Schlagworte: Medizinethik

MOOC zur Technikethik

Der Coursera-Kurs “Technology and Ethics” von Robert Bailey (The Ohio State University) findet ab 21. April 2014 statt und dauert sieben Wochen. Das Arbeitspensum beträgt laut Anbieter 3 bis 5 Stunden pro Woche, die Sprache ist Englisch. Der Kursinhalt wird wie folgt beschrieben: “Example technologies at play today include nuclear energy; biological manipulations for warfare; robots for taking care of the elderly, and enhancing human capability; the use of technology for surveillance; the cultural changing power of the media which can create unlimited arrays of images real and virtual to support a point of view; and the internet with its world wide connectivity.” (Website des Anbieters) Ob im Falle der Pflege- und Haushaltsroboter auch die Maschinenethik einbezogen wird, ist nicht bekannt. Die Informationsethik wird – neben der Medizinethik – sicherlich berücksichtigt. Weitere Informationen über www.coursera.org/course/techethics.

Abb.: Intro zum Kurs

Die Informationsethik in der Mitte der Bereichsethiken

Die Informationsethik hat die Moral (in) der Informationsgesellschaft zum Gegenstand. Sie untersucht, wie wir uns, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und neue Medien anbietend und nutzend, in moralischer Hinsicht verhalten bzw. verhalten sollen. In den letzten Jahren ist sie in die Mitte der Bereichsethiken gerückt. Diese hängen mehr und mehr von der Informationsethik ab. Der Artikel “Die Medizinethik in der Informationsgesellschaft” von Oliver Bendel untersucht das Verhältnis zwischen der Informationsethik und den anderen Bereichsethiken am Beispiel der Medizinethik. Er ist nun in der gedruckten Ausgabe der Zeitschrift Informatik-Spektrum erschienen (Jahrgang 36, Heft 6, S. 530 – 535; “Cover Date” ist der 1. Dezember 2013). Bereits vor einem Jahr ist er als “Online-First”-Artikel über SpringerLink herausgekommen. Enthalten ist im Artikel das “Ethik-Ei”, das aus dem “Ethik-Dekagon” hervorgegangen ist und die zentrale Stellung der Informationsethik visualisiert und skizziert.

Das Ethik-Ei

Abb.: Das Ethik-Ei aus dem Artikel zur Medizinethik

Call for Chapters für “Machine Medical Ethics”

Ein Call for Chapters ist für einen Sammelband mit dem Titel “Machine Medical Ethics” herausgekommen. Die Herausgeber sind Dr. Matthijs Pontier (The Centre for Advanced Media Research (CAMeRA), Vrije Universiteit Amsterdam) und Simon van Rysewyk (School of Humanities, University of Tasmania). Im Aufruf heißt es: “The new field of Artificial Intelligence called Machine Ethics is concerned with ensuring that the behaviour of machines towards human users and other machines is ethical. This unique edited collection aims to provide a platform for researchers in this field to present new research and developments in Machine Medical Ethics.” Bis zum 10. Juni 2013 kann Interesse an einer Mitarbeit angemeldet werden. Der vollständige Beitrag muss bis 10. Oktober bei den Herausgebern sein. Das Buch erscheint 2014. Informationen über medicalhumanities.wordpress.com.

Abb.: Doctor Robot eilt zur Hilfe

Whistleblowing im Gabler Wirtschaftslexikon

Im Gabler Wirtschaftslexikon wird seit 31. Januar 2013 auch die Medizinethik definiert. Es wird ihre enge Verbindung mit der Wirtschaftsethik betont und auf die Aktualität ihrer Themen verwiesen: “Nicht zuletzt muss sich die Medizinethik gesellschaftlichen und politischen Diskussionen öffnen, beispielsweise um die Beschneidung von Kindern oder die Durchführung von Schönheitsoperationen.” Der Beitrag ist über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/medizinethik.html abrufbar. Zudem wird der Begriff “Whistleblowing” erklärt und eine Verbindung zwischen ihm und der Moralphilosophie hergestellt: “Whistleblowing ist Gegenstand mehrerer Bereichsethiken, etwa von Wissenschafts-, Verwaltungs-, Wirtschafts- und Informationsethik.” Auf den Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/whistleblowing.html zugegriffen werden. Für das Gabler Wirtschaftslexikon schreiben nach Angaben der Herausgeber über “150 Experten aus Wissenschaft und Praxis”, und mehr als “25.000 Stichwörter stehen kostenlos” bereit. Ein dritter neuer Begriff hat nichts mit der Ethik zu tun. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Aber sicherlich wird der 3D-Drucker (wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/3d-drucker.html) auch ein Gegenstand von Informations- und Technikethik sein.

Abb.: Kleid aus dem 3D-Drucker (Quelle: commons.wikimedia.org; Autor: EdytaZwirecka)

 

Die Medizinethik in der Informationsgesellschaft

Die Medizinethik hat die Moral in der Medizin zum Gegenstand, die Informationsethik die Moral (in) der Informationsgesellschaft. Der Artikel “Die Medizinethik in der Informationsgesellschaft”, der in der Zeitschrift Informatik-Spektrum erschienen ist, untersucht das Verhältnis zwischen der Informationsethik und den anderen Bereichsethiken am Beispiel der Medizinethik. Zentral ist die Abbildung mit dem “Ethik-Ei”, das aus dem “Ethik-Dekagon” hervorgegangen ist. Darin wird die Informationsethik mit zehn weiteren Bereichsethiken in Beziehung gesetzt, und es werden Beispiele für Anwendungen in den Schnittbereichen genannt. Für Medizinethik und Informationsethik ist die Kontrolle und Überwachung von Patienten mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien ein wichtiges Thema. Der Artikel von Oliver Bendel ist seit dem 17. November 2012 als “Online-First”-Artikel auf SpringerLink verfügbar. Er erscheint zudem in einer der nächsten Print-Ausgaben.

Das Ethik-Ei

Abb.: Das Ethik-Ei aus dem Artikel zur Medizinethik