Schlagworte: Wirtschaftslexikon

Das chinesische Sozialkreditsystem

“Das Sozialkreditsystem (engl. “social credit system”) ist ein elektronisches Überwachungs-, Erfassungs- und Bewertungssystem zur Harmonisierung des Verhaltens der Bürger, Behörden und Firmen von China mit den moralischen, sozialen, rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Ansprüchen der dortigen Kommunistischen Partei (KP). Es findet ein permanentes Rating und Scoring (“citizen score” bzw. “social scoring”) mit Blick auf die Lebenssituation, das Sozialverhalten oder Verwaltungs- und Wirtschaftsaktivitäten statt. Dabei werden vernetzte Datenbanken sowie Bild- und Tonsysteme in Verbindung mit Big-Data-Analysen und Methoden der Künstlichen Intelligenz eingesetzt.” So beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, erschienen am 19. November 2018 im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler. Gegen Ende kommt der Roboterphilosoph zu folgendem Befund: “Das Sozialkreditsystem kann als Automatisierung des Totalitarismus gelten. Es führt zu einer völligen Unterwerfung unter die Vorstellungen und Vorgaben von Staat und Gesellschaft.” Ganz am Schluss wird die Perspektive der Ethik eingenommen. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/sozialkreditsystem-100567 aufgerufen werden.

Abb.: Menschenmenge in China

Raumfahrt und Ethik

“Zur Raumfahrt (Weltraumfahrt) gehören Reisen und Transporte in den, durch den und aus dem Weltraum zu zivilen oder militärischen Zwecken. Der Start auf der Erde erfolgt i.d.R. mit einer Trägerrakete. Das Raumschiff (Raumfahrzeug) ist, wie die Landefähre, bemannt oder unbemannt. Das Ziel kann die Umlaufbahn eines Himmelskörpers sein, ein Trabant, Planet oder Komet, der durch einen Astronauten respektive Kosmonauten oder Roboter (etwa einen Rover) erkundet, oder eine Gegend, die fotografiert und analysiert wird.” (Gabler Wirtschaftslexikon) Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler, veröffentlicht am 16. August 2018. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen: “Die Umweltethik, die sich für gewöhnlich auf die Umwelt der Erde richtet, muss verstärkt Weltraum, Trabanten und Planeten einbeziehen. Die Informationsethik kann sich mit ihr zusammen mit den Folgen des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologien in einer unberührten, nichttechnisierten Welt befassen.” Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/raumfahrt-99958 abgerufen werden.

Abb.: Auf zu fremden Galaxien!

Beitrag zur DSGVO

Im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler ist am 8. Mai 2018 ein Beitrag zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erschienen. Er beginnt mit folgenden Worten: “Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vereinheitlicht die Regeln zur Verarbeitung personenbezogener Daten durch Unternehmen, Behörden und Vereine, die innerhalb der Europäischen Union einen Sitz haben. Die englische Entsprechung ist ‘General Data Protection Regulation (GDPR)’, die offizielle Bezeichnung ‘Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG’. Der Umgang mit Kunden- und Mitarbeiterdaten, Daten von Bürgern etc. wird im Zusammenhang mit dem Datenschutz in elf Kapiteln mit insgesamt 99 Artikeln geklärt.” (Gabler Wirtschaftslexikon) Eingenommen wird auch die Perspektive der Informationsethik. Diese ist mit der Datenschutz-Grundverordnung über Begriffe wie “Recht auf Vergessenwerden”, “Informationsfreiheit” und “informationelle Selbstbestimmung” bzw. “informationelle Autonomie” verbunden. Der Beitrag von Oliver Bendel kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/datenschutz-grundverordnung-99476 aufgerufen werden.

Abb.: Die DSGVO hat Konsequenzen weit über die EU hinaus

Wirtschaft und Ethik

“Die Wirtschaft, auch Ökonomie genannt, besteht aus Einrichtungen, Maschinen und Personen, die Angebot und Nachfrage generieren und regulieren. Einrichtungen sind Unternehmen bzw. Betriebe und Haushalte. Maschinen unterstützen und ersetzen auf Produktion, Transformation, Konsumation und Distribution von Gütern zielende Aktivitäten von Arbeitskräften, Mittelsmännern und Endkunden.” Mit diesen Worten hebt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel an. Im Wirtschaftslexikon von Gabler und Springer erklärt er, was die Wirtschaft ausmacht, zusammenhält und gefährdet. Dabei geht er auch auf die Ethik ein: “Die Wertschöpfung der IT- und Internetwirtschaft und die (Gratis-)Nutzung durch den technikaffinen Konsumenten, der immer wieder selbst zum Produzenten wird, zum Prosumenten, werden kritisch von Wirtschaftsethik, Informationsethik, Technikethik und Technikfolgenabschätzung reflektiert, ebenso wie Überwachung, Hacking und andere mit Informations- und Kommunikationstechnologien verbundene Phänomene.” Der Beitrag ist am 7. Januar 2015 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/wirtschaft.html aufgerufen werden.

Abb.: Noch floriert in der Schweiz die Wirtschaft

Big Data als Big Brother

Mit “Big Data”, so erklärt Oliver Bendel in seinem neuen Beitrag für das Wirtschaftslexikon von Gabler und Springer, “werden große Mengen an Daten bezeichnet, die u.a. aus Bereichen wie Internet und Mobilfunk, Finanzindustrie, Energiewirtschaft, Gesundheitswesen und Verkehr und aus Quellen wie intelligenten Agenten, sozialen Medien, Kredit- und Kundenkarten, Smart-Metering-Systemen, Assistenzgeräten, Überwachungskameras sowie Flug- und Fahrzeugen stammen und die mit speziellen Lösungen gespeichert, verarbeitet und ausgewertet werden”. Es wird nicht nur auf den Begriff, sondern auch auf die Bedeutung eingegangen, für Wirtschaft, Wissenschaft und Privatpersonen. Im Abschnitt “Kritik und Ausblick” heißt es: “Die Informationsethik fragt nach den moralischen Implikationen von Big Data, in Bezug auf digitale Bevormundung (Big Data als Big Brother), informationelle Autonomie und Informationsgerechtigkeit. Gefordert sind ferner Wirtschaftsethik und Rechtsethik.” Der Beitrag ist am 7. Januar 2015 erschienen und über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/big-data.html verfügbar.