Schlagworte: Tier-Computer-Interaktion

KI in der Serengeti

“Forscher mehrerer US-Universitäten haben ein System entwickelt, mit dem sich der Bestand von Wildtieren einfach, schnell und zuverlässig überwachen lässt, ohne diese in ihrer natürlichen Umgebung zu stören. Hierfür verknüpfen die Experten Künstliche Intelligenz (KI) mit Ansätzen des maschinellen Lernens, um Löwen, Elefanten und Co in der Serengeti ohne menschliches Zutun über Fotos und Videos identifizieren, zählen und beschreiben zu können. Die Methode erreichte eine Genauigkeit von 96,6 Prozent und konnte 99,3 Prozent der Bilder auswerten.” (ICTkommunikation, 7. Juni 2018) Es gab in den letzten Jahren immer wieder Bestrebungen, eine Disziplin der Tier-Computer-Interaktion bzw. der Tier-Maschine-Interaktion zu begründen, um das Verhältnis zwischen Tier und Maschine so zu erforschen und zu gestalten, dass diese in autonomer Weise betrieben und jenem in der Wildnis (oder in anderer Umgebung) – ohne Störung oder Verletzung – geholfen werden kann. Das genannte Projekt kann in diesem Kontext gesehen werden. Der Artikel in der ICTkommunikation kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Ein Elefant in der Serengeti

Überlegungen zur Tier-Maschine-Interaktion

“Überlegungen zur Disziplin der Tier-Maschine-Interaktion” hat Oliver Bendel beim Workshop “Berechnete Tiere” an der Universität Bochum angestellt. Man kann ihnen am 18. Juni 2016 ab 18.05 Uhr in DRadio Wissen folgen, in der Hörsaal-Reihe. In der Tier-Maschine-Interaktion geht es um Design, Evaluierung und Implementierung von (höherentwickelten bzw. komplexeren) Maschinen und Computersystemen, mit denen Tiere und die mit Tieren interagieren und kommunizieren. Die Tier-Maschine-Interaktion geht in der Tier-Computer-Interaktion (wenn man diesen Begriff eng fasst) nicht auf, da manche Maschinen (etwa Roboter) mehr als Computer sind. Sie sind häufig mobil und intelligent und bewegen sich durch eine natürliche und künstliche Umwelt und sammeln dabei Eindrücke, die ihre Entwickler nicht vollständig vorauszusehen vermögen, und sie können die physische Welt nicht nur mit virtuellen Mitteln auswerten, sondern auch im materiellen Sinne beeinflussen. In einigen Fällen sind die betroffenen Maschinen auch gar nicht verbunden mit Computertechnologien. In seinem Vortrag vom 22. April erläutert der Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker – sein Studium der Philosophie in den 80er-Jahren umfasste auch die Tierethik – den Begriff der Tier-Maschine-Interaktion und stellt Beispiele aus dem Anwendungsgebiet sowie für einfache moralische Maschinen vor, die sich durch Tierfreundlichkeit auszeichnen. Der Podcast ist nach dem 18. Juni über www.dradiowissen.de/hoersaal abrufbar.

Abb.: Ist das schon eine Interaktion?