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Das SmartShuttle auf dem Waisenhausplatz

Die PostAuto AG kündigt für den Nationalfeiertag 2017 in der Schweiz ein Ereignis an, das Freundinnen und Freunde des teil-, hoch- und vollautomatisierten Fahrens freuen dürfte. “Am 1. August ist erstmals ein SmartShuttle von PostAuto auf einem öffentlichen Platz in Bern zu Gast. Die Besucher der Bundesfeier können auf dem Waisenhausplatz testen, wie sich autonomes Fahren anfühlt.” (Informationsschreiben PostAuto) Und weiter: “Ein SmartShuttle von PostAuto wird … von 9 bis 22 Uhr auf dem Waisenhausplatz seine Runden drehen. Die Besucherin und der Besucher können einsteigen und miterleben, wie das selbstfahrende Postauto den kleinen Parcours absolviert. Die Software steuert den elfplätzigen Bus selber. Die Techniker sind die Strecke auf dem Waisenhausplatz mit dem Shuttle manuell abgefahren, und die Sensoren haben daraus eine virtuelle Karte erstellt. So ist der Shuttle in der Lage, seine eigene Position zu bestimmen und dem vorgesehenen Weg selbstständig zu folgen.” (Informationsschreiben PostAuto) Der technische Leiter Ramon Mueller gewährte Prof. Dr. Oliver Bendel von der FHNW und einer kleinen Gruppe von Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und der Berner Fachhochschule bereits am 3. März 2017 in Bern einen tiefen Einblick in den Betrieb.

Abb.: Das SmartShuttle in einer Halle in Bern

Eine Fahrt mit dem SmartShuttle

PostAuto gehört beim hochautomatisierten Fahren zu den führenden Unternehmen auf der Welt. Der technische Leiter Ramon Mueller gewährte Prof. Dr. Oliver Bendel von der FHNW und einer kleinen Gruppe von Studierenden am 3. März 2017 einen tiefen Einblick in den Betrieb des SmartShuttle. Man verfolgt eher einen Google- als einen Tesla-Ansatz. Die Strecken werden mit Hilfe von Lidar und Lidarkarten abgefahren. Auch über Kameras verfügt das SmartShuttle. Auf einer neuen, kleinen Teststrecke in Bern wurden die Gäste auf den virtuellen Schienen von Haltestelle zu Haltestelle kutschiert. Bei Personen auf der Fahrbahn wurde in ca. zwei Metern Abstand gehalten. Auch bei plötzlich auftauchenden Hindernissen konnte rechtzeitig gebremst werden. Im Fahrzeug befinden sich Schalter für Notbremsungen, die von allen Passagieren gedrückt werden können. Im Pilotbetrieb in Sion im Wallis ist bei jeder Fahrt ein Begleiter zugegen. Laut einer Umfrage würden die meisten Menschen aber auch ohne ihn mitfahren. Das Shuttle navigiert in Sion an einer Stelle durch eine enge Gasse, die ein Fahrer kaum bewältigen könnte. Im Mischbetrieb mit Fußgängern und Fahrradfahrern fährt es durchschnittlich nur noch 5,7 km/h schnell. Schneeflocken werden mit Hilfe von speziellen Algorithmen “entfernt”. Nach zwei Stunden war die exklusive Vorführung in Bern vorbei, mit der die PostAuto AG ihren Willen zur Bürgernähe und zum Dialog mit der Wissenschaft demonstrierte.

Abb.: Ein Detail im SmartShuttle