Schlagworte: Maschinenethik

Cult of the Machine

An extraordinary exhibition is currently taking place at the de Young Museum in San Francisco. The title “Cult of the Machine” indicates what it is all about: “Characterized by highly structured, geometric compositions with smooth surfaces, linear qualities, and lucid forms, Precisionism – a style that emerged in America in the teens and flourished during the 1920s and 1930s – reconciled realism with abstraction, and wed European art movements, such as Purism, Cubism, and Futurism, to American subject matter to create a streamlined, ‘machined’ aesthetic with themes ranging from the urban and industrial to the pastoral. The tensions and ambivalences about industrialization expressed in works by the Precisionists are particularly fascinating and relevant to a contemporary audience in the midst of a Fourth Industrial Revolution, in which robots are replacing human labor for various functions, underscoring many of the same excitements and concerns about modernization that existed nearly one hundred years ago.” (Website de Young Museum) The exhibition will run from 24 March to 12 August 2018. Further information is available via deyoung.famsf.org/exhibitions/cult-machine.

Fig.: The exhibition sign

AI and Society IV

Nach dem Mittagessen spannte Oliver Bendel beim Symposium “AI and Society” den Bogen “From GOODBOT to BESTBOT”. Sein BESTBOT-Projekt, das GOODBOT und LIEBOT zusammenführt, startete eine Woche vorher an der School of Business FHNW (der mit der Implementierung beauftragte Student ist David Studer). Der BESTBOT, ein Artefakt der Maschinenethik, soll Probleme des Benutzers auch über Gesichtserkennung identifizieren, was wiederum Probleme für den Benutzer schafft, die ebenfalls diskutiert werden sollen, und zwar aus Sicht der Informationsethik. “Toward Beneficial Human-Level AI … and Beyond” thematisierte maschinelles Bewusstsein und “superintelligence” und das TalaMind-Projekt. Philip Jackson betonte, dieses “will help to achieve beneficial human-level AI and superintelligence” schneller und besser als andere Methoden. Andrew Williams sprach über “The Potential Social Impact of the Artificial Intelligence Divide”. Er fragte nach den Vorurteilen und Verzerrungen, die über KI verstärkt werden. Bei der abschließenden Diskussionsrunde war ein Thema der Zusammenhang zwischen natürlicher Sprache und menschlicher und maschineller Moral, ein anderes die Entwicklung des Arbeitsmarkts angesichts der Übernahme von Arbeit durch KI-Systeme und Roboter.

Abb.: Palmen an der Stanford University

AI and Society II

Nach dem Lunch ging es beim Symposium “AI and Society” am 26. März 2017 um 14.00 Uhr weiter mit der Session “Ethics and Moral Agents”. Umang Bhatt trug vor zum Thema “Maintaining The Humanity of Our Models”. Er ging auf eine Krankheitsdiagnose durch ein KI-System und später auf Obdachlose in L.A. ein und setzte dies in Beziehung zur Bias-Problematik. In “Ethics as Aesthetic for Artificial General Intelligence” stellte Dan Ventura die Frage: “How can we ensure an AI agent behaves ethically?” Er schlug den Schönheitssinn als Bestandteil der Metaethik vor. Rafal Rzepka betonte in “Importance of Contextual Knowledge in Artificial Moral Agents Development”, dass Fühlen, Beobachten und Zählen wichtig für moralisches Verhalten seien, wobei das Fühlen nicht die Domäne von Computern sei. Er setzt auf Geschichten als Grundlage für die Entscheidungen der Systeme. Abschließend fand die Discussion Session statt, moderiert von Venerable Tenzin Priyadashi und Judy Wajcman.

Abb.: Unter den Blüten an der Stanford University

Im smarten Shuttle unterwegs

“Der automatisierte Verkehr fasziniert und irritiert. Die Meinungen gehen auseinander, auf den Plätzen, auf den Podien, in den Medien. Ich bin überzeugt, dass das autonome Auto nichts in den Innenstädten verloren hat. Zu viele Dinge, Lebewesen und Ereignisse, die es zu beurteilen hat, zu viele Situationen, in denen Kommunikation gefragt ist, ein Handzeichen, ein Blickkontakt. Der hoch- und vollautomatische bzw. autonome PKW gehört auf die Autobahn. Dort trägt er dazu bei, die Zahl der Unfälle zu reduzieren. Und gerät kaum in Situationen, in denen er moralische Urteile fällen und z.B. zwischen menschlichen Opfern entscheiden müsste.” (ICTkommunikation, 22. März 2018) In den Städten sollten nach der Meinung von Oliver Bendel keine autonomen Autos fahren, aber autonome Busse und Shuttles, mit geringer Geschwindigkeit, auf virtuellen Schienen bzw. auf speziellen Spuren. Der Gastbeitrag “Im smarten Shuttle unterwegs” des Informations- und Maschinenethikers für die ICTkommunikation ist am 22. März 2018 erschienen und kann über ictk.ch/inhalt/im-smarten-shuttle-unterwegs aufgerufen werden.

Abb.: Das SmartShuttle der PostAuto AG

Was ist und will Roboterphilosophie?

Roboterphilosophie ist ein Teilgebiet der Philosophie, das sich mit Robotern sowie mit Erweiterungsoptionen wie künstlicher Intelligenz befasst. Dabei geht es vor allem (aber nicht nur) um mehr oder weniger autonome Serviceroboter, Pflege-, Transport- und Kampfroboter eingeschlossen. Beteiligt sind Disziplinen wie Erkenntnistheorie, Ontologie, Ästhetik und Ethik, darunter Roboterethik und Maschinenethik; die Technikphilosophie kann einerseits als übergeordnete Instanz verstanden werden, andererseits auch als gleichgestellte, insofern sie Roboter meist lediglich als technische Hilfsmittel und weniger als künstliche Mitgeschöpfe und Zeitgenossen begreift und die Roboterphilosophie mit ihrer spezifischen Perspektive neben sich braucht. In seinem Beitrag für das Wirtschaftslexikon von Springer Gabler erklärt Oliver Bendel, was Roboterphilosophie ist und will. Der Beitrag ist am 21. März 2018 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterphilosophie-54555 aufgerufen werden.

Abb.: Was ist und will Roboterphilosophie?

Über Ubers Unfall

Bei einem Unfall mit einem Uber-Roboterauto ist in Tempe (Arizona) am 19. März 2018 eine Frau ums Leben gekommen. Sie schob ihr Fahrrad, als sie die Fahrbahn betrat. Der Insasse des Fahrzeugs griff nicht ein. Ralf Keuper vom Deutschlandfunk war am 20. März 2018 im Gespräch mit dem Roboterphilosophen, Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel, der 2012 eine Formel entwickeln ließ, die mögliche Unfallopfer qualifizieren und quantifizieren konnte, wobei er auf der European TA Conference in Prag, wo er diese Anfang 2013 vorstellte, davon abriet, sie autonomen Autos mitzugeben. Er plädiert seit Jahren dafür, hoch- und vollautomatisierten Individualverkehr in erster Linie auf Autobahnen stattfinden zu lassen. Was Uber und Co. in amerikanischen Städten machen, hält er für leichtfertig, unabhängig vom aktuellen Fall. Immer wieder hat er sich auch ein Bild vor Ort gemacht, etwa in San Francisco, wo selbstständig fahrende Autos im dichtesten Verkehr anzutreffen sind. Er rät dazu, solche Tests einzustellen. Der Beitrag “Das automatisierte Auto hat noch einen sehr langen Weg vor sich” wurde in der Sendung “Forschung aktuell” ausgestrahlt und ist über www.deutschlandfunk.de/forschung-aktuell.675.de.html aufrufbar.

Abb.: Oliver Bendel bei Audi (Foto: Audi)

Co-robots from an Ethical Perspective

The book chapter “Co-robots from an Ethical Perspective” by Oliver Bendel was published in March 2018. It is included in the book “Business Information Systems and Technology 4.0″ (Springer). The abstract: “Cooperation and collaboration robots work hand in hand with their human colleagues. This contribution focuses on the use of these robots in production. The co-robots (to use this umbrella term) are defined and classified, and application areas, examples of applications and product examples are mentioned. Against this background, a discussion on moral issues follows, both from the perspective of information and technology ethics and business ethics. Central concepts of these fields of applied ethics are referred to and transferred to the areas of application. In moral terms, the use of cooperation and collaboration robots involves both opportunities and risks. Co-robots can support workers and save them from strains and injuries, but can also displace them in certain activities or make them dependent. Machine ethics is included at the margin; it addresses whether and how to improve the decisions and actions of (partially) autonomous systems with respect to morality. Cooperation and collaboration robots are a new and interesting subject for it.” The book can be ordered here.

Fig.: The cover of the book (photo: Springer)

Social Bots und Cyborgs im Abstimmungskampf

“Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule für Wirtschaft FHNW erforschten in einem Projekt, ob Social Bots oder Cyborgs die No-Billag-Abstimmung in der Schweiz zu beeinflussen versuchten. Social Bots sind in sozialen Medien wie Facebook und Twitter unterwegs. Wenn sie Meinungen verbreiten bzw. beeinflussen sollen, nennt man sie auch Meinungsroboter. Cyborgs sind im vorliegenden Zusammenhang reale Nutzer, die ihr Kommunikationsvolumen mit Automatisierungstools steigern. Im Projekt wurde auf die Kommunikation zur Abstimmung auf Twitter fokussiert.” (Medienmitteilung FHNW) Untersucht wurde die heiße Phase der Abstimmung vom 7. Januar bis zum 4. März 2018 (Abstimmungssonntag). In diesen gut acht Wochen gab es auf Twitter knapp 200000 Wortmeldungen (Tweets, Retweets, Replies) zur Abstimmung. Sie stammten von 26000 Accounts, von denen 19.5 % Befürworter und 80.5 % Gegner der Initiative waren. “Pro- und Contra-Tweets traten hingegen im Verhältnis 35:65 auf. Die Gegner der Initiative konnten mehr Personen mobilisieren, die Befürworter vermochten dies mit erhöhter Betriebsamkeit auszugleichen.” (Medienmitteilung FHNW) Das Forschungsprojekt wird mit Mitteln der Hasler Stiftung finanziert. Die Projektleitung haben Prof. Dr. Stefan Gürtler (Datenerhebung und -auswertung) und Prof. Dr. Oliver Bendel (Abschlussbericht) inne. Die ausführliche Meldung ist hier zu finden.

Abb.: Ein Cyborg-Girl an einer Wand an der Limmat in Zürich

Hiroshi Ishiguro in Wien

Bei der internationalen Konferenz “Robophilosophy”, die seit 14. Februar 2018 an der Universität Wien stattfindet, treffen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt. Die Kameras waren in den ersten zwei Tagen vor allem auf den Keynote-Speaker Hiroshi Ishiguro (Intelligent Robotics Laboratory, Osaka University, Japan) gerichtet, den im Moment vielleicht berühmtesten Robotiker. Bei der Konferenz verblüffte er das Publikum mit der kühnen Behauptung, seine humanoiden Roboter (sein Doppelgänger eingeschlossen) befänden sich nicht mehr im Uncanny Valley. Weitere Keynote-Speaker waren Guy Standing (Basic Income Earth Network and School of Oriental and African Studies, University of London, UK) und Oliver Bendel (Institut für Wirtschaftsinformatik, Hochschule für Wirtschaft FHNW, Schweiz). Oliver Bendel brachte eine Roboterquote für öffentliche Räume ins Spiel. Am 17. Februar, am letzten Konferenztag, referiert Joanna Bryson (Department of Computer Science, University of Bath, UK). Auch bei den Vorträgen und Workshops finden sich bekannte Namen, etwa Charles M. Ess (UiO Department of Media and Communication, Oslo) und Catrin Misselhorn (Institut für Philosophie, Universität Stuttgart). Veranstalter sind Mark Coeckelbergh und Janina Loh (Institut für Philosophie, Universität Wien).

Abb.: Hiroshi Ishiguro in Wien

Schwerpunkt KI, Robotik und Maschinenethik

Die Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte widmet sich in ihrer Ausgabe 6-7/2018 der Künstlichen Intelligenz, der Robotik und der Maschinenethik. Die Beträge stammen u.a. von Prof. Dr. Rául Rojas und Thea Dorn (“Die können was! Aber können Roboter auch fühlen?”), Prof. Dr. Catrin Misselhorn (“Können und sollen Maschinen moralisch handeln?”) sowie Prof. Dr. Oliver Bendel (“Überlegungen zur Disziplin der Maschinenethik”). Aus Politik und Zeitgeschichte, die Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, wird von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben. “Sie veröffentlicht wissenschaftlich fundierte, allgemein verständliche Beiträge zu zeitgeschichtlichen und sozialwissenschaftlichen Themen sowie zu aktuellen politischen Fragen. Die Zeitschrift ist ein Forum kontroverser Diskussion, führt in komplexe Wissensgebiete ein und bietet eine ausgewogene Mischung aus grundsätzlichen und aktuellen Analysen.” (Website APuZ) Weitere Informationen und Zugriff auf die Beiträge über www.bpb.de/apuz/263673/kuenstliche-intelligenz.

Abb.: Titelseite der Zeitschrift

Fluch oder Segen

Reader’s Digest ist eine international bekannte und verbreitete Zeitschrift. Sie enthält sowohl fremde als auch eigene Inhalte. Früher versammelte sie vor allem herausragende und nachgefragte Zeitschriftenartikel und Buchbeiträge. In der Dezemberausgabe von 2017 ist unter dem Titel “Fluch oder Segen?” ein Interview abgedruckt, das eine Kurzform eines Beitrags zur Künstlichen Intelligenz in der Zeitschrift National Geographic (7/2017) ist. Der Wirtschaftsinformatiker, Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel aus Zürich stand damals dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort, die von Hamburg in die Schweiz gereist waren. In der Langfassung gab es neben dem Interview eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundete den Beitrag ab. Die Fotos stammten von Elias Hassos. Der Beitrag aus der National Geographic kann hier heruntergeladen werden. Die Ausgabe des Reader’s Digest ist über alle bekannten Kanäle käuflich erwerbbar.

Abb.: Die Einstiegsseite zum Beitrag im Reader’s Digest

Smarte Maschinen

Die Konferenz “Smarte Maschinen im Einsatz – Künstliche Intelligenz in der Produktion” findet am 15. Mai 2018 am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart statt. Schirmherrin ist Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL (Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg). Aus der Ankündigung: “Smarte Maschinen werden die Welt verändern. Smart Factory, Smart Grid, Smart Transport, Smart Home, Smart Health, Smart City. Bei diesen Schlagworten geht es um weit mehr als um den Trend zu Digitalisierung, Industrie 4.0, Robotik oder das Internet der Dinge – es geht um das Eindringen von Künstlicher Intelligenz in alle Bereiche unseres Lebens.” (Website industrie.de) Die erste ganztägige Veranstaltung konzentriert sich auf “Künstliche Intelligenz in der Produktion”. Vortragende sind Dr. Ulrich Eberl (Buchautor “Smarte Maschinen”), Prof. Dr. Thomas Bauernhansl (Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA), Dr. Wieland Holfelder (Leiter Google-Entwicklungszentrum München), Prof. Dr. Torsten Kröger (Institutsleiter am Karlsruher Institut für Technologie), Dr. Michael May (Leiter Data Analytics & Artificial Intelligence bei Siemens Corporate Technology), Dr. Constanze Holzwarth (Managementberaterin) und Prof. Dr. Oliver Bendel (Informations- und Maschinenethiker). Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Nicht so smarte Maschinen

15.000 Tweets

Am 25. Januar 2018 wurde von @Infoethik der 15.000 Tweet abgesetzt. In der Kurzbeschreibung heißt es: “Tweets zu Informationsethik und Maschinenethik und zu Medien-, Technik-, Wirtschafts-, Politik-, Medizin- und Umweltethik sowie Religionskritik.” Es handelt sich um einen klassischen Kurznachrichtendienst, über den auf Artikel, Studien und Veranstaltungen hingewiesen wird. Die Tweets von Oliver Bendel haben einen strengen Aufbau: Auf den zitierten Titel folgt der Link zum Beitrag, darauf eine Zusammenfassung, die häufig ein weiteres Zitat enthält. In seltenen Fällen steht anstelle der Zusammenfassung ein Kommentar. Jeder Tweet wird verschlagwortet, i.d.R. mit Hashtags zu den Bereichsethiken (oder zur Disziplin der Maschinenethik). “Informationsethik” ist wie die Plattformen informationsethik.net und maschinenethik.net der philosophischen Ethik verpflichtet und eine Alternative zu religiösen und wirtschaftlichen Vereinnahmungen der Ethik. Diese finden nicht nur in Medien-, Wirtschaftsethik und Medizinethik statt, sondern zunehmend auch mit Blick auf die Informationsethik und die Maschinenethik. So finanzieren z.B. kirchliche Einrichtungen wissenschaftliche Tagungen zu Informations- und Technikethik sowie Maschinenethik und benutzen bzw. vermarkten sie für unwissenschaftliche Zwecke. Es gibt Hochschulen und Institute, die aus finanziellen oder ideologischen Gründen mit den Kirchen kooperieren.

Abb.: @Infoethik liefert Nachrichten zur Ethik

Wird uns die künstliche Intelligenz überflügeln?

“Der Traum, gottgleich etwas zu schaffen, ist dem Menschen eigen. Schon in der menschlichen Ideengeschichte gab es immer beides: Utopie und Dystopie. Mit Hilfe von Computern … ist es gelungen, eine künstliche Intelligenz zu kreieren, die uns nicht nur beim Go oder Pokern schlägt oder als Sprachassistentin behilflich ist.” Die Debatte um KI-gesteuerte Waffen, menschenähnliche Roboter oder selbstfahrende Autos zeige, “dass hier auch neue grundlegende ethische Fragen aufgeworfen werden”. “Die Sendung will Fakten und Einsichten zum Thema liefern.” (Website MDR Kultur) So MDR Kultur in der Ankündigung der Sendung “Auslaufmodell Mensch – wird uns die künstliche Intelligenz überflügeln?” vom 24. Januar 2018. Zu Wort kam am Ende der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Die einzelnen Beiträge können über die Website des MDR aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel am Campus Brugg-Windisch (Foto: Dominik Büttner)

Roboter als Spione

Inge Wünnenberg von Heise Online war Ende Januar 2018 im Gespräch mit Oliver Bendel. Das Interview wurde am 21. Januar 2018 unter dem Titel “Missing Link: Von Maschinenethik und vom Datenschatz der Therapie- und Pflegeroboter” veröffentlicht und kann über www.heise.de aufgerufen werden. Unter anderem ging es darum, wie uns Geräte und Roboter ausspionieren können, etwa Therapie- und Pflegeroboter. Dazu meinte Oliver Bendel u.a.: “Über Stimme, Sprechweise und Inhalte kann man unendlich viel über eine Person herausfinden. Die Maschine kann erkennen, wer ich bin, wie es mir geht und welche Wünsche und Pläne ich habe. Kombiniert man das mit Gesichts- und speziell Mimikerkennung, ergeben sich daraus noch mehr Möglichkeiten. Bei Personen von öffentlichem Interesse wie Schauspielern, Politikern oder auch bedeutenden CEOs wäre es schon ein Thema, wenn Daten aus einer Pflegeeinrichtung abgezogen werden könnten. Wie interessiert wären die Medien zum Beispiel an den Daten eines Pflegeroboters, der sich um Michael Schumacher kümmert?” (Heise Online, 21. Januar 2018)

Abb.: Schon lange wird Technik eingesetzt, um Menschen auszuspionieren

Ethik im digitalen Umbruch

In Berlin lädt am 18. Januar 2018 die Friedrich-Ebert-Stiftung gemeinsam mit dem iRights.Lab zur Veranstaltung “Ethik im digitalen Umbruch” ein. “Wir diskutieren mit hochrangigen Expertinnen und Experten, wie ethische Überlegungen angesichts der Herausforderungen der Digitalisierung eine positive Wirkung entfalten können. Wie erlangen ethische Überlegungen Wirkungskraft in gesellschaftlichen und politischen Gestaltungsprozessen? Wie kann Ethik bei der Bewältigung der Herausforderungen helfen, die mit der Digitalisierung einhergehen? Brauchen wir einen festen Platz für Ethik in der Entwicklung neuer digitaler Bereiche, vom Produktdesign über Forschung bis hin zur Gestaltung von Diensten sowie politischer Regulierung? Brauchen wir strukturell eine interdisziplinäre Zusammenarbeit?” (Website iRights.Lab) Vorträge halten Lena-Sophie Müller (Initiative D21), Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) und Professor Dr. Tobias Keber (Hochschule der Medien Stuttgart). Weitere Informationen über irights-lab.de/veranstaltung-ethik-im-digitalen-umbruch-am-18-januar-2018/.

Abb.: Das Konzerthaus in Berlin

KI wird uns nicht auslöschen

WIR KAUFLEUTE ist das Magazin des Kaufmännischen Verbandes Zürich. In der Ausgabe von Januar und Februar 2018 geht es um Künstliche Intelligenz und Robotik. In der Inhaltsübersicht findet sich ein Hinweis auf ein Interview mit dem Wirtschaftsinformatiker, Maschinenethiker und Informationsethiker Oliver Bendel: “Wenn Roboter und KI-Systeme uns Arbeit abnehmen, genügen für uns womöglich künftig vier, fünf Stunden Arbeitszeit am Tag. Vielleicht muss auf die digitale Revolution, die im Kern eine wirtschaftliche ist, eine gesellschaftliche und politische folgen, sagt der Philosoph und Wirtschaftsinformatiker OLIVER BENDEL.” (WIR KAUFLEUTE, 1/2 2018) Das Interview selbst ist auf den Seiten 4 und 5 abgedruckt, unter dem Titel “Künstliche Intelligenz wird uns nicht auslöschen”. Zu Wort kommt zudem Roland Siegwart vom Institut für Robotik und Intelligente Systeme der ETH Zürich. Das gesamte Heft kann über www.kfmv-zuerich.ch/data/docs/de_CH-1996/31072/WK-MAGAZIN-01-02-2018.pdf heruntergeladen werden.

Abb.: Eine Seite im Magazin

Robophilosophy Conference in Vienna

“Robophilosophy 2018 – Envisioning Robots In Society: Politics, Power, And Public Space” is the third event in the Robophilosophy Conference Series which focusses on robophilosophy, a new field of interdisciplinary applied research in philosophy, robotics, artificial intelligence and other disciplines. The main organizers are Prof. Dr. Mark Coeckelbergh, Dr. Janina Loh and Michael Funk. Plenary speakers are Joanna Bryson (Department of Computer Science, University of Bath, UK), Hiroshi Ishiguro (Intelligent Robotics Laboratory, Osaka University, Japan), Guy Standing (Basic Income Earth Network and School of Oriental and African Studies, University of London, UK), Catelijne Muller (Rapporteur on Artificial Intelligence, European Economic and Social Committee), Robert Trappl (Head of the Austrian Research Institute for Artificial Intelligence, Austria), Simon Penny (Department of Art, University of California, Irvine), Raja Chatila (IEEE Global Initiative for Ethical Considerations in AI and Automated Systems, Institute of Intelligent Systems and Robotics, Pierre and Marie Curie University, Paris, France), Josef Weidenholzer (Member of the European Parliament, domains of automation and digitization) and Oliver Bendel (Institute for Information Systems, FHNW University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland). The conference will take place from 14 to 17 February 2018 in Vienna. More information via conferences.au.dk/robo-philosophy/.

Fig.: Creating artificial beings

Durch die Brille des Maschinenethikers

Oliver Bendel war im Gespräch mit Ute Klein vom MittelPunkt, dem Kundenmagazin der BayernLB. Sie war im Herbst aus München in die Schweiz gereist. Am 7. Dezember 2017 ist das Interview erschienen. Unter anderem wollte sie wissen, was Maschinenethik ist und worauf diese sich richtet. Er erklärte: “Die klassische Ethik richtet sich auf den Menschen als Subjekt der Moral. Was kann er, was soll er, was darf er?” Mit “den Maschinen, die wir gerade erfinden, entstehen neue Subjekte der Moral”. “Ich verwende den Begriff der maschinellen Moral gerne ähnlich wie den der maschinellen oder künstlichen Intelligenz. Es sind demnach neue, merkwürdige und fremdartige Subjekte, über die wir intensiv diskutieren müssen.” (MittelPunkt, 7. Dezember 2017) Ein Fotograf aus Zürich, Dominic Büttner, machte am Standort Brugg-Windisch noch ein mehrstündiges Shooting. Das Interview kann hier heruntergeladen werden. Zusätzlich steht über www.bayernlb.de eine Online-Version zur Verfügung.

Abb.: Durch die Brille des Maschinenethikers (Foto/Copyright: Dominic Büttner)

Panel in Bern zu automatisiertem Fahren

Auf dem Podium saßen am 30. November 2017 beim Movimento 2017 der PostAuto AG im Pathé Westside in Bern Prof. Dr. Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW), Tim Cole (Autor, Blogger und Redner) und Prof. Dr. Roland Siegwart (Professor für Autonome Systeme an der ETH Zürich). Die Moderation oblag Urs Bloch (Mediensprecher bei PostAuto Schweiz, vormals Redaktor bei der NZZ). Oliver Bendel stellte seine Arbeit als Maschinenethiker dar. Er pflanzt Systemen aller Art moralisch begründete Regeln ein. Bei autonomen Autos ist er skeptisch – sie sollten seiner Meinung nach in Unfallsituationen mit Blick auf Menschen nicht qualifizieren und quantifizieren. Bei Tieren hält er diese und andere Ansätze für sinnvoll, um letztlich Leben retten zu können, wenn die Luft rein ist und keine Person zu Schaden kommt. Er lehnt im Moment hoch- und vollautomatisiertes Fahren bei PKW in Städten ab, befürwortet es aber auf Autobahnen. Zugleich ist er ein Fan des SmartShuttle, das in Sion unterwegs ist, und zwar mit zwei “Tricks”, die sich kaum für PKW eignen: Es fährt mit sehr geringer Geschwindigkeit, auf einer virtuellen Schiene.

Abb.: Bei autonomen PKW muss man vorsichtig sein