Schlagworte: Informationsethik

Über den Denialismus

Das KLEINE LEXIKON DER INFORMATIONSETHIK existiert seit 2012 und wird immer noch ausgebaut. Seit 13. August 2017 ist auf informationsethik.net ein weiterer Eintrag zu finden: “Denialism oder Denialismus (in der eingedeutschten Form) ist der Versuch, Fakten abzustreiten und sich ‘alternative Fakten’ auszudenken. Beispielsweise behauptet man, die Erde sei flach, der Klimawandel nicht vorhanden, selbst das höherentwickelte Tier nicht leidensfähig, und die Evolution habe nicht stattgefunden. Über das Internet schließen sich die Denialisten (Leugner im radikalen Sinne) zusammen und bestärken sich in ihren haltlosen Überzeugungen. Zudem zitieren und produzieren sie Fake News. Sie sind weder Skeptiker noch philosophische Zweifler, denn diese stellen etwas in Frage, das gesichert erscheint, um zu etwas zu gelangen, das als wirklich gesichert angesehen werden kann. Die Informationsethik untersucht die Nutzung des WWW und von Instant Messengers zur Verbreitung denialistischer Ansätze, mitsamt den moralischen Implikationen.” Wer die Begriffe des Lexikons in größerer Breite und Tiefe haben will, sei auf das umfangreiche Nachschlagewerk “300 Keywords Informationsethik” (Springer Gabler, 2016) von Oliver Bendel verwiesen. Dieses bietet Fachwissen nicht nur zur Informationsethik, sondern auch zur Maschinenethik. Zu letzterer Disziplin sei wiederum auch das KLEINE LEXIKON DER MASCHINENETHIK auf maschinenethik.net empfohlen.

Abb.: Die Erde flach, Hunde nicht leidensfähig

Schweigen ist Gold

Im März 2009 bewarb sich der Schriftsteller und Wissenschaftler Oliver Bendel beim Blick am Abend als Kolumnenschreiber. Er bekam den Auftrag (der nicht vergütet wurde) und legte los. Über jeden Beitrag dieser Rubrik wurde von Leserinnen und Lesern abgestimmt, und der Autor wurde weiter- oder abgewählt. Die Idee von Oliver Bendel war, Kritik, Kunst und Kultur sowie Wissenschaft in den BAA zu bringen. Dies auf knappem Platz und für einen riesigen Adressatenkreis. Zu seinem Erstaunen wurde er über mehrere Tage weitergewählt. Die Themen wurden immer gewagter, Theorien und Kanons entwickelt. Auch ein Web-2.0-Knigge tauchte auf, mit seinen zehn Vorschlägen zum Verhalten in den sozialen Medien, später als “Netiquette 2.0″ in der Netzwoche veröffentlicht. Regel Nummer 3 lautete: “Du sollst nachdenken, bevor du einen Beitrag verfasst, und keine Fehlinformationen verbreiten.” Und 10: “Du sollst Handy und Computer so oft wie möglich ausschalten und dem Gesang der Vögel lauschen.” Ein Text über Inge Scholl war bereits geschrieben, als nach zehn Ausgaben das Aus kam. Die Kolumnen können jetzt, achteinhalb Jahre später, hier heruntergeladen werden.

Abb.: Im Web 2.0 ist Schweigen manchmal Gold

Das Wörterbuch bekommt Zuwachs

Der gedruckte Duden bekommt Zuwachs. Wörter wie “Tablet”, “Social Bot”, “Datenbrille” und “Fake News” finden sich ab dem 9. August 2017 darin. “Datenbrille” war bereits 2014 im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler. 2015 wurde das “Tablet” aufgenommen. Die “Social Bots” kamen Anfang 2017 hinzu, ebenso die “Fake News“. Allerdings ist das Wörterbuch in der Printversion und im Grundsatz aus verschiedenen Gründen schwerfällig. So kann man nicht innerhalb von Wochen oder Monaten auf eine Neuschöpfung bzw. ein Sozialphänomen reagieren, sondern erst nach längerer Zeit: “Alle drei bis fünf Jahre wird das Nachschlagewerk aktualisiert.” (Süddeutsche Zeitung, 7. August 2017) Auch stellen sich an ein Wörterbuch andere Anforderungen als an ein Lexikon. Online geht es freilich schneller, auch bei Duden, und dort finden sich die genannten Wörter bereits – seit wann, lässt sich nicht eruieren. Im Bereich der Ethik schläft der Duden übrigens noch. Während “Medizinethik” und “Wirtschaftsethik” gekannt werden, ist bei “Technikethik” oder “Informationsethik” leider Fehlanzeige, trotz der seit Jahren immensen Bedeutung.

Abb.: “Tablet” im Online-Duden

Vier Glossen aus der zfo

Vier Glossen von Oliver Bendel aus der zfo (2013 bis 2015) können nun, nach der freundlichen Genehmigung des Verlags Schäffer-Poeschel, von dieser Website heruntergeladen werden, nämlich “Sinnhafte Entcomputerisierung“, “Druck dir die Welt, wie sie dir gefällt!“, “Neun Thesen zur Ethik” und “In einem gesunden Körper …“. Zur Zeitschrift gibt die Website folgende Auskunft: “Organisations- und Führungsfragen begegnen uns im beruflichen Alltag überall und in den unterschiedlichsten Facetten und Ausprägungen. Als führende deutschsprachige Zeitschrift auf ihrem Gebiet bietet die zfo – Zeitschrift Führung + Organisation zu diesen Themenbereichen fundierte und aktuelle Fachinformationen sowie professionelle Lösungsansätze renommierter Autoren aus Wissenschaft und Praxis. Die zfo ist offizielles Organ der Gesellschaft für Organisation e.V. (gfo), der Schweizerischen Gesellschaft für Organisation und Management (SGO) sowie der Österreichischen Vereinigung für Organisation und Management (ÖVO).” (Website zfo) Weitere Informationen über www.zfo.de.

Abb.: In einem gesunden Körper

Pro und Contra zur Robotersteuer

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat auf ihrem Portal “Die Netzdebatte” zwei neue Beiträge veröffentlicht, unter der Überschrift “Pro und Contra zur Robotersteuer“. Es handelt sich um keine Pole, sondern um Varianten. Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber sieht eher Vorteile in der Robotersteuer, die er sich unter gewissen Umständen und in einer bestimmten Ausgestaltung vorstellen kann. Prof. Dr. Oliver Bendel ist dafür, die Robotersteuer zu diskutieren, sieht aber insgesamt eher Nachteile, und benennt Herausforderungen, denen sich eine Umsetzung im Moment stellen müsste. Vor allem sei unklar, was genau man besteuern soll. Besonders deutlich zeige sich dies bei Kooperations- und Kollaborationsrobotern, die eng mit Menschen zusammenarbeiten. Wann fängt die Arbeit des Menschen und der Maschine an, wann hört sie auf? Auch muss man klären, ob man nur Hardwareroboter oder auch Softwareroboter besteuern soll. Wie verhält es sich mit einer Armee von Social Bots? Mit Crawlern von Suchmaschinen? Die Beiträge können direkt über www.bpb.de/dialog/netzdebatte/248706/meinung-auch-roboter-sollten-steuern-zahlen und www.bpb.de/dialog/netzdebatte/245350/meinung-roboter-haben-keine-verantwortung aufgerufen werden.

Abb.: Soll dieser Roboter besteuert werden?

Das SmartShuttle auf dem Waisenhausplatz

Die PostAuto AG kündigt für den Nationalfeiertag 2017 in der Schweiz ein Ereignis an, das Freundinnen und Freunde des teil-, hoch- und vollautomatisierten Fahrens freuen dürfte. “Am 1. August ist erstmals ein SmartShuttle von PostAuto auf einem öffentlichen Platz in Bern zu Gast. Die Besucher der Bundesfeier können auf dem Waisenhausplatz testen, wie sich autonomes Fahren anfühlt.” (Informationsschreiben PostAuto) Und weiter: “Ein SmartShuttle von PostAuto wird … von 9 bis 22 Uhr auf dem Waisenhausplatz seine Runden drehen. Die Besucherin und der Besucher können einsteigen und miterleben, wie das selbstfahrende Postauto den kleinen Parcours absolviert. Die Software steuert den elfplätzigen Bus selber. Die Techniker sind die Strecke auf dem Waisenhausplatz mit dem Shuttle manuell abgefahren, und die Sensoren haben daraus eine virtuelle Karte erstellt. So ist der Shuttle in der Lage, seine eigene Position zu bestimmen und dem vorgesehenen Weg selbstständig zu folgen.” (Informationsschreiben PostAuto) Der technische Leiter Ramon Mueller gewährte Prof. Dr. Oliver Bendel von der FHNW und einer kleinen Gruppe von Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und der Berner Fachhochschule bereits am 3. März 2017 in Bern einen tiefen Einblick in den Betrieb.

Abb.: Das SmartShuttle in einer Halle in Bern

Privacy by Design

Petra Grimm und Tobias Keber von der Hochschule der Medien haben internationale Experten zu einem Experten-Round-Table zum Thema “Privacy by Design im automatisierten Autofahren” an die Hochschule der Medien in Stuttgart eingeladen. Nach Angaben von Susanne Kuhnert entstand die Idee zu dem interdisziplinären Austausch zum Themenbereich “Datenschutz und Datensicherheit im automatisierten und autonomen Autofahren” im Rahmen der Mitarbeit im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt KoFFI. “KoFFI” stehe, so das Einladungsschreiben, “für eine kooperative Fahrer-Fahrzeug-Interaktion und erforscht und erarbeitet ein multimodales Interaktionstool, welches im automatisierten Fahrzeug der Zukunft zum Einsatz kommen soll”. Weitere Informationen dazu über www.digitale-ethik.de/forschung/forschungsprojekte/koffi/. Am 27. Juli 2017 diskutierten Expertinnen und Experten wie Rafael Capurro und Oliver Bendel zum Thema. Im Anschluss entstanden Videos mit zentralen Statements, produziert von Studierenden der Hochschule. Diese werden in einigen Tagen online gestellt.

Abb.: Wieviel Privatsphäre bietet das Auto der Zukunft?

The Synthetization of Human Voices

The synthetization of voices, or speech synthesis, has been an object of interest for centuries. It is mostly realized with a text-to-speech system (TTS), an automaton that interprets and reads aloud. This system refers to text available for instance on a website or in a book, or entered via popup menu on the website. Today, just a few minutes of samples are enough in order to be able to imitate a speaker convincingly in all kinds of statements. The article “The Synthetization of Human Voices” by Oliver Bendel (published on 26 July 2017) abstracts from actual products and actual technological realization. Rather, after a short historical outline of the synthetization of voices, exemplary applications of this kind of technology are gathered for promoting the development, and potential applications are discussed critically in order to be able to limit them if necessary. The ethical and legal challenges should not be underestimated, in particular with regard to informational and personal autonomy and the trustworthiness of media. The article can be viewed via rdcu.be/uvxm.

Fig.: What will we hear in the future?

Die Vermessung der Lernenden

“Zuschauen geht nicht! Das Thema Digitalisierung beschäftigt gesellschaftlich und persönlich. Der Weiterbildungskongress Adult and Professional Education (WBK A&PE) 2017 bietet zum Aufbau der nötigen Kompetenzen eine vertiefte sowie alltagsnahe Auseinandersetzung damit. Entwickelt mit Personen aus dem Berufsfeld ist das Programm praxisrelevant gestaltet und regt zur Umsetzung an.” Mit diesen Worten wirbt die PH Luzern für den 10. Weiterbildungskongress A&PE, der vom 17. bis 19. August 2017 in Luzern stattfindet. Ein Vortrag von Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) trägt den Titel “Die Vermessung der Lernenden”. In der Beschreibung heißt es: “Lernplattformen sind Standard an vielen (Hoch-)Schulen, Massive Open Online Courses (MOOCs) werden auch von Studierenden genutzt. Aus Sicht von Datenschutz und Informationsethik stellen sich viele Fragen. Wie sicher sind die persönlichen Daten? Wo landen sie und wer nutzt sie? Was kann man über das Verhalten, die Lern- und Denkfähigkeit der Benutzer herausfinden?” Es wird vor allem die Perspektive der Informationsethik eingenommen. Weitere Informationen über www.phlu.ch/weiterbildung/wbk/.

Abb.: Wer wird von wem warum und wie vermessen?

Maschinen sind und bleiben Maschinen

“Sex mit Maschinen” – so der Titel eines Beitrags auf SWR2 vom 19. Juli 2017 zu Sexrobotern und Robotersex. “Revolutionieren Roboter das Liebesleben?” – dies fragt der Untertitel. Im Beitrag geben u.a. Petra Grimm von der Hochschule der Medien in Stuttgart und Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW die Antworten. Petra Grimm erwähnt Galatea als frühe Liebesmaschine: “Wenn Sie an den Pygmalion-Mythos denken, weil er Verdruss über die Frauen hatte, die es dort gab, sich selbst so eine Elfenbeinfigur schuf, und die wurde dann lebendig und gebar ihm einen Sohn. Aus allen verschiedenen Kulturen haben wir dieses Phänomen, aus Materie sich einen Partner, meistens eine Partnerin zu schaffen.” Und auch Oliver Bendel verweist auf eine lange Tradition: “… dass Menschen Emotionen zu Maschinen entwickeln, das ist klar, das passiert auch schon lange, wir haben auch ein enges emotionales Verhältnis zu unserem Auto”. Wir können unser Auto lieben, wir können auch Sexroboter lieben, auf noch eindrücklichere Weise, aber wir bekommen, was die Gefühle anbetrifft, nichts von ihnen zurück. Maschinen sind und bleiben Maschinen.

Abb.: Maschinen sind und bleiben Maschinen

Sicherheitsroboter ertränkt sich

Ein Sicherheits- und Überwachungsroboter in Kalifornien hat sich offenbar ertränkt. Bilal Farooqui aus San Francisco twitterte am 17. Juli 2017: “Our D.C. office building got a security robot. It drowned itself.” Und schloss mit den Worten: “We were promised flying cars, instead we got suicidal robots.” Das mitgelieferte Foto zeigt den Roboter, wie er im Wasser eines Brunnens liegt. Offenbar hat er sich nicht so zielsicher fortbewegt wie Anita Ekberg in “La dolce vita”. Eine Treppe wurde ihm zum Verhängnis, und der Umstand, dass er Strom braucht, um sich fortzubewegen und seine Umgebung zu untersuchen (allerdings ist nicht klar, ob es einen Kurzschluss gab). Bei dem Roboter handelt es sich offenbar um den K5 von Knightscope. Er ist seit Jahren in San Francisco und im Silicon Valley unterwegs, etwa im Stanford Shopping Center. Vor einiger Zeit kam es zu einem Unfall, bei dem ein Junge leicht verletzt wurde. In Kalifornien genießen Roboter große Freiheit. Nicht immer gehen sie verantwortungsvoll damit um.

Abb.: Der K5 im Detail

Smart Cams im öffentlichen Raum

Ende Juni 2017 ist das Buch “Chancen und Risiken von Smart Cams im öffentlichen Raum” erschienen. Es versammelt Beiträge des gleichnamigen Workshops, der von der Universität Oldenburg und vom Datenschutz-Beirat der Deutschen Bahn am 23. und 24. Juni 2016 im Bahntower am Potsdamer Platz in Berlin ausgerichtet wurde. Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren u.a. Prof. Dr. Susanne Boll-Westermann (OFFIS Institut für Informatik), Dennis Rohde (MdB, SPD), Dr. Konstantin von Notz (MdB, Grüne), Prof. Dr. Dr. Volker Boehme-Neßler (Universität Oldenburg) und Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW). Es waren positive und negative Einschätzungen gleichermaßen vertreten. Oliver Bendel fasste in seinem Vortrag zusammen: “Überwachungskameras und Smart Cams wie Action Cams können Nutzen stiften bzw. Spaß machen. Sie können auch Schaden anrichten, vor allem mit Blick auf die informationelle Autonomie und die Privatsphäre. Die enorme Verbreitung, die ständige Verkleinerung bei gleichbleibender Qualität der Bilder, die Verbindung mit Künstlicher Intelligenz und andere Entwicklungen stellen uns vor große Herausforderungen.” Herausgeber des Buchs ist Prof. Dr. Jürgen Taeger (Universität Oldenburg), der den Workshop auch moderiert hat.

Abb.: Wer wird wo wobei beobachtet?

The Future of Mobility

In einer Pressemitteilung informiert die TA-SWISS wie folgt: “EPTA ist das Netzwerk der parlamentarischen Technikfolgenabschätzungsinstitutionen in Europa; es umfasst zurzeit 20 Mitglieder. 2017 übernimmt TA-SWISS das EPTA-Präsidium, das im Turnus von allen Vollmitgliedern wahrgenommen wird. Zur Präsidentschaft gehört die Ausrichtung der jährlichen internationalen EPTA-Konferenz, die sich dieses Jahr unter dem Motto ‘Shaping the Future of Mobility’ mit verschiedenen Aspekten der zukünftigen Mobilität befasst. Sie findet am 8. November 2017 im zum Thema passenden Rahmen des Verkehrshauses Luzern statt.” Zu den Inhalten wird bekanntgegeben: “The question of how to enhance mobility while at the same time reducing pollution, congestion and accidents is a common challenge to all major cities in Europe. A profound transformation in the transport system will be required in the coming decades. New developments like autonomous and connected driving, sharing economy, mobility pricing or mobility as a service are expected to shape the future of our mobility and revolutionize our transport systems.” Weitere Informationen über www.ta-swiss.ch/projekte/internationale-projekte/epta-konferenz-2017/.

Abb.: Für die Planung spielt VR eine Rolle

Beitrag zu Open Educational Resources

Open Educational Resources (OER) sind Bildungsmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium, die unter einer offenen Lizenz (etwa Creative Commons oder GNU General Public License) veröffentlicht werden. Diese ermöglicht den kostenlosen (mehrheitlich insgesamt bedingungslosen) Zugang sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Verbreitung durch andere Personen und Gruppen ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen. Dabei bestimmen die Urheber – gemeinnützige Organisationen, Hochschulen und Unternehmen sowie Privatpersonen – selbst, welche Nutzungsrechte sie einräumen und welche Rechte sie sich vorbehalten. OER können sowohl Lehr- als auch Lernmaterialien sein und damit unterschiedliche Funktionen im formalen und informellen Lernen erfüllen. Zu OER ist am 4. Juli 2017 im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler ein Beitrag von Oliver Bendel erschienen. Auch die Perspektive der Informationsethik wird eingenommen: “Die Informationsethik findet auf diesem Gebiet zahlreiche Forschungsgegenstände, etwa die Sicherstellung der Qualität oder die Vertrauenswürdigkeit der Quelle der Information, die Gewährleistung der Informationsfreiheit sowie die Überwindung des digitalen Grabens.” (Gabler Wirtschaftslexikon) Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/open-educational-resources.html aufgerufen werden.

Abb.: OER sind wichtig für E-Learning und Blended Learning

Sie kommen uns näher

Am 4. Juli 2017 ist im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler ein neuer Beitrag von Oliver Bendel erschienen. Es geht um Kooperations- und Kollaborationsroboter, also um moderne Industrieroboter, die mit uns Schritt für Schritt an einem gemeinsamen Ziel (Kooperationsroboter) bzw. Hand in Hand an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten, wobei wiederum ein bestimmtes Ziel gegeben ist (Kollaborationsroboter). “Sie nutzen dabei ihre mechanischen und sensorischen Fähigkeiten und treffen Entscheidungen mit Blick auf Produkte und Prozesse im Unternehmen bzw. in der Einrichtung. Co-Robots, wie sie gelegentlich genannt werden, können in Einzelfällen auch als Serviceroboter auftreten, etwa im medizinischen und pflegerischen Bereich. Die intensive Beschäftigung mit kooperativen und kollaborativen Robotern begann bereits in den 1990er-Jahren. In den 2010er-Jahren begannen sie sich durchzusetzen und in der Produktion zu verbreiten.” (Gabler Wirtschaftslexikon) Die Roboter kommen uns näher, im Alltag und bei der Arbeit, sie unterstützen und ersetzen uns. In dem Beitrag werden auch ethische Aspekte dieser Entwicklung angesprochen. Er ist über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/kollaborationsroboter.html aufrufbar.

Abb.: Sie kommen uns näher

Robots in Public Spaces

There are more and more service robots in “open” spaces, safety and surveillance robots, transport and delivery robots, information and navigation robots and entertainment and toy robots. They are on their way in places that many of us share, and that are public. This poses various challenges. The article “Service Robots in Public Spaces: Ethical and Sociological Considerations” by Prof. Dr. Oliver Bendel (School of Business, University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland FHNW) addresses these challenges – from the moral and social points of view – and proposes solutions, among other things on the ethical, technical and organizational level, as well as offering assistance for roboticists and for legislative and political instances. The article was published in Telepolis (25 June 2017). It is Oliver Bendel’s twelfth contribution since 2008 in Germany’s oldest online magazine (founded in 1996).

Fig.: The K5 robot can be seen in Stanford

KI in der National Geographic

Die Juli-Ausgabe der Zeitschrift National Geographic bringt den ersten Teil einer dreiteiligen Serie zur Künstlichen Intelligenz. Auf 14 Seiten widmet man sich der Arbeit von Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker lebt und arbeitet in der Schweiz. Er stand dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort. Zudem gibt es eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundet den Beitrag ab. Die Fotos stammen von Elias Hassos, der u.a. Hans Magnus Enzensberger und Martin Walser porträtiert hat. “Wir können in der Hängematte liegen” – so lautet die Überschrift des Beitrags. Oliver Bendel ist der Meinung, dass uns Roboter unterstützen und entlasten können. Dass Menschen die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, das ihnen womöglich nicht einmal sympathisch ist, hält er für eine Ideologie, die man hinterfragen kann. Vielleicht reichen vier Stunden am Tag für den Lebensunterhalt, wenn ein Grundeinkommen dazukommt. Denn die Gewinne werden weiter erzielt, mit Hilfe von Robotik und Künstlicher Intelligenz auch ohne die Arbeiter und Angestellten. Sie müssen nur gerecht verteilt werden. Weitere Informationen über www.nationalgeographic.de.

Abb.: KI wird uns Arbeit abnehmen

Autonome Autos bei der Industriewoche 2017

“Experten sind sich einig. Das Auto der Zukunft wird elektrisch und selbstfahrend sein. Aber zuvor müssen noch wichtige ethische Fragen geklärt werden. Wie soll das Auto entscheiden, wenn ein Unfall mit Personenschaden nicht vermeidbar ist? Hierzu tagt eine vom Bundesverkehrsminister eingesetzte Ethikkommission.” So heißt es auf der Website der sogenannten Industriewoche 2017. Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, meint in ihrem Grußwort: “Mit der Industriewoche 2017 wollen wir zeigen: Industrie berührt jeden von uns und sie ist vielfältig.” (Website der Industriewoche 2017) Dr. Thomas Meyer, Geschäftsführer des KIT-Zentrums für Mobilitätssysteme, diskutiert mit Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Kurt Möser vom KIT. Die Veranstaltung findet am 20. Juni 2017 im Auditorium des TECHNOSEUM statt. “Das TECHNOSEUM ist eines der großen Technikmuseen in Deutschland. Die Ausstellung zeigt 200 Jahre Technik- und Sozialgeschichte. Sie steht mit ihren Experimentierstationen zu Naturwissenschaft und Technik für experimentelles Begreifen mit Spaß und Staunen.” (Website TECHNOSEUM) Weitere Informationen über www.industriewoche-bw.de und www.technoseum.de.

Abb.: Elektrisch und selbstfahrend – die Zukunft?

Herausforderungen in der Industrie 4.0

In der Edition HMD von Springer erscheint am 26. Juli 2017 das Buch “Industrie 4.0: Herausforderungen, Konzepte und Praxisbeispiele”. Herausgeber ist Prof. Dr. Stefan Reinheimer, zu den Autoren gehören Prof. Dr. Oliver Bendel, Prof. Dr. Felix Wortmann und Prof. Dr. Stefan Strohmeier. Aus dem Klappentext: “Das Fachbuch greift das Konzept Industrie 4.0 – Ausdruck der vierten industriellen Revolution – mit seinen Chancen und Risiken für produzierende Unternehmen auf. Das Herausgeberwerk bringt das Thema durch anschauliche Beispiele aus der Praxis näher und zeigt die Visionen auf, mit denen sich nicht nur die akademische Welt bereits auseinandersetzt. Die Autoren der Beiträge thematisieren einerseits Kernthemen der Digitalisierung und beleuchten andererseits nicht zu vernachlässigende Begleiterscheinungen: In der Fabrik von morgen wachsen reale und virtuelle Welt zusammen. Schlagworte wie Internet der Dinge und Cyber-Physische Systeme (CPS) wurden bereits geprägt, um diese Verschmelzung anzudeuten. Industrie 4.0 verspricht neue Optionen für die Flexibilisierung und weitergehende Automatisierung der Fertigung. Sie schafft die Grundlage für neue Geschäftsmodelle, erfordert aber auch ein Umdenken in der Interaktion zwischen Mensch und Maschine.” (Information Springer) Auch Informationsethik und Maschinenethik sind ein Thema. Weitere Informationen über www.springer.com/de/book/9783658181642#aboutBook.

Abb.: Cover des neuen Buchs

Dritte Konferenz zu Sexrobotern

Der “Third International Congress on Love and Sex with Robots” findet am 19. und 20. Dezember 2017 in London (Goldsmiths, University of London) statt. Damit wurde der selbe Ort wie 2016 gewählt, ein ungewöhnlicher, anziehender Ort, wo Kunst und Wissenschaft zusammenkommen. In einer Information vom 8. Juni 2017 heißt es: “Within the fields of Human-Computer Interaction and Human-Robot Interaction, the past few years have witnessed a strong upsurge of interest in the more personal aspects of human relationships with these artificial partners. This upsurge has not only been apparent amongst the general public, as evidenced by an increase in coverage in the print media, TV documentaries and feature films, but also within the academic community. The International Congress on Love and Sex with Robots provides an excellent opportunity for academics and industry professionals to present and discuss their innovative work and ideas in an academic symposium.” (Information LSR 2017, 8. Juni 2017) Papers sollen mindestens sieben Seiten umfassen und sich Themen wie “Entertainment Robots”, “Robot Personalities”, “Teledildonics” und “Intelligent Electronic Sex Hardware” widmen. Auch Informations- und Roboterethik sind mögliche Perspektiven. Das Buch mit den Beiträgen der letzten Konferenz ist Ende April 2017 bei Springer erschienen. Weitere Informationen über loveandsexwithrobots.org.

Abb.: Setzen sich Sexroboter durch?