Völlig losgelöst

VDI nachrichten hat im September 2026 ein Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel zu neuen Berufen in der Raumfahrt geführt. Der Technikphilosoph hat nach dem Gedichtband „Die Astronautin“ (2020) im Jahre 2025 ein Lexikon zum Weltraum vorgelegt (Springer Gabler). Für das Coffee-Table-Buch „RE:VIEW“ von We Mind Publishing wurde er neben 27 anderen Persönlichkeiten – wie Brian May und Jonathan Meese – dazu befragt, ob die Menschheit es wert ist, gerettet zu werden, etwa wenn ein Meteorit auf die Erde zurast. Beteiligt an dem Buch ist auch die European Space Agency, kurz ESA. Eine der Fragen von VDI nachrichten war, welche neuen Berufsfelder entstehen werden. Er antwortete darauf: „Meines Erachtens braucht die neue Raumfahrt keineswegs nur Ingenieure und Astronauten. Schon heute wächst der Bedarf an Informatikern, KI-Spezialisten, Robotikern, Datenwissenschaftlern und Experten für Cybersicherheit. Mit längeren bemannten Missionen kommen Ärzte, Psychologen, Ernährungswissenschaftler und Spezialisten für Lebenserhaltung hinzu. Auch Juristen, Ökonomen und Ethiker werden gebraucht, etwa wenn es um Weltraumrecht, Weltraumethik, Planetenschutz, Weltraumschrott, Rohstoffabbau oder den Umgang mit autonomen Systemen geht.“ Aus seinen Antworten wurde im Artikel „Völlig schwerelos: Weltraum bietet neue Chancen für Ingenieure“ zitiert, der am 9. Oktober 2026 erschienen ist. Der Titel erinnert natürlich an „Völlig losgelöst“ von Peter Schilling, der Major Tom aus David Bowies „Space Oddity“ zurückgeholt und ihm neues Leben eingehaucht hat.

Abb.: Völlig losgelöst (Bild: GPT Image 2)

Ein Schwerpunkt zu Allzweckrobotern

Die aktuelle Ausgabe der VDI nachrichten widmet sich Allzweckrobotern und anderen humanoiden Robotern. Dabei stehen weniger die Ankündigungen und Investitionen der Branche im Mittelpunkt als vielmehr die Voraussetzungen für die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Maschinen. Der Schwerpunkt beleuchtet – so Martin Ciupek, Redakteur der Zeitschrift, auf LinkedIn – den Stand der Technik, die Herausforderungen auf dem Weg zu wirklich autonomen Systemen, aktuelle Trainingsmethoden für Roboter sowie die zugrunde liegenden IT- und KI-Architekturen. Für die Einordnung ethischer und gesellschaftlicher Aspekte wurde unter anderem der Technikphilosoph, Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel befragt. Die Beiträge zeigen, dass trotz großer Fortschritte und hoher Erwartungen noch wichtige technische, organisatorische und gesellschaftliche Fragen zu lösen sind, bevor Allzweckroboter und andere humanoide Roboter flächendeckend in Fabriken und im Haushalt bzw. Alltag eingesetzt werden können. Die gedruckte Ausgabe ist ab dem 13. Juni 2026 erhältlich. Die digitalen Beiträge erscheinen laufend auf www.vdi-nachrichten.com.

Abb.: Unitree G1 wäre gerne ein Allzweckroboter