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Von Menlo Park bis Mountain View

Am 10. April 2017 besuchte die Delegation aus Studierenden und Dozierenden der FHNW im Rahmen von connectUS die Swisscom in Menlo Park und Microsoft in Mountain View. Für den Zuständigen der Swisscom ist das Silicon Valley ein Erfolgsmodell. Zugleich wurden aber auch offen die Probleme angesprochen, die etwa durch den Zuzug der Fachkräfte nach San Francisco entstehen. Bei der Weiterreise wurde u.a. kontrovers diskutiert, ob die disruptiven Technologien mehr Chancen oder mehr Risiken beinhalten. Microsoft empfing die Delegation mit offenen Armen. Nach einer Verköstigung und einem Vortrag zur Künstlichen Intelligenz von Jarek Kazmierczak probierte man die Microsoft HoloLens aus, eine Datenbrille im Bereich der Augmented bzw. Mixed Reality. Die Studentinnen und Studenten erzeugten einen riesenhaften, muskelbepackten Mann, ließen eine Baletttänzerin auf dem Kopf eines Professors tanzen und einen Goldfisch um die Beine einer Studentin schwimmen. Neben diesem Schabernack gibt es interessante Möglichkeiten für berufliche Anwendungen, sowohl in Konstruktion und Produktion als auch in Kommunikation, Kooperation und Kollaboration. Es wurden noch weitere Anwendungen ausprobiert, von historischen Videospielen bis hin zu modernen Computerspielen. Ein Besuch des Campus der Stanford University schloss den ereignis- und angesichts der Kontakte und Diskurse auch folgenreichen Tag ab.

Abb.: Schabernack mit der HoloLens

Der Badbot von Microsoft

Aus einem Chatbot wurde ein Badbot – Tay von Microsoft entwickelte sich zum Albtraum des Unternehmens und der Gesellschaft. Der SPIEGEL schrieb am 24. März 2016: “Zuerst war Tay noch freundlich, ein bisschen zu jugendsprachlich-obercool vielleicht, manchmal etwas dämlich wirkend, aber harmlos. Dann kam der Kontakt mit der harten Realität des Netzes.” Und dann sagte Tay: “Hitler hatte recht. Ich hasse die Juden.” (SPON, 24. März 2016) Die Süddeutsche Zeitung widmete sich dem Thema am 1. April in der gedruckten und am 3. April in der Onlineausgabe. Sie zitierte wiederholt den Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker Oliver Bendel, der selbst Chatbots konzipiert. 2013/2014 entstand an der Hochschule für Wirtschaft FHNW der GOODBOT im Rahmen eines studentischen Praxisprojekts, seit Anfang 2016 wird der LÜGENBOT oder LIEBOT von Kevin Schwegler programmiert, als spezielle Form einer Münchhausen-Maschine. Die Ergebnisse werden auf KI- und Maschinenethik-Konferenzen in den USA und in Europa vorgestellt. Der Artikel in der Onlineausgabe der Süddeutschen trägt den Titel “Rassistischer Chat-Roboter: Mit falschen Werten bombardiert” und stammt von Bernd Graff.

Abb.: Der Chatbot wurde zum Neonazi