Schlagworte: Schweiz

If you’re going to San Francisco, be sure …

Am 7. April 2017 besuchte die Delegation aus Studierenden und Dozierenden der FHNW im Rahmen von connectUS die Firmen und Einrichtungen DocuSign, swissnex und Microsoft in San Francisco. Sie bekam Informationen zu den Produkten und Dienstleistungen und zuweilen auch Insiderwissen vermittelt. DocuSign ermöglicht es Menschen weltweit, “Dokumente, Genehmigungen oder Vereinbarungen elektronisch zu unterzeichnen – mit jedem Gerät, in jeder Zeitzone” (Website DocuSign). Zu swissnex heißt es: “Together with science and technology counsellors based in Swiss embassies around the world, swissnex takes an active role in strengthening Switzerland’s leadership as a world-class location.” (Website swissnex) Jenseits der Vorträge gab es etliche interessante Erlebnisse. Ein selbstständig fahrendes Uber-Auto kreuzte den Weg der Delegation, mitten in Downtown, und die eigenen Emotionen wurden über eine fest installierte Anwendung mit einer Emotionserkennungssoftware identifiziert und klassifiziert, die auch bei interaktiven Werbeflächen eingesetzt werden kann. Unverkennbar ist überall der tiefe Graben, der durch die amerikanische Gesellschaft geht. Man lässt die Leute im öffentlichen Raum sterben, und Wirtschaft und Politik scheinen kein Interesse zu haben, die Ärmsten der Armen aufzufangen. Es mag das eine oder andere Angebot geben – aber viele Menschen haben schwerwiegende psychische Probleme oder nicht mehr die Kraft, sich in eine Ecke zu schleppen, sodass sie mitten auf dem Weg liegen.

Abb.: Die Maschine erkennt Emotionen

Bedingungsloses Grundeinkommen

Im Wirtschaftslexikon von Gabler ist am 1. März 2016 ein neuer Begriff aufgenommen worden, nämlich der des bedingungslosen Grundeinkommens. “Nach der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens erhalten erwachsene oder auch minderjährige Mitglieder einer politischen, funktionalen oder ideellen Gemeinschaft einen festgelegten finanziellen Betrag, ohne Pflicht zur Rückzahlung und ohne direkte Gegenleistung. Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Kindergeld fallen i.d.R. weg. Eine alternative Idee ist das bedingungslose Grundeigentum, nach der jeder Mensch ein Grundstück oder ein Gebäude übereignet bekommt.” Der Autor, Oliver Bendel, stellt einen Zusammenhang mit der Industrie 4.0 her. “Gerade in Zeiten zunehmender Automatisierung und Autonomisierung als Effekte der Digitalisierung, wie sie in der Industrie 4.0 entstehen, sind radikale bzw. innovative Ansätze gefragt.” Am Ende diskutiert er Vorteile und Nachteile des Konzepts und sieht Wirtschafts- und Politikethik in der Pflicht. Auch die Informationsethik könnte zur Erhellung beitragen. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/bedingungsloses-grundeinkommen.html abgerufen werden.

Abb.: Zehntausend davon könnten das Grundeinkommen in der Schweiz sein

Smart Cars

“Die Schweiz kann wieder eine bedeutende Rolle im Automobilbau und in der Zulieferindustrie spielen. Es braucht nur die richtigen Weichenstellungen. Die Bahn wird nicht aufs Abstellgleis geraten, sondern kann sogar Synergien schaffen.” Um diese scheinbar gewagte These zu begründen, holt Oliver Bendel in seinem Artikel “Made in Switzerland: Smart Cars” ein bisschen aus. Er erzählt die Geschichte des Automobils in der Eidgenossenschaft, erklärt im Detail, was autonome Autos sind, und kommt dann zur Sache. “Was spricht dafür, dass die Schweiz in diesem boomenden Markt der Car IT, der Assistenzsysteme und der autonomen Autos eine Chance hat? Dass sie mitspielt, sozusagen mitfährt, im Mittelfeld oder an der Spitze?” Mehrere Argumente werden genannt, und am Ende wird klar, dass es wirklich sein könnte, wenn man nur wollte, wenn Einrichtungen und Personen einmal über den Tellerrand hinausschauen würden, wenn sie einmal visionär wären, dann … Der Beitrag ist im Mai 2015 in der UnternehmerZeitung erschienen und kann über die Website des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Hochschule für Wirtschaft FHNW heruntergeladen werden.

Abb.: Das waren noch Zeiten!

Kampf gegen Littering

Im Studiengang Energie- und Umwelttechnik der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW ist im Februar 2015 das Projekt CLEANINGFISH gestartet. Littering ist in der Schweiz ein Problem. Die Gewässer sind hochgradig belastet. Vordergründig wirken sie sauber, und im Vergleich zu den 60er- und 70er-Jahren wurden in Bezug auf bestimmte Schadstoffe erhebliche Fortschritte erzielt. Allerdings hat zum Beispiel der Anteil von Kunststoffen stark zugenommen. Fische, Wasservögel und andere Lebewesen nehmen die Partikel auf und scheiden sie verändert aus. Auch der Mensch hat immer öfter Petflaschen auf seinem Speiseplan, durchaus unfreiwillig und mit nicht absehbaren gesundheitlichen Folgen. Ein Ansatz könnten Schwärme von Robotern sein, die rund um die Uhr Flüsse und Seen durchstreifen, die Plastikteilchen schlucken und an Stationen deponieren. Sie könnten auch Gegenstände am Grund des Bodens, wohin man mit üblichen Verfahren meist nicht vorzudringen vermag, einsammeln und abschleppen. Der CLEANINGFISH, eine Designstudie von Oliver Bendel (s. Rubrik Studien auf www.maschinenethik.net), ist der Ausgangspunkt dieser Überlegungen. Er ist handgroß, stark und schnell, und er könnte größere und kleinere Geschwister für spezielle Aufgaben haben. Ein Student der Hochschule für Technik erstellt eine Machbarkeitsstudie, die Grundlage für weitere Aktivitäten sein kann. Beantwortet werden auch Fragen der Maschinenethik sowie der Informations- und Technikethik.

Abb.: Ein Robofish (Quelle: commons.wikimedia.org; Autor: Kuba Bożanowski, Warschau)

Wir sind die Roboter

Das Theater Tuchlaube Aarau “setzt sich aus Anlass seines dreifachen Jubiläums in der Spielzeit 2014/2015 mit dem Thema Zukunft auseinander” (Leiter Peter-Jakob Kelting im Editorial des Programms). “Herausgekommen ist ein faszinierendes Kaleidoskop an Analysen, Entwürfen und Prognosen.” (ebd.) Hanspeter Thür, der oberste Datenschützer der Eidgenossenschaft, macht sich mit seinem Beitrag “Auch du bist verdächtig!” für das Grundrecht auf Privatsphäre stark. Der Schweizer Schriftsteller und Drehbuchautor Charles Lewinsky skizziert in “Liebe Donjeta, ein Brief” die (Schreckens-)Vision einer Schweiz ohne Ausländer. Und der Theaterleiter interviewt in “Moralische Maschinen” den deutschen Philosophen und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel zur Maschinenethik, zur sozialen Robotik und zur Zukunft der Arbeit. Das Programm, das im Oktober 2014 als Beilage der Aargauer Zeitung erschienen ist, kann über www.fhnw.ch kostenlos heruntergeladen werden.

Abb.: Keine Roboter, sondern Puppen

Neue Plattform zur Informationsethik

Die Informationsethik widmet sich, um nur ein paar Beispiele zu nennen, den Risiken von Anonymität und Identifizierbarkeit im Netz, dem Verlust der Privatheit durch soziale Medien und Überwachungssysteme, den Gefahren durch Automatismen und technische Manipulationen, den Auswirkungen der digitalen Piraterie, der Zunahme von Cybermobbing und -stalking, der Omnipräsenz von Informations- und Kommunikationssystemen sowie der Abhängigkeit von IT-Unternehmen und IT. Seit 1. September 2013 wird in der Schweiz informationsethik.info aufgebaut. Es handelt sich um eine webbasierte Informations- und Kommunikationsplattform, die Privatpersonen, Schülerinnen und Schüler, Studierende und Dozierende sowie Mitarbeitende von Unternehmen mit der Informationsethik und mit den Grundfragen der Medienkompetenz vertraut machen und bei damit verbundenen Anliegen unterstützen soll. Die Plattform zielt vor allem auf das Wissen und Lernen und dient der Aufklärung der Mitglieder der Informationsgesellschaft und dem Aufbau der Wissensgesellschaft. Es wird auf eigene und fremde Definitionen, Kurzdarstellungen, Fallbeschreibungen und anderes Material sowie auf Linksammlungen und Vernetzungsmöglichkeiten gesetzt, um das problembezogene und informelle Lernen zu ermöglichen. Die Plattform wird vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule für Wirtschaft FHNW verantwortet. Initiator und Projektleiter ist Prof. Dr. Oliver Bendel. Die Ernst Göhner Stiftung unterstützt die Plattform finanziell.