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Künstliche Intelligenz bei der Deutschen Telekom

“We love AI” nennt sich ein neues Angebot der Deutschen Telekom im World Wide Web, das sich ganz der Künstlichen Intelligenz widmet. Jan Hofmann begrüßt die Besucher: “Wir sind überzeugt, dass künstliche Intelligenz nicht nur den Kundenservice verändern wird, sondern unsere gesamte Industrie – jede Industrie, unsere Gesellschaft und unser tägliches Leben.” (Website We love AI) Eines der ersten Interviews wurde mit dem Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel geführt. Er untersucht die Möglichkeit maschineller Moral und baut einfache moralische Maschinen als Artefakte, die er dann wiederum untersucht. Zu seinem neuesten Projekt innerhalb der Maschinenethik, das einen tierfreundlichen Saugroboter namens LADYBIRD zum Ziel hat, sagt er: “Mir geht es um das Prinzip. Mir geht es darum, zu zeigen, dass solche tierfreundlichen Maschinen möglich sind. Dass man zum Beispiel Entscheidungsbäume benutzen kann, um solche Maschinen zu bauen. In diese Entscheidungsbäume kann man moralische Begründungen einbeziehen. Das mit Ladybird ist ein sehr anschauliches Beispiel. Wir bauen eine Maschine, die bestimmte Farbsensoren hat, die über Muster- und Bilderkennung verfügt und tatsächlich den Marienkäfer erkennt und verschont. Ich will das Prinzip verdeutlichen: Es ist möglich, eine Maschine zu bauen, die bestimmten ethischen Modellen und moralischen Regeln folgt.” Das ganze Interview kann über www.we-love.ai/de/blog/post/Interview-OliverBendel.html aufgerufen werden.

Abb.: Die Telekom liebt KI

Technical Reports des Symposiums erschienen

Die Technical Reports des Symposiums “AI for Social Good” sind erschienen. Dieses fand innerhalb der AAAI Spring Symposia (27. bis 29. März 2017) an der Stanford University statt. Organisiert wurde es von Amulya Yadav (University of Southern California, CA, USA) und Fei Fang (Harvard University). Die veröffentlichten Papers zeigen das enorme Spektrum der Veranstaltung auf. Oliver Bendel ist mit “LADYBIRD: The Animal-Friendly Robot Vacuum Cleaner” sowie “Towards Kant Machines” (zusammen mit Kevin Schwegler und Bradley Richards) vertreten, Malay Bhattacharyya mit “In Search of Health Doubles”, Sujoy Chatterjee (mit Anirban Mukhopadhyay und Malay Bhattacharyya) mit “Smart City Planning with Constrained Crowd Judgment Analysis”, Arnaud Delaunay (zusammen mit Jean Guérin) mit “Wandering Detection Within an Embedded System for Alzheimer Suffering Patients” und Virginia Dignum (zusammen mit Frank Dignum) mit “Societal Challenges Need Social Agents”. Virginia Dignum konnte während des Symposiums die frohe Botschaft überbringen, dass die andere große Wissenschaftsvereinigung auf technischem Gebiet, das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), sich in seinen Leitlinien “Ethically Aligned Design” zu Robotik und KI zukünftig nicht nur den Menschen, sondern auch den Tieren widmen wird. Dies hatte Oliver Bendel in einer Stellungnahme gegenüber den Verantwortlichen vorgeschlagen. Die Technical Reports des Symposiums sind über www.aaai.org/Library/Symposia/Spring/ss17-01.php verfügbar.

Abb.: An der Stanford University

The LADYBIRD Project

The LADYBIRD project starts in March 2017. More and more autonomous and semi-autonomous machines make decisions that have moral implications. Machine ethics as a discipline examines the possibilities and limits of moral machines. In this context, Prof. Dr. Oliver Bendel developed various design studies and thus submitted proposals for their appearance and functions. He focused on animal-friendly machines which make morally sound decisions, and chatbots with specific skills. The project is about a service robot, which shall spare beneficial insects – a vacuum cleaner called LADYBIRD. An annotated decision tree modelled for this objective and a set of sensors will be used. Three students work from March to October in the practice project at the School of Business FHNW. Since 2013, the principal Oliver Bendel published several articles on LADYBIRD and other animal-friendly machines, e.g., “Ich bremse auch für Tiere (I also brake for animals)” in the Swiss magazine inside.it. The robot will be the third prototype in the context of machine ethics at the School of Business FHNW. The first one was the GOODBOT (2013), the second one the LIEBOT (2016). All these machines can be described as simple moral machines.

Fig.: The robot should spare the ladybird

Bettina Wulff und Self-Driving Cars

“Ein Gespräch über Bettina Wulff, Self-Driving Cars und mitfühlende Staubsauger.” So heißt es im Teaser zu einem Interview, das Watson mit Oliver Bendel geführt hat. Der Informations- und Maschinenethiker äußert seine Skepsis gegenüber der Autocomplete-Funktion von Google. Zunächst gab es um Bettina Wulff nur gewisse Gerüchte. Diese brachten viele Menschen dazu, nach ihr zu googeln, zur Vergangenheit dieser Frau. Sie benutzten bestimmte Begriffe, von denen sie gehört hatten. Aufgrund des massenhaften Verhaltens hat die Autocomplete-Funktion dann “Bettina Wulff” und diese Begriffe angezeigt. Aber welche Wirklichkeit wird damit abgebildet? Nur die Wirklichkeit, welche die Benutzer im Kopf haben. Und die Wirklichkeit eines virtuellen Phänomens. Oliver Bendel fordert, dass die Betreiber eingreifen, dabei aber offenlegen, was sie warum gemacht haben. Er plädiert zudem für einfache moralische Maschinen, etwa für bestimmte Fahrerassistenzsysteme und Funktionen von autonomen Autos, und für LADYBIRD, einen tierfreundlichen Saugroboter. Das Interview ist am 9. Februar 2015 erschienen und über www.watson.ch aufrufbar.

Waffenfeindliche 3D-Drucker

“Das Zähmen der Maschinen” ist der Titel eines Artikels von Danja Nüesch für SRF, Schweizer Radio und Fernsehen. Behandelt werden die Themen der Maschinenethik, auf der Grundlage eines Interviews mit Oliver Bendel. Der Professor für Wirtschaftsinformatik und Informationsethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW treibt auch Maschinenethik. Er spricht sich für einfache moralische Maschinen aus. Seine Paradebeispiele sind der GOODBOT, ein verbesserter Chatbot, und Ladybird, ein tierfreundlicher Saugroboter. Auch tierfreundliche Windkraftanlagen und waffenfeindliche 3D-Drucker werden angeführt. Von komplexen moralischen Maschinen rät Oliver Bendel eher ab. Die militärische Drohne sollte ebenso wie das selbstständig fahrende Auto bestimmte Entscheidungen den Menschen überlassen. Diese müssen also, als Soldaten, Insassen etc., intervenieren können. Nichts spricht dagegen, dass sich Roboterautos oder Fahrerassistenzsysteme in klar abgrenzbaren Situationen mit nur wenigen Optionen moralisch verhalten. Zum Beispiel kann – wie der Experte verschiedenenorts argumentiert – automatisch für ein Tier gebremst werden, wenn kein Hintermann zu sehen ist. Der Beitrag kann über www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/das-zaehmen-der-maschinen aufgerufen werden.

Abb.: Werk eines schuhfreundlichen 3D-Druckers (Quelle: commons.wikimedia.org, Autor: Strvct)