Schlagworte: Privatsphäre

Beitrag zu Privacy by Default

“Mit Privacy by Default soll durch entsprechende Voreinstellungen bei Diensten, Geräten und Systemen die Privatsphäre bewahrt und der Datenschutz sichergestellt werden. ‘Privacy’ ist das englische Wort für Privatsphäre und Privatheit. Es wird auch mit Blick auf den Datenschutz verwendet. Der Besitzer bzw. Benutzer kann die Einstellungen in der Regel verändern und dadurch z.B. zusätzliche Funktionen freischalten, mit dem Risiko der Beeinträchtigung der Privatsphäre und der Preisgabe und Verarbeitung personenbezogener Daten.” So beginnt ein neuer Beitrag im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler von Oliver Bendel, erschienen am 8. Mai 2018. Es wird der Bezug zu Privacy by Design und zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ebenso hergestellt wie zur Informationsethik. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/privacy-default-99475 aufgerufen werden.

Abb.: Bei Überwachungskameras gibt es kein Privacy by Default

Positionspapier zur Privatsphäre

Das Institut für Digitale Ethik (IDE) an der Hochschule der Medien in Stuttgart hat ein Positionspapier zu Privatsphäre und Informations- und Medienkompetenz – konkreter Privatheitskompetenz genannt – veröffentlicht. Der Titel lautet “Privatsphäre darf kein Luxusgut sein”. Privatheit sei “die Möglichkeit, alleine und ungestört zu sein; ebenso umfasst sie die Freiheit zu verbergen oder zu offenbaren, wer und wie man ist” (Positionspapier IDE). Privatheitskompetenz erscheine “in der mediatisierten Gesellschaft gering ausgeprägt”: “Viele Menschen teilen ihr Innerstes und Intimstes freigiebig in der Netzöffentlichkeit mit, ohne Konsequenzen solchen Tuns abzuwägen.” (Positionspapier IDE) Im Positionspapier wird auf Überwachung ebenso eingegangen wie auf die “Datensammlungen samt der dazugehörigen Geschäftsmodelle privater Anbieter” (Positionspapier IDE). Privatheitskompetenz umfasse u.a. “das Wissen, wer private Daten zu welchem Zweck erhebt, verarbeitet und weitergibt”. Am Ende werden gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Maßnahmen gefordert: “Eine so verstandene Privatheitskompetenz ist in den gesellschaftlichen Funktionssystemen Bildung (Curricula an Schulen und Hochschulen), Wirtschaft (Implementierung von Selbst‐/Verpflichtungen) und Politik (Steuerungsrahmen) zu verankern.” (Positionspapier IDE) Das Positionspapier kann über die Website des Instituts heruntergeladen werden.

Call zur Ethik des Internets der Dinge

Die International Review of Information Ethics (IRIE) hat einen Call for Papers zum Thema “Ethics for the Internet of Things” veröffentlicht. Deadline für die Einreichung der Abstracts ist der 31. August 2014. Auf der Website der Zeitschrift heißt es: “The 22nd issue of IRIE will tackle the ethical challenge of the Internet of Things and therefore furnish a contribution to the establishment of an ethics for it. This ethics is anchored in the field of information ethics, yet it radicalizes to a certain degree the fundamental issues in this field, insofar as the entire mesosphere appears as a sphere shaped by information and its technologies. And hence, the boundaries then disappear between electronic technology and what underpins it.” Mögliche Themen seien “Privacy in the IoT”, “Access to beneficial use of IoT and social justice”, “Establishment of trust in the IoT” und “Status of agents and agency in the IoT”. Gastherausgeber sind Hektor Haarkötter und Felix Weil. Weitere Informationen über i-r-i-e.net/call_for_papers.htm.

Ist unsere Privatsphäre in Gefahr?

Die TA-SWISS weist in ihren E-News vom 10. Dezember 2013 auf eine Veranstaltung hin. Am Montag, 16. Dezember 2013 um 18.30 Uhr diskutieren Jean-Marie Chenou (Politikwissenschaftler Universität Lausanne), Sami Coll (Soziologe Universität Genf), Stéphane Koch (Spezialist für Informationssicherheit) und Jean-Henry Morin (Assoz. Professor für Informationssysteme, Universität Genf) zu Datengenerierung, -erhebung und -missbrauch und Fragen wie “Wozu dienen all diese Daten?” und “Ist unsere Privatsphäre in Gefahr oder ist Überwachung ein notwendiges Übel?” … Ein Informationsethiker wurde offenbar nicht eingeladen. In den E-News vom 10. Dezember 2013 heißt es: “Ob zu Hause am Bildschirm, unterwegs in der Stadt oder auf Reisen: wo immer wir uns befinden, hinterlassen wir Datenspuren, die registriert und gespeichert werden. Unser Handy gibt Auskunft darüber, wo wir uns aufhalten. Die Kredit- und Treuekarten, die wir verwenden, geben Hinweise auf unser Kaufverhalten. Was immer wir tun oder lassen: Tausende von Sicherheitskameras im öffentlichen Raum und in Privatgebäuden zeichnen es getreulich auf. Und auch wenn wir im Internet surfen, füttern wir mit jedem Mausklick gigantische Datenbanken.” Die Leitung des sogenannten Wissenschaftscafés obliegt Danielle Bütschi von der TA-SWISS. Ort der Veranstaltung ist das Musée d’histoire des sciences in Genf.