Schlagworte: Wirtschaftsethik

Interaktive Werbeflächen aus ethischer Sicht

Bei interaktivem Digital Signage stellen sich Plakate, Schilder, Tafeln, Terminals und Säulen in Läden oder an Straßen und auf Plätzen auf ihren digitalen Bildschirmen automatisch auf Anwesende ein und interagieren und kommunizieren mit diesen in visueller oder auditiver Weise. Es wird also nicht einfach etwas dargestellt, sondern das, was dargestellt wird, hängt vom Betrachter oder vom Umfeld ab. Der hauptsächliche Zweck ist neben der Informierung (auch im Sinne von Beratung) die Werbung, die hauptsächliche Umsetzungsart die interaktive Werbefläche. Der Beitrag “Neue Spione in den Straßen, auf den Plätzen und in den Läden: Interaktive Werbeflächen aus ethischer Sicht” von Oliver Bendel, erschienen bei Telepolis am 15. August 2017, untersucht das Phänomen digitaler Werbeflächen aus ethischer Sicht. Erstens wird der Begriff des Digital Signage erklärt, unter den der Begriff der interaktiven Werbeflächen subsumiert wird. Typisch für diese sind – abgesehen von den digitalen Bildschirmen – Kameras, Mikrofone, Lautsprecher, Muster-, Bild- und Gesichtserkennung. Zweitens werden Überlegungen aus Sicht von Informations-, Technik- und Wirtschaftsethik und darüber hinaus, etwa im Sinne des Verbraucherschutzes, angestellt. Auch die Maschinenethik wird berücksichtigt. Der Beitrag kann über www.heise.de/tp/features/Neue-Spione-in-den-Strassen-auf-den-Plaetzen-und-in-den-Laeden-3797118.html abgerufen werden.

Abb.: Digital Signage in New York

Wir können in der Hängematte liegen

Der Beitrag zur Künstlichen Intelligenz in der Zeitschrift National Geographic (7/2017) ist nun als PDF verfügbar und kann hier heruntergeladen werden. Auf 14 Seiten widmet man sich der Arbeit von Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker stand dem Chefredakteur Florian Gless und der Redakteurin Ines Bellinger Rede und Antwort, die von Hamburg in die Schweiz gereist waren. Zudem gibt es eine Graphic Novel zu aktuellen Entwicklungen und den entsprechenden Überlegungen von Oliver Bendel. Ein Glossar zur KI rundet den Beitrag ab. Die Fotos stammen von Elias Hassos, der u.a. Hans Magnus Enzensberger und Martin Walser porträtiert und auf dem FHNW-Campus Brugg-Windisch fotografiert hat. “Wir können in der Hängematte liegen” – so lautet die Überschrift des Beitrags. Oliver Bendel ist der Meinung, dass uns Roboter unterstützen und entlasten können. Dass Menschen die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, das ihnen womöglich nicht einmal sympathisch ist, hält er für eine Ideologie, die man hinterfragen kann. Vielleicht reichen vier Stunden am Tag für den Lebensunterhalt, wenn ein Grundeinkommen dazukommt. Denn die Gewinne werden weiter erzielt, mit Hilfe von Robotik und KI auch ohne die Arbeiter und Angestellten. Sie müssen nur gerecht verteilt werden. Weitere Informationen über www.nationalgeographic.de.

Abb.: Oliver Bendel auf dem Campus (Foto: NG/Elias Hassos)

Wann werden die Roboter übernehmen?

“Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi ist das führende Elternmagazin der Schweiz. Es wird seit 2001 von der gemeinnützigen Stiftung Elternsein herausgegeben. Das Magazin hat eine beglaubigte Auflage von knapp 102.000 Exemplaren und erscheint zehn Mal im Jahr. 2014 wurde Fritz+Fränzi zum besten Fachmagazin des Jahres gewählt.” Mit diesen Worten stellt sich das Magazin auf seiner Website vor. In der Mai-Ausgabe des Jahres 2017  finden sich Beiträge zu Robotern im Arbeitsleben (“Wann übernehmen die Roboter?”) mit Aussagen des Informations- und Maschinenethikers Oliver Bendel sowie ein zweiseitiges Interview mit ihm (“Langfristige Verträge und feste Arbeitsplätze werden verschwinden”). Oliver Bendel ist der Meinung, dass im Zuge der Automatisierung und Robotisierung der Bedarf an menschlicher Arbeit stark abnehmen wird. Es kommt darauf an, die Gewinne, die nach wie vor erzielt werden, gerecht zu verteilen, und ein neues Verhältnis zur Arbeit zu entwickeln. Man muss nicht die besten Jahre des Lebens und die besten Stunden des Tages einem Unternehmen schenken, mit der man in keiner Beziehung ist, zugunsten eines Produkts oder einer Dienstleistung, zu der man kein Verhältnis hat. Es genügt, die Hälfte der Zeit zu arbeiten, wenn man eine Grundsicherung ohne Bedingung erhält. Wichtig ist es, sich in Aus- und Weiterbildung breit aufzustellen. Das Interview kann auf den Seiten 18 bis 20 nachgelesen werden.

Abb.: Im Schwimmbad haben die Roboter bereits übernommen

Zur Zukunft der Arbeit

Der 63. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft in der Schweiz findet derzeit (15. bis 17. Februar 2017) an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Brugg-Windisch statt. Veranstalterinnen sind FHNW und ETH Zürich. Die Keynotes am 16. Februar 2017 stammten von Prof. Dr. Heinz Schüpbach, Direktor Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW, Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft FHNW, und Patrick Warnking, Country Director Google Switzerland. Schüpbach gab einen Einblick in aktuelle Themen von Psychologie und Arbeitswissenschaft, Bendel stellte Software- und Hardwareroboter wie Überwachungs- und Transportroboter und Pflegeroboter vor und fragte danach, welche Aufgaben dem Menschen bleiben, Warnking erläuterte Geschäftsmodelle und Denkweisen der digitalen Ökonomie – und betonte, man wolle bei Google noch mehr Frauen einstellen. Früher waren viele Programmierer weiblich, und manche Länder haben in der Informatik schon immer ein ausgewogenes Verhältnis gehabt. Leitthemen des Kongresses sind u.a. die Herausforderung des digitalen Wandels, Industrie 4.0 und menschliches Erfahrungswissen, Kreativität in Design- und Produktionsprozessen, Mensch-Maschine-Interaktion und Mensch-Roboter-Kooperation. Grußworte gab es u.a. von PD Dr. Marino Menozzi, ETH Zürich, Prof. Dr. Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident FHNW, und Dr. Eric Scheidegger, Co-Direktor beim Staatssekretariat für Wirtschaft SECO. Weitere Informationen über www.gfa2017.de.

Abb.: Oliver Bendel zur Zukunft der Pflege (Foto: Eleni Kougionis)

Ein Roboter kostet 4.45 Franken pro Stunde

“Ein Roboter kostet Fr 4.45 pro Stunde – und Sie?” – so der Titel eines Artikels in 20 Minuten vom 3. Februar 2017. Im Teaser heißt es: “Roboter werden immer billiger, die Verbreitung nimmt zu. Das dürfte auf Kosten von Arbeitsplätzen gehen. Das sei nicht zwingend nur schlecht, sagt ein Experte.” Oliver Bendel sieht die Robotisierung, Automatisierung und Autonomisierung in Fabriken grundsätzlich positiv. Kooperations- und Kollaborationsroboter arbeiten dort eng mit Menschen zusammen und nehmen ihnen anstrengende, verschleißende Tätigkeiten ab. Immer mehr Roboter werden universell einsetzbar, können beobachten und nachahmen und so neue Tätigkeiten erlernen. Es ist wichtig, dass sie mit ganz unterschiedlichen Werkzeugen ausgestattet sind, die zudem ausgewechselt werden können. Ohne Zweifel werden Hardwareroboter wie Industrie- und Serviceroboter sowie Softwareroboter auf Dauer einen erheblichen Teil der menschlichen Arbeit übernehmen können – dies zeigte im letzten Jahr auch eine WEF-Studie. Und weil sie zudem immer billiger werden, werden sie die erste Wahl der Unternehmen sein. Diese müssen die Gewinne, auch das betont Oliver Bendel, gerecht verteilen, und zwar nicht nur an die verbliebenen Mitarbeiter. Der Beitrag mit den Statements von Oliver Bendel und mit einem Interview mit ihm findet sich über www.20min.ch/finance/news/story/Ein-Roboter-kostet-Fr-4-45–pro-Stunde—und-Sie–19775617.

Abb.: Beim WEF in Davos

 

Die Zukunft in den Händen der Roboter

“Die Zukunft in den Händen der Roboter!” Mit dieser Schlagzeile wird ein Text zu einem Beitrag angeteasert, der am 24. November 2016 in Radio 32 ausgestrahlt wurde. “Es ist eine düstere Zukunft für KV-Angestellte. Bis zu 100‘000 Stellen könnten wegfallen. Dies unter anderem wegen der Digitalisierung und weil Roboter die Arbeit übernehmen. Das zeigt eine Studie im Auftrag des kaufmännischen Verbands Schweiz. Die Arbeit der Roboter sei Fluch und Segen zugleich, sagt Oliver Bendel, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Nordwestschweiz.” (Website Radio 32) Er ist der Meinung, dass uns Corobots in der Fabrik unterstützen können, etwa bei schweren körperlichen Arbeiten. Auch Bots und Agenten können uns helfen, beispielsweise bei Routinetätigkeiten im Büro. Künstliche Intelligenz, die derzeit einen enormen Aufschwung erlebt, ist in der Lage, auch wissenschaftliche und kreative Aufgaben zu übernehmen, von der Diagnose von Krankheiten bis hin zum Design von Autos. Es wird weniger Arbeit geben, und die Gesellschaft muss sich darauf einstellen. Dabei muss sie der Wirtschaft die Pflicht auferlegen, die Gewinne gerecht zu verteilen. Der Beitrag kann über die Website des Solothurner Radiosenders nachgehört werden, über www.radio32.ch?rub=33&newsId=31190.

Abb.: Die Zukunft in den Händen der Roboter

Sollen Roboter Steuern zahlen?

“Sollen Roboter Steuern zahlen?” – das fragt der Krautreporter am 4. Oktober 2016. Die Robotersteuer ist, wie Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Gabler schreibt, eine Ausprägung der Maschinensteuer, die man wiederum als Wertschöpfungsabgabe begreifen kann. Die Idee ist, den Betrieb respektive die Arbeit von Robotern (allenfalls von Agenten) in der Produktion und in anderen Bereichen zu besteuern und die Gelder entweder dem System der Sozialversicherung oder bspw. dem Bildungswesen zuzuführen. Auch eine Kopplung an das bedingungslose Grundeinkommen wird vorgeschlagen. Zugleich ist die Frage, ob im Gegenzug die Arbeit von Menschen steuerlich entlastet werden soll. Der Krautreporter hat Oliver Bendel interviewt, der ein bedingungsloses Grundeinkommen für eine diskussionswürdige Idee hält, wobei er einige Schwierigkeiten sieht. Er fordert in jedem Falle, dass eine gerechte Verteilung der Gewinne stattfindet. Nicht alle Menschen werden Fabriken aufbauen können, in denen Roboter eingesetzt werden, und auch nicht alle können Anteile an solchen Firmen erwerben. Sie müssen dennoch eine Grundversorgung erhalten, wenn sie ihren Job durch Roboter verlieren oder wegen dieser erst gar nicht eingestellt werden. Der Artikel ist abrufbar über krautreporter.de/1624-sollen-roboter-steuern-zahlen.

Abb.: Sollen Roboter Steuern zahlen?

Retroapfel

Apples Notebook-Verkäufe gehen zurück. 20 Minuten fragte den Wirtschaftsinformatiker, Wirtschafts- und Informationsethiker Oliver Bendel nach den Gründen und nach den Möglichkeiten von Apple, den Turnaround zu schaffen. Schriftlich äußerte er sich wie folgt: “Zunächst einmal könnte man behaupten, dass wir in einer Dekade des schlechten Geschmacks leben. Die Rasierapparate, die Bügeleisen, die Staubsauger sind Produkte der Beliebigkeit oder Variationen von Kitsch. Apple ist groß geworden mit seiner Kombination aus Science-Fiction-Elementen und deutsch-schweizerischem Design. Bauhaus und die Hochschule für Gestaltung in Ulm, geleitet von Otl Aicher aus Ulm und Max Bill aus Winterthur, haben das Unternehmen beeinflusst. Diese goldenen Zeiten sind vorbei, aber vielleicht nicht für immer. Bei Fahrrädern ist zu bemerken, dass gutes Design wieder zu haben ist. Entweder Retrodesign oder postmoderner Chic, auch bei E-Bikes. Apple muss entweder warten, bis seine Geräte wieder gefragt werden, wie bei Adidas. Das kann aber schiefgehen. Eine bessere Lösung ist, gezielt nach dem zu suchen, was das 21. Jahrhundert ausmacht, Elemente von kühler Robotik und heisser Dramatik. Meine Erklärung bezog sich nur auf das Design. Es gibt viele andere Faktoren, der Markt ist umkämpft, neben Notebooks spielen Smartphones eine Rolle, und vielleicht muss man sich – man denke an Virtual Reality etc. – bald nach ganz neuen Ein- und Ausgabegeräten umschauen. Kurzum: Apple ist etwas aus der Mode gekommen und muss bei Design und Technik nachlegen, um wieder an die Spitze zu gelangen.” Die eine oder andere Aussage wurde für den Artikel verwendet, der am 14. Juli 2016 in der größten Zeitung der Schweiz erschienen ist.

Abb.: Wird der Retroapfel wieder gekauft?

Beitrag zu Kryptowährungen

“Kryptowährungen sind digitale (Quasi-)Währungen mit einem meist dezentralen, stets verteilten und kryptografisch abgesicherten Zahlungssystem. Zu ihnen gehören Bitcoin und Litcoin. Kryptowährungen haben sich in bestimmten Ländern als ernstzunehmende Alternative zur Zahlung unter Privatpersonen herausgebildet. Während man früher virtuelles Geld auch durch die Zurverfügungstellung von Rechenleistung und Netzinfrastruktur erhalten hat, muss man es heute meist mit konventionellen Mitteln erwerben.” So beginnt ein neuer Beitrag im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler. Auch Informations- und Wirtschaftsethik werden angesprochen: “Kryptowährungen werden in Wirtschaft und Wissenschaft kontrovers diskutiert. Bei ihnen können Softwarefehler auftreten, sie sind anfällig für Manipulationen durch Organisationen und in Bezug auf die Kurse sowie für Datendiebstahl. Auch Datenverlust mag auftreten, sowohl durch menschliches als auch durch technisches Versagen. Nicht zuletzt lassen sich Cyberkriminelle, die Systeme mit Schadsoftware lahmlegen, häufig mit Bitcoin bezahlen. Umgekehrt können Dependenzen vermieden werden. Informationsethik und Wirtschaftsethik widmen sich moralischen Fragen von Kryptogeld und sehen in den Peer-to-Peer-Konzepten sowohl Chancen als auch Risiken.” Der Beitrag von Oliver Bendel ist am 2. Mai 2016 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/kryptowaehrung.html aufgerufen werden.

Abb.: Bitcoin ist eine bekannte Kryptowährung

Studie zur Sharing Economy

Noch bis zum 15. März 2016 kann eine Offerte zu einer Technology-Assessment-Studie “Sharing Economy – teilen statt besitzen” eingereicht werden. Im Ausschreibungstext der TA-SWISS heißt es: “Teilen statt besitzen. Ausprobieren, sparen, tauschen, grüne Lösungen. Dies sind Schlagwörter der sogenannten Sharing Economy. Diese neue Art des Konsums ist real; man spricht darüber, nutzt sie und Studien halten sie für vielversprechend. Auch bekannt ist sie unter dem Ausdruck Collaborative Economy, da der Begriff ‘Teilen’ nicht immer zutreffend ist. Ihren internationalen Aufschwung hat sie insbesondere den neuen Kommunikationstechnologien wie dem Internet und der Mobiltelefonie zu verdanken. Zahlreiche Start-up-Firmen und Plattformen wurden mit dem Ziel gegründet, den Tauschhandel zu vereinfachen. Jedoch sind die reellen Risiken und Potenziale der Sharing Economy noch weitgehend unbekannt. Dies erschwert heute diesbezügliche politische Entscheidungen und birgt Konfliktpotenzial.” Der Begriff der Sharing Economy wird auch im Wirtschaftslexikon von Gabler definiert. Weitere Informationen über www.ta-swiss.ch.

Abb.: Bike-Sharing

Bedingungsloses Grundeinkommen

Im Wirtschaftslexikon von Gabler ist am 1. März 2016 ein neuer Begriff aufgenommen worden, nämlich der des bedingungslosen Grundeinkommens. “Nach der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens erhalten erwachsene oder auch minderjährige Mitglieder einer politischen, funktionalen oder ideellen Gemeinschaft einen festgelegten finanziellen Betrag, ohne Pflicht zur Rückzahlung und ohne direkte Gegenleistung. Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Kindergeld fallen i.d.R. weg. Eine alternative Idee ist das bedingungslose Grundeigentum, nach der jeder Mensch ein Grundstück oder ein Gebäude übereignet bekommt.” Der Autor, Oliver Bendel, stellt einen Zusammenhang mit der Industrie 4.0 her. “Gerade in Zeiten zunehmender Automatisierung und Autonomisierung als Effekte der Digitalisierung, wie sie in der Industrie 4.0 entstehen, sind radikale bzw. innovative Ansätze gefragt.” Am Ende diskutiert er Vorteile und Nachteile des Konzepts und sieht Wirtschafts- und Politikethik in der Pflicht. Auch die Informationsethik könnte zur Erhellung beitragen. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/bedingungsloses-grundeinkommen.html abgerufen werden.

Abb.: Zehntausend davon könnten das Grundeinkommen in der Schweiz sein

CSR im Informationszeitalter

“Unternehmensverantwortung gegenüber der Informationsgesellschaft” lautet der Titel eines Beitrags von Oliver Bendel für das OCG Journal (1/2016). Es handelt sich um eine Überarbeitung des Artikels “Unternehmensverantwortung im Informationszeitalter” für die Netzwoche. Es werden Begriffe der Wirtschafts- und der Informationsethik geklärt, und es wird auf CSR eingegangen. Dazu heißt es: “Die Frage, was Corporate Social Responsibility ist, muss im Informationszeitalter und gegenüber der Informationsgesellschaft neu beantwortet werden. Die Wirtschaftsethik hat sich … mit der Informationsethik zusammenzuschließen.” Den konkreten Aktivitäten widmen sich die letzten Zeilen: “In Deutschland hat man entsprechende Institute und Lehrstühle eingerichtet, und auch in der Schweiz engagiert man sich, an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur und an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten und Brugg-Windisch mit dem Fach Informationsethik. In Österreich haben die Kritischen Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Jahre 2015 eine Tagung zum Thema veranstaltet.” Das Heft der Österreichischen Computer Gesellschaft, das den Schwerpunkt “Wirtschaftsethik in der digitalen Welt” hat, kann über www.ocg.at/sites/ocg.at/files/medien/pdfs/OCG-Journal1601.pdf heruntergeladen werden.

Abb.: Die Ethik gewinnt an Bedeutung

Pflegeroboter im Wirtschaftslexikon

“Pflegeroboter unterstützen oder ersetzen menschliche Pflegekräfte bzw. Betreuerinnen und Betreuer. Sie bringen und reichen Kranken und Alten die benötigten Medikamente und Nahrungsmittel, helfen ihnen beim Hinlegen und Aufrichten oder alarmieren den Notdienst. Manche verfügen über natürlichsprachliche Fähigkeiten, sind lernende und intelligente Systeme.” (Gabler Wirtschaftslexikon, 12. Januar 2016) Der Beitrag von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler stellt Pflegeroboter vor, geht auf ihre Funktionen und Aufgaben ein, klärt die Anwendungsbereiche und nennt Beispiele wie Care-O-bot, Cody, Robear, HOBBIT und TWENDY-ONE. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen: “Bereichsethiken wie Wirtschafts-, Medizin- und Informationsethik müssen Fragen dieser Art stellen: Wer trägt die Verantwortung bei einer fehlerhaften Betreuung und Versorgung durch die Maschine? Inwieweit kann diese die persönliche und informationelle Autonomie des Patienten unterstützen oder gefährden? Ist der Roboter in unpassender Weise umgesetzt, etwa in Form einer stereotyp dargestellten Krankenschwester? Ist er eine Entlastung oder ein Konkurrent für Pflegekräfte?” (Gabler Wirtschaftslexikon, 12. Januar 2016) Der Beitrag ist am 12. Januar 2016 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/pflegeroboter.html abgerufen werden.

Abb.: Zuwendung sollte in erster Linie von Menschen kommen

Lexikon zur Informationsethik

Anfang 2016 erscheint ein neues Springer-Lexikon mit dem Titel “300 Keywords Informationsethik”. Oliver Bendel, Wirtschaftsinformatiker, Informationsethiker und Maschinenethiker, Professor an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, hat das ganze Werk mit seinen 250 Seiten verfasst. Dadurch handelt es sich um ein Nachschlagewerk aus einem Guss, was eine Seltenheit und eine Besonderheit ist. Manche der Begriffe werden kurz und knapp erklärt, andere seitenlang. Nach der Lektüre ist man umfassend in die Bereichsethik eingeführt, die auch mit dem Begriff der digitalen Ethik umrissen wird und der man Computerethik, Netzethik und Neue-Medien-Ethik zuordnen kann. Und auch die Maschinenethik und die Roboterethik sind einem nicht mehr fremd. Natürlich lernt der Leser den Big Brother (und den Little Brother) kennen, und es kommt ihm die Filter Bubble entgegengeschwebt. Gespannt sein darf man auf den Cyberhedonismus, den Sexroboter und den Wutbürger. Weitere Informationen sind über Springer erhältlich.

Abb.: Cover des neuen Lexikons

Beitrag zu CSR

IT-Unternehmen tragen Verantwortung und müssen Verantwortung übernehmen. Die Begriffe von Wirtschafts- und Informationsethik helfen dabei, die Herausforderungen zu erkennen und zu beschreiben. Ein Artikel von Oliver Bendel in der Netzwoche 17/2015, erschienen im November des Jahres, geht auf die “Unternehmensverantwortung im Informationszeitalter” ein. Es werden die Begriffe von Informationsethik und Wirtschaftsethik geklärt und deren Konzepte miteinander in Beziehung gesetzt. Konkret wird auf die informationelle Autonomie, den digitalen Graben, die Informationsgerechtigkeit und die informationelle Notwehr eingegangen. Die Frage, was Corporate Social Responsibility ist, muss nach Prof. Dr. Oliver Bendel im Informationszeitalter neu beantwortet werden. Die Wirtschaftsethik, mit Unternehmensethik und Konsumentenethik, habe sich mit der Informationsethik zu verständigen. Der Artikel steht kostenlos als PDF zur Verfügung.

Abb.: Internet- und IT-Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen

Tablet und Ethik

“Ein Tablet ist ein kleiner, dünner, leichter Computer mit einem Touchscreen. Es verfügt über Kameras, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine virtuelle oder mechanische (ergänzbare bzw. abnehmbare, selten auch fest verbaute) Tastatur. Über vorinstallierte Programme und heruntergeladene Apps werden Dienste und Funktionen zur Verfügung gestellt.” Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Gabler, der Anfang Juni 2015 erschienen ist. Auch auf die Ethik wird kurz eingegangen: “Die Vielzahl der Computer ist, im Zusammenhang mit Produktion und Entsorgung, Gegenstand von Wirtschafts- und Umweltethik.” Anführen lässt sich nicht zuletzt die Informationsethik, etwa in Bezug auf die Apps, die Daten abziehen und, zusammen mit Kamera und Mikrofon, Vorgänge und Personen überwachen. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/tablet.html aufgerufen werden.

Abb.: Wohin geht es mit dem Tablet?

Wirtschafts- und Informationsethik

“Die Wirtschaftsethik verständigt sich seit geraumer Zeit mit anderen Bereichsethiken, etwa der Umweltethik, der Politikethik und der Rechtsethik. In der Informationsgesellschaft entsteht die Informationsethik … Diese befasst sich mit Verhaltensweisen wie Mobbing und Denunziation im Netz ebenso wie mit dem Verlust der informationellen Autonomie …” So beginnt der Artikel mit dem Titel “Zur Annäherung von Wirtschafts- und Informationsethik”, der im Forum Wirtschaftsethik (Online-Ausgabe 1/2015) erschienen ist. Oliver Bendel stellt Wirtschafts- und Informationsethik in einen Zusammenhang. Ausgehend von Einteilungen aus beiden Bereichsethiken werden gemeinsame Themen benannt. Am Beispiel der Industrie 4.0 zeigt der Verfasser in aller Kürze, wie sich die Bereichsethiken der moralischen Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven annehmen. Die Zeitschrift kann über die Website des DNWE heruntergeladen werden, direkt über http://www.dnwe.de/forum-wirtschaftsethik-online-1-2015.html.

Abb.: Eine moderne Fabrik

Die Renaissance der Informationsethik

Ende 2014/Anfang 2015 ist der Band “Technikfolgenabschätzung im politischen System: Zwischen Konfliktbewältigung und Technologiegestaltung” erschienen. Er fasst die Ergebnisse einer Konferenz zur Technologiefolgenabschätzung zusammen, die Ende 2012 in Bern stattfand. Im Kapitel “Ethik und moralische Konflikte” finden sich zwei Beiträge. Marc Dusseldorp untersucht die “TA auf dem Feld der Konflikte”. “Die Moral der Informationsgesellschaft” ist das Thema von Oliver Bendel. “Für eine Renaissance der Informationsethik und eine Stärkung der Technologiefolgenabschätzung” lautet der Untertitel. In der Einleitung wird ausgeführt: “Der vorliegende Beitrag untersucht, inwieweit die Wirtschaftsinformatik in ihren Grundlagenwerken die Folgen des Einsatzes von Informationssystemen berücksichtigt und die Informationsethik, zusammen mit der Wirtschaftsethik, einen Beitrag zum Fach leisten und mithin eine Renaissance erleben kann.” Weitere Autoren sind u.a. Armin Grunwald, Alexander Bogner und Helge Torgersen. Der Band kann über jede Buchhandlung oder direkt beim Verlag Sigma bestellt werden. Weitere Informationen über www.edition-sigma.de/InhaltPDF/Inhalt947.pdf.

Abb.: “Die Geburt der Venus” von Sandro Botticelli (Detail)

Wirtschaft und Ethik

“Die Wirtschaft, auch Ökonomie genannt, besteht aus Einrichtungen, Maschinen und Personen, die Angebot und Nachfrage generieren und regulieren. Einrichtungen sind Unternehmen bzw. Betriebe und Haushalte. Maschinen unterstützen und ersetzen auf Produktion, Transformation, Konsumation und Distribution von Gütern zielende Aktivitäten von Arbeitskräften, Mittelsmännern und Endkunden.” Mit diesen Worten hebt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel an. Im Wirtschaftslexikon von Gabler und Springer erklärt er, was die Wirtschaft ausmacht, zusammenhält und gefährdet. Dabei geht er auch auf die Ethik ein: “Die Wertschöpfung der IT- und Internetwirtschaft und die (Gratis-)Nutzung durch den technikaffinen Konsumenten, der immer wieder selbst zum Produzenten wird, zum Prosumenten, werden kritisch von Wirtschaftsethik, Informationsethik, Technikethik und Technikfolgenabschätzung reflektiert, ebenso wie Überwachung, Hacking und andere mit Informations- und Kommunikationstechnologien verbundene Phänomene.” Der Beitrag ist am 7. Januar 2015 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/wirtschaft.html aufgerufen werden.

Abb.: Noch floriert in der Schweiz die Wirtschaft

Big Data als Big Brother

Mit “Big Data”, so erklärt Oliver Bendel in seinem neuen Beitrag für das Wirtschaftslexikon von Gabler und Springer, “werden große Mengen an Daten bezeichnet, die u.a. aus Bereichen wie Internet und Mobilfunk, Finanzindustrie, Energiewirtschaft, Gesundheitswesen und Verkehr und aus Quellen wie intelligenten Agenten, sozialen Medien, Kredit- und Kundenkarten, Smart-Metering-Systemen, Assistenzgeräten, Überwachungskameras sowie Flug- und Fahrzeugen stammen und die mit speziellen Lösungen gespeichert, verarbeitet und ausgewertet werden”. Es wird nicht nur auf den Begriff, sondern auch auf die Bedeutung eingegangen, für Wirtschaft, Wissenschaft und Privatpersonen. Im Abschnitt “Kritik und Ausblick” heißt es: “Die Informationsethik fragt nach den moralischen Implikationen von Big Data, in Bezug auf digitale Bevormundung (Big Data als Big Brother), informationelle Autonomie und Informationsgerechtigkeit. Gefordert sind ferner Wirtschaftsethik und Rechtsethik.” Der Beitrag ist am 7. Januar 2015 erschienen und über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/big-data.html verfügbar.