Schlagworte: Prothesenhaut

I Hurt Myself Today

Niemand sang das Lied von Schmerz und Leid so schön wie Johnny Cash: “I hurt myself today/To see if I still feel/I focus on the pain/The only thing that’s real”. Die Philosophie hat sich immer wieder mit dem Leiden beschäftigt, und dieses rückte bei Jeremy Bentham in den Mittelpunkt, mit der Aussage, “the question is not, Can they reason? nor, Can they talk? but, Can they suffer?” – sein Modell der normativen Ethik umfasste Menschen wie Tiere. Niemand will leiden, sich geißelnde Mönche ausgenommen, aber wenn die Fähigkeit zu leiden fehlt, ist dies ein Mangel. Forscher der Johns Hopkins School of Medicine haben nun, wie ICTkommunikation meldet, “eine neue Prothesenhaut entwickelt, die Schmerz und Berührungsintensität fühlen lässt”. Sie generiere elektrische Impulse, welche die Nerven im Oberarm stimulieren. “Es handelt sich bei der Haut um eine dünne Schicht aus Gummi und Stoff, die über den Fingerspitzen einer Prothese getragen wird.” (ICTkommunikation, 25. Juni 2018) Das neue Gadget wurde laut der Zeitschrift bereits an Amputierten getestet, die den Einsatz als “belebend” beschrieben haben. “Schmerz ist natürlich unerfreulich. Dennoch ist er essenziell und fehlt bei Prothesen, die Amputierten derzeit zur Verfügung stehen”, wird Luke Osborn von der amerikanischen Hochschule zitiert. Bei Johnny Cash ging es weiter mit den Worten: “The needle tears a hole/The old familiar sting/Try to kill it all away/But I remember everything.” Der Beitrag kann hier abgerufen werden.

Abb.: Hier überstrahlt das Glück der Zukunft den Schmerz der Gegenwart