Didaktik und Maschinenethik bei IdiomVoice

IdiomVoice ist ein Forschungsprojekt zur Vermittlung des Rätoromanischen mithilfe von Chatbots. Die Projektleitung liegt bei Nadine Ganz von der FH Graubünden. Im Zentrum steht der regelbasierte Chatbot Lina, der Kindern das Idiom Sursilvan auf spielerische und alltagsnahe Weise näherbringen soll. Daneben gibt es Familienmitglieder, die mit Hilfe eines LLM umgesetzt werden. Die Hochschule für Wirtschaft FHNW bringt beratende Expertise sowie Arbeitspakete zur Didaktik und zur Maschinenethik ein. Dabei fließen Erfahrungen von Prof. Dr. Oliver Bendel aus der Forschung zu pädagogischen Agenten und aus der Entwicklung moralischer Chatbots ein. Auf seine Initiative entstand mit @llegra bereits 2023 der erste Chatbot für Rätoromanisch, und zwar für das Idiom Vallader. Im ersten Deliverable der Hochschule für Wirtschaft FHNW für IdiomVoice vom März 2025 wurde ein didaktisches Konzept für die Chatbots entwickelt. Im Mittelpunkt stehen motivierende Dialoge, Mikromissionen, unmittelbare Rückmeldungen und eine kindgerechte Gesprächsführung, die ohne Benutzerkonten auskommt und das Sprachlernen nachhaltig unterstützt. Das zweite Deliverable vom Juli 2026 bewertet das Guardrail-Konzept der LLM-basierten Personas aus maschinenethischer Sicht. Es entwickelt Empfehlungen für sichere und altersgerechte Dialoge sowie für ein ethisch begründetes Zusammenspiel der Reaktionen, damit die Chatbots pädagogisch sinnvoll und verantwortungsvoll handeln. Das Projekt soll im Herbst 2026 abgeschlossen und die Anwendung für die Öffentlichkeit frei verfügbar sein.

Abb.: Kinder beim Lernen