Schlagworte: Informationsethik

Fluch oder Segen

Reader’s Digest ist eine international bekannte und verbreitete Zeitschrift. Sie enthält sowohl fremde als auch eigene Inhalte. Früher versammelte sie vor allem herausragende und nachgefragte Zeitschriftenartikel und Buchbeiträge. In der Dezemberausgabe von 2017 ist unter dem Titel “Fluch oder Segen?” ein Interview abgedruckt, das eine Kurzform eines Beitrags zur Künstlichen Intelligenz in der Zeitschrift National Geographic (7/2017) ist. Der Wirtschaftsinformatiker, Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel aus Zürich stand damals dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort, die von Hamburg in die Schweiz gereist waren. In der Langfassung gab es neben dem Interview eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundete den Beitrag ab. Die Fotos stammten von Elias Hassos. Der Beitrag aus der National Geographic kann hier heruntergeladen werden. Die Ausgabe des Reader’s Digest ist über alle bekannten Kanäle käuflich erwerbbar.

Abb.: Die Einstiegsseite zum Beitrag im Reader’s Digest

Smarte Maschinen

Die Konferenz “Smarte Maschinen im Einsatz – Künstliche Intelligenz in der Produktion” findet am 15. Mai 2018 am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart statt. Schirmherrin ist Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL (Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg). Aus der Ankündigung: “Smarte Maschinen werden die Welt verändern. Smart Factory, Smart Grid, Smart Transport, Smart Home, Smart Health, Smart City. Bei diesen Schlagworten geht es um weit mehr als um den Trend zu Digitalisierung, Industrie 4.0, Robotik oder das Internet der Dinge – es geht um das Eindringen von Künstlicher Intelligenz in alle Bereiche unseres Lebens.” (Website industrie.de) Die erste ganztägige Veranstaltung konzentriert sich auf “Künstliche Intelligenz in der Produktion”. Vortragende sind Dr. Ulrich Eberl (Buchautor “Smarte Maschinen”), Prof. Dr. Thomas Bauernhansl (Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA), Dr. Wieland Holfelder (Leiter Google-Entwicklungszentrum München), Prof. Dr. Torsten Kröger (Institutsleiter am Karlsruher Institut für Technologie), Dr. Michael May (Leiter Data Analytics & Artificial Intelligence bei Siemens Corporate Technology), Dr. Constanze Holzwarth (Managementberaterin) und Prof. Dr. Oliver Bendel (Informations- und Maschinenethiker). Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Nicht so smarte Maschinen

Wie Roboter Gefühle in uns auslösen

In Radio SRF 3 (Input) wurde am 28. Januar 2018 zwischen 20.00 bis 21.00 Uhr die Sendung “Wie Roboter Gefühle in uns auslösen” ausgestrahlt. “Immer mehr Roboter kommen in unser Leben. Schon jetzt mähen sie unsere Rasen und betreuen uns im Alter. Wie müssen Roboter sein, damit wir sie akzeptieren, sie sympathisch finden und Seite an Seite mit ihnen arbeiten und leben können? Input-Redaktorin Mariel Kreis will es herausfinden – anhand der Roboter-Robbe Paro für demente Menschen, den beiden humanoiden Robotern Sophia und Pepper. Und anhand ihres eigenen Staubsauger-Roboters Franz.” (Website Radio SRF 3) Im Gespräch war Mariel Kreis mit Prof. Dr. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, und Dr. Martina Mara, Roboterpsychologin aus Linz. Die Sendung kann über www.srf.ch/sendungen/input/wie-roboter-gefuehle-in-uns-ausloesen aufgerufen werden.

Abb.: Auch um Pepper geht es im Schweizer Radio

15.000 Tweets

Am 25. Januar 2018 wurde von @Infoethik der 15.000 Tweet abgesetzt. In der Kurzbeschreibung heißt es: “Tweets zu Informationsethik und Maschinenethik und zu Medien-, Technik-, Wirtschafts-, Politik-, Medizin- und Umweltethik sowie Religionskritik.” Es handelt sich um einen klassischen Kurznachrichtendienst, über den auf Artikel, Studien und Veranstaltungen hingewiesen wird. Die Tweets von Oliver Bendel haben einen strengen Aufbau: Auf den zitierten Titel folgt der Link zum Beitrag, darauf eine Zusammenfassung, die häufig ein weiteres Zitat enthält. In seltenen Fällen steht anstelle der Zusammenfassung ein Kommentar. Jeder Tweet wird verschlagwortet, i.d.R. mit Hashtags zu den Bereichsethiken (oder zur Disziplin der Maschinenethik). “Informationsethik” ist wie die Plattformen informationsethik.net und maschinenethik.net der philosophischen Ethik verpflichtet und eine Alternative zu religiösen und wirtschaftlichen Vereinnahmungen der Ethik. Diese finden nicht nur in Medien-, Wirtschaftsethik und Medizinethik statt, sondern zunehmend auch mit Blick auf die Informationsethik und die Maschinenethik. So finanzieren z.B. kirchliche Einrichtungen wissenschaftliche Tagungen zu Informations- und Technikethik sowie Maschinenethik und benutzen bzw. vermarkten sie für unwissenschaftliche Zwecke. Es gibt Hochschulen und Institute, die aus finanziellen oder ideologischen Gründen mit den Kirchen kooperieren.

Abb.: @Infoethik liefert Nachrichten zur Ethik

Wird uns die künstliche Intelligenz überflügeln?

“Der Traum, gottgleich etwas zu schaffen, ist dem Menschen eigen. Schon in der menschlichen Ideengeschichte gab es immer beides: Utopie und Dystopie. Mit Hilfe von Computern … ist es gelungen, eine künstliche Intelligenz zu kreieren, die uns nicht nur beim Go oder Pokern schlägt oder als Sprachassistentin behilflich ist.” Die Debatte um KI-gesteuerte Waffen, menschenähnliche Roboter oder selbstfahrende Autos zeige, “dass hier auch neue grundlegende ethische Fragen aufgeworfen werden”. “Die Sendung will Fakten und Einsichten zum Thema liefern.” (Website MDR Kultur) So MDR Kultur in der Ankündigung der Sendung “Auslaufmodell Mensch – wird uns die künstliche Intelligenz überflügeln?” vom 24. Januar 2018. Zu Wort kam am Ende der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Die einzelnen Beiträge können über die Website des MDR aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel am Campus Brugg-Windisch (Foto: Dominik Büttner)

Roboter als Spione

Inge Wünnenberg von Heise Online war Ende Januar 2018 im Gespräch mit Oliver Bendel. Das Interview wurde am 21. Januar 2018 unter dem Titel “Missing Link: Von Maschinenethik und vom Datenschatz der Therapie- und Pflegeroboter” veröffentlicht und kann über www.heise.de aufgerufen werden. Unter anderem ging es darum, wie uns Geräte und Roboter ausspionieren können, etwa Therapie- und Pflegeroboter. Dazu meinte Oliver Bendel u.a.: “Über Stimme, Sprechweise und Inhalte kann man unendlich viel über eine Person herausfinden. Die Maschine kann erkennen, wer ich bin, wie es mir geht und welche Wünsche und Pläne ich habe. Kombiniert man das mit Gesichts- und speziell Mimikerkennung, ergeben sich daraus noch mehr Möglichkeiten. Bei Personen von öffentlichem Interesse wie Schauspielern, Politikern oder auch bedeutenden CEOs wäre es schon ein Thema, wenn Daten aus einer Pflegeeinrichtung abgezogen werden könnten. Wie interessiert wären die Medien zum Beispiel an den Daten eines Pflegeroboters, der sich um Michael Schumacher kümmert?” (Heise Online, 21. Januar 2018)

Abb.: Schon lange wird Technik eingesetzt, um Menschen auszuspionieren

Eine Partnerin von Robotik und KI

Ein Schwerpunkt der Handelsblatt-Jahrestagung “Strategisches IT-Management” (15. bis 17. Januar 2018 in München) waren Robotik und KI. Am zweiten Tag referierte Prof. Dr.-Ing. habil. Alois C. Knoll (Lehrstuhlinhaber für Echtzeitsysteme und Robotik, Technische Universität München) zum Human-Brain-Projekt der EU. Danach sprach Dr. Martin Hofmann, Group CIO, Volkswagen AG über “Augmented Intelligence: AI in enterprise context”. Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik, Hochschule für Wirtschaft FHNW) ging auf “Die Ethik als Partnerin von Robotik und KI” ein. Auf dem Panel diskutierten er, Prof. Dr.-Ing. habil. Alois C. Knoll, Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf (Leiter der Forschungsstelle RobotRecht, Julius-Maximilians-Universität Würzburg) und Dr. Ole Wintermann (Senior-Projektleiter, Co-Founder, Blogger, Bertelsmann Stiftung) zum Thema “Sind intelligente Maschinen und Roboter die besseren Menschen?” Weitere Informationen über veranstaltungen.handelsblatt.com/it-jahrestagung/.

Abb.: Oliver Bendel bei der Handelsblatt-Tagung (Foto: Thorsten Jochim)

Ethik im digitalen Umbruch

In Berlin lädt am 18. Januar 2018 die Friedrich-Ebert-Stiftung gemeinsam mit dem iRights.Lab zur Veranstaltung “Ethik im digitalen Umbruch” ein. “Wir diskutieren mit hochrangigen Expertinnen und Experten, wie ethische Überlegungen angesichts der Herausforderungen der Digitalisierung eine positive Wirkung entfalten können. Wie erlangen ethische Überlegungen Wirkungskraft in gesellschaftlichen und politischen Gestaltungsprozessen? Wie kann Ethik bei der Bewältigung der Herausforderungen helfen, die mit der Digitalisierung einhergehen? Brauchen wir einen festen Platz für Ethik in der Entwicklung neuer digitaler Bereiche, vom Produktdesign über Forschung bis hin zur Gestaltung von Diensten sowie politischer Regulierung? Brauchen wir strukturell eine interdisziplinäre Zusammenarbeit?” (Website iRights.Lab) Vorträge halten Lena-Sophie Müller (Initiative D21), Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) und Professor Dr. Tobias Keber (Hochschule der Medien Stuttgart). Weitere Informationen über irights-lab.de/veranstaltung-ethik-im-digitalen-umbruch-am-18-januar-2018/.

Abb.: Das Konzerthaus in Berlin

Love Story der Zukunft?

Die Redaktion “Jäger und Sammler” von funk traf sich Ende 2017 in Berlin mit Oliver Bendel. In seinem Hotelzimmer sprach man über Sexroboter und Robotersex. Auch Kathleen Richardson wurde interviewt, per Videokonferenz. Der Filmbeitrag wurde am 3. Januar 2018 veröffentlicht. Während der Informations- und Maschinenethiker, der in Zürich lebt, eine neutrale Position einnimmt und Chancen und Risiken herausarbeitet, hat sich die Anthropologin von der Universität Leicester dem Kampf gegen Sexroboter verschrieben. Der Sender stellt sich wie folgt vor: “Hey, wir sind funk … und sowas wie die kleine Schwester von ARD und ZDF. Uns gibt es aber nur im Internet, nicht im Fernsehen. Wir veröffentlichen auf über 60 verschiedenen Kanälen unterhaltende, informierende, kritische und hoffentlich fesselnde Videos. funk-Kanäle findet man auf Plattformen wie YouTube, Facebook, Instagram und Snapchat. Aber wir haben auch ein Zuhause: Hier bei funk.net gibt es alle funk-Videos auf einen Schlag und eine Auswahl internationaler Serien.” (Website funk) Der Beitrag “Sexroboter: Love Story der Zukunft?” ist u.a. über https://www.youtube.com/watch?v=GvOu9QFnl_A aufrufbar.

Abb.: Love Story der Zukunft?

Automatisiertes Fahren in der Schweiz

“Die zunehmende Digitalisierung hat das Potenzial, die Schweizer Verkehrslandschaft in den kommenden Jahren umfassend zu verändern. Durch automatisiertes und vernetztes Fahren verspricht die intelligente Mobilität gesteigerte Verkehrseffizienz, effektiver genutzte Infrastrukturen und mehr Verkehrssicherheit.” Doch die “automatisierte Mobilität” verlange auch eine entsprechende (Daten-)Infrastruktur und “Anpassungen der Regulierungen” – und “wirft Fragen zu Ethik und Datenschutz auf” (Website TA-SWISS). So beginnt die Information zu einer neuen Ausschreibung von TA-SWISS. Im Vorfeld hatte die Einrichtung, die Entscheidungsgrundlagen für Parlament und Bundesrat erarbeitet, mehrere Experten nach Bern eingeladen und sich von ihnen beraten lassen, unter ihnen der Ethiker und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) und der Jurist Herbert Zech (Universität Basel). Den vollständigen Ausschreibungstext und die -unterlagen findet man über www.ta-swiss.ch. Offerten können bis 31. März 2018 eingereicht werden.

Abb.: In den Alpen unterwegs

Künstliche Stimmen künstlicher Wesen

Die 2. VDI-Konferenz “Humanoide Roboter” am 5. und 6. Dezember 2017 beschäftigte sich wieder – wie die 1. VDI-Konferenz mit diesem Titel – mit “dem Menschen nachempfundenen Robotern” (Website VDI). Am 6. Dezember 2017 sprach Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) über “SSML für humanoide Serviceroboter”. Es ging darum, wie man künstliche Stimmen so manipuliert, dass sie z.B. zu Informations- und Navigationsrobotern passen. Am Rande stellte er auch Fragen aus der Ethik heraus, etwa mit Blick auf die Stimmen von Pflegerobotern. Der Postprint kann hier heruntergeladen werden. Es folgte Dr.-Ing. Hendrik Wöhrle vom DFKI mit einem Vortrag über “Eingebettete Biosignalverarbeitung und integrierte Regelung eines Ganzkörper-Exoskelettes für die Neuro-Rehabilitation”. Der Moderator, Prof. Dr. Frank Kirchner vom DFKI, ging zusammen mit dem jungen Wissenschaftler auf Fragen aus dem Publikum ein. Prof. Dr. Elisabeth André (Universität Augsburg) referierte dann zur “Personalisierung der Mensch-Roboter-Interaktion durch sozialsensitives Lernen”. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz hatten sich an beiden Tagen interessiert an ethischen Fragestellungen gezeigt. Dem soll bei der nächsten Durchführung verstärkt Rechnung getragen werden.

Abb.: Auch Nao hat eine künstliche Stimme

Panel in Bern zu automatisiertem Fahren

Auf dem Podium saßen am 30. November 2017 beim Movimento 2017 der PostAuto AG im Pathé Westside in Bern Prof. Dr. Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW), Tim Cole (Autor, Blogger und Redner) und Prof. Dr. Roland Siegwart (Professor für Autonome Systeme an der ETH Zürich). Die Moderation oblag Urs Bloch (Mediensprecher bei PostAuto Schweiz, vormals Redaktor bei der NZZ). Oliver Bendel stellte seine Arbeit als Maschinenethiker dar. Er pflanzt Systemen aller Art moralisch begründete Regeln ein. Bei autonomen Autos ist er skeptisch – sie sollten seiner Meinung nach in Unfallsituationen mit Blick auf Menschen nicht qualifizieren und quantifizieren. Bei Tieren hält er diese und andere Ansätze für sinnvoll, um letztlich Leben retten zu können, wenn die Luft rein ist und keine Person zu Schaden kommt. Er lehnt im Moment hoch- und vollautomatisiertes Fahren bei PKW in Städten ab, befürwortet es aber auf Autobahnen. Zugleich ist er ein Fan des SmartShuttle, das in Sion unterwegs ist, und zwar mit zwei “Tricks”, die sich kaum für PKW eignen: Es fährt mit sehr geringer Geschwindigkeit, auf einer virtuellen Schiene.

Abb.: Bei autonomen PKW muss man vorsichtig sein

Robear, Paro und Co.

Villach in Kärnten war am 28. November 2017 die Bühne für Pflege- und Therapieroboter unterschiedlicher Art. Einige wurden erwähnt, andere vorgeführt. Die 9. Landesenquete widmete sich dem Thema “Menschen mit Behinderung und Robotics 4.0: Chancen & Risiken”. Prof. Dr. Robert Riener von der ETH Zürich sprach über “Robotik für Therapie und Assistenz – Möglichkeiten und Chancen”, Univ.-Doz. DI Dr. Michael Hofbaur von der Joanneum Research Forschungsgesellschaft über “Sichere Roboter – Herausforderungen im Kontext mit Menschen mit Behinderung”. Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW ging auf “Assistenzsysteme und Pflegeroboter aus ethischer Sicht” ein. Veronika Schauer brachte zwei Therapieroboter mit, darunter Paro, und ging auf zwei Pilotprojekte mit Assistenzsystemen ein. Alle Vorträge, auch die später folgenden, wurden von Petra Plicka für das Publikum in Text und Bild zusammengefasst.

Abb.: Paro und Oliver Bendel

Panel zu Digitalisierung und Gesundheit

Bundespräsident a.D. Christian Wulff hat Expertinnen und Experten zur Podiumsdiskussion “Digitalisierung und Gesundheit” eingeladen, unter ihnen Prof. Dr. Peter Dabrock, Vorsitzender des deutschen Ethikrats, Lucas Josten, Vice President Digital Health Deutsche T-System, Prof. Dr. Martin Schell, Institutsleiter Heinrich-Hertz-Institut, Prof. Dr. Stefan Selke, Soziologe und Autor, und Prof. Dr. Oliver Bendel, Wirtschaftsinformatiker, Informations- und Maschinenethiker. Es geht u.a. um Pflegeroboter und Selbstoptimierung. Die Deutschlandstiftung Integration organisiert gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) das Dialogforum für rund 100 der GEH-DEINEN-WEG-Stipendiatinnen und -Stipendiaten. Es findet am 4. und 5. Dezember 2017 in Berlin statt, das genannte Panel am 5. Dezember. Schirmherrin der Stiftung, die sich als gemeinnützige Organisation für junge Menschen mit Migrationshintergrund einsetzt, ist Dr. Angela Merkel. Weitere Informationen über www.deutschlandstiftung.net.

Abb.: Die Digitalisierung im Krankenhaus schreitet voran

Wikipedia sagt …

Beim “Medientag 2017″ der Universität Innsbruck (“Talk with the Bots. Die Maschine versteht dich”) am 21. November 2017 referierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ein Mitarbeiter einer IT-Firma über virtuelle Assistenten, Social Bots und Chatbots. Danach diskutierten Timo Kaerlein, David Pichsenmeister, MOHO-CEO Hermann Petz, Netaya Lotze, Oliver Bendel und APA-CEO Clemens Pig “über die Zukunft der Bots” (Tiroler Tageszeitung, 22. November 2017). Moderator war Georg Laich vom ORF. Neben der Tiroler Tageszeitung berichteten auch derStandard.de und studium.at über den Anlass. Im Vordergrund stand dabei die Rede de APA-Geschäftsführers. Er sprach sich für eine Kennzeichnung von “technologiebasierten Quellen” (studium.at, 22. November 2017) aus. “Der deutsche Wirtschaftsinformatiker und Buchautor Oliver Bendel pflichtete Pig bei: Quellenangaben auch für Bots seien eine ‘gute Möglichkeit, Vertrauen zu schaffen’.” (studium.at, 22. November 2017) Konkret sprach er Google Assistant an, ein System für Android-Handys, das viele Antworten mit “Wikipedia sagt …” einleitet und damit selbst die Herkunft benennt. Zwar sei Wikipedia nicht unbedingt eine vertrauenswürdige Quelle, aber diese sei in diesem Fall immerhin angegeben und könne vom kritischen Benutzer beurteilt werden.

Abb.: Wikipedia ist nicht unbedingt eine vertrauenswürdige Quelle

Handelsblatt-Tagung zu KI und Robotik

Die Handelsblatt-Jahrestagung “Strategisches IT-Management” findet vom 15. bis 17. Januar 2018 in München statt. Die erste Keynote hält Dr. Helmuth Ludwig (Global Head of Information Technology, SIEMENS AG) zum Thema “Digitalisierung verändert alles”. “Geschäftsmodelle und ganze Branchen wandeln sich exponentiell. Das Fahrwasser für die IT-Organisation ist stürmisch.” (Website Handelsblatt-Tagung) Das Grußwort stammt von Dr. Markus Söder, MdL, Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat. Referenten im Themenbereich “Artificial Intelligence & Robotics” sind u.a. Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik, Hochschule für Wirtschaft FHNW), Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf (Leiter der Forschungsstelle RobotRecht, Julius-Maximilians-Universität Würzburg), Dr. Martin Hofmann (Group CIO, Volkswagen AG) und Prof. Dr.-Ing. habil. Alois C. Knoll (Lehrstuhlinhaber für Echtzeitsysteme und Robotik, Technische Universität München). Weitere Informationen über veranstaltungen.handelsblatt.com/it-jahrestagung/.

Abb.: Der Roboter hat kein Selbstbewusstsein

Pepper im Parlament

Über Serviceroboter aus ethischer Sicht hat Oliver Bendel am 8. November 2017 im Europäischen Parlament in Brüssel im Rahmen einer Robotikkonferenz gesprochen. Er stellte Pflege-, Sicherheits- und Kampfroboter vor und nahm die Perspektiven der Informationsethik und anderer Bereichsethiken sowie der Maschinenethik ein. Am Ende ging er auf Pepper ein, den emotionalen Roboter. Aus den Bereichsethiken heraus fragte er: “Should you leave children alone with Pepper, and if so, for how long? Should Pepper’s emotion recognition be used in retail to better understand customers?” Und aus der Maschinenethik heraus: “Do you want Pepper to show some emotion even though it doesn’t have one? Do you want it to speak more humanoid to be more convincing? Should it be able to refuse to do certain things, e.g., to steal from other people?” Es schloss sich eine Diskussion an, die Mady Delvaux als erste Fragestellerin eröffnete. Sie hatte für das Europäische Parlament den Bericht “mit Empfehlungen an die Kommission zu zivilrechtlichen Regelungen im Bereich Robotik” erstellt, den Oliver Bendel auf Wunsch eines Abgeordneten der Grünen kommentiert hatte. Nach der Videoübertragung zwischen der Schweiz und Belgien ging es weiter mit Vorträgen vor Ort.

Abb.: Zu Pepper stellen sich viele Fragen

Wird uns KI versklaven?

Die neue Ausgabe von apunto widmet sich Transhumanismus, Robotik, Künstlicher Intelligenz und Maschinenethik. Im Heft finden sich Interviews mit Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber und Prof. Dr. Oliver Bendel. Thomas Feierabend, Präsident Angestellte Schweiz, schreibt in seinem Vorwort, dass es immer mehr Einsatzbereiche von Robotern gibt. “In der industriellen Produktion haben sie schon lange Einzug gehalten, sie können heute auch bereits Gäste in Hotels empfangen. Versuche in der Alterspflege sind im Gange, und selbstfahrende Busse sowie Taxis finden sich sogar in der Schweiz.” (apunto, 4/2017) Er entwirft eine Dystopie des Cyborgs in der Arbeitswelt: “Er funktioniert dann völlig frei von Störungen und sehr effizient. Er ist programmiert auf Beginn und Ende der Erwerbsarbeit, ist nie zu spät und befolgt die Anordnungen der Vorgesetzten ohne Widerrede. Und noch schlimmer: Können betriebliche Reorganisationen dann einfach digital veranlasst werden?” (apunto, 4/2017) Jürgen Schmidhuber und Oliver Bendel sind dann in ihren Ausführungen zu Robotern und KI etwas optimistischer. Der KI-Experte ist der Meinung, dass KI keine Menschen versklaven wird. Der Maschinenethiker ist der gleichen Meinung – und hält Roboter und KI-Systeme in erster Linie für nützliche Werkzeuge. Eine Gefahr geht seines Erachtens von Crackern aus. Das ganze Heft kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Wird uns KI versklaven?

Avenidas

“Ein Gedicht sorgt für Aufregung. Es ist ein schlichtes Gedicht an einer Wand der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. Es ist in Spanisch und stammt aus dem Jahr 1953. Es ist dort an der Giebelwand seit 2011. Eugen Gomringer, Schriftsteller und Begründer der Konkreten Poesie, hatte es, nachdem er den Alice Salomon Poetik Preis 2011 erhalten hat, der Hochschule übergeben.” So Peter Epperlein in Telepolis vom 30. Oktober 2017. “Trotz seiner Größe von 15 Metern Höhe und 14 Metern Breite wurde es von der breiten Öffentlichkeit kaum beachtet, bis der AStA, die Studentenvertretung, daran Anstoß genommen hat. Es sei frauenverachtend und sollte daher übermalt werden. Die Frau würde als Objekt dargestellt werden. Das Subjekt, der Handelnde sei wieder einmal der Mann. Dies würde die Frauen an die Übergrifflichkeit der Männer, den täglichen Sexismus erinnern, und sei daher ein Symbol der Frauenunterdrückung.” (Telepolis, 30. Oktober 2017) Das Gedicht liegt nun in einer neuen Fassung von Oliver Bendel vor, wurde von einer Roboterfrau namens Laura eingesprochen (zur Gestaltung wurde SSML verwendet) und kann hier heruntergeladen werden. Weitere Robotergedichte über handyroman.net/handyhaiku/einstieg.html.

Abb.: Eine Allee in New York

Robotik im Gesundheitswesen

Mit “Pflege der Zukunft” ist eine Abendveranstaltung am 8. November 2017 überschrieben, die von der Organisation der Arbeitswelt (OdA) Gesundheit Bern durchgeführt wird. Referent ist Prof. Dr. Oliver Bendel, der sich intensiv mit Operations-, Therapie- und Pflegerobotern befasst, wobei er sowohl die Perspektive der Informationsethik als auch der Maschinenethik einnimmt. Aus der Beschreibung der Veranstaltung: “Pflegeroboter im engeren Sinne sind im Moment noch mehrheitlich Prototypen. Cody aus dem Georgia Institute of Technology kann bettlägerige Personen wenden und waschen. Robear, der aussieht wie ein freundlicher Bär, arbeitet im Tandem mit der Pflegerin oder dem Pfleger und assistiert beim Tragen, Umbetten und Aufrichten von Patienten. TWENDY-ONE, ein humanoider Roboter mit zwei Händen mit jeweils vier Fingern von der WASEDA University unterstützt beim Sichaufrichten und bei Haushaltsarbeiten.” Oliver Bendel erklärt in seinem Vortrag “Robotik im Gesundheitswesen – Assistierende Technologien im Pflegebereich”, was Pflegeroboter sind, stellt Prototypen vor und geht auf Chancen und Risiken ein. Über einen Flyer sind weitere Informationen erhältlich.

Abb.: Pflege auf Knopfdruck?