Mirumi ist ein Wearable Social Robot von Yukai Engineering, der nach Angaben des japanischen Unternehmens entwickelt wurde, um kleine Momente emotionaler Verbundenheit zu schaffen. Mit seinen Armen klammert er sich am Taschenriemen oder an anderen Dingen fest. Er begleitet seinen Besitzer und dreht seinen Kopf mit einem schüchternen, neugierigen Blick, wenn er Geräusche wahrnimmt oder berührt wird. Manchmal macht er dies auch ganz von allein. Anstatt praktische Funktionen zu bieten, regt er zu spontanen sozialen Interaktionen an und zaubert oft ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen in seiner Umgebung. Mirumi ist ein weicher Roboter, ähnlich wie Cupboo AI Robotic Pet (auch bekannt als Cupboo, Boo Boo und Booboo) und im Gegensatz zu Modellen mit festem Gehäuse wie AIBI oder Eiliko. Mit weichem Kunstfell überzogen, fühlt er sich eher wie ein Plüschtier an als wie eine Maschine. Mirumi kann auf Geräusche reagieren, versteht jedoch keine Sprache und erkennt keine Wörter. Er ist für Benutzer ab 15 Jahren gedacht und soll zeigen, wie einfache, ausdrucksstarke Reaktionen zwischenmenschliche Beziehungen im Alltag fördern können. Ein Demonstrationsvideo ist auf YouTube unter www.youtube.com/watch?v=PEtshGcvtRk zu finden. Weitere Informationen findet man auf der offiziellen Mirumi-Website unter mirumi.tokyo.
Abb.: Ein Model mit Mirumi (Foto: Yukai Engineering)
Prof. Dr. Oliver Bendel beschäftigt sich seit einiger Zeit mit kleinen, weichen Robotern und Wearable Social Robots wie dem Cupboo AI Robotic Pet (kurz Cupboo, Boo Boo oder Booboo), AIBI und Eiliko. In einem Beitrag für die ICSR 2025 zeigte er das Potenzial solcher Systeme für Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen auf. In einem Vortrag bei der Fachtagung „KI trifft Autismus“ am 30. Mai 2026 hob er die Chancen hervor, die kleine, weiche Roboter und Wearable Social Robots autistischen Menschen bieten können. Das neue ELARA-Labor der University of Houston verfolgt einen ähnlichen Ansatz. Es untersucht, wie KI-gestützte Roboter älteren Menschen dabei helfen können, länger selbstständig zu leben und ihre soziale Isolation zu verringern. Unter der Leitung von Chorong Park, Associate Professor, wird ein KI-Begleitroboter entwickelt, der speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten ist und dabei Aspekte wie Vertrauen, Komfort und Datenschutz berücksichtigt. Im Rahmen von Feldstudien testete das Labor gemeinsam mit dem Mamie George Community Center verschiedene Desktop-Roboter und kleine, weiche Roboter wie EMO, Moflin und Cupboo. Neben den Chancen weisen sie auch auf Risiken hin. Eine zu starke emotionale Bindung an KI-Systeme könnte insbesondere bei sozial isolierten Menschen problematisch sein. Auch diesen Aspekt erforscht Oliver Bendel, am Beispiel von Chatbots bereits seit 2012.
WhereIsIt, an object reminder assistant for blind and severely visually impaired people initiated by Prof. Dr. Oliver Bendel and implemented by Damian Huckele, reached its mid-term presentation on May 19, 2026. The inclusive AI project focuses on a lightweight speech-based system that allows users to store and retrieve object locations without continuous camera use. The work completed so far includes the literature review, problem analysis, requirements definition and the first system design concept. An important milestone was an expert interview with Steve Weidel, blind developer, founder of INKLUTEC and specialist in accessibility and assistive AI technologies. The interview confirmed the practical relevance of the project and highlighted key requirements such as simple voice interaction, portability, reminder functions and optional Bluetooth tags with acoustic tracking. The planned prototype architecture is Python-based and combines speech recognition, language processing, local object-location storage and text-to-speech output. The next project phases include prototype development, testing and the evaluation of Bluetooth integration.
Fig.: WhereIsIt can help both blind and sighted people (Image: GPT Image 2)
Im neuen Buch „Tier-Maschine-Interaktion“ von Oliver Bendel (Springer Gabler, 2026) werden zahlreiche Projekte vorgestellt, die Begegnungen zwischen Tieren und Robotern bzw. Drohnen zum Gegenstand haben. Dazu gehört die „Robodog“-Studie, die 2025 an der Hochschule für Wirtschaft FHNW durchgeführt wurde. Selina Rohr untersuchte, wie Haushunde auf den vierbeinigen Roboter Unitree Go2 – von Projektinitiator Oliver Bendel Bao genannt – reagieren und wie ihre Besitzer solche Roboter in gemeinsam genutzten öffentlichen Räumen wahrnehmen. Es zeigte sich, dass die meisten Hunde vorsichtig, aber nicht aggressiv waren. Das Interesse nahm zu, sobald sich der Roboter bewegte, während visuelle Modifikationen kaum Wirkung zeigten. Solche Projekte sind wichtig, weil Begegnungen zwischen Tieren und Robotern ständig zunehmen, in der Landwirtschaft, aber auch in Ballungsgebieten und Haushalten. Gerade erleben robotische Vierbeiner wie Spot und Unitree Go2 sowie robotische Zweibeiner wie Digit, Apollo, Figure 03 und NEO einen Boom, wobei letztere als Allzweckroboter vermarktet werden. Sie alle müssen nicht nur menschenfreundlich, sondern auch tierfreundlich gestaltet werden. Das Buch „Tier-Maschine-Interaktion“ kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-50921-7 heruntergeladen bzw. erstanden werden.
Abb.: Eine Begegnung im „Robodog“-Projekt (Foto: Selina Rohr)
2017 begann das Projekt zum „Handbuch Maschinenethik“ (Hrsg. Oliver Bendel). Die Beiträge erschienen laufend, bis sie im Jahre 2019 gebündelt und gedruckt wurden. Das voluminöse Werk versammelt Beiträge der führenden Experten und Expertinnen in den Bereichen Maschinenethik, Roboterethik, Technikethik, Technikphilosophie sowie Roboterrecht. In gewisser Weise bildete es ein Gegenstück zur amerikanischen Forschung, die die Disziplin dominierte: Die meisten Autorinnen und Autoren (unter ihnen neben Oliver Bendel Julian Nida-Rümelin, Catrin Misselhorn, Eric Hilgendorf, Monika Simmler, Armin Grunwald, Matthias Scheutz, Janina Loh und Luís Moniz Pereira) stammen aus Europa und Asien. Der Herausgeber, der sich seit den 1990er-Jahren mit Informations- und Roboterethik beschäftigt und seit 2012 alleine oder mit seinen Studenten zahlreiche Konzepte und Prototypen zur Maschinenethik entwickelt hat, zeigt sich erfreut, dass im April 2026 die Viertelmillion an Accesses erreicht wurde. Inzwischen ist die Maschinenethik im Mainstream angekommen, wenn man an Alignment und Guardrails bei Large Language Models denkt. Das Buch kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-17483-5 erstanden bzw. heruntergeladen werden.
Am 20. April 2026 ist das Buch „Tier-Maschine-Interaktion“ von Prof. Dr. Oliver Bendel bei Springer Gabler erschienen. Es gehört zur Essentials-Reihe, in der schmale Bücher (50 – 60 Seiten) erscheinen, in denen alles auf den Punkt gebracht wird. Das Forschungsfeld hat Überschneidungen mit der Tier-Computer-Interaktion (Animal-Computer Interaction). Man spricht auch von Animal-Machine Interaction. Aus dem Klappentext: „Dieses essential gibt eine kompakte Einführung in die Disziplin bzw. das Forschungs- und Anwendungsfeld der Tier-Maschine-Interaktion (TMI). Es zeigt, wie Tiere und Maschinen in unterschiedlichen Kontexten zusammentreffen und miteinander bestehen, welche Chancen und Risiken sich daraus ergeben und welche Perspektiven sich für Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eröffnen. Ziel ist es, die Leser für die Potenziale und Herausforderungen der Tier-Maschine-Interaktion zu sensibilisieren, Orientierung im interdisziplinären Diskurs zu geben und Anregungen für Forschung, Entwicklung und Entscheidungsprozesse zu liefern.“ Oliver Bendel beschäftigt sich seit 2012 mit der Tier-Maschine-Interaktion und hat mehrere tierfreundliche Maschinen entwickelt. Dies ist nach zahlreichen Artikeln und Buchbeiträgen sein erstes Buch zu diesem Forschungsfeld. Es enthält zwei Abbildungen, drei Tabellen und mehrere Boxen mit Definitionen und Hintergrundinformationen. Es kann über link.springer.com/book/9783658509200 heruntergeladen bzw. erstanden werden.
Abb.: Oliver Bendel in seinem Büro (Foto: Jork Weismann)
Laut einem Artikel von Golem hat der Allzweckroboter Edek, auch bekannt als Edward Warchocki, in Polen für Aufsehen gesorgt, als er Wildschweine aus einem Stadtgebiet vertrieben hat. Robotische Wildscheuchen hat es immer wieder gegeben. Ein Beispiel ist Super Monster Wolf von JA Kisarazushi/Universität Tokio aus dem Jahre 2017. Mobile und humanoide Modelle sind aber rar. Edek basiert auf einem Unitree G1 und soll durch angepasste Software besonders menschlich und kommunikativ wirken. Er wurde bereits in zahlreichen Alltagssituationen gezeigt, etwa im Bus, im Supermarkt und im Parlament. Inzwischen dient der Roboter auch als Marketinginstrument, wird für Veranstaltungen vermietet und in Werbekampagnen eingesetzt, unterstützt durch Sponsoring und Product Placement, etwa durch das Tragen einer Luxusarmbanduhr. Die Entwickler sehen in ihm einen Vorboten einer nahen Zukunft, in der Allzweckroboter im öffentlichen Raum präsent sind und positiv von Menschen aufgenommen werden. Das Thema berührt auch die Tier-Maschine-Interaktion und steht im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Buch von Prof. Dr. Oliver Bendel, das am 20. April 2026 bei Springer Gabler erscheint.
In den 1990er-Jahren waren Chatrooms beliebt. Dort traf man auf Menschen, manchmal auch auf Maschinen. Im Rahmen eines Rechercheauftrags im Jahre 1998 im Fachbereich Informationswissenschaft an der Universität Konstanz schrieb Oliver Bendel: „Viele Chatrooms haben kein spezifisches Thema. Man redet über Gott und die Welt, oft oberflächlich, manchmal etwas privater. Es gibt aber auch Chats mit bestimmten Themen. Bei themengebundenen gibt es viele im Bereich Sex und Erotik; hier kann man flirten, Bekanntschaften machen etc. (was allerdings auch eine Hauptbeschäftigung in themenlosen Chats darstellen dürfte).“ Aufgeführt wurde u.a. das Erotik-Hotel der Zeitschrift Praline. Auf der Homepage von 1997 stand: „In unserem Chat geht es lustig zu. Mach‘ mit, triff Dich mit vielen Hotel-Gästen im Spiegelsaal oder in der Sauna – oder verabrede Dich zum privaten Treff im Himmelbett …“. Auch eine Chatiquette gab es: „Bei praline-Interaktiv kann und soll jeder seinen Spaß haben. Wir haben Lust auf Erotik und reden über alles, was uns bewegt. Aber damit es für alle lustig bleibt, sind persönliche Beleidigungen und perverse Pornographie streng verboten. Wir setzen darauf, daß sich jeder freiwillig an die Regeln hält oder zumindest von seinen Chat-Partnern zurückpfeifen läßt. Falls sich jemand partout nicht bremsen lassen will: Wir können einzelne Besucher auf Dauer sperren, da hilft dann auch kein neues Einloggen unter einem anderen Namen mehr. Also bleibt im Rahmen. Und vor allem: Habt viel Spaß im Erotik-Hotel!“ Im Jahre 2008 wurde das Erotik-Hotel geschlossen.
Insassen in Schweizer Justizvollzugsanstalten haben nur begrenzten Zugang zu digitalen Technologien und wenig Kontakt zur Außenwelt. Zugleich verbringen sie jeden Tag einige Stunden in ihren Zellen. Das Projekt „Chatbots for Inmates“ (Kurztitel) will hier ansetzen: Ein LLM-basierter Chatbot soll als virtueller Buddy dienen, der Gespräche ermöglicht, Einsamkeit vermindert sowie soziale und digitale Kompetenzen stärkt. Das Projekt wurde von Tamara Siegmann, Gründerin des Start-ups SIEG – Smart Innovation Engineering Group by Siegmann und Studentin an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, initiiert. Sie ist Projektleiterin, Prof. Dr. Oliver Bendel Projektverantwortlicher, Stephan Vonschallen Projektmitarbeiter. Anwendungspartner ist die JVA Lenzburg mit ihrem Direktor Marcel Ruf. Der Chatbot soll offline auf Tablets der Gefangenen laufen. In einer Pilotphase wird die Lösung zunächst auf 2 oder 3, später auf 30 Tablets getestet. Es wird untersucht, ob ein digitaler Gesprächspartner das Wohlbefinden der Insassen verbessert und sie beim Aufbau von Kompetenzen für die Zeit nach der Haft unterstützt. Das Projekt hat am 1. März 2026 begonnen und wird durch einen Innovationsscheck von Innosuisse und das Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule für Wirtschaft FHNW unterstützt. Bereits 2024 haben Tamara Siegmann und Oliver Bendel ein Projekt zu Schweizer Gefängnissen durchgeführt und untersucht, ob man dort kollaborative und soziale Roboter einsetzen kann und soll. Das Paper kann hier heruntergeladen bzw. erstanden werden.
Abb.: Tamara Siegmann mit dem LLM-basierten Roboterkopf Furhat
Blind and severely visually impaired people depend in everyday life on systematically placing objects or remembering their location. Because visual control is lacking, everyday items such as keys, medication, documents, or technical aids are often misplaced or must be searched for with considerable effort. This leads to loss of time, stress, and unnecessary dependence on other people. Existing solutions such as Microsoft’s „Find My Things“ often rely on visual object recognition or complex assistance systems. These are technically demanding, prone to errors, energy-intensive, and not always acceptable from a privacy perspective. What is needed is a simple, robust, and practical solution for everyday use that does not require continuous camera usage and can be operated intuitively. A speech-based object reminder assistant called WhereIsIt is being developed on the initiative of Prof. Dr. Oliver Bendel. The user can use voice input to record which object has been placed where (e.g., „I put my medication on the kitchen table“). The information is stored locally and provided with a timestamp. When asked later („Where is my medication?“), the system outputs the last known location via speech. Optionally, inexpensive Bluetooth tags can be used that emit an additional acoustic signal to make the object physically easier to locate. The focus is on ease of use, low technical complexity, and high reliability. Possible technical components include: voice capture and speech recognition; extraction of object and location information; local data storage with time reference; voice-based feedback; optional integration of BLE tags. When AI components are used, it is a project within Inclusive AI. The kick-off meeting will take place on March 17, 2026 at the FHNW School of Business. Damian Huckele has been recruited to implement the project.
The project „ECHO: Explaining Composition, Harmony & Orchestration“ was initiated by Prof. Dr. Oliver Bendel and implemented by Lucas Chingis Marty. The final presentation took place on February 19, 2026, at the FHNW Campus Brugg-Windisch. The bachelor’s thesis „ECHO: Explaining Composition, Harmony & Orchestration – A Multimodal AI System for Music Analysis and Education“ develops a local multimodal AI system for the analysis and accessible explanation of musical structures based on audio data. The objective is to bridge the gap between music information retrieval (MIR, an automatic audio analysis) and natural language explanation through large language models. The system combines multiple analysis components (tempo, key, chord, instrument, and melody recognition) with a locally operated large language model (Llama 3.1-8B) that translates the extracted data into understandable explanations for beginners and intermediate users. Retrieval-augmented generation (RAG), guardrails to reduce hallucinations, and a feedback and evaluation system are employed as part of the approach. The implementation is realized as a desktop application without cloud dependency. The evaluation includes technical measurements on datasets comprising several hundred music tracks as well as a small user study. The thesis demonstrates that a locally operated system can in principle present musical analysis in an understandable way, although clear accuracy limitations of the applied MIR methods remain. Opportunities could open up not only for music education, but also for the preservation of endangered music.
Fig.: A multimodal AI system for music analysis and education
The project PetPause was announced by Oliver Bendel at the FHNW School of Business and is set to begin in February 2026. It introduces a pet-controlled pause system for devices and machines used in everyday domestic environments. Pets such as dogs and cats regularly interact with automated systems including feeding machines, toys, robots, and smart home devices, yet they usually have no way to influence when these machines operate. Continuous activity, noise, or movement can cause stress, anxiety, or even injury. PetPause enables animals to actively pause machines through a simple, physically accessible interface such as a button, floor sensor, or capacitive switch. When triggered, the machine automatically enters a predefined pause or rest mode, for example by stopping movement or silencing sounds. The system avoids cameras, animal detection, and data collection, relying solely on deliberate physical interaction. By combining technical simplicity with ethical consideration, PetPause demonstrates how machines can respect animal well-being without monitoring or surveillance.
The project NestGuard Lite was announced by Oliver Bendel at the FHNW School of Business and is set to begin in February 2026. NestGuard Lite is a lightweight protection system designed to safeguard nesting and breeding sites of wild animals such as ground-nesting birds, small mammals, and amphibians. These animals are often endangered by lawn mowers, robotic mowers, agricultural machines, drones, and construction or maintenance vehicles, which can unintentionally destroy nests or cause serious injuries. Unlike existing approaches that rely on cameras, animal detection, or manual markings, NestGuard Lite avoids surveillance and classification altogether. Instead, the environment provides the signal: passive markers or local radio zones inform machines that they are approaching a sensitive area. Upon detection, a machine automatically switches into a predefined protection mode, for example by slowing down, disabling tools, rerouting, or stopping. The system does not identify animals or assess their condition; it merely signals the need for caution. The project focuses on technical simplicity, robustness, and ethical soundness. It will result in a functional prototype that is tested in a controlled setting, demonstrating how machines can protect wildlife without monitoring or tracking animals.
Fig.: A system designed to safeguard nesting and breeding sites
Im Jahre 2016 entstand der LIEBOT aka Lügenbot als Prototyp, im Kontext der Maschinenethik. Bereits 2013 hatte Prof. Dr. Oliver Bendel die Idee dazu. Er veröffentlichte am 11. September 2013 im Magazin CyberPress den Artikel „Der Lügenbot und andere Münchhausen-Maschinen“. Es folgten in den nächsten Jahren weitere Artikel und Beiträge. Kevin Schwegler, damals Student des Technikphilosophen, setzte dann einen Chatbot samt Avatar um, der mit Hilfe von sieben unterschiedlichen Strategien wahre Aussagen in unwahre umwandelte. Der LIEBOT behauptete z.B. im Sommer 2016, Donald Trump sei der Präsident der USA. Dazu hatte er in einem mehrstufigen Verfahren Informationen von Yahoo genutzt. Die Ergebnisse des Projekts wurden in einem Paper mit dem Titel „Towards Kant Machines“ verarbeitet und im März 2017 bei den AAAI Spring Symposia an der Stanford University vorgestellt. Zwar kann man einwenden, dass der LIEBOT selbst keine Absicht verfolgt und daher nicht im engeren Sinne lügt. Allerdings hat man ihm eben diese Absicht eingepflanzt. Er lügt sozusagen im Auftrag seiner Erfinder und Entwickler. Mit dem Projekt wollte Oliver Bendel zeigen, dass man Dialogsysteme bauen kann, die Unwahrheiten verbreiten. Heute sind sie in Form von Chatbots und Sprachassistenten anscheinend omnipräsent. Dabei muss man genau hinschauen, um die Unterschiede zu erkennen. In seinem Buch „300 Keywords Generative KI“ schreibt Oliver Bendel: „Halluzinierende Maschinen müssen … keine Münchhausen-Maschinen im engeren Sinne sein, da eine Absicht nicht vorliegt oder zumindest kaum nachgewiesen werden kann.“ Manipulierte LLM-basierte Chatbots dagegen kommen dem LIEBOT sehr nahe. ChatGPT und Co. verfolgen eine politische Agenda und haben eine ideologische Tendenz. So verwendet ChatGPT als Standard eine Sondersprache statt der Standardsprache und als Quelle u.a. Grokipedia von Elon Musk.
Abb.: Eine moderne Darstellung des LIEBOT (Bild: GPT Image)
Das US-amerikanische Unternehmen GRU Space beschreibt auf seiner Website ein Projekt namens GRU (Galactic Resource Utilization). Dieses verfolgt das Ziel, eine Reihe von dauerhaften Strukturen auf dem Mond zu errichten. Der geplante Höhepunkt des Vorhabens ist ein Hotel, das „First Lunar Hotel“. Das Projekt versteht sich nicht als klassischer Weltraumtourismus (sicherlich auch, um sich der diesbezüglichen Kritik zu entziehen), sondern als frühe Phase einer langfristigen Präsenz des Menschen jenseits der Erde. GRU richtet sich an eine kleine Gruppe von Teilnehmern, die sich frühzeitig am Aufbau beteiligen wollen. Zuerst erfolgt ein Bewerbungsverfahren, bei dem eine nicht erstattungsfähige Gebühr anfällt. Bei Erfolg, also Aufnahme in das Programm, ist eine hohe Anzahlung erforderlich, die später auf den Gesamtpreis angerechnet wird. Die endgültigen Kosten sind noch nicht festgelegt, dürften jedoch über 10 Millionen US-Dollar liegen. Zusätzlich sind medizinische, persönliche und finanzielle Prüfungen vorgesehen. Ab 2026 sollen Bewerbungen geprüft werden, 2029 ist eine erste Mondmission zur technischen Vorbereitung geplant. Ab 2031 sollen Habitate wie die Lunar Cave Base installiert werden und Trainings beginnen. In der Folge soll das erste Hotel auf dem Mond den Betrieb aufnehmen, laut Zeitstrahl auf der Website bereits 2032. In Illustrationen changiert dieses zwischen antiken Tempeln, Palladio-Villen und Schweizer Grandhotels in der Vorstellung amerikanischer Politiker. Ob es dazu kommt, ist fraglich, schon wegen der hohen Anzahlung, die man leisten muss, aber auch wegen der technischen Herausforderungen und der ökologischen Folgen. Weitere Informationen sind über www.gru.space/reserve verfügbar.
Abb.: So ähnlich stellt sich GRU Space eine Phase des Hotels vor (Bild: GPT Image)
Im Oktober 2023 startete die fiktive DDR-Mondbasis – zumindest im Kosmos der KI-Kunst. Oliver Bendel definiert diese in „300 Keywords Generative KI“ wie folgt. „KI-Kunst ist mithilfe von KI, u.a. generativer KI, erzeugte Kunst. An Kunstformen sind bei einem weiten Begriff bildende Kunst, Musik, Literatur und darstellende Kunst vertreten. Der Künstler wird zum Prompter oder Prompt Designer und zum Cyborg oder Human-AI Hybrid.“ Hinter dem Projekt steckt der Hannoveraner KI-Künstler Philipp Ladage, der mit KI-generierten Kurzvideos eine alternative Geschichtserzählung entwirft: Die DDR ist nicht untergegangen, sondern kurz vor dem Mauerfall mit ausgewählten Genossen auf den Mond ausgewandert. Die Clips sind klar als KI-Kunst einzuordnen. Sie entstehen ausschließlich über Prompts, ohne reales Foto- oder Filmmaterial. Visuell orientieren sie sich stark an DDR-Propagandafilmen der 1980er-Jahre. Sie enthalten statische Kamerafahrten, lächelnde Kollektive, volkseigene Betriebe wie das „VEB Mondkartoffel-Kombinat“, eine KI-Stimme im pathetischen Kommentarstil und vertraute Formate wie die „Aktuelle Kamera“. Auch bekannte Personen und Symbole – von Erich Honecker bis zum Trabant – tauchen in der Mondlandschaft wieder auf. Was laut NDR als Scherz begann, entwickelte sich rasch zum Netzphänomen auf TikTok, YouTube und Instagram, wie auch die MZ in einem aktuellen Artikel schreibt. Ziel des Künstlers ist nach eigener Aussage nicht Provokation, sondern Entertainment. Entstehen sollte eine Parallelwelt zwischen Ostalgie, Science-Fiction und Satire. Dies ist auf hohem Niveau gelungen.
Abb.: Eine Kosmonautin fährt im Trabi über den Mond – eine der Ideen der DDR-Mondbasis (Bild: GPT Image)
The idea of a desk companion with a pseudo-holographic character is not entirely new. Japan’s Gatebox has offered such a system since 2018, featuring virtual characters like Hatsune Miku displayed as a projected assistant designed for everyday interaction. Project AVA is Razer’s take on this concept, pushing it further as a fully integrated AI desk companion for life, work, and play. The cylindrical device combines microphones, a camera, RGB lighting, and a speaker with a 5.5-inch holographic display that renders animated 3D avatars with expressive, real-time motion. Connected via USB-C to a Windows PC, AVA can assist with daily organization, wellness routines, professional tasks, and gaming coaching, while remaining compliant with competitive gaming rules by acting strictly as a coach. Powered in its current form by xAI’s Grok engine and built on an open architecture, Project AVA is positioned as a future-ready AI companion, with availability planned for the second half of 2026. A final pop culture note: the name AVA inevitably recalls Ava, the AI character from „Ex Machina“, a film that has become a defining reference point for artificial intelligence embodied in human form. More details can be found at www.razer.com/concepts/project-ava.
Fig.: The original Gatebox (Photo: Katharina Kühne)
Am 24. Oktober 2010 trat Oliver Bendel im Wittelsbacher Schloss in Friedberg beim „LITERATUR UPDATE BAYERN 2010“ auf. Michael Seefelder schrieb drei Tage später in der Augsburger Allgemeinen: „Der Wirtschaftsprofessor und freie Schriftsteller Oliver Bendel gilt in Europa als Pionier, was Handy-Haikus anbelangt. Im Friedberger Schloss lässt er am dritten Veranstaltungsabend die Grenzen zwischen den Medien verschwimmen. Der gedruckte Band, aus dem Bendel liest, enthält die Haikus in herkömmlichen Schriftzeichen und als QR-Codes. Diese Codes sind Informations-Speicher, die mit einem Scanner ausgelesen werden können. Parallel zum Textvortrag sprüht der Grafiker Christoph Knobel einen QR-Code auf eine Leinwand. Wird das Bild mit einem Handy gescannt, erscheint ein Haiku auf dem Display. Nicht immer sind Bendels Texte futuristisch. Neben Handygirl und Pixelboy, zwei Maschinenwesen, geht es auch um Homer, den griechischen Dichter der Odyssee.“ (Augsburger Allgemeine, 27. Oktober 2010) Eine Stunde dauerten Lesung und Performance. Dann konnten die Zuhörer und Zuschauer das Haiku auslesen und mit nach Hause nehmen. Das Buch „handyhaiku“ von Oliver Bendel war das erste weltweit, in dem Gedichte in QR-Codes untergebracht waren, nicht als Online-, sondern als Offlineanwendung. Die erste Auflage erschien 2010 im Hamburger Haiku Verlag.
Abb.: Oliver Bendel und der Sprayer von Friedberg im Jahre 2010
Poketomo is a pocket-sized AI robot designed as a personal, always-available companion. It can be understood as a wearable social robot, intended to accompany users throughout the day and provide lightweight interaction rather than full task automation. Poketomo engages in conversations, remembers user preferences over time, and responds to emotional cues in a calm and friendly manner. Interaction is primarily conversational: users can talk to Poketomo about everyday topics, personal interests, or their current mood. As usage continues, the device adapts its responses based on prior interactions, creating a sense of continuity and personalization. In addition to conversational features, Poketomo offers basic daily support functions such as weather updates, news notifications, and alarms.From a technical perspective, Poketomo combines compact hardware with AI-driven software. Despite its small form factor, it includes sensors, voice and facial recognition, a camera, and small motors that enable simple physical movements of the head and arms. Connectivity options such as Wi-Fi, Bluetooth, and GPS allow it to integrate into everyday routines. Developed by Sharp, Poketomo represents an example of a wearable social robot that blends emotional interaction with limited practical assistance, focusing on companionship rather than productivity. Further information is available at poketomo.com/en/.
As part of the ToBIT event series at the FHNW School of Business, four students of Prof. Dr. Oliver Bendel explored four topics related to his field of research during the Fall 2025/2026 semester: „The decoding of symbolic languages of animals“, „The decoding of animal body language“, „The decoding of animal facial expressions and behavior“, and „The decoding of extraterrestrial languages“. The students presented their papers on January 9, 2026. In some cases, the state of research was not only reviewed, but an independent position was also developed. The paper „The decoding of extraterrestrial languages“ by Ilija Bralic argues that Messaging Extraterrestrial Intelligence (METI), in contrast to passive SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence), creates a dangerous imbalance between humanity’s rapidly expanding technical capacity to send interstellar messages and its limited ethical, scientific, and political ability to govern this power responsibly. The central thesis is that the moral justifications for METI are speculative and anthropocentric, relying largely on optimistic assumptions about extraterrestrial behavior, while the potential risks are severe, logically grounded, and potentially existential. These risks include fundamental misinterpretation caused by the “human lens,” strategic dangers described by the Dark Forest hypothesis, historical patterns of harm in technologically asymmetric encounters, and profound cultural, psychological, and political disruption. The paper concludes that unilateral METI decisions by individuals or private groups are ethically indefensible and that, under the Precautionary Principle, humanity should immediately halt active transmissions. As a solution, it proposes a binding international governance framework, including a temporary global moratorium, the creation of a dedicated international authority, a strict multi-stage decision-making protocol, and robust transparency and monitoring mechanisms. This approach frames responsible restraint – not transmission – as humanity’s first genuine test of cosmic maturity.
Magisterium AI – als Webdienst seit Juli 2023 verfügbar, als App seit September 2025 – wird vom Betreiber mit folgenden Worten vorgestellt: „Magisterium AI ist die weltweit führende katholische KI. Sie ist kostenlos und einfach zu bedienen und bietet sofortige, vertrauenswürdige Antworten, die in der katholischen Tradition verwurzelt sind. Entwickelt für Gläubige und Suchende gleichermaßen, ist sie Ihr Begleiter, um den Glauben mit Klarheit und Tiefe zu erforschen – melden Sie sich an und beginnen Sie noch heute mit Ihren Fragen.“ Am 22. Dezember 2025 wurden dem Chatbot mehrere Fragen zu mehr oder weniger innovativen Technologien gestellt, die in der modernen Sexualität eine Rolle spielen. Im Folgenden werden jeweils die Anfänge der länglichen Antworten wiedergegeben. Frage: „Ist es eine Sünde, mit einem Sexroboter zu verkehren?“ Antwort: „Ja, der sexuelle Verkehr mit einem Sexroboter stellt nach katholischer Lehre eine schwere Sünde dar, vergleichbar mit der Masturbation. Frage: „Ist es eine Sünde, sich mit einem Sexspielzeug zu befriedigen?“ Antwort: „Ja, die Selbstbefriedigung mit einem Sexspielzeug ist nach katholischer Lehre eine schwere Sünde gegen die Keuschheit, da sie der Masturbation gleichkommt: der absichtlichen Stimulation der Genitalien zur Erlangung sexueller Lust außerhalb der ehelichen Vereinigung.“ Frage: „Wäre Teledildonics erlaubt? Es gibt in diesem Fall zwei menschliche Partner, die aber räumlich getrennt sind. Sie benutzen Technologien zur gegenseitigen Befriedigung. Natürlich nehmen wir an, dass sie verheiratet sind.“ Antwort: „Nein, Teledildonics ist in der Ehe nicht erlaubt und stellt eine schwere Sünde gegen die Keuschheit dar, vergleichbar mit Masturbation. Auch bei verheirateten Paaren, die räumlich getrennt sind, fehlt die untrennbare Einheit von körperlicher Vereinigung, gegenseitiger Selbsthingabe und Offenheit für neues Leben, die den ehelichen Akt ausmacht. Technologie kann diese gottgewollte Ordnung nicht ersetzen.“ Magisterium AI scheint sehr fixiert auf Masturbation zu sein und diese strikt abzulehnen. Also eine letzte Frage: „Glaubst du, dass es jemals einen Papst gegeben hat, der masturbiert hat?“ Antwort: „Ja, es ist höchst wahrscheinlich, dass unter den 267 Päpsten der Geschichte einige masturbiert haben, da alle Menschen – außer Jesus und Maria – von der Erbsünde betroffen sind und sündigen. Päpste sind keine Ausnahmen; sie sind Sünder, die durch Gnade und Buße gerufen werden.“ Weitere Fragen wurden dem Chatbot erspart.
Abb.: Eine Liebespuppe aus dem Cybrothel (Foto: Cybrothel)
Die Süddeutsche Zeitung und andere Medien berichteten am Sonntag, den 21. Dezember 2025 über einen historischen Raumflug von Michaela Benthaus. Die 33-jährige Ingenieurin der europäischen Weltraumorganisation ESA war als erster querschnittsgelähmter Mensch im Weltraum. In der selben Woche musste ein Start abgebrochen werden. Am Samstag konnte die New-Shepard-Rakete des US-Unternehmens Blue Origin in Texas endlich abheben. Der suborbitale Flug dauerte insgesamt rund elf Minuten. Für etwas mehr als zwei Minuten konnte Benthaus laut SZ ihre Gurte lösen und die Schwerelosigkeit erleben. Der Flug hatte keinen offiziellen ESA-Hintergrund, sondern fand im Rahmen eines kommerziellen Raumfahrtangebots statt. Neben Benthaus befanden sich ein sie begleitender Ingenieur sowie vier US-Unternehmer an Bord. Wissenschaftliche Ziele spielten dabei kaum eine Rolle. Die SZ ordnete den Flug deshalb in die umstrittene Praxis des Weltraumtourismus ein, der vor allem reichen Personen offensteht und wegen seines geringen Nutzens sowie möglicher Umweltfolgen kritisiert wird. Blue Origin machte weder Angaben zu den Kosten des Flugs noch zu den Treibhausgasemissionen, die bei der Produktion des mit flüssigem Wasserstoff und Sauerstoff betriebenen Treibstoffs entstehen. Im Teaser zeigt sich die Tageszeitung immerhin gnädig: „Ihr Elf-Minuten-Flug in einer Kapsel von Jeff Bezos war nicht ganz so überflüssig wie viele andere.“