Neue Plattform zur Maschinenethik

Die Plattform maschinenethik.net wurde im Frühjahr 2013 gegründet und ist der Maschinenethik und speziell auch der Roboterethik und der Algorithmenethik gewidmet. Im Glossar zur Informationsethik von Oliver Bendel heißt es: „Die Maschinenethik (‚Machine Ethics‘) hat die Moral von Maschinen zum Gegenstand, vor allem von (teil-)autonomen Systemen wie Agenten, Robotern, Drohnen, Computern im automatisierten Handel und selbstständig fahrenden Autos. Sie kann innerhalb von Informations- und Technikethik eingeordnet oder als Pendant zur Menschenethik angesehen werden.“ Kern der Plattform ist ein Blog mit Nachrichten zu Veranstaltungen, Diskussionen, Publikationen und Entwicklungen. Zwei Twitter-Walls bringen die deutsch- und englischsprachigen Tweets zum Thema. Ein Literaturverzeichnis rundet das Angebot ab. Die USA, Kanada, Australien, Japan und Holland forschen intensiv im Bereich der Maschinenethik. Auch aus den deutschsprachigen Ländern sollten Beiträge kommen. Zudem sollten neben KI und Philosophie weitere Disziplinen wie die Wirtschaftsinformatik beitragen.

Abb.: Ein Verkaufsautomat

informationsethik.net feiert

informationsethik.net feiert. Über vierzig Beiträge im Blog, ein Literaturverzeichnis zu Informationsethik und Maschinenethik und ein Glossar zur Informationsethik mit über 160 Begriffen – das ist die Bilanz nach einem Jahr. Betrieben werden Website und Blog von Oliver Bendel. Es handelt sich um ein privates Projekt. Es gibt keine Werbung, wenn man von dem Verweis auf das Buch „Die Rache der Nerds“ und von den Links absieht. Seit Anfang des Jahres werden Stiftungen angefragt, mit dem Ziel, die Plattform auszubauen bzw. eine neue Plattform aufzubauen. Allerdings sind viele Einrichtungen im Bereich der Ethik nicht neutral und nicht – wie informationsethik.net – einer wissenschaftlichen Ethik verpflichtet. Erstes Ziel ist, die Unabhängigkeit zu bewahren. Zugleich möchte der Betreiber andere Perspektiven hinzunehmen – von Philosophen und (Wirtschafts-)Informatikern sowie von Künstlern –, Lehr- und Lernmaterialien bereitstellen und den Diskurs ermöglichen. Das wird aber nur mit einer finanziellen Unterstützung gehen. Man darf gespannt sein, wo informationsethik.net im Jahre 2014 steht.

Abb.: informationsethik.net feiert

Tweets zur Ethik

Einer der aktivsten Twitter-Accounts zur Ethik ist „Informationsethik“ mit dem Benutzernamen @Infoethik, unter dem Oliver Bendel seit Frühjahr 2012 twittert. In der Kurzbeschreibung heißt es: „Infos und Links zur Ethik, insbesondere zu Informations-, Medien-, Wirtschafts-, Politik-, Rechts- und Tierethik sowie Religionskritik.“ Es handelt sich um einen klassischen Kurznachrichtendienst, über den auf Artikel, Studien und Veranstaltungen hingewiesen wird. Die Tweets haben einen strengen Aufbau: Auf den zitierten Titel folgt der Link zum Beitrag, darauf eine Zusammenfassung, die häufig ein weiteres Zitat enthält. In seltenen Fällen steht anstelle der Zusammenfassung ein Kommentar. Jeder Tweet wird verschlagwortet, i.d.R. mit Hashtags zu den Bereichsethiken wie #Informationsethik (unter die Computerethik und Netzethik subsumiert werden), #Medienethik (die ebenfalls darunter subsumiert, aber auch als eigenständige Bereichsethik aufgefasst werden kann) und #Maschinenethik (als Teilbereichsethik bzw. Pendant zur Menschenethik). „Informationsethik“ ist wie die Plattform informationsethik.net der philosophischen Ethik verpflichtet und will eine Alternative zu religiösen und wirtschaftlichen Vereinnahmungen der Ethik sein.

Abb.: Tweets zur Ethik

Neue Themenplattform zur Ethik

Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) hat eine „Themenplattform Ethik“ aufgesetzt, die über www.satw.ch/organisation/tpf zu erreichen ist (Link nicht mehr gültig). Auf der Website heißt es zur grundsätzlichen Motivation: „Die SATW befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen den technischen Wissenschaften, der Gesellschaft und der Umwelt. Es ist ihre Aufgabe, durch sachliche Informationen Ängste und Unsicherheiten in der Gesellschaft abzubauen und durch eine Erörterung von Chancen und Risiken von neuen Technologien einen Beitrag zu einer breiten, ethischen Diskussion zu leisten.“ Es werden zwei allgemeine Ziele formuliert: Zum einen sollen die Auszubildenden im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich über Kenntnisse in Ethik verfügen, zum anderen die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik „für ethisches Handeln“ sensibilisiert werden. Die Leitung obliegt Dr. Tony Kaiser, der bei der ALSTOM (Schweiz) AG „verantwortlich für die langfristigen Technologieprogramme im Kraftwerksbereich“ (Website ETHZ) ist.

Abb.: Kunst von HR Giger