Die Drohne aus ethischer Sicht

Am Flughafen Leipzig wurde Anfang August 2026 eine Drohne mit Sprengstoff entdeckt. Eine weitere kollidierte vermutlich mit einem Flugzeug. In seinem Mitte 2014 geschriebenen und Anfang 2015 veröffentlichten Artikel über private Drohnen aus informationsethischer Sicht beschrieb Oliver Bendel nicht nur Risiken für Privatsphäre und informationelle Autonomie, sondern wies auch ausdrücklich auf Sicherheitsgefahren im Luftverkehr hin. Er warnte davor, dass private Drohnen mit Flugzeugen zusammenstoßen, abstürzen oder Menschen verletzen können und dass selbst vergleichsweise leichte Fluggeräte ein erhebliches Zerstörungspotenzial besitzen. Ebenso thematisierte er die Möglichkeit, Drohnen zu kapern, um Schaden anzurichten, Überflugverbote zu umgehen oder Angriffe gegen Leib und Leben vorzubereiten. Besonders aufschlussreich erscheint aus heutiger Sicht der Ausblick des Beitrags, in dem kriminelle und terroristische Aktivitäten ausdrücklich erwähnt werden, einschließlich des Szenarios, sogenannte UAV für Sprengstoffanschläge zu instrumentalisieren. Die jüngsten Ereignisse machen deutlich, dass diese damals noch überwiegend theoretischen Überlegungen inzwischen reale sicherheitspolitische Relevanz besitzen und die Forderung nach einem angemessenen rechtlichen und technischen Rahmen aktueller denn je ist. Bereits 2009 hatte Oliver Bendel seinen Roman „Verlorene Schwestern“ vorgestellt, der sich um eine winzige Fotodrohne dreht, mit der ein Junge in Dresden und Umgebung prominente Personen auskundschaftet.

Abb.: Die Drohne aus ethischer Sicht