Design mit der Natur

Im Museum für Gestaltung ist noch bis zum 31. Mai 2026 die Ausstellung „More than Human – Design mit der Natur“ zu sehen. Auf der Website heißt es: „Wir Menschen teilen uns den Planeten mit unzähligen anderen Lebewesen. Angesichts der fortschreitenden Erderwärmung und des globalen Artenrückgangs muss Gestaltung über menschliche Bedürfnisse hinausgehen: Auf dem Spiel stehen Fortbestand und Sicherung ganzer Lebensräume. Wie das gelingen kann und welches Potenzial Design dabei entfalten kann, zeigen innovative Projekte an der Schnittstelle von Architektur, Kunst und Technologie. Die ausgewählten Arbeiten verbinden aktuelle Forschung mit traditionellen Praktiken und lehren uns, wieder mit der und für die Natur zu gestalten.“ Ein besonderes Vergnügen ist „Seduce me“ mit Isabella Rossellini. Sie verkörpert in jeder Folge eine andere Tierart und erläutert auf humorvolle Weise die jeweilige Fortpflanzungsart. Der Ausstellung hätte es sicher gutgetan, wenn man ein Forschungsfeld wie Animal-Computer Interaction einbezogen hätte, zumal im Dezember die führende Konferenz in diesem Bereich in die Schweiz kommt. Zudem hätte man wieder einmal besser auf moralisierende, pädagogische Erklärungen in einer Sondersprache, die die Mehrheit der Bevölkerung ablehnt, verzichtet. Man sollte den Kunstwerken und Wissenschaftsprojekten nicht ihre Autonomie nehmen und nicht den Besucher unterschätzen, der sich selbst eine Meinung bilden und eine Haltung einnehmen kann. Weitere Informationen zur Ausstellung sind über museum-gestaltung.ch/de/ausstellung/more-human-design-mit-der-natur verfügbar.

Abb.: Zuschauer von „Seduce Me“

Museum of the Future

„Museum of the Future – 17 digitale Experimente“ ist der Titel einer Ausstellung, die bis zum 1. Februar 2026 im Museum für Gestaltung in Zürich besucht werden kann. Auf der Website heißt es: „Ein Stuhl, auf dem man nicht mehr sitzen darf, oder eine Marionette, die still an ihren Fäden hängt: Viele faszinierende Objekte lassen sich im Museum nur schwer ausstellen.“ Manche seien zu groß, andere zu filigran, „und wieder andere dürfen aus konservatorischen Gründen nicht berührt oder bewegt werden“. „Das Ausstellen von Objekten erfordert stets einen Balanceakt zwischen den beiden zentralen Aufgaben eines Museums: dem Bewahren und dem Vermitteln.“ Dadurch seien die Exponate für Besucher oft nur eingeschränkt erfahrbar. „Doch welche Möglichkeiten bieten digitale Technologien, um Objekte erlebbar zu machen? Die Ausstellung erforscht die Potenziale der Digitalisierung und der KI für das Museum der Zukunft.“ 17 sehens- und hörenswerte sowie greifbare Experimente „verwandeln den Ausstellungsraum in ein Zukunftslabor“. Man kann – wie bei H@mmur@pi – Keilschrift entschlüsseln („AI Decode“), kann sich – wie bei Experimenten der ACI-Community – in ein Tier einfühlen („Spinne sein“) oder sich von einem KI-System vorführen lassen („Trust AI“). Nicht zuletzt kann man das größte je geschaffene digitale Bild bestaunen („Terapixel-Panorama“). Wenn die Kuratoren in ihren Texten nun noch die Standardsprache statt einer Sondersprache verwenden würden, könnte man die Ausstellung mit 95 von 100 Punkten belohnen (Abzug gibt es für eine nicht betriebsbereite Installation). Weitere Informationen über museum-gestaltung.ch.

Abb.: Eine Besucherin vor der Trust-AI-Installation