mai 2018 am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart statt. Schirmherrin war Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL (Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg). Prof. Dr. Oliver Bendel bildete mit seinem Vortrag über “Co-Robots aus Sicht von Informations- und Maschinenethik” den Schlusspunkt der Veranstaltung. Der schweizerischen SonntagsZeitung, deren Wissenschaftsredakteur angereist war, stand er Rede und Antwort. Das Interview wurde am 20. Mai 2018 als zentraler Bestandteil eines Einseiters veröffentlicht, der hier heruntergeladen werden kann. Vor allem geht es um Co-Robots aus Sicht der Ethik. Am Ende wird auch Kapitalismuskritik geäußert. Oliver Bendel ist für eine Reichensteuer und für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Robotersteuer muss nach seiner Ansicht diskutiert werden, hat aber mehr Nach- als Vorteile.

Abb.: Beitrag in der SonntagsZeitung

Siri und die Mundart

Im Sommer 2012 erschien der Artikel “Siri ist hier.”, mit dem Untertitel “Der Sprachassistent von Apple in der Schweiz aus linguistischer und ethischer Sicht”. Mit Schweizerdeutsch kam Siri damals nicht zurecht. Oliver Bendel erklärte: “Es wäre sicherlich nicht ganz einfach, dem Sprachassistenten auf der Ebene der Aussprache und Betonung die schweizerischen Gepflogenheiten nahezubringen. Er könnte dazulernen; aber dazu müsste er in der Lage sein, semantische Beziehungen zu knüpfen (und damit zu realisieren, dass das Chuchichäschtli ein kleiner Küchenschrank ist). Wenn der Benutzer in der Schweiz nicht weiß, dass man ‘Serie’ auch anders aussprechen kann, kann Siri allenfalls eine Menge von mehr oder weniger sinnvollen Alternativen – oder kluge Rückfragen – unterbreiten. Ob man mit diesen immer etwas anfangen kann, sei dahingestellt. Auch auf der lexikalischen Ebene weiß nicht jeder Benutzer, dass Alternativen existieren. Nicht in allen Fällen werden Helvetismen – dies haben mir viele Gespräche gezeigt – als solche erkannt.” Inzwischen ist man weiter: “Zwei Start-ups aus dem Wallis, Keylemon und recapp, haben zur Entwicklung der neuen Swisscom TV-Box beigetragen, die erstmalig Spracherkennung auch für Deutschschweizer Dialekte bietet.” (Website recapp) Siri aber beherrscht nach wie vor keine Mundart. Dies hat erst kürzlich die Handelszeitung thematisiert, wobei sie auch erwähnt, dass man das Problem heute mit Lösungen von Firmen wie recapp angehen könnte.

Abb.: Versteht mich Siri?

Cloud Computing aus Sicht der Ethik

Im Frühjahr 2018 erscheint “Cloud Computing: Die Infrastruktur der Digitalisierung” bei Springer Vieweg, herausgegeben von Stefan Reinheimer. Das Buch thematisiert Chancen und Risiken des Cloud Computing, “bringt Lesern das Thema durch anschauliche Beispiele aus Forschung und Praxis näher und zeigt die Implikationen auf, die aus dieser neuen Infrastruktur resultieren”. “Die Beitragsautoren präsentieren technische Lösungen, Geschäftsmodelle und Visionen, die einerseits die Herausforderungen und Hürden des Cloud Computing aufgreifen – technisch, rechtlich, prozessbezogen – und andererseits die Chancen und Nutzen dieses Architekturansatzes in den Mittelpunkt stellen.” (Website Springer) Der Beitrag von Oliver Bendel behandelt “Cloud Computing aus Sicht der Ethik”. “Zahlreiche Unternehmen transferieren Daten ihrer Kunden in die Cloud, oder diese werden selbst aktiv, nutzen spezielle Dienste und soziale Medien. Es stellen sich viele Fragen: Wird der Benutzer genügend informiert? Sind ihm alle Konsequenzen des Vorgangs klar? Was ist, wenn Inhalte als verdächtig angesehen und Informationen an Behörden weitergereicht werden? Wie können lebenswichtige und personenbezogene Daten geschützt werden? Der Beitrag stellt Probleme rund um Cloud Computing für Privatkunden aus Sicht des Verbraucherschutzes und der Informationsethik systematisch dar, mit Fokus auf Bild und Text. Aus der Unternehmensethik heraus werden Vorschläge für Anbieter unterbreitet.” (Abstract) Weitere Informationen und Bestellung über www.springer.com/de/book/9783658209667.

Abb.: Das Cover des Herausgeberbands (Foto: Springer)

AI and Society II

Nach dem Lunch ging es beim Symposium “AI and Society” am 26. März 2017 um 14.00 Uhr weiter mit der Session “Ethics and Moral Agents”. Umang Bhatt trug vor zum Thema “Maintaining The Humanity of Our Models”. Er ging auf eine Krankheitsdiagnose durch ein KI-System und später auf Obdachlose in L.A. ein und setzte dies in Beziehung zur Bias-Problematik. In “Ethics as Aesthetic for Artificial General Intelligence” stellte Dan Ventura die Frage: “How can we ensure an AI agent behaves ethically?” Er schlug den Schönheitssinn als Bestandteil der Metaethik vor. Rafal Rzepka betonte in “Importance of Contextual Knowledge in Artificial Moral Agents Development”, dass Fühlen, Beobachten und Zählen wichtig für moralisches Verhalten seien, wobei das Fühlen nicht die Domäne von Computern sei. Er setzt auf Geschichten als Grundlage für die Entscheidungen der Systeme. Abschließend fand die Discussion Session statt, moderiert von Venerable Tenzin Priyadashi und Judy Wajcman.

Abb.: Unter den Blüten an der Stanford University

Im smarten Shuttle unterwegs

“Der automatisierte Verkehr fasziniert und irritiert. Die Meinungen gehen auseinander, auf den Plätzen, auf den Podien, in den Medien. Ich bin überzeugt, dass das autonome Auto nichts in den Innenstädten verloren hat. Zu viele Dinge, Lebewesen und Ereignisse, die es zu beurteilen hat, zu viele Situationen, in denen Kommunikation gefragt ist, ein Handzeichen, ein Blickkontakt. Der hoch- und vollautomatische bzw. autonome PKW gehört auf die Autobahn. Dort trägt er dazu bei, die Zahl der Unfälle zu reduzieren. Und gerät kaum in Situationen, in denen er moralische Urteile fällen und z.B. zwischen menschlichen Opfern entscheiden müsste.” (ICTkommunikation, 22. März 2018) In den Städten sollten nach der Meinung von Oliver Bendel keine autonomen Autos fahren, aber autonome Busse und Shuttles, mit geringer Geschwindigkeit, auf virtuellen Schienen bzw. auf speziellen Spuren. Der Gastbeitrag “Im smarten Shuttle unterwegs” des Informations- und Maschinenethikers für die ICTkommunikation ist am 22. März 2018 erschienen und kann über ictk.ch/inhalt/im-smarten-shuttle-unterwegs aufgerufen werden.

Abb.: Das SmartShuttle der PostAuto AG

Was ist und will Roboterphilosophie?

Roboterphilosophie ist ein Teilgebiet der Philosophie, das sich mit Robotern sowie mit Erweiterungsoptionen wie künstlicher Intelligenz befasst. Dabei geht es vor allem (aber nicht nur) um mehr oder weniger autonome Serviceroboter, Pflege-, Transport- und Kampfroboter eingeschlossen. Beteiligt sind Disziplinen wie Erkenntnistheorie, Ontologie, Ästhetik und Ethik, darunter Roboterethik und Maschinenethik; die Technikphilosophie kann einerseits als übergeordnete Instanz verstanden werden, andererseits auch als gleichgestellte, insofern sie Roboter meist lediglich als technische Hilfsmittel und weniger als künstliche Mitgeschöpfe und Zeitgenossen begreift und die Roboterphilosophie mit ihrer spezifischen Perspektive neben sich braucht. In seinem Beitrag für das Wirtschaftslexikon von Springer Gabler erklärt Oliver Bendel, was Roboterphilosophie ist und will. Der Beitrag ist am 21. März 2018 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterphilosophie-54555 aufgerufen werden.

Abb.: Was ist und will Roboterphilosophie?

Co-robots from an Ethical Perspective

The book chapter “Co-robots from an Ethical Perspective” by Oliver Bendel was published in March 2018. It is included in the book “Business Information Systems and Technology 4.0″ (Springer). The abstract: “Cooperation and collaboration robots work hand in hand with their human colleagues. This contribution focuses on the use of these robots in production. The co-robots (to use this umbrella term) are defined and classified, and application areas, examples of applications and product examples are mentioned. Against this background, a discussion on moral issues follows, both from the perspective of information and technology ethics and business ethics. Central concepts of these fields of applied ethics are referred to and transferred to the areas of application. In moral terms, the use of cooperation and collaboration robots involves both opportunities and risks. Co-robots can support workers and save them from strains and injuries, but can also displace them in certain activities or make them dependent. Machine ethics is included at the margin; it addresses whether and how to improve the decisions and actions of (partially) autonomous systems with respect to morality. Cooperation and collaboration robots are a new and interesting subject for it.” The book can be ordered here.

Fig.: The cover of the book (photo: Springer)

Wie Roboter Gefühle in uns auslösen

In Radio SRF 3 (Input) wurde am 28. Januar 2018 zwischen 20.00 bis 21.00 Uhr die Sendung “Wie Roboter Gefühle in uns auslösen” ausgestrahlt. “Immer mehr Roboter kommen in unser Leben. Schon jetzt mähen sie unsere Rasen und betreuen uns im Alter. Wie müssen Roboter sein, damit wir sie akzeptieren, sie sympathisch finden und Seite an Seite mit ihnen arbeiten und leben können? Input-Redaktorin Mariel Kreis will es herausfinden – anhand der Roboter-Robbe Paro für demente Menschen, den beiden humanoiden Robotern Sophia und Pepper. Und anhand ihres eigenen Staubsauger-Roboters Franz.” (Website Radio SRF 3) Im Gespräch war Mariel Kreis mit Prof. Dr. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, und Dr. Martina Mara, Roboterpsychologin aus Linz. Die Sendung kann über www.srf.ch/sendungen/input/wie-roboter-gefuehle-in-uns-ausloesen aufgerufen werden.

Abb.: Auch um Pepper geht es im Schweizer Radio

Wird uns die künstliche Intelligenz überflügeln?

“Der Traum, gottgleich etwas zu schaffen, ist dem Menschen eigen. Schon in der menschlichen Ideengeschichte gab es immer beides: Utopie und Dystopie. Mit Hilfe von Computern … ist es gelungen, eine künstliche Intelligenz zu kreieren, die uns nicht nur beim Go oder Pokern schlägt oder als Sprachassistentin behilflich ist.” Die Debatte um KI-gesteuerte Waffen, menschenähnliche Roboter oder selbstfahrende Autos zeige, “dass hier auch neue grundlegende ethische Fragen aufgeworfen werden”. “Die Sendung will Fakten und Einsichten zum Thema liefern.” (Website MDR Kultur) So MDR Kultur in der Ankündigung der Sendung “Auslaufmodell Mensch – wird uns die künstliche Intelligenz überflügeln?” vom 24. Januar 2018. Zu Wort kam am Ende der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Die einzelnen Beiträge können über die Website des MDR aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel am Campus Brugg-Windisch (Foto: Dominik Büttner)

Roboter als Spione

Inge Wünnenberg von Heise Online war Ende Januar 2018 im Gespräch mit Oliver Bendel. Das Interview wurde am 21. Januar 2018 unter dem Titel “Missing Link: Von Maschinenethik und vom Datenschatz der Therapie- und Pflegeroboter” veröffentlicht und kann über www.heise.de aufgerufen werden. Unter anderem ging es darum, wie uns Geräte und Roboter ausspionieren können, etwa Therapie- und Pflegeroboter. Dazu meinte Oliver Bendel u.a.: “Über Stimme, Sprechweise und Inhalte kann man unendlich viel über eine Person herausfinden. Die Maschine kann erkennen, wer ich bin, wie es mir geht und welche Wünsche und Pläne ich habe. Kombiniert man das mit Gesichts- und speziell Mimikerkennung, ergeben sich daraus noch mehr Möglichkeiten. Bei Personen von öffentlichem Interesse wie Schauspielern, Politikern oder auch bedeutenden CEOs wäre es schon ein Thema, wenn Daten aus einer Pflegeeinrichtung abgezogen werden könnten. Wie interessiert wären die Medien zum Beispiel an den Daten eines Pflegeroboters, der sich um Michael Schumacher kümmert?” (Heise Online, 21. Januar 2018)

Abb.: Schon lange wird Technik eingesetzt, um Menschen auszuspionieren

Eine Partnerin von Robotik und KI

Ein Schwerpunkt der Handelsblatt-Jahrestagung “Strategisches IT-Management” (15. bis 17. Januar 2018 in München) waren Robotik und KI. Am zweiten Tag referierte Prof. Dr.-Ing. habil. Alois C. Knoll (Lehrstuhlinhaber für Echtzeitsysteme und Robotik, Technische Universität München) zum Human-Brain-Projekt der EU. Danach sprach Dr. Martin Hofmann, Group CIO, Volkswagen AG über “Augmented Intelligence: AI in enterprise context”. Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik, Hochschule für Wirtschaft FHNW) ging auf “Die Ethik als Partnerin von Robotik und KI” ein. Auf dem Panel diskutierten er, Prof. Dr.-Ing. habil. Alois C. Knoll, Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf (Leiter der Forschungsstelle RobotRecht, Julius-Maximilians-Universität Würzburg) und Dr. Ole Wintermann (Senior-Projektleiter, Co-Founder, Blogger, Bertelsmann Stiftung) zum Thema “Sind intelligente Maschinen und Roboter die besseren Menschen?” Weitere Informationen über veranstaltungen.handelsblatt.com/it-jahrestagung/.

Abb.: Oliver Bendel bei der Handelsblatt-Tagung (Foto: Thorsten Jochim)

Frauenmagazin mit Weltinteresse

Inhaltlich ist Barbara, so der Spiegel, “kein offensives Fanzine, sondern ein lifestyliges Monatsheft, entwickelt für Frauen zwischen 30 und 55 Jahren” (SPON, 14. Oktober 2015). “Über Schöneberger und mit ihr, im Impressum steht sie als Editor at Large. Was heißt, dass Schöneberger in die Produktion jedes Heftes eingebunden ist.“ (SPON, 14. Oktober 2015) Man zeigt sich begeistert: “Das Magazin … verzichtet tatsachlich auf coachigen Optimierungssprech. Das angeblich ewig zu verbessernde Ich wird hier also nicht zu wichtig genommen. Stattdessen zieht sich durch das Magazin ein lebendiges, aber bodenständiges Weltinteresse.” (SPON, 14. Oktober 2015) Für die Online-Ausgabe war die Redaktion im Gespräch mit Oliver Bendel. Es ging um nichts anderes als Sexroboter und Robotersex. Auch darauf kann sich das lebendige, bodenständige Weltinteresse richten. Der Artikel vom 17. Januar 2017 kann hier gelesen werden.

Abb.: Frauenmagazin mit Weltinteresse