Kann man Gedanken aus dem Gehirn auslesen?

Der Wissenschaftsjournalist Tim Reinboth hat am 30. Mai 2026 in Golem den Artikel „Aus Hirndaten mentale Bilder dekodieren“ veröffentlicht. Der Teaser lautet: „Gedanken aus unserem Gehirn auszulesen, gilt als Science-Fiction. Neue Forschung zeigt jedoch, dass so etwas Ähnliches langsam funktioniert.“ Der Text beginnt mit den Worten: „Keine Gehirn-Computer-Schnittstelle und kein neurowissenschaftlicher Ansatz kann Gedanken lesen. Daher weiß auch Tomoyasu Horikawa nicht genau, was im Kopf seiner Probanden vorgeht. Allerdings hat er mit einer neuen Methode Szenen rekonstruiert, die sich Probanden in einem Magnetresonanztomografen (MRT) vorstellten, und ließ sie einen Computer in Worte fassen.“ (Golem, 30. Mai 2026) Zu Wort kommt Prof. Dr. Oliver Bendel, der sich seit Jahren mit Brain-Computer-Interfaces beschäftigt – und schon als Student ein wenig Geld dazuverdiente, indem er Psychologen an der Universität Konstanz seine Gehirnaktivitäten messen ließ, während er verstörende Bilder anschauen musste. Die Möglichkeit des Gedankenlesens schließt er nicht grundsätzlich aus – man befindet sich im Moment ganz am Anfang, macht aber erstaunliche und beunruhigende Fortschritte, die Informationsethik und KI-Ethik auf den Plan rufen. Der Artikel kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Eine Lösung von BrainScope

Interview in GEO zu Brain-Computer-Interfaces

GEO hat Oliver Bendel zu Brain-Computer-Interfaces befragt. Das Interview ist am 30. November 2022 erschienen. Worum es grundsätzlich geht, hat der Informations- und Maschinenethiker u.a. in seinem Buch „450 Keywords Digitalisierung“ beschrieben: „Ein Brain-Computer-Interface (engl. ‚brain-computer interface‘) ist eine Mensch-Maschine- oder Tier-Maschine-Schnittstelle, über die Gehirn und Computer verbunden werden. Zentral sind dabei elektrophysiologische und hämodynamische Verfahren. Mit Hilfe des BCI, wie man es verkürzend nennt, ist es z.B. möglich, spezielle Rollstühle, Hightechprothesen oder Objekte in Spielanwendungen zu steuern oder – unter Verwendung von neuronalen Signalen – Sprache zu synthetisieren. Beim Cybathlon, einem internationalen Wettkampf, bei dem Behinderte gegeneinander antreten, können entsprechende Disziplinen bestaunt werden. Im Deutschen spricht man auch von Gehirn-Computer-Schnittstelle. Der Beitrag mit dem Titel „Gehirnchips von Elon Musk: Wie gefährlich sind solche Implantate?“ kann über www.geo.de/wissen/forschung-und-technik/gehirnchips-von-elon-musks-firma-neuralink–chancen-und-risiken-32869872.html aufgerufen werden.

Abb.: Eine nichtinvasive Methode