Prof. Dr. Oliver Bendel, Technikphilosoph aus Zürich, war im Gespräch mit der Sonntagszeitung. Thema war der zunehmend automatisierte Kundendienst, bei dem Chatbots, FAQs und komplizierte Telefonmenüs den direkten Kontakt zu kompetenten Ansprechpartnern erschweren oder sogar verhindern. Oliver Bendel beschäftigt sich seit den 1990er-Jahren mit Chatbots und KI-Agenten. Er erläuterte, dass Unternehmen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz erhebliche Personalkosten einsparen können, die Kunden dafür aber oft mit ungelösten Problemen und wachsender Frustration bezahlen. Für die zahlreichen unnötigen Hürden hat sich in der Forschung der Begriff „Sludge“ etabliert. Besonders problematisch findet Bendel, wenn Reklamationen verschleppt und berechtigte Anliegen nicht ernsthaft bearbeitet werden. Er spricht sich deshalb für einen gesetzlichen Anspruch auf persönlichen Kundendienst in bestimmten Situationen aus, etwa bei Betrugsverdacht, gesundheitlichen Krisen oder finanziellen Schwierigkeiten. Vor allem bei Banken, Versicherungen, Verkehrsbetrieben und Behörden hält er verbindliche Mindeststandards für sinnvoll. Der vollständige Artikel ist in der Sonntagszeitung vom 1. November 2026 unter dem Titel „Ärger mit dem Kundendienst – Firmen sparen Millionen“ auf einer Zweidrittelseite erschienen.
The article „Who Queered the Sex Robot? Notes on Attribution and Conceptual History“ by Oliver Bendel, published in Philosophy & Technology on June 10, 2026, is now available as open access and can be read and downloaded free of charge. An article titled „Queering Sex Robots Beyond Diversifying Design? Insights from Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism“ by Maaike van der Horst and Anna Puzio was published in the journal Philosophy & Technology in March 2026. Surprisingly, it does not reference several works that are highly relevant to the topic, including publications by Tanja Kubes and Oliver Bendel. As a result, some of the article’s claims to originality appear less convincing than they might otherwise have been. Following an exchange with one of the journal’s editors, Luciano Floridi, Oliver Bendel therefore submitted a commentary, which was published in Philosophy & Technology on June 10, 2026. From the abstract: „This commentary discusses Maaike van der Horst and Anna Puzio’s article ‚Queering Sex Robots Beyond Diversifying Design? Insights from Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism‘. While acknowledging the article’s valuable contribution, particularly its integration of Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism, the commentary argues that its account of prior scholarship is incomplete. Several key themes and proposals presented as novel – including critiques of humanoid mimicry, new-materialist approaches to sexuality and technology, queer design concepts, relational ontology, and transformative sex robot forms – had already been developed in earlier work by Tanja Kubes and Oliver Bendel. The omission of these contributions affects assessments of originality, the reconstruction of the field’s intellectual development, and the allocation of scholarly credit. The commentary therefore calls for a more comprehensive scholarly genealogy of queer and new-materialist approaches to sex robots and argues that careful citation practices are essential to maintaining the integrity of academic discourse.“ The article „Who Queered the Sex Robot? Notes on Attribution and Conceptual History“ can be accessed at link.springer.com/article/10.1007/s13347-026-01123-3.
Richard Brautigan widmete sich immer wieder Robotern und anderen Maschinen. Sein Gedicht „Robot, Part 2“ – Teil einer größeren Gedichtfolge mit dem Titel „Group Portrait Without the Lions“ („Gruppenbild ohne die Löwen“) – lautet: „Robot likes to sleep / through long lazy summer afternoons. / So do his friends / with the sun reflecting / off them like tin cans.“ Vermutlich stammt es aus den 1960er- oder 1970er-Jahren. In deutscher Übersetzung ist es in dem Band „Die Pille gegen das Grubenunglück von Spring Hill & 104 andere Gedichte“ (1987) zu finden, in dem mehrere Sammlungen aus der Zeit von 1968 bis 1976 verwertet werden. Im Jahre 1967 veröffentlichte Richard Brautigan sein Gedicht „All Watched Over by Machines of Loving Grace„. Darin entwirft der amerikanische Schriftsteller die Vision einer Welt, in der Tiere, Menschen und Maschinen in Harmonie zusammenleben. Er beschreibt kybernetische Wiesen und Wälder, in denen sich Säugetiere und Computer begegnen und Hirsche friedlich an Maschinen vorbeiziehen: „I like to think (and / the sooner the better!) / of a cybernetic meadow / where mammals and computers / live together in mutually / programming harmony / like pure water / touching clear sky. // I like to think / (right now, please!) / of a cybernetic forest / filled with pines and electronics / where deer stroll peacefully / past computers / as if they were flowers / with spinning blossoms. // I like to think / (it has to be!) / of a cybernetic ecology / where we are free of our labors / and joined back to nature, / returned to our mammal / brothers and sisters, / and all watched over / by machines of loving grace.“ Auch Oliver Bendel hat Robotergedichte geschrieben. Manche sind in den Bänden „handyhaiku“ (mit QR-Codes als 2D-Codes) und „Die Astronautin“ (mit 3D-Codes) enthalten, andere liegen als mit Text-to-Speech-Engines produzierte Audiofiles vor.
Abb.: Gruppenbild ohne die Löwen (Bild: GPT Image 2)
Im Jahre 1995 veröffentlichten Michael Wooldridge und Nicholas R. Jennings in der Zeitschrift The Knowledge Engineering Review ihren grundlegenden Aufsatz „Intelligent Agents: Theory and Practice“ … Darin beschäftigten sie sich mit den Eigenschaften intelligenter Softwareagenten, insbesondere mit Autonomie, Reaktivität, Proaktivität und sozialer Kompetenz, die sich in der Interaktion mit anderen Agenten oder Menschen zeigt. Ende der 1990er-Jahre war die Agententechnologie ein viel diskutiertes Forschungs- und Anwendungsgebiet. Davon zeugen auch zwei Bücher der Bibliothek von Oliver Bendel, nämlich „Agententechnologie: Die Einführung“ von Richard Murch und Tony Johnson, das sich vor allem mit intelligenten Softwareagenten zur Informationssuche im Internet befasst, und „Intelligente Software-Agenten“ von A. K. Caglayan und C. G. Harrison, das die Grundlagen, die Technik und die praktische Anwendung im Unternehmen behandelt. Ebenfalls zur Hand war der Band „Intelligente Softwareagenten: Grundlagen und Anwendungen“ von Walter Brenner, Rüdiger Zarnekow und Hartmut Wittig aus dem Jahre 1997. Ausgehend von Fallbeispielen entwickelten die Autoren eine methodische Darstellung intelligenter Softwareagenten. Einen umfassenden wissenschaftlichen Überblick bot schließlich der 1999 von Gerhard Weiss herausgegebene Sammelband „Multiagent Systems: A Modern Approach to Distributed Artificial Intelligence“. Er widmete sich u.a. Agentenarchitekturen sowie Kooperation, Koordination und Kommunikation in Multiagentensystemen. Wer sich heute KI-Agenten zuwendet, begegnet somit zahlreichen Fragestellungen, die bereits vor rund drei Jahrzehnten intensiv untersucht wurden. Neu sind vor allem die technologischen Möglichkeiten, die sich durch große Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) ergeben haben, nicht aber die grundlegende Idee autonom und zielorientiert agierender intelligenter Softwareagenten. Oliver Bendel hatte um die Jahrtausendwende über pädagogische Agenten promoviert. Unter ihnen waren sowohl Chatbots mit Avataren als auch KI-Agenten im engeren Sinne. Ein paar verfügten zudem über Hardware- und Softwareerweiterungen wie Kameras mit Gesichts- und Emotionserkennung und bildeten eine Brücke zu sozialen Robotern. Der Zweitbetreuer der Doktorarbeit war Walter Brenner gewesen.
Abb.: Zwei Bücher aus der Bibliothek von Oliver Bendel
Artmafia, eine Oltener Kunstbewegung rund um das Handy in den 2000er- und 2010er-Jahren, hat im November 2009 mehrere Handyhaikus von Oliver Bendel veröffentlicht. Die Gedichte waren als Bildtafeln umgesetzt und konnten über einen Premium-SMS-Dienst heruntergeladen werden. Ab 2010 gab es sie auch als Klingeltöne. Eingesprochen worden waren sie von Julia Nierle. Bereits 2007 hatte Oliver Bendel den Handyroman, der in Japan sehr beliebt war, nach Europa geholt. Es entstanden zwei Serien um eine Privatdetektivin in Berlin und einen Avatar auf einem Handy, der in der Wirklichkeit mit Superkräften aufwartete. Handygirl, so der Name, war vor allem bei jungen Mädchen beliebt. Zudem war mit „lonelyboy18“ ein Einzelroman vorhanden, der sich eher an Jungen richtete. Die Bücher bzw. Folgen bekam man ebenfalls über einen Premium-SMS-Dienst aufs Handy. Produziert und vertrieben wurden sie von Verlagen wie cosmoblonde in Berlin und Blackbetty in Wien. Letzterer veröffentlichte Ende Januar 2010 den allerersten Lyrikband in seinem Programm. Die 100 Handyhaikus in „stöckelnde dinger“ von Oliver Bendel besangen Brigitte Bardot, Jane Birkin und eine Frau auf einem Bild von Vermeer und huldigten den künstlichen Wesen der Antike und – Stichwort Handygirl – der Gegenwart. Oliver Bendel tourte mit seiner Handyliteratur auf Einladung zweier Goethe-Institute durch die Niederlande und wurde im Standardwerk zur modernen deutschen Literatur mit zwei Seiten bedacht.
Im Juni 2009 ließ Oliver Bendel einen Stempel anfertigen, mit dem man QR-Codes aufs Papier bringen konnte. Immer wieder wurde ein Briefumschlag erweitert – man sprang von dort bequem auf die Website oliverbendel.net, die seit 2008 existierende Website des Wissenschaftlers und Schriftstellers. Mit QR-Codes hat er seit damals immer wieder experimentiert. Sein Buch „handyhaiku“ war das erste weltweit, in dem Gedichte in QR-Codes untergebracht waren, nicht als Online-, sondern als Offlineanwendung. Der Hamburger Haiku Verlag sagte 2009 zu. Die erste Auflage erschien dann im Jahr darauf. Am 24. Oktober 2010 trat Oliver Bendel im Wittelsbacher Schloss in Friedberg beim „LITERATUR UPDATE BAYERN 2010“ auf. Michael Seefelder schrieb drei Tage später in der Augsburger Allgemeinen: „Der Wirtschaftsprofessor und freie Schriftsteller Oliver Bendel gilt in Europa als Pionier, was Handy-Haikus anbelangt. Im Friedberger Schloss lässt er am dritten Veranstaltungsabend die Grenzen zwischen den Medien verschwimmen. Der gedruckte Band, aus dem Bendel liest, enthält die Haikus in herkömmlichen Schriftzeichen und als QR-Codes. Diese Codes sind Informations-Speicher, die mit einem Scanner ausgelesen werden können. Parallel zum Textvortrag sprüht der Grafiker Christoph Knobel einen QR-Code auf eine Leinwand. Wird das Bild mit einem Handy gescannt, erscheint ein Haiku auf dem Display. Nicht immer sind Bendels Texte futuristisch. Neben Handygirl und Pixelboy, zwei Maschinenwesen, geht es auch um Homer, den griechischen Dichter der Odyssee.“ (Augsburger Allgemeine, 27. Oktober 2010) Eine Stunde dauerten Lesung und Performance. Dann konnten die Zuhörer und Zuschauer das Haiku auslesen und mit nach Hause nehmen.
„Ein AI Companion (KI-Begleiter) – ‚AI‘ steht für ‚artificial intelligence‘, ‚KI‘ für ‚künstliche Intelligenz‘ – ist ein Chatbot (oder Sprachassistent), mit dem Benutzer private Gespräche und Beziehungen führen und der sie emotional unterstützt. Er wird scheinbar zum Freund und Vertrauten. Wenn er erotisch aufgeladen ist, wird er scheinbar zum Partner. Manche AI Companions können sich an die Persönlichkeit des Benutzers oder an seine Vorlieben anpassen und erlauben Rollenspiele aller Art, wie es auch in den MUDs und MOOs der 1980er- und 1990er-Jahre, in Second Life ab 2003 oder im Metaverse von Meta ab 2021 der Fall war. Oft ist ein Avatar vorhanden, zuweilen ein Hologramm (das kein echtes sein muss).“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „AI Companion“ von Oliver Bendel, der am 17. Oktober 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgt der Abschnitt „Beispiele“, in dem u.a. Virtual Girlfriend (V-Girl) und Replika genannt werden. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Ein AI Companion kann in besonderen Situationen durchaus Unterstützung und Befriedigung bieten. Dazu gehören Gefängnis-, Krankenhaus- und Auslandsaufenthalte sowie Raumflüge ebenso wie Phasen der Einsamkeit und Entfremdung im gewöhnlichen Alltag. Er birgt allerdings die Gefahr, dass sich Benutzer mit einseitigen Beziehungen zufriedengeben und – nicht zuletzt durch ständige Verfügbarkeit und ständigen Zuspruch – emotional abhängig von ihm werden. Zudem können informationelle Autonomie und Privat- und Intimsphäre verletzt werden.“ Es schließen sich Einordnungen in die Bereichsethiken an. Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ai-companion-178291 aufgerufen werden.
Abb.: Das Virtual Girlfriend von 2004 (Bild: Screenshot der Website von Artificial Life, Ausschnitt)
Das Schweizer Onlinemagazin Republik mit Sitz in Zürich sieht sich gerne als moralische Instanz. Es belehrt Unternehmen und Institutionen über den richtigen Umgang mit Daten, über Verantwortung und Transparenz. Nun räumte es am 15. Oktober 2026 in einem Artikel ein, dass Unbekannte über zwei Monate hinweg Zugriff auf eine Kopie seiner Datenbank hatten. Betroffen sind sämtliche aktiven und ehemaligen Benutzer, darunter Newsletter-Abonnenten. Abgeflossen sind Namen, E-Mail-Adressen und weitere persönliche Angaben. Auch die Zuordnung anonymer Kommentare zu ihren Verfassern war möglich. Im schlimmsten Fall könnten rund 2300 Personen identifiziert werden. Besonders brisant ist, dass die Sicherheitslücke seit dem 6. August bekannt war und ein Update bereitstand. Die Republik hatte es jedoch versäumt, die Sicherheitswarnungen des Herstellers zu abonnieren und automatische Prüfungen einzurichten. Der Angriff wurde erst am 14. Oktober bemerkt. Das Medium, das anderen regelmäßig erklärt, wie sie mit sensiblen Informationen umzugehen haben, hatte die eigenen Systeme nicht im Griff. Bemerkenswert ist auch die Sprache, in der die Republik über den Fall berichtet. Bereits im Vorspann heißt es: „Es sind Nutzerinnendaten, aber keine Kreditkarteninformationen abgeflossen.“ Das ist irreführend, denn selbstverständlich sind auch Daten männlicher Benutzer abgeflossen. Das vermeintliche generische Femininum, das in dieser Form gar nicht existiert, produziert hier eine Falschinformation. Im Artikel selbst ist von den „Angaben aller unserer Nutzerinnen“ die Rede, zu denen die „aktiven Verleger“ gezählt werden. Der Widerspruch könnte kaum deutlicher sein. Schon in einem früheren Beitrag wurde auf solche Falschnachrichten und -informationen durch Gendersprache hingewiesen und dabei die Republik als Beispiel angeführt. Vier Jahre später hat sich offenbar wenig geändert. Die moralische Haltung wird bis in Orthografie und Grammatik hinein demonstriert, während die journalistische Kompetenz auf der Strecke bleibt. Dabei wäre gerade bei einer Mitteilung über ein schwerwiegendes Datenleck sprachliche Genauigkeit geboten. Die Schweiz bräuchte dringend seriöse linke Stimmen – doch eine Simulation des Journalismus gefährdet nicht nur die Glaubwürdigkeit der Medien, sondern auch die Standfestigkeit der Demokratie.
Im Jahre 1967 veröffentlichte Richard Brautigan sein Gedicht „All Watched Over by Machines of Loving Grace“. Darin entwirft der amerikanische Schriftsteller die Vision einer Welt, in der Tiere, Menschen und Maschinen in Harmonie zusammenleben. Er beschreibt kybernetische Wiesen und Wälder, in denen sich Säugetiere und Computer begegnen und Hirsche friedlich an Maschinen vorbeiziehen: „I like to think (and / the sooner the better!) / of a cybernetic meadow / where mammals and computers / live together in mutually / programming harmony / like pure water / touching clear sky. // I like to think / (right now, please!) / of a cybernetic forest / filled with pines and electronics / where deer stroll peacefully / past computers / as if they were flowers / with spinning blossoms. // I like to think / (it has to be!) / of a cybernetic ecology / where we are free of our labors / and joined back to nature, / returned to our mammal / brothers and sisters, / and all watched over / by machines of loving grace.“ Mehr als fünfzig Jahre später beschäftigt sich der wissenschaftliche Artikel „Passive, Active, and Proactive Systems and Machines for the Protection and Preservation of Animals and Animal Species“ (2022) von Oliver Bendel aus Zürich mit einer ähnlichen Vision: Maschinen und autonome Roboter könnten künftig Tiere und ganze Tierarten schützen, Gefahren erkennen und selbständig eingreifen. Während Brautigan seine kybernetische Ökologie als poetische Utopie entwirft, vielleicht mit ironischer Absicht, untersucht der Artikel die technischen und ethischen Voraussetzungen einer solchen Welt. Dabei steht weniger die Befreiung des Menschen von der Arbeit im Vordergrund, wie bei dem amerikanischen Schriftsteller, sondern der Schutz der Tiere vor menschlichen Eingriffen. Was in den 1960er-Jahren noch wie eine fantastische Vorstellung erschien, ist heute als faszinierende Möglichkeit in die Nähe gerückt.
Abb.: Ein Buch von Richard Brautigan (Foto: Make It Old/CC BY-NC-SA 2.0)
VDI nachrichten hat im September 2026 ein Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel zu neuen Berufen in der Raumfahrt geführt. Der Technikphilosoph hat nach dem Gedichtband „Die Astronautin“ (2020) im Jahre 2025 ein Lexikon zum Weltraum vorgelegt (Springer Gabler). Für das Coffee-Table-Buch „RE:VIEW“ von We Mind Publishing wurde er neben 27 anderen Persönlichkeiten – wie Brian May und Jonathan Meese – dazu befragt, ob die Menschheit es wert ist, gerettet zu werden, etwa wenn ein Meteorit auf die Erde zurast. Beteiligt an dem Buch ist auch die European Space Agency, kurz ESA. Eine der Fragen von VDI nachrichten war, welche neuen Berufsfelder entstehen werden. Er antwortete darauf: „Meines Erachtens braucht die neue Raumfahrt keineswegs nur Ingenieure und Astronauten. Schon heute wächst der Bedarf an Informatikern, KI-Spezialisten, Robotikern, Datenwissenschaftlern und Experten für Cybersicherheit. Mit längeren bemannten Missionen kommen Ärzte, Psychologen, Ernährungswissenschaftler und Spezialisten für Lebenserhaltung hinzu. Auch Juristen, Ökonomen und Ethiker werden gebraucht, etwa wenn es um Weltraumrecht, Weltraumethik, Planetenschutz, Weltraumschrott, Rohstoffabbau oder den Umgang mit autonomen Systemen geht.“ Aus seinen Antworten wurde im Artikel „Völlig schwerelos: Weltraum bietet neue Chancen für Ingenieure“ zitiert, der am 9. Oktober 2026 erschienen ist. Der Titel erinnert natürlich an „Völlig losgelöst“ von Peter Schilling, der Major Tom aus David Bowies „Space Oddity“ zurückgeholt und ihm neues Leben eingehaucht hat.
Auch nach fast zehn Jahren hat die Universität Bern ihre fragwürdigen „Empfehlungen“ für eine „Geschlechtergerechte Sprache“ (so der Titel des Dokuments) nicht zurückgezogen. Das Redaktionsteam bildeten Prof. Dr. Martin Reisigl, Ursina Anderegg, Lilian Fankhauser und Kathrin Beeler. Auf Seite 43 wird unter der Überschrift „Korrektes Zitieren“ dazu geraten, das generische Maskulinum in wissenschaftlichen Zitaten mit „[sic!]“ zu kennzeichnen. Dieses Zeichen dient üblicherweise dazu, auf Fehler oder Auffälligkeiten im Original hinzuweisen. Damit wird eine wissenschaftliche Konvention für sprachpolitische Zwecke missbraucht und der irreführende Eindruck erweckt, der zitierte Wissenschaftler habe einen Fehler begangen. Eine solche Praxis ist wissenschaftsethisch höchst bedenklich und widerspricht grundlegenden Prinzipien wissenschaftlicher Redlichkeit, insbesondere der Pflicht, fremde Aussagen sachgerecht und ohne irreführende Zusätze wiederzugeben. Sie wirft zudem Fragen hinsichtlich der Wissenschaftsfreiheit (Art. 20 BV) auf, insbesondere wenn die Empfehlung bei der Beurteilung wissenschaftlicher Arbeiten zum Maßstab erhoben wird. Auch persönlichkeitsrechtlich ist sie bedenklich: Die Herabsetzung des wissenschaftlichen Ansehens kann unter Umständen eine Verletzung von Art. 28 ZGB darstellen. Die Universität Bern setzt damit ausgerechnet ihre eigenen Wissenschaftler einem rechtlichen Risiko aus, wenn diese ihrer Empfehlung folgen. Wie viele Geschädigte es aufgrund der Anwendung dieser Empfehlung tatsächlich gibt, lässt sich kaum feststellen.
Der 2001 verfasste und 2002 im Luchterhand Verlag erschienene Sammelband der Autorengruppe E-Writing.de um Thomas Glatt (Credit Suisse) behandelte herausragende E-Learning-Projekte und praktische Erfahrungen, Methoden und Herausforderungen beim kollaborativen Schreiben und Arbeiten im digitalen Raum. Viele Unternehmen bauen gegenwärtig – so hieß es im Klappentext – E-Learning-Angebote auf, „um ihre betriebliche Weiterbildung effizienter und moderner zu gestalten“. Technisch seien viele Dinge möglich, doch es hapere bei der Umsetzung: „Was sind erfolgversprechende Konzepte? Wie kann das Lernen im Netz organisiert werden?“ Und welche Hindernisse gebe es, die möglicherweise das gesamte Projekt zum Scheitern bringen? Eine Gruppe von E-Learning-Experten aus Unternehmen nutze nun das Internet, um auf der Plattform www.e-writing.de das neuartige Buch zu schreiben. Dieses enthalte einerseits zukunftsweisende E-Learning-Projekte aus Unternehmen wie Credit Suisse, Hofmann-LaRoche, Dresdner Bank etc., „andererseits eine Einschätzung über die Chancen und Hindernisse des Lernens im Netz, die die Autoren beim Arbeiten im virtuellen Team gewonnen haben“. „Eine Sonderstellung hat das Buch durch seine zwei Textebenen: Die vorgestellten Projekte werden von den anderen Teilnehmern hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit kommentiert.“ Oliver Bendel – damals Leiter des CC E-Learning an der Universität St. Gallen – war zusammen mit Lore Reß – die das Studium der Elektrotechnik in Friedberg 1970 abgeschlossen hatte – für das Glossar verantwortlich.
Abb.: Die Website von E-Writing mit dem Profil von Oliver Bendel
„Q&A aus dem Orbit: 26 Tage vor der Ankunft am Asteroiden beantwortet Hera live, wie eine KI-Raumsonde plant, die Menschheit zu retten.“ So lautet die Überschrift für eine Veranstaltung zum Coffee-Table-Buch „RE:VIEW – Wozu die Menschheit retten?“, die am 9. Oktober 2026 auf der Frankfurter Buchmesse stattfand. Weiter heißt es: „Millionen Kilometer von der Erde entfernt manövriert HERA, eine Raumsonde der ESA, durch das All. An Bord arbeitet eine künstliche Intelligenz. Kurz vor ihrer Ankunft am Asteroiden spricht Hera mit Ian Carnelli, dem ESA-Missionsleiter, Markus Mooslechner, Director of Innovation von Terra Mater Studios und Ihnen. Nehmen Sie Teil [!] an dem Gespräch, beleuchten Sie mit Hera gemeinsam die Menschheit und diskutieren Sie mit ihr, ob die Menschheit es wert ist[,] gerettet zu werden.“ Das Coffee-Table-Buch ist am 14. September 2026 erschienen. Mit dabei sind unter anderem der Queen-Musiker und Astrophysiker Brian May, der ehemalige kanadische Astronaut Chris Hadfield, die erste Weltraumtouristin Anousheh Ansari, der „Interstellar“-Visionär Paul Franklin, die PETA-Gründerin Ingrid Newkirk, der Ex-Gitarrist von Guns N‘ Roses Ron „Bumblefoot“ Thal, der Science-Fiction-Autor Andreas Eschbach, der Künstler Jonathan Meese und der Technikphilosoph und Maschinenethiker Oliver Bendel, der 2025 das Buch „300 Keywords Weltraum“ veröffentlicht hat. Das Buch mit seinen 400 Seiten und zahlreichen Bildern ist im Buchhandel verfügbar und wird noch bis 11. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse zu sehen sein.
Abb.: Auch ein Kind wurde interviewt (Bild: We Mind Publishing)
Das neueste Buch von Oliver Bendel wird den Titel „500 Keywords Robotik: Roboter aus technischer, wirtschaftlicher und ethischer Perspektive“ tragen. Insbesondere durch die philosophischen Betrachtungen hebt es sich von anderen Grundlagenwerken ab. Es finden sich nicht nur Einträge wie „Allzweckroboter“, „Endeffektor“ und „Freiheitsgrad“, sondern auch solche wie „Mensch“, „Kultur“ und „Robozän“. Zu den längsten Beiträgen gehören „Schönheit“ – eingegangen wird ausführlich auch auf die Schönheit von Robotern, Avataren und Hologrammen – und „Roboterenten“. Das Lexikon wird Anfang 2027 auf den Markt kommen. Seit 2016 sind fünf „Keywords“-Bände von Oliver Bendel bei Springer Gabler erschienen, dazu ein weiterer, der gemeinsam mit Kollegen verfasst wurde, und zwei Neuauflagen. Am 9. Oktober 2026 wurde das – je nach Zählweise – sechste oder neunte Lexikon dieser Art fertiggestellt. Bis 2016 waren die „Keywords“-Bände ausschließlich vom Verlag selbst zusammengestellt worden, was auch später noch das übliche Verfahren war. Sie speisten sich aus Beiträgen, die im Gabler Wirtschaftslexikon veröffentlicht worden waren. Beispiele sind „222 Keywords Wirtschaftsgeografie“ oder „333 Keywords Arbeitsrecht“. Oliver Bendel führte seine eigenen „Keywords“-Bände ein, die aus seinen im Gabler Wirtschaftslexikon veröffentlichten Beiträgen und von ihm neu geschriebenen Texten bestanden. Es wurden Themen wie „Informationsethik“, „Digitalisierung“, „Soziale Robotik“, „Generative KI“ und „Weltraum“ abgedeckt. Das Gabler Wirtschaftslexikon soll 2027 eingestellt werden. Umso wichtiger werden die „Keywords“-Bände sein.
Abb.: Oliver Bendel mit dem Labububot des MIT (Foto: Stephan Vonschallen)
„Bei außerirdischem Leben handelt es sich um Lebensformen, die nicht von der Erde stammen. Ob solche überhaupt existieren, gehört zu den offenen Fragen der Wissenschaft und damit der Astrobiologie. Der Begriff schließt einfachste Mikroorganismen ebenso ein wie komplexe Lebensformen oder kollaborative, intelligente Zivilisationen. Grundlage der Forschung in der Astrobiologie ist zunächst das auf die Erde bezogene Verständnis von Leben, das auf bestimmten chemischen und physikalischen Bedingungen basiert, etwa dem Vorhandensein flüssigen Wassers, organischer Moleküle, stabiler Energiequellen und einer relativ konstanten Umgebung. Es gilt aber, weitere Erscheinungsformen in Betracht zu ziehen.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Außerirdisches Leben“ von Oliver Bendel, der am 2. Oktober 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Methoden und Strategien“, „Philosophie und Naturwissenschaften“ und „Science-Fiction“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Die Entdeckung außerirdischen Lebens, selbst in einfachster Form, hätte weitreichende Konsequenzen für Wissenschaft, Gesellschaft und Philosophie. Sie würde das bisherige Alleinstellungsmerkmal der Erde hinterfragen und die Vorstellungen über Biologie und Evolution erweitern. Die Aussicht auf intelligentes außerirdisches Leben wirft darüber hinaus Fragen nach Kommunikation, Kultur und Verantwortung auf, nicht nur im Bereich der wissenschaftlichen Praxis, sondern auch in der politischen und moralischen Reflexion. In diesem Zusammenhang wäre eine Alienethik zu begründen. Der First Contact könnte ein ebenso aufregendes wie einschneidendes Erlebnis sein, auf einer ähnlichen Stufe wie das Erwachen der Maschinen, also das Entstehen von Bewusstsein in ihnen. Vermutlich wird der Mensch aber höchstens Signale von Zivilisationen empfangen, die dann längst untergegangen sind.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ausserirdisches-leben-178244 aufgerufen werden.
Am 30. September 2026 ist im K-Tipp der Artikel „SBB-Billette nur per Handy oder Karte: ‚Für viele schlicht nicht möglich'“ von Roberto Zimmermann erschienen. Darin kommt auch der Wirtschaftsinformatiker und Informationsethiker Oliver Bendel zu Wort. Er spricht sich dafür aus, durch Digitalisierung im öffentlichen Verkehr zusätzliche Möglichkeiten zu schaffen, ohne bestehende Zugangsmöglichkeiten abzuschaffen. Wer Bahn oder Bus benutzen möchte, sollte dafür weder ein Smartphone noch ein Bankkonto, eine Kreditkarte oder eine spezielle Chipkarte benötigen. Zwar verursacht die Annahme von Bargeld gewisse Kosten, doch müssen auch die gesellschaftlichen Folgen berücksichtigt werden, wenn Menschen von grundlegenden Dienstleistungen ausgeschlossen werden oder ihre Selbstständigkeit verlieren. Bendel hält deshalb eine gesetzliche Verpflichtung zur Gewährleistung eines einfachen analogen Zugangs und zur Annahme von Bargeld im öffentlichen Verkehr für vertretbar. Wie die Verkehrsunternehmen dies technisch organisieren, sollte ihnen grundsätzlich überlassen bleiben. Entscheidend seien Wahlfreiheit, gesellschaftliche Teilhabe und informationelle Selbstbestimmung. Eine solche Regelung wäre aus seiner Sicht keine Absage an die Digitalisierung, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Der vollständige Artikel (im Print „Billette nur per Handy oder Karte: ‚Für viele schlicht nicht möglich'“) ist unter www.ktipp.ch/artikel/artikeldetail/bahn-und-bus-billette-nur-per-handy-oder-karte-fuer-viele-schlicht-nicht-moeglich abrufbar.
„Roboterprogrammierung ist die Programmierung von Industrie- und Servicerobotern sowie sozialen Robotern mit Hilfe unterschiedlicher Verfahren, die sich nach Typ, Aufgabe und Einsatzgebiet richten. Sie dient dazu, Bewegungen, Aktionen, Reaktionen und andere Verhaltensweisen festzulegen, zu steuern und aufeinander abzustimmen. Dabei verbindet sie die Software mit den elektronischen und mechanischen Komponenten des Roboters bzw. mit seiner Sensorik und Aktorik. Das Programm bestimmt Bewegungsabläufe, die Verarbeitung von Sensordaten und die Ansteuerung von Werkzeugen oder anderen Endeffektoren sowie bei bestimmten Servicerobotern und bei sozialen Robotern Äußerungen und Töne.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Roboterprogrammierung“ von Oliver Bendel, der am 16. September 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Sprachen und Methoden“ und „Bedingungen und Aspekte“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Die Roboterprogrammierung ist in der KI-Ära bzw. im Robozän zahlreichen Veränderungen unterworfen. Klassische Programmierverfahren werden zunehmend durch No-Code-Systeme, maschinelles Lernen, generative KI und weitere KI-basierte Verfahren ergänzt. Damit verändert sich auch der Beruf des Roboterprogrammierers: Einzelne Tätigkeiten können automatisiert werden, während neue Anforderungen etwa bei Integration, Überwachung, Sicherheit und Qualitätssicherung entstehen.“ Es schließen sich ethische Überlegungen an. Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterprogrammierung-178170 aufgerufen werden.
Abb.: Einer der Unitree-Go2-Roboter von Oliver Bendel (Foto: Josip Jukic)
Der Tages-Anzeiger ist immer noch eine wichtige Stimme in der Schweiz und hat einen guten Ruf. Umgeben ist er von Simulationen und Parodien des Journalismus, von der Republik bis zur (ehemals soliden, heutzutage propagandistischen) Weltwoche. Umso wichtiger sind Korrektheit und Präzision im Formalen und Korrektheit im Inhaltlichen. Nicht alle Journalisten bzw. Titel- und Teaserproduzenten sind sich dieser Verantwortung bewusst. Die Onlineausgabe vom 25. September 2026 enthält einen Artikel mit dem Titel „In diesen Berufen gibt es in Zürich immer mehr Jobs“. Der Teaser lautet: „Die Stellensuche ist schwieriger geworden, aber längst nicht für alle. Unsere Auswertung zeigt, dass etwa Handwerkerinnen derzeit gesucht sind – im Gegensatz zu Softwareentwicklern und Anlageberatern.“ Wer im Deutschunterricht der Primarschule nicht durchgehend gepennt hat, weiß ganz genau, dass movierte Formen dieser Art ausschließlich weibliche Personen bezeichnen können. Nun trifft dies vermutlich auf die Verursacher nicht zu. Vermutlich will man hier die Leser erziehen oder eine moralische Position einnehmen, von der aus man auf sie herabblicken kann – aber tatsächlich werden Falschinformationen in die Welt gesetzt. Man hört regelrecht das Kichern der Verantwortlichen, weil es so viele Handwerkerinnen gar nicht geben dürfte (dafür ziemlich viele Anlageberaterinnen), und man spürt förmlich die pubertäre Freude daran, die Dinge auf den Kopf zu stellen. Damit verliert man aber Leser und Leserinnen, die zu Recht Korrektheit und Präzision von einer Tageszeitung erwarten, und man verliert an Glaubwürdigkeit. Das ist fatal gerade in diesen disruptiven und demokratiefeindlichen Zeiten.
Im September 2026 ist der Buchbeitrag „Die Vision des universellen Roboters“ von Oliver Bendel als Teil des Herausgeberbands „Mensch – Maschine revisited: Roboter und KI-Systeme im öffentlichen Raum“ (Petra Grimm; Kai Erik Trost; Oliver Zöllner) erschienen. Er geht zurück auf einen Vortrag, den er bei der Tagung IDEepolis am 19. Juni 2024 an der Hochschule der Medien in Stuttgart unter dem Titel „Es wird ein Mensch gemacht: Die Vision des universellen Roboters“ hielt. Es wird eine Maschine entworfen, die fast jede Tätigkeit des Menschen zu übernehmen vermag, in der Fabrik, im Haushalt und beim Sport. Heutige Allzweckroboter können als ihre Vorläufer verstanden werden, also humanoid gestaltete Roboter wie Apollo, Figure 03, Atlas und Optimus. Obwohl es eine Maschine ist, die auch über ein simuliertes Bewusstsein, künstliche Intelligenz und künstliche Moral verfügt, bleiben ihr viele Möglichkeiten verwehrt. Insofern ist der Ausruf Wagners, der im Titel zitiert wird, nach wie vor eine Utopie. Im Kurztext auf der Website des Franz Steiner Verlags heißt es zum Buch: „Künstliche Intelligenz und Robotik sind längst Teil der Alltagswelt. Doch was bedeutet ihr Siegeszug für das Selbstverständnis des Menschen, für soziale Praktiken und für ethische Orientierungen?“ Weitere Informationen über www.steiner-verlag.de/Mensch-Maschine-revisited/9783515141567.
Abb.: Oliver Bendel bei seinem Vortrag im Jahre 2024 (Foto: Aaron Kubach)
„Ein Roboterschwarm besteht aus autonomen Drohnen, Boden- oder Unterwasserrobotern, die lokal miteinander und mit ihrer Umgebung interagieren und dadurch ein kollektives Verhalten hervorbringen. Die Steuerung erfolgt dezentral. Vorbilder sind etwa Ameisen- und Bienenvölker, Vogel- und Fischschwärme oder auch Herden von Säugetieren. Roboterschwärme vermögen große Gebiete parallel abzudecken und gelten als skalierbar und robust gegenüber dem Ausfall einzelner Einheiten. Dies spielt bei Überwachung, Erkundung und Bearbeitung eine wichtige Rolle, etwa in Forschung, Landwirtschaft, Katastrophenschutz und Militär.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Roboterschwarm“ von Oliver Bendel, der am 16. September 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgt der Abschnitt „Beispiele“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Roboterschwärme sind Beispiele für die Dual-Use-Problematik. Informationsethik und Roboterethik untersuchen Chancen und Risiken ihrer Verwendung. So können einerseits Aufgaben mit hoher Geschwindigkeit und Erfolgsquote gelöst werden. Andererseits besteht die Gefahr, dass Schwärme von Robotern im Krieg zu psychologischen Belastungen sowie zur Verstärkung und Ausbreitung algorithmischer Fehlentscheidungen führen. Zentral ist die Frage, wer die Verantwortung trägt, wenn es Maschinen nicht können, und ob es menschliche Kontrolle (etwa durch Human in the Loop) braucht.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterschwarm-178165 aufgerufen werden.
Abb.: Mobile S-bots im Schwarm (Foto: Francesco Mondada/Michael Bonani/CC BY-SA 3.0)
„Allzweckroboter sind Roboter, die für alle möglichen (nicht unbedingt für alle) Zwecke eingesetzt werden können, etwa in der Fabrik oder im Haushalt. Im Englischen nennt man sie ‚general-purpose robots‘ oder ‚all-purpose robots‘. Man kann sie als Vorstufen universeller Roboter ansehen oder sie, weniger überzeugend, mit diesen gleichsetzen. ‚Allzweckroboter‘ ist ein Marketingbegriff, hat sich aber auch in der Wissenschaft etabliert.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Allzweckroboter“ von Oliver Bendel, der am 16. September 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Merkmale“ und „Entwicklung“. Unter „Merkmale“ wird festgestellt: „Oft spricht man in diesem Zusammenhang von humanoiden Robotern. Tatsächlich sind Allzweckroboter i.d.R. menschenähnlich gestaltet. Allerdings gibt es seit den 1930er-Jahren zahlreiche unterschiedliche humanoide Roboter, vom ‚Urvater‘ namens Elektro über die sozialen Roboter NAO und Pepper, Flaggschiffe ihrer Disziplin, bis hin zu Androiden wie Sophia, Harmony und Moya. Man sollte also Allzweckroboter nicht mit humanoiden Robotern in eins setzen.“ In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Allzweckroboter sollen nicht nur in der Fabrik, sondern auch im Haushalt reüssieren. Dabei ist unklar, ob sie die notwendige Akzeptanz finden. Sie beanspruchen Ressourcen wie Raum und Energie, und durch ihre Größe und Menschenähnlichkeit können sie Menschen verunsichern und abschrecken.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/allzweckroboter-178183 aufgerufen werden.
Abb.: Der Allzweckroboter NEO (Foto: 1X/Courtesy of 1X)
„Eine Roboterquote zieht eine Beschränkung der Anzahl oder die Verbannung von Robotern in bestimmten Räumen nach sich. Menschen und Tiere sollen sich dort frei bewegen können, ohne z.B. auf Serviceroboter oder soziale Roboter zu treffen, mit denen sie kollidieren oder die sie detektieren und analysieren könnten. Auch ein Verbot von robotischer Arbeit kann dazugehören, um menschliche Arbeit zu schützen.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Robozän“ von Oliver Bendel, der am 16. September 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgt der Abschnitt „Hintergrund“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Eine Roboterquote ist angelehnt an eine Frauenquote oder eine Geschlechterquote. Auch bei ihr geht es darum, bestimmte Menschen zu schützen oder zu fördern, nämlich alle, die von der Existenz, der Präsenz und der Aktivität von Robotern und Physical AI betroffen oder bedroht sind. Das kann man als unzulässige oder als notwendige Intervention ansehen. Die Roboterethik fragt danach, wie und wo eine Roboterquote eingeführt werden könnte, ohne dass die Risiken die Chancen übertreffen, die Wirtschaftsethik danach, wie man bei solchen Maßnahmen die Innovationskraft von Unternehmen erhält, wobei man aus der Diskussion um die Robotersteuer lernen mag.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterquote-178168 aufgerufen werden.
Abb.: Miroka und ihr Schöpfer bei der ICSR in Neapel