Von Actroid bis Euclid

„Ein Android (oder Androide) ist eine menschengleiche bzw. -ähnliche Maschine oder ein künstlicher Mensch. Ein weiblicher Android wird manchmal auch als Androidin oder als Gynoid (alternativ Gynoide) bezeichnet. Zumeist handelt es sich um einen Roboter, zumindest einen Automaten. Wenn etwas humanoid oder anthropomorph ist, ist es von menschlicher Gestalt bzw. menschenähnlich, was Verhalten, Mimik, Gestik und Sprache mit einschließen kann. Damit humanoide Automaten und Roboter als Androiden gelten können, müssen sie Menschen täuschend ähnlich sein.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 17. Juli 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Ideen- und Entwicklungsgeschichte“ und „Modelle des 20. und 21. Jahrhunderts“, worin historische und aktuelle Prototypen und Produkte aufgeführt werden, sowie „Kritik und Ausblick“. Darin heißt es: „Die Roboterethik untersucht, ob man Androiden überhaupt in die Welt bringen sowie Stereotype wiedergeben oder brechen sollte und ob sie zu hohe Erwartungen wecken, die dann nicht erfüllt werden können, was sich in Frustration, in der Verringerung von Akzeptanz und im Uncanny-Valley-Effekt zeigen kann. Die Maschinenethik versucht ihnen für ihre Akte und Sprechakte moralische Regeln einzupflanzen, nicht zuletzt um Vorgaben und Erwartungen zu erfüllen. Die Roboterphilosophie widmet sich neben der ethischen der ontologischen und ästhetischen Dimension von Androiden.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/androiden-178017 aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel mit Euclid (Foto: Nihan Karataş)

Humanoide, animaloide und dingliche Roboter

Zahlreiche führende Expertinnen und Experten haben am Buch „Soziale Roboter“ mitgewirkt. Von Peter Remmers stammt die Abhandlung „Humanoide, animaloide und dingliche Roboter: Begriffliche, ethische und philosophische Aspekte“. Aus dem Abstract: „Humanoide und animaloide Gestaltungen von Robotern orientieren sich im engeren Sinne an der physischen Gestalt von Menschen oder Tieren. Im weiteren Sinne umfassen sie auch anthropomorphe oder zoomorphe Gestaltungselemente wie kognitive Funktionen, simulierte soziale Verhaltensweisen und emotionale Ausdruckselemente. Entsprechende Gestaltungen provozieren den für die soziale Robotik zentralen Effekt des Anthropomorphismus, der einerseits die Mensch-Roboter-Interaktion fördert, andererseits aber auch zu Problemen führt. Ethisch relevant sind Fragen nach (1) der Reproduktion von diskriminierenden Stereotypen, (2) der Behandlung von sozialen humanoiden oder animaloiden Robotern und (3) der Täuschungsproblematik. Die philosophische Diskussion dreht sich schließlich in erster Linie um den Einfluss des mit der Robotergestaltung suggerierten Vergleichs zwischen Maschine und Mensch auf das Menschenbild.“ Das von Oliver Bendel herausgegebene Werk ist Anfang November 2021 erschienen und kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 bezogen werden.

Abb.: Ein Modell eines humanoiden Roboters