Proceedings der PACITA-Konferenz

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Zur ersten europäischen Tagung zur Technologiefolgenabschätzung sind im Juli 2014 die Proceedings erschienen. Sie können über die PACITA-Website kostenlos als PDF heruntergeladen werden und haben ca. 440 Seiten. Die von der EU getragene Konferenz fand im März 2013 in Prag statt. Im Buch ist, was ethische Fragen angeht, insbesondere „Part V – Facing New and Emerging Technologies“ relevant. Von Marie-des-Neiges Ruffo (Université Paris-Sorbonne) stammt der Beitrag „Why Autonomous Unmanned Aerial Vehicles Will Lose the War“, von Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) „Towards Machine Ethics“ (Kapitel „Emerging Technologies and Ethics“). Im Kapitel „Privacy Aspects“ finden sich u.a. die Beiträge „Locating, Tracking and Tracing“ von Lorenz M. Hilty (Universität Zürich und EMPA) et al. und „Privacy Aspects of Social Networks – An Overview“ von Stefan Strauß und Michael Nentwich (beide vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften). Der Band kann auch in gedruckter Form erworben werden. Weitere Informationen über die PACITA-Website.

Abb.: Sänger in Prag

Call zur Ethik des Internets der Dinge

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Die International Review of Information Ethics (IRIE) hat einen Call for Papers zum Thema „Ethics for the Internet of Things“ veröffentlicht. Deadline für die Einreichung der Abstracts ist der 31. August 2014. Auf der Website der Zeitschrift heißt es: „The 22nd issue of IRIE will tackle the ethical challenge of the Internet of Things and therefore furnish a contribution to the establishment of an ethics for it. This ethics is anchored in the field of information ethics, yet it radicalizes to a certain degree the fundamental issues in this field, insofar as the entire mesosphere appears as a sphere shaped by information and its technologies. And hence, the boundaries then disappear between electronic technology and what underpins it.“ Mögliche Themen seien „Privacy in the IoT“, „Access to beneficial use of IoT and social justice“, „Establishment of trust in the IoT“ und „Status of agents and agency in the IoT“. Gastherausgeber sind Hektor Haarkötter und Felix Weil. Weitere Informationen über i-r-i-e.net/call_for_papers.htm.

2nd European TA Conference

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Die 2nd European TA Conference, die zweite internationale Tagung zur Technologiefolgenabschätzung, findet vom 25. bis zum 27. Februar 2015 in Berlin statt. Der Call for Papers wurde in diesen Tagen veröffentlicht. Die Session „Mobilizing TA for Responsible Innovation – Philosophies, Ethics and Stakeholders“ wird von Harro van Lente, Tsjalling Swierstra und Pierre Benoit Joly von der Maastricht University organisiert. Im Call heißt es: „The notion of ‚responsible innovation‘ has become fashionable amongst policy makers and knowledge institutes. In the new Horizon 2020 calls of the European Union ‚responsible research and innovation‘ (RRI) figures prominently as a condition and an aim in itself. Arguably, the rise of RRI will show considerable overlap with the aims, philosophies and practices of TA. The overlap, though, will not be perfect and this raises questions about both RRI and TA.“ Weitere Informationen sind über berlinconference.pacitaproject.eu/ verfügbar.

Der Begriff „Human Enhancement“

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Human Enhancement, die Erweiterung und Verbesserung des Menschen mit Hilfe biologischer und technischer Mittel, kann aus der Perspektive der Medizin, der Künstlichen Intelligenz, der Robotik und der Informatik betrieben bzw. thematisiert werden. Verschiedene Bereichsethiken können nach Chancen und Risiken in moralischer Hinsicht fragen. Die Informationsethik ist gefordert, wenn die Entwicklung von der Informatik ausgeht. Mit ihr kann man Fragen des Datenschutzes, der informationellen und persönlichen Autonomie und der Kontrolle des Menschen mithilfe von Hacking und Manipulation beantworten. Auch die Maschinenethik ist in verschiedener Weise von Relevanz. Der Lexikonbeitrag von Oliver Bendel zum Thema ist im Juli 2014 im Wirtschaftslexikon von Gabler erschienen. Er gibt eine allgemeine Übersicht, untersucht Verfahren und Methoden und nimmt am Ende, im Rahmen von Kritik und Ausblick, den Blickwinkel der Ethik ein: „Damit Menschen- und Tierwürde nicht verletzt und Manipulation und Instrumentalisierung von Körper bzw. Geist nicht zur unhinterfragten Norm werden, bedarf es moralischer und ethischer Diskussionen (auch aus der Wirtschaftsethik heraus) ebenso wie rechtlicher Anpassungen.“

Asimov’s Amazing Automatobiles

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Im Sommer 2013 wurde der Artikel „Asimovs Automatobile: Selbstständig fahrende Autos in Fiktion und Realität und als Gegenstand der Maschinenethik“ von Oliver Bendel in der Online-Zeitschrift Telepolis (über www.heise.de/tp/artikel/39/39728/1.html) veröffentlicht. Er nimmt Bezug auf einen anderen Artikel, der 2012 mitsamt einer Geschichte um den New Autonomous Car (NAC) erschienen war, und auf einen Konferenzbeitrag aus dem selben Jahr (Abstract über pacita.strast.cz/en/conference/documents). Unter dem Titel „Asimov’s Amazing Automatobiles“ wurde der Artikel nun in englischer Sprache zur Verfügung gestellt. Der Teaser deutet an, worum es im Kern geht: „In his short story ‚Sally‘ from 1953, Isaac Asimov envisioned the functions, chances and risks of unmanned, self-driving cars. Now, advanced driver assistance systems increasingly take over actions from the driver, and fully autonomous prototypes seek to become an everyday feature on our roads. Asimov’s story already confronts the reader with some problems discussed in machine ethics today.“ Die Geschichte von Asimov wird zusammengefasst und in Beziehung zur Geschichte von NAC gesetzt. Den Artikel kann man auf Crazy Processes lesen.

Abb.: Ein altes Auto

8000 Tweets

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Einer der aktivsten Twitter-Accounts zur Ethik ist „Informationsethik“ mit dem Benutzernamen @Infoethik, unter dem Oliver Bendel seit Anfang 2012 twittert. In der Kurzbeschreibung heißt es: „Infos zur Informationsethik (Computer-, Netz- und Neue-Medien-Ethik) sowie zu Maschinen-, Technik-, Wirtschafts-, Politik-, Medizin- und Tierethik.“ Auch Religionskritik und Geschlechterforschung kommen nicht zu kurz. Es handelt sich um einen klassischen Kurznachrichtendienst, über den auf Artikel, Studien und Veranstaltungen hingewiesen wird. Die Tweets haben einen strengen Aufbau: Auf den zitierten Titel folgt der Link zum Beitrag, darauf eine Zusammenfassung, die häufig ein weiteres Zitat enthält. In seltenen Fällen steht anstelle der Zusammenfassung ein Kommentar. Jeder Tweet wird verschlagwortet, i.d.R. mit Hashtags zu den Bereichsethiken (oder zur Disziplin der Maschinenethik). „Informationsethik“ ist wie die Plattformen informationsethik.net und informationsethik.info der philosophischen Ethik verpflichtet und eine Alternative zu religiösen und wirtschaftlichen Vereinnahmungen der Ethik. Um zum Titel und Anfang des Beitrags zurückzukehren und um ganz genau zu sein: Zuerst, ab Februar 2011, twitterte die Romanheldin Lulu über den Account – und dann, um die Jahreswende, der Betreiber unter seinem eigenen Namen. Endlich erfolgte die Umbenennung in „Informationsethik“. Die meisten Tweets hat @Infoethik in die Welt gesetzt.

180 Begriffe zur Informationsethik

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Das KLEINE LEXIKON DER INFORMATIONSETHIK, das auf informationsethik.net und informationsethik.info zur Verfügung gestellt wird, wird seit Juni 2014 auch von der Schweizer Online-Zeitschrift ICTkommunikation genutzt. In regelmäßigen Abständen erscheinen Begriffe aus dem Nachschlagewerk, das zu den modernsten und umfangreichsten seiner Art gehört. Seit 2012 hat Oliver Bendel 180 Begriffe zur Informations- und Maschinenethik verfasst. Der Aufbau ist meistens gleich: Nach einer allgemeinen Beschreibung wird die Perspektive der entsprechenden (Bereichs-)Ethik eingenommen. Es sind neben vielen bekannten Begriffen auch Bezeichnungen von eigenen Ideen und Entwicklungen vorhanden, etwa „Buridans Robot“ (im Beitrag zu Buridans Esel) und der „Lügenbot“. Die ICTkommunikation ist die „Schweizer Fachzeitschrift für Informations- und Kommunikationstechnologie“ (Website). In den Mediendaten heißt es: „Das B2B-Magazin informiert Entscheidungsträger für Investitionen im Informatik- und Telekommunikationsbereich über Neuheiten und Trends, zeigt Anwendungsbeispiele und Lösungsansätze sowie Produkt- und Dienstleistungsvergleiche.“ Der erste Beitrag, der in der Zeitschrift publiziert wurde, war „Quantified Self“.

 

Abb.: Eintrag im Wörterbuch

Selfies und Zeitgeist

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„People take selfies with smartphones and digital cameras (or even with flying robots), and share them on social media, blogs, microblogs and image platforms for social purposes, and though selfies may just be a trend, they say a lot about the narcissism of people and the zeitgeist of the media age.“ Mit diesen Worten beginnt ein Artikel von Oliver Bendel, der am 9. Juni 2014 auf Robohub unter dem Titel „Robot selfies, and the road to self-recognition“ erschienen ist. Es geht um Roboter, die Selfies machen, um die Frage, warum sie dies tun (und warum sie dies in Zukunft noch mehr tun werden). Bendel kommt zum Schluss: „Once an android pulls a duckface and takes a selfie, any roboticist will know the breakthrough has been made.“ Auch die Informationsethik ist in diesem Zusammenhang gefragt, etwa wenn der Roboter seine Umgebung einfängt und im Anschluss persönliche Daten weiterleitet.

Cloud am Steuer

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„Das automatische Auto ist keine Utopie mehr. In den nächsten Jahren werden die Fahrzeuge selbst immer mehr jener Aufgaben übernehmen, die bislang von den menschlichen Fahrern erledigt wurden.“ Dies schreibt Christian Rauch in seinem Artikel „Cloud am Steuer“ für die GDI Impuls 2/2014. Doch wenn Roboter über die Straßen steuern, so fragt er weiter, „welche ethischen und rechtlichen Konsequenzen hat das“? Beantwortet wird das u.a. von Patrick Lin, Roboter- und Maschinenethiker an der California Polytechnic State University, und Oliver Bendel, Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Der Artikel kann über GENIOS bezogen werden, die ganze Zeitschrift auch über www.gdi.ch.

Abb.: Wolken über der Straße

Kriegsmaschinen

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Wie verschiedene Medien melden, will das US-Militär „Roboter mit Moralempfinden entwickeln“. Das will es schon lange, aber nun wird die Öffentlichkeit informiert. Auf GIZMODO heißt es: „Über die nächsten fünf Jahre stellt eine Abteilung des US-Verteidigungsministeriums, das Office of Naval Research, 7,5 Mio. US-Dollar (etwa 5,5 Mio. Euro) für Universitätsforschung zur Verfügung, um Roboter zu entwickeln, die richtig und falsch unterscheiden können. So könnten autonome Kampfsysteme effektiver und selbstständiger operieren. Manch ein Wissenschaftler glaubt sogar, dass solche Maschinen bessere Entscheidungen als Menschen treffen könnten, da sie einfach klaren Regeln folgen, um die Chancen und Risiken von Operationen zu bewerten.“ Es ist wichtig, die Maschinenethik möglichst unabhängig von militärischer Forschung zu halten und die zivile, kommerzielle Nutzung voranzutreiben. Dass dies nicht einfach sein wird, liegt auf der Hand. In Technik- und Informationsethik sind die entstehenden moralischen Probleme zu diskutieren.

Abb.: Spinnenroboter

Moral auf Knopfdruck gibt es nicht

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In der Ausgabe 5/2014 der UnternehmerZeitung ist ein Interview zu informationsethik.info erschienen. Die Plattform wird vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule für Wirtschaft FHNW betrieben und von der Ernst Göhner Stiftung unterstützt. Im Teasertext heißt es: „Eine neue Plattform der Hochschule für Wirtschaft FHNW widmet sich Informationsethik und Medienkompetenz. Initiator Oliver Bendel stellt sie vor.“ Das Interview führte die Historikerin Nathalie Baumann. Auf eine ihrer Fragen lautet die Antwort: „Moral auf Knopfdruck gibt es nicht, auch nicht bei informationsethik.info. Aber besser informierte und ‚ausgerüstete‘ Konsumenten und Unternehmer können und müssen stärker in die Pflicht genommen und zur Verantwortung gezogen werden.“ Der Zweiseiter kann kostenlos heruntergeladen werden.

Abb.: Plattform informationsethik.info

Roboter-Selfies

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Selfies sind ein Trend. Von dem viele bereits genug haben. Der aber viel über uns und unsere Zeit aussagt. Und der vielleicht produktiv genutzt werden kann. Normalerweise machen Menschen diese Bilder mit Hilfe von Smartphones und Digitalkameras und stellen sie in soziale Netzwerke, Blogs und Microblogs sowie auf Bilderplattformen. Was wäre, wenn Roboter von sich Selfies anfertigen würden? Wozu wäre das gut? Wohin könnte das führen? Und ist das überhaupt neu? Diesen Fragen geht Oliver Bendel in einem Artikel nach, der im April 2014 in der ICTkommunikation erschienen ist. Auch die Informationsethik ist in diesem Zusammenhang gefragt, etwa wenn der Roboter beim Anfertigen der Selfies seine Umgebung einfängt.

Abb.: Ein Selfie über Bande

Fahrerassistenzsysteme aus ethischer Sicht

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In der Zeitschrift für Verkehrssicherheit (2/2014) ist der Artikel „Fahrerassistenzsysteme aus ethischer Sicht“ von Oliver Bendel erschienen. Es werden (so der Abstract) immer mehr Assistenzsysteme in Autos verbaut. „Manche unterstützen und informieren den Fahrer. Andere nehmen ihm bestimmte Aufgaben ab – und machen aus dem von Menschen gesteuerten System ein teilautonomes. Längst sind auch vollautonome Systeme auf den Straßen unterwegs, sogenannte selbstständig fahrende Autos, als Prototypen der Unternehmen und innerhalb von Forschungsprojekten. Aus der Sicht der Ethik – der Bereichsethiken ebenso wie der Maschinenethik – stellen sich zu Fahrerassistenzsystemen verschiedene Fragen.“ (Abstract) Ziel des Beitrags sei, daraus erste Vorschläge zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Systeme abzuleiten. Weitere Informationen über www.zvs-online.de.

Abb.: Fuchs auf der Straße (Quelle: commons.wikimedia.org; Fotograf: Hannu)

Publikation zur Informationsethik

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Die neuen MITTEILUNGEN DER VEREINIGUNG ÖSTERREICHISCHER BIBLIOTHEKARINNEN & BIBLIOTHEKARE haben als Schwerpunktthema die Informationsethik. Die im März 2014 erschienene Publikation umfasst 186 Seiten und kann kostenlos heruntergeladen werden. Im Editorial zitiert man sowohl eine Definition aus dem InfoWissWiki, die Information und Wissen in den Vordergrund rückt, als auch eine Definition aus dem Gabler Wirtschaftslexikon von Oliver Bendel, die „stärker die modernen Technologien“ betont: „Die Informationsethik hat die Moral derjenigen zum Gegenstand, die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und neue Medien anbieten und nutzen.“ In diesem Spektrum bewegen sich auch die zahlreichen Beiträge. Hermann Rösch untersucht „Ethische Konflikte und Dilemmata im bibliothekarischen Alltag“, und Klaus Niedermair fragt sich: „Gefährden Suchmaschinen und Discovery-Systeme die informationelle Autonomie?“ – um nur zwei Beispiele aus den MITTEILUNGEN zu nennen.

Das Ethik-Ei

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Die Informationsethik hat die Moral (in) der Informationsgesellschaft zum Gegenstand. Sie untersucht, wie wir uns, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und neue Medien anbietend und nutzend, in moralischer Hinsicht verhalten bzw. verhalten sollen. In den letzten Jahren ist sie in die Mitte der Bereichsethiken gerückt. Diese hängen mehr und mehr von ihr ab. Der Artikel „Die Medizinethik in der Informationsgesellschaft“ von Oliver Bendel untersucht das Verhältnis zwischen der Informationsethik und den anderen Bereichsethiken am Beispiel der Medizinethik. Er ist 2013 in der gedruckten Ausgabe der Zeitschrift Informatik-Spektrum erschienen (Jahrgang 36, Heft 6, S. 530 – 535; „Cover Date“ ist der 1. Dezember 2013). Bereits ein Jahr zuvor ist er als „Online-First“-Artikel über SpringerLink herausgekommen. Enthalten ist im Artikel das sogenannte Ethik-Ei, das aus dem Ethik-Dekagon hervorgegangen ist und die zentrale Stellung der Informationsethik visualisiert und skizziert. Es kann im Unterricht eingesetzt werden, auch unter Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler bzw. Studierenden, die weitere Beispiele für die Schnittbereiche zu finden versuchen. Seit 15. März 2014 ist es bei den Materialien auf informationsethik.info zu finden.

Abb.: Das Ethik-Ei von Oliver Bendel

Der Spion im eigenen Haus

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Operations-, Therapie- und Pflegeroboter sind im Gesundheitswesen auf dem Vormarsch. Sie ersetzen und ergänzen in Kliniken, Zentren und Haushalten menschliche Arbeitskräfte. Manches können sie besser, manches genauso gut, manches schlechter. Sie sind i.d.R. sehr teuer und können doch zu Einsparungen führen. Und sie bergen eine nicht unerhebliche Gefahr. Im Beitrag „Der Spion im eigenen Haus“ (IT for Health, März 2014) von Oliver Bendel werden die Roboter aus der Perspektive der angewandten Ethik betrachtet. Es werden zunächst Informations- und Technikethik sowie Medizinethik kurz erklärt. Dann werden Fragen zum Einsatz der Maschinen gestellt. Es kristallisiert sich heraus, dass informationelle Autonomie und Datenschutz übergreifende Problembereiche sind. Der Beitrag ist als PDF verfügbar und kann kostenlos heruntergeladen werden.

Abb.: Die Spionin im eigenen Haus

Bereichsethiken im Zusammenhang

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Matthias Maring ist der Herausgeber des Buchs „Bereichsethiken im interdisziplinären Dialog“, das 2014 in der Schriftenreihe des Zentrums für Technik- und Wirtschaftsethik am Karlsruher Institut für Technologie herausgekommen ist. Laut Abstract werden „u.a. folgende Bereichsethiken bzw. bereichsübergreifende Ethiken behandelt: Technikethik, politische Ethik, Wissenschaftsethik, Nano-Ethik, Wirtschaftsethik, Sicherheitsethik, Ordnungsethik, evolutionäre und experimentelle Ethik, Bioethik, Umweltethik, Tierethik, Sportethik, pädagogische Ethik, Ethik des Neuroenhancement, Medizinethik, Medienethik und Informationsethik“. Von Jakob Meier stammt der Beitrag „Verantwortung und die Legitimität bereichsethischer Kodizes – zu einem zentralen Aspekt der Technik- und Informationsethik“. Wer sich näher für den  Zusammenhang zwischen der Informationsethik und den anderen Bereichsethiken interessiert, sei auf die Artikel von Oliver Bendel aus dem Jahre 2012 verwiesen, und zwar „Die Medizin in der Moral der Informationsgesellschaft“ (IT for Health, auch als PDF erhältlich) und „Die Medizinethik in der Informationsgesellschaft“ (Informatik-Spektrum). Der letztere Artikel enthält das Ethik-Ei, das Beispiele in den Schnittbereichen der Bereichsethiken versammelt. Den genannten Band gibt es als kostenlosen Download.

Von ELIZA zum GOODBOT

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Der GOODBOT, der Anfang 2014 als Prototyp das Licht der Welt erblickt hat, wandert bereits durch die Medien. Die ICTkommunikation schrieb am 23. Februar im Artikel „Studierende der FHNW entwickeln virtuellen Gesprächspartner“: „Drei Studierende der Hochschule für Wirtschaft FHNW (Fachhochschule Nordwestschweiz) haben einen Prototyp für den ‚Goodbot‘ entwickelt, einen virtuellen Gesprächspartner, der moralisch angemessen reagieren soll.“ Die Netzwoche stellte am 26. Februar einen Bezug zur Urmutter aller Plappermaschinen her: Wer schon einmal mit Eliza gesprochen habe, der wisse, „dass sich eine solche Software nicht wirklich als Gesprächspartner eignet, wenn es einem schlecht geht“ (Netzwoche Online, 26. Februar 2014). „Zwar fragt Eliza zu Beginn höflich nach dem aktuellen Befinden. Doch den positiven Eindruck, den der Chatbot damit erweckt, zerstört er gleich wieder.“ Das GOODBOT-Projekt, das von Oliver Bendel geleitet wird, soll im Juni 2014 in die nächste Phase gehen.

The Day We Fight Back

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Dieser Tag ist der 11. Februar 2014, zumindest nach dem Wunsch der Organisatoren. Auf ihrer Website stellen sie mit Hilfe von Zitaten einige Fakten zusammen. Die NSA „has secretly broken into the main communications links that connect Yahoo and Google data centers around the world“ (The New York Times). Und: Die NSA „is harvesting hundreds of millions of contact lists from personal e-mail and instant messaging accounts around the world“ (Washington Post). Und so weiter. Was kann man tun? Auf der Website ist zu lesen: „Governments worldwide need to know that mass surveillance, like that conducted by the NSA, is always a violation of our inalienable human rights. Over the past year, more than 360 organizations in over 70 countries have come together to support the International Principles on the Application of Human Rights to Communications Surveillance. These thirteen Principles establish the human rights obligations of any government conducting surveillance. They are the core of an international movement to compel all states to stop the mass spying of the innocent. The Principles are already being used in national campaigns and international pressure to reign in spies including the NSA.“ Vielleicht sollte es keinen Tag, sondern ein Jahrhundert des digitalen Widerstands und des digitalen Ungehorsams geben.

40 Thesenpapiere zur Informationsethik

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40 Thesenpapiere zur Informationsethik und zu verwandten Disziplinen stehen seit 28. Januar 2014 auf informationsethik.info bereit. Neben den Thesen und Aussagen enthalten sie auch Aufgaben und Fragen sowie Literaturhinweise. Sie richten sich an Schülerinnen und Schüler, Studierende, Lehrerinnen und Lehrer sowie Dozierende. Aber auch Mitarbeitende von Unternehmen und NPO werden angesprochen. Der Text besteht aus beschreibenden und erklärenden Aussagen und pointierten Statements. Die Aufgaben können alleine oder in Gruppen erledigt werden. Es sind verschiedene Arten von Aufgaben vorhanden. Die Fragen bewegen sich auf verschiedenen Ebenen. Es sind Verständnisfragen darunter und Fragen für eine fachliche Diskussion, nicht nur bezogen auf die Moral und nicht nur aus der Perspektive der Ethik. Manche gehören zum Kern, manche sind im Randbereich angesiedelt – und regen hoffentlich zum Weiterstöbern im Dokument an. Die Plattform wird vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule für Wirtschaft FHNW verantwortet. Initiator und Projektleiter ist Prof. Dr. Oliver Bendel. Die Ernst Göhner Stiftung unterstützt die Plattform finanziell.

Abb.: Cover der Thesenpapiere