Schlagworte: Love and Sex with Robots

LSR wegen Terrorgefahr im Untergrund

Der “Third International Congress on Love and Sex with Robots” fand am 19. und 20. Dezember 2017 im Norden von London statt, in einer großen, kalten Halle mit einer mäßigen technischen Infrastruktur. Die University of London hatte sich der Veranstaltung offiziell schon im Vorjahr verweigert. Wegen einer mutigen Wissenschaftlerin hatte man dann doch am Goldsmiths tagen können, an der berühmten Kunsthochschule, die zur University of London gehört. Dieses Mal war auch das nicht möglich. Angeblich hatte man Angst vor islamistischem Terror. Tatsächlich hatte die Polizei eine Warnung herausgegeben. Es fand sich durch das persönliche Engagement der Veranstalter die erwähnte Halle. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten leuchtend rote Armbänder tragen, um jederzeit vom Sicherheitsdienst erkannt zu werden. Dass eine internationale Konferenz wegen Terrorgefahr (oder Angst vor Sex) sozusagen in den Untergrund muss, war Zeitungen und Sendern kaum eine Meldung und Hochschulen keine Solidaritätsbekundung wert. Am ersten Tag hielt Dr. Kathleen Richardson einen Vortrag, am zweiten Dr. David Levy. Das ganze Programm kann hier eingesehen werden.

Abb.: Die LSR in London musste im Untergrund stattfinden

Love and Sex with Robots

Die Konferenz im Dezember 2016 an der University of London (Goldsmiths) mit dem Titel “Love and Sex with Robots” hat ein enormes internationales Echo ausgelöst. Insbesondere in den englischen und amerikanischen Boulevardmedien wurden Aussagen der Referenten verdreht und verfälscht. Was sie wirklich gesagt und gemeint haben, lässt sich nun schwarz auf weiß nachlesen. Ende April 2017 ist das Buch “Love and Sex with Robots” bei Springer herausgekommen, in der Reihe “Lecture Notes in Artificial Intelligence”. Aus dem Klappentext: “This book constitutes the refereed proceedings of the Second International Conference on Love and Sex with Robots 2016 in December 2016, in London, UK. The 12 revised papers presented together with 1 keynote were carefully reviewed and selected from a total of 38 submissions. … The topics of the conferences were as follows: robot emotions, humanoid robots, clone robots, entertainment robots, robot personalities, teledildonics, intelligent electronic sex hardware, gender approaches, affective approaches, psychological approaches, sociological approaches, roboethics, and philosophical approaches.” (Klappentext) Beiträge stammen u.a. von David Levy, Emma Yann Zhang und Oliver Bendel. Das Buch kann hier bestellt werden.

Abb.: Cover des Springer-Buchs