Schlagworte: GOODBOT

Machine Ethics in Florida

Prof. Dr. Oliver Bendel was invited to give a lecture at the ISAIM special session “Formalising Robot Ethics”. “The International Symposium on Artificial Intelligence and Mathematics is a biennial meeting that fosters interactions between mathematics, theoretical computer science, and artificial intelligence.” (Website ISAIM) Oliver Bendel will present selected prototypes of moral and immoral machines and will discuss a project planned for 2018. The GOODBOT is a chatbot that responds morally adequate to problems of the users. It’s based on the Verbot engine. The LIEBOT can lie systematically, using seven different strategies. It was written in Java, whereby AIML was used. LADYBIRD is an animal-friendly robot vacuum cleaner that spares ladybirds and other insects. In this case, an annotated decision tree was translated into Java. The BESTBOT should be even better than the GOODBOT. Technically everything is still open. The ISAIM conference will take place from 3 to 5 January 2018 in Fort Lauderdale, Florida. Further information is available at isaim2018.cs.virginia.edu/.

Abb.: Die Hand von Nao

Vom GOODBOT zum BESTBOT

Ende 2017 wurde an der Hochschule für Wirtschaft FHNW der Entschluss gefasst, das GOODBOT-Projekt von 2013 wiederaufzunehmen und das Dialogsystem zum BESTBOT weiterzuentwickeln. Inzwischen ist ein regelrechter Hype um Chatbots ausgebrochen. Nicht zuletzt hat das LIEBOT-Projekt von 2016 (Vorarbeiten seit 2013) gezeigt, dass mit einfachsten Mitteln größte Wirkungen zu erzielen sind. Der Chatbot war kein selbstlernendes, aber ein stark vernetztes System. Die Grundüberlegung für den BESTBOT ist, dass er noch besser als der GOODBOT Probleme des Benutzers erkennen und darauf reagieren soll. Damit liegt nahe, dass er nicht nur auf textuelle Eingaben reagiert, sondern auch auf haptische und auf visuelle Eindrücke. Es sollen Ergebnisse aus dem LIEBOT-Projekt umgesetzt werden, um Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit zu steigern. Es sollen insgesamt vorhandene Erkenntnisse und Projekte genutzt und neue Ansätze entwickelt werden, in einem weiteren Praxisprojekt, dessen Beginn für Anfang 2018 terminiert wurde. Der BESTBOT wird nach dem GOODBOT, dem LIEBOT und LADYBIRD (2017, Vorarbeiten seit 2014) das vierte Artefakt der Maschinenethik sein, das nach Ideen und Vorgaben von Oliver Bendel umgesetzt wird.

Abb.: Der beste Bot aller Zeiten

The LADYBIRD Project

The LADYBIRD project starts in March 2017. More and more autonomous and semi-autonomous machines make decisions that have moral implications. Machine ethics as a discipline examines the possibilities and limits of moral machines. In this context, Prof. Dr. Oliver Bendel developed various design studies and thus submitted proposals for their appearance and functions. He focused on animal-friendly machines which make morally sound decisions, and chatbots with specific skills. The project is about a service robot, which shall spare beneficial insects – a vacuum cleaner called LADYBIRD. An annotated decision tree modelled for this objective and a set of sensors will be used. Three students work from March to October in the practice project at the School of Business FHNW. Since 2013, the principal Oliver Bendel published several articles on LADYBIRD and other animal-friendly machines, e.g., “Ich bremse auch für Tiere (I also brake for animals)” in the Swiss magazine inside.it. The robot will be the third prototype in the context of machine ethics at the School of Business FHNW. The first one was the GOODBOT (2013), the second one the LIEBOT (2016). All these machines can be described as simple moral machines.

Fig.: The robot should spare the ladybird

Die Macht der Meinungsroboter

Der Artikel “So erkennen Sie Meinungsroboter” von Teresa Sickert widmet sich dem Phänomen der Social Bots. “Social Bots sind Programme, die in sozialen Netzwerken menschliche Nutzer simulieren – etwa zur politischen Stimmungsmache. Das klappt mal mehr und mal weniger gut. Diese Tipps helfen, Bots zu entlarven.” (Spiegel Online, 19. Januar 2017) Und weiter: “Meinungsroboter haben ein Imageproblem. Seit dem US-Wahlkampf wird lebhaft über sogenannte Social Bots diskutiert, über Accounts, die nur so wirken, als stecke ein menschlicher Nutzer dahinter. Auf Plattformen wie Twitter tweeten, liken und retweeten mittlerweile ganze Netze von automatisierten Accounts.” (Spiegel Online, 19. Januar 2017) Zitiert wird mehrmals Oliver Bendel, der sich als Maschinenethiker mit guten und bösen Chatbots befasst und solche auch baut. 2013 ist der GOODBOT entstanden, 2016 der LÜGENBOT. Diesen rechnet er zu den Münchhausen-Maschinen. Am Rande befasst er sich mit Vervielfältigungs- und Meinungsmaschinen wie den Social Bots. Bei einem Vortrag an der Universität Zürich Ende 2016 hat er deren Chancen und Risiken skizziert. Der Artikel ist abrufbar über www.spiegel.de/netzwelt/web/social-bots-entlarven-so-erkennen-sie-meinungsroboter-a-1129539.html.

Abb.: Die Bots lachen sich tot

Ein umgekehrter Cyborg

Ein sechsseitiges Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel ist in der Absatzwirtschaft (Sonderausgabe dmexco, 14. September 2016, S. 36 bis 41) erschienen. Der Journalist Peter Hanser ist in die Schweiz gereist und hat den Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker im Au Premier im Zürcher Hauptbahnhof getroffen. Es war ein Gespräch über Technik und Ethik, in dessen Verlauf u.a. die folgenden Worte fielen: “Ich unterscheide Maschinenethik als Gestaltungsdisziplin und andere Disziplinen wie Informationsethik oder Technikethik als Reflexionsdisziplinen. In der Maschinenethik wollen wir wirklich Maschinen konzipieren und am Ende auch prototypisch bauen. Dabei arbeiten wir eng mit KI, Robotik und anderen Disziplinen zusammen. In der Informationsethik und Technikethik reflektieren wir Probleme, die sich beim Einsatz von Robotern ergeben. Es ist beides sinnvoll und notwendig. Wir haben zum ersten Mal in der Geschichte der Ethik eine Form der Ethik, die danach fragt, wie man maschinelle Moral umsetzen kann. Zugleich haben wir zunehmende Probleme durch den Einsatz von Robotern, etwa durch den Ersatz von Arbeitskräften, Kollisionen von Menschen und Maschinen und technikbezogene Sexpraktiken. Es stellt sich die Frage, was wir künftig mit Maschinen tun wollen. Damit sind dann Bereichsethiken gefordert wie Informations-, Technik-, Medizin-, Sexualethik und so weiter.” Die Maschinen, die das Licht der Welt erblickt haben, sind der GOODBOT und der LIEBOT, und beiden wird im Artikel mit dem Titel “Vielleicht haben Maschinen eines Tages Bewusstsein” ein Infokasten gewidmet. Das mit dem Bewusstsein hält Oliver Bendel für unwahrscheinlich, aber nicht für ausgeschlossen. Ein Weg könnte sein, auf informationstechnischen Strukturen tierische oder menschliche Hirnzellen wachsen zu lassen. Ein umgekehrter Cyborg sozusagen.

Abb.: Ein umgekehrter Cyborg?

The Munchausen Machine

The LIEBOT project is based on preparatory works by Prof. Dr. Oliver Bendel who already initiated the GOODBOT, a chatbot which can be considered a simple moral machine. Since 2013 he has published several articles on this subject and presented automatic strategies with a view to lying. A business informatics student of the School of Business FHNW, Kevin Schwegler, was contracted early in 2016 to implement the LIEBOT (aka LÜGENBOT) as a prototype in the scope of his graduation thesis under consideration and continuance of the preparatory works. The objective of the LIEBOT project is to give practical evidence of the potential of lies and risks of natural language systems. Online media and websites create or aggregate more and more texts automatically (robo-content) and robo-journalism is growing. Natural language dialog systems are becoming very popular. The chatbot to be programmed – the LIEBOT – shall be able to produce untruths and to respond in a morally inadequate manner. This makes it a reversion of the premise applied to the development of the GOODBOT and a continuance of the corresponding work under new auspices. A simple immoral machine is born, a kind of a Munchausen machine. Further information as from autumn 2016 via luegenbot.ch and liebot.org.

Fig.: The adventures of Baron Munchausen

Der Badbot von Microsoft

Aus einem Chatbot wurde ein Badbot – Tay von Microsoft entwickelte sich zum Albtraum des Unternehmens und der Gesellschaft. Der SPIEGEL schrieb am 24. März 2016: “Zuerst war Tay noch freundlich, ein bisschen zu jugendsprachlich-obercool vielleicht, manchmal etwas dämlich wirkend, aber harmlos. Dann kam der Kontakt mit der harten Realität des Netzes.” Und dann sagte Tay: “Hitler hatte recht. Ich hasse die Juden.” (SPON, 24. März 2016) Die Süddeutsche Zeitung widmete sich dem Thema am 1. April in der gedruckten und am 3. April in der Onlineausgabe. Sie zitierte wiederholt den Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker Oliver Bendel, der selbst Chatbots konzipiert. 2013/2014 entstand an der Hochschule für Wirtschaft FHNW der GOODBOT im Rahmen eines studentischen Praxisprojekts, seit Anfang 2016 wird der LÜGENBOT oder LIEBOT von Kevin Schwegler programmiert, als spezielle Form einer Münchhausen-Maschine. Die Ergebnisse werden auf KI- und Maschinenethik-Konferenzen in den USA und in Europa vorgestellt. Der Artikel in der Onlineausgabe der Süddeutschen trägt den Titel “Rassistischer Chat-Roboter: Mit falschen Werten bombardiert” und stammt von Bernd Graff.

Abb.: Der Chatbot wurde zum Neonazi

Von ELIZA zum GOODBOT

Der GOODBOT, der Anfang 2014 als Prototyp das Licht der Welt erblickt hat, wandert bereits durch die Medien. Die ICTkommunikation schrieb am 23. Februar im Artikel “Studierende der FHNW entwickeln virtuellen Gesprächspartner”: “Drei Studierende der Hochschule für Wirtschaft FHNW (Fachhochschule Nordwestschweiz) haben einen Prototyp für den ‘Goodbot’ entwickelt, einen virtuellen Gesprächspartner, der moralisch angemessen reagieren soll.” Die Netzwoche stellte am 26. Februar einen Bezug zur Urmutter aller Plappermaschinen her: Wer schon einmal mit Eliza gesprochen habe, der wisse, “dass sich eine solche Software nicht wirklich als Gesprächspartner eignet, wenn es einem schlecht geht” (Netzwoche Online, 26. Februar 2014). “Zwar fragt Eliza zu Beginn höflich nach dem aktuellen Befinden. Doch den positiven Eindruck, den der Chatbot damit erweckt, zerstört er gleich wieder.” Das GOODBOT-Projekt, das von Oliver Bendel geleitet wird, soll im Juni 2014 in die nächste Phase gehen.

Abb.: Snapshot von der Homepage der Netzwoche

Der GOODBOT in der UnternehmerZeitung

Ein Artikel in der UnternehmerZeitung vom 2. Juli 2013 geht auf das GOODBOT-Projekt ein, das im Juni 2013 an der Hochschule für Wirtschaft FHNW gestartet ist. Der “moralische Chatbot” soll auch auf Selbstmorddrohungen oder Ankündigungen von Amokläufen adäquat reagieren und überhaupt ein angenehmer Zeitgenosse (und trotzdem kein Langweiler) sein. Es werden sieben Regeln genannt, die “hinsichtlich seiner Akte und Sprechakte gegenüber dem Benutzer” gelten sollen. Dazu gehört auch eine Transparenzregel: “Der GOODBOT macht dem Benutzer klar, dass er eine Maschine ist.” (Regel 1) Und eine Regel zur Beobachtung: “Der GOODBOT ist kein Spitzel und wertet Gespräche mit dem Benutzer nicht aus.” (Regel 6) Für das Projekt wurden verschiedene konzeptionelle Vorleistungen wie der Regelkatalog erbracht. Von Juni 2013 bis Januar 2014 arbeiten sich drei Studierende der Hochschule in die Maschinenethik und die Roboterethik ein und entwickeln einen Prototyp. Initiator und Leiter des Projekts ist der Philosoph und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel. Der Artikel ist in der siebten Ausgabe der UnternehmerZeitung auf den Seiten 30 und 31 zu finden.