Schlagworte: Pflegeroboter

Pflegeroboter im Wirtschaftslexikon

“Pflegeroboter unterstützen oder ersetzen menschliche Pflegekräfte bzw. Betreuerinnen und Betreuer. Sie bringen und reichen Kranken und Alten die benötigten Medikamente und Nahrungsmittel, helfen ihnen beim Hinlegen und Aufrichten oder alarmieren den Notdienst. Manche verfügen über natürlichsprachliche Fähigkeiten, sind lernende und intelligente Systeme.” (Gabler Wirtschaftslexikon, 12. Januar 2016) Der Beitrag von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler stellt Pflegeroboter vor, geht auf ihre Funktionen und Aufgaben ein, klärt die Anwendungsbereiche und nennt Beispiele wie Care-O-bot, Cody, Robear, HOBBIT und TWENDY-ONE. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen: “Bereichsethiken wie Wirtschafts-, Medizin- und Informationsethik müssen Fragen dieser Art stellen: Wer trägt die Verantwortung bei einer fehlerhaften Betreuung und Versorgung durch die Maschine? Inwieweit kann diese die persönliche und informationelle Autonomie des Patienten unterstützen oder gefährden? Ist der Roboter in unpassender Weise umgesetzt, etwa in Form einer stereotyp dargestellten Krankenschwester? Ist er eine Entlastung oder ein Konkurrent für Pflegekräfte?” (Gabler Wirtschaftslexikon, 12. Januar 2016) Der Beitrag ist am 12. Januar 2016 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/pflegeroboter.html abgerufen werden.

Abb.: Zuwendung sollte in erster Linie von Menschen kommen

Roboter in der Pflege

“In der Pflege herrscht Fachkräftemangel. Pflegeroboter könnten das Problem lösen. Aber selbst wenn die Technik so weit sein sollte: Wollen sich Menschen tatsächlich von einer Maschine pflegen lassen?” Mit diesen Worten beginnt ein Artikel von Stella Hombach im Ihre Gesundheitsprofis MAGAZIN. Befragt wurden Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz, der Wirtschaftsinformatiker sowie Informations- und Maschinenethiker ist, und Johanna Knüppel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK). Bendel hat nichts gegen den Einsatz von Pflegerobotern, wenn diese Pflegekräfte entlasten und den Wünschen von Pflegebedürftigen entgegenkommen. Auch Knüppel hat gegen den Einsatz nichts einzuwenden. “Gerade beim Umlagern”, so wird sie zitiert, “ist jede Hilfe willkommen.” (Ihre Gesundheitsprofis MAGAZIN, 6. Januar 2016) Wichtig ist beiden, dass der Patient mitreden darf. Dass man auf die Hilfe von Robotern kaum verzichten kann, zeigen auch die nackten Zahlen: “In Deutschland sind derzeit rund 2,6 Millionen Menschen pflegebedürftig. Bis zum Jahr 2060 prognostiziert das Bundesministerium für Gesundheit annähernd eine Verdopplung auf 4,7 Millionen. Fachkräfte in den Pflegeberufen fehlen bereits heute.” (Ihre Gesundheitsprofis MAGAZIN, 6. Januar 2016) Der Artikel mit dem Titel “Beim Waschen lieber den Roboter” kann über www.igp-magazin.de/beim-waschen-lieber-den-roboter/ aufgerufen werden.

Abb.: Noch besser als die beste Pflegekraft ist der Jungbrunnen

Die Würde des Patienten

Operations-, Pflege- und Therapieroboter verbreiten sich immer mehr. Die Schweiz ist Automaten- und Androidenland: Schon die Uhrenmacher im 18. Jahrhundert haben Wunderwerke hergestellt, und die Forschung von Hochschulen wie der Universität Zürich, der ETH Zürich und der École polytechnique fédérale de Lausanne ist bzw. war hochkarätig. Die bekanntesten Modelle und Prototypen im Gesundheitsbereich stammen trotzdem nicht von dort. Der Da-Vinci-Operationsroboter wurde in Kalifornien entwickelt, der Pflegeroboter Care-O-bot in Deutschland, der Therapieroboter Paro in Japan. Zwei Studierende von Prof. Dr. Oliver Bendel an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, Christine Fahlberg und David Wenger, haben in einem Forschungsbeitrag im Rahmen eines Masterstudiengangs untersucht, ob Patienten unter bestimmten Umständen lieber von Robotern als von Menschen betreut und begleitet werden wollen. Tatsächlich scheint dies der Fall zu sein, wenn Privat- und Intimsphäre geschützt werden können. Wenn man Kontakt und Beistand sucht, lehnt man Pflege- und Therapieroboter eher ab. Die Perspektive der Patienten wird in einschlägigen Studien selten eingenommen, und überhaupt sind Würde, Intim- und Privatsphäre sowie Datensicherheit kaum ein Thema, auch wenn es immer wieder ethische Betrachtungen gibt. Diese Forschungslücke soll mit weiteren Untersuchungen geschlossen werden.

Abb.: Roboter können helfen, die Intimsphäre zu schützen

Medizinische Roboter mit Nebenwirkungen

Operationsroboter erobern die Krankenhäuser, Pflege- und Therapieroboter die Pflege-, Alten- und Eigenheime. Die Spezial- und Serviceroboter unterstützen und unterhalten uns. Sie überwachen uns leider auch. Und sie ersetzen uns allmählich. In seinem Artikel “Medizinische Roboter mit Nebenwirkungen”, der am 27. Juni 2015 bei SenLine erschienen ist, geht Oliver Bendel – nachdem er die Kreaturen von Hephaistos ebenso erwähnt hat wie die Androiden von Jaquet-Droz – auf Operations-, Pflege- und Therapieroboter ein und stellt Chancen und Risiken dar. Auch ethische Fragen werden aufgeworfen, bei den Pflegerobotern etwa die folgenden: “Wer trägt die Verantwortung bei einer fehlerhaften Betreuung und Versorgung durch die Maschine? Inwieweit kann diese die Autonomie des Patienten unterstützen oder gefährden? Ist der Roboter eine Entlastung oder ein Konkurrent für Pflegekräfte und Krankenschwestern?” Der Artikel kann über www.senline.ch/medizinische-roboter-mit-nebenwirkungen-id1093 aufgerufen werden.

Abb.: Innenleben eines der Androiden von Pierre Jaquet-Droz

Der Spion im eigenen Haus

Operations-, Therapie- und Pflegeroboter sind im Gesundheitswesen auf dem Vormarsch. Sie ersetzen und ergänzen in Kliniken, Zentren und Haushalten menschliche Arbeitskräfte. Manches können sie besser, manches genauso gut, manches schlechter. Sie sind i.d.R. sehr teuer und können doch zu Einsparungen führen. Und sie bergen eine nicht unerhebliche Gefahr. Im Beitrag “Der Spion im eigenen Haus” (IT for Health, März 2014) von Oliver Bendel werden die Roboter aus der Perspektive der angewandten Ethik betrachtet. Es werden zunächst Informations- und Technikethik sowie Medizinethik kurz erklärt. Dann werden Fragen zum Einsatz der Maschinen gestellt. Es kristallisiert sich heraus, dass informationelle Autonomie und Datenschutz übergreifende Problembereiche sind. Der Beitrag ist als PDF verfügbar und kann kostenlos heruntergeladen werden.

Abb.: Die Spionin im eigenen Haus