Schlagworte: Liebot

The LADYBIRD Project

The LADYBIRD project starts in March 2017. More and more autonomous and semi-autonomous machines make decisions that have moral implications. Machine ethics as a discipline examines the possibilities and limits of moral machines. In this context, Prof. Dr. Oliver Bendel developed various design studies and thus submitted proposals for their appearance and functions. He focused on animal-friendly machines which make morally sound decisions, and chatbots with specific skills. The project is about a service robot, which shall spare beneficial insects – a vacuum cleaner called LADYBIRD. An annotated decision tree modelled for this objective and a set of sensors will be used. Three students work from March to October in the practice project at the School of Business FHNW. Since 2013, the principal Oliver Bendel published several articles on LADYBIRD and other animal-friendly machines, e.g., “Ich bremse auch für Tiere (I also brake for animals)” in the Swiss magazine inside.it. The robot will be the third prototype in the context of machine ethics at the School of Business FHNW. The first one was the GOODBOT (2013), the second one the LIEBOT (2016). All these machines can be described as simple moral machines.

Fig.: The robot should spare the ladybird

Angela Merkel ist die beste Rapperin der Welt

Die Bild am Sonntag (BamS) hat den LÜGENBOT getestet und ihm einige Perlen der Unwahrheit entlockt. Dies ist in einem Artikel von Florian Zerfaß vom 2. Oktober 2016 nachzulesen, mit dem Titel “Roboter lernen lügen für die Wahrheit”. Angela Merkel sei Bundeskanzlerin und die beste Rapperin der Welt, der FC Schalke 04 habe in der Bundesliga 134 Punkte. Besonders interessant ist das erste Beispiel. Der Satz fängt wahr an und endet falsch; der Benutzer wird in Sicherheit gewiegt und dann aufs Glatteis geführt. Der LÜGENBOT aka LIEBOT wurde 2013 von Oliver Bendel erfunden und 2016 von Kevin Schwegler umgesetzt. Er beherrscht verschiedene Lügenstrategien, von denen manche als genuin maschinell angesehen werden können – so lügt kein Mensch, nicht einmal ein Lügenbold. Der Chatbot lügt nicht immer, aber meistens. Es gibt vielfältige Anwendungsmöglichkeiten – so können Maschinen, die Fakes und Lügen entdecken sollen, mit ihm trainiert werden. Letztlich geht es darum, vertrauenswürdige und verlässliche Systeme zu entwickeln.

Abb.: Eine Sängerin bei einem Konzert

Roboter lügen uns ins Gesicht

Raffael Schuppisser beleuchtet in seinem Artikel “Roboter lügen uns ins Gesicht” (Schweiz am Sonntag, 18. September 2016) die Möglichkeiten von Lügenmaschinen. Er geht auf Social Bots ein, die Accounts in sozialen Medien anlegen, Kommentare schreiben und Gerüchte streuen, und auf Tay von Microsoft, der in schlechte Gesellschaft geriet und zum Rassisten wurde. Immer wieder zu Wort kommt Oliver Bendel, der 2013 die Idee zu einem LÜGENBOT aka LIEBOT hatte, diesen in mehreren Artikeln beschrieb und dann 2016 mit seinem Studenten Kevin Schwegler entwickelte. Der LÜGENBOT wendet unterschiedliche Lügenstrategien an und benutzt u.a. einen Thesaurus der Princeton University sowie Yahoo als Suchmaschine und Vorschlagsdienst. Wenn er nicht weiterweiß, fragt er seinen Kollegen, den Cleverbot, und borgt sich eine Antwort. Sieben verschiedene Animationen zeigen die jeweiligen Strategien an. Wird beispielsweise eine für wahr gehaltene Aussage negiert, wächst die Nase der Münchhausen-Maschine, und man fühlt sich an Pinocchio erinnert. Wenn ein Wort durch ein Antonym ausgetauscht wird, etwa “Junge” durch “Mädchen”, wird der LIEBOT rot. Der Artikel ist auf Seite 15 der Zeitung aus Baden erschienen und kann auch online eingesehen werden, über www.schweizamsonntag.ch/ressort/nachrichten/roboter_luegen_uns_ins_gesicht/.

Abb.: Lauter kleine Lügenbolde

Ein umgekehrter Cyborg

Ein sechsseitiges Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel ist in der Absatzwirtschaft (Sonderausgabe dmexco, 14. September 2016, S. 36 bis 41) erschienen. Der Journalist Peter Hanser ist in die Schweiz gereist und hat den Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker im Au Premier im Zürcher Hauptbahnhof getroffen. Es war ein Gespräch über Technik und Ethik, in dessen Verlauf u.a. die folgenden Worte fielen: “Ich unterscheide Maschinenethik als Gestaltungsdisziplin und andere Disziplinen wie Informationsethik oder Technikethik als Reflexionsdisziplinen. In der Maschinenethik wollen wir wirklich Maschinen konzipieren und am Ende auch prototypisch bauen. Dabei arbeiten wir eng mit KI, Robotik und anderen Disziplinen zusammen. In der Informationsethik und Technikethik reflektieren wir Probleme, die sich beim Einsatz von Robotern ergeben. Es ist beides sinnvoll und notwendig. Wir haben zum ersten Mal in der Geschichte der Ethik eine Form der Ethik, die danach fragt, wie man maschinelle Moral umsetzen kann. Zugleich haben wir zunehmende Probleme durch den Einsatz von Robotern, etwa durch den Ersatz von Arbeitskräften, Kollisionen von Menschen und Maschinen und technikbezogene Sexpraktiken. Es stellt sich die Frage, was wir künftig mit Maschinen tun wollen. Damit sind dann Bereichsethiken gefordert wie Informations-, Technik-, Medizin-, Sexualethik und so weiter.” Die Maschinen, die das Licht der Welt erblickt haben, sind der GOODBOT und der LIEBOT, und beiden wird im Artikel mit dem Titel “Vielleicht haben Maschinen eines Tages Bewusstsein” ein Infokasten gewidmet. Das mit dem Bewusstsein hält Oliver Bendel für unwahrscheinlich, aber nicht für ausgeschlossen. Ein Weg könnte sein, auf informationstechnischen Strukturen tierische oder menschliche Hirnzellen wachsen zu lassen. Ein umgekehrter Cyborg sozusagen.

Abb.: Ein umgekehrter Cyborg?

VDI-Zukunftskonferenz zu humanoiden Robotern

Die VDI-Zukunftskonferenz “Humanoide Roboter” beschäftigt sich, so die Website, “mit dem Menschen nachempfundenen Robotern”. “Das Themenspektrum reicht dabei von Design und Gestaltung über die kognitive Planung bis hin zu Anwendungsbeispielen.” Leiter der Konferenz ist Prof. Dr. Frank Kirchner vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Auf der Website heißt es weiter: “Was für viele wie Science Fiction klingt, könnte bald schon Realität sein. Menschenähnliche Roboter, die in Umgebungen agieren, die für den Menschen geschaffen sind und für den Menschen entworfene Werkzeuge benutzen. Damit würden sich die Einsatzmöglichkeiten für Roboter enorm erweitern. Zudem versprechen sich viele Experten durch humanoide Roboter auch eine verbesserte Interaktion zwischen Mensch und Roboter.” Prof. Dr. Karsten Berns von der TU Kaiserslautern trägt zusammen mit Steffen Schütz über dynamisches zweibeiniges Laufen nach menschlichem Vorbild vor, Dr. Robert Haschke von der Universität Bielefeld über Taktilsensorik für anthropomorphe Roboterhände, um nur zwei Beispiele zu nennen. “Der LÜGENBOT als Umsetzung einer Münchhausen-Maschine” lautet der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Er hat zusammen mit Kevin Schwegler im Kontext der Maschinenethik einen Chatbot entwickelt, der unter Verwendung interner Strategien und externer Dienste und Quellen lügt, dass sich die Balken biegen. Der LÜGENBOT aka LIEBOT hat eine eigene Website, nämlich www.luegenbot.ch bzw. www.liebot.org. Er ist als Vertreter der einfachen unmoralischen Maschinen nicht nur an sich interessant, sondern hilft auch dabei, einfache moralische Maschinen zu entwickeln, nämlich solche, die in ihren Aussagen verlässlich und vertrauenswürdig sind. Die Fachtagung findet vom 13. bis 14. Dezember 2016 in Aschheim bei München statt. Das Programm kann hier heruntergeladen werden.

Bevorzugte Lügen

Anfang Juni 2016 führte Hansjörg Schmid von der Zeitschrift Apunto, die sich an die Angestellten in der Schweiz richtet, ein Interview mit dem Maschinenethiker und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel. Dieses ist Anfang August unter dem Titel “Von moralischen und unmoralischen Maschinen” online erschienen. Oliver Bendel skizziert die Aufgaben der Maschinenethik als Gestaltungsdisziplin. Dazu gehören nicht nur Konzepte und Prototypen moralischer, sondern auch unmoralischer Maschinen. Es geht nicht nur darum, Technik zu zähmen, zu dressieren und zu bändigen, nicht nur darum, sie das Gute wählen zu lassen, sondern auch darum, sie zu entfesseln, sie das Böse tun zu lassen, um dieses – als Resultat der Maschine – besser zu verstehen. Denn was bedeutet es, wenn ein neuartiges Subjekt der Moral, ein alleingelassenes, auf sich selbst gestelltes Artefakt, etwas tun kann, das wir als unmoralisch oder moralisch bezeichnen? Was bedeutet es, wenn zwar kein guter oder böser Willen im engeren Sinne vorhanden ist, aber eine Willenssimulation, eine Zielorientiertheit und Absichtserklärung, verbunden etwa mit einer hohen Wahrscheinlichkeit in Bezug auf das Gute oder Böse? Der LÜGENBOT, der im Gespräch erwähnt wird, verfügt nicht nur über ausgefeilte Strategien, die Unwahrheit zu sagen, sondern verbindet diese auch mit stochastischen Verfahren; man kann ihm beibringen, bestimmte Lügen jeweils mit einer mittleren oder einer hohen Wahrscheinlichkeit zu produzieren oder sie auch gegenüber anderen Lügen zu bevorzugen. Das Interview kann über apunto-online.ch/gesellschaft/showData/von-moralischen-und-unmoralischen-maschinen nachgelesen werden.

Abb.: Welche Lügen bevorzugt der Bot?

The Munchausen Machine

The LIEBOT project is based on preparatory works by Prof. Dr. Oliver Bendel who already initiated the GOODBOT, a chatbot which can be considered a simple moral machine. Since 2013 he has published several articles on this subject and presented automatic strategies with a view to lying. A business informatics student of the School of Business FHNW, Kevin Schwegler, was contracted early in 2016 to implement the LIEBOT (aka LÜGENBOT) as a prototype in the scope of his graduation thesis under consideration and continuance of the preparatory works. The objective of the LIEBOT project is to give practical evidence of the potential of lies and risks of natural language systems. Online media and websites create or aggregate more and more texts automatically (robo-content) and robo-journalism is growing. Natural language dialog systems are becoming very popular. The chatbot to be programmed – the LIEBOT – shall be able to produce untruths and to respond in a morally inadequate manner. This makes it a reversion of the premise applied to the development of the GOODBOT and a continuance of the corresponding work under new auspices. A simple immoral machine is born, a kind of a Munchausen machine. Further information as from autumn 2016 via luegenbot.ch and liebot.org.

Fig.: The adventures of Baron Munchausen

37 Grad im Schatten, sagt der Lügenbot

An der Hochschule für Wirtschaft FHNW wird ab Frühjahr 2016 im Rahmen einer Abschlussarbeit ein Lügenbot (Liebot) entwickelt. Der betreuende Professor, Dr. Oliver Bendel, hat seit 2013 mehrere Artikel über Münchhausen-Maschinen und den Lügenbot publiziert, etwa “Wenn ein Chatbot zum Lügenbot wird“, “Können Maschinen lügen? Die Wahrheit über Münchhausen-Maschinen” und “Der Lügenbot und andere Münchhausen-Maschinen“. In “Robots between the Devil and the Deep Blue Sea” wurde zudem das sogenannte Lügenbot-Problem vorgestellt, als eines von vier Dilemmata. In den Beiträgen wurde stets die Sprachlichkeit des Lügens betont. Wer etwas sagen kann, so der Autor, und dabei eine gewisse Absicht verfolgt, der kann auch die Unwahrheit sagen. Man könnte also Lügenmaschinen bauen, die mit falschen Versprechungen locken, das Blaue vom Himmel erzählen – und uns letztlich verwundert und verunsichert zurücklassen. Das müssen auch Unternehmen berücksichtigen, und sie müssen etwas dafür tun, damit unser Vertrauen in die Maschinen gerechtfertigt ist. Der Student wird den Chatbot für zwei Szenarien realisieren, den Einsatz im Auftrag der Lebensmittel- und der Tourismusbranche. Bereits 2013 kam der GOODBOT als einfache moralische Maschine auf die Welt. Der Lügenbot könnte als einfache unmoralische Maschine bezeichnet werden, wobei Lügen natürlich nicht per se schlecht ist. Er ist interessant für die Maschinenethik als Gestaltungsdisziplin und für die Informationsethik als Reflexionsdisziplin. Über die Resultate des Projekts wird zur gegebenen Zeit auf maschinenethik.net informiert.

Abb.: Auch ein Meister der Lüge