„Speziesismus ist die Ungleichbehandlung und Benachteiligung von Lebewesen im Zusammenhang mit dem Umstand, dass sie nicht zur Art des Homo sapiens gehören. Häufig geht er einher mit Ausbeutung, Misshandlung und Tötung, etwa mit dem Ziel, Leder oder Fleisch zu produzieren. Kritisiert wird von Tierrechtlern und Tierethikern, dass die Interessen von Tieren verletzt und ihre Empfindungs- und Leidensfähigkeit oder ihr Lebenswille ignoriert werden.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 2. Juli 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Hintergrund und Beispiele“ und „Kernpunkte des Konzepts“. Am Ende, in „Kritik und Ausblick“, heißt es: „Speziesismus wird von den einen für eine Notwendigkeit und Selbstverständlichkeit gehalten, von den anderen für eine Ungeheuerlichkeit, die man abschaffen muss. Man kann sich einerseits fragen, ob es nicht gerechtfertigt ist, dass eine Art ihre Angehörigen bevorzugt. Tatsächlich kann man emotionale Aspekte geltend machen, die keine irrationalen Merkmale aufweisen müssen, zudem rationale Argumente, die etwa auf das Überleben der eigenen Spezies zielen. So können ein massenhafter Befall oder die Ausbreitung invasiver Arten durchaus Lebensgrundlagen und -weisen bedrohen. Andererseits kann Antispeziesismus als Form der Aufklärung gelten, mit der man Jahrtausende der Gewohnheit und Grausamkeit hinter sich lässt sowie der Ungleichbehandlung und Benachteiligung von Tieren entgegentritt.“ Am Ende folgt eine Einordnung in die verschiedenen Bereichsethiken. Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/speziesismus-177796 aufgerufen werden.
Vor einem Vierteljahrhundert definierte Oliver Bendel für das Lexikon der Wirtschaftsinformatik von Springer den Begriff des Avatars. Dieser stamme aus dem Sanskrit, wo er die Gestalt bezeichne, „in der sich ein (hinduistischer) Gott auf der Erde bewegt“. Es handelt sich also um eine Hülle, eine Verkleidung, einen Stellvertreter – man will unerkannt bleiben. „Im Computerbereich hat sich der Begriff durchgesetzt für grafisch, teils dreidimensional realisierte virtuelle Repräsentationen von realen Personen oder Figuren.“ Zunächst wird der erste Typ erläutert, der sich auf Personen, etwa Benutzer, bezieht: „Avatare finden zum einen Verwendung in kollaborativ genutzten virtuellen Räumen wie Chats, Internet-Spielwelten (MUDs und MOOs), webbasierten Lern- und Arbeitsumgebungen und kommerziellen 3D-Anwendungen. Sie fungieren dort als sichtbare und teils auch bewegliche und manipulierbare Stellvertreter eines Benutzers. Avatare dieser Art können ein menschliches Aussehen haben, aber auch jede beliebige andere Gestalt und Form. Als Stellvertreter realer Personen haben sie kaum autonome Züge.“ Dann wird der zweite Typ erläutert: „Avatare können zum anderen eine beliebige Figur mit bestimmten Funktionen repräsentieren. Solche Avatare treten – beispielsweise als Kundenberater und Nachrichtensprecher – im Internet auf oder bevölkern als Spielpartner und -gegner die Abenteuerwelten von Computerspielen.“ Sie haben, so der Autor, häufig ein anthropomorphes Äußeres und eigenständige Verhaltensweisen oder sogar einen regelrechten Charakter. Der Beitrag wurde im Jahre 2000 verfasst. Das Lexikon erschien im Jahre 2001. Zum letzten Mal übrigens, denn das Lexikonsterben hatte begonnen. Ein Grund dafür war Wikipedia. Die Definition hat immer noch Bestand. Hinzufügen kann man, dass man inzwischen auch physische Stellvertreter als Avatare bezeichnen kann. Wissenschaftler in Genua – wie Daniele Pucci – oder in Japan – wie Hiroshi Ishiguro – arbeiten an Umsetzungen.
Abb.: Avatare von Artificial Life um die Jahrtausendwende
„Lebensmittel sind Stoffe oder Erzeugnisse, die von Menschen als Nahrung aufgenommen werden. Man unterscheidet grob zwischen Nahrungsmitteln mit fester und Getränken mit flüssiger Konsistenz. Zudem gibt es flüssige Nahrungsmittel wie Milch. Lebensmittel können pflanzlichen, pilzlichen, tierischen und mineralischen Ursprungs sein oder mit chemischen Verfahren hergestellt werden. Sie sind unverarbeitet, teilweise verarbeitet oder verarbeitet. Lebensmittel führen uns Nährstoffe zu und ermöglichen uns das Leben. Dabei existieren gesunde und ungesunde Varianten. Lebensmittelzusatzstoffe und Nahrungsergänzungsmittel zählen ebenfalls zu den Lebensmitteln und können gesund und ungesund oder wirkungslos sein.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Prof. Dr. Oliver Bendel, der am 3. April 2025 im Gabler Wirtschaftslexikon veröffentlicht wurde. Im zweiten Abschnitt wird auf den Hintergrund eingegangen, im dritten die Perspektive der Ethik eingenommen, u.a. die Perspektive der Tierethik: „Die Tierethik beschäftigt sich mit dem Umstand, dass Tiere gehalten, getötet und zu Lebensmitteln verarbeitet werden, wobei Leidensformen und Angstzustände in der Massentierhaltung die Regel sind – dies, obwohl moralische Rechte und Tierschutzgesetze bestehen.“ Der vollständige Beitrag ist über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/lebensmittel-172858 abrufbar.
Im Gabler Wirtschaftslexikon wird seit 16. Juli 2012 auch die Informationsethik definiert. Es wird auf die Stellung innerhalb der Bereichsethiken, auf Möglichkeiten der Systematisierung und auf Problembereiche und Fragestellungen eingegangen. Zudem unterscheidet Oliver Bendel zwischen der Moral von Menschen und von Maschinen (die Maschinenethik ist eine neue Teilbereichsethik oder ein eigenständiger Bereich in der angewandten Ethik) und erwähnt praktische Implikationen. Der Schwerpunktbeitrag ist direkt über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/informationsethik.html abrufbar. Er ist dem Sachgebiet „Grundlagen der VWL“ zugeordnet. Für das Gabler Wirtschaftslexikon schreiben nach eigenen Angaben über „150 Experten aus Wissenschaft und Praxis“. Mehr als „25.000 Stichwörter stehen kostenlos“ bereit.