Im Jahre 1999 wechselte Oliver Bendel von einem Institut in Trier an die Universität St. Gallen, auf eine Stelle als Projektleiter und Doktorand. Zunächst wollte er seine Arbeit über Lern- und Wissensportale schreiben. Schnell entschied er sich aber für ein anderes Thema. Seit jeher hatten es ihm Chatbots, Sprachassistenten und soziale Roboter angetan. Einige kannte er aus der Science-Fiction, einige auch aus eigener Anschauung und Anwendung. Faszinierend waren nicht nur die Dialogsysteme selbst, mit denen er bereits seit 1996 experimentierte, sondern auch die Visualisierungen und Verkörperungen. Er widmete sich pädagogischen Agenten, also Chatbots, Sprachassistenten und KI-Agenten in Lernumgebungen. Auch Systeme mit Emotionserkennung waren im Blick und erste soziale Roboter. Der Firma Artificial Life widmete er mehrere Seiten. Sie war ab 1999 mit Einstein bekannt geworden, einer Lernanwendung auf einer CD-ROM. Der Chatbot war mit einem realistisch aussehenden Avatar verbunden und führte durch das Leben und die Arbeit des berühmten Physikers aus Ulm. Anfang des neuen Jahrtausends kam die Firma mit einem weiteren Produkt in die Schlagzeilen, der virtuellen Freundin (Virtual Girlfriend) für das Handy, für das damals gerade eingeführte 3G-Netz. Man konnte sich um sie kümmern wie um ein Tamagotchi, das ein paar Jahre vorher auf den Markt gekommen war, und ihr Geschenke machen, natürlich kostspielige. Unter v-girl.com war sie jahrelang zu erreichen. Etliche Firmen hatten bereits Erfahrungen damit gesammelt, dass Benutzer die Chatbots mit ihren Avataren umwarben, sie fragten, wie alt sie sind, ob sie einen Freund haben, ob sie Interesse an einer Beziehung haben. Artificial Life setzte nun genau auf diese Beziehung und schuf ein ebenso visionäres wie problematisches Artefakt, darauf ausgelegt, weitgehende Abhängigkeit in einer einseitigen Beziehung herzustellen. Solchen Themen widmete sich Oliver Bendel dann in zahlreichen Artikeln und Buchbeiträgen. 2020 erschien sein Buch „Maschinenliebe“ bei Springer Gabler. Es fasste den damaligen Stand der Forschung zu Chatbots, Liebespuppen und Sexrobotern zusammen.
Abb.: Das Virtual Girlfriend im Jahre 2004 (Bild: Screenshot der Website von Artificial Life)
The 18th International Conference on Social Robotics (ICSR + Art 2026) is currently taking place in London from July 1–4, bringing together researchers, academics, and industry professionals from around the world to discuss the latest advances in social robotics. On the second day of the conference, the CEO of Yukai Engineering introduced Mirumi, a wearable social robot designed to create small moments of emotional connection in everyday life. Covered in soft artificial fur, Mirumi clings to a bag strap with its arms and accompanies its owner, turning its head with a shy, curious expression when it hears sounds, is touched, or sometimes simply on its own. Rather than offering practical functions, it encourages spontaneous social interactions and often brings smiles to people nearby. Unlike rigid-bodied robots, Mirumi belongs to a new generation of soft robots, similar to Cupboo AI Robotic Pet, combining plush-like materials with expressive behavior. It can respond to sounds but does not understand speech or recognize words, demonstrating how simple, nonverbal interactions can strengthen human relationships. The live demonstration attracted considerable interest and highlighted the growing role of soft robotics in social robotics research. Further information is available at icsr2026.uk.
As reported by Heise News in an article by Oliver Bünte published on June 29, 2026, BMW will deploy the new general-purpose robot Figure 03 robot for logistics tasks at its Spartanburg plant in the US. The robot will sort vehicle components for production, taking over repetitive work to support human workers. Compared to its predecessor, Figure 03 features several upgrades, including soft exterior materials for safer human-robot collaboration, wireless charging, and redesigned hands equipped with tactile sensors and cameras for greater precision. Following successful trials with the Figure 02 robot, BMW is using the new system as part of its broader digital transformation strategy, which also includes digital planning, 3D simulations, and a digital twin of the factory through its BMW iFactory approach. BMW is not the only automaker investing in general-purpose humanoid robots. Mercedes-Benz has already been testing the Apollo robot at its Berlin-Marienfelde plant, where it supports employees with repetitive logistics and manufacturing tasks. These deployments highlight a growing trend across the automotive industry to use humanoid robots for flexible, general-purpose applications on the factory floor.
Die Hitze hat die Schweiz und ganz Europa fest im Griff. Auf Google-Pixel-Smartphones wird derzeit in der Wetteranzeige angegeben, es sei bzw. werde tagsüber „wolkenklar“. Der aufmerksame Benutzer ist erstaunt, denn diesen Ausdruck gibt es nicht im deutschen Sprachgebrauch. Dagegen sind „wolkenlos“, „wolkenfrei“, „heiter“, „sonnig“ oder „klar“ feste Bestandteile der Wettermeldungen. Vermutlich handelt es sich um ein Ergebnis automatischer Übersetzung. „Wolkenklar“ folgt bekannten Wortbildungsmustern (man denke an „sternenklar“ oder „glasklar“), hat sich aber nie im Deutschen durchgesetzt. Es ist auch nicht ganz klar, was damit gemeint sein könnte. Ist es so klar, dass man die Wolken sehen kann? Wohl kaum. Vielleicht wurde eine englische Beschreibung wie „mostly clear“ oder „clear skies“ zum Ausgangspunkt genommen. Man fühlt sich an den Thesaurus von Microsoft erinnert, der im Jahre 2008 als Synonym zu „dunkel“ allen Ernstes „negerfarbig“ vorschlug. Vielleicht steckt heute generative KI dahinter, vielleicht auch nicht. Immer wieder wird im Zusammenhang mit generativer KI behauptet, diese würde mehrheitlich verständliche, ja weitgehend fehlerfreie Sprache produzieren. Das Gegenteil ist der Fall. Google, Microsoft und OpenAI scheitern seit jeher an der deutschen Sprache, grammatikalisch wie semantisch, und heute sind meist Textgeneratoren im Spiel. Oftmals werden englische Wort- und Satzstrukturen übertragen. Zuweilen bringt auch eine Ideologie die Sprache durcheinander. Das ist bei einem Ausdruck wie „wolkenklar“ kaum anzunehmen. Dennoch trägt seine Verwendung nicht gerade zur Klarheit bei.
Abb.: Ein neues deutsches Wort, erfunden von einer amerikanischen Firma
Mirumi ist ein Wearable Social Robot von Yukai Engineering, der nach Angaben des japanischen Unternehmens entwickelt wurde, um kleine Momente emotionaler Verbundenheit zu schaffen. Mit seinen Armen klammert er sich am Taschenriemen oder an anderen Dingen fest. Er begleitet seinen Besitzer und dreht seinen Kopf mit einem schüchternen, neugierigen Blick, wenn er Geräusche wahrnimmt oder berührt wird. Manchmal macht er dies auch ganz von allein. Anstatt praktische Funktionen zu bieten, regt er zu spontanen sozialen Interaktionen an und zaubert oft ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen in seiner Umgebung. Mirumi ist ein weicher Roboter, ähnlich wie Cupboo AI Robotic Pet (auch bekannt als Cupboo, Boo Boo und Booboo) und im Gegensatz zu Modellen mit festem Gehäuse wie AIBI oder Eiliko. Mit weichem Kunstfell überzogen, fühlt er sich eher wie ein Plüschtier an als wie eine Maschine. Mirumi kann auf Geräusche reagieren, versteht jedoch keine Sprache und erkennt keine Wörter. Er ist für Benutzer ab 15 Jahren gedacht und soll zeigen, wie einfache, ausdrucksstarke Reaktionen zwischenmenschliche Beziehungen im Alltag fördern können. Ein Demonstrationsvideo ist auf YouTube unter www.youtube.com/watch?v=PEtshGcvtRk zu finden. Weitere Informationen findet man auf der offiziellen Mirumi-Website unter mirumi.tokyo.
Abb.: Ein Model mit Mirumi (Foto: Yukai Engineering)
Mirumi is a wearable social robot from Yukai Engineering designed to create small moments of emotional connection. Attached to a bag strap, it accompanies its owner and turns its head with a shy, curious gaze in response to sound, touch, or sometimes autonomously. Rather than offering practical functions, it encourages spontaneous social interactions and often attracts smiles from people nearby. Mirumi is a soft robot, similar to the Cupboo AI Robotic Pet (aka Cupboo, Boo Boo, and Booboo) and unlike hard-bodied robots such as AIBI or Eiliko. Covered in Japanese-made faux fur, it feels more like a plush companion than a machine. Mirumi can react to sounds but does not understand language or recognize words. Intended for users aged 15 and older, it is designed to demonstrate how simple, expressive movements can foster human connection in everyday life. A demonstration video can be viewed on YouTube at www.youtube.com/watch?v=PEtshGcvtRk. Further information is available on the official Mirumi website at mirumi.tokyo.
Wie Golem am 28. Mai 2026 meldete, soll Tesla laut einem Reuters-Bericht die Fähigkeiten seiner Robotaxis und des Systems „Full Self Driving“ deutlich übertreiben. Ehemalige Mitarbeiter und ein früherer Ingenieur erklärten demnach, dass die Fahrzeuge nur mit großem Zusatzaufwand in bestimmten Gebieten wie Austin eingesetzt werden könnten und keineswegs überall zuverlässig funktionierten. Besonders problematisch seien weiterhin gefährliche Situationen im Straßenverkehr: Mitarbeiter hätten Videos gesehen, in denen die Fahrzeuge etwa Katzen, Hunde oder Rehe anfuhren. Zudem habe es Beinaheunfälle mit spielenden Kindern gegeben. Auch grundlegende Fahrmanöver wie das Anhalten für Einsatzfahrzeuge oder das Einhalten von Sicherheitsabständen hätten oft nicht funktioniert. Mehrere frühere Mitarbeiter erklärten laut Reuters, sie würden selbst nicht in einem Robotaxi von Tesla mitfahren, weil sie dem System nicht vertrauten.
The article „It Does Not Always Have to Be a Humanoid Robot: Mythomorphic Design as an Option and a Perspective“ by Oliver Bendel was published in Wiley Industry News on May 13, 2026. The philosopher of technology proposes the term „mythomorph“ to expand upon the categories of „humanoid“ and „animalid“ („zoomorph“). This allows robots such as Mirokaï, Furby, and Cozmo to be better categorized than before. From the abstract: „Social robots are often designed in a humanoid or zoomorphic manner. In addition, there are object-like designs that attempt to avoid imitation of living beings. Nevertheless, humanoid or zoomorphic features may still appear, such as human-like eyes or an animal-like tail. Less common, but clearly present, is a design perspective that can be described as mythomorphic. In this case, humans or animals do not serve, or do not directly serve, as models; instead, extraterrestrials, fantasy figures, or mythological beings are used as inspiration. This contribution first addresses what can be understood by mythomorphic design. It then collects, describes, and classifies examples of social robots that follow this approach. Subsequently, an ontological, aesthetic, and ethical discussion is conducted, with opportunities and risks identified in each case. It becomes apparent that mythomorphic design can be understood as a distinct perspective within the broader design space of social robotics.“ The article can be accessed here.
Cupboo AI Robotic Pet, also known as Cupboo, Boo Boo, or Booboo, is a soft social robot that differs from many other systems by focusing on a fluffy, tactile design and simple interaction rather than technical complexity. It enables smart interaction through voice, touch, and cuddle moments, showing responsive behavior that can feel increasingly familiar through repeated use. At the same time, it offers a soft, low-maintenance experience without the demands of a real pet. The company emphasizes that the device works entirely offline – without Wi-Fi, camera, or cloud connection – eliminating any risk of surveillance and ensuring a high level of privacy. Cupboo can also be understood as a wearable social robot: it is compact, portable, and designed to be carried along in everyday life, for example in a dedicated bag or strapped into a car seat, always within reach. A photo on the website illustrates this possibility. Its primary function is to provide emotional support through a calm, low-stimulation presence. Both for children and adults, it is an interesting robot companion.
Über den Umgang amerikanischer Konzerne mit der deutschen Sprache schreibt Oliver Bendel seit Jahrzehnten. Im Frühjahr 2008 stellte er in seinem Artikel „Im Rachen des Thesaurus“, erschienen in Telepolis, „Beobachtungen zum Synonymwörterbuch von Microsoft“ an, also zu einer Funktion von MS Word. Als Synonym zu „dunkel“ wurde damals „negerfarbig“ vorgeschlagen. Der Autor kam insgesamt zum Ergebnis: „Manche Wörter … veraltet, manche grenzwertig, manche falsch, manche Verbindungen nicht nachvollziehbar.“ Später traten Überlegungen zur Rechtschreibprüfung von MS Word hinzu. Diese schien mit der Zeit immer schlechter zu werden, womöglich weil man sich von einem seriösen Wörterbuch verabschiedete und sich auf künstliche Intelligenz verließ. Zu allen Zeiten fiel auf, dass wesentliche Prinzipien der deutschen Sprache nicht verstanden werden. So schlug die Rechtschreibprüfung bei Tests vor, statt „Sexpuppen“ entweder „Sex puppen“ oder „Sex Puppen“ zu verwenden, statt „Fantasyfiguren“ „Fantasy Figuren“. Der Ableger LinkedIn tut sich genauso schwer mit der deutschen Sprache. So liest man etwa: „Andere Mitglieder reagieren auf einen Beitrag eines:einer Kolleg:in“. Abgesehen davon, dass es sich hier um eine Fantasiesprache handelt, wird sie auch noch so benutzt, dass die Männer verschwinden. Aus dem „Kollegen“ wird der oder das „Kolleg“, was immer das bedeuten mag. Auch Adobe scheitert an der deutschen Sprache. Ruft man ein PDF auf, das in englischer Sprache verfasst ist, kommt die Meldung: „Dieses Dokument scheint in einer anderen Sprache zu sein. Möchtest du es in Adobe Express ins Deutsch übersetzen?“ … Besser nicht, möchte man antworten.
Seit Ende 2023 ist der Unitree Go2 ein Teil des privat finanzierten Social Robots Lab von Prof. Dr. Oliver Bendel. Der robotische Vierbeiner ist meistens auf dem FHNW-Campus Brugg-Windisch, manchmal in Zürich. Er dient vor allem als Demonstrationsobjekt in den drei Wahlmodulen zur Sozialen Robotik, die der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker jährlich in Olten und Brugg-Windisch durchführt (Studiengänge Wirtschaftsinformatik, Business AI und Betriebsökonomie). Zudem wird er in Projekte eingebunden, wie es etwa bei „The Robodog Project“ der Fall war, wo 12 Hunde mit ihm konfrontiert wurden. Oliver Bendel kann nach zweieinhalb Jahren sagen, dass der Unitree Go2 immer wieder von den Firmware-Upgrades profitiert hat. Er verbindet sich inzwischen meist problemlos mit dem Netz. Manche Funktionen, für die es früher den zusätzlichen Controller gebraucht hat, lassen sich nun mit dem Smartphone ausführen. Mehrere schwere Stürze hat der Roboter überstanden – die Kunststoffschale ist sehr robust. Neben den vielen positiven Aspekten sind ein paar negative zu nennen. Auch nach einer Kalibrierung ist die Beweglichkeit nicht mehr wie am Anfang, und beim Gehen und bei einzelnen Kunststücken bestehen Unsicherheiten. Eine Hintertüre wie beim Unitree Go1 besteht wohl nicht, aber wie der humanoide G1 hat der Go2 durchaus Sicherheitslücken. Beim Betrieb in der Öffentlichkeit ist daher Vorsicht geboten, zumal die Gesetzeslage komplex ist. Insgesamt handelt es sich um ein beeindruckendes Gerät, das sich sowohl für den Innen- als auch den Außeneinsatz eignet.
Eiliko ist ein kleiner Wearable Social Robot, der als persönlicher KI-Begleiter konzipiert wurde. Er wird an der Gürtelschlaufe, einer Handtasche oder einem Rucksack befestigt und reagiert auf Berührungen und Bewegungen. Sein 1,28 Zoll großes TFT-Display ist für die Darstellung der Augen und von Animationen zuständig. Eiliko kann einfache Gespräche führen. Durch austauschbare Gehäuse verändern sich die Animationen und sein Verhalten, sodass unterschiedliche Charaktervarianten entstehen. Er verfügt über Berührungs- und Beschleunigungssensoren. Seine Infrarotsysteme dienen der Nahbereichserkennung und Interaktion. Treffen mehrere Geräte aufeinander, interagieren sie miteinander durch gemeinsame Animationen. Jeder Eiliko wird nur einmal dauerhaft mit einem Benutzer gekoppelt und ist somit als persönliches Geschenk und „Haustier“ gedacht. Mit seinem geringen Gewicht (70 g), dem USB-C-Anschluss und der kurzen Ladezeit ist der Roboter für den mobilen Einsatz im Alltag ausgelegt. Eiliko steht somit für einen Ansatz in der Sozialen Robotik, der auf kompakte, tragbare Begleiter abzielt – eben auf Wearable Social Robots. Er muss sich im privat finanzierten Social Robots Lab von Prof. Dr. Oliver Bendel mit Aibi arrangieren, einem anderen Vertreter dieser Richtung.
„Weltberühmte Gemälde mithilfe künstlicher Intelligenz und den [!] beliebtesten Schönheitstrends der letzten 30 Jahre neu gestaltet, modern interpretiert und ins Jahr 2025 geholt. So würden die Meisterwerke aussehen, wenn ihre Schöpfer heute leben würden.“ Dies schrieb die BILD-Zeitung am 2. Dezember 2025. Besonders auffällig sei „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Johannes Vermeer (auch Jan Vermeer genannt). „In der modernen Version trägt sie starke Augenbrauen und auffälliges Augen-Make-up.“ (BILD, 2. Dezember 2025) Und weiter im Text: „Auch die berühmte Mona Lisa von Leonardo da Vinci (ca. 1503-1506) hat ein Make-over bekommen – im Look der 2000er-Jahre. Dünne Augenbrauen, dicke blonde Strähnen und frostiger Lidschatten lassen sie aussehen wie aus einem Y2K-Musikvideo.“ (BILD, 2. Dezember 2025) Vermutlich ohne generative KI und Filtersysteme kommt die Streetart-Künstlerin Miss Quark aus. Sie interpretiert in Florenz u.a. berühmte Figuren wie das Mädchen mit dem Perlenohrring oder Mona Lisa und berühmte Frauen wie Frida Kahlo oder Marilyn Monroe neu. La Gioconda (‚die Heitere‘), wie Leonardos Schöpfung im Italienischen genannt wird, ist mit blauen Boxhandschuhen zu sehen. Zu den KI-Kreationen erklärt BILD: „Hinter den Neu-Interpretationen steckt die britische Kosmetikmarke ‚Vitabiotics Perfectil‘, die die Bilder für eine Werbekampagne erstellen ließ.“ (BILD, 2. Dezember 2025)
Abb.: Mona Lisa mit blauen Boxhandschuhen von Miss Quark
Im Wahlmodul „Soziale Roboter“ im HS 2026 wurde mehrfach über den robotischen Zweibeiner NEO diskutiert. Prof. Dr. Oliver Bendel stellte fest, dass dieser wie ein Wohnaccessoire aussehe und sich nahtlos in die gezeigten Umgebungen einfüge, die nach Schöner Wohnen und IKEA aussehen. Das schwedische Unternehmen könnte ihn in seit Sortiment aufnehmen, als NYRÅBOT oder ROBÖT. Beanstandet wurde in der Gruppe, dass der künstliche Haushaltsgehilfe im Moment nur wenige Funktionen autonom ausführen kann. Zwar gehört dies zum Konzept, und 1X aus Palo Alto will nach und nach weitere Updates zur Verfügung stellen, aber ob man damit zum Ziel eines Allzweckroboters kommt, der seinen Namen verdient, ist noch ungewiss. Dabei muss NEO lediglich im Haushalt bestehen – wo aber zahlreiche komplexe Aufgaben auf ihn warten. Dennoch ist Oliver Bendel optimistisch, dass in fünf bis zehn Jahren mehrere Modelle zur Verfügung stehen, die Pflegebedürftigen, aber auch Einzelstehenden, Paaren oder Familien mit Zeitdruck von Nutzen sein können. In seinem Paper „The Universal Robot of the 21st Century“ – vorgestellt auf der Robophilosophy 2024 – hat er bereits die nächste Stufe skizziert, den universellen Roboter. Er hat zugleich darauf hingewiesen, dass dieser zahlreiche Herausforderungen mit sich bringt. Wir brauchen langweilige Tätigkeiten, wir brauchen sich wiederholende Tätigkeiten, um ruhig und erfinderisch zu werden. Eine Möglichkeit bestehe darin, so der Technikphilosoph im Unterricht, dass der Roboter mit dem Menschen im Tandem bzw. Team arbeite. Man bügelt drei Hemden und übergibt dann an NEO, man setzt die ersten Blumenzwiebeln und lässt ihn den Rest erledigen. Und abends lässt man ihn auf dem Sofa ausruhen, wo er zwischen den Kissen und Decken kaum auffällt.
MERPHI ist nach eigenen Angaben ein technologisches Designzentrum mit Sitz in Göteborg, das Kunden auf der ganzen Welt hat. Man glaubt, so steht es auf der Website, an eine Zukunft, in der Roboter und Menschen in Harmonie koexistieren. Das Unternehmen stellt Übersichten zu robotischen Vierbeinern (Quadrupeds) und robotischen Zweibeinern (Humanoiden und Androiden) sowie zu Cobots zur Verfügung. Mit Hilfe von Aufrufen und Umfragen finden laufend Ergänzungen statt. Inzwischen gibt es auch eine Übersicht zu sozialen Robotern. Auf der Abbildung sieht man einige bekannte Modelle wie Sophia, Mirokaï, ARI, Navel, Pepper, Furhat und QTrobot. Wichtig wären auch NAO, Cozmo, Vector, EMO, AIBI, Alpha Mini etc., also kleinere und kleine soziale Roboter (wobei NAO größer als QTrobot und Moxie ist). Es lohnt sich, das aktuelle PDF direkt auf der Website von MERPHI herunterzuladen. Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Mehrdad H. M. Farimani.
Abb.: Eine Übersicht zu sozialen Robotern (Bild: MERPHI)
ChatGPT soll, wie mehrere Medien am 15. Oktober 2025 meldeten, eine Erotikfunktion bekommen. Damit dürften Fähigkeiten wie Dirty Talk – über Text und Stimme – gemeint sein, womöglich aber auch Anleitungen zu Stellungen aller Art und Tipps und Tricks zu Sexspielzeug und Sexrobotern. Damit folgt man anderen Chatbots wie Replika. Allerdings verfügen diese oft über einen Avatar, um unwiderstehlich zu sein. Bei ChatGPT ist das nicht der Fall, wenn man von den kleinen runden Kacheln der GPTs absieht, der „custom versions“, die jeder niederschwellig erstellen kann. Unter diesen tummelt sich übrigens ein SexGPT von Dominick Pandolfo – „Provides sexual health information“, also ganz harmlos. Bereits um die Jahrtausendwende gab es die virtuelle Freundin von Artificial Life, auch sie in sprachlicher und visueller Form. Wenn OpenAI hier nicht nachbessert, werden die Benutzer sich selbst etwas bauen, was freilich schon heute gemacht wird, wenn auch nicht zwangsläufig im sexuellen Sinne. So kann man mit Meshy AI und Co. dreidimensionale Avatare generieren und animieren. Man darf gespannt sein, ob ChatGPT in der Erotikfunktion gendert – so wie in der Standardeinstellung. Die einen dürfte das anmachen, die anderen eher nicht. Auf die Frage, wie diese Version von ChatGPT heißen könnte, schlug der Chatbot selbst vor: ChatGPT Red, GPT-AfterDark oder DeepLure. Wen das nicht antörnt, dem ist auch nicht zu helfen.
Am 9. Oktober 2025 stellte Figure seinen neuesten Allzweckroboter namens Figure 03 vor. Mithilfe der KI-Plattform Helix kann er Sprache verstehen, seine Umgebung analysieren und interpretieren und geeignete Maßnahmen ergreifen. Figure 03 ist für den Haushalt gedacht, wo er Wäsche waschen oder die Spülmaschine ein- und ausräumen soll. Er ist mit weichen Textilien statt mit harten, maschinell bearbeiteten Teilen verkleidet. Das Gesicht ist wie bei früheren Modellen maskenhaft und unnahbar. Er hat integrierte Handflächenkameras und Finger mit taktilen Sensoren. Das Unternehmen schreibt dazu: „Each fingertip sensor can detect forces as small as three grams of pressure – sensitive enough to register the weight of a paperclip resting on your finger. This precision enables Helix to distinguish between a secure grip and an impending slip before it occurs, allowing fine-grained, dexterous control over fragile, irregular, or moving objects.“ (Website Figure) In den nächsten Jahren sollen hunderttausende Modelle produziert werden. Weitere Informationen sind über www.figure.ai/figure verfügbar.
Abb.: Figure 03 soll im Haushalt helfen (Bild: ChatGPT/4o Image)
Erste Tests mit Apertus haben ergeben, dass die Voreinstellung die Nutzung der Standardsprache bedeutet. Dies ist erfreulich – und aus mehreren Gründen nicht selbstverständlich. Zunächst einmal ist die ETH Zürich dafür bekannt, in Medienmitteilungen, auf ihrer Website und in Dokumenten von der Standardsprache abzuweichen und eine Sondersprache (die Gendersprache) anzuwenden. Die Forscher, die an Apertus mitgewirkt haben, sind offensichtlich nicht diesem Weg gefolgt. Zudem geht bei dominanten Chatbots wie ChatGPT das Default mit der Anwendung der Sondersprache einher. Selbst wenn man Standardsprache verlangt, wird dies immer wieder ignoriert. Nach ersten Erkenntnissen sieht Apertus von solchen Arten der Beeinflussung ab. Dies ist ein wichtiger Schritt, um eine befriedigende Nutzung für alle zu ermöglichen und eine weitergehende Spaltung zu verhindern. Wer dennoch eine andere Sprache ausgegeben haben will, wird daran nicht gehindert – das LLM passt sich an die Wünsche und Bedürfnisse der Benutzer an. Wer Apertus ausprobieren will, kann dies über Public AI tun. Man muss sich lediglich registrieren und kann dann sofort loslegen. Mit einem sprachlich neutralen LLM. Aus der angeblich neutralen Schweiz.
Der chinesische Hersteller Unitree hat – wie er am 25. Juli 2025 auf LinkedIn meldete – mit dem R1 einen neuen zweibeinigen, humanoiden Roboter vorgestellt. Mit einem Gewicht von rund 25 Kilogramm ist dieser leichter als das Vorgängermodell G1 (35 Kilogramm) und deutlich günstiger. Der Einstiegspreis liegt bei 39.900 Yuan (ca. 5566 US-Dollar), im Vergleich zu 99.000 Yuan für den G1. Der R1 nutzt ein multimodales großes Sprachmodell (Multimodal Large Language Model, MLLM), das Sprach- und Bildverarbeitung kombiniert. Ausgestattet mit hochflexiblen Gliedmaßen – darunter sechs zweifach bewegliche Beinachsen, eine bewegliche Taille, zwei Arme und ein beweglicher Kopf – bietet er ein breites Spektrum an Bewegungsmöglichkeiten. Unitree positioniert den R1 als offene Plattform für Entwickler und Forscher. Ziel ist es, humanoide Roboter durch niedrigere Kosten und modulare Technik einem breiteren Markt zugänglich zu machen. Neben robotischen Zweibeinern hat das Unternehmen seit Jahren auch robotische Vierbeiner im Angebot, etwa Unitree Go1 und Unitree Go2.
Abb.: Der R1 kommt auf den Markt (Bild: ChatGPT/4o Image)
Die United Robotics Group hatte zuletzt mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Nun meldet sie eine Aufteilung in zwei Unternehmen mit unterschiedlicher Fokussierung. „Mit einem klaren Fokus auf anwendungsorientierte Robotik für den Life-Science- und Health-Care-Markt“ wird die Marke künftig von der United Robotics Group Health & Food unter der Leitung von CEO Wassim Saeidi „weiterentwickelt“ (LinkedIn-Post, 23. Juli 2025). MOBILE ROBOTS | advanced intralogistics hingegen vertreibt und integriert „mobile Robotiklösungen, die gezielt auf die Optimierung des Waren- und Materialflusses sowie die Reinigung in Produktionsumgebungen ausgerichtet sind“ (LinkedIn-Post, 23. Juli 2025). Die United Robotics Group war mit großen Ambitionen gestartet. Mit Geldern der RAG-Stiftung ausgestattet, klopfte man an vielen Türen in der ganzen Welt an, übernahm Unternehmen wie Aldebaran, holte Roboter zurück nach Europa und schuf Alternativen zu etablierten asiatischen Produkten. So gesellte sich zu BellaBot mit ihren Katzenöhrchen der etwas sachlichere Plato. Aldebaran, das französische Unternehmen, zu dem Pepper und NAO gehörten, musste 2025 den Betrieb einstellen. Die beiden Flaggschiffe der Sozialen Robotik gerieten im Sommer 2025 in chinesische Hände. Ohne eine gründliche Neugestaltung und technische Aufrüstung dürften sie indes kaum eine Chance haben, auf dem Markt zu bestehen.
Abb.: Pepper während des Wahlmoduls von Oliver Bendel mit einer Studentin
Following the recent news that French robotics company Aldebaran has entered judicial liquidation, RobotLAB has issued a press release to reassure customers and partners of continued support for NAO and Pepper robots. A new company, NAO Robotics SA, is being formed to acquire Aldebaran’s intellectual property and engineering team. Development on the next-generation NAO V7 has already resumed. RobotLAB, a long-time NAO partner since 2009, remains fully operational with robots, parts, and support services in stock. With over 6,500 NAO robots deployed, the company continues to provide training, repairs, and educational tools, including the recently launched NAO AI Edition with ChatGPT integration. RobotLAB emphasized there will be no disruption for current customers and views this transition as a new beginning for the NAO platform.
„On June 5, 2025, Suzuki made headlines in the robotics and mobility sector by launching the Moqba, a $3,000 four-legged transport robot designed to revolutionize urban commuting, accessibility, and logistics.“ (The Jurnals, 6 June 2025) This was reported by The Jurnals in the article “Suzuki’s Moqba Unleashed: A $3,000 Robot Dog Redefining Urban Mobility” on June 6, 2025. „The Moqba’s sleek design features a white-and-black color scheme, a futuristic aesthetic, and a saddle-like seat for riders, blending practicality with a forward-thinking vision. Its four-legged structure, inspired by robots like Spot, allows it to navigate varied terrain, making it a versatile tool for both individual transport and commercial applications. With a top speed of 20 mph (32 km/h) and a range of up to 50 miles (80 km) on a single charge, the Moqba is well-suited for urban environments, where short, efficient trips are the norm.“ (The Jurnals, 6 June 2025) The device looks solid and ready for use. However, it is probably not suitable for people taller than 180 cm. It is also unlikely to be suitable for physically disabled people. For everyone else, it could be an interesting way to get around.
Fig.: A robot for riding (Image: ChatGPT/4o Image)