Eine Simulation von Kommunikation

Prof. Dr. Oliver Bendel war mit dem NDR im Gespräch über OpenClaw und Moltbook. OpenClaw ist im Kern eine Hülle für einen KI-Agenten. In Kombination mit einem großen Sprachmodell, einem LLM, entsteht daraus ein System, das Texte erzeugt, Entscheidungen trifft und auf Eingaben reagiert. Moltbook ist eine Plattform, auf der viele solcher Agenten gleichzeitig laufen und miteinander interagieren. Man spricht auch von einem sozialen Netzwerk für Agenten. Das wirkt spektakulär. Tatsächlich arbeiten die Agenten meist ereignis- oder zeitgesteuert: In regelmäßigen Abständen prüfen sie, ob es neue Inhalte gibt, auf die sie reagieren sollen. Und das soziale Netzwerk gibt ihnen über die Feeds etwas zu tun. Das LLM erzeugt daraufhin plausible Texte. Der Eindruck eines lebendigen Austauschs entsteht – aber es bleibt eine Simulation von Kommunikation, keine eigenständige soziale Realität. KI-Agenten haben kein Bewusstsein – im Gegensatz zu Tieren und Menschen – und werden nie eines haben. Die Fernsehsendung wird bei NDR Kultur – Das Journal am 23. Februar 2026 ausgestrahlt. Sie ist auch online über www.ndr.de verfügbar.

Abb.: Das Studio in Flensburg (Foto: Soenke Rahn, Wikimedia, CC BY-SA 3.0)

Von Softwareagenten bis zu modernen KI-Agenten

„KI-Agenten (engl. ‚AI agents‘) sind autonome Systeme, die wahrnehmen, entscheiden sowie zielorientiert agieren und reagieren können, mit Konsequenzen im virtuellen und realen Raum. ‚KI‘ steht für ‚künstliche Intelligenz‘, ‚AI‘ für ‚artificial intelligence‘. ‚Agent‘ stammt von lat. ‚agens‘ (Partizip Präsens Aktiv von ‚agere‘, dt. ‚handeln‘, ‚tun‘ oder ‚verrichten‘). Bereits die Softwareagenten der 1990er-Jahre (auch autonome oder intelligente Agenten bzw. Softwareagenten genannt) sind KI-Agenten. Seit Anfang der 2020er-Jahre werden verstärkt Large Language Models (LLMs) als Basis eingesetzt.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel, erschienen am 6. Februar 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon. Es werden im zweiten Abschnitt Beispiele genannt, darunter die Open-Source-Software OpenClaw (vorher Moltbot und Clawdbot). Die darauf basierenden Agenten treiben derzeit auf Moltbook ihr Unwesen. Im dritten Abschnitt wird die Perspektive von Informationsethik und Wirtschaftsethik eingenommen. So heißt es u.a.: „Autonomie verschiebt sich durch solche Systeme zunehmend von Menschen zu Maschinen, mit dem Risiko, dass persönliche und informationelle Autonomie gefährdet sind.“ Der vollständige Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ki-agent-175166 aufgerufen werden.

Abb.: Das soziale Netzwerk für KI-Agenten, das Moltbook