Das DWDS wird umfassend erweitert

Der Duden ist ein Wörterbuch der deutschen Sprache mit Hinweisen zu Rechtschreibung und Grammatik. Er geht zurück auf Konrad Duden, der ihn am 7. Juli 1880 als „Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache“ veröffentlichte. Nach 1945 bis zur Rechtschreibreform 1996 war der Duden maßgebend für die deutsche Rechtschreibung. Danach verlor er diesen Status und war nur noch als eine mögliche Referenz eines privatwirtschaftlichen Anbieters zu verstehen. Von aktivistischen Verantwortlichen und Redakteuren wurde das Wörterbuch ab 2020 vollständig umgebaut. So wird das generische Maskulinum im Widerspruch zu linguistischen Erkenntnissen als Form aufgefasst, die ausschließlich männliche Personen bezeichnet. Die Bedeutung von „Bewohner“ gibt der Duden an mit „männliche Person, die etwas bewohnt“. In den anschließenden Beispielen wird diese Erklärung als falsch entlarvt, denn „die Bewohner des Hauses, der Insel“ sind eindeutig generisch zu verstehen. Eine weitgehend ideologiefreie, sprachwissenschaftlich kompetente und übrigens auch werbefreie Alternative ist das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Dieses wird von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften betrieben. Im Juli 2026 wurde zudem laut Pressemitteilung eine erhebliche Erweiterung beschlossen: Ab 2027 soll das DWDS eine zentrale Rolle im neuen „Akademienzentrum Digitale Lexikographie des Deutschen“ (ADL) übernehmen. Sieben deutsche Wissenschaftsakademien werden darin ihre lexikographischen Ressourcen vernetzen. Ziel ist es, den deutschen Wortschatz von seinen historischen Sprachstufen bis zur Gegenwart umfassend digital zu erschließen und die vorhandenen Wörterbuch- und Forschungsdaten nach einheitlichen Standards zugänglich zu machen. Das Vorhaben wird dauerhaft von Bund und Ländern finanziert.

Abb.: Ein Screenshot der DWDS-Website