Vor 30 Jahren ging die Electronic Mall Bodensee online

Im Jahre 1995 wurde die Electronic Mall Bodensee (EMB) gegründet. Träger war ein grenzüberschreitendes Konsortium unter Federführung der Universität St. Gallen (HSG) und des Kantonalen Amts für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) St. Gallen. Mit an Bord waren auch das Vorarlberger Technologie-Transferzentrum Dornbirn und die Universität Konstanz. Im Jahr darauf ging die Website online, bei der die wesentlichen Funktionen bereits vorhanden waren. Geprägt wurde das Projekt von Hans-Dieter Zimmermann (Universität St. Gallen) und Rainer Kuhlen (Universität Konstanz). Bereits 1995 veröffentlichten Josef Herget und Rainer Kuhlen den Artikel „Elektronische Märkte: Stand und Perspektiven dargestellt am Beispiel der Electronic Mall Bodensee“. Beteiligt waren an der Universität Konstanz auch Wolfgang Semar und Andrea Kroschel. Einzelne Recherchearbeiten führte Oliver Bendel durch. Mit ihm schrieb Rainer Kuhlen 1998 das Buch „Die Mondlandung des Internet“, worin die Aktivitäten von Politik und Parteien zur Bundestagswahl 1998 im Netz dokumentiert wurden. Die EMB sollte einen regionalen elektronischen Marktplatz darstellen, Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz miteinander vernetzen und öffentliche Informationen anbieten, etwa zu Tourismus, Kultur, Bildung, Wirtschaft oder Verwaltung. Zimmermann beschrieb die Electronic Mall als einen offenen elektronischen Marktplatz im Sinne der antiken Agora. Sie sollte nicht nur den Handel ermöglichen, sondern alle Formen des Informationsaustauschs und der Kommunikation zwischen kommerziellen und privaten Teilnehmern unterstützen. Wirtschaftlich konnte sich die EMB nicht halten. Um 2002/2003 wurde der Verein zur Förderung der Electronic Mall Bodensee aufgelöst.

Abb.: Die Website im Jahre 1996