„Handbuch Maschinenethik“ wird nachgefragt

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Vor über einem Jahr ist das „Handbuch Maschinenethik“ (Hrsg. Oliver Bendel) bei Springer VS erschienen. Es versammelt Beiträge der führenden Expertinnen und Experten in den Bereichen Maschinenethik, Roboterethik, Technikethik, Technikphilosophie sowie Roboterrecht. Es ist ein umfangreiches, ein vorzeigenswertes, ein einzigartiges Buch geworden. In gewisser Weise bildet es ein Gegenstück zur amerikanischen Forschung, die die Disziplin dominiert: Die meisten Autorinnen und Autoren (unter ihnen Julian Nida-Rümelin, Catrin Misselhorn, Eric Hilgendorf, Monika Simmler, Armin Grunwald, Matthias Scheutz, Janina Loh und Luís Moniz Pereira) stammen aus Europa und Asien. Seit 2017 hatten sie mitgearbeitet und laufend eingereicht, bis es dann zur Drucklegung kam. Der Herausgeber, der sich seit 20 Jahren mit Informations-, Roboter- und Maschinenethik beschäftigt und seit neun Jahren intensiv zur Maschinenethik forscht, zeigt sich erfreut, dass bereits 53.000 Downloads zu verzeichnen sind – für ein hoch spezialisiertes Buch eine ganze Menge. Der erste Beitrag für eine zweite Auflage liegt auch vor, nämlich der Beitrag „The BESTBOT Project“ …

Abb.: Das Cover des Handbuchs

Online Survey on Robot Enhancement

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The project on robot enhancement at the School of Business FHNW has been running since the summer of 2020 and an online survey is currently being conducted. Participation is still possible until November 30, 2020. Vedrana Petrovic and Thao Doan Thi Thu sent a message to all students at the university: „We are two students studying International Management at campus Olten and currently writing our bachelor thesis about social robot enhancement. This thesis is supervised by Prof. Dr. Oliver Bendel and written on behalf of the FHNW. The objective of this bachelor thesis is to examine a potential new working field related to social robots. Therefore, your responses will be very valuable to us. The online survey takes about 5-10 minutes to be completed and can be done until 30 November 2020. Any data is treated anonymously and solely used for the purpose of the survey. Also, don’t miss the chance to win two Coop vouchers worth CHF 20 each at the end of the survey! You can access the survey here: www.surveymonkey.com/r/Y88DNZ3 …“ Over 100 people have already taken part. In order to reach even more people, the students have agreed with the supervisor to spread the link via blogs.

Fig.: Robot enhancement

Von Liebespuppen zu Sexrobotern

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Ende Oktober 2020 ist das Buch „Maschinenliebe“ (Hrsg. Oliver Bendel) erschienen. Es enthält 16 Beiträge international renommierter Expertinnen und Experten. Dabei handelt es sich nicht einfach um eine Sammlung, sondern um eine Komposition, um das Thema der Liebespuppen und Sexroboter möglichst gut abzudecken. Der erste Beitrag, der vom Herausgeber stammt, wird im Abstract so zusammengefasst: „Liebespuppen sind Realität, Sexroboter werden es sein. Natürlich gibt es schon heute beide Arten, aber es lohnt sich, die Entwicklungen und die Praxis genauer anzuschauen und die eigentliche von einer scheinbaren Maschinenliebe zu unterscheiden. Der Beitrag klärt Grundbegriffe, nimmt Einordnungen und Abgrenzungen vor. Dabei verwendet er die Begriffe des Serviceroboters und des sozialen Roboters und stellt Beziehungen zwischen Sexrobotern und anderen Maschinen her. Liebespuppen werden als Nachfolger der Gummi- bzw. Aufblaspuppen und als in der Welt weit verbreitetes Phänomen eingestuft. Es werden fließende Übergänge zu Sexrobotern erkannt. Diese sind mehrheitlich als Projekte und Prototypen vorhanden und recht wenig in Betrieb, was finanzielle, informationelle sowie soziale Gründe hat. Sexroboter können als Serviceroboter und als soziale Roboter verstanden werden, mit der einen oder anderen Besonderheit.“ Das Buch kann über Springer bezogen werden. Wer einen Zugang zu SpringerLink hat, kann es kostenlos herunterladen.

Abb.: Harmony auf einer Messe

Maschinen und Marionetten

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Im Oktober 2020 ist die Dokumentation „Konfiguration“ des Fonds Darstellende Künste erschienen. Aus dem Vorwort des Geschäftsführers Holger Bergman: „Die Welt ist im Wandel. Komplexer ist sie geworden und widersprüchlicher – vor allem aber digitaler. Mit zum Teil großer Selbstverständlichkeit nutzen wir Arbeits- und Organisationsweisen und interagieren in Formen von Öffentlichkeit, die erst durch die technologischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte entstehen konnten. Indem sie kreative Verbindungen zwischen Analogem und Digitalem hervorbringt, kann künstlerische Innovationsforschung einen wichtigen Beitrag leisten, diese neuen Technologien besser zu verstehen. Mit dem Sonderprogramm KONFIGURATION hat der Fonds Darstellende Künste in Zusammenarbeit mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gezielt Projekte aus dem Figuren- und Objekttheater gefördert, die digitale Technik in künstlerische Prozesse einbezogen haben bzw. gesellschaftliche Fragen der Digitalisierung thematisierten.“ (Dokumentation „Konfiguration“) Am Ende der 46-seitigen Dokumentation, die hier heruntergeladen werden kann, findet sich ein Interview von Tom Mustroph mit Prof. Dr. Oliver Bendel zum Verhältnis zwischen Mensch und Maschine.

Abb.: Menschen als Marionetten

Schweizer Digitaltage 2020

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Vom 1. bis 3. November 2020 fanden die Schweizer Digitaltage statt. Der Blick am Sonntag kündigte am ersten Tag die „Highlights“ an. Dazu gehörten laut der Boulevardzeitung (1) der „Mystery Bus“ und (2) „Soziale Roboter“. Zu (1): „Siemens ermöglicht das erste schweizweite mobile Technologie-Adventure-Game. Das Spiel ist in einem Minivan untergebracht. Teams von bis zu vier Personen lösen knifflige Aufgaben, um die Welt im Jahr 2035 nach einem Sonnensturm vor einem absoluten Blackout zu bewahren. Mit Einfallsreichtum und Erfindergeist sollen Lösungen zur Wiederherstellung der Energieversorgung gesucht und die Gefahr für die Erde gebannt werden.“ (Blick am Sonntag, 1. November 2020) Zu (2) schrieb die Zeitung: „Einsatz von Robotern in der Pflege. Ist das die Zukunft? Der Fachkräftemangel wird zunehmend dramatisch. Der Gedanke liegt nahe, Roboter beim Essenaustragen, Waschen und Gesprächeführen zum Einsatz kommen zu lassen. Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Oliver Bendel über Ethik, Sinn und Unsinn.“ (Blick am Sonntag, 1. November 2020) Der Vortrag mit dem Titel „Soziale Roboter in Therapie, Pflege und Haushalt: Aktuelle Entwicklungen und ethische Herausforderungen“ kann hier abgerufen werden.

Abb.: Die Videoaufnahmen wurden im Landhaus in Solothurn gemacht

Empathie und Emotionen sozialer Roboter

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„Roboter, Empathie und Emotionen“ – dieses Forschungsprojekt hatte die Einrichtung für Technologiefolgenabschätzung der Schweiz, die TA-SWISS, im Jahre 2019 ausgeschrieben. Den Zuschlag hatte ein Konsortium von FHNW, ZHAW und Universität St. Gallen erhalten. Der Co-Antragsteller Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW befragte zusammen mit Jeanne Kreis 12 Hersteller, Entwickler und Anwender sozialer Roboter aus der Schweiz, aus Deutschland, aus Luxemburg und den USA. Zudem nahmen sie die Perspektive von Informations-, Roboter- und Maschinenethik ein, um die simulierte Empathie und die simulierten Emotionen einordnen und Empfehlungen für die Gestaltung sozialer Roboter erarbeiten zu können. Ihre beiden Arbeitspakete wurden im Oktober 2020 abgeschlossen. Beteiligt an dem Projekt, das bis zum Frühjahr andauert, sind neben den Genannten u.a. Prof. Dr. Hartmut Schulze (Antragsteller, Psychologie), Prof. Dr. Maria Schubert (Co-Antragstellerin, Pflegewissenschaft), Prof. Dr. Mathias Binswanger (VWL) und Dr. Monika Simmler (Rechtswissenschaft). Der vollständige Projektbericht mit dem Titel „Chancen und Risiken sozialer Roboter für die Schweiz“ liegt bis Mitte 2021 vor.

Abb.: Ein Roboter im Futurium

Wiederauferstehung 4.0

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Manche, die ihren Angehörigen oder ihren Partner verloren haben, lassen ihn mit Hilfe von Technik, Künstlicher Intelligenz und Robotik wiederauferstehen. Die Funke-Mediengruppe hat Oliver Bendel zu diesem Thema befragt. Manche, so seine Auskunft, werden die Toten wiederauferstehen lassen, indem sie deren Sprache oder Stimme verwenden. Es reichen heute nur wenige Minuten der Originalstimme, um Sprachassistenten beliebige Sätze sprechen zu lassen, die ihr täuschend ähnlich sind. Andere werden Avatare erzeugen oder erzeugen lassen, ähnlich wie die Neons. Wieder andere, so der Informations- und Maschinenethiker, werden ihre Toten in Form von humanoiden Robotern bei sich haben. Einrichtungen wie Hanson Robotics und Realbotix in den USA und die Hiroshi Ishiguro Laboratories in Japan können schon heute sehr lebensechte Abbildungen herstellen. Die Aussagen von Oliver Bendel flossen in Beiträge ein, die in zehn Zeitungen und Kanälen erschienen, etwa online im Hamburger Abendblatt.

Abb.: Wiederauferstehung 4.0

Speaking with Harmony

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There is great media interest in the new book „Maschinenliebe“ (ed. Oliver Bendel), which was published in October 2020. Several review copies were sent out. The title means „Machine Love“, „Machines for Love“ or „Machines of Love“. Three contributions are in English. One of them – „Speaking with Harmony: Finding the right thing to do or say … while in bed (or anywhere else)“ – is by Kino Coursey (Realbotix). From the abstract: „Doing or saying the right thing in response to circumstances is a constant problem, especially for embodied personal companions like Realbotix’s Harmony. In this paper we will describe the Harmony system, how it finds the right thing to say or do, and how recent advances in neural network-based natural language processing and generation will be integrated into next-generation systems. These advances will allow the transition from pattern-oriented responses to dynamic narrative-oriented response generation. Future systems will be able adapt to their situation much more flexibly, and allow a wider range of role-playing and interaction.“ More information via www.springer.com/de/book/9783658298630.

Fig.: Speaking with Harmony

Intimate Relationships with Humanoid Robots

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In October 2020 the book “Maschinenliebe” (ed. Oliver Bendel) was published by Springer. The title means “Machine Love”, “Machines for Love” or “Machines of Love”. Three contributions are in English. One of them (“Intimate Relationships with Humanoid Robots”) is by Yuefang Zhou and Martin H. Fischer (University of Potsdam). From the abstract: “The topic of human-robot intimate relationships is not only an intensely emotional one that is present in the mass media because of its ability to stir excitement. The very same topic also requires our understanding of basic mechanisms of the human mind and of social cognition in particular. A scientifically-minded framing of the debate around whether and how we might engage in intimate relationships with humanoid robots in the near future might in turn improve our understanding of human sexuality. Viewed from this angle, intimate human-robot interaction is then merely one of many examples of studying human-machine interactions for the benefit of users and as a means of improving our knowledge about humans and the human mind. In this chapter we will adopt such a stance and discuss both social-cognitive and sexual aspects of this innovative topic, review available empirical evidence and offer some suggestions for further research.” More information via www.springer.com/de/book/9783658298630.

Fig.: Intimate relationships with humanoid robots

Guys and Dolls

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In October 2020 the book „Maschinenliebe“ (ed. Oliver Bendel) was published by Springer. The title means „Machine Love“, „Machines for Love“ or „Machines of Love“. Three contributions are in English. One of them („Guys and Dolls“) is by Kate Devlin and Chloé Locatelli (King’s College London). From the abstract: „This chapter explores the creators and potential consumers of sex robots. With Realbotix as our case study, we take a closer look at the language and sentiments of those developing the technology and those who are testing, consuming, or showing an interest in it. We do this by means of website and chat forum analysis, and via interviews with those involved. From this, we can see the motivation for developing a sexual companion robot places the emphasis firmly on the companionship aspect, and that those involved in creating and consuming the products share an ideology of intimacy and affection, with sexual gratification only playing a minor role.“ More information via www.springer.com/de/book/9783658298630.

Fig.: Kate Devlin in London

Pflegeroboter im Bundesministerium für Gesundheit

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Seit einiger Zeit lässt die Bundesrepublik Deutschland untersuchen, ob Pflegeroboter zukünftig verstärkt gefördert und eingesetzt werden sollen. Am 20. Februar 2019 fand im Deutschen Bundestag das öffentliche Fachgespräch „Robotik in der Pflege – gesellschaftliche Herausforderungen“ statt. Robotikerin Dr. Birgit Graf sprach über „Potenziale und Grenzen der Robotik für die Pflege – Stand der Technik und Anwendung, Herausforderungen für Forschung und Entwicklung“, Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler nahm eine „Einordnung und Bewertung aus Sicht der Pflegewissenschaft“ vor. „Ethisch-normative Herausforderungen der Pflegerobotik“ war der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker. Später folgte eine Einschätzung des Deutschen Ethikrats, der Robotern in der Pflege grundsätzlich positiv gegenübersteht. Am 8. Dezember 2020 findet im von Jens Spahn geleiteten Bundesministerium für Gesundheit das nichtöffentliche Fachgespräch „Robotik in der Pflege: Praktische und ethische Dimensionen“ statt. Prof. Dr. Oliver hält einen Vortrag zum Thema „Ethische Dimensionen von Robotik in der Pflege“. Damit dürfte der Gang durch die Institutionen auf Bundesebene mehr oder weniger abgeschlossen sein.

Abb.: Ein Pflegeroboter und eine Pflegekraft (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Soziale Roboter, die Emotionen zeigen

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Das Kolloquium „Soziale Roboter“ fand am 21. Oktober 2020 im Haus der elektronischen Künste (HeK) in Basel statt. Der Technikphilosoph Prof. Dr. Oliver Bendel, der Psychologe Prof. Dr. Hartmut Schulze und die Künstlerin Simone C. Niquille steckten mit Kurzvorträgen das Themenfeld ab und diskutierten in einem Podiumsgespräch die aufgeworfenen Fragen. In „Maschinenethik und soziale Robotik“ stellte Oliver Bendel diese beiden Disziplinen vor und erklärte die Zusammenhänge zwischen ihnen, unter Einbezug weiterer Disziplinen wie der Künstlichen Intelligenz und des Künstlichen Bewusstseins. Soziale Roboter können Empathie und Emotionen simulieren, Aufgaben im sozialen Kontext lösen und moralischen Regeln folgen. Oliver Bendel nahm eine nicht selbstverständliche Erweiterung des Begriffs vor: Soziale Roboter sind für ihn sowohl Hardware- als auch Softwareroboter, und ihr künstlich hergestelltes Verhalten kann sich nach ihm auf Menschen wie auf Tiere beziehen. Am Ende seines Vortrags ging Oliver Bendel auf HAPPY HEDGEHOG ein, einen tierfreundlichen Rasenmähroboter, der unter seiner Leitung als Prototyp entstanden ist, und auf SPACE THEA, einen Sprachassistenten, der Empathie und Emotionen zeigen und auf Marsflügen eingesetzt werden können soll – der Prototyp soll im Sommer 2021 fertig sein. Das Video zur Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit TA-SWISS durchgeführt wurde, kann über vimeo.com/473412024 aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel im HeK (Foto: HeK)

Die Module spielen verrückt

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„Die Liebe und Zuneigung zu Maschinen und künstlicher Intelligenz wird im deutschsprachigen Raum noch recht stiefmütterlich behandelt, teils sogar verächtlich betrachtet. Dabei sind Gedanke und Sehnsucht, einen nicht natürlichen ‚Automaten‘ zu lieben und auch von ihm geliebt zu werden, schon Tausende von Jahren alt. Wir sprachen mit dem Maschinen- und Roboterethiker Prof. Dr. Oliver Bendel und dem Journalisten, Autor und Japan-Kenner Dr. Felix Lill über die Computerliebe.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Computerliebe: Die Module spielen verrückt“ in tv diskurs, der ein Interview von Sebastian Pertsch mit den beiden Genannten enthält. Felix Lill stellt sich auf seiner Website felixlill.com so vor: „Ich bin Felix Lill, Journalist und Autor. 1985 kam ich in Hamburg zur Welt, bin aber seit mehr als zehn Jahren eher Besucher in meiner Heimat. Seitdem habe ich aus mehr als 40 Ländern berichtet, seit einigen Jahren mit Fokus auf Japan und Ostasien (Projekte ziehen mich aber gelegentlich nach Lateinamerika).“ Auf der Website „Informationsethik“ heißt es: „In seinem ersten Studium ab dem Jahre 1987 hat sich Oliver Bendel intensiv mit der Tierethik beschäftigt. Im zweiten Studium in den 1990er-Jahren ist die Computerethik dazugekommen, die man als ein Teilgebiet der Informationsethik sehen konnte. Seit der Jahrtausendwende gilt das Interesse zunehmend autonomen Maschinen und Systemen sowie sozialen Robotern. Zur Informationsethik publiziert Oliver Bendel seit 2009, zur Maschinenethik seit 2012. Innerhalb der Maschinenethik widmet er sich vor allem Chatbots, Drohnen, Robotern und selbstständig fahrenden Autos, mit Blick auf Menschen und Tiere.“ Der Beitrag kann über tvdiskurs.de/beitrag/computerliebe-1/ aufgerufen werden.

Abb.: Die Module spielen verrückt (Foto: Realbotix)

Soziale Roboter in Therapie, Pflege und Haushalt

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Vom 1. bis 3. November 2020 finden wieder die Schweizer Digitaltage statt. Auf der Website www.digitaltage.swiss heißt es: „Im vierten Jahr unseres Bestehens haben wir uns von einer eintägigen nationalen Veranstaltung zu einer dreitägigen Veranstaltung entwickelt, die sowohl digital als auch physisch in der ganzen Schweiz stattfindet. Unter der Leitung von digitalswitzerland wollen wir die Digitalisierung erlebbar machen und den Dialog ermöglichen. Unser Programm fördert die Zusammenarbeit, neue Denkweisen und eine aktive Debatte zu verschiedenen Themen … Indem wir die Öffentlichkeit, die Regierung, die Wirtschaft und die akademische Welt einbinden, schaffen wir eine Plattform, um die Schweiz vorwärts zu bringen.“ Am 3. November 2020 hält Prof. Dr. Oliver Bendel im Rahmen des Solothurner Digitaltags einen Vortrag zum Thema „Soziale Roboter in Therapie, Pflege und Haushalt: Aktuelle Entwicklungen und ethische Herausforderungen“. Die ganze Veranstaltung findet wegen der Pandemie virtuell statt.

Abb.: Pepper ist ein Allrounder

Love Dolls and Sex Robots in Unproven and Unexplored Fields of Application

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On 24 October 2020 the article „Love Dolls and Sex Robots in Unproven and Unexplored Fields of Application“ by Oliver Bendel was published in Paladyn, Journal of Behavioral Robotics. From the Abstract: „Love dolls, the successors of blow-up dolls, are widespread. They can be ordered online or bought in sex shops and can be found in brothels and households. Sex robots are also on the rise. Research, however, has been slow to address this topic thoroughly. Often, it does not differentiate between users and areas of application, remaining vague, especially in the humanities and social sciences. The present contribution deals with the idea and history of love dolls and sex robots. Against this background, it identifies areas of application that have not been investigated or have hardly been investigated at all. These include prisons, the military, monasteries and seminaries, science, art and design as well as the gamer scene. There is, at least, some relevant research about the application of these artefacts in nursing and retirement homes and as such, these will be given priority. The use of love dolls and sex robots in all these fields is outlined, special features are discussed, and initial ethical, legal and pragmatic considerations are made. It becomes clear that artificial love servants can create added value, but that their use must be carefully considered and prepared. In some cases, their use may even be counterproductive.” The article is available here for free as an open access publication.

Fig.: The creator and his creature (Photo: Realbotix)

KI in der medizinischen Robotik

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Die Emmy Noether Research Group „The Phenomenon of Interaction in Human-Machine Interaction“ und das Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin (LMU München) veranstalten eine Vortragsreihe zu – so die Auskunft auf der Website – einigen der drängendsten Fragen, die sich im Zusammenhang mit der Umsetzung und Nutzung der KI in der Medizin stellen. Jeder Termin besteht aus drei kurzen Vorträgen renommierter Experten auf dem jeweiligen Gebiet, gefolgt von einer Diskussion am Round Table. Alle Vorträge werden bis auf weiteres online (Zoom) gehalten (Website der Forschungsgruppe). Am 19. November 2020 (18.00-19.30 Uhr) wird das Thema „KI in der medizinischen Robotik“ behandelt. Referieren werden Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW (mit einem Vortrag zu Pflegerobotern aus ethischer Sicht), Prof. Dr. Manfred Hild von der Beuth Hochschule für Technik Berlin und Dr. Janina Loh von der Universität Wien. Weitere Informationen über interactionphilosophy.wordpress.com.

Abb.: Oliver Bendel bei einem Vortrag in Berlin (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Buch „Maschinenliebe“ erschienen

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Mitte Oktober 2020 ist das Buch „Maschinenliebe“ (Hrsg. Oliver Bendel) erschienen. Aus dem Klappentext: „Sexroboter sind ein Thema, das die Medien mit Vorliebe behandeln und die Gesellschaft spaltet. Es gibt einige Modelle wie Emma oder Harmony. Viel verbreiteter sind allerdings einfache Liebespuppen mit überzeugender Haut und auswechselbaren Körperöffnungen. Sie finden sich in zahlreichen Bordellen und können problemlos bei Amazon und Co. bestellt werden. Zwischen Liebespuppen und Sexrobotern sind die Grenzen fließend. Sobald Liebespuppen sprechen können oder Sensoren und Aktoren haben, werden sie zu Sexrobotern. Einzelne Varianten weisen mimische Fähigkeiten auf und können den Kopf bewegen. Das Buch erklärt Grundbegriffe, geht auf technische Details ein und diskutiert psychologische, soziologische und philosophische Erkenntnisse und Herausforderungen. Es beleuchtet die Praxis der Sexarbeit und liefert Stellungnahmen von Herstellern und Benutzern.“ Das Buch kann über Springer bezogen werden. Wer Zugang zu SpringerLink hat, kann es kostenlos herunterladen.

Abb.: Harmony bei einer Messe (Foto: Realbotix)

Serviceroboter bei Epidemien und Pandemien

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Am 14. Oktober 2020 ist der Beitrag „Der Einsatz von Servicerobotern bei Epidemien und Pandemien“ von Oliver Bendel in der HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik erschienen. Aus dem Abstract: „Seit jeher werden Roboter eingesetzt, um gefährliche oder für uns nicht bewältigbare Aufgaben zu erledigen. Sie entschärfen Bomben, transportieren Gefahrenstoffe und arbeiten sich in für uns nicht erreichbare Gebiete vor. Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass auch Serviceroboter, die eigentlich nicht für Sonderfälle vorgesehen sind, hilfreiche Dienste bei der Versorgung von Isolierten und bei der Eindämmung von Krankheiten leisten können. Der vorliegende Beitrag stellt vier Typen von Servicerobotern vor. Dann gibt er Beispiele für die Roboternutzung während der Coronakrise im Jahre 2020. Schließlich wird der Frage nachgegangen, in welchem Umfang und in welcher Weise die Robotertypen zusammenarbeiten können und ob man manche von ihnen zu Generalisten weiterentwickeln kann. Zudem werden Geschäftsmodelle und Betriebsmöglichkeiten thematisiert. Der Beitrag zeigt, dass Kohorten von Robotern in Zukunft lebenswichtig sein könnten.“ Er ist Teil von Band 57, Heft 6 (Dezember 2020) mit dem Schwerpunkt Robotik und als Open-Access-Publikation kostenlos hier verfügbar.

Abb.: Serviceroboter werden überall auf der Welt eingesetzt

Deep Fakes in der Bilanz

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Ein Deepfake oder Deep Fake ist nach der Darstellung von Prof. Dr. Oliver Bendel ein mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstelltes Bild oder Video, das authentisch wirkt, es aber nicht ist. Auch die Methoden und Techniken in diesem Zusammenhang würden mit dem Begriff bezeichnet. „Verwendet werden Machine Learning und speziell Deep Learning. Mit Deepfakes will man Kunst- und Anschauungsobjekte schaffen oder Mittel zur Diskreditierung, Manipulation und Propaganda. Politik und Pornografie sind entsprechend eng mit dem Phänomen verwoben. Medien kritisieren Deepfakes und benutzen sie absichtlich oder unabsichtlich zur Desinformation.“ (Gabler Wirtschaftslexikon) In der Bilanz vom 7. Oktober 2020 ist der Beitrag „Was für Pornos erfunden wurde, könnte künftig Kriege auslösen“ von Norbert Lossau erschienen. Zitiert wird auch Oliver Bendel. Der Beitrag ist online über www.welt.de/wissenschaft/plus197745219/Deep-Fakes-Wie-erkennt-man-gefaelschte-Videos-im-Internet.html aufrufbar.

Abb.: Auch von Barack Obama existieren Deep Fakes

Kolloquium im HeK zu sozialen Robotern

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„Gefährliche Maschinen oder freundliche Begleiter? Eines ist klar: unsere Faszination für Roboter ist ungebrochen. In diesem Kolloquium in Kooperation mit TA-SWISS wird ihr weiter nachgegangen.“ So steht es im Teaser eines Textes, der auf der Website des Hauses der elektronischen Künste Basel (HeK) zu finden ist. „Mittlerweile haben Roboter schon längst Einzug gehalten in unser alltägliches Leben: Menschenähnliche oder tierartige Roboter, wie beispielsweise die Robbe Paro, werden in der Gesundheitsfürsorge eingesetzt, Sexroboter kompensieren die Defizite menschlicher Beziehungen, intelligente Geräte hören unseren Gesprächen zu und kümmern sich um unsere Bedürfnisse …“ (Website HeK) Und weiter: „Die Veranstaltung findet im Rahmen einer aktuellen Studie von TA-SWISS statt, die sich mit den Einsatzmöglichkeiten und Risiken von sozialen Robotern befasst, die Empathie simulieren und Emotionen auslösen. Im Zentrum stehen die neuen Herausforderungen in der Beziehung zwischen Mensch und Maschine. An dem Kolloquium werden die beiden Wissenschaftler Prof. Dr. Oliver Bendel und Prof. Dr. Hartmut Schulze sowie die Schweizer Künstlerin Simone C. Niquille mit kurzen Inputs das Themenfeld abstecken und in einem Podiumsgespräch die aufgeworfenen Fragen diskutieren.“ (Website HeK) Weitere Informationen über www.hek.ch/programm/events/event/kolloquium-soziale-roboter.html.

Abb.: Gefährliche Maschinen oder freundliche Begleiter?