Schlagworte: Roboter

Patientenverfügung für Pflegeroboter

Am 10. Oktober 2018 widmete sich der Bonner General-Anzeiger Robotern in der Pflege und in der Therapie. Abgedruckt ist ein Interview mit Oliver Bendel, Roboterphilosoph, Informations- und Maschinenethiker. Er hält grundsätzlich viel von Robotern in der Pflege und nimmt auch die Perspektive des Pflegers ein: Dieser soll weder ersetzt noch verdrängt werden, sondern ergänzt, er soll Hilfe und Unterstützung erhalten. Ein interessanter Prototyp war nach seiner Meinung Robear, der zusammen mit der Pflegekraft einen Patienten hochheben und umbetten konnte. Aus ethischer Sicht sei wichtig, dass wir keinen Betrug an den zu Pflegenden begehen: Er persönlich möchte später als dementer Patient nicht mit Pepper alleingelassen oder von Paro betreut werden. Er will aus seiner heutigen Freiheit und Vernunft heraus per Patientenverfügung diese Entscheidung treffen, auch wenn sie dann letztlich vielleicht falsch ist. Einen Roboter, der die Pflegekraft und ihn selbst unterstützt, kann er sich aber gut vorstellen.

Abb.: Ein Roboter in der Pflege

Das Ah-Erlebnis

VRODO hat ein Interview mit dem Roboterphilosophen, Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel geführt. Es ging um moralische Maschinen und am Rande auch um die Frage, ob Maschinen eines Tages Bewusstsein oder Selbstbewusstsein haben können. Für Oliver Bendel gehört zum Bewusstsein, dass eine innere Stimme ausruft: Ah, das ist ja die Welt! Diese innere Stimme kann seiner Meinung auch ein Tier haben. Jeder Igel, jede Kröte hat Bewusstsein. Zum Selbstbewusstsein gehört, dass die innere Stimme ausruft: Ah, das bin ja ich! Ein Affe hat Selbstbewusstsein. Der Roboterphilosoph denkt nicht, dass man ein echtes Bewusstsein von Maschinen wird schaffen können. Auf jeden Fall werde der Roboter nie mit seiner inneren Stimme ausrufen: Ah, das bin ja ich, der Roboter! “I, Robot” – das sei Science-Fiction. Die Forschung über maschinelles Bewusstsein hält Oliver Bendel dennoch für wichtig. Bei einem der Symposien der AAAI Spring Symposia an der Stanford University wird es um dieses Thema gehen. Das Interview wurde von Maximilan Schreiner geführt und kann über vrodo.de/was-ein-roboterphilosoph-ueber-maschinenmoral-denkt/ nachgelesen werden.

Abb.: Wie kommt Bewusstsein zustande?

Wozu braucht es humanoide Roboter?

In einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen, das in Ausschnitten am 6. September 2018 in 10vor10 ausgestrahlt wurde, wurde der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel gefragt, ob es überhaupt und wozu es humanoide Roboter brauche. Er wies zunächst darauf hin, dass die Schaffung künstlicher Kreaturen ein Menschheitstraum sein. Man denke an Galatea von Pygmalion oder an Pandora und Talos von Hephaistos. Dann erklärte er, solche Roboter seien ein Spiegel des Menschen. Diese erblickten darin das, was sie sind und nicht sind, und sie verstünden, wie kompliziert ein Lächeln ist, wie schwer zu konstruieren. Nicht zuletzt gibt es Anwendungsbereiche, in denen humanoide Roboter sinnvoll sind, etwa die Hotelrezeption oder ein Bordell. Andere Bereiche eignen sich nicht oder nur bedingt. So muss der Pakethersteller nicht von seiner maschinellen Kopie ersetzt werden – es genügt ein kleiner, abstrakt gestalteter Roboter. Dass dieser dann zur Stolperfalle werden kann, ist ein anderes Thema. Der Beitrag, in dem Oliver Bendel zum Thema zu Wort kommt, kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Menschen wollen Kopien von sich schaffen

Mit Robotern gegen Plastikvermüllung

Die Gewässer auf der ganzen Welt sind hochgradig belastet. Vordergründig wirken manche sauber, und im Vergleich zu den 60er- und 70er-Jahren wurden in den westlichen Ländern in Bezug auf bestimmte Schadstoffe erhebliche Fortschritte erzielt. Allerdings hat zum Beispiel der Anteil von Kunststoffen stark zugenommen. Fische, Wasservögel und andere Lebewesen nehmen die Partikel auf und scheiden sie verändert aus. Auch der Mensch hat immer öfter Petflaschen auf seinem Speiseplan, durchaus unfreiwillig und mit nicht absehbaren gesundheitlichen Folgen. Es gibt unterschiedliche Strategien, Konzepte und Technologien gegen die Plastikverschmutzung und -vermüllung von Gewässern. In einem Projekt an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, betreut von Oliver Bendel, soll erfasst werden, welche Verfahren in der Schweiz und auf der ganzen Welt üblich und möglich sind, um Gewässer von Kunststoff und anderen Schadstoffen zu befreien, von künstlichen Inseln, Schiffen mit Netzen bis hin zu Robotern. Bereits 2015 wurde das CLEANINGFISH-Projekt durchgeführt. Schwärme von Robotern könnten, so die Idee, rund um die Uhr Flüsse und Seen durchstreifen, die Plastikteilchen schlucken und an Stationen deponieren. Sie könnten auch Gegenstände am Grund des Bodens, wohin man mit üblichen Verfahren meist nicht vorzudringen vermag, einsammeln und abschleppen. Die Studie hatte festgehalten, dass der CLEANINGFISH einige Probleme lösen, andere aber schaffen könnte. Das neue Projekt mit dem Titel “Wie kann der Kampf gegen Plastikvermüllung und -verschmutzung von Gewässern gewonnen werden?” soll im September 2018 starten.

Abb.: Der CLEANINGFISH in Aktion

I Hurt Myself Today

Niemand sang das Lied von Schmerz und Leid so schön wie Johnny Cash: “I hurt myself today/To see if I still feel/I focus on the pain/The only thing that’s real”. Die Philosophie hat sich immer wieder mit dem Leiden beschäftigt, und dieses rückte bei Jeremy Bentham in den Mittelpunkt, mit der Aussage, “the question is not, Can they reason? nor, Can they talk? but, Can they suffer?” – sein Modell der normativen Ethik umfasste Menschen wie Tiere. Niemand will leiden, sich geißelnde Mönche ausgenommen, aber wenn die Fähigkeit zu leiden fehlt, ist dies ein Mangel. Forscher der Johns Hopkins School of Medicine haben nun, wie ICTkommunikation meldet, “eine neue Prothesenhaut entwickelt, die Schmerz und Berührungsintensität fühlen lässt”. Sie generiere elektrische Impulse, welche die Nerven im Oberarm stimulieren. “Es handelt sich bei der Haut um eine dünne Schicht aus Gummi und Stoff, die über den Fingerspitzen einer Prothese getragen wird.” (ICTkommunikation, 25. Juni 2018) Das neue Gadget wurde laut der Zeitschrift bereits an Amputierten getestet, die den Einsatz als “belebend” beschrieben haben. “Schmerz ist natürlich unerfreulich. Dennoch ist er essenziell und fehlt bei Prothesen, die Amputierten derzeit zur Verfügung stehen”, wird Luke Osborn von der amerikanischen Hochschule zitiert. Bei Johnny Cash ging es weiter mit den Worten: “The needle tears a hole/The old familiar sting/Try to kill it all away/But I remember everything.” Der Beitrag kann hier abgerufen werden.

Abb.: Hier überstrahlt das Glück der Zukunft den Schmerz der Gegenwart

Wenn Roboter wählen

Zur Bundestagswahl in Deutschland baten Zeitungen und Zeitschriften zur Online-Abstimmung. “Die Problematik der Online-Abstimmung ist insgesamt zur Zeit technisch nicht befriedigend gelöst, obgleich einige Anbieter wie der Kölner Stadtanzeiger doch einiges dazu investiert haben … Wie grotesk das werden kann, wenn unkontrollierte Abstimmungen durch Roboter, also durch Software-Mechanismen, unterlaufen werden … Wahlen.de hat es zum Glück natürlich nicht gelassen. Der Kontrollmechanismus zur Abstimmung wurde, nachdem die Attacke durch den automatisch wählenden Software-Roboter zunächst drei Tage unbemerkt blieb, verändert. Man konnte danach, wie schon erwähnt, bei wahlen.de nur noch einmal am Tag abstimmen (Meldung: “doppelte Stimmabgabe ist am selben Tag nicht möglich”). Am nächsten Tag konnte man neues Wahlschicksal spielen.” Das Zitat stammt aus dem Buch “Die Mondlandung des Internet” (UVK), das Rainer Kuhlen unter der Mitarbeit von Oliver Bendel geschrieben hat. Es ist vor 20 Jahren zur Bundestagswahl 1998 erschienen, was deutlich macht, dass die Probleme von damals mehr oder weniger die Probleme von heute sind.

Abb.: Wenn Roboter wählen

Kopflose Roboter

“Die ersten Lieferroboter sind seit einiger Zeit im Einsatz, unter anderem auch hierzulande: Einige rollen …, andere fliegen … Sie haben aber gemeinsam, dass sie nicht in ein oberes Stockwerk liefern können. Das will das US-Unternehmen Agility Robotics ändern.” Dies schreibt Werner Pluta am 3. Mai 2018 in Golem. Und weiter: “Agility Robotics hat einen Laufroboter entwickelt, der künftig wie ein menschlicher Bote die Pizza oder den Einkauf auch bis in eines der oberen Stockwerke bringen kann. Allerdings muss sich der Belieferte auf einen etwas merkwürdigen Anblick gefasst machen: Cassie, benannt nach dem Laufvogel Kasuar, … besteht nur aus Beinen – und erinnert so an die merkwürdigen Schilderungen aus dem Mittelalter von Acephalen, Menschen, die keinen Kopf haben und stattdessen das Gesicht auf dem Bauch tragen. Ein Lieferroboter ohne Arme macht sich jedoch nicht so gut. Die nächste Version … wird deshalb nicht nur Beine, sondern auch Arme haben.” (Golem, 3. Mai 2018) Cassie löst ein Problem, das die kleinen, rollenden Paket- und Transportroboter von Starship Technologies haben: Er ist keine Stolperfalle. Dafür kann man mit ihm zusammenprallen wie mit dem K5 von Knightscope, wobei die Verletzungsgefahr, wenn Arme vorhanden sind, noch größer sein könnte. Wie bei jedem Serviceroboter dieser Art wird die Komplexität im öffentlichen Raum erhöht. Einen vielversprechenden Ansatz verfolgt man mit Transportdrohnen, die die Ware auf dem Dach eines Gebäudes ablegen. Dort kann der Empfänger sie abholen, ganz egal, in welchem Stockwerk er wohnt.

Abb.: Eine kopflose Schaufensterpuppe

11. Ulmer Robotertag

Der “11. Ulmer Robotertag” beleuchtet “Roboter in der digitalen Transformation”. “Als digitale Transformation oder digitaler Wandel wird ein auf digitalen Technologien basierender Veränderungsprozess der Gesellschaft bezeichnet, welcher starken Einfluss auf die industrielle Produktion nimmt.” (Flyer 11. Ulmer Robotertag) Verbunden mit dem digitalen Wandel seien große Chancen wie zum Beispiel effizientere Produktionsprozesse und Abläufe, aber auch neue Herausforderungen, beispielsweise durch den notwendigen radikalen Strukturwandel. “Als eine Schlüsseltechnologie für die digitale Produktionstransformation werden hierbei Industrie- und Serviceroboter verstanden. Um das Verständnis wie auch den Transfer in der Region zu stärken, widmet sich der diesjährige 11. Ulmer Robotertag diesem Thema. Die Veranstaltung wird in bewährter Weise in Zusammenarbeit von Hochschule Ulm und Mitsubishi Electric Europe durchgeführt.” (Flyer 11. Ulmer Robotertag) Dr. Alexander Hildebrandt (Festo AG & Co. KG) widmet sich der “Druckluft als Antriebsmedium für die Robotik”, Prof. Dr. Christian Schlegel (Hochschule Ulm) der “Servicerobotik in der Intralogistik”, um nur zwei Vorträge herauszugreifen. Im vergangenen Jahr hatte Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) bei der Jubiläumsveranstaltung zum Thema “Kollege und Kollegin Roboter – schöne neue Welt!” vorgetragen. Weitere Informationen über de3a.mitsubishielectric.com/UlmerRobotertag.

Abb.: Der Münsterplatz

Können Roboter Gefühle entwickeln?

Können Roboter bald selbstständig Gefühle wie Hass oder Liebe entwickeln? Dies hat der WDR im April 2018 den Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel gefragt. Der Kontext war die Angst, die wir vor Maschinen haben oder haben können. Er antwortete: Maschinen werden solche Gefühle meines Erachtens nicht entwickeln können, da diese biologisch-chemische und genetisch-hormonelle Grundlagen brauchen. Die Vorstellung, dass sie solche Gefühle haben, kann natürlich Angst machen. Und emotionale Roboter wie Pepper zeigen Gefühle – aber haben eben keine. Eine wichtige Frage ist, ob sie überhaupt Gefühle zeigen sollen. Und ob sie uns weismachen sollen, dass sie Menschen oder ähnlich wie Menschen sind.” Uns ist in Europa die Angst vor künstlichen Kreaturen gleichsam eingepflanzt. Diese dachten wir uns bereits vor tausenden Jahren aus. Bei Homer und Ovid finden sich Schreckensgestalten wie Talos und Pandora, wobei die künstliche Frau in der Literatur einige Wandlungen erlebt hat. Später ging es ähnlich weiter, mit der Eisernen Jungfrau, dem Golem, Frankensteins Monster. Auch Ausnahmen gibt es, bereits in der Antike, wie Galatea, von Pygmalion erschaffen und von Aphrodite zum Leben erweckt. Das Interview kann über www1.wdr.de/wissen/technik/roboter-maschinenethik-interview-100.html nachgelesen werden.

Abb.: Robben haben Gefühle, Roboter nicht

Die Rechte von Sophia

Haben Roboter Rechte? Dieser Frage geht Oliver Bendel in der Zeitschrift Edison nach, in der Ausgabe 2/2018. Die zuständige Disziplin ist die Roboterethik (bzw. die Roboterphilosophie). Während sich die Maschinenethik auf die maschinelle Moral und damit allenfalls verbundene Pflichten oder Verpflichtungen konzentriert, interessiert sich die Roboterethik auch für moralische Rechte von Maschinen, insbesondere von Robotern. Schon vor Jahrzehnten hat man über diese Frage nachgedacht, doch in letzter Zeit gibt es diesbezügliche Überlegungen und Forderungen, denen man als Ethiker etwas entgegensetzen muss. Denn Oliver Bendel ist der Meinung, dass Roboter keine Rechte haben, haben werden und haben sollen. In seinen Ausführungen zieht er Vergleiche mit Menschen, Tieren und Pflanzen (Tiere haben Rechte, Pflanzen nicht). Er erwähnt in “Haben Roboter Rechte?” auch Sophia, den humanoiden Roboter, dem in Saudi-Arabien die Staatsbürgerschaft verliehen wurde. Ihr wird in Edison auch ein eigener Beitrag gewidmet. Das Magazin kann über edison-magazin.handelsblatt.com/epaper/13.04.2018 bestellt werden.

Abb.: Haben Roboter Rechte?

Roboter im Blut

Am 2. und 3. März 2018 findet die “3. KMG Jahrestagung” im Ellington Hotel Berlin statt. Am zweiten Tag stehen “Roboter in Medizin und Pflege” auf dem Programm. Den Auftakt macht Prof. Dr. Dr. h.c. Viola Vogel (Departement Gesundheitswissenschaften und Technologie der ETH Zürich) mit ihrem Vortrag über bakterielle Nanoroboter. Dann geht Dr. Sibylle Meyer (Leiterin des SIBIS-Instituts für Sozialforschung und Projektberatung) auf die Frage “Autonome Roboter für Pflege und Gesundheit: Segen oder Fluch?” ein. Den Abschluss bildet Prof. Dr. Oliver Bendel (Dozent und Forscher am Institut für Wirtschaftsinformatik, Hochschule für Wirtschaft, Fachhochschule Nordwestschweiz) mit “Pflegeroboter und Assistenzsysteme in der Pflege – aus Sicht der Ethik”. Die KMG-Kliniken gehören nach eigenen Angaben zu den erfolgreichsten Gesundheitskonzernen im Nordosten Deutschlands. “Das 1991 gegründete Unternehmen baute auf der 100-jährigen Tradition des Kur- und Klinikbetriebes von Bad Wilsnack im Land Brandenburg auf und entwickelte sich seitdem dynamisch zu einem vielseitigen Dienstleister rund um die Gesundheit.” (Website KMG)

Abb.: Bakterien kann man als Roboter gebrauchen

Der Geminoid im Uncanny Valley

Hiroshi Ishiguro war einer der Keynote-Sprecher auf der “Robophilosophy“-Konferenz in Wien vom 14. bis 17. Februar 2018. Der Japaner baut, wie einige Ingenieure, humanoide Roboter. Allerdings sind diese keine Karikaturen wie Pepper. Sie sind möglichst detailgetreue Kopien von realen oder fiktionalen Menschen. Ein Beispiel ist der Geminoid, der künstliche Doppelgänger des Robotikers. In letzter Zeit konzentriert sich Ishiguro auf weibliche Roboter. Eine Frau aus dem Publikum fragte ihn, warum dies so sei. Seine Antwort war, dass weibliche Roboter alle Menschen ansprechen würden. Männliche Roboter dagegen würden viele Menschen erschrecken, vor allem Kinder. Auch sein Geminoid. Eine andere Frage war, warum er überhaupt Kopien herstellen würde und nicht Fabelwesen, warum er also nicht etwas völlig Neues hervorbringen würde, anstatt Altes zu vervielfältigen. Seine Antwort war, daran würde er denken, aber er habe zuerst das eine machen wollen, bevor er sich an dem anderen versuchen würde. Eine weitere Frage war die nach dem Uncanny-Valley-Effekt. Die erstaunliche Antwort war, dass seine Roboter nicht mehr im unheimlichen Tal anzusiedeln seien. Dabei ist etwa der Geminoid geradezu ein Paradebeispiel für diesen Effekt. Das Publikum war sichtlich fasziniert und irritiert. Hiroshi Ishiguro ist ein wichtiger Visionär der Robotik.

Abb.: Hiroshi Ishiguro in Wien

Wie Roboter Gefühle in uns auslösen

In Radio SRF 3 (Input) wurde am 28. Januar 2018 zwischen 20.00 bis 21.00 Uhr die Sendung “Wie Roboter Gefühle in uns auslösen” ausgestrahlt. “Immer mehr Roboter kommen in unser Leben. Schon jetzt mähen sie unsere Rasen und betreuen uns im Alter. Wie müssen Roboter sein, damit wir sie akzeptieren, sie sympathisch finden und Seite an Seite mit ihnen arbeiten und leben können? Input-Redaktorin Mariel Kreis will es herausfinden – anhand der Roboter-Robbe Paro für demente Menschen, den beiden humanoiden Robotern Sophia und Pepper. Und anhand ihres eigenen Staubsauger-Roboters Franz.” (Website Radio SRF 3) Im Gespräch war Mariel Kreis mit Prof. Dr. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, und Dr. Martina Mara, Roboterpsychologin aus Linz. Die Sendung kann über www.srf.ch/sendungen/input/wie-roboter-gefuehle-in-uns-ausloesen aufgerufen werden.

Abb.: Auch um Pepper geht es im Schweizer Radio

Gefühle gegenüber künstlichen Tieren

Paro wird in der Therapie eingesetzt, etwa um Dementen und Autisten zu helfen. Unter dem Fell hat der Roboter, der einer Babysattelrobbe nachempfunden ist, verschiedene Sensoren, mit denen er Helligkeit, Temperatur, Geräusche sowie Berührungen registrieren kann. Er ist ein erinnerungsfähiges und selbstlernendes System. Er dreht den Kopf in die Richtung eines Sprechenden und reagiert auf seinen Namen, den man ihm beigebracht hat. Warum und wie löst Paro Gefühle in uns aus? Dieser Frage geht SRF in seiner Sendung “Input KOMPAKT: Wie die Roboter-Robbe Gefühle in uns auslöst” vom 24. Januar 2018 nach. Zu Wort kommt auch der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel, der in Zürich lebt. Er beschäftigt sich aus ethischer Sicht intensiv mit Operations-, Therapie- und Pflegerobotern. Zu Pflegerobotern hat er im September 2017 zusammen mit der Daimler und Benz Stiftung eine Konferenz durchgeführt. Das Buch zur Konferenz erscheint im Sommer 2018 bei Springer.

Abb.: Gefühle gegenüber echten Tieren

Wird uns die künstliche Intelligenz überflügeln?

“Der Traum, gottgleich etwas zu schaffen, ist dem Menschen eigen. Schon in der menschlichen Ideengeschichte gab es immer beides: Utopie und Dystopie. Mit Hilfe von Computern … ist es gelungen, eine künstliche Intelligenz zu kreieren, die uns nicht nur beim Go oder Pokern schlägt oder als Sprachassistentin behilflich ist.” Die Debatte um KI-gesteuerte Waffen, menschenähnliche Roboter oder selbstfahrende Autos zeige, “dass hier auch neue grundlegende ethische Fragen aufgeworfen werden”. “Die Sendung will Fakten und Einsichten zum Thema liefern.” (Website MDR Kultur) So MDR Kultur in der Ankündigung der Sendung “Auslaufmodell Mensch – wird uns die künstliche Intelligenz überflügeln?” vom 24. Januar 2018. Zu Wort kam am Ende der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Die einzelnen Beiträge können über die Website des MDR aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel am Campus Brugg-Windisch (Foto: Dominik Büttner)

Roboter als Spione

Inge Wünnenberg von Heise Online war Ende Januar 2018 im Gespräch mit Oliver Bendel. Das Interview wurde am 21. Januar 2018 unter dem Titel “Missing Link: Von Maschinenethik und vom Datenschatz der Therapie- und Pflegeroboter” veröffentlicht und kann über www.heise.de aufgerufen werden. Unter anderem ging es darum, wie uns Geräte und Roboter ausspionieren können, etwa Therapie- und Pflegeroboter. Dazu meinte Oliver Bendel u.a.: “Über Stimme, Sprechweise und Inhalte kann man unendlich viel über eine Person herausfinden. Die Maschine kann erkennen, wer ich bin, wie es mir geht und welche Wünsche und Pläne ich habe. Kombiniert man das mit Gesichts- und speziell Mimikerkennung, ergeben sich daraus noch mehr Möglichkeiten. Bei Personen von öffentlichem Interesse wie Schauspielern, Politikern oder auch bedeutenden CEOs wäre es schon ein Thema, wenn Daten aus einer Pflegeeinrichtung abgezogen werden könnten. Wie interessiert wären die Medien zum Beispiel an den Daten eines Pflegeroboters, der sich um Michael Schumacher kümmert?” (Heise Online, 21. Januar 2018)

Abb.: Schon lange wird Technik eingesetzt, um Menschen auszuspionieren

Pepper in der Schweiz

Der Herbstevent der Alumniorganisation der FHNW trägt den Titel “Verantwortung 4.0″. Er findet am Montag, 23. Oktober 2017 in Kooperation mit dem Migros-Genossenschafts-Bund in Zürich statt. Aus dem Ankündigungstext auf der Website: “Eine einführende Keynote zur Herleitung des Begriffes ‘Verantwortung 4.0′ wird von Frau Cornelia Diethelm, Direktorin für die Nachhaltigkeitsstrategie und das Issue Management der Migros, präsentiert. Im Anschluss wird Prof. Dr. Oliver Bendel, Experte für Maschinenethik am Institut für Wirtschaftsinformatik der FHNW, eine Keynote mit dem und zum humanoiden Roboter Pepper halten.” Auf dem Podium werden neben den beiden Genannten noch Dr. Doris Aebi, Co-Gründerin der aebi+kuehni AG, Vizepräsidentin des Verwaltungsrat des Migros-Genossenschafts-Bunds und Mitglied des Fachhochschulrats FHNW, sowie Dr. Anne Herrmann, Dozentin für Wirtschaftspsychologie und Studiengangleiterin MAS Business Psychology, Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW, sein. Rahel Walser vom SRF moderiert die Podiumsdiskussion. Weitere Informationen über www.alumni-fhnw.ch/aktuelles/herbst-event-2017/.

Abb.: Pepper in San Francisco

KI in der National Geographic

Die Juli-Ausgabe der Zeitschrift National Geographic bringt den ersten Teil einer dreiteiligen Serie zur Künstlichen Intelligenz. Auf 14 Seiten widmet man sich der Arbeit von Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker lebt und arbeitet in der Schweiz. Er stand dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort. Zudem gibt es eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundet den Beitrag ab. Die Fotos stammen von Elias Hassos, der u.a. Hans Magnus Enzensberger und Martin Walser porträtiert hat. “Wir können in der Hängematte liegen” – so lautet die Überschrift des Beitrags. Oliver Bendel ist der Meinung, dass uns Roboter unterstützen und entlasten können. Dass Menschen die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, das ihnen womöglich nicht einmal sympathisch ist, hält er für eine Ideologie, die man hinterfragen kann. Vielleicht reichen vier Stunden am Tag für den Lebensunterhalt, wenn ein Grundeinkommen dazukommt. Denn die Gewinne werden weiter erzielt, mit Hilfe von Robotik und Künstlicher Intelligenz auch ohne die Arbeiter und Angestellten. Sie müssen nur gerecht verteilt werden. Weitere Informationen über www.nationalgeographic.de.

Abb.: KI wird uns Arbeit abnehmen

Co-Robots und Co.

Kooperation ist Zusammenarbeit, insbesondere auf wissenschaftlichem, politischem oder wirtschaftlichem Gebiet. Typisch ist ein hoher Grad an Arbeitsteilung bei gleichzeitigem Vorliegen eines gemeinsamen Ziels. Bei Kollaboration ist ein hoher Grad an unmittelbarer Zusammenarbeit gegeben. Die Tätigkeiten greifen ineinander und bauen aufeinander auf. Mit Blick auf die Industrie spricht man von Kooperations- oder Kollaborationsrobotern, abkürzend und verallgemeinernd von Co-Robots und Cobots. Die Bedeutungsunterschiede nimmt man mal mehr, mal weniger ernst. In der Regel sind Kooperation und Kollaboration mit Menschen gemeint. Auch unter Maschinen können sie stattfinden, aber dort sind sie auf einem gewissen Niveau üblich und verbreitet, während die enge Zusammenarbeit zwischen Industrierobotern und Mitarbeitern neuartig und gewinnbringend für beide Seiten ist. In seinem Artikel “Co-Robots und Co. – Entwicklungen und Trends bei Industrierobotern” in der Netzwoche 9/2017 geht Oliver Bendel auf den Einsatz von Kooperations- und Kollaborationsrobotern ein, nennt konkrete Produkte und skizziert Chancen und Risiken.

Abb.: Ein Roboterarm

Roboter in der Küche

Zu Robotern in der Küche hat Evelyn Steinbach ein Interview mit Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) geführt. Eine Frage war, welchen Einfluss Roboter in der Küche auf unser Verhalten haben werden. Die Antwort: “In der Küche werden sich neben spezialisierten Automaten vor allem generalistische Roboter finden, die den Kooperations- und Kollaborationsrobotern in der Produktion ähneln. Sie nehmen uns anstrengende oder ungeliebte Tätigkeiten ab. Sie können ein Gericht alleine oder mit uns zusammen zubereiten. Sie verändern unser Verhalten, wenn wir mit ihnen zusammenarbeiten. Wir stellen uns auf sie ein, passen uns an sie an. Umgekehrt passiert das ebenso, und wir können die Roboter so trainieren, dass sie etwas wie wir zubereiten, mit den gleichen Stoffen und Kniffen. Am Ende werden wir den Maschinen ähnlicher und die Maschinen uns.” Aus dem Interview ist im Mai 2017 ein Artikel mit dem Titel “Gesünder essen mit dem Robo-Koch?” entstanden, mit dem einen oder anderen Statement von Oliver Bendel und Stefan Hilgers (Leiter Internationales Produktmanagement Thermomix bei Vorwerk).

Abb.: Maschinen werden in der Küche schon lange eingesetzt