Das gläserne Produkt und seine Nachfolger

Am Fraunhofer ISST  konzipierte Oliver Bendel im Jahre 2003 „Das gläserne Produkt“ – einen Einkaufsassistenten, der die Bedürfnisse des Kunden berücksichtigt. Er wird in seinem Buch „Die Rache der Nerds“ (2012) beschrieben: „Der Kunde interessiert sich im Tante-Emma-Laden oder im Supermarkt für ein bestimmtes Produkt. Er scannt mit dem Handy eine ID auf der Verpackung ein. Die ID wird mit einem persönlichen Profil gematcht, das auf dem Handy oder einem Server liegt. Auf dem Display wird eine Empfehlung angezeigt, etwa mithilfe eines Ampelsy­stems. Der Kunde weiß sofort, ob sich das Produkt für ihn eignet (grün) oder nicht (rot). Oder ob er sich anderweitig informieren sollte (gelb).“ Neben Vegetariern stellte sich der Philosoph und Wirtschaftsinformatiker auch Allergiker und Diabetiker als Zielgruppen vor. Das gläserne Produkt hat inzwischen zahlreiche Nachfolger gefunden. Apps wie CodeCheck, Yuka und Spoonful erlauben es, den Barcode eines Lebensmittels mit dem Smartphone zu scannen und Informationen über Inhaltsstoffe, Nährwerte und Allergene abzurufen. Manche berücksichtigen auch persönliche Ernährungsweisen und Unverträglichkeiten. Besonders nahe kommt dem ursprünglichen Konzept die offene Plattform Open Food Facts, die Produktinformationen mit individuellen Präferenzen abgleicht und die Eignung eines Produkts farblich anzeigt. Auch Spoonful arbeitet mit einem Ampelsystem und berücksichtigt u.a. vegetarische Ernährung, Allergien und Unverträglichkeiten. Das Ampelsystem selbst hat sich ebenfalls etabliert. So bewertet der 2017 in Frankreich eingeführte und inzwischen in mehreren europäischen Ländern verbreitete Nutri-Score Lebensmittel anhand ihrer Nährwertqualität auf einer fünfstufigen Farbskala, allerdings ohne die individuellen Bedürfnisse des Kunden zu berücksichtigen. Das gläserne Produkt ist also in wesentlichen Teilen Wirklichkeit geworden, auch wenn sich nicht nachweisen lässt, dass die heutigen Anbieter das ursprüngliche Konzept kennen. Allerdings bleibt ein grundlegendes Problem bestehen: Ein Produkt kann nur so gläsern sein wie die Daten, die über es verfügbar sind. Fehlen Angaben über bestimmte Inhaltsstoffe oder Herstellungsverfahren, stößt auch der intelligenteste Einkaufsassistent an seine Grenzen. Und eine digitale Auskunft ersetzt nicht unbedingt eine verständliche Deklaration auf der Verpackung.

Abb.: Die Verpackung eines Snacks

Eine KI-gestützte Lernanwendung für Jugendliche mit Dyskalkulie

Am 23. Oktober 2026 stellte Naara Montzerrat Mata Rivera im Rahmen einer Zwischenpräsentation den aktuellen Stand ihres Projekts „LearnDifferently“ vor. Dieses wird im Kontext von Inclusive AI unter der Betreuung von Prof. Dr. Oliver Bendel durchgeführt und ist Teil ihrer Abschlussarbeit im Studiengang Business AI an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Ziel ist die Entwicklung einer adaptiven, KI-gestützten Lernanwendung, die Jugendliche mit Dyskalkulie im regulären Schulunterricht unterstützt. Seit dem Projektstart Anfang September wurden wesentliche Fortschritte erzielt, und ein erster funktionsfähiger Prototyp liegt bereits vor. Dieser bietet Aufgaben zu Grundrechenarten, Brüchen und Prozenten sowie Textaufgaben und unterstützt unterschiedliche Erklärwege, vom konkreten Alltagsbeispiel über bildliche Darstellungen bis hin zu abstrakten Rechenwegen. Besonders interessant ist die technische Architektur: Nicht alle Funktionen werden einem Large Language Model (LLM) überlassen. Während das Sprachmodell Aufgaben und Erklärungen generiert, übernehmen fest programmierte Regeln die Überprüfung der Antworten und die Anpassung des Schwierigkeitsgrads. Dies erhöht die Zuverlässigkeit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Anwendung und reduziert die Abhängigkeit von generativer KI. Eine weitere Besonderheit ist die konsequente Orientierung am Value Sensitive Design, das Werte wie Vertrauen, Privatsphäre und soziale Inklusion bereits bei der Entwicklung berücksichtigt. So sollen beispielsweise Lerndaten geschützt und Jugendliche weder bloßgestellt noch ausgegrenzt werden. In den kommenden Wochen soll der Prototyp weiterentwickelt und anschließend hinsichtlich seiner Wirksamkeit und der Umsetzung der angestrebten Werte evaluiert werden. Die Abschlussarbeit wird im Januar 2027 eingereicht.

Abb.: Eine KI-gestützte Lernanwendung für Jugendliche mit Dyskalkulie

Die antike Idee der automatischen Verrichtung

Aristoteles betonte in seiner „Politik“ (ca. zwischen 335 und 322 v.u.Z.) das Potenzial des Werkzeugs, zum Automaten zu werden: „Wenn nämlich jedes einzelne Werkzeug auf einen Befehl hin, oder einen solchen schon voraus ahnend, seine Aufgabe erfüllen könnte, (…) wenn also auch das Weberschiffchen so webte und das Plektron die Kithara schlüge, dann bedürften weder die Baumeister der Gehilfen, noch die Herren der Sklaven.“ Diese Überlegung war keineswegs der Fantasie entsprungen. Schon in der griechischen Antike gab es Ansätze zur Automatisierung. Philon von Byzanz beschrieb im 3. Jahrhundert v.u.Z. eine mechanische Dienerin, die einem Gast selbständig Wein und Wasser einschenken konnte, Heron von Alexandria im 1. Jahrhundert n.u.Z. kleine Tempeltüren, die sich durch die Wärme eines Altarfeuers automatisch öffneten, und ein mechanisches Theater, dessen Figuren nach einem vorgegebenen Programm agierten. Vermutlich wurden mehrere Erfindungen tatsächlich umgesetzt. Die Ingenieure der Antike beherrschten also Zahnräder, Ventile, Hydraulik, Pneumatik und mechanische Steuerungen. Warum aber eroberten ihre Automaten nicht die Welt? Es fehlte weniger an Erfindungsgeist als an leistungsfähigen Energiequellen, präziser Massenfertigung und wirtschaftlichen Anreizen, menschliche Arbeit systematisch durch Maschinen zu ersetzen. Die Verfügbarkeit von Sklaven dürfte dabei eine Rolle gespielt haben, erklärt die ausbleibende Mechanisierung aber nicht allein. Im 18. Jahrhundert hatte die Automatenkunst mit mechanischen Musikern, Schreibern und Zeichnern sowie künstlichen Tieren – man denke an die Ente von Jacques de Vaucanson, der noch zahlreiche Mitglieder dieser Art folgten – einen neuen Höhepunkt erreicht, wobei bereits im 15. Jahrhundert Leonardo da Vinci eindrucksvolle Anleitungen vorgelegt hatte. Im späten 19. Jahrhundert erlebten mechanische Automaten der schöngeistigen Art eine weitere Blüte. Auf Jahrmärkten spielten selbsttätige Orgeln, begleitet von beweglichen Figuren, die Musikinstrumente zu bedienen schienen. Die industrielle Mechanisierung hatte bereits im 18. Jahrhundert begonnen, die Elektrifizierung der Produktion im 19. Jahrhundert. Doch erst im 20. Jahrhundert, mit Elektrizität, Elektronik und Computertechnik, trat eine grundlegende Wende ein. Die antike Idee der automatischen Verrichtung begann nun die moderne Arbeitswelt in jeder Hinsicht zu verändern.

Abb.: Eine selbsttätige Orgel

Ein Haiku als Klingelton

Artmafia, eine Oltener Kunstbewegung rund um das Handy in den 2000er- und 2010er-Jahren, hat im November 2009 mehrere Handyhaikus von Oliver Bendel veröffentlicht. Die Gedichte waren als Bildtafeln umgesetzt und konnten über einen Premium-SMS-Dienst heruntergeladen werden. Ab 2010 gab es sie auch als Klingeltöne. Eingesprochen worden waren sie von Julia Nierle. Bereits 2007 hatte Oliver Bendel den Handyroman, der in Japan sehr beliebt war, nach Europa geholt. Es entstanden zwei Serien um eine Privatdetektivin in Berlin und einen Avatar auf einem Handy, der in der Wirklichkeit mit Superkräften aufwartete. Handygirl, so der Name, war vor allem bei jungen Mädchen beliebt. Zudem war mit „lonelyboy18“ ein Einzelroman vorhanden, der sich eher an Jungen richtete. Die Bücher bzw. Folgen bekam man ebenfalls über einen Premium-SMS-Dienst aufs Handy. Produziert und vertrieben wurden sie von Verlagen wie cosmoblonde in Berlin und Blackbetty in Wien. Letzterer veröffentlichte Ende Januar 2010 den allerersten Lyrikband in seinem Programm. Die 100 Handyhaikus in „stöckelnde dinger“ von Oliver Bendel besangen Brigitte Bardot, Jane Birkin und eine Frau auf einem Bild von Vermeer und huldigten den künstlichen Wesen der Antike und – Stichwort Handygirl – der Gegenwart. Oliver Bendel tourte mit seiner Handyliteratur auf Einladung zweier Goethe-Institute durch die Niederlande und wurde im Standardwerk zur modernen deutschen Literatur mit zwei Seiten bedacht.

Abb.: Die damalige Website handyhaiku.net

Das Poesietelefon in den 1980er-Jahren

In den 1970er- und 1980er-Jahren bot die Deutsche Bundespost zahlreiche telefonische Ansagedienste an. Über bestimmte Rufnummern konnte man die Uhrzeit, den Wetterbericht, das Kinoprogramm, Nachrichten, Fahrplanauskünfte oder Kochrezepte abrufen. Eine besondere Variante war das Literatur- bzw. Poesietelefon. Die Idee geht auf das amerikanische Projekt „Dial-A-Poem“ von John Giorno aus dem Jahre 1968 zurück. Der Dichter, Künstler und Aktivist hatte es nach einem Telefongespräch mit William S. Burroughs ins Leben gerufen. 1978 gründete der Schriftsteller Michael Augustin in Kiel das erste deutsche Literaturtelefon, das später in die Ansagedienste der Bundespost aufgenommen wurde. Weitere Städte folgten, darunter Hamburg, München, Berlin und Ulm. Vom 15. bis zum 21. Juli 1985 war der damals 17-jährige Oliver Bendel mit eigenen Gedichten im Poesietelefon des Fernmeldeamts Ulm vertreten. Sein Beitrag trug den Titel „Wortspielereien“. Er hatte die Werke selbst in einem professionellen Tonstudio in Ulm eingesprochen. Der Beitrag ist bibliografisch dokumentiert (KÜRSCHNERS DEUTSCHER LITERATUR-KALENDER 2012/2013). Ob die Tonaufnahmen noch existieren, ist nicht bekannt. Das Poesietelefon kann als früher Vorläufer heutiger Podcasts und anderer Audioangebote auf Abruf betrachtet werden.

Abb.: Ein Plakat zu den Ansagediensten (Foto: Museumsstiftung Post und Telekommunikation)

Ein Stempel für QR-Codes

Im Juni 2009 ließ Oliver Bendel einen Stempel anfertigen, mit dem man QR-Codes aufs Papier bringen konnte. Immer wieder wurde ein Briefumschlag erweitert – man sprang von dort bequem auf die Website oliverbendel.net, die seit 2008 existierende Website des Wissenschaftlers und Schriftstellers. Mit QR-Codes hat er seit damals immer wieder experimentiert. Sein Buch „handyhaiku“ war das erste weltweit, in dem Gedichte in QR-Codes untergebracht waren, nicht als Online-, sondern als Offlineanwendung. Der Hamburger Haiku Verlag sagte 2009 zu. Die erste Auflage erschien dann im Jahr darauf. Am 24. Oktober 2010 trat Oliver Bendel im Wittelsbacher Schloss in Friedberg beim „LITERATUR UPDATE BAYERN 2010“ auf. Michael Seefelder schrieb drei Tage später in der Augsburger Allgemeinen: „Der Wirtschaftsprofessor und freie Schriftsteller Oliver Bendel gilt in Europa als Pionier, was Handy-Haikus anbelangt. Im Friedberger Schloss lässt er am dritten Veranstaltungsabend die Grenzen zwischen den Medien verschwimmen. Der gedruckte Band, aus dem Bendel liest, enthält die Haikus in herkömmlichen Schriftzeichen und als QR-Codes. Diese Codes sind Informations-Speicher, die mit einem Scanner ausgelesen werden können. Parallel zum Textvortrag sprüht der Grafiker Christoph Knobel einen QR-Code auf eine Leinwand. Wird das Bild mit einem Handy gescannt, erscheint ein Haiku auf dem Display. Nicht immer sind Bendels Texte futuristisch. Neben Handygirl und Pixelboy, zwei Maschinenwesen, geht es auch um Homer, den griechischen Dichter der Odyssee.“ (Augsburger Allgemeine, 27. Oktober 2010) Eine Stunde dauerten Lesung und Performance. Dann konnten die Zuhörer und Zuschauer das Haiku auslesen und mit nach Hause nehmen.

Abb.: Der Stempel für QR-Codes

Von der Roboterfliege im Roman zum Flugroboter im Labor

Ein Forschungsteam am Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen winzigen Flugroboter entwickelt, der weniger als eine Büroklammer wiegt und mit Hilfe einer KI-basierten Steuerung erstaunliche Flugmanöver vollführen kann. Wie am 3. Dezember 2025 berichtet wurde, konnte die Geschwindigkeit des insektenähnlichen Roboters um mehr als das Vierfache gesteigert werden. Unter anderem gelangen ihm zehn Überschläge in elf Sekunden. Als mögliches Einsatzgebiet gilt die Suche nach Verschütteten in eingestürzten Gebäuden. Noch ist der Roboter allerdings auf eine externe Energieversorgung und Steuerung angewiesen. Die Meldung wurde im Oktober 2026 erneut von verschiedenen Medien verbreitet. Bereits im Juni 2025 war eine ähnliche Entwicklung aus China bekannt geworden. Ein Robotiklabor der National University of Defence Technology (NUDT) hatte eine winzige Drohne vorgestellt, die einer Mücke ähnelt und für militärische Aufklärungsmissionen vorgesehen ist. Beide Entwicklungen erinnern an den Roman „Verlorene Schwestern“ von Oliver Bendel aus dem Jahre 2009. Darin hat der 16-jährige Maik eine Roboterfliege namens „la mouche“ konstruiert, mit der er Prominente und Reiche ausspioniert, um sie anschließend zu erpressen. Während die chinesische Entwicklung der literarischen Vision hinsichtlich des Einsatzzwecks näherkommt, zeigt das amerikanische Projekt, welche Fortschritte bei der Flugfähigkeit solcher künstlichen Insekten inzwischen möglich sind. Von einer autonomen Roboterfliege mit integrierter Kamera, Energieversorgung und zuverlässiger Datenübertragung sind beide Projekte allerdings noch ein Stück weit entfernt. Die literarische Fiktion ist damit weiterhin der technischen Wirklichkeit voraus. Zugleich stellt sich die Frage, welche Folgen solche Maschinen für die Privat- und Intimsphäre haben werden, wenn sie eines Tages kaum noch von echten Insekten zu unterscheiden sind.

Abb.: Eine echte Fliege

Die Entdeckung des Weißen

Spiegel Online ging 1994 online, Telepolis 1996. Die späten 1990er-Jahre waren ein Labor für Webdesign. Es gab immer noch die von Frames bestimmten Websites mit strukturierten Hintergründen und Bauarbeitermännchen, die als Animated Gifs den Aufbau anzeigten. Es gab aber auch bereits aufgeräumte, von Weiß dominierte Flächen – die Website der Electronic Mall Bodensee (EMB) ab 1996, die Suchmaschine von Google ab 1997 und die Website von Nethics.net ab 1999 waren Beispiele dafür. Am Institut für Telematik in Trier wurde ab Ende 1998 ebenfalls in dieser Richtung experimentiert, etwa im Rahmen des Trierer Symposiums für Elektronisches Publizieren und des Projekts intec. Das Symposium fand vom 25. bis zum 26. März 1999 statt. Die zugehörige Website hatte Oliver Bendel erstellt. Es dominierte Weiß. Die Navigationselemente waren einfach und bunt. Die Überschriften waren grün, wie das Logo des Instituts. Seine Fachführer für die Bibliothek der Universität Konstanz aus dem Jahre 1997 waren noch deutlich von den Anfängen des WWW geprägt gewesen. Es fanden sich Braun und Beige als Farben darin – und die legendären horizontalen Linien. Doch zurück zum Institut und seinen Projekten: Ziel von intec war der Aufbau einer fachbezogenen Kompetenz in mittelständischen Bauunternehmen zur effizienten Vorbereitung und Abwicklung von Bauvorhaben durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien. Projektleiter und Webmaster für das Institut war Oliver Bendel. Seine studentische Mitarbeiterin Carmen Leopold schaffte es, der Website ein modernes, leichtes Design zu verleihen, das die Einstiegsseite und alle weiteren Seiten bestimmte. Ein grafisches, hellgraues Element stellte den Zusammenhang zwischen ihnen her. Die einfache Navigation verschob sich, nachdem man die Homepage hinter sich gelassen hatte, nach links, um den Inhalten mehr Raum zu geben. Listen mit den Projektpartnern und den Kontaktadressen waren dort ebenso vorhanden wie News. Lediglich die horizontalen Linien erinnerten noch an die Frühzeit des WWW – ansonsten blickte man schon ins neue Jahrtausend.

Abb.: Die Website des Symposiums

ETH-Studenten entwickeln Allzweckroboter

Mit XALUN haben Studenten des ETH Robotics Club von 2025 bis 2026 an der ETH Zürich den ersten Allzweckroboter der Schweiz gebaut. Zumindest könnte der Prototyp einer werden. Der im September 2026 vorgestellte XALUN soll langfristig als vielseitiger Helfer im Haushalt eingesetzt werden können. Berichtet hatte darüber das Technologiemagazin Sifted am 14. September 2026. Technisch setzt das Projekt auf eine menschenähnliche Konstruktion mit beweglichen Armen, Beinen und Händen sowie auf einen elektrischen Antrieb. Im Mittelpunkt stehen eine präzise Bewegungssteuerung, die Manipulation von Gegenständen und ein möglichst leichtes, nachgiebiges Design für den sicheren Umgang mit Menschen. Der Club entwickelt dabei sowohl die Mechanik und Elektronik als auch die Steuerungssoftware selbst. Konkrete technische Daten zu Größe, Gewicht, Traglast und Akkulaufzeit wurden bislang nicht offiziell veröffentlicht. Unter der Leitung von Präsident Declan Shine entstand XALUN durch freiwillige Arbeit ohne Bezahlung oder ECTS-Punkte. Der 2025 gegründete ETH Robotics Club zählt inzwischen über 400 Mitglieder und pflegt Partnerschaften mit Unternehmen wie NVIDIA, OpenAI und Tesla. Noch befindet sich XALUN in der Entwicklungsphase, aber er könnte langfristig den Weg für vielseitige und erschwingliche Haushaltsroboter aus der Schweiz ebnen. Einen humanoiden Roboter stellte der Robotiker Rolf Pfeifer bereits im Jahre 2013 an der Universität Zürich vor. Sein Roboy verfügte über künstliche Muskeln, Sehnen und Knochen und sollte sich möglichst menschenähnlich bewegen. Nach seiner Emeritierung ließ man den Visionär einfach ziehen – für Roboter dieser Art sah man keinen Bedarf.

Abb.: Roboy (Foto: Adrian Baer/CC BY-SA 3.0)

Preisgekrönte Schülerzeitung zwischen Offsetdruck und Computereinsatz

Am 21. Dezember 1984 berichtete die Südwest Presse über einen Erfolg der Schülerzeitung Kaktus des Hans-und-Sophie-Scholl-Gymnasiums in Ulm. Beim Landeswettbewerb der baden-württembergischen Schülerzeitungen hatte man den dritten Platz erreicht und erhielt ein Preisgeld von 300 DM. Die Chefredakteure waren Thomas Baumann, Gernot Knödler, Oliver Bendel und Stefan Faßbinder. Technisch befand sich der Kaktus in einer interessanten Übergangszeit. Die Redaktion hatte sich bewusst von einer damals vergleichsweise neuen Technik verabschiedet: Statt die Zeitung weiterhin mit dem Kopierer zu vervielfältigen, ließ sie ihre Ausgaben wieder drucken. Das Ergebnis war qualitativ besser, und auch der Herstellungsprozess hatte einen besonderen Reiz. Die Verantwortlichen besuchten die Druckerei und konnten miterleben, sehen, riechen und riechen, wie aus ihren Vorlagen eine Zeitung entstand. Bei entsprechend hohen Auflagen rechnete sich das Drucken schließlich auch finanziell. Gleichzeitig hielt jedoch bereits die nächste technische Neuerung Einzug. Die Redaktion begann, elektronische Textverarbeitung für die Gestaltung der Artikel einzusetzen. Besonders auffällig war der Blocksatz, der Mitte der 1980er-Jahre bei Schülerzeitungen eine absolute Ausnahme war. Die Lehrer rätselten darüber, wie die Redaktion dies zustande brachte. Das Geheimnis war eine elektronische Schreibmaschine von Canon, die Oliver Bendel in jenem Jahr für ca. 700 DM erstanden hatte. Sie konnte eine ganze Seite speichern und den Text anschließend formatieren. So trafen beim Kaktus innerhalb kurzer Zeit drei Generationen der Medienproduktion aufeinander, nämlich Kopierer, klassische Druckerei und elektronische Textverarbeitung. Dieser Wechsel zwischen alter und neuer Technik macht die Geschichte der Schülerzeitung aus heutiger Sicht bemerkenswert. Zur selben Zeit erfolgte ein weiterer wichtiger Schritt. Das Layout fand in einem eigens angemieteten Haus bei Neu-Ulm statt. Es waren Wochenenden mit lauter Musik, überbordender Kreativität und jugendlicher Leidenschaft.

Abb.: Thomas Baumann, Gernot Knödler, Oliver Bendel und Stefan Faßbinder (von links nach rechts) (Foto: SWP)

Ein Pavillon aus Postkarten

Die 61. Internationale Kunstausstellung La Biennale di Venezia, die Biennale Arte 2026, findet vom 9. Mai bis 22. November 2026 in den Giardini, im Arsenale und an weiteren Orten in Venedig statt. Im spanischen Pavillon in den Giardini zeigt der katalanische Künstler Oriol Vilanova unter dem Titel „Los restos“ eine ebenso einfache wie beeindruckende Installation. Die Wände der Ausstellungsräume sind vom Boden bis zur Decke mit rund 50.000 gebrauchten Bildpostkarten bedeckt, die Vilanova über mehr als zwei Jahrzehnte auf Flohmärkten und in Antiquariaten gesammelt hat. Aus der Entfernung verbinden sich die dicht angeordneten und nach chromatischen und thematischen Gesichtspunkten gruppierten Karten zu großen Farbfeldern, Mosaiken und Wellen. Aus der Nähe treten einzelne Motive hervor, Menschen und Tiere, aber auch Städte, Landschaften und Strände oder Sehenswürdigkeiten und Kunstwerke. Die Postkarten, einst verschickt, beschrieben, aufbewahrt und schließlich aussortiert, werden so zu Fragmenten eines kollektiven Gedächtnisses. Die von Carles Guerra kuratierte Installation verwandelt den Pavillon in ein Museum des Vergessenen und Übriggebliebenen und stellt Fragen nach Erinnerung und Verlust, Massentourismus und Bilderflut sowie danach, was von den unzähligen Bildern bleibt, mit denen Menschen ihre Welt festhalten und miteinander teilen.

Abb.: Ein Pavillon aus Postkarten

OpenAI macht nicht nur einen Punkt

Am 29. September 2026 hat OpenAI die Dots (Punkte) vorgestellt, die jederzeit aktiven KI-Agenten auf Basis von GPT-6 Astra, die über einen eigenen Cloud-Computer verfügen, aus Feedback lernen und selbstständig an längerfristigen Aufgaben und Zielen arbeiten können. Sie lassen sich mit mehr als 4000 Apps verbinden, sind unter anderem über ChatGPT, Slack und Teams erreichbar und können u.a. Software entwickeln, Analysen aktualisieren oder Arbeitsabläufe übernehmen. Die bunten Figuren, die OpenAI in der Präsentation etwa als Iggy, Felipe, Todd, Alfred und Jojo zeigt, sind personifizierte visuelle Repräsentationen der Agenten, keine physischen KI-Wesen wie Muse Charm. OpenAI gibt den Agenten damit bewusst eine individuelle Identität. Der Benutzer behält über Berechtigungen, Freigaben und Aktivitätskontrollen die Kontrolle. Die Einführung erfolgt zunächst schrittweise für Pro, Business Premium und Enterprise. Weitere Informationen sind über openai.com/de-DE/index/introducing-dots/ verfügbar.

Abb.: Ein Screenshot von der OpenAI-Website

Vom SmartShuttle zum Robotertaxi

Das Robotertaxi ist bis in die Schweiz vorgedrungen. Seit dem 28. September 2026 kann man im Zürcher Furttal selbstfahrende Autos über die App iamo buchen. Drei elektrische Nissan Ariya sind in Otelfingen, Dänikon, Hüttikon und Boppelsen unterwegs. Ausgerüstet sind sie mit der Technologie des Automatisierungsspezialisten WeRide. Sie verfügen über sechs LiDAR-Sensoren, elf Kameras und acht weitere Sensoren, die ihre Umgebung rundum erfassen. Das Angebot umfasst knapp 100 digital festgelegte Ein- und Ausstiegspunkte. Die Fahrt kostet 4.70 Franken Grundgebühr plus 38 Rappen pro Kilometer, wobei Halbtax und Generalabonnement nicht gelten. Der Betrieb ist täglich von 13 bis 17 Uhr. Bis zu drei Personen können mitfahren, begleitet von einem Piloten, der im Notfall eingreifen kann. Ganz neu ist autonomes Fahren in der Schweiz nicht. Bereits ab 2016 verkehrten in Sion im Wallis die SmartShuttles von PostAuto. Die damaligen Fahrzeuge hatten freilich andere Rahmenbedingungen. Ihre Geschwindigkeit war je nach Bereich auf 5 bis 20 km/h beschränkt, und sie bewegten sich auf virtuellen Schienen. Das Furttaler Projekt geht nun einen entscheidenden Schritt weiter: Die Nissan Ariya fahren im normalen Straßenverkehr und müssen mit deutlich mehr komplexen Situationen umgehen als ein Bus auf einer festgelegten Route. Genau darin liegt der Erkenntnisgewinn des Pilotprojekts. Und dieser dürfte nicht ohne Zwischenfälle zu haben sein. Bei einem solchen realen Testbetrieb ist damit zu rechnen, dass es zu Unfällen kommen wird. Man wird sehen, wie die Bevölkerung darauf reagiert.

Abb.: Im damaligen SmartShuttle

Das Projekt NestGuard Lite beginnt

Am 30. September 2026 fällt an der Hochschule für Wirtschaft FHNW der Startschuss für das Projekt „NestGuard Lite: Smarte Maschinen für mehr Tierschutz“. Es kann in den Bereichen Animal-Computer Interaction (Tier-Computer-Interaktion) und Animal-Machine Interaction (Tier-Maschine-Interaktion) verortet werden. Mähroboter, landwirtschaftliche Maschinen und andere (teil-)autonome Geräte erleichtern viele Arbeiten, können für Wildtiere jedoch zur Gefahr werden. Bodennester, Jungtiere, Kleinsäuger oder Amphibien werden von Maschinen häufig nicht rechtzeitig erkannt. Technischer Fortschritt und Automatisierung werfen damit auch Fragen von Tierschutz und Nachhaltigkeit auf: Wie können Maschinen so gestaltet werden, dass sie ihre Umwelt nicht nur effizient nutzen, sondern auch schutzbedürftige Bereiche respektieren? NestGuard Lite verfolgt einen anderen Ansatz als LADYBIRD, HAPPY HEDGEHOG und verwandte Projekte der TMI: Anstatt das Tier von der Maschine detektieren und klassifizieren zu lassen, wird die Umgebung selbst markiert, um so die Maschine zu informieren. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines funktionsfähigen NestGuard-Lite-Prototyps. Denkbar sind beispielsweise passive Marker, RFID-Tags und NFCs, Bluetooth oder andere lokale Funktechnologien. Erkennt die Maschine eine Schutzzone, kann sie langsamer fahren, anhalten, ein Werkzeug deaktivieren oder den Bereich umfahren. Das fünfköpfige Team wird von Prof. Dr. Oliver Bendel angeleitet. Es entwickelt und dokumentiert sowohl die technische Lösung als auch ein überzeugendes Anwendungskonzept für den Einsatz im Tierschutz.

Abb.: Der Kyoto Garden in London

Von der Muse geküsst?

Laut dem Artikel „Tamagotchi trifft KI-Agent“ (Heise, 24. September 2026) hat Meta mit dem Muse Charm ein kleines tragbares Gerät vorgestellt, das als Zuhause für den neuen persönlichen KI-Agenten Muse dienen soll. Das Gadget, das an das Tamagotchi erinnert, lässt sich wie dieses am Schlüsselbund befestigen oder in der Tasche tragen. Es besitzt einen Bildschirm, auf dem Jolly, der Avatar von Muse, erscheint. Wie Heise berichtet, wird der Assistent über einen Fingerabdrucksensor aktiviert, während Kameras ihm ermöglichen sollen, die Umgebung des Benutzers wahrzunehmen. Das Gerät soll außerdem über ein Mikrofon, zwei Kameras und eine 5G-Verbindung verfügen, wobei das Unternehmen bislang keine vollständigen technischen Daten veröffentlicht hat. Mark Zuckerberg erklärte auf der Meta Connect, dass der Muse Charm noch nicht vollständig fertiggestellt sei und man bisher nur wenige Exemplare produziert habe. Dennoch plant Meta laut Heise, das Gerät rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft im Dezember auf den Markt zu bringen. Preis und regionale Verfügbarkeit sind noch offen. Mit dem Muse Charm steigt Meta in den noch jungen Markt für Physical AI ein, in dem Produkte wie der Humane Ai Pin (der schon seit 2025 Geschichte ist) und der Rabbit R1 bislang keinen nachhaltigen Erfolg hatten. Man wird sehen, ob das Unternehmen wirklich von der Muse geküsst wurde.

Abb.: Das Tamagotchi in einer Version der 2020er-Jahre

Projekt „LearnDifferently“ beginnt

Am 4. September 2026 hat Naara Montzerrat Mata Rivera ihr Projekt „LearnDifferently“ im Kontext von Inclusive AI unter der Betreuung von Prof. Dr. Oliver Bendel begonnen. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer adaptiven, KI-gestützten Lernanwendung für Kinder und Jugendliche mit Dyskalkulie, die direkt im regulären Schulunterricht eingesetzt werden kann. Die Anwendung soll mathematische Aufgaben, Erklärungen und Schwierigkeitsgrade individuell an den Lernstand anpassen und dabei unterschiedliche Lernwege durch visuelle, auditive und sprachliche Unterstützung ermöglichen. Neben der technischen Umsetzung eines funktionsfähigen Prototyps stehen dessen Evaluation sowie eine ethisch verantwortungsvolle Gestaltung nach den Prinzipien des Value Sensitive Design im Vordergrund. Ziel ist es, die mathematischen Grundkompetenzen zu stärken, Lernängste abzubauen und die soziale Inklusion im Klassenzimmer zu fördern. Das Projekt ist Teil der Abschlussarbeit der Studentin im Studiengang Business AI an der Hochschule für Wirtschaft FHNW.

Abb.: Eine Lernwendung für Kinder und Jugendliche mit Dyskalkulie

WhereIsIt: A New Step in Inclusive AI

On August 3, 2026, the final presentation of the WhereIsIt project took place at the FHNW School of Business. The project introduced a voice-based assistant that helps blind and visually impaired people remember and retrieve the locations of everyday objects through simple spoken interaction. Designed with a clear focus on accessibility and ease of use, the prototype works entirely offline, stores all data locally, and avoids cloud services and cameras, ensuring that sensitive personal information remains under the user’s control. The streamlined push-to-talk concept makes the application intuitive and focused on its core task: remembering where things are, while its local architecture demonstrates how AI can support users without compromising privacy. The project was initiated by Prof. Dr. Oliver Bendel of the FHNW School of Business, and the prototype was developed by Damian Huckele as part of his bachelor’s thesis. The project builds on several years of research into Inclusive AI at the FHNW School of Business. In 2024, Oliver Bendel presented his paper „How Can Generative AI Enhance the Well-being of the Blind?“ at the AAAI Spring Symposium „Impact of GenAI on Social and Individual Well-being“. Based on extensive tests of the Be My Eyes app and its MLLM-powered Be My AI feature, the paper demonstrated how multimodal AI can significantly increase independence and environmental awareness for blind and visually impaired people, while also discussing the ethical implications of AI-mediated perception. This research laid an important conceptual foundation for subsequent projects. In 2025, the VISUAL project, initiated by Prof. Dr. Oliver Bendel and implemented by Doris Jovic, explored how multimodal AI could make wildlife livestreams accessible through detailed spoken scene descriptions generated from public webcam images. WhereIsIt now extends this line of work by shifting the focus from perception to memory support. Together, these activities illustrate how Inclusive AI can address different everyday challenges through practical, privacy-conscious, and user-centered applications that promote greater independence for blind and visually impaired people.

Fig.: Prototype user interface and accessibility features (Image: Damian Huckele)

Euclid als 3D-Modell

Die ICSR + Art 2026 fand vom 1. bis zum 4. Juli in London statt. Sie brachte Forscher, Wissenschaftler und Fachleute aus aller Welt zusammen, um die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Sozialen Robotik zu diskutieren. Zu den Konferenzformaten gehörte eine Reihe von Debatten, die in der Debate Hall des Senate House geführt wurden. Am zweiten Konferenztag hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, mit Euclid zu interagieren, einem Androiden, der von Carl Strathearn und Emilia Sobolewska entwickelt wurde. Dies geschah im Rahmen der Session „Innovation Through Creation: The Case for Building Our Own Social Robots for HRI Research“. Euclid ist ein autonomer sozialer Roboter, der über automatische Spracherkennung, Computer Vision, generative KI, Hautsensoren sowie einen robotischen Mund verfügt, der mithilfe von maschinellem Lernen realistische Viseme erzeugt. Der Android wurde für soziale und unterstützende Interaktionen mit älteren Menschen entwickelt und demonstriert, wie Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz und Robotik eine immer natürlichere Kommunikation zwischen Mensch und Roboter ermöglichen. Gleichzeitig bietet er eine überzeugende Plattform für die Forschung zur Mensch-Roboter-Interaktion. Nach der Veranstaltung überreichte Carl Strathearn dem Technikphilosophen Oliver Bendel, der als Publicity Chair fungierte, ein 3D-gedrucktes Modell von Euclid. Weitere Informationen sind über www.carlstrathearn.co.uk verfügbar.

Abb.: Euclid als 3D-Modell

Die vielen Facetten von Artificial Life

Artificial Life wurde 1994 von Eberhard Schöneburg gegründet, zunächst unter dem Namen Neurotec International Corp. (bereits im Jahr davor war in Deutschland die Neurotec Group bzw. Neurotec GmbH entstanden). 1997 wurde das Unternehmen in Artificial Life umbenannt. Es spezialisierte sich auf Anwendungen der künstlichen Intelligenz, virtuelle Charaktere und mobile Technologien. Zunächst hatte das Unternehmen seinen Sitz in den USA, später verlagerte es den Schwerpunkt nach Hongkong und eröffnete weitere Niederlassungen, etwa in Frankfurt, Berlin und Zürich. Artificial Life entwickelte KI-Agenten, Chatbots und Avatare sowie Software für mobile Endgeräte und positionierte sich früh als Anbieter von Inhalten und Technologien für die damals entstehenden 3G-Mobilfunknetze. Mit der CD-ROM Einstein Alife erschien 1999 eine Lernumgebung, in der ein virtueller Albert Einstein Wissen über Leben und Werk des Physikers aus Ulm vermittelte. Anfang der 2000er-Jahre lancierte Artificial Life außerdem mobile Anwendungen wie die virtuelle Freundin (Virtual Girlfriend). Man konnte sich um sie kümmern wie um das Tamagotchi, das ein paar Jahre vorher auf den Markt gekommen war, und ihr Geschenke machen, natürlich kostspielige. Zum Logo der Firma gehörte eine bunte Grafik, die an 3D-Codes erinnerte, die damals allerdings keine Rolle spielten. Immer wieder wurde die Website neu gestaltet. 2003, vor der Einführung der virtuellen Freundin und anderer Plattformen und Produkte, war sie gelb. Eine verpixelte Figur hielt das grafische Element wie einen Zauberwürfel. Das Unternehmen verlor ab 2011 seine Bedeutung und verschwand schließlich vom Markt. Die Zeit war noch nicht reif für seine Ideen gewesen.

Abb.: Die Website von Artificial Life im Jahre 2003

Mirumi Opens Pop-Up Store at Harrods in London

Yukai Engineering is bringing Mirumi, its wearable social robot, to Harrods in London with an exclusive pop-up store running from July 20 through August 16, 2026. The furry robotic bag charm first gained international attention at CES 2025 and later became a Kickstarter success before selling out during its initial launch in Japan. Mirumi can be attached to a bag and responds to sounds, movement, touch, and nearby people by turning its head and displaying expressive, lifelike reactions. Its expressive behaviour creates the impression of carrying a curious little companion wherever you go. Although Harrods has not yet announced specific details about the pop-up, the store is expected to offer visitors the opportunity to experience and purchase Mirumi in person. Exclusive editions have not been confirmed, but Harrods is known for limited-time collaborations and distinctive retail experiences, which could make the pop-up particularly appealing to collectors and technology enthusiasts. Following its successful debut in Japan and appearances at events such as ICSR + Art 2026 in London, Mirumi continues to attract growing international attention. With its expressive behaviour, distinctive design, and collectible appeal, it is already being discussed as a possible next major trend among robotic companions and collectible robots. An article by Oliver Bendel on wearable social robots is available via Wiley Industry News or directly here as a PDF.

Fig.: Mirumi at ICSR + Art 2026

Wolkenklar? Alles klar!

Die Hitze hat die Schweiz und ganz Europa fest im Griff. Auf Google-Pixel-Smartphones wird derzeit in der Wetteranzeige angegeben, es sei bzw. werde tagsüber „wolkenklar“. Der aufmerksame Benutzer ist erstaunt, denn diesen Ausdruck gibt es nicht im deutschen Sprachgebrauch. Dagegen sind „wolkenlos“, „wolkenfrei“, „heiter“, „sonnig“ oder „klar“ feste Bestandteile der Wettermeldungen. Vermutlich handelt es sich um ein Ergebnis automatischer Übersetzung. „Wolkenklar“ folgt bekannten Wortbildungsmustern (man denke an „sternenklar“ oder „glasklar“), hat sich aber nie im Deutschen durchgesetzt. Es ist auch nicht ganz klar, was damit gemeint sein könnte. Ist es so klar, dass man die Wolken sehen kann? Wohl kaum. Vielleicht wurde eine englische Beschreibung wie „mostly clear“ oder „clear skies“ zum Ausgangspunkt genommen. Man fühlt sich an den Thesaurus von Microsoft erinnert, der im Jahre 2008 als Synonym zu „dunkel“ allen Ernstes „negerfarbig“ vorschlug. Vielleicht steckt heute generative KI dahinter, vielleicht auch nicht. Immer wieder wird im Zusammenhang mit generativer KI behauptet, diese würde mehrheitlich verständliche, ja weitgehend fehlerfreie Sprache produzieren. Das Gegenteil ist der Fall. Google, Microsoft und OpenAI scheitern seit jeher an der deutschen Sprache, grammatikalisch wie semantisch, und heute sind meist Textgeneratoren im Spiel. Oftmals werden englische Wort- und Satzstrukturen übertragen. Zuweilen bringt auch eine Ideologie die Sprache durcheinander. Das ist bei einem Ausdruck wie „wolkenklar“ kaum anzunehmen. Dennoch trägt seine Verwendung nicht gerade zur Klarheit bei.

Abb.: Ein neues deutsches Wort, erfunden von einer amerikanischen Firma

Meet Mirumi, the Fluffy Wearable Social Robot

Mirumi is a wearable social robot from Yukai Engineering designed to create small moments of emotional connection. Attached to a bag strap, it accompanies its owner and turns its head with a shy, curious gaze in response to sound, touch, or sometimes autonomously. Rather than offering practical functions, it encourages spontaneous social interactions and often attracts smiles from people nearby. Mirumi is a soft robot, similar to the Cupboo AI Robotic Pet (aka Cupboo, Boo Boo, and Booboo) and unlike hard-bodied robots such as AIBI or Eiliko. Covered in Japanese-made faux fur, it feels more like a plush companion than a machine. Mirumi can react to sounds but does not understand language or recognize words. Intended for users aged 15 and older, it is designed to demonstrate how simple, expressive movements can foster human connection in everyday life. A demonstration video can be viewed on YouTube at www.youtube.com/watch?v=PEtshGcvtRk. Further information is available on the official Mirumi website at mirumi.tokyo.

Fig.: A screenshot from the Mirumi video