Schlagworte: Informationsethik

Robots in Public Spaces

There are more and more service robots in “open” spaces, safety and surveillance robots, transport and delivery robots, information and navigation robots and entertainment and toy robots. They are on their way in places that many of us share, and that are public. This poses various challenges. The article “Service Robots in Public Spaces: Ethical and Sociological Considerations” by Prof. Dr. Oliver Bendel (School of Business, University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland FHNW) addresses these challenges – from the moral and social points of view – and proposes solutions, among other things on the ethical, technical and organizational level, as well as offering assistance for roboticists and for legislative and political instances. The article was published in Telepolis (25 June 2017). It is Oliver Bendel’s twelfth contribution since 2008 in Germany’s oldest online magazine (founded in 1996).

Fig.: The K5 robot can be seen in Stanford

KI in der National Geographic

Die Juli-Ausgabe der Zeitschrift National Geographic bringt den ersten Teil einer dreiteiligen Serie zur Künstlichen Intelligenz. Auf 14 Seiten widmet man sich der Arbeit von Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker lebt und arbeitet in der Schweiz. Er stand dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort. Zudem gibt es eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundet den Beitrag ab. Die Fotos stammen von Elias Hassos, der u.a. Hans Magnus Enzensberger und Martin Walser porträtiert hat. “Wir können in der Hängematte liegen” – so lautet die Überschrift des Beitrags. Oliver Bendel ist der Meinung, dass uns Roboter unterstützen und entlasten können. Dass Menschen die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, das ihnen womöglich nicht einmal sympathisch ist, hält er für eine Ideologie, die man hinterfragen kann. Vielleicht reichen vier Stunden am Tag für den Lebensunterhalt, wenn ein Grundeinkommen dazukommt. Denn die Gewinne werden weiter erzielt, mit Hilfe von Robotik und Künstlicher Intelligenz auch ohne die Arbeiter und Angestellten. Sie müssen nur gerecht verteilt werden. Weitere Informationen über www.nationalgeographic.de.

Abb.: KI wird uns Arbeit abnehmen

Autonome Autos bei der Industriewoche 2017

“Experten sind sich einig. Das Auto der Zukunft wird elektrisch und selbstfahrend sein. Aber zuvor müssen noch wichtige ethische Fragen geklärt werden. Wie soll das Auto entscheiden, wenn ein Unfall mit Personenschaden nicht vermeidbar ist? Hierzu tagt eine vom Bundesverkehrsminister eingesetzte Ethikkommission.” So heißt es auf der Website der sogenannten Industriewoche 2017. Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, meint in ihrem Grußwort: “Mit der Industriewoche 2017 wollen wir zeigen: Industrie berührt jeden von uns und sie ist vielfältig.” (Website der Industriewoche 2017) Dr. Thomas Meyer, Geschäftsführer des KIT-Zentrums für Mobilitätssysteme, diskutiert mit Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Kurt Möser vom KIT. Die Veranstaltung findet am 20. Juni 2017 im Auditorium des TECHNOSEUM statt. “Das TECHNOSEUM ist eines der großen Technikmuseen in Deutschland. Die Ausstellung zeigt 200 Jahre Technik- und Sozialgeschichte. Sie steht mit ihren Experimentierstationen zu Naturwissenschaft und Technik für experimentelles Begreifen mit Spaß und Staunen.” (Website TECHNOSEUM) Weitere Informationen über www.industriewoche-bw.de und www.technoseum.de.

Abb.: Elektrisch und selbstfahrend – die Zukunft?

Herausforderungen in der Industrie 4.0

In der Edition HMD von Springer erscheint im Juli 2017 das Buch “Industrie 4.0: Herausforderungen, Konzepte und Praxisbeispiele”. Herausgeber ist Prof. Dr. Stefan Reinheimer, zu den Autoren gehören Prof. Dr. Oliver Bendel, Prof. Dr. Felix Wortmann und Prof. Dr. Stefan Strohmeier. Aus dem Klappentext: “Das Fachbuch greift das Konzept Industrie 4.0 – Ausdruck der vierten industriellen Revolution – mit seinen Chancen und Risiken für produzierende Unternehmen auf. Das Herausgeberwerk bringt das Thema durch anschauliche Beispiele aus der Praxis näher und zeigt die Visionen auf, mit denen sich nicht nur die akademische Welt bereits auseinandersetzt. Die Autoren der Beiträge thematisieren einerseits Kernthemen der Digitalisierung und beleuchten andererseits nicht zu vernachlässigende Begleiterscheinungen: In der Fabrik von morgen wachsen reale und virtuelle Welt zusammen. Schlagworte wie Internet der Dinge und Cyber-Physische Systeme (CPS) wurden bereits geprägt, um diese Verschmelzung anzudeuten. Industrie 4.0 verspricht neue Optionen für die Flexibilisierung und weitergehende Automatisierung der Fertigung. Sie schafft die Grundlage für neue Geschäftsmodelle, erfordert aber auch ein Umdenken in der Interaktion zwischen Mensch und Maschine.” (Information Springer) Auch Informationsethik und Maschinenethik sind ein Thema. Weitere Informationen über www.springer.com/de/book/9783658181642#aboutBook.

Abb.: Cover des neuen Buchs

Dritte Konferenz zu Sexrobotern

Der “Third International Congress on Love and Sex with Robots” findet am 19. und 20. Dezember 2017 in London (Goldsmiths, University of London) statt. Damit wurde der selbe Ort wie 2016 gewählt, ein ungewöhnlicher, anziehender Ort, wo Kunst und Wissenschaft zusammenkommen. In einer Information vom 8. Juni 2017 heißt es: “Within the fields of Human-Computer Interaction and Human-Robot Interaction, the past few years have witnessed a strong upsurge of interest in the more personal aspects of human relationships with these artificial partners. This upsurge has not only been apparent amongst the general public, as evidenced by an increase in coverage in the print media, TV documentaries and feature films, but also within the academic community. The International Congress on Love and Sex with Robots provides an excellent opportunity for academics and industry professionals to present and discuss their innovative work and ideas in an academic symposium.” (Information LSR 2017, 8. Juni 2017) Papers sollen mindestens sieben Seiten umfassen und sich Themen wie “Entertainment Robots”, “Robot Personalities”, “Teledildonics” und “Intelligent Electronic Sex Hardware” widmen. Auch Informations- und Roboterethik sind mögliche Perspektiven. Das Buch mit den Beiträgen der letzten Konferenz ist Ende April 2017 bei Springer erschienen. Weitere Informationen über loveandsexwithrobots.org.

Abb.: Setzen sich Sexroboter durch?

Co-Robots und Co.

Kooperation ist Zusammenarbeit, insbesondere auf wissenschaftlichem, politischem oder wirtschaftlichem Gebiet. Typisch ist ein hoher Grad an Arbeitsteilung bei gleichzeitigem Vorliegen eines gemeinsamen Ziels. Bei Kollaboration ist ein hoher Grad an unmittelbarer Zusammenarbeit gegeben. Die Tätigkeiten greifen ineinander und bauen aufeinander auf. Mit Blick auf die Industrie spricht man von Kooperations- oder Kollaborationsrobotern, abkürzend und verallgemeinernd von Co-Robots und Cobots. Die Bedeutungsunterschiede nimmt man mal mehr, mal weniger ernst. In der Regel sind Kooperation und Kollaboration mit Menschen gemeint. Auch unter Maschinen können sie stattfinden, aber dort sind sie auf einem gewissen Niveau üblich und verbreitet, während die enge Zusammenarbeit zwischen Industrierobotern und Mitarbeitern neuartig und gewinnbringend für beide Seiten ist. In seinem Artikel “Co-Robots und Co. – Entwicklungen und Trends bei Industrierobotern” in der Netzwoche 9/2017 geht Oliver Bendel auf den Einsatz von Kooperations- und Kollaborationsrobotern ein, nennt konkrete Produkte und skizziert Chancen und Risiken.

Abb.: Ein Roboterarm

Roboter in der Küche

Zu Robotern in der Küche hat Evelyn Steinbach ein Interview mit Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) geführt. Eine Frage war, welchen Einfluss Roboter in der Küche auf unser Verhalten haben werden. Die Antwort: “In der Küche werden sich neben spezialisierten Automaten vor allem generalistische Roboter finden, die den Kooperations- und Kollaborationsrobotern in der Produktion ähneln. Sie nehmen uns anstrengende oder ungeliebte Tätigkeiten ab. Sie können ein Gericht alleine oder mit uns zusammen zubereiten. Sie verändern unser Verhalten, wenn wir mit ihnen zusammenarbeiten. Wir stellen uns auf sie ein, passen uns an sie an. Umgekehrt passiert das ebenso, und wir können die Roboter so trainieren, dass sie etwas wie wir zubereiten, mit den gleichen Stoffen und Kniffen. Am Ende werden wir den Maschinen ähnlicher und die Maschinen uns.” Aus dem Interview ist im Mai 2017 ein Artikel mit dem Titel “Gesünder essen mit dem Robo-Koch?” entstanden, mit dem einen oder anderen Statement von Oliver Bendel und Stefan Hilgers (Leiter Internationales Produktmanagement Thermomix bei Vorwerk).

Abb.: Maschinen werden in der Küche schon lange eingesetzt

Internet-Institut wird in Berlin aufgebaut

50 Millionen Euro stehen bereit für die Erforschung der individuellen und gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung. Nun weiß man, wer sie erhält. “Das Deutsche Internet-Institut wird in Berlin von einem Konsortium aus fünf Hochschulen und zwei außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Berlin und Brandenburg gegründet. Dies hat Bundesforschungsministerin Johanna Wanka heute bekannt gegeben. Das Konsortium aus Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technischer Universität Berlin, Universität der Künste Berlin, Universität Potsdam, Fraunhofer-FOKUS und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung als Koordinator hat sich in einem zweistufigen wettbewerblichen Verfahren durchgesetzt.” (Pressemitteilung BMBF, 23. Mai 2017) Die Entscheidung hat Prof. Dr. Johanna Wanka auf der Grundlage einer Empfehlung der Jury getroffen, der u.a. Prof. Dr. Viktor Mayer-Schönberger (University of Oxford), Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW, Schweiz), Prof. Dr. Urs Gasser (Harvard University), Prof. Dr. Eric Hilgendorf (Julius-Maximilians-Universität Würzburg), Prof. Dr. Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen), Dr. Catharina Maracke (Keio University, Japan) und Dr. Constanze Kurz (Chaos Computer Club und Netzpolitik.org) angehörten. Informations- und Technikethik dürften damit in Deutschland eine Renaissance erleben.

Abb.: Das DII wird in Berlin angesiedelt sein

Zur digitalisierten Gesundheitsversorgung

Christiane Woopen hält am 1. Juni 2017 um 18.30 Uhr einen Vortrag mit dem Titel “Zukunftsvisionen einer digitalisierten Gesundheitsversorgung”. Die Daimler und Benz Stiftung meldet hierzu: “Die massenhafte Erhebung sowie die digitale Verfügbarkeit personenbezogener Daten eröffnet der medizinischen Forschung völlig neue Horizonte. Durch die systematische Aufbereitung von Daten zu Gesundheit, individueller Disposition und Lebensstil könnte schon bald eine sogenannte Präzisionsmedizin entstehen. Medikamente und Therapien werden auf das persönliche Gewebe- und Stoffwechselprofil abgestimmt und mehr noch: Präventive Verhaltensempfehlungen für Sport, Ernährung und Medikation sollen helfen, das Entstehen von Krankheiten überhaupt zu verhindern. Jeder Bürger hätte seine Gesundheitsdaten auf dem Smartphone verfügbar und könnte sich ein effektives Paket aus Gesundheitsdienstleistungen zusammenstellen. Mit den faszinierenden Chancen einer individualisierten Gesundheitsversorgung gehen aber auch große ethische Herausforderungen einher.” (Pressemitteilung Daimler und Benz Stiftung, 18. Mai 2017) Diesen widmet sich die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats im Forschungs- und Entwicklungszentrum der Heidelberger Druckmaschinen AG.

Abb.: Digitalisierung bei Diabetes

VR und Lernen

Virtuelle Realität ist eine computergenerierte dreidimensionale Wirklichkeit. Sie wird über Großbildleinwände, in Spezialräumen oder über ein Head-Mounted-Display (Video- bzw. VR-Brille) übertragen, mit oder ohne Ton. Bei Mixed Reality wird entweder Realität erweitert (Augmented Reality), wobei für die Darstellung und Wahrnehmung eine AR-Brille (oft Datenbrille genannt) benötigt wird, oder aber Virtualität, im Sinne der Kopplung mit der Realität. Meist sind Formen der Interaktion vorgesehen, und sei es nur im Sinne der Bewegung durch die schöne neue Welt. Zur Interaktion mit Objekten werden neben der Video- oder VR-Brille bestimmte Eingabegeräte gebraucht. Virtual Reality, so der englische Name und die alternative Bezeichnung, eignet sich für Aus- und Weiterbildung, Informationsvermittlung und Unterhaltung. In der Zeitschrift “der freie beruf” vom Mai 2017 ist ein Artikel von Oliver Bendel erschienen. Darin wird auf Chancen und Risiken von VR im Lernbereich eingegangen. Der Beitrag endet mit den Worten: “Es spricht also nichts dagegen, auch einmal nach draußen zu gehen und den analogen Mond zu betrachten oder den Duft der Rosen und der Wälder einzuatmen. Aber wenn man ausgestorbene Lebewesen kraulen und durch den menschlichen Körper sausen und sich nicht allein auf Schriftsteller und Filmemacher bzw. die eigene Phantasie verlassen will – dann ist VR die erste Wahl.” Er kann über diese Website als PDF abgerufen werden.

Abb.: VR im Freien

Wenn Systeme über Leben entscheiden

Prof. Dr. Oliver Bendel referiert am 15. Mai 2017 an der Universität Zürich zum Thema “Wenn Systeme über Menschenleben entscheiden”. Systeme wie Autos müssen immer mehr Entscheidungen treffen. Diese können moralischer Art sein und den Tod von Menschen zur Folge haben. Um Unfälle mit Fußgängern und Fahrradfahrern zu vermeiden, kann das automatisierte Fahren räumlich beschränkt werden, etwa auf Autobahnen. Für die Maschinenethik bleibt dennoch genügend zu tun. So kann man Autos beibringen, für bestimmte Tiere zu bremsen. Soweit der Ankündigungstext von Oliver Bendel auf der Website der Volkshochschule, die den Vortrag organisiert hat. Die Volkshochschule Zürich (VHSZH) engagiert sich nach eigenen Angaben seit 1920 für eine anspruchsvolle, interessenbasierte Weiterbildung. “Ihre Schwerpunkte sind humanistische Allgemeinbildung auf universitärem Niveau, Fremdsprachen, Gestaltung, Kommunikationstechnik sowie Bewegung. 
Die VHS legt Wert auf die Qualität ihrer Vorlesungen und Kurse. Sie nimmt auch Mandate im Weiterbildungsbereich wahr.” (Website VHSZH) Weitere Informationen über https://www.vhszh.ch.

Abb.: Flieger über der Universität Zürich

Über Wonder Woman und Fat Man

Was haben Wonder Woman und ein Lügendetektor gemeinsam? Warum schämen wir uns für andere Menschen? Kann die Sonne erlöschen? Wer war Mata Hari? Die Fragen bei “Beat the Prof” auf ZEIT ONLINE sind immer anregend, die Antworten oft verblüffend. Im Mai 2017 wurde ein neues Quiz freigeschaltet, und zwar zur Künstlichen Intelligenz. Die Fragen und Antworten erarbeitete der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel, der in Zürich lebt und in Basel, Olten und Windisch an der Hochschule für Wirtschaft FHNW arbeitet. Enthalten ist u.a. eine Frage zum Fetter-Mann-Problem. Der bedauernswerte Unbeteiligte werde von einer Brücke auf ein Gleis gestoßen. Aber warum? Antwort 1: “Er wird getötet, damit andere auf dem Gleis überleben.” Antwort 2: “Er wird heruntergeschubst, damit die Brücke nicht einstürzt.” Antwort 3: “Er wird getötet, damit das Fetter-Mann-Problem entsteht.” Das Quiz kann über www.zeit.de/campus/2017-05/beat-the-prof-ethik-kuenstliche-intelligenz aufgerufen werden.

Abb.: Wonder Woman beim Schminken

Küsse aus der Ferne

“Internet Of (Sex) Things” war der Titel eines Beitrags in der Sendung Zündfunk im Bayerischen Rundfunk vom 5. Mai 2017. Helene Reiner hatte im Vorfeld verschiedene Interviews geführt, etwa mit Dr. Beatrice Wagner, Sexualtherapeutin aus München-Bogenhausen, und Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Es ging um Kissenger, den Aufsatz für das Smartphone für Küsse aus der Ferne, und um Harmony, die Liebespuppe der kalifornischen Firma RealDoll. Oliver Bendel ist der Meinung, dass Sexroboter und Liebespuppen eine Nische bleiben werden. Sie können für Abwechslung sorgen und eine Bereicherung sein. Allerdings können sie auch Daten saugen und so den Datenschutz und die informationelle Autonomie gefährden. Sie beobachten und belauschen ihren Benutzer und geben die Daten potenziell an Dritte weiter. Der Informations- und Maschinenethiker weist aber darauf hin, dass dieses Problem bei vielen mobilen Servicerobotern vorhanden ist und man generell darauf reagieren muss. Die Sendung wurde moderiert von Caro Matzko und Ralf Summer und kann über www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/langer-freitag-im-zuendfunk-mit-caro-matzko-und-ralf-summer-102.html nachgehört werden.

Abb.: Küsse aus der Ferne

Maschinen und Gesetz

Im Sommercasino Basel trafen beim Festival science+fiction vom 5. bis 7. Mai 2017 nationale und internationale Künstler und Wissenschaftler auf ein interessiertes Publikum. Am 6. Mai ging es um Roboterrecht und Maschinenethik. Beim Panel “Maschinen und das Gesetz” wurde gefragt, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit eine Maschine zum rechtlichen Subjekt wird, ob es in naher Zukunft eines Maschinenrechts bedarf, oder ob sich Maschinen in unsere Rechtsprechung einfügen müssen, und welche Folgen sich ergeben, wenn in einer Mensch-Maschinen-Interaktion etwas schief geht (z.B. wenn eine Hightech-Prothese ihren Träger oder Personen aus der Umgebung verletzt). Es moderierte Christoph Keller von SRF 2 Kultur, es diskutierten Wolfram Burgard (Professor für Autonomous Intelligent Systems, Universität Freiburg), Nadine Zurkinden (Postdoc für Strafrecht, Universität Basel) und Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik und Informationsethik, Hochschule für Wirtschaft FHNW). Am Abend sprach Gabriele Röger (Informatikerin, Universität Basel) über “Die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt”, und Oliver Bendel stellte seinen LÜGENBOT vor, ein Beispiel für eine Münchhausen-Maschine; am Tag zuvor hatte die TagesWoche über das Projekt berichtet. Weitere Informationen über scienceandfiction.ch.

Abb.: Eingang des Sommercasinos Basel

Wann werden die Roboter übernehmen?

“Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi ist das führende Elternmagazin der Schweiz. Es wird seit 2001 von der gemeinnützigen Stiftung Elternsein herausgegeben. Das Magazin hat eine beglaubigte Auflage von knapp 102.000 Exemplaren und erscheint zehn Mal im Jahr. 2014 wurde Fritz+Fränzi zum besten Fachmagazin des Jahres gewählt.” Mit diesen Worten stellt sich das Magazin auf seiner Website vor. In der Mai-Ausgabe des Jahres 2017  finden sich Beiträge zu Robotern im Arbeitsleben (“Wann übernehmen die Roboter?”) mit Aussagen des Informations- und Maschinenethikers Oliver Bendel sowie ein zweiseitiges Interview mit ihm (“Langfristige Verträge und feste Arbeitsplätze werden verschwinden”). Oliver Bendel ist der Meinung, dass im Zuge der Automatisierung und Robotisierung der Bedarf an menschlicher Arbeit stark abnehmen wird. Es kommt darauf an, die Gewinne, die nach wie vor erzielt werden, gerecht zu verteilen, und ein neues Verhältnis zur Arbeit zu entwickeln. Man muss nicht die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, mit der man in keiner Beziehung ist, zugunsten eines Produkts oder einer Dienstleistung, zu der man kein Verhältnis hat. Es genügt, die Hälfte der Zeit zu arbeiten, wenn man eine Grundsicherung ohne Bedingung erhält. Wichtig ist es, sich in Aus- und Weiterbildung breit aufzustellen. Das Interview kann auf den Seiten 18 bis 20 nachgelesen werden.

Abb.: Im Schwimmbad haben die Roboter bereits übernommen

Lass uns spielen!

Gamification ist, so Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Gabler, die Übertragung von spieltypischen Elementen und Vorgängen in spielfremde Zusammenhänge. Alternative Begriffe im deutschsprachigen Raum seien “Gamifizierung” und “Spielifizierung”, Ziele Motivationssteigerung und Verhaltensänderung bei Anwenderinnen und Anwendern. Zu den spieltypischen Elementen gehörten Beschreibungen (Ziele, Beteiligte, Regeln, Möglichkeiten), Punkte, Preise und Vergleiche. Zu den spieltypischen Vorgängen zählten die Bewältigung von Aufgaben durch individuelle oder kollaborative Leistungen. Die Luzerner Zeitung hat ein Interview mit Oliver Bendel zu Gamification geführt. Aussagen von ihm sind in dem Artikel “Lass uns spielen!” enthalten, der am 2. Mai 2017 erschienen ist und mit freundlicher Genehmigung der Zeitung hier heruntergeladen werden kann. Im Teaser schreibt Andreas Lorenz-Meyer: “Unternehmen arbeiten mit Gamification-Elementen. Solche spielerischen Instrumente sollen die Kunden motivieren und binden. Probleme mit dem Datenschutz kann es aber auch geben. Zum Beispiel im Gesundheitsbereich, wo es um sensible Daten geht.” (Luzerner Zeitung, 2. Mai 2017) In diesem Zusammenhang wird auch die informationelle Autonomie berührt, mit der sich die Informationsethik befasst.

Abb.: Manche Menschen spielen gerne

Über Sicherheits- und Überwachungsroboter

Sicherheits- und Überwachungsroboter verbreiten sich auf den Firmengeländen und in den Shopping Malls, als rollende und fliegende Maschinen. Sie sollen für die Sicherheit der Unternehmen und Kunden sorgen. Dabei entsteht allerdings auch Unsicherheit. Man kann mit ihnen zusammenstoßen, sie können einen überwachen und aushorchen. Technology Review war im Gespräch mit Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Es ging unter anderem um den K5 im Silicon Valley, den der Informations- und Maschinenethiker im vergangenen Jahr vor Ort inspiziert hat. Der Roboter von Knightscope ist im Shopping Center in Stanford im Einsatz. Er streift die ganze Zeit durch die Gegend und meldet Auffälliges und Verdächtiges an eine Zentrale. Diese bewertet die Situation und ergreift gegebenenfalls Maßnahmen. Der kegelförmige Mitarbeiter ist über 100 Kilo schwer und 1,20 Meter hoch. Der Artikel “Wer hat Angst vor Robocobs” mit Aussagen von Oliver Bendel ist in der Ausgabe 5/2017 auf den Seiten 32 bis 34 erschienen.

Abb.: Der K5 im Shopping Center in Stanford

Bots, Hate, Fake

Vom 2. bis 4. Mai 2017 finden die “Medientage Mitteldeutschland” statt. “Bots, Hate, Fake: Werte und Grenzen in der Kommunikation” lautet der Titel einer Podiumsdiskussion am 3. Mai. Es moderiert Vera Linß, auf dem Podium sitzt Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen), live zugeschaltet ist Oliver Bendel (Fachhochschule Nordwestschweiz). Über Social Bots und Fake News soll der Wahlkampf in verschiedenen Ländern, so die Website, “vorsätzlich in eine bestimmte Richtung gelenkt worden sein” (Website Medientage Mitteldeutschland). “Und auch in Deutschland gibt es Sorge, dass der Wahlkampf so beeinflusst werden könnte. Die Landesregierungen von Hessen, Bayern und Sachsen-Anhalt werben für einen Gesetzentwurf, der ‘manipulativer Kommunikation im Internet’ auf strafrechtlicher Ebene begegnen soll. Kritiker des Entwurfs bemängeln, dass eine deutsche Gesetzesinitiative zwar hierzulande greifen könnte, bei Aktivitäten aus dem Ausland allerdings keine Handhabe biete.“ (Website Medientage Mitteldeutschland) Ein Ansatz der Grünen fordere, so die Website, kein Verbot von Bots, sondern eine Anzeigepflicht bei deren Verwendung. Auch Oliver Bendel kann sich eine Anzeigepflicht vorstellen. Zudem schlägt er vor, dass Social Bots und Chatbots ihre Ziele, Methoden und Quellen benennen müssen. Weitere Informationen über www.medientage-mitteldeutschland.de.

Abb.: Ist die Nachahmung einer Vogelscheuche eine Fake?

Zum Abschluss von connectUS

Zum Abschluss von connectUS (Motto: “Innovation is the new black!”) standen noch weitere interessante Besuche auf dem Programm. Die Delegation lernte nach dem Treffen mit dem Generalkonsul ein Unternehmen in Brooklyn kennen, das Urban Gardening betreibt. In luftiger Höhe werden Salat und Gemüse angebaut und flattern Schmetterlinge herum. Motorisierte Maschinen werden auf dem Acker nicht eingesetzt. Am letzten Tag erklärte einer der Gründer von Livestream in Brooklyn das Konzept des Unternehmens. In Manhattan wurde man an die historischen Schauplätze rund um die Wall Street geführt. Nach zweieinhalb Wochen stand fest: Bei kaum einem anderen Format lernt man mehr über die Geschäftswelt und die Welt überhaupt. Man kann sich Fragen der Betriebswirtschaftslehre und der Wirtschaftsinformatik ebenso stellen wie der Wirtschafts- und Informationsethik. Die FHNW widmet sich damit nicht nur der Ausbildung, sondern auch der Bildung. Der Erfolg des Projekts ist Studierenden wie Julia Bachmann, Simon Marti, Noël Meschi und Raphael Civatti (Projektteam) und Fabienne Galli und Julien Weil (PR und Kommunikation) sowie jedem einzelnen Teilnehmer zu verdanken. Vom John F. Kennedy International Airport aus ging es zurück nach Zürich. Weitere Informationen zu connectUS über connectus.ch.

Abb.: Bei Brooklyn Grange

On the Top of the Rock

Am 18. April 2017 besuchte die Delegation aus Studierenden und Dozierenden der FHNW im Rahmen von connectUS Google in New York. Einen ganzen Tag nahm man sich Zeit für einen Sprint for Innovation. Die Studierenden und Dozierenden konzipierten eine App, die dem Benutzer bei der Bewältigung seiner privaten und dienstlichen Aufgaben helfen soll. Der Nachteil ist freilich, dass ein solches Programm für das Smartphone ein Datensauger sein kann. Ein großer Teil der angebotenen Apps dürfte einen anderen Zweck haben als den in der Beschreibung angegebenen. Das Unternehmen, das von unseren Daten lebt und uns auf den Straßen ohne unser Einverständnis aufnimmt, ist übrigens sowohl in Zürich als auch in den USA sehr darauf bedacht, dass in den eigenen Räumlichkeiten durch uns keine Daten generiert werden. Fotografieren ist nur im Eingangsbereich erlaubt, man muss festen Pfaden folgen, und Kontakt mit anderen Mitarbeitern ist nach Einschätzung von Oliver Bendel nicht erwünscht. Am Abend ging es dann hoch hinaus, auf das Rockefeller Center, das Top of the Rock. Die spektakulären Wolkenkratzer aus den 20er-, 30er- und 40er-Jahren, das Chrysler Building, das Waldorf-Astoria Hotel, das Empire State Building und das Rockefeller Center, sind die architektonischen Highlights der Stadt. In den darauffolgenden Tagen besuchte man noch das MoMA und das Schweizerische Generalkonsulat in New York, wo die Delegation vom Generalkonsul André Schaller persönlich begrüßt und eingeführt wurde.

Abb.: Blick vom Top of the Rock