Schlagworte: Robotik

KI in der National Geographic

Die Juli-Ausgabe der Zeitschrift National Geographic bringt den ersten Teil einer dreiteiligen Serie zur Künstlichen Intelligenz. Auf 14 Seiten widmet man sich der Arbeit von Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker lebt und arbeitet in der Schweiz. Er stand dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort. Zudem gibt es eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundet den Beitrag ab. Die Fotos stammen von Elias Hassos, der u.a. Hans Magnus Enzensberger und Martin Walser porträtiert hat. “Wir können in der Hängematte liegen” – so lautet die Überschrift des Beitrags. Oliver Bendel ist der Meinung, dass uns Roboter unterstützen und entlasten können. Dass Menschen die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, das ihnen womöglich nicht einmal sympathisch ist, hält er für eine Ideologie, die man hinterfragen kann. Vielleicht reichen vier Stunden am Tag für den Lebensunterhalt, wenn ein Grundeinkommen dazukommt. Denn die Gewinne werden weiter erzielt, mit Hilfe von Robotik und Künstlicher Intelligenz auch ohne die Arbeiter und Angestellten. Sie müssen nur gerecht verteilt werden. Weitere Informationen über www.nationalgeographic.de.

Abb.: KI wird uns Arbeit abnehmen

Wann werden die Roboter übernehmen?

“Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi ist das führende Elternmagazin der Schweiz. Es wird seit 2001 von der gemeinnützigen Stiftung Elternsein herausgegeben. Das Magazin hat eine beglaubigte Auflage von knapp 102.000 Exemplaren und erscheint zehn Mal im Jahr. 2014 wurde Fritz+Fränzi zum besten Fachmagazin des Jahres gewählt.” Mit diesen Worten stellt sich das Magazin auf seiner Website vor. In der Mai-Ausgabe des Jahres 2017  finden sich Beiträge zu Robotern im Arbeitsleben (“Wann übernehmen die Roboter?”) mit Aussagen des Informations- und Maschinenethikers Oliver Bendel sowie ein zweiseitiges Interview mit ihm (“Langfristige Verträge und feste Arbeitsplätze werden verschwinden”). Oliver Bendel ist der Meinung, dass im Zuge der Automatisierung und Robotisierung der Bedarf an menschlicher Arbeit stark abnehmen wird. Es kommt darauf an, die Gewinne, die nach wie vor erzielt werden, gerecht zu verteilen, und ein neues Verhältnis zur Arbeit zu entwickeln. Man muss nicht die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, mit der man in keiner Beziehung ist, zugunsten eines Produkts oder einer Dienstleistung, zu der man kein Verhältnis hat. Es genügt, die Hälfte der Zeit zu arbeiten, wenn man eine Grundsicherung ohne Bedingung erhält. Wichtig ist es, sich in Aus- und Weiterbildung breit aufzustellen. Das Interview kann auf den Seiten 18 bis 20 nachgelesen werden.

Abb.: Im Schwimmbad haben die Roboter bereits übernommen

Initiative zu Robotik und Digitalisierung

Der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie von Österreich startet eine Initiative zu Robotik und Digitalisierung. Zur grundsätzlichen Förderung heißt es in einer Information von 2016: “Das Infrastrukturministerium (bmvit) investiert jährlich rund 500 Millionen Euro in die Förderung der angewandten Forschung in Österreich. 185 Millionen Euro stehen für F&E im Bereich von Industrie 4.0 zur Verfügung. Davon fließen rund 100 Millionen Euro in die Material- und Produktionsforschung in der Sachgüterindustrie.” (Information bmvit) Die Schwerpunkte liegen dabei auf Entwicklungen in der Robotik, von intelligenten Materialien und Rohstoffen sowie von innovativen Sensorik-Systemen. “Weitere 85 Millionen Euro werden für Innovationen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) aufgewendet.” Der Fokus ist gerichtet “auf Weiterentwicklungen intelligenter Systeme für automatisiertes Fahren, Machine Learning, Sicherheit und Interoperabilität …” (Information bmvit). Zur Vorbereitung der genannten neuen Initiative werden am 23. und 24. Mai 2017 in Wien “High Level Sounding Boards” durchgeführt. In kleiner Runde werden – so ein Schreiben aus dem Ministerium – inhaltliche Abgrenzungen, spezifische Herausforderungen und notwendige Politikmaßnahmen zu Robotik und Digitalisierung diskutiert. Eingeladen sind auch Experten aus dem Ausland, etwa Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW.

Abb.: Auch um automatisiertes Fahren könnte es in der Initiative gehen

Robotik und Design

“Android oder Maschine?” Das fragt die Mai-Ausgabe der Zeitschrift designreport (seit 13. April 2017 erhältlich). In der Ankündigung wird deutlich, worum es geht: “Kaum ein Technologiebereich entwickelt sich derzeit so dynamisch wie die Robotik. Unterstützt von den Fortschritten der Künstlichen Intelligenz steigern sich die Autonomie und damit auch die Anwendungsszenarien automatischer Systeme. Längst geht es nicht mehr nur um Industrieroboter, sondern um persönliche Alltagsassistenten, um Roboter für Medizin, Logistik, Sicherheit oder Mobilität. Die Artenvielfalt der Automaten wächst dynamisch – und damit eine ganz neue Aufgabe für das Design. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob und wie humanoid die neuen Roboter sein dürfen. Es geht vielmehr um die Gestaltung eines neuen technologischen Abschnittes und um die Art, wie wir künftig leben sowie arbeiten wollen. Das Design hat wesentlichen Einfluss auf die Nutzungsszenarien, aber auch auf die Akzeptanz der Maschinen.” (Website designreport) Die Redakteure stellen die neuesten Entwicklungen vor und berichten über einen Besuch der Ausstellung “Hello Robot” in Weil am Rhein. Enthalten sind auch Interviews, mit einem KUKA-Entwickler zu Industrierobotern und mit Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) zur Maschinenethik. Weitere Informationen über www.designreport.de.

Abb.: Auch Mähroboter brauchen ein gutes Design

Die Serviceroboter sind auf dem Vormarsch

So wie die Industrieroboter immer mehr ihre Gefängnisse und Behausungen verlassen, so wie sie immer mobiler und universeller geraten, und so wie sie immer mehr an den Menschen heranrücken, so befreien sich die Serviceroboter mehr und mehr von inneren und äußeren Zwängen und mischen sich unter uns. Man kann Haushalts- und Gartenroboter, Sicherheits- und Überwachungsroboter, Transport- und Lieferroboter, Informations- und Navigationsroboter, Unterhaltungs- und Spielzeugroboter sowie Pflege- und Therapieroboter unterscheiden. Daneben gibt es beispielsweise Weltraumroboter wie Curiosity und Dextre, Spezialroboter für gefährliche Gebiete und Aufgaben sowie Kampfroboter, wenn man diese zu den Servicerobotern zählen will. Manche der Typen sind als Prototypen unterwegs, andere im ständigen und standardisierten Einsatz. In seinem Artikel “Achtung, sie kommen!”, veröffentlicht in der UnternehmerZeitung 4/2017, skizziert Oliver Bendel Zwecke und Funktionen von Servicerobotern und nennt beispielhaft Produkte. Auch ethische Fragen werden angesprochen. Der Artikel kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Pepper als Inforoboter in San Francisco

Ein Roboter kostet 4.45 Franken pro Stunde

“Ein Roboter kostet Fr 4.45 pro Stunde – und Sie?” – so der Titel eines Artikels in 20 Minuten vom 3. Februar 2017. Im Teaser heißt es: “Roboter werden immer billiger, die Verbreitung nimmt zu. Das dürfte auf Kosten von Arbeitsplätzen gehen. Das sei nicht zwingend nur schlecht, sagt ein Experte.” Oliver Bendel sieht die Robotisierung, Automatisierung und Autonomisierung in Fabriken grundsätzlich positiv. Kooperations- und Kollaborationsroboter arbeiten dort eng mit Menschen zusammen und nehmen ihnen anstrengende, verschleißende Tätigkeiten ab. Immer mehr Roboter werden universell einsetzbar, können beobachten und nachahmen und so neue Tätigkeiten erlernen. Es ist wichtig, dass sie mit ganz unterschiedlichen Werkzeugen ausgestattet sind, die zudem ausgewechselt werden können. Ohne Zweifel werden Hardwareroboter wie Industrie- und Serviceroboter sowie Softwareroboter auf Dauer einen erheblichen Teil der menschlichen Arbeit übernehmen können – dies zeigte im letzten Jahr auch eine WEF-Studie. Und weil sie zudem immer billiger werden, werden sie die erste Wahl der Unternehmen sein. Diese müssen die Gewinne, auch das betont Oliver Bendel, gerecht verteilen, und zwar nicht nur an die verbliebenen Mitarbeiter. Der Beitrag mit den Statements von Oliver Bendel und mit einem Interview mit ihm findet sich über www.20min.ch/finance/news/story/Ein-Roboter-kostet-Fr-4-45–pro-Stunde—und-Sie–19775617.

Abb.: Beim WEF in Davos

 

Einblicke in aktuelle Praxisfelder der Ethik

Im Rahmen der Ringvorlesung “Angewandte Ethik – Transdisziplinäre Einblicke in aktuelle Praxisfelder der Ethik” fanden seit 11. Oktober 2016 an der Hochschule Konstanz bereits einige Vorträge statt. Prof. Dr. Regine Kather (Philosophisches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) berichtete am 22. November 2016 “Von der Würde des Menschen und der Würde der Kreatur” und entwickelte “Grundprinzipien einer integrativen Bioethik”, PD Dr. Claudia Pawlenka (Philosophisches Institut, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) ging am 20. Dezember auf “Ethische Fragen im Sport” ein und konkret auf “Perfektionierung und Kommodifizierung des Menschen”. Der Vortrag von PD Dr. Joachim Boldt (Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) trug den Titel “Künstliches Leben – Perspektiven der synthetischen Biologie” (10. Januar 2017). Prof. Dr. Oliver Bendel (Institut für Wirtschaftsinformatik, Hochschule für Wirtschaft FHNW) spricht am 17. Januar über “Die Moral in der Maschine – Maschinenethik”. Zudem geht er kurz auf die Informationsethik und die Roboterethik ein und auf die Vorschläge des Europäischen Parlaments und des IEEE zur Regelung von Robotik und KI. Weitere Informationen über www.htwg-konstanz.de.

Abb.: Von künstlichem Leben und natürlicher Technik

Daimler und Benz Stiftung zu Pflegerobotik

Gegen 15 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treffen am 12. und 13. September 2017 in der Villa der gemeinnützigen Daimler und Benz Stiftung in Ladenburg zusammen, tragen vor und diskutieren zu Pflegerobotern. Die Stiftung engagiert sich immer wieder in Bezug auf Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) und mit Blick auf moralische und soziale Themen, wie 2015 mit einer Tagung zur Roboterethik. Der Workshop ermöglicht technische, wirtschaftliche, medizinische und ethische Reflexionen über Pflegeroboter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen im Rahmen der Ladenburger Diskurse kontrovers und konstruktiv diskutieren und zu neuen Erkenntnissen gelangen. Die wissenschaftliche Leitung obliegt Prof. Dr. Oliver Bendel. Er lud im Namen der Stiftung Wirtschaftswissenschaftler, Robotiker, Informatiker, Mediziner und Moralphilosophen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und UK ein. Bisher liegen elf Zusagen vor. Die Ergebnisse des Workshops werden in einem Herausgeberband zusammengefasst. Sie richten sich an ein breites Publikum. Letztlich müssen die Krankenhäuser, die Pflegeheime und die Patientinnen und Patienten bzw. Seniorinnen und Senioren entscheiden, wie die Pflege der Zukunft aussehen soll.

Abb.: Bei der Hochzeit denkt man noch nicht an die Pflege

Gibt es Algorithmen für Empathie?

Am 28. Oktober 2016 fand im Paul-Löbe-Haus in Berlin der 3. Netzpolitische Kongress unter dem Motto “Für eine Ethik der digitalen Gesellschaft” statt. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion der Bundestagsfraktion der Grünen, Dieter Janecek, schreibt auf seiner Website: “Gemeinsam mit Olivia Klose (Software Development Engineer bei Microsoft) und Prof. Dr. Oliver Bendel (Wirtschaftsinformatiker, Wissenschaftler und Autor) haben wir uns mit ‘Deep Learning’ auseinandergesetzt: Was unterscheidet Mensch und Maschine und gibt es Algorithmen für Empathie?” Und weiter: “Eines der zentralen Ziele des Workshops war, die Unterschiede zwischen rein regelbasierten und selbstlernenden Systemen sowohl technisch als auch mit Blick auf die später zu beantwortenden Fragen der Maschinenethik deutlich zu machen. Rein regelbasierten Systemen lassen sich Verhaltensweisen, die man moralisch nennen kann, anhand von annotierten Entscheidungsbäumen beibringen, die Prof. Oliver Bendel maßgeblich entwickelt hat.” (Website Janecek) Angespielt wird damit auf den Beitrag “Annotated Decision Trees for Simple Moral Machines”, erschienen 2016 im Proceedingsband der AAAI Spring Symposium Series. “Aus ethischer Perspektive stellt sich aber nicht nur die Frage, nach welchen Prinzipien diese Maschinen handeln sollen, sondern auch, welche Maschinen wir durch entsprechende Programmierung überhaupt zu moralischen Maschinen machen wollen, wann moralische Vorgaben vielleicht unverhältnismäßige Einschränkungen in der Funktionsweise einer Maschine darstellen, ob wirklich alle denkbaren Szenarien auch immer vorhersehbar sind, und welche Art von Aufgaben wir überhaupt auf Maschinen übertragen möchten.” (Website Janecek) Der ganze Beitrag ist über http://www.dieterjanecek.de/de/article/287.nk16-f%C3%BCr-eine-ethik-der-digitalen-gesellschaft.html abrufbar.

Abb.: Das Paul-Löbe-Haus in Berlin

Verlieben wir uns bald in Roboter?

In 10vor10 vom 7. Oktober 2016 fragte Romana Kayser vom SRF: “Verlieben wir uns bald in Roboter?” Auf der Website der Sendung wird erklärt: “Roboter werden immer effizienter und dringen in immer mehr Bereiche unseres Lebens vor. Steuern wir auf eine Zukunft hin, in der Menschen und Roboter nebeneinander – oder gar miteinander leben? Können Menschen echte Gefühle für Roboter entwickeln? Ein Blick auf Japan, eines der roboterbegeistertsten Länder der Welt.” Zu Wort kommt Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Er hat Beiträge zu Pflege-, Therapie- und Sexrobotern veröffentlicht und interessiert sich in seiner Forschung für die Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Er ist der Ansicht, dass diese immer einseitig bleiben wird und die Maschine darauf ab und zu hinweisen sollte; zugleich sei die Ideengeschichte voll mit Beispielen der Zuwendung zu künstlichen Kreaturen, von Pygmalions Liebe zu seiner Galatea bis hin zu Calebs Gefühlen für Ava in “Ex Machina”. Insofern ist eine Beziehung vorstellbar und möglich und vielleicht Inspiration für Kulturen und Individuen. Der Beitrag mit einer Länge von fast fünf Minuten kann über www.srf.ch/play/tv/10vor10/video/verlieben-wir-uns-bald-in-roboter?id=bdd4145c-4893-4805-b63f-9b1b310de1dd aufgerufen und heruntergeladen werden.

Abb.: Oliver Bendel im Interview in 10vor10

Der Cyborg als Gewinner

“Und der Sieger ist – ein Cyborg” – so der Titel eines zweiseitigen Artikels in der SonntagsZeitung vom 2. Oktober 2016. Erklärt werden Zungensteuerung, Brain-Computer-Interface, neuronale Armprothese, kraftgesteuerte Roboterprothese, künstliche Niere sowie bionische Geweberegeneration. Erzählt wird die Geschichte der Androiden und Cyborgs von der Renaissance bis zur jüngsten Vergangenheit. Der Cybathlon steht an, ein Wettkampf für Athleten mit Behinderungen (SWISS Arena in Kloten, 8. Oktober 2016). Zu Wort kommt im Beitrag immer wieder Prof. Dr. Oliver Bendel, der einerseits Maschinenethiker ist, moralische Maschinen konzipierend und implementierend, andererseits Informationsethiker, die Auswirkungen des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologien erforschend. Er begrüßt die informationstechnische Erweiterung von Menschen, wenn dadurch deren persönliche Autonomie verbessert und ihnen ein gutes Leben ermöglicht wird. Er weist zugleich auf die Gefahren für die informationelle Autonomie hin. Durch moderne Interfaces, Implantate und Prothesen werden Daten generiert, in Bezug auf die Umwelt, die Mitmenschen und den Träger selbst, für die sich Konzerne, Versicherungen und Krankenkassen interessieren werden. Der Artikel wurde von Matthias Meili verfasst und von Bruno Muff illustriert. Er ist im Gesellschaftsbund auf den Seiten 56 und 57 zu finden. Mit freundlicher Genehmigung der Zeitung und des Redakteurs kann er hier heruntergeladen werden.

Abb.: Detail aus der Illustration

Acht Technologien für die Zukunft

Die Zeitung 20 Minuten hat Oliver Bendel zu Fragen der Digitalisierung und der Robotik interviewt. Eine Frage lautete, worin der Unterschied zwischen Robotern und Künstlicher Intelligenz bestehe. Die Antwort darauf lautete: “Ein Hardwareroboter ist nichts anderes als ein Bewegungsautomat. Im Falle der Softwareroboter kann man auch von Tätigkeitsautomat sprechen. Bisher war der Hardwareroboter in der Regel ‘dumm’ und für einfache Aufgaben zuständig. Mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz (der Begriff bezeichnet die Disziplin und ihren Gegenstand) kann der Bewegungsautomat vielfältige Aufgaben wahrnehmen. Das setzt allerdings voraus, dass er auch in seiner Hardware vielfältig wird, z.B. Werkzeuge besitzt, mit denen er greifen, schieben, werfen etc. kann. Manchmal führt das dazu, dass er humanoid wird, also menschenähnlich. Künstliche Intelligenz kann mit Lernfähigkeit verbunden sein. Der Roboter beobachtet einen Arbeiter und ahmt ihn nach. Oder er beobachtet eine Situation im Straßenverkehr und erstellt auf der Grundlage seiner Analysen und Schlussfolgerungen eigene Regeln. In geschlossenen oder halboffenen Welten (Computer, Haushalt, Fabrik) ist das oft nützlich, in offenen Welten (Straßenverkehr) manchmal gefährlich.” Auf der Basis dieser Ausführungen und der Antworten weiterer Experten ist der Beitrag “Acht Technologien, die unsere Zukunft verändern” entstanden, der am 12. September 2016 erschienen ist und über www.20min.ch/finance/news/story/Acht-Technologien–die-unsere-Zukunft-veraendern-30887235 aufgerufen werden kann.

Abb.: Eine Treppe in der Gegenwart

Sicherheit in unsicheren Zeiten

Eine Ringvorlesung an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW beschäftigt sich mit der “Sicherheit in unsicheren Zeiten” (Titel) und dem “Handeln zwischen Angst und Freiheit” (Untertitel). In der Informationsbroschüre heißt es: “Flüchtlingsströme, Terrorismus, digitale Revolution, Arbeitsplätze und Neue Medien: Unser Alltag scheint unsicher zu sein. Wie reagieren? Mit Aufrüstung und Mauern oder mit dezentralen Netzwerken und Kooperationen?” (Broschüre FHNW) Mit dem Satz “Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.” wird Benjamin Franklin zitiert, der davor warne, Sicherheit als obersten Wert absolut zu setzen. Absolute Sicherheit gebe es nicht. Wir müssen nach Ansicht der Veranstalter lernen, mit Risiken zu leben, aber auch unsere ökonomischen, finanziellen und gesellschaftlichen Systeme wiederstandsfähiger und anpassungsfähiger zu machen. “Und dabei Freiheit und Selbstbestimmung nicht zu gefährden.” (Broschüre FHNW) Die Veranstaltungen sind jeweils am Mittwoch von 18:00 bis 19:30 Uhr im berühmten Hallerbau (Technische Hochschule, Klosterzelgstrasse 2, 5210 Windisch). Den Auftakt macht am 21. September 2016 der Vortrag von Prof. Dr. Oliver Bendel zu den “Chancen und Risiken von Industrie- und Servicerobotern”. Das Programm kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Oliver Bendel vor dem Hallerbau (Foto: Kai R. Joachim)

Robotersteuer im Wirtschaftslexikon

“Die Robotersteuer ist eine Ausprägung der Maschinensteuer, die man wiederum als Wertschöpfungsabgabe begreifen kann. Die Idee ist, den Betrieb respektive die Arbeit von Robotern (allenfalls von Agenten) in der Produktion und in anderen Bereichen zu besteuern und die Gelder entweder dem System der Sozialversicherung oder bspw. dem Bildungswesen zuzuführen. Auch eine Kopplung an das bedingungslose Grundeinkommen wird vorgeschlagen. Zugleich ist die Frage, ob im Gegenzug die Arbeit von Menschen steuerlich entlastet werden soll.” So beginnt ein neuer Beitrag im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler. Auch Informations- und Technikethik sowie Wirtschaftsethik werden angesprochen: “Die Wirtschaftsethik ist gefragt bei der Beurteilung der Chancen und Risiken für Betriebe, Mitarbeitende und Arbeitslose. Auch Technik- und Informationsethik können einbezogen werden, da es um das Verhältnis von Technik und Mensch und die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien und Formen von Robotik und Künstlicher Intelligenz geht.” Der Beitrag von Oliver Bendel ist am 1. August 2016 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/robotersteuer.html abgerufen werden.

Abb.: Auf diesen Roboter wird keine Steuer erhoben

Ich bin kein Roboter

Ein Artikel zum Einsatz von Robotern und zur Robotersteuer findet sich in der ZEIT vom 21. Juli 2016. Er beginnt mit diesen Worten: “Burckhardt, Mitte 20, ein großer schmaler Mann mit schwarz gefärbten langen Haaren und Piercings, steht an einem Freitagmittag vor dem Haupteingang der Leipziger Messe und verteilt weiß-rote Handzettel.” (DIE ZEIT, 21. Juli 2016) Der Picker von Amazon sagt: “Wir lassen uns von den Maschinen nicht verdrängen! Wenn immer mehr Roboter eingesetzt werden, sind wir bald alle arbeitslos.” (DIE ZEIT, 21. Juli 2016) Auf seinen Flugblättern steht, so die ZEIT: “Ich bin kein Roboter!” Die Sprache kommt auch auf die Idee der Robotersteuer. Schon seit den 70er-Jahren wird die Maschinensteuer diskutiert, und die Maschinen, die im Moment am meisten Angst verursachen und Abwehr hervorrufen, sind die Roboter. Der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel, der ebenfalls zu Wort kommt, sieht die Chancen und Risiken einer Robotersteuer. Einerseits kann sie, zum Beispiel gekoppelt an das klassische Sozialsystem oder das bedingungslose Grundeinkommen, zu einer gerechten Verteilung von Gewinnen beitragen. Andererseits kann sie den technologischen Fortschritt hemmen, der nach einer Übergangszeit auch zur menschlichen Entwicklung beitragen mag, zur Befreiung von der Bürde der Arbeit. Ein Grundproblem ist nach seiner Ansicht, welche Arbeit welcher Roboter besteuert werden soll. Der Artikel mit dem Titel “Ab zum Finanzamt, Kollege!” füllt Seite 23 im Wirtschaftsteil der deutschen Wochenzeitung.

Abb.: Die Arbeit dieses Mähroboters muss wohl nicht besteuert werden

Eine menschliche Moral ist sehr viel besser

Die Journalistin Heike Henzmann hat im Rahmen der Serie “Walk and Talk” für die Zeitschrift aktuelle technik (at) ein langes Gespräch mit dem Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker Oliver Bendel geführt. Der erste Teil des Interviews ist im Juni 2016 erschienen und in diesem Blog besprochen worden. Der zweite Teil mit dem Titel “Aufhalten lassen wir uns nicht.” liegt seit dem 14. Juli vor und kann hier heruntergeladen werden. In dem Gespräch ging es, wie bereits ausgeführt, um Maschinenethik, Informationsethik und Technologiefolgenabschätzung sowie um Moral und Ethik im Allgemeinen. Zur Maschinenethik führt Oliver Bendel aus: “Die Maschinenethik begreife ich als Gestaltungsdisziplin, die Informationsethik als Reflexionsdisziplin. Die Maschinenethik ist die Disziplin, die die Moral der Maschine zum Thema hat. Die Moral des Menschen wird anders als in der Menschenethik nur nebenbei betrachtet, als Mittel zum Zweck. Eine menschliche Moral ist sehr viel besser als eine maschinelle Moral. Der maschinellen Moral fehlt einiges. Die Maschine kann aber mindestens eine so gute Moral haben wie der menschliche Fundamentalist.” (at, 7/2016) Diese These wird im Folgenden näher beleuchtet und begründet. Neben dem Text finden sich in beiden Beiträgen viele Fotos, aufgenommen bei miesestem Regenwetter und bester Diskutierlaune.

Abb.: Gestikulieren beim Diskutieren über den Dächern von Zürich

Autonomisierung und Cyborgisierung

Automatisierte Maschinen und (teil-)autonome Systeme verbreiten sich immer mehr. Zugleich verschmelzen Menschen und Maschinen, Menschen vermessen sich bei Aktivitäten (Quantified Self), zeichnen ihr Leben auf (Lifelogging), ergänzen und verbessern Körper und Geist und werden zu Cyborgs. Das Europäische Parlament in Brüssel widmet sich diesen Entwicklungen am 8. September 2016 von 9.30 bis 13.00 Uhr. Titel der Veranstaltung, zu der Jan Philipp Albrecht einlädt, ist “Merging of man and machines: questions of ethics in dealing with emerging”. Der Newsletter DIGITAL AGENDA wartet mit folgenden Informationen auf: “The Working Group Green Robotics would like to invite you to a public hearing on ‘Merging of man and machines: questions of ethics in dealing with emerging technology’. With this and further discussions we would like to develop a position on how society should respond to questions like How will our lives and our society change with the increasing fusion with modern technology? What role have politics and law in this context? Is there a need for regulation and if so, how? How can human rights be addressed?” Im Track “Ethics & Society: Examples of how our lives, values and society will change” sprechen drei Expertinnen und Experten zu den genannten Themen, nämlich Yvonne Hofstetter (Direktorin der Teramark Technologies GmbH), Prof. Dr. Oliver Bendel (Professor an der Hochschule für Wirtschaft FHNW) und Constanze Kurz (Sprecherin des CCC). Der Track “Politics & Law: Examples of how we do/can debate and regulate this field” wird bestritten von Juho Heikkilä (Bereichsleiter bei DG Connect) und Dr. Hielke Hijmans (Special Advisor at the Offices of the European Data Protection Supervisor). Zwei weitere Vortragende sind Enno Park (Vorsitzender von Cyborgs e.V.) und Dana Lewis (Unternehmensgründerin). Weitere Informationen über www.janalbrecht.eu/termine/merging-of-man-and-machines-questions-of-ethics-in-dealing-with-emerging-technology.html.

Abb.: Organische und technische Strukturen finden zueinander

Übernahme von KUKA

Vom Deutschen Bundestag, genauer gesagt vom Ausschuss Digitale Agenda, wurde Oliver Bendel im Vorfeld der Anhörung vom 22. Juni 2016 als Sachverständiger zu seiner Meinung zur Rolle von Deutschland bei der Entwicklung von Robotern befragt. Er hat dazu u.a. ausgeführt: “In Deutschland sind wichtige Robotikunternehmen angesiedelt, wie Krones und KUKA, weiterhin solche Unternehmen, die integrierende Elemente anbieten, sowie solche, die erfolgreich traditionelle Produkte in Roboter verwandeln, etwa Staubsauger oder Automobile. Zudem hat es wichtige Forschungseinrichtungen, die die Disziplin der Künstlichen Intelligenz vertreten.” Mit Blick auf KUKA und bestimmte Start-ups führte er aus: “Es ist wichtig, dass Know-how im Land bzw. in Europa bleibt und führende Robotikunternehmen nicht verkauft werden. Die Forschung zur Robotik, auch zur sozialen Robotik, ist auszubauen. Robotik muss zudem noch interdisziplinärer werden. Psychologie, Philosophie und andere Disziplinen, die beitragen können, sind an den Hochschulen zu stärken und in den Curricula zu erweitern. In Europa kann, vor dem Hintergrund der Aufklärung, des Humanismus und einer einflussreichen Tradition der philosophischen Reflexion, ein eigener Zugang zur Robotik geschaffen werden, der nicht technikzentriert, sondern menschen- und tierbezogen ist.” In den Medien wird in diesen Tagen über eine Übernahme von KUKA durch den chinesischen Konzern Midea berichtet. Die Anhörung kann über www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw25-pa-digitale-agenda/427996 aufgerufen werden.

Auswirkungen der Robotik

Der Ausschuss Digitale Agenda des Deutschen Bundestages führt am 22. Juni 2016 von 16.00 bis 18.00 Uhr ein öffentliches Fachgespräch zum Themenkomplex “Auswirkungen der Robotik auf Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft” durch. Prof. Dr. Oliver Bendel wurde als Sachverständiger benannt. Der Fokus soll laut den Verantwortlichen nicht allein auf Robotik und Arbeitswelt liegen, sondern es sollen überhaupt die Digitalisierung der Gesellschaft und die damit einhergehenden Probleme und Herausforderungen behandelt werden. Dazu zählen etwa die Ag­gre­ga­ti­on und Verknüpfung von Daten und neue Entwicklungen wie das autonome Fahren. Mit dem Ausschuss “Digitale Agenda” hat der Deutsche Bundestag laut Website “zum ersten Mal ein ständiges parlamentarisches Gremium, das sich den aktuellen netzpolitischen Themen widmet” (Website Ausschuss Digitale Agenda). Es “sollen die verschiedenen Aspekte der Digitalisierung und Vernetzung fachübergreifend diskutiert und entscheidende Weichen für den digitalen Wandel gestellt werden” (Website Ausschuss Digitale Agenda). Netzpolitik sei für den Ausschuss kein “Nischenthema”. Das Gremium sehe sich vielmehr als wichtiger Impulsgeber für die parlamentarische Arbeit. Weitere Informationen über www.bundestag.de/ada.

Abb.: In der Kuppel des Reichstags

Ich bin nur eine Maschine

“Forscher arbeiten unter Hochdruck an sozialen Robotern. Sie sollen echte Gefährten werden, sogar eigene Persönlichkeit entwickeln. So schwindet die Differenz zwischen Mensch und Maschine. Das wirft ethische Fragen auf.” (RP, 10. März 2016) Mit diesen Worten beginnt der Artikel “Soziale Roboter auf dem Vormarsch” von Dorothee Krings, erschienen am 10. März 2016 in der Rheinischen Post. Eingegangen wird auf zwei neue Projekte in diesem Bereich: An der Uni Bielefeld wird “an einem Maschinen-Lehrer gebaut, der Einwandererkindern beim Deutschlernen helfen soll” (RP, 10. März 2016). “Nao ist nur 60 Zentimeter groß, ein niedliches Spielzeug, aber er kann sehen, hören und bald auch die Stimmungslage seines Gegenübers einschätzen – und auf Unlust reagieren.” (RP, 10. März 2016) In Freiburg “wird an Fritz getüftelt, einem Gestell mit Comicgesicht, das Blickkontakt aufnehmen und die Mundwinkel sinken lassen kann, wenn man sich von ihm abwendet”. Er soll “durchs Museum führen und merken, wenn seine Zuhörer sich langweilen” (RP, 10. März 2016). “In 20 Jahren wird man Roboter haben, die wirklich unter uns leben, mit denen wir reden, die wir lieben”, wird Oliver Bendel zitiert, “einer der führenden Maschinenethiker, der in der Schweiz lehrt” (RP, 10. März 2016). Dabei sieht er neben den Chancen die Risiken und macht Vorschläge, wie das Zusammenleben gelingen kann. Er spricht von einem V-Effekt für Roboter, “frei nach dem Theater von Brecht”; “der Roboter hält inne und betont, dass er nur eine Maschine ist” (RP, 10. März 2016). Der Artikel kann über www.rp-online.de/politik/soziale-roboter-auf-dem-vormarsch-aid-1.5824498 abgerufen werden.

Abb.: Ich bin nicht echt!